DE1055559B - Feuchtwalze fuer lithographische Druckmaschinen - Google Patents
Feuchtwalze fuer lithographische DruckmaschinenInfo
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Description
Der Bezug 20 aus pflanzlichem Pergamentpapier hat zwei unerwartete Eigenschaften: Er absorbiert
30 trotz seiner Dünnheit eine erhebliche Wassermenge und behält infolge seiner Dünnheit eine gleichmäßige
und regelbare Wassermenge. Infolge dieser beiden Eigenschaften kann der Bezug 20 auf die nicht
druckenden Teilflächen der lithographischen Platte dauernd mit einer Farbauftragswalze 13 und einer 35 eine ausreichende, gleichmäßige Wasserhaut über-Feuchtwalze
14 in Berührung steht. Die Feuchtwalze tragen. Das pflanzliche Pergamentpapier bietet ferner
14 berührt eine Zwischenwalze 15 und erhält von die- einen unerwarteten Vorteil, weil es frei von Fasern
scr Wasser, wobei diese bei den meisten Druckpressen ist, die Druckfarbe aufsaugen können,
in axialer Richtung rück- und vorwärts schwingt. Die Diese wertvollen und unerwarteten Eigenschaften
Feuchtwalze 14 befeuchtet die nicht druckenden Teil- 40 des pflanzlichen Pergamentpapier werden bei dem
flächen 12 der lithographischen Platte und beschränkt Herstellungsverfahren des Papiers entwickelt. Dieses
so die Übertragung von Druckfarbe von der Walze Verfahren besteht zunächst in der Bildung eines
13 auf die Druckflächen 11. Von diesen wird die weichen, stark absorbierenden Papiers durch das üb-Druckfarbe
auf eine Zwischenwalze 16 übertragen, die liehe Papierherstellungsverfahren, bei dem die Zelluden
Druck auf einem Blatt 18 hervorruft, das mit 45 losefasern das Bestreben haben, sich selbst in Längsseiner
Rückseite auf der Druckwalze 19 liegend züge- richtung des Papiers, das ist in Richtung ■ der
führt wird. Der Zwischenwalze 15 wird Wasser durch Vorwärtsbewegung der Bahn, auszurichten, obwohl
eine nicht dargestellte Auftragvorrichtung zugeführt. sie wirksam miteinander verbunden sind. Das so ge-Nach
der Erfindung ist um den Grundkörper 21 der bildete Produkt wird schnell durch ein Bad eines
Feuchtwalze 14 ein Bezug 20 aus einem dünnen Blatt 50 sorgfältig kontrollierten Pergamentierungsmittels, geeines
pflanzlichen Pergamentpapiers gelegt (s. Fig.2). wohnlich Schwefelsäure, geführt, das das Blatt un-Vorteilhaft
wird ein Pergamentpapier verwendet, das mittelbar angreift, indem es einige der Fasern in eine
etwa 1 kg je Quadratdekameter wiegt, was einer Dicke gelatineartige Substanz, die als Amyloid bekannt ist,
■ran etwa 0,007 mm entspricht. Der Grundkörper 21 auflöst. Dieser Stoff füllt die Poren aus und legt die
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verbleibenden Fasern zu einer zusammenhängenden Man hat gefunden, daß eine Lage des Papiers auf
Masse fest. Nach dem kurzfristigen Eintauchen in der Grundwalze ausreicht, um die gewünschte Andas
Säurebad wird das Blatt von Säure freigewaschen feuchtwirkung herbeizuführen. Wenn es jedoch ge-
und die Pergamentierungswirkung' unterbrochen, wor- wünscht wird, kann das Blatt lang genug gemacht
auf das Blatt in der üblichen Weise getrocknet wird. 5 werden, um zwei oder selbst mehrere Male um die
Es wird angenommen, daß die Fähigkeit des pflanz- Grundwalze zu reichen, und zwar so lang, daß die
liehen Pergamentpapiers, erhebliche Wassermenge Biegsamkeit des Bezuges nicht merklich vermindert
festzuhalten, durch die Tatsache bedingt ist, daß ein wird.
größerer Teil der Fasern des Ausgangspapiers in der In einer anderen Ausführungsform (s. Fig. 4) wird
kurzen Säurebehandlung unverändert bleibt und daß io die Anfangskante 22 des Bezuges 20 auf die Grundihre
Eigenschaft, Wasser zu absorbieren, durch die walze diagonal zu deren Achse aufgelegt. Nachdem
Wirkung des Amyloids nicht beeinträchtigt wird. man das Blatt ein oder mehrere Male um die Grund-Es
ist auch anzunehmen, daß das Amyloid besonders walze gewickelt hat, liegt die Endkante 27 in einer
auf die Fasern der Oberfläche wirkt und daß deshalb diagonalen Linie (Fig. 5) und hat einen verhältnisder
Bezug keine Druckfarbe aufnimmt. 15 mäßig kