DE1062114B - Stabiles photographisches Bleichmittel - Google Patents
Stabiles photographisches BleichmittelInfo
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- G03C5/26—Processes using silver-salt-containing photosensitive materials or agents therefor
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Description
DEUTSCHES
Die meisten photographischen Bleichlösungen, die für die Behandlung von Farbfilmen benutzt werden,
enthalten in wäßriger Lösung das Ferricyanid eines Alkalimetalls, wie Lithium, Kalium oder Natrium,
als Oxydationsmittel zur Umwandlung des während der Entwicklung gebildeten metallischen Silbers in
ein in geeigneten Lösungsmitteln, z. B. Natriumthiosulfat, lösliches Silbersalz. Außerdem sind solche
Bleichmittel gekennzeichnet durch den Zusatz eines Halogenierungs- oder Umwandlungsmittels, Vorzugsweise
das Chlorid oder Bromid eines Alkalimetalls, zur Umwandlung des zunächst in der Bleichoperation
gebildeten Silberferricyanids in das weniger lösliche Silberchlorid oder -bromid, um den Ausbleichvorgang
bis zum Ende zu treiben.
Wesentlich ist, daß die Bleichoperation bei einem bestimmten pH-Wert ausgeführt wird, und infolgedessen
enthalten die Ferricyanidbleichlösungen eine Pufferungssubstanz, welche den gewünschten pH-Wert
aufrechterhält, auch wenn kleine Mengen Säure oder Alkali durch den Film in das Bleichbad eingeschleppt
werden. Der erforderliche pH-Wert der Bleichlösungen liegt im Bereich von 3 bis 9, vorzugsweise 4 bis 6.
Zu den häufiger benutzten Pufferungsgemischen gehören Phosphate von Alkalimetallen, z. B. Mononatrium-
oder Dinatriumphosphat, Natriumeitrat, Natriumbisulfat, Citronensäure und Phthalsäure.
Einzelne Bestandteile des Puffergemisches wirken auch als Korrosionsschutz und verzögern die korrodierende
Einwirkung der Ferricyanidbleichlösung auf aus Metall gefertigte Entwicklungstanks, Schalen
usw. Aus Gründen der Sparsamkeit und der bequemeren Handhabung werden die Alkalimetallferricyanidbleicher
üblicherweise als trockene, pulvrige Gemische verpackt und auf den Markt gebracht. Die
Stabilität der trockenen Ferricyanidbleichmischungen läßt bereits im allgemeinen viel zu wünschen übrig,
wird aber noch weiter erheblich durch die Anwesenheit von anderen Zusätzen beeinträchtigt, die erforderlich
sind, um der Bleichlösung gewisse wünsehenswerte photographische Eigenschaften zu verleihen.
So wird beispielsweise ein Metallferrocyanid zugesetzt, um die Wirksamkeit einer frisch angesetzten
Bleichlösung etwas zu mildern, so daß sie wie eine bereits teilweise verbrauchte Bleichlösung wirkt. Die
Bleichgeschwindigkeit hängt von dem Oxydationsreduktionspotential ab, das seinerseits eine Funktion
eines bestimmten pH-Wertes und der Relation von zweiwertigem und dreiwertigem Eisen im Cyanid ist.
Ein solches Potential läßt sich so lange nicht herstellen, wie in der frischen Lösung nur Ferricyanid
allein anwesend ist und noch kein Ferrocyanid durch den Ausbleichvorgang gebildet werden konnte. Die
Stabiles photographiscties Bleichmittel
Anmelder:
General Aniline & Film Corporation,
New York, N.Y. (V.St.A.)
General Aniline & Film Corporation,
New York, N.Y. (V.St.A.)
Vertreter: Dr.-Ing. Dr. jur. H. Mediger, Patentanwalt, München 9, Aggensteinstr. 13
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 15. Mai 1957
V. St. v. Amerika vom 15. Mai 1957
Lawrence Gerald Welliver, Binghamton, N. Y.
(V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
(V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
gewünschte Milderung wird erreicht, indem man einer frisch angesetzten Bleichlösung gewisse Mengen von
Ferrocyanid zusetzt und auf diese Weise ein Oxydationsreduktionspotential herstellt, welches sonst
erst aufgebaut würde, nachdem ein Teil des Ferricyanids zum Ferrosalz reduziert wäre.
