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DE1063809B - Verfahren zur Herstellung von Polyacrylsaeurenitril - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polyacrylsaeurenitril

Info

Publication number
DE1063809B
DE1063809B DEV13837A DEV0013837A DE1063809B DE 1063809 B DE1063809 B DE 1063809B DE V13837 A DEV13837 A DE V13837A DE V0013837 A DEV0013837 A DE V0013837A DE 1063809 B DE1063809 B DE 1063809B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acrylonitrile
polymerization
hydrogen peroxide
production
polyacrylonitrile
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEV13837A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Albert Grimm
Dr Hans-Ulrich Schimpfle
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Chemische Werke Buna VEB
Original Assignee
Chemische Werke Buna VEB
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Chemische Werke Buna VEB filed Critical Chemische Werke Buna VEB
Priority to DEV13837A priority Critical patent/DE1063809B/de
Publication of DE1063809B publication Critical patent/DE1063809B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F20/00Homopolymers and copolymers of compounds having one or more unsaturated aliphatic radicals, each having only one carbon-to-carbon double bond, and only one being terminated by only one carboxyl radical or a salt, anhydride, ester, amide, imide or nitrile thereof
    • C08F20/02Monocarboxylic acids having less than ten carbon atoms, Derivatives thereof
    • C08F20/42Nitriles
    • C08F20/44Acrylonitrile
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F2/00Processes of polymerisation
    • C08F2/12Polymerisation in non-solvents
    • C08F2/16Aqueous medium

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polymerization Catalysts (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Polyacrylsäurenitril Es ist bekannt, Acrylsäurenitril (Acn) mit organischen oder anorganischen Peroxyden in wäßriger Lösung zu polymerisieren. Das hierbei entstehende Polyacrylnitril ist ein weißes, feinkörniges, pulverförmiges Produkt, welches in den gebräuchlichen Lösungsmitteln unlöslich ist. Zu den wenigen Verbindungen, welche Polyacrylnitril zu lösen vermögen, gehört das Dimethylformamid. Aus diesen Lösungen kann das Polyacrylnitril durch Ausfällen mit Wasser oder auch organischen Verbindungen, wie z. B. Glycerin, zu Fäden versponnen werden. Für die Herstellung eines zur Verspinnung gut geeigneten Polyacrylnitrils sind der durchschnittliche Polymerisationsgrad und die Thermostabilität von ausschlaggebender Bedeutung. Die Fasern sind von großem technischem Interesse, da sie als Austauschmaterial für Wolle geeignet sind. Die Polymerisation zur Herstellung technisch verwertbarer Produkte erfolgt stets in wäßriger Lösung.
  • Die Polvmerisationsverfahren können in zwei Gruppen eingeteilt werden: 1. Polymerisation in wäßriger Lösung mit Peroxydverbindungen ohne Zusatz von reduzierend wirkenden Substanzen; 2. Polymerisation mit Peroxydverbindungen unter gleichzeitigem Zusatz von reduzierend wirkenden anorganischen Verbindungen, wie z. B. Sulfiten, Ferrosalzen und anderen Verbindungen.
  • Diese Art der Polymerisation wird allgemein als Redoxpolymerisation bezeichnet.
  • Diese Redoxpolymerisation wird immer so durchgeführt, daß die reduzierend wirkenden Zusätze der wäßrigen Lösung des Acrylnitrils zugesetzt werden, da es sich immer um Substanzen handelt, welche in Acrylnitril unlöslich sind.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Herstellung von Polyacrylsäurenitril, welches in Dimethylformamid gut löslich ist und eine verbesserte Thermostabilität aufweist, durch Polymerisation von Acrylnitril in wäßriger Lösung in Gegenwart eines aus Wasserstoffperoxyd und einem Derivat der schwefligen Säure bestehenden Redoxsystems dadurch vorgenommen werden kann, daß in dem zur Polymerisation verwendeten Acrylnitril 0,1 bis 1,0°/o Glykolschwefligsäureester gelöst und in salzfreien wäßrigen Lösungen bei Temperaturen zwischen 60 und 75° C bei Gegenwart von kleinen Mengen Wasserstoffperoxyd polymerisiert wird. Der genannte Ester mit der Formel ist in Acrylnitril leicht löslich und braucht infolgedessen nicht dem Wasser zugesetzt zu werden.
  • Das Redoxsystem Wasserstoffperoxyd-Schwefligsäureglykolester ist salzfrei. Der Umsatz pro Zeiteinheit gegenüber der reinen Wasserstoffperoxydpolymerisation wird erheblich gesteigert. Das Polymerisat ist im Gegensatz zu Produkten, welche durch Redoxpolymerisation mit Natriumsulfit- und Ferrosalzlösungen hergestellt wurden, grobkörnig, leicht filtrierbar und infolgedessen auch leicht auswaschbar. Das Polymerisat ist in Dimethylformamid leicht löslich und zeigt eine bessere Thermostabilität als das reine Wasserstoffperoxydpolymerisat.
  • Verfahren zur Redoxpolymerisation von Vinylverbindungen, insbesondere von Acrylsäurenitril, sind in verschiedenen Patentschriften beschrieben worden. So werden z. B. in der deutschen Patentschrift 926 091 als reduzierende Verbindung auch Sulfite und deren Abkömmlinge genannt. Das Sulfit wird gemäß den in dieser Patentschrift genannten Anwendungsbeispielen der wäßrigen Lösung des Acrylsäurenitrils bzw. der Vinylverbindung zugesetzt und nicht wie bei dem von uns beschriebenen Verfahren in -dem Monomeren gelöst. Hierdurch wird die gleichbleibende Konzentration der wirksamen reduzierenden Verbindung im monomeren Acrylsäurenitril während des Polymerisationsvorganges nicht gewährleistet.
  • Ferner wird in der deutschen Patentschrift 880 939 als reduzierend wirkende Substanz Formaldehydsulfoxylat angegeben. Ebenso wie bei dem Patent 926 091 wird auch diese Verbindung nur in der wäßrigen Phase des Reaktionsgemisches und nicht in der zur Reaktion kommenden monomeren Vinylverbindung gelöst. In der deutschen Patentschrift 919 668 wird ein Verfahren zur Polymerisation von Vinylverbindungen in nichtwäßrigen Lösungen unter Zusatz von reduzierenden Verbindungen beschrieben. Als solche werden organische Sulfinsäuren, wie z. B. Benzolsulfinsäure, angegeben. Zur Herstellung technisch verwertbaren Acrylsäurenitrils wird die Polymerisation desselben in nichtwäßrigen Lösungsmitteln, insbesondere in solchen, in welchen das Polyacrylnitril unlöslich ist, durchgeführt.
  • Das von uns beschriebene Verfahren beschränkt sich daher ausschließlich auf die Polymerisation von Acrylsäurenitril in wäßriger Phase ohne Zusatz von emulgierend wirkenden Verbindungen mit Wasserstoffsuperoxyd als Initiator und Glykolsulfit als Regler.
  • Der als Reduktionsmittel zugesetzte Glykolschwefligsäureester hat den Vorzug, sich mit Äcrylsäurenitril in jedem Verhältnis zu mischen und gleichzeitig wasserlöslich zu sein. Bei seiner Spaltung, welche während des Polymerisationsvorganges eintritt. entstehen keine Nebenprodukte, welche wie bei der Verwendung von Alkali- oder Schwermetallsalzen ausgewaschen werden müssen, um den Aschegehalt des Endproduktes möglichst niedrig zu halten. Die letzten Reste des bei der Spaltung des Glykolsulfits entstandenen Glykols, welche noch im Polyacrylnitril enthalten sein könnten, beeinträchtigen seine Eigenschaften und die daraus hergestellten Spinnlösungen nicht. Durch die Verwendung von Sulfiten der Alkalien, Erdalkalien und Schwermetalle ist eine sorgfältige Auswaschung des Polymerisats erforderlich, um ein für die Faserherstellung geeignetes Polyacrvlnitril zu erhalten.
  • Das Verfahren soll durch folgende Beispiele erläutert werden: Beispiel 1 In einem Dreihalsrundkolben mit gut wirkendem Rührer werden 1000 ml destilliertes Wasser auf 70° C erhitzt. Mit Hilfe eines Tropftrichters läßt man erst 12 g Wasserstoffperoxyd 30%ig und anschließend 60g Acrylsäurenitril mit 0,01,1/9 Divinylacetylen und 0,01% Blausäure, in welchem 0,25 % Glykolschwefligsäureester gelöst sind, auf einmal zufließen. Die Temperatur wird auf 72° C gesteigert und dann konstant gehalten. Das Einsetzen der Polymerisation läßt sich durch eine immer stärker werdende Trübung erkennen. Vom Zeitpunkt der beginnenden Trübung wird 1 Stunde bei 72° C gerührt. Hierauf werden nochmals 90 g Acrylsäurenitril mit einem Gehalt von 0,25% Glykolschwefligsäureester im Verlauf von 2 Stunden langsam zugetropft. Anschließend wird noch 1 Stunde bei 72° C auspolymerisiert. Der dicke, weiße Niederschlag wird auf einer Nutsche abgesaugt, mit wenig Wasser gewaschen und bei 90° C getrocknet. Die Ausbeute an Polyacrylsäurenitril, bezogen auf das eingesetzte Monomere, ist 82%. Das Produkt ist in Dimethy lformamid klar löslich. Durch die Viskositäts-:)estimmung einer 0,5%igen Lösung in Dimethyl-Eormamid wird der K-Wert = 93 ermittelt. Der K-Wert wird nach der von F i k e n t s c h e r angegebeien Formel bestimmt (vgl. Zeitschrift für Cellulose-:hemie, 1932, Nr. 13, S.58 bis 64 und 71 bis 74). Durch 1stündiges Erhitzen einer Probe auf 180° C wird die Thermostabilität ermittelt. Das Produkt färbt sich schwach gelb. Der Weißgehalt beträgt noch 64°/o.
  • Beispiel 2 Nach genau der gleichen Methode wie im Beispiel 1 werden 150 g des gleichen Acrylsäurenitrils ohne Zusatz von Glykolschwefligsäureester polymerisiert, gewaschen und getrocknet.
  • Die Ausbeute ist 46%, der K-Wert = 11=1.
  • Das Produkt färbt sich bei 1stündigem Erhitzen auf 180° C dunkelbraun, der Weißgehalt beträgt noch 20'°/o.
  • Beispiel 3 Nach. dem im Beispiel l geschilderten Verfahren werden 150 g Acrylsäurenitril, welchem 0,75% Glykolschwefligsäureester zugesetzt sind, polymerisiert, gewaschen und getrocknet.
  • Ausbeute: 96%, K-Wert = 89.
  • Der Weißgehalt nach Durchführung der Thermostabilitätsprobe ist noch 65°/o.
  • Beispiel 4 150 g Acrylsäurenitril mit einem Gehalt von 0.17% Divinylacetylen und 0,01% Blausäure werden nach dem im Beispiel 1 beschriebenen Verfahren mit Wasserstoffperoxyd polymerisiert: a) mit Zusatz von 0,25, 0,50, 0',75 und 1,0% Glykolschwefligsäureester (GSE), b) ohne Zusatz.
  • Das Ergebnis zeigt folgende Tabelle:
    Weißgehalt
    Gehalt an GSE Ausbeute nach
    K-Wert 1stündigem
    Erhitzen
    % oha auf 180° C
    a) 0,25 73 93 76
    0,50 83 79 66
    0,75 93 74 67
    1,00 92 80 67
    b) - 30 115 ;i9

