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Verfahren zur Herstellung wasserunlöslicher Monoazofarbstoffe Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung wasserunlöslicher Monoazofarbstoffe,
welche auf Celluloseesterfasern (z. B. Acetatkunstseide), synthetischen Polyamidfasern,
Polyvinylfasern und Terephthalsäureesterfasern in gelben bis orangen Tönen aufziehen
und deren Färbungen sich durch vorzügliche Waschechtheit auszeichnen. Enthalten
die Monoazofarbstoffe zur Metallkomplexbildung befähigende Gruppen, so kann man
durch Nachbehandeln der Färbungen mit metallabgebenden Mitteln deren Waschechtheitseigenschaften
noch verbessern. Zum Teil sind die neuen Farbstoffe auch zum Färben von Lacken,
Ölen, Kunstharzen oder von künstlichen Fasern in der Masse geeignet. Einige Farbstoffe
färben auch Wolle und Naturseide. Das Verfahren zu ihrer Herstellung besteht darin,
daß man 1 Mol der Diazoverbindung aus einem gegebenenfalls weitersubstituierten
1-Aminophenyl-4-carbaminsäureester mit 1 Mol einer in ortho- oder para-Stellung
zur Oxygruppe kuppelnden, von Carbonsäure- und Sulfonsäuregruppen freien, einkernigen
aromatischen Oxyverbindung vereinigt.
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Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens besteht darin, daB man
1 Mol einer Aminomonoazoverbindung der Zusammensetzung
worin R den Rest einer in ortho- oder para-Stellung zur Oxygruppe gekuppelten, von
Carbonsäure- und Sulfonsäuregruppen freien, einkernigen aromatischen Oxyverbindung
bedeutet, und der Kern A beliebige, in Azofarbstoffen übliche Substituenten mit
Ausnahme von wasserlöslich machenden Gruppen tragen kann, mit 1 Mol eines Chlorameisensäureesters
umsetzt.
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Die neuen wasserunlöslichen Monoazofarbstoffe besitzen die Zusammensetzung
worin R und A die obengenannte Bedeutung haben und R, den Rest eines Alkohols oder
Oxybenzols bedeutet.
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Als in ortho- oder para-Stellung zur Oxygruppe kuppelnde, von Carbonsäure-
und Sulfonsäuregruppen freie einkernige aromatische Oxyverbindungen eignen sich
z. B. gegebenenfalls durch Halogen, Alkyl, Alkoxy, Amino, Alkylamino, Dialkylamino,
Acylamino oder Sulfonylamino substituierte Oxybenzole.
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Der in der Formel (II) mit R1 bezeichnete Rest eines Alkohols oder
Oxybenzols kann insbesondere den Rest eines verzweigten -oder unverzweigten, gegebenenfalls
Hydroxylgruppen, Äthergruppen und/oder sekundäre Aminogruppen enthaltenden aliphatischen
Alkohols mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, eines durch Aryl, Aryloxy oder einen Heteroring
substituierten aliphatischen Alkohols mit insgesamt nicht mehr als 11 Kohlenstoffatomen
und eines gegebenenfalls durch Halogenatome und/oder Methyl-, Methoxy-, Äthoxy-,
Dimethylamino- oder Diäthylaminogruppen substituierten Oxybenzols darstellen.
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Der in 1,4-Stellung gebundene Kern A kann definitionsgemäß weitere,
in Azofarbstoffen übliche Substituenten aufweisen, z. B. Halogenatome, Hydroxy-,
Methyl-, Methoxy-, Äthoxy-, Nitro-, Alkylsulfonyl- und/oder Alkylaminosulfonylgruppen.
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Die Kupplung der Diazoverbindung mit der Azokomponente nach der ersten
Ausführungsform des Verfahrens kann in saurem, alkalischem oder neutralem Medium
erfolgen.
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Die als Ausgangsprodukte verwendeten 1-Aminophenyl-4-carbaminsäureester
können zum Beispiel durch Reduktion von Nitroverbindungen der Zusammensetzung
worin R, und A die obengenannte Bedeutung haben, oder durch partielle Hydrolyse
von Acylaminoverbindungen der allgemeinen Formel
worin R1 und A ebenfalls die obengenannte Bedeutung aufweisen, hergestellt werden.
