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Vorrichtung zum Ausrichten ungeordnet angelieferter flacher Werkstücke
mit unterschiedlichen Stirnflächen, wie z.B. bei Knöpfen Viele Vorgänge bei der
Fertigung und auf anderen Gebieten betreffen die Behandlung aufeinanderfolgender
gleicher Werkstücke an einer Arbeitsstelle. Wenn die Werkstücke verschieden geformte
gegenüberliegende Flächen oder Seiten aufweisen und während der Ver- oder Bearbeitung
jeweils mit derselben Seite in eine bestimmte Richtung weisen müssen, wie dies z.
B. bei Knöpfen für das Annähen an den Stoff der Fall ist, müssen ungeordnet angelieferte
Werkstücke auf dem Wege zur Arbeitsstelle gleichgerichtet werden.
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Für diesen Zweck sind bereits Vorrichtungen vorgeschlagen worden,
die unter Mitwirkung einer Fühlvorrichtung die in falscher Lage durch einen Zuführungskanal
ankommenden Werkstücke gewendet an einen zur Arbeitsstelle führenden Ableitungskanal
abgeben. Eine solche bekannte Vorrichtung weist als Überleitorgan einen mit einem
Durchtrittsschlitz versehenen Drehkörper auf, der durch Drehen um seine Achse in
zwei Endlagen gebracht werden kann. Dabei dient der Durchtrittsschlitz nur dem einfachen
Durchlassen solcher Werkstücke, die bereits die richtige Lage haben, während die
falsch liegenden Werkstücke in einer besonderen Vertiefung des Drehkörpers durch
dessen Drehen dem Ableitungskanal zugeführt werden.
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Bei der den Gegenstand der Erfindung bildenden Ausrichtvorrichung
ist ebenfalls ein als Überleitorgan dienender Drehkörper mit einem Durchtrittsschlitz
vorgesehen, dessen die endgültige Lage des auszw richtenden Werkstückes bestimmende
Stellung bzw. dessen diese Stellung herstellende Bewegung durch eine das jeweils
vornliegende Werkstück abtastende Fühleinrichtung gesteuert wird, wobei die Ableitungsrinne
im Winkel zur Zuführungsrinne angeordnet ist. Erfindungsgemäß ist dabei das Überleitorgan
ein mit einem einzigen, mit einer seiner beiden Öffnungen der Aufnahme und der Abgabe
dienenden Durchtrittsschlitz versehener und aus einer Ruhestellung nach beiden Seiten
drehbarer Drehkörper, der durch eine von der Fühleinrichtung gesteuerte Antriebsvorrichtung
aus seiner Abgabestellung in zwei unterschiedliche Aufnahmestellungen für das Werkstück
oder umgekehrt aus seiner Aufnahmestellung in zwei entsprechend unterschiedliche
Abgabestellungen drehbar ist. Dieser Drehkörper nimmt dann nacheinander sämtliche
Werkstücke ohne Rücksicht auf ihre Lage auf und führt sie durch verschieden gerichtetes
Drehen gleichgerichtet einer im Winkel zur Zuführungsrinne angeordneten Ableitungsrinne
zu. Der Drehkörper braucht also nur den Durchtrittsschlitz und keinen besonderen
Aufnahmeraum für die verkehrt liegenden Werkstücke zu haben. Die Vorrichtung zeichnet
sich auch sonst durch besondere bauliche Einfachheit, ferner durch kleine Abmessungen
und entsprechend geringen Platzbedarf aus und läßt
bei fehlerfreier Arbeitsweise
eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit zu.
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Die erfindungsgemäße Ausrichtvorrichtung ist mit einer Abtastvorrichtung
ausgestattet, die besonders feinfühlig für die Unterschiede der beiderseitigen Stirnflächenformen
der Werkstücke ist. Sie eignet sich besonders für das Ausrichten von Knöpfen od.
dgl. und ist bequem für einen weiten Bereich von Knopfgrößen einstellbar.