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCIT: Verfahren zur Herstellung von Polyacrylsäurenitril, welches in Dimethylformamid gut löslich ist und eine verbesserte Thermostabilität aufweist, durch Polymerisation von Acrylnitril in wäßriger Lösung in Gegenwart eines aus Wasserstoffperoxyd und einem Derivat der schwefligen Säure bestehenden Redoxsystems, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zur Polymerisation verwendeten Acrylnitril 0,1 bis 1,0°/o Glykolschwefligsäureester gelöst und in salzfreien wäßrigen Lösungen bei Temperaturen zwischen 60 und 75° C bei Gegenwart von kleinen Mengen Wasserstoffperoxyd polymerisiert wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 926 091, 919 668, 880 939; französische Patentschrift Nr. 1135 308.
DEV13837A 1958-02-13 1958-02-13 Verfahren zur Herstellung von Polyacrylsaeurenitril Pending DE1063809B (de)

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Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE880939C (de) * 1940-11-02 1953-06-25 Hoechst Ag Verfahren zur Polymerisation ungesaettigter Verbindungen
DE919668C (de) * 1942-07-21 1954-11-02 Hoechst Ag Verfahren zur Beschleunigung der Polymerisation ungesaettigter Verbindungen in Substanz und in nichtwaesseriger Loesung
DE926091C (de) * 1942-07-21 1955-04-07 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten oder Mischpolymerisaten einfach ungesaettigter Verbindungen
FR1135308A (fr) * 1954-06-22 1957-04-26 Montedison Spa Procédé de polymérisation par un système de catalyse du type oxydo-réducteur et polymères ainsi obtenus

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