Die
Umsetzung der Aminomonoazoverbindungen (I) mit den Chlorameisensäureestern nach
der zweiten Ausführungsform des Verfahrens wird vorteilhaft in Lösung (z. B. in
einem indifferenten organischen Lösungsmittel) oder in sehr feiner wäßriger Suspension,
vorzugsweise in Gegenwart eines Protonenakzeptors durchgeführt, wobei die Reaktionstemperatur
je nach der Ausführung in weiten Grenzen schwanken kann.
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Enthält der entstandene Monoazofarbstoff eine freie Aminogruppe, so
kann diese anschließend durch Acylierung mit einer gegebenenfalls substituierten
aliphatischen Carbonsäure oder einem funktionellen Derivat derselben oder mit einem
weiteren Mol eines Chlorameisensäureesters umgesetzt werden. Die Isolierung der
Farbstoffe erfolgt durch eine der üblichen Grundoperationen wie Filtration, Einengen
des Lösungsmittels oder Fällung aus dem Lösungsmittelmit einemgeeignetenMittel.
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Die Farbstoffe werden in Suspension auf Acetatkunstseide, Triacetatkunstseide
und synthetischen Polyamid-
worin R2 Wasserstoff oder einen niedrigen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest,
R3 H, OH, Alkoxy, Dialkylamino oder einen niedrigen Alkylrest, R4 einen Acylrest
der zwischen 1 und 18 Kohlenstoffatome aufweist und n eine ganze Zahl zwischen 0
und 5 bedeutet.
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Die nachfolgenden Beispiele zeigen, wie das vorliegende Verfahren
ausgeführt werden kann. Unter Teilen sind Gewichtsteile und unter Prozenten Gewichtsprozente
zu verstehen, die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben, und die Schmelzpunkte
sind unkorrigiert.
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Beispiel 1 27,4 Teile des Chlorhydrates des 1-Aminophenyl-4-carbaminsäure-(3'-methoxy)-butylesters
werden fein gepulvert und in Gegenwart von 150 Teilen Wasser und 23 Teilen 30°/oiger
Salzsäure mit einer Lösung aus 7 Teilen Natriumnitrit und 50 Teilen Wasser bei 0°
dianotiert. Die erhaltene Diazolösung wird in üblicher .Weise mit einer Lösung von
15,5 Teilen 1-Oxy-3-acetyl-_aminobenzol in 300 Teilen Pyridin, in Gegenwart von
11 Teilen Calciumhydroxyd, bei 3 bis 5° vereinigt. Nach einiger Zeit wird angesäuert.
Man filtriert den ausgefallenen Farbstoff ab und trocknet ihn. Der entstandene 1-(2'-Acetylamino-4'-oxy)-phenylazophenyl-4-carbaminsäure-(3"-methoxy)-butylester
wird in guter Ausbeute gewonnen. Der Farbstoff kristallisiert aus Alkohol oder Essigester
in schönen gelborangen Nadeln vom F. 208 bis 209°. Er löst sich in Essigester mit
grünstichiggelber, in konzentrierter Schwefelsäure mit oranger Farbe und färbt Acetatkunstseide,
Triacetatkunstseide und synthetische Polyamidfasern in gelben Tönen von vorzüglicher
Wasch- und Seewasserechtheit. Die Färbungen sind außerdem ätzbar sowie sublimier-
und lichtecht. Zu Farbstoffen mit ähnlichen Eigenschaften gelangt man, wenn man
das 1-Oxy-3-acetylaminobenzol des Beispiels durch 1-Oxy-3-trifluoracetylaminobenzol,
1-Oxy-3-monochloracetylaminobenzol, 1-Oxy-3-trichloracetylaminobenzol, 1-Oxy-3-oxyacetylaminobenzol,
1-Oxy-3 butyrylaminobenzol, 1-Oxy-3-isobutyrylaminobenzol, 1-Oxy-3-crotonylaminobenzol,
1-Oxy-3-methoxyacetylaminobenzol, 1-Oxy-3-(3'-methoxy)-propionylaminobenzol, 1-
Oxy - 3 - (4' - methoxy) - butyrylaminobenzol, 1- Oxy-3 - (3' - oxy) - propionylaminobenzol,
1- Oxy - 3 - (4' - oxy)-fasern gefärbt, vorzugsweise in Gegenwart von dispergierend
wirkenden Verbindungen und bei erhöhter Temperatur. Sie zeichnen sich besonders
durch vorzügliche Waschechtheit aus. Durch Mischen von zwei oder mehreren Farbstoffen
der Zusammensetzung (II) läßt sich das Ziehvermögen der Farbstoffe in einzelnen
Fällen noch verbessern. Einzelne Farbstoffe eignen sich außerdem sehr gut zum Färben
von Acetylcellulose in der Masse mit vorzüglicher Wasch-, Sublimier- und Lichtechtheit.
