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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Flachbeuteln mit oder
ohne Seitenfalten Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Herstelle. von Flachbeuteln mit oder ohne Seitenfalten.
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Es war bisher allgemein üblich, bei der Herstellung von Flachbeuteln
aus einem heiß versiegelbaren Werkstoff das vorwärts bewegte Band zu einem flachen
schlauchförmigen Gebilde zu falzen, darauf die einander überlappenden Kanten in
der Längsrichtung heiß zu versiegeln und anschließend den Schlauch in Abschnitte
der gewünschten Länge zu zerschneiden. Dann wurden entweder die Schlauchwände jedes
Zuschnittes direkt quer an einem Ende durch Anwendung von Wärme und Druck miteinander
versiegelt, oder man faltete: ein Ende jedes Schlauchstückes auf sich selbst zurück
und, versiegelte die vier Schichten dieses gefalteten Endes miteinander. Dieses
bisher verwendete Heißsiegelungsverfahren und die damit hergestellten Beutel sind
ganz befriedigend, wenn es sich um einen Werkstoff handelt, welcher leicht in der
Wärme versiegelt werden kann und den relativ hohen Temperaturen ausreichend lange
wiedersteht, welche für eine feste. Siegelungsnaht erforderlich sind. Viele Filme,
welche an sich sehr erwünschte Eigenschaften für Verpakkungszwecke aufweisen, können
aber nur innerhalb eines außerordentlich kritischen Bereiches einer Wärmebehandlung
mit ausreichender Sicherheit und ohne dem Material Schaden zuzufügen unterworfen
«-erden. Diese Werkstoffe lassen sich daher nicht gut zum Herstellen von Flachbeuteln
mittels der bisherigen Verfahren der Heißversiegelung verwenden.
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'Man hat auch schon auf das endlose Filmband vor dein Falzen des Schlauches
jeweils zwei querlaufende Klebstreifen aufgebracht und dann den Schlauch unter Aussparung
von Material derart geformt, daß der eine: Klebstreifen den schlauchförmigen. Zuschnitt
an einem Ende verklebt. Beim Umfalten dieses verklebten Endes erfolgt dann eine
weitere Verklebung durch den zweiten Klebstreifen. Außerdem kann durch Aufbringen
eines dritten querlaufenden Klebstreifens auch beim nochmaligen Umfalten eine dritte
Verklebung erzielt werden. Diese Arbeitsweise ist aber sehr umständlich und zweitens
ermöglicht sie auch nicht die Anwendung der sehr rationellen Heißsiegelmethode.
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Es ist ferner bekannt, Flachbeutel aus heiß versiegelbaren Werkstoffen
herzustellen, welche an einem Ende eine Schlaufe zum Aufhängen in Verkaufsständen
aufweisen. Um die hierzu notwendige mechanische Festigkeit zu erzielen, wird dabei
das zurückgeschlagene Beutelende flächenförmig versiegelt. Hierzu muß aber der Werkstoff
einer größeren Wärmeeinwirkung ausgesetzt werden, wodurch die dünnen Folienschichten
eines wärmeempfindlichen Materials leicht zerstört werden.
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Die geschilderten Schwierigkeiten lassen sich jedoch beheben und dabei
doch auf einfachste '\'Greise ein absolut dichter Abschluß bei Flachbeuteln mit
oder ohne Seitenfalten aus einem heiß versiegelbaren Werkstoff herstellen, indem
man zwei schmale. Versiegelungsnähte vorsieht, von denen eine den Warenbeutel abschließt
und zugleich das zurückgefaltete Beutelende festlegt, während die zweite Siegelungsnaht
zum zusätzlichen Abschluß dieses Beutelendes dient.
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Bei dem Verfahren nach der Erfindung geht man von einem endlosen Falienband
aus, welches in der üblichen Weise zu einem schlauchförmigen Gebilde gefalzt wird,
wobei die sich überlappenden Längskanten miteinander versiegelt werden. Von diesem
Schlauch werden dann die einzelnen Zuschnitte abgeteilt, und jeweils ein Ende eines
solchen Schlauchstückes wird auf die Schlauchwand zurückgefaltet. Der dieser Falzlinie
benachbarte Faltungsteil wird dann unter Anwendung von Wärme und Druck durch
beide
Schlauchwände hindurch mit der benachbarten Schlauchwand versiegelt, so daß insgesamt
drei Schichten der Folie miteinander verbunden sind. Dabei werden gemäß der Erfindung
die beiden Schlauchwände des freien Endes des Faltungsteils im Abstand von der ersten
Siegelungsnaht gleichzeitig durch eine zweite Siegelungsnaht miteinander verbunden,
wobei nur auf das freie Ende des Faltungsteils Wärme und Druck einwirkt und beide
Versiegelungen, nur in Form von schmalen Nähten ausgeführt werden.
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Die Zeichnungen erläutern dieses Verfahren noch näher, und sie zeigen
auch eine für die Durchführung des Verfahrens besonders geeignete beheizbare Siegelstange,
mittels der sich die beiden schmalen Siegelungsnähte gleichzeitig herstellen lassen.