In solchen pulvrigen Mischungen hat das Ferricyanid eine noch größere Neigung zur Klumpenbildung
und Verfärbung. Es wird angenommen, daß die letztere durch eine Zersetzung von Ferricyanid
zu Ferrocyanid verursacht ist, die wahrscheinlich zur Bildung von Preußischblau oder Turnbullblau führt.
Als Nebenprodukt wird dabei ein Gas frei, welches in den hermetisch verschlossenen Packungen einen
Überdruck erzeugt und als der starkgiftige Cyanwasserstoff erkannt wurde. Die Zersetzung von Ferricyanidbleichpulvern
ist daher ernstlich gesundheitsgefährdend.
Auch die Alkalidichromate, die den Bleichlösungen als Korrosionsschutz für die Behandlungsapparaturen
zugesetzt werden, beeinträchtigen die Stabilität des Ferricyanidbleichpulvers.
Es wurde nun gefunden, daß Borsäureanhydrid für photographische Bleichpulver ein wirksamer Stabilisator
ist. Dieser Zusatz stabilisiert insbesondere solche Bleichpulver, die neben dem Alkaliferricyanid
noch kleine Mengen Alkaliferrocyanid oder Alkalidi Chromat enthalten.
Die photographischen Bleichpulver nach der Erfindung enthalten als wesentlichen Bestandteil das
Ferricyanid eines Alkalimetalls und Borsäure-
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anhydrid zusammen mit den für solche Mischungen fester Form in den Handel zu bringen, und es darf
üblichen Zusätzen, nämlich Puffergemischen, Alkali- angenommen werden, daß sowohl vom Standpunkt
metallhalogeniden, insbesondere Bromiden, Ferro- des Herstellers der festen Bleichsubstanz wie von
cyaniden oder Dichromaten von Alkalimetallen. Für dem des Verbrauchers derselben es ebenso lange bebeträchtlich
lange Lagerzeiten stabile photographische 5 reits als wünschenswert angesehen wurde, die beiden
Bleichpulver nach der Erfindung haben beispielsweise in einer Lösung anzusetzenden Bestandteile in Form
folgende Zusammensetzung: eines richtig abgemessenen Pulvergemisches abge-
Gewichtsteile packt anzubieten und zu verwenden. Der Hersteller
„ . ., . a„ ,. . erspart dabei Emballagen, und der Verbraucher ist
FerricyamdemesAlkalimetalls .. 30 bis 120 10 der Mühe enthobeil) bei jedem Ansatz dner frischen
Halogenid eines Alkalimetalls .. 3 bis 20 Lösung zwei Bestandteile einzeln abmessen und
Puffergemisch 5 bis 30 dosieren zu müssen. Hätte auf Grund der deutschen
Ferrocyanid oder Dichromat eines Patentschrift 117 673, wo die Herstellung von pulverAlkalimetalls
2 bis 12 förmigen Abschwächern aus pulverigem OxydationsBorsäureanhydrid 4 bis 25 15 mittel und pulverigem Na-Thiosulfat beschrieben ist,
die Erfindung nahegelegen, dann müßte das neue GeEine entsprechende Menge dieses Gemisches wird misch aus Alkaliferricyanid und Alkalibromid mit
jeweils vor Gebrauch mit Wasser zu einer Bleich- einem Zusatz von Borsäureanhydrid als Stabilisator
lösung der gewünschten Konzentration angesetzt. bereits seit langen Jahren bekannt und im Markt ge-
Zur Herstellung des trockenen Bleichpulvers kann 20 wesen sein. Tatsächlich ist aber das beanspruchte Geman
znächst das Borsäureanhydrid mit dem Ferri- misch neu, und diese Neuheit läßt bereits für sich
Cyanid vermischen und die anderen Bestandteile allein die Meinung, daß die Erfindung bereits durch
später zusetzen. Ebensogut können aber auch sämt- die erwähnte uralte Patentschrift nahegelegt gewesen
liehe Bestandteile gleichzeitig gemischt werden. Ein sei, völlig unrealistisch erscheinen. Die Erfahrung
besonders bedeutender Vorzug des Borsäureanhydrids 25 lehrt, daß Dinge, die ein reales technisches Bedürfnis
liegt darin, daß seine Stabilisierungswirkung durch befriedigen, auch tatsächlich verhältnismäßig bald in
Veränderung des pH-Wertes nach der alkalischen oder die Praxis umgesetzt werden, wenn sie durch den
sauren Seite nicht beeinträchtigt wird. Stand der Technik einigermaßen nahegelegt waren.
Trotz des anhydrischen Charakters des Borsäure- Wenn aber im vorliegenden Fall ein stabiles Bleichanhydrids
beruht seine Stabilisierungswirkung über- 3° pulvergemisch im Jahre 1957 zwar technisch interraschenderweise
nicht auf einer Dehydratisierung essant, aber auch noch neu war, dann kann es un-
und wird durch die Wahl von Bestandteilen unter- möglich durch eine Patentschrift aus der Jugendzeit
schiedlichen Gehalts an Kri stall wasser nicht beein- der Photographie bereits nahegelegt gewesen sein,
flußt. Zweckmäßig verwendet man ein vollständig Die Zersetzung pulvriger Gemische von Alkaliwasserfreies
Borsäureanhydrid. Zwar werden wäh- 35 ferricyanid und Alkalibromid tritt sowohl mit
rend der Lagerung und vor dem Gebrauch des Bleich- kristallwasserhaltigen wie mit völlig wasserfreien
pulvers vom Borsäureanhydrid geringe Mengen Stoffen ein. Die Gegenwart oder Abwesenheit von
Feuchtigkeit absorbiert, diese überschreiten aber im Kristallwasser ist demnach für die Beständigkeit des
allgemeinen nicht 2°/o und können sogar bis zu 5%, Bleichpulvers völlig bedeutungslos. Die Zersetzungsberechnet
auf das Gewicht des Borsäureanhydrids, 4° neigung wird nicht durch den Zusatz von Borsäure
betragen, ohne daß dessen stabilisierende Wirkung im verändert, welche manchmal als Bestandteil von
Bleichpulver beeinträchtigt wird. Pufferungsgemischen dient. Nur die Anwesenheit von
Die Erfindung bezieht sich also auf ein ganz spe- Borsäureanhydrid vermag das Gemisch zu stabilizielles
photographisches Bleichpulver in Form eines sieren. Nur durch die Benutzung von Borsäure-Gemisches
von Alkaliferricyanid und Alkalibromid. 45 anhydrid wurde es möglich, die Bleichstoffe in Form
Dieses Gemisch ist ungewöhnlich wegen seines uner- eines einzigen Pulvergemisches in den Handel zu
klärlichen Mangels an Beständigkeit. Während bringen, während bisher Packungen benutzt werden
Alkaliferricyanid und Alkalibromid je für sich durch- mußten, in denen das Alkaliferricyanid und das
aus stabil sind, tritt eine rasche Zersetzung ein, wenn Alkalibromid in getrennten Kammern untergebracht
sie in gepulverter Form miteinander gemischt wer- 50 waren. Stichwortmäßig läßt sich der Tatbestand wie
den. Dies ist um so überraschender, da Alkaliferri- folgt kennzeichnen:
Cyanid und Alkalibromid in gemeinsamen Bleichlösungen durchaus beständig sind und im Labora- Bleichpulvergemische ohne Borsäure .... Zersetzung
Cyanid und Alkalibromid in gemeinsamen Bleichlösungen durchaus beständig sind und im Labora- Bleichpulvergemische ohne Borsäure .... Zersetzung
torium des Erfinders über Zeiträume von mehreren Bleichpulvergemische mit Borsäure Zersetzung
Wochen mit gelegentlichen Ergänzungen der in der 55 Wasserfreies Gemisch mit Borsäure Zersetzung
Anwendung aufgebrauchten Menge der beiden Be- TTT
standteile im Gebrauch sind, ohne daß irgendwelche Wasserfreies Gemisch mit Borsäure- _
Zersetzungserscheinungen beobachtet werden können. anhydrid keine Zersetzung
Trotzdem war es bisher nicht möglich, ein aus Alkali- Kristallwasserhaltiges Gemisch mit
ferricyanid und Alkalibromid bestehendes Bleich- 60 Borsäureanhydrid keine Zersetzung
pulver als Einzelpackung in den Handel zu bringen,
weil eine Zersetzung beginnt, sobald das Alkaliferri- Borsäure hat also weder mit kristallwasserhaltigen
Cyanid mit dem Alkalibromid in gepulverter Form in noch mit wasserfreien Gemischen eine stabilisierende
Berührung kommt. Wirkung. Allein die Anwesenheit von Borsäureanhy-
Bleichlösungen auf Basis Alkaliferricyanid und 65 drid verhindert in allen Fällen die Zersetzung pulvriger
Alkalibromid sind seit vielen Jahrzehnten in der Gemische von Alkaliferricyanid und Alkalibromid.