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Die neuen wasserunlöslichen Monoazofarbstoffe besitzen gegenüber den
aus der USA.-Patentschrift2366034 bekannten nächstvergleichbaren Monoazofarbstoffen
den Vorteil, daß ihre Färbungen auf Acetatkunstseide eine bessere Meerwasserechtheit
aufweisen.
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Die zum Färben von Acetylcellulose aus wäßriger Suspension oder in
der Masse besonders geeigneten wasserunlöslichen Monoazofarbstoffe entsprechen der
Zusammensetzung butyrylaminobenzol, 1-Oxy-3-hexanoylaminobenzol, 1-Oxy-3-dodecanoylaminobenzol,
1-Oxy-3-tetradecanoylaminobenzol, 1-Oxy-3-hexadecanoylaminobenzol, 1-Oxy-3-octadecanoylaminobenzol,
1-Oxy-3-phenylacetylaminobenzol,1-Oxy-3-benzoylaminobenzol,1-Oxy-3-hexahydrobenzoylaminobenzol,
1-Oxy-3-methylsulfonylaminobenzol, 1-Oxy-3-monöäthylaminobenzol, 1-Oxy-3-diäthylaminobenzol
oder 1-Oxy-3-[N-(4'-methyl)-phenylsulfonyl-N-methyl]-aminobenzol ersetzt.
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Man bereitet ein Färbebad aus 0,6 Teilen dieses mit Hilfe von Türkischrotöl
dispergierten Farbstoffes, 6Teilen eines Fettalkoholsulfonates und 3000 Teilen Wasser.
Man geht bei Zimmertemperatur mit 100 Teilen Acetatkunstseide in das Bad ein, erwärmt
dieses innerhalb von 1 Stunde auf 80° und hält es 1 Stunde bei 80°. Nach dieser
Zeit ist der Färbeprozeß beendigt. Man nimmt das Färbegut aus dem Bad heraus; spült
es und trocknet es.
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Zur Verbesserung der Dispersion kann der Farbstoff vor dem Färbeprozeß
mit geeigneten Netzmitteln, Dispergiermitteln oder Emulgatoren, vorzugsweise in
Gegenwart von anorganischen Salzen, z. B. Glaubersalz, vermahlen werden. Er kann
auch als wäßrige Paste innig mit einem Dispergiermittel vermischt und durch geeignete
Trocknung in ein Farbstoffpulver übergeführt werden.
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Der in diesem Beispiel verwendete 1-Aminophenyl-4-caxbaminsäure-(3'-methoxy)-butylester
ist neu und kann folgendermaßen synthetisiert werden: 100 Teile Wasser, 16 Teile
kristallisiertes Natriumacetat und 15 Teile 1-Acetylamino-4-aminobenzol werden gut
vermischt und auf 0° gekühlt. Unter gutem Rühren tropft man zur Reaktionsmischung
18 Teile Chlorameisensäure-(3-methoxy)-butylester. Wenn die Reaktion beendet ist,
filtriert man den Niederschlag ab, wäscht ihn aus und trocknet ihn. Man erhält so
den 1-Acetylaminophenyl-4-carbanllnsäure-(3'-methoxy)-butylester in guter Ausbeute;
er kann durch Umkristallisieren aus verdünntem Alkohol noch gereinigt werden und
schmilzt dann bei 128°. 28 Teile der so erhaltenen Verbindung werden mit 150 Teilen
10°/oiger Salzsäure unter Rückfluß gekocht, wobei eine klare violettstichige Lösung
entsteht. Sobald die Reaktion beendet ist, kühlt man die Mischung ab und isoliert
das entstandene Chlorhydrat des 1-Amino--phenyl-4-carbaminsäure-(3'-methoxy)-butylesters
durch
Ausfällen mit einem geeigneten Mittel, z. B. Aceton, oder
durch Eindampfen unter vermindertem Druck. Die Ausbeute ist sehr gut.