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Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Zuführ- und Ausrichtvorrichtung
ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht einer Zuführ-
und Ausrichtvorrichtung gemäß der Erfindung, Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung
gemäß Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt durch einen Teil der Vorrichtung gemäß Fig. 1
längs der Linie 3-3 von Fig. 2 zur Veranschaulichung der Fühleinrichtung im Eingriff
mit einem Werkstück, dessen richtige Fläche aufwärts gerichtet ist, Fig. 4 eine
Darstellung ähnlich wie Fig. 3, bei der die Fühleinrichtung im Eingriff mit einem
Werkstück gezeigt ist, dessen richtige Fläche abwärts gerichtet ist, Fig. 5 eine
begrenzte Seitenansicht eines anderen Teiles der Vorrichtung, Fig. 6 eine Seitenansicht
ähnlich Fig. 5, Fig. 7 einen Längsschnitt durch einen Teil der in Fig. 1 und 2 dargestellten
Vorrichtung längs der
Linie 7-7 von Fig. 2, der die Lage der Teile
zu Beginn des Auswählvorganges veranschaulicht, Fig. 8 eine Seitenansicht eines
Teiles der in Fig. 1 und 2 dargestellten Vorrichtung in der gleichen Stellung der
Teile wie in Fig. 7, Fig. 9 einen Schnitt ähnlich Fig. 7, in dem die Lage der Teile
in einer Zwischenstellung des Auswählvorganges gezeigt ist, Fig. 10 eine Seitenansicht
ähnlich Fig. 8, in der die Lage der Teile derjenigen von Fig. 9 entspricht, Fig.
11 einen Schnitt ähnlich Fig. 7, in dem die Lage der Teile in einer anderen Arbeitsphase
des Auswählvorganges veranschaulicht ist, Fig. 12 eine Seitenansicht ähnlich Fig.
10, in der die Lage der Teile derjenigen von Fig. 11 entspricht, Fig. 13 einen Schnitt
ähnlich den Fig. 7 und 9, wobei jedoch die Lage der Teile in einer Arbeitsstellung
veranschaulicht ist, die der in Fig. 9 gezeigten Stellung vorausgeht, Fig. 14 eine
Seitenansicht ähnlich Fig. 8, in der die Lage der Teile derjenigen von Fig. 13 entspricht.
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Fig. 15 eine begrenzte schaubildliche Darstellung eines Teiles der
Vorrichtung.
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Die Einrichtung nach der Erfindung eignet sich für die Zuführung
der verschiedensten Werkstücke mit gegenüberliegenden Flächen unterschiedlichen
Umrisses, sie wird jedoch hier der Einfachheit halber im Zusammenhang mit Knöpfen
gezeigt, die eine konkave Oberfläche und eine flache Grundfläche besitzen.
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Die Zeichnungen Fig. 7 bis 14 lassen erkennen, daß die Zuführungsvorrichtung
gemäß der Erfindung eine abwärts geneigte, längslaufende obere Führungsrinne 2 (Zuführungsrinne)
aufweist, in deren oberes Ende aufeinanderfolgend Knöpfe von einer beliebigen Vorratsstelle,
z. B. einem umlaufenden Trichter 4, eingeführt werden können. Die Führungsrinne
2 ist vorzugsweise unter einem Winkel von etwa 450 geneigt und besitzt eine Auflage
oder Boden6, einen mit einem mittleren Längsschlitz versehenen Deckel 8 und Seitenwände
10, deren Abstand so bemessen ist, daß die in der Rinne befindlichen Knöpfe flach
auf liegen und nach dem unteren Ende der Rinne hin reihenweise frei hinabgleiten
können. Die Seitenwände 10 sind seitlich einstellbar, so daß sie einen weiten Bereich
von Knopfgrößen aufnehmen können.
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Die in die Führungsrinne eintretenden Knöpfe sind willkürlich angeordnet,
wobei entweder ihre Ober-oder ihre Unterseite dem Boden der Führungsrinne zugekehrt
ist. Neben und unter dem unteren Ende der oberen Rinne 2 befindet sich eine ähnliche
untere Führungsrinne 12, die sich rechtwinklig zu der oberen Rinne erstreckt und
abwärts verläuft; sie ist an der ersterwähnten Rinne 2 durch ein Paar an gegenüberliegenden
Seiten angebrachter Verbindungsplatten 14 befestigt. Der Boden jeder der Führungsrinnen
2 und 12 ist mit Längsfurchen 16 (Fig. 15) versehen, die zur Herabsetzung der Reibung
dienen und die Einwirkungen statischer Elektrizität auf die Knöpfe vermindern.
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In der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird jeder Knopf von der oberen
Führungsrinne2 in die untere Führungsrinne 12 so iibergeleitet, daß er in der unteren
Rinne auf der richtigen Seite liegt, d. h. daß seine Unterseite mit dem Boden der
unteren Rinne in Berührung ist, unabhängig davon, ob er in der oberen Rinne mit
der richtigen Seite nach oben oder nach unten weist. Zur Überleitung der Knöpfe
dient ein am Schnittpunkt der beiden Rinnen angebrachter Drehkörper 20, der in den
Platten 14 um eine mit beiden Rinnen fluchtende Querachse drehbar gelagert ist.
Der
Drehkörper ist in Form eines Zylinders ausgebildet und besitzt einen diametralen
Schlitz 22 mit inneren Längs furchen, ähnlich den Furchen 16, für die frei gleitende
Aufnahme eines Knopfes. Eine Feder 24 hält den Drehkörper in einer Ruhestellung,
in der sein Schlitz mit der unteren Rinne 12 fluchtet, läßt jedoch ein ausreichend
weites Schwenken des Drehkörpers aus seiner Ruhestellung nach beiden Seiten zu,
so daß jedes Ende seines Schlitzes 22 mit der oberen Rinne 2 zur Aufnahme eines
Knopfes in Gegenüberstellung gelangen kann. Wenn bei dieser Anordnung der Drehkörper
20 zunächst aus seiner Ruhestellung um 900 entgegen der Uhrzeigerrichtung (Fig.
1) in seine Knopfaufnahmestellung geschwenkt wird, tritt ein Knopf von der oberen
Rinne aus in den Schlitz 22 ein.
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Schwingt anschließend der Drehkörper um 90° in Uhrzeigerrichtung in
seine Ruhestellung zurück, so wird der Knopf in die untere Rinne übergeleitet und
in dieser in die gleiche Stellung gebracht, d. h. mit seiner richtigen Seite aufwärts
oder abwärts, wie er sie in der oberen Rinne 2 einnahm. Wird dagegen der Drehkörper
zunächst um 900 in Uhrzeigerrichtung aus seiner Ruhestellung in die Knopfaufnahmestellung
geschwenkt und alsdann im Gegensinne des Uhrzeigers in seine Ruhestellung zurückbewegt,
dann wird der überzuleitende Knopf während der Über-]eitung gewendet, so daß er
in die untere Rinne in einer umgekehrten Lage gelangt gegenüber derjenigen, die
er in der oberen Rinne einnahm. Somit wird ein Knopf während der Überleitung von
der oberen in die untere Rinne gewendet oder nicht gewendet, je nachdem die Schwenkbewegung
des Drehkörpers zuerst in Uhrzeigerrichtung oder entgegen der Uhrzeigerrichtung
erfolgt.
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Ferner kann der Drehkörper 20 ständig eine Schwenkbewegung nach entgegengesetzten
Richtungen zwischen seiner Ruhestellung und jeweils einer seiner Knopfaufnahmestellungen
ausführen, so daß ein fortlaufender Strom von Knöpfen von der oberen Rinne 2 zu
der unteren Rinne 12 aufrechterhalten wird, wobei die Richtung der jeweils ersten
Schwenkung des Drehkörpers entsprechend der Lage des betreffenden Knopfes in der
oberen Rinne so gesteuert wird, daß diejenigen Knöpfe gewendet werden, die einer
Umkehrung während des Überleitens bedürfen, ohne Wendung derjenigen Knöpfe, bei
denen dies nicht erforderlich ist. Zu diesem Zweck ist an der Vorrichtung ein Fühler
angebracht, der die jeweilige Lage jedes der aufeinanderfolgenden Knöpfe bei seiner
Ankunft an dem unteren Ende der oberen Rinne feststellt. Die Fühleinrichtung enthält
eine über der oberen Führungsrinne 2 angeordnete Fühlerplatte 26, die einstellbar
mit dieser über Hebel 28 (Fig. 7) so verbunden ist, daß sie um eine Querachse geschwenkt
werden kann. Unterhalb der Fühlerplatte 26 erstreckt sich mit gewissem Abstand eine
querliegende Fühlerleiste 30 (Fig. 3) mit einem aufwärts gebogenen Ende, das mit
der Fühlerplatte iiber einen Zapfen 32 und eine schwache Druckfeder nachgiebig verbunden
ist und eine beschränkte Schwenkbewegung quer zur Fühlerplatte 26 ausführen kann.
An dem gegenüberliegenden Ende der Fühlerleiste ist ein aufwärts gerichteter Zapfen
36 angebracht, der in einer Bohrung 38 der Fühlerplatte 26 frei beweglich sitzt
und einen verstärkten Kopf aufweist, der gewöhnlich mit der Oberfläche der Fühlerplatte
in einer Ebene liegt. Auf der Fühlerleiste 30 ist ferner ein abwärts gerichteter
Fühlstift 40 von einstellbarer Länge vorgesehen, der durch eine Öffnung 42 der Fühlerplatte
sowie durch den mittleren Längsschlitz des Deckels 8
hindurchtritt
und gegen den untersten bzw. vordersten Knopf in der Rinne 2 bei Abwärtsbewegung
der Fühlerplatte 26 und der Fühlerleiste 30 auf die Rinne zu zur Anlage kommt. Wenn
bei dieser Anordnung der Stift 40 gegenüber der Fühlerplatte 26 ansteigt, wird die
Leiste 30 geschwenkt, und der Zapfen 36 ragt über die Oberfläche der Fühlerplatte
hinaus.
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Ein mit der Fühlerleiste 30 aus einem Stück bestehender querliegender
fingerförmiger Ansatz 44 bildet für erstere einen zu der Achse des Fühlstiftes näher
als der Zapfen 32 liegenden Schwenkpunkt, so daß die Bewegung des Zapfens 36 vergrößert
wird.
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Die Abwärtsbewegung der Knöpfe in der Führungsrinne 2 wird geregelt
durch eine Sperre mit einer über der Rinne angebrachten Sperrplatte 50, die durch
um eine Querachse schwenkbare Stützhebel 52 (Fig. 7) einstellbar gehalten wird.
Die Sperrplatte besitzt einen Sperrstift 54 einstellbarer Länge mit einer Reibung
erzeugenden Spitze 56 aus Gummi od. dgl., die beim Herab drücken der Sperrplatte
sich gegen den hinter dem untersten Knopf in der Rinne 2 liegenden Knopf legt und
dessen weiteres Abwärtsgleiten längs der Rinne verhindert.