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Fig. 1 ist eine Teilansicht, und sie zeigt einen flachen Schlauch
aus einem geeigneten Werkstoff, welcher quer durchtrennt wird; Fig. 2 ist eine andere
Teilansicht, und sie zeigt den Zuschnitt kurz vor der Querfaltung; Fig. 3 zeigt
den Beginn der eigentlichen Faltung; F ig. 4 zeigt, wie das Schlauchende über die
obere Führungsplatte gefaltet ist; Fig.5 zeigt den gefalteten schlauchförmigen Zuschnitt
gerade, bevor die Heißversiegelung durchgeführt wird; Fig.6 zeigt die Heißversiegelung
des Schlauchstückes in Querrichtung bei zurückgezogener Faltungsplatte, wodurch
der Beutelboden gebildet wird; Fig.7 ist eine vergrößerte perspektivische Teilansicht,
und sie zeigt den gleichen Verfahrensschritt wie Fig. 5, wobei das Schlauchstück
gefaltet ist und quer versiegelt werden soll; Fig. 8 ist eine vergrößerte perspektivische
Ansicht eines Flachbeutels, welcher-nach dem Verfahren der Erfindung hergestellt
ist und die zweifache Versiegelung des Beutelbodens zeigt.
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Bei der Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung zur Beutelherstellung
können. der flache schlauchförmige Körper 10 und die Längsnaht 11 mittels der allgemeinen
üblichen Vorrichtungen und in bekannter Weise erzeugt werden, so daß hierfür keine
weitere Beschreibung erforderlich ist. Der gebildete Schlauch kann mittels geeigneter
zusammenarbeitender Messer 12, 13 in der Querrichtung in die gewünschten Zuschnitte
unterteilt werden, wie: es in Fig. 1 gezeigt ist. Um die Schlauchwände 14, 15 des
Schlauchstückes 10 innen voneinander zu trennen, wird dieses über eine Trenn- oder
Gegenplatte oder einen Innenformer 16 geschoben, und zwar direkt unterhalb einer
äußeren Trenn- oder Gegenplatte 17, welche auch als Führungseinrichtung während
der Querfaltung dient. Diese Platte 17 ist hin- und herbewegbar von einer Stellung,
wie sie in den Fig. 2 und 4 gezeigt ist, wo ihre vordere Kante etwa mit der vorderen
Kante des Formungsgliedes 16 abschließt, bis zu einer Lage, welche in den Fig. 5
und 6 gezeigt ist, wo die Platte 17 in eine Lage zurückgerückt ist, welche etwas
hinter der Vorderkante des Gliedes 16 liegt. Um den Endteil 18 des Schlauchstückes
10 auf die Schlauchwand 14 zurückzufalten, kann eine geeignete Falzplatte 19 vorgesehen
sein, die vertikal und in Schlauchlängsrichtung beweglich ist, wie aus Fig. 2 bis
5 ersichtlich ist. Mittels derselben kann der Schlauchteil 18 über die Kanten der
zusammenarbeitenden Platten 16, 17 in eine Lage oberhalb der Schlauchwand 14 gefaltet
werden, worauf man die Faltungsplatte 19 zurückzieht. Auch die Platte 17
kann bis zu einer Stellung zwischen. dem gefalteten Teil 18 und der Schlauchwand
14 zurückgenommen werden, welche von der Falzlinie 20 etwas entfernt ist. Die Versiegelung
kann dann. mittels der Siegelstange 21 mit zwei seitlich voneinander getrennten
ungleichen Stempeln 22, 23 durchgeführt werden, welche sich quer über das Schlauchstück
erstrecken, wobei die Stange 21 vertikal beweglich ist und so gemäß den Fig. 5 und
6 mit dem gefalteten Teil 18 in Berührung gebracht werden kann. Hierbei arbeitet
der Stempel 22 mit einem Gegenkissen 24 auf der inneren Trennplatte 16 zusammen,
so daß die Siegelungswärme und der Siegelungsdruck quer über den Teil 18 längs der
Falzlinie 20 einwirkt. Der Stempel 23 arbeitet mit einem Gegenkissen 25 auf der
Trennplatte 17 zusammen., so daß die Siegelungswärme und der Siegelungsdruck quer
auf den Schlauchteil 18, aber im Abstand von der ersten Siegelungsnaht 26 einwirkt.
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Der so gebildete Beutel besteht aus einem flachen Schlauchstück 10,
dessen Endteil 18 längs einer Querfalzlinie 20 auf die Schlauchwand 14 zurückgefaltet
ist, wobei beide Schlauchwände des Teils 18 nur mit dieser Schlauchwand 14 versiegelt
sind, wie es durch die Siegelungsnaht 26 angedeutet ist, welche sich quer über den
Beutel erstreckt. Der von der Falzlinie 20 entfernter liegende gefaltete Teil 18,
der sich im Abstand von der Siegelungsnaht 26 befindet, ist nicht an der Schlauchwand
14 befestigt und nur die beiden Schlauchwände dieses freien Endes sind miteinander
durch eine besondere Querversiegelungsnaht 27- verbunden.
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Die so hergestellten Flachbeutel mit oder ohne Seitenfalten weisen
einen, sehr starken, dauerhaften und lecksicherem Bodenverschluß auf. Trotzdem ist
ihr Fassungsvermögen kaum beeinträchtigt, denn. die z wei ite Siegelungsnaht27 verbindet
nur die beiden Schlauchwände 14, 15 des freien Endes des Umfaltteils miteinander.
Bei diesem Verfahren ist die für die Herstellung der Siegelungsnähte erforderliche
Wärme und der dazu erforderliche Druck beträchtlich vermindert, weil nur eine minimale
Zahl von Materiallagen miteinander verbunden werden, wodurch ganz offensichtlich
die Wärmemenge für eine wirksame Versiegelung der gewünschten Bereiche insgesamt
verringert wird. Darüber hinaus kann das Verfahren kontinuierlich durchgeführt werden.
Das Verfahren ermöglicht die Verwendung von solchen heiß versiegelbaren Werkstoffen,
die einen sehr kritischen Bereich aufweisen, innerhalb welchem Wärme noch sicher
angewendet werden kann.