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Beispiel 2 26,4 Teile des Chlorhydrates des 1-Aminophenyl-4-carbaminsäurephenylesters
werden fein gepulvert und nach den Angaben des Beispiels 1 bei 0° dianotiert. Die
erhaltene Diazolösung wird in üblicher Weise mit einer Lösung von 11 Teilen 1-Oxy-4-methylbenzol,
15 Teilen 30°/oiger Natronlauge und 25 Teilen Soda in 200 Teilen Wasser bei 3 bis
5° vereinigt. Nach kurzer Zeit wird der entstandene Monoazofarbstoff abfiltriert,
mit Wasser alkalifrei gewaschen und getrocknet. Man erhält 1-(2'-Oxy-5'-methyl)-phenylazophenyl-4-carbaminsäurephenylester
in guter Ausbeute. Der Farbstoff kann aus Alkohol umkristallisiert werden, wobei
glänzende orange Blättchen vom F. 186 bis 187° ausfallen. Er löst sich in Essigester
mit grünstichiggelber, in konzentrierter Schwefelsäure mit oranger Farbe und färbt
synthetische Polyamidfasern in gelben Tönen von ausgezeichneter Wasch- und Seewasserechtheit.
Er besitzt außerdem ein ausgezeichnetes Ziehvermögen auf Polyamidfasern; die dabei
erhaltenen Färbungen zeichnen sich durch vorzügliche Wasch-, Seewasser-, Bügel-
und Sublimierechtheit aus.
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Der in diesem Beispiel verwendete 1-Aminophenyl-4-carbaminsäurephenylester
ist neu und kann folgendermaßen synthetisiert werden: 100 Teile Wasser, 16 Teile
kristallisiertes Natriumacetat und 15 Teile 1-Acetylamino-4-aminobenzol werden gut
vermischt und auf 0° gekühlt. Unter gutem Rühren tropft man zur Reaktionsmischung
19 Teile Chlorameisensäurephenylester. Wenn die Reaktion beendet ist, filtriert
man den Niederschlag ab, wäscht und trocknet ihn. Man erhält so den 1-Acetylaminophenyl-4-carbaminsäurephenylester
in guter Ausbeute; er kann durch Umlösen aus Alkohol gereinigt werden und schmilzt
dann bei 190°.
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27 Teile dieser Verbindung werden mit 150 Teilen 10°/oiger Salzsäure
und 150 Teilen Äthylalkohol unter Rückfluß gekocht, bis die Hydrolyse beendet ist.
Dann kühlt man die Reaktionsmischung ab und isoliert das entstandene Chlorhydrat
des 1-Aminophenyl-4-carbaminsäurephenylesters durch Ausfällen mit einem geeigneten
Mittel, z. B. Aceton, oder durch Eindampfen unter vermindertem Druck. Die Ausbeute
ist sehr gut. Farbstoffe mit ähnlichen Eigenschaften werden erhalten, wenn man das
Chlorhydrat des 1-Aminophenyl-4-carbaminsäurephenylesters durch das Chlorhydrat
eines 1-Aminophenyl-4-carbaminsäurealkylphenyl-; -alkoxyphenyl-, -benzyl-, -phenyläthyl-
oder -morpholinoäthylesters ersetzt. Beispiel 3 27,4 Teile des Chlorhydrates des
1-Aminophenyl-4-carbaminsäure-(3'-methoxy)-butylesters werden nach den Angaben des
Beispiels 1 dianotiert. Die erhaltene Diazolösung wird in üblicher Weise mit 11
Teilen 1-Oxy-3-aminobenzol in verdünnter Salzsäure vereinigt. Nachdem die Kupplung
zum Monoazofarbstoff durch Zufügen von Natriumacetat zu Ende geführt wurde, wird
dieser abfiltriert, gewaschen und getrocknet.
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35 Teile des so erhaltenen Farbstoffs werden bei 100° mit 100 Teilen
Essigsäureanhydrid digeriert; man dampft im Vakuum ein und kristallisiert den Farbstoff
gegebenenfalls aus Essigester um (F. 187°). Er löst sich in Essigester mit gelber
und in konzentrierter Schwefelsäure mit goldgelber Farbe und färbt Acetatkunstseide
und synthetische Polyamidfasern in gelben Tönen von guten Echtheitseigenschaften.
. Beispiel 4 27,4 Teile des Chlorhydrates des 1-Aminophenyl-4-carbaminsäure-(3'-methoxy)-butylesters
werden fein gepulvert und nach den Angaben des Beispiels 1 bei 0° dianotiert. Die
erhaltene Diazolösung wird in üblicher Weise mit einer Lösung von 26 Teilen 1-Oxy-3-decanoylaminobenzol
in 300 Teilen Pyridin in Gegenwart von 11 Teilen Calciumhydroxyd bei 3 bis 5° vereinigt.
Nach einiger Zeit wird angesäuert, worauf der ausgefallene Farbstoff abfiltriert
und getrocknet wird. Man erhält den 1-(2'-Decanoylamino-4'-oxy)-phenylazophenyl-4-carbaminsäure-(3"-methoxy)-butylester
in guter Ausbeute. Der .Farbstoff kann aus Alkohol umgelöst werden, er schmilzt
dann bei 155°. Er löst sich in Essigester mit grünstichiggelber Farbe und färbt
Acetatkunstseide in der Masse in gelben Tönen von vorzüglicher Wasch- und Überfärbeechtheit.
Die Färbungen sind außerdem rauchgas-, peroxydbleich- und hoch lichtecht.
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Beispiel 5 25,8 Teile des 1-Amino-2-methylsulfonylphenyl-4-carbaminsäureäthylesters,
vom F. 143 bis 144°, werden fein gepulvert und in 152 Teilen einer 8°/oigen Salzsäure
heiß gelöst. Die erhaltene rote Lösung wird unter gutem Rühren auf 0° gekühlt und
mit einer Lösung aus 7 Teilen Natriumnitrit und 50 Teilen Wasser versetzt. Die erhaltene
Diazolösung wird nötigenfalls filtriert und in üblicher Weise mit einer Lösung von
11,4 Teilen 1-Oxy-2-methylbenzol in 250 Teilen Wasser, 4 Teilen Natriumhydroxyd
und 15 Teilen Natriumcarbonat bei 3 bis 5° vereinigt. Nach beendeter Kupplung wird
der ausgefallene Farbstoff abgetrennt, neutral gewaschen und getrocknet. Man erhält
1-(4'-Oxy-3'-methyl)-phenylazo-2-methylsulfonylphenyl-4-carbaminsäureäthylester
in guter Ausbeute. Der Farbstoff kann aus verdünntem Alkohol oder Essigester umgelöst
werden, er schmilzt dann bei 203°. Er löst sich in Essigester mit grünstichiggelber;
in konzentrierter Schwefelsäure mit oranger Farbe und färbt Acetatkunstseide, Triacetatkunstseide
und synthetische Polyamidfasern in gelben Tönen von vorzüglicher Wasch- und Seewasserechtheit.
Die Färbungen sind außerdem ätzbar, sublimier-, licht- und vorzüglich bügelecht.
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100 Teile Acetylcellulose werden mit 300 Teilen Lesungsmittel (930/,
Aceton, 70/, Methanol) versetzt, kurz vermischt und über Nacht quellen gelassen.
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0,5 Teile des erhaltenen Farbstoffes werden durch einfaches Schütteln
in 85 Teilen des Lösungsmittels gelöst und der Acetylcelluloselösung zugegeben.
Die Mischung wird in einem offenen Gefäß. so lange gerührt, bis 60 Teile des Lösungsmittels
verdunstet sind.
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Die gefärbte Masse wird nun nach üblicher Art und Weise in den Spinntopf
gepreßt und gesponnen. Die erhaltenen Strängchen sind gebrauchsfertig.
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Der in diesem Beispiel verwendete 1-Amino-2-methylsulfonylphenyl-4-carbaminsäureäthylester
ist neu und kann folgendermaßen erhalten werden: 18,6 Teile 1,4-Diamino-2-methylsulfonylbenzol
werden in 60 Teilen wasserfreiem Pyridin gelöst. Unter guter äußerer Kühlung und
heftigem Rühren tropft man 11 Teile Chlorameisensäureäthylester hinzu, so daß die
Temperatur der Reaktionsmischung + 10° nicht übersteigt. Nach dem Eintragen rührt
man noch 2 Stunden bei Raumtemperatur und dann 8 Stunden bei 60 bis 70°. Nun ist
die Reaktion beendet; man läßt auf Zimmertemperatur abkühlen und trägt unter gutem
Rühren in ein Gemisch, bestehend aus 60 Teilen Wasser und 60 Teilen Eis, an. Durch
Ansäuern mit Salzsäure und Abfiltrieren wird die ausgefallene Verbindung vom Pyridin
abgetrennt. Man wäscht mit Wasser gut aus und
kristallisiert aus
verdünntem Alkohol mehrmals um. Sie schmilzt dann bei 143 bis 144°.
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Das obenerwähnte 1,4-Diamino-2-methylsulfonylbenzol kann aus 1-Amino-2-methylsulfonyl-4-nitrobenzol
nach einer der üblichen Reduktionsmethoden in guter Ausbeute erhalten werden.
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Beispiel 6 22,7 Teile 2'-Oxy-5'-methyl-4-amino-1,1'-azobenzol werden
in 150 Teilen wasserfreiem Pyridin gelöst. Unter guter äußerer Kühlung und heftigem
Rühren tropft man 11,5 Teile Chlorameisensäureäthylester hinzu, so daß die Temperatur
der Mischung + 20° nicht übersteigt. Ist alles eingetragen, so rührt man noch rund
2 Stunden bei Raumtemperatur und dann 8 Stunden bei 70°. Sobald kein Ausgangsprodukt
mehr nachweisbar ist, läßt man auf 20° abkühlen und verdünnt mit einem Gemisch,
bestehend aus 250 Teilen Wasser und 200 Teilen Eis. Durch Ansäuern mit Salzsäure
wird der ausgefallene Farbstoff in eine filtrierbare Form übergeführt. Er wird abgetrennt,
mit Wasser reichlich ausgewaschen und getrocknet. Man erhält den 1-(2'-Oxy-5'-methyl)-phenylazophenyl-4-carbaminsäureäthylester
in guter Ausbeute. Der Farbstoff kann aus Alkohol oder Essigester umkristallisiert
werden und schmilzt dann bei 155°. Er löst sich in Essigester mit grünstichiggelber,
in konzentrierter Schwefelsäure mit rotoranger Farbe und färbt Acetatkunstseide
und synthetische Polyamidfasern in gelben Tönen von guter Waschechtheit. Die Färbungen
sind außerdem ätzbar und sublimierecht.
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In der nachstehenden Tabelle werden weitere wertvolle Dispersionsfarbstoffe
beschrieben, welche nach einem der angegebenen Verfahren hergestellt werden können.
Sie entsprechen der Zusammensetzung
Die Bedeutungen von R, R5, x und y sind in den entsprechend bezeichneten Kolonnen
wiedergegeben. Eine weitere Kolonne enthält die Schmelzpunkte der neuen Dispersionsfarbstoffe,
und in der letzten Kolonne sind die Farbtöne der Färbungen auf Acetatkunstseide,
synthetischen Polyamidfasern und Polyesterfasern aufgeführt.
| Farbton der |
| Färbungen auf |
| Bei- R X y R F. Acetatkunstseide |
| spiel und synthetischen |
| Polyamidfasern |
| 7 3-Methoxybutyl H H 2'-Oxy-5'-acetylaxninophenyl 174° Grünstichiggelb |
| 8 desgl. H H 2'-Oxy-4'-acetylamino- 208° desgl. |
| 5'-methylphenyl |
| 9 desgl. H H 4'-Oxyphenyl 116° desgl. |
| 10 desgl. H H 4'-Oxy-5'-acetylaminophenyl 190° desgl. |
| 11 desgl. H H 2'-Oxy-5'-methylphenyl 128° desgl. |
| 12 Phenyl H H 2'-Oxy-5'-tert.butylphenyl 166° desgl. |
| 13 desgl. H H 4'-Oxy-5'-methylphenyl 187° desgl. |
| 14 2-Phenoxyäthyl H H 2'-Oxy-5'-tert.butylphenyl 194° desgl. |
| 15 desgl. H H 2'-Oxy-5'-methylphenyl 1710 desgl. |