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Mit dem Fühlerstift 40 steht eine Knopfhebe- oder Wählklinke 60 in
Wirkungsverbindung, die an der Unterseite der Rinne 2 mittels Traghebels 62 um eine
Querachse schwenkbar ist und unter dem Einfluß einer in Uhrzeigerrichtung wirkenden
Feder 64 steht. Die Klinke besitzt einen aufrechten Andrückünger 66, der frei beweglich
in einem Schlitz 68 den Boden der Führungsrinne 2 durchgreift und gegen die Unterseite
des jeweils untersten Knopfes in der Rinne zur Anlage kommen kann. Der Drehkörper
20 wird, gesteuert durch die Fühleinrichtung, mittels eines Schiebers 70 hin- und
hergeschwenkt, der auf der Unterseite der oberen Führungsrinne 2 angebracht und
in seiner Längsrichtung hin- und herbeweglich ist. Der Schieber 70 kann nach vorn
mittels einer Zwischenfeder 72 bewegt werden, die durch beliebige Mittel, z. B.
einen schwingenden Hebel 74, betätigt wird (Fig. 1). Die Rückbewegung des Schiebers
70 erfolgt unter der Einwirkung einer Rückzugfeder 76, die zwischen diesem und dem
Boden 6 der Führungsrinne 2 befestigt ist. Auf dem Schieber ist eine Finger 78 angebracht
(Fig. 5 und 12) mit einem nach vorn gerichteten schulterförmigen Ansatz 80, der
gewöhnlich mit einem aus dem Drehkörper 20 hervorstehenden exzentrischen Stift 82
fluchtet und mit diesem so zusammenwirkt, daß bei Vorbewegung des Schiebers der
Drehkörper entgegen der Uhrzeigerrichtung (Fig. 1) geschwenkt wird. Der Finger 78
wird durch eine Feder 84 in einer Stellung gehalten, in der er mit dem Drehkörperstift
82 fluchtet; die Feder 84 ist zwischen einem Haltestift 86 auf dem Schieber und
einem Zapfen 88 des Fingers 78 befestigt; letzterer liegt in einem bogenförmigen
Schlitz 90 des Schiebers, der zu der Schwenkachse des Fingers 78 konzentrisch ist.
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Der Finger 78 ist außerdem an seiner Innenseite mit einer schwenkbaren
Klinke 92 ausgerüstet (Fig. 5 und 6). Die Klinke 92 wird durch eine Feder 94 (Fig.
6) in Uhrzeigerrichtung gedrückt und ist so angebracht, daß ihr freies Ende über
die Oberfläche der Fühlerplatte 26 im Bereich des aus dieser vorbewegbaren Zapfens
36 streicht.
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Der Schieber 70 besitzt ferner eine feste untere Backe mit einem
nach vorn gerichteten schulterförmigen Ansatz 96, der mit einem weiteren, aus dem
Drehkörper 20 hervorstehenden Stift 98 bei Vorbewegung des Schiebers zusammenwirkt
und den Drehkörper in Uhrzeigerrichtung (Fig. 1) schwenkt.
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Der Schieber ist bei 100 ausgespart, so daß er die Stifte 82 und 98
während des Schwenkens des Drehkörpers 20 nach jeder der beiden Richtungen in sich
aufnehmen kann; die Schulter 96 ist gegenüber der Schulter 80 auf dem Finger 78
ausreichend weit zurüclçverlegt, so daß bei Vorwärtsbewegung des Schiebers 70 die
Schulter 80 durch Anlage an den Stift 82 den Drehkörper entgegen der Uhrzeigerrichtung
schwenken kann, ohne daß eine störende Einwirkung zwischen dem Stift 98 und der
Schulter 96 auftritt. Ein nach vorn sich erstreckender nasenförmiger Ansatz 102
auf dem Schieber bildet einen Anschlag, gegen den sich der Stift 82 in der Ruhestellung
des Drehkörpers 20 legt, und an der Verbindungsplatte 14 ist neben den Stiften 82
und 98 ein Anschlag 104 angebracht (Fig. 1), gegen den die Stifte 82, 98 zur Anlage
kommen können, um das Schwenken des Drehkörpers aus seiner Ruhestellung auf einen
Winkel von 900 in beiden Richtungen zu beschränken.
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Der Schieber 70 ist außerdem so ausgebildet und angeordnet, daß er
die Wirkungen des Fühlstiftes 40, des Sperrstiftes 54 und der Wählklinke 60 aufeinander
abstimmt. Zu diesem Zweck ist die Oberkante des Schiebers mit einer nach hinten
abwärts nach dem Trichter 4 verlaufenden länglichen Kurvenbahn 106 versehen, die
mit einem in der Ouerrichtung vorstehenden Ansatz 108 der Sperrplatte 50 zusammenwirkt.
An der unteren Kante des Schiebers befindet sich eine weitere Kurvenbahn 110 mit
einer flachen Nut 112, die mit einem aufrechten Ansatz 114 der Wählklinke 60 zusammenwirkt.
Weiterhin ist der Schieber mit einem Schlitz ausgerüstet, der eine Kurvenbahn 116
mit einem vertieften mittleren Teil 118 bildet, die mit einem Ansatz 120 auf der
Fühlerplatte 26 zusammenwirkt.
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Während des Betriebes der Einrichtung treten die Knöpfe in willkürlicher
Anordnung in die Führungsrinne 2 ein, wobei entweder ihre Ober- oder ihre Unterseiten
nach dem Boden der Rinne weisen; sie gleiten frei nach dem unteren Ende der Rinne
abwärts, wo der unterste Knopf gegen die Außenfläche des Drehkörpers 20 zur Anlage
kommt und angehalten wird. Die Stellung der einzelnen Teile der Vorrichtung zu Beginn
des Überleitungsvorganges ist in Fig. 7 und 8 der Zeichnung dargestellt. Aus diesen
ist ersichtlich, daß der Schieber 70 in seine oberste Stellung zurückgezogen ist,
der Drehkörper 20 sich in seiner Ruhestellung befindet und durch die Kurvenbahnen
116, 106 und 110 des Schiebers die Fühlerplatte 26 und die Sperrplatte 50 angehoben
sind, während die Wählklinke 60 herabgedrückt ist. Der Überleitungsvorgang beginnt
mit der Vorbewegung des Schiebers 70 gegen das untere Ende der Führungsrinne. Sobald
sich der Schieber vorbewegt, fällt der Ansatz 120 der Fühlerplatte 26 in die mittlere
Vertiefung der Kurvenbahn 116, so daß die Fühlerplatte sich auf die obere Führungsrinne
2 zu abwärts bewegen kann und der Fühlerstift 40 an die Mitte der Oberfläche des
untersten Knopfes zur Anlage gelangt.
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Bei weiterer Vorbewegung des Schiebers kann infolge des Eingriffes
des Ansatzes 108 mit der Kurvenbahn 106 die Sperrplatte 50 sich ausreichend weit
abwärts bewegen, so daß der Sperrstift 54 mit dem dem untersten Knopf in der Führungsrinne
folgenden Knopf zur Anlage kommt, wie in Fig. 13 gezeigt ist. Die Aussparung 112
in der Kurvenbahn 110 gelangt nunmehr in den Bereich des Ansatzes 114 der Wählklinke
60, wodurch die Feder 64 die Wählklinke in Uhrzeigerrichtung (Fig. 13 und 14) schwenken
kann, so daß der
aufrechte Finger 66 an die Unterseite des untersten
Knopfes in der Führungsrinne zur Anlage kommt und ihn fest gegen den Deckel 8 der
Rinne drückt, wie in Fig. 3 und 4 gezeigt ist. Sobald dies erfolgt und der von dem
Fühlstift erfaßte Knopf mit seiner richtigen Seite nach unten liegt, d. h., wenn
seine konkave Oberseite gegen den Boden der Führungsrinne gerichet ist, wie in Fig.