Photographie bekannt und benutzt. Ebenso ist der Die deutsche Patentschrift 117 673 zeigt ein
Zusatz von Borsäure oder Boraten zu solchen Bleich- Reduktionsmittel, das der Farmerschen Lösung
lösungen bekannt. Ebenso alt ist infolgedessen das (Kaliumferricyanid und Thiosulfat) vergleichbar ist
Bedürfnis, die Bestandteile solcher Bleichlösungen in 70 und bereits in anhydrischer Form benutzt worden ist.
Es handelt sich um Gemische, die nicht nur ausbleichen, sondern auch das während der Entwicklung
gebildete Silbersalz entfernen. Insbesondere empfiehlt die Patentschrift die Anwendung von pulvrigen
Kaliumferrioxalaten zusammen mit getrocknetem und gepulvertem Natriumthiosulfat. Die Patentschrift
sagt aber in Spalte 1, letzte Zeile, bis Spalte 2, Zeile 7, daß nicht alle Salze, die in flüssiger Form zur
Herstellung von Abschwächern geeignet sind, in fester Form mit Thiosulfat zusammengebracht werden
können. Anschließend wird dabei festgestellt, daß ein Gemisch von Kaliumferricyanid mit wasserfreiem
Natriumthiosulfat durchaus nicht haltbar ist. Die Patentschrift lehrt also ausdrücklich, daß bloße Kombination
eines anhydrischen Materials mit Kaliumferricyanid durchaus keine Gewähr für eine Stabilität
des Gemisches gibt, daß vielmehr eine Zersetzung des Ferricyanids auch im Gemisch mit einem kristallwasserfreien
Salz eintreten kann. Diese Veröffentlichung konnte also nicht dem Fachmann die Überzeugung
vermitteln oder nahelegen, daß Borsäure in anhydrischer Form, d. h. Borsäureanhydrid, ein zur
Zersetzung neigendes Gemisch von Alkaliferricyanid mit Alkalibromid stabilisieren könnte.
Der Ausschluß von Wasser ist nicht das entscheidende Moment der vorliegenden Erfindung. Andernfalls
müßten auch andere trocknende Substanzen, z. B. wasserfreies Natriumsulfat, mit dem gleichen
Erfolg anwendbar sein. Da letzteres nicht zutrifft, kann nicht angenommen werden, daß der Stabilisierungseffekt
des Borsäureanhydrids irgend etwas mit dem Ausschluß von Wasser zu tun habe. Eher könnte
man eine Erklärung darin suchen, daß die Reaktion zwischen Kaliumferricyanid, insbesondere in Gegenwart
von Kaliumferrocyanid und Kaliumbromid, die sogar unter anhydrischen Bedingungen zur Entwicklung
von Bromdämpfen führt, durch die Anwesenheit von Borsäureanhydrid vollständig inhibiert wird.
Diese schützende Wirkung des Borsäureanhydrids ist im Schrifttum nirgends erwähnt und darf auch für
den Fachmann als völlig überraschend bezeichnet werden. Es lag durchaus nicht auf der Hand, Borsäureanhydrid
mit einem Bleichpulvergemisch zu verwenden. Hätte es offensichtlich nahegelegen, dann
müßte es auch möglich sein, ein Pulvergemisch von Alkaliferricyanid und Alkalibromid mit anderen
schwachen Säuren, z. B. Phthalsäure, Borsäure oder Zitronensäure, zu stabilisieren. Tatsächlich sind diese
Säuren dafür völlig untauglich. Außerdem darf auch noch festgestellt werden, daß auch Phthalsäureanhydrid
die Zersetzung pulvriger Gemische von Alkaliferricyanid und Alkalibromid nicht zu verhindern
vermag.
Die deutschen Patentschriften 222 901, 201 168 und 528 712 betreffen pulverförmige Gemische zur
Herstellung photographischer Verstärkerbäder. Die vorliegende Erfindung bezieht sich aber nicht auf
Verstärker, sondern auf Bleichpulver. Der Unterschied ist bedeutungsvoll, weil ein Bleichbad das
metallische Silbersalz oxydiert, das in Thiosulfat löslieh ist. Die Verstärker wandeln dagegen das metallische
Silber in ein anderes Metall oder Metallsalz um, das in Thiosulfat unlöslich sein muß.