| 16 desgl. H H 4'-Oxy-5'-methylphenyl 162° desgl. |
| 17 2-(2'-Methoxy)- H H 4'-Oxyphenyl 108° desgl. |
| äthoxyäthyl |
| 18 desgl. H H 4'-Oxy-5'-acetylaminophenyl 167° desgl. |
| 19 Äthyl H H 2',4'-Dioxyphenyl 130° desgl. |
| Zers. |
| 20 desgl. H H 2'-Oxy-5'-methylphenyl 154° desgl. |
| 21 Äthyl H H 4'-Oxy-5'-carbomethoxyphenyl 163° desgl. |
| 22 2-Äthoxyäthyl H H 2'-Oxy-5'-methylphenyl 122° desgl. |
| 23 .Methyl H H 2'-Oxy-5'-methylphenyl 166° desgl. |
| 24 n-Butyl H H 2'-Oxy-5'-methylphenyl 127° desgl. |
| 25 Äthyl H H 4'-Oxy-5'-methylphenyl 97° desgl. |
| 26 2-Äthoxyäthyl H H 2'-Oxy-S'-chlorphenyl 1210 desgl. |
| 27 Äthyl H H 2'-Oxy-3'-carbäthoxyamino- 174° desgl. |
| 5'-methylphenyl |
| 28 Cyclohexyl H H 2'-Oxy-5'-methylphenyl 155° Gelb |
| 29 desgl. H H 2'-Acetylamino-4'-oxyphenyl 226° desgl. |
| 30 Äthyl 2-Chlor H desgl. 255° desgl. |
| 31 desgl. 2-Methoxy 5-Methyl desgl. >320° desgl. |
| Farbton der |
| Färbungen auf |
| Bei- |
| Rb x y R F. Acetatkunstseide |
| spiel und synthetischen |
| Polyamidfasern |
| 32 Äthyl . 2-Methyl- H 2'-Acetylamino-4'-oxyphenyl 265° Gelb |
| sulfonyl |
| 33 desgl. 2-Nitro H desgl. 248° desgl. |
| 34 2-Oxyäthyl H H 2'-Acetylamino-4'-oxyphenyl 228° desgl. |
| 35 Allyl H H desgl. 248° desgl. |
| 36 desgl. H H 2'-Oxy-5'-xnethylphenyl 158° desgl. |
| 37 3-Methoxybutyl H H 2'-Amino-4'-oxyphenyl 133° desgl. |
| 38 desgl. H H 2'-Propionylamino-4'-oxyphenyl 168° desgl. |
| 39 desgl. H H 2'-(4"-Methyl)-phenylsulfonyl- 92° desgl. |
| amino-4'-oxyphenyl |
| 40 2-(2'-Methoxy)- H H 2'-Acetylamino-4'-oxyphenyl 180° desgl. |
| äthoxyäthyl |
| 41 Äthyl 2-Oxy H 2'-Oxy-5'-methylphenyl >300° desgl. |
| 42 Phenyl H H 2'-Oxy-5'-isoamylphenyl 137° desgl. |
| 43 desgl. H H 2'-Oxy-5'-phenylphenyl 1510 desgl. |
| 44 3-Methoxybutyl H H 4'-Oxy-5'-aminophenyl 144° desgl. |
| 45 desgl. H H 2',4'-Dioxyphenyl 157° desgl. |
| 46 Äthyl H H 4'-Oxy-5'-isonitrosomethyl- 1610 desgl. |
| phenyl |
| 47 Phenyl H H 4'-Oxyphenyl >300° desgl. |
| 48 desgl. H H 2'-Acetylamino-4'-oxyphenyl >300° desgl. |
| 49 2-Äthoxyäthyl H H desgl. 207° desgl. |
| 50 Äthyl 2-Methyl- H 2'-Oxy-5'methylphenyl 235° desgl. |
| sulfonyl |
| 51 Phenyl H H 2'-Oxy-5'-isooctylphenyl 124° desgl. |
| 52 desgl. H H 2'-Oxy-5'-cyclohexylphenyl 112° desgl. |
| 53 2-Phenoxyäthyl H H 2',4'-Dioxyphenyl 168° desgl. |
| 54 desgl. H H 2'-Acetylamino-4'-oxyphenyl 212° desgl. |
| 55 Phenyl H H 2',4'-Dioxyphenyl >300° desgl. |
| 56 desgl. H H 3'-Acetylamino-4'-oxyphenyl 1110 desgl. |
| 57 Äthyl H H 2'-Oxy-5'-tert.butylphenyl 135° desgl. |
| 58 Phenyl H H 2'-Oxy-5'-acetylaminophenyl 196° desgl. |
| 59 Äthyl H H 2'-acetylamino-4'-oxyphenyl 240° desgl. |