4 gezeigt, wird der Fühlstift 40 gegenüber der Fühlerplatte 26 so weit angehoben,
daß die Fühlerleiste 30 um das Ende des fingerförmigen Auflagers 44 schwenkt und
den Anschlagzapfen 36 über die Oberfläche der Fühlerplatte hinausdrückt. Wenn dagegen
der Knopf mit seiner richtigen Seite aufwärts weist, legt sich der Fühlstift in
die Aussparung auf der Oberseite des Knopfes und wird nicht angehoben; der Kopf
des Anschlagzapfens 36 verbleibt deshalb in der Ebene der Fühlerplatte, wie aus
Fig. 3 ersichtlich ist. Das Anheben der Knöpfe gegen den Deckel 8 der Rinne vermeidet
die Möglichkeit von fehlerhaftem Abfühlen, wenn die Stärke der Knöpfe Abweichungen
unterliegt, da bei dieser Anordnung der Unterschied zwischen dem Ausschlag des Fühlerstiftes
40 bei einem mit der richtigen Seite abwärts weisenden Knopf und seinem Ausschlag
bei einem mit seiner richtigen Seite aufwärts weisenden Knopf nur von der Tiefe
der Aussparung oder Einbuchtung an der Oberseite des Knopfes abhängt. Dementsprechend
ist die vorbeschriebene Fühleinrichtung besonders feinfühlig und zuverlässig im
Betrieb, selbst bei Knöpfen oder sonstigen Werkstücken, deren Dickenabmessungen
nicht genau gleich sind.
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Bei der weiteren Vorbewegung des Schiebers 70 gelangt die Klinke
92 gegen den Anschlagstift 36 der Fühlleiste. Wenn der Stift 36 aus der Fühlleiste
26 nach oben vorragt, legt er sich gegen das freie Ende der Klinke 92, wodurch ein
sprungartiges Schwenken der Klinke verursacht wird, was ein Anheben des Fingers
78 sowie Entfernen der Schulter 80 aus dem Bereich des Stiftes 82 des Drehkörpers
zur Folge hat (Fig. 6 und 12); somit kann nur die Schulter 96 des Schiebers gegen
dessen Stift 98 zur Anlage gelangen, so daß bei weiterer Vorbewegung des Schiebers
der Drehkörper 20 in Uhrzeigerrichtung in die Knopfaufnahmestellung.entsprechend
Fig. 11 und 12 geschwenkt wird. Wenn dagegen bei der Vorbewegung des Schiebers der
Anschlagzapfen 36 der Fühlleiste nicht vorsteht, wird die Klinke 92 nicht geschwenkt
und dementsprechend auch der Finger 78 nicht angehoben, so daß nun dessen Schulter
80 gegen den Stift 82 zur Anlage kommt und den Drehkörper entgegen der Uhrzeigerrichtung
in die Knopfaufnahmestellung entsprechend Fig. 9 und 10 schwenkt. Es ist somit offenbar,
daß der Drehkörper aus seiner Ruhestellung in die jeweiligen Knopfaufnahmestellungen
geschwenkt wird, in denen das eine oder andere Ende des Schlitzes 22 mit der oberen
Führungsrinne fluchtet, je nachdem der unterste Knopf in der Rinne mit seiner richtigen
Seite nach oben oder nach unten weist. Der Schieber wird durch Anlage des Stiftes
82 gegen den Anschlag 104 früher stillgesetzt, als wenn der Stift 98 gegen den Anschlag
zur Anlage kommt; dieser Unterschied des Schieberhubes wird durch die Zwischenfeder
72 ausgeglichen.