Die Patentschrift 222 901 und 528 712 benutzen Kaliumferricyanid als intermediäre Oxydationsmittel.
Annehmbar wird das Silber zunächst in Silberferricyanid übergeführt, welches dann seinerseits
mit dem Uran- oder Kupfersalz reagiert, um ein dichteres Uran- oder Kupfersalz zu bilden. Es liegt
auf der Hand, daß ein solches durch Thiosulfat nicht
entfernbares Salz in einem Mehrfarbenfilm völlig ungeeignet wäre, für den das Bleichpulver der vorliegenden
Erfindung bestimmt ist. Aus der deutschen Patentschrift 528 712, Seite 1, Zeile 50 bis 57, ist
lediglich zu entnehmen, daß Urannitrat bei Schmelztemperatur mit einem Alkalisulfat oder einem Alaun
überzogen werden kann. Eine Schmelzbehandlung kommt aber für Kaliumferricyanid überhaupt nicht
in Frage, da dasselbe bei erhöhter Temperatur sich zersetzt.
Trotz des anhydrischen Charakters des Borsäureanhydrids beruht seine Stabilisierungswirkung überraschenderweise
nicht auf einer Dehydratisierung und wird durch die Wahl von Bestandteilen unterschiedlichen
Gehalts an Kristallwasser nicht beeinflußt. Zweckmäßig verwendet man ein vollständig wasserfreies
Borsäureanhydrid. Zwar werden während der Lagerung und vor dem Gebrauch des Bleichpulvers
vom Borsäureanhydrid geringe Mengen Feuchtigkeit absorbiert, diese überschreiten aber im allgemeinen
nicht 2% und können sogar bis zu 5 °/o, berechnet auf das Gewicht des Borsäureanhydrids, betragen, ohne
daß dessen stabilisierende Wirkung im Bleichpulver beeinträchtigt wird.
Die nachstehenden Beispiele stellen Ausführungsformen der Erfindung dar. Die Ansätze sind berechnet
auf die Herstellung von jeweils 11 Bleichlösung.
Kaliumferricyanid 50,0 g
Kaliumferrocyanid 5,0 g
Natriumbromid 15,0 g
Dinatriumphosphat 11,0 g
Citronensäure 8,0 g
Borsäureanhydrid 10,0 g
Dieses Pulvergemisch, das Kaliumferrocyanid enthält, verändert sich nicht, wenn es 72 Stunden bei
49° C oder 3 Monate bei 22° C gelagert wird. Läßt man das Borsäureanhydrid weg, so bäckt unter gleichen
Bedingungen das Pulver sehr stark zusammen, verfärbt sich tiefblau und setzt Cyanwasserstoff frei.
Kaliumferricyanid 50,0 g
Kaliumferrocyanid 5,0 g
Natriumbromid 15,0 g
Mononatriumphosphat 10,0 g
Phthalsäure 2,0 g
Borsäureanhydrid 10,0 g
Das Gemisch bleibt unverändert bei Lagerung während 1 Woche bei 49° C oder während 6 Monaten
bei Raumtemperatur. Läßt man das Borsäureanhydrid weg, so ergibt sich unter gleichen Bedingungen
starkes Zusammenbacken, hellblaue Verfärbung und Entwicklung von Cyanwasserstoffgas.
Kaliumferricyanid 50,0 g
Kaliumdichromat 5,0 g
Natriumbromid 15,0 g
Citronensäure 2,0 g
Borsäureanhydrid 10,0 g
Das Pulver hat die gleiche Stabilität wie das Pulver nach Beispiel 2. Läßt man das Borsäureanhydrid
Claims (2)
1. Stabiles photographisches Bleichmittel auf der Basis eines Alkalimetallferricyanids, einer
Borverbindung und eines Halogenierungsmittels, wie Alkalibromid, gegebenenfalls mit Zusatz von
Pufferungsgemischen, dadurch gekennzeichnet,
ao daß die Komponenten in Pulverform und die Borverbindung als Borsäureanhydrid vorliegen.
2. Bleichmittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen Gehalt eines Ferricyanids.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 873 654, 866 909,
423, 222 901, 201 168, 528 712; USA.-Patentschriften Nr. 2 551 091, 2 419 900, 2 316 782, 2 518 686;
Zeitschrift »Photo-Technik und-Wirtschaft«, 1955, Nr. 11, S. XL und XXXVII ff.
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