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Wenn der Schieber seine unterste Stellung erreicht ist der Ansatz
120 der Fühlerplatte 26 durch das rechte Ende der Kurvenbahn 116 angehoben, und
der Ansatz 114 der Wählklinke 60 ist durch das rechte Ende der Kurve 110 heruntergedrückt,
wodurch der Finger 66 der Klinke und der Fühlstift 40 den untersten Knopf freigeben,
so daß dieser in den Schlitz 22
des Drehkörpers 20 hineingleiten kann. Der Schieber
kann alsdann in seine obere Stellung zurückkehren, und die Feder 76 schwenkt den
Drehkörper in seine Ruhestellung zurück, wobei das Zurückschwenken des Drehkörpers
in der Weise erfolgt, daß ein Knopf gewendet wird, der in der oberen Führungsrinne
mit seiner richtigen Seite nach unten weist, während dagegen ein mit seiner richtigen
Seite in der oberen Rinne nach oben weisender Knopf nicht gewendet wird. Wenn der
Drehkörper seine Ruhestellung erreicht, fluchtet der Schlitz 22 mit der unteren
Füh rungsrinne 12, und der in dem Schlitz befindliche Knopf gleitet aus dem Drehkörper
in die untere Rinne, von wo aus er anschließend einer beliebigen Arbeitsstelle zugeführt
werden kann. Somit werden durch die Arbeitsweise der Vorrichtung die Knöpfe selbsttätig
in die untere Rinne 12 stets mit der richtigen Seite nach oben geleitet, ohne Rücksicht
auf ihre ursprüngliche Lage in der oberen Führungsrinne 2.
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Sobald der Schieber in seine obere Stellung zurückkehrt, hebt die
Kurve 106 den Ansatz 108 und damit die Sperrplatte 50, so daß die Knopfreihe in
der oberen Rinne vorschreiten und den nächstfolgenden Knopf unter den Fühlerstift
40 bringen kann; die Vorrichtung ist alsdann für die Überleitung des nächsten Knopfes
betriebs fertig.
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Während bei der vorbeschriebenen Einrichtung der Drehkörper so angeordnet
ist, daß er in eine Ruhelage zurückkehrt, in der der Schlitz 22 mit der unteren
Führungsrinne fluchtet, und in die Aufnahmestellung in der einen oder anderen Richtung
schwenkt, je nach der Lage des führenden Werkstückes, kann die Ruhestellung des
Drehkörpers auch umgekehrt so sein, daß der Schlitz mit der oberen Führungsrinne2
fluchtet und das Werkstück in den Schlitz eintritt, bevor irgendeine Bewegung des
Drehkörpers erfolgt ist; in diesem Falle würde die jeweilige Lage des vordersten
Werkstückes die Schwenkrichtung des Drehkörpers in die Abgabestellung bestimmen.
Beide Ausführungsmöglichkeiten liegen im Rahmen der Erfindung, und die Arbeitsweise
ist in jedem Falle die gleiche, d. h., der Drehkörper wird so geschwenkt, daß das
Werkstück von dem gleichen Ende des Drehkörperschlitzes abgegeben wird, in das es
eintritt, wenn kein Wenden erforderlich ist, und daß das Werkstück von dem seinem
Eintritt gegenüberliegenden Schlitzende abgegeben wird, wenn ein Wenden erforderlich
ist.
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Aus der vorstehenden Beschreibung ist erkennbar, daß eine Zuführvorrichtung
gemäß der Erfindung voll selbsttätig arbeitet und Knöpfe oder sonstige Gegenstände
mit hoher Geschwindigkeit in eine gleiche Lage zu bringen vermag. Da sowohl die
Führungsrinnen als auch die Fühleinrichtung für die jeweilige Lage der Gegenstände
in der oberen Rinne leicht einstellbar sind, kann die Vorrichtung bequem verschiedenen
Größen von Knöpfen oder sonstigen Gegenständen angepaßt werden. Die Vorrichtung
ist außerordentlich feinfühlig gegenüber Abweichungen der Querschnittsform und arbeitet
fehlerfrei bei sich ändernden Gesamtabmessungen der Knöpfe od. dgl., wodurch eine
zuverlässige und genaue Arbeitsweise für lange Zeit ohne irgendweche Wartung gewährleistet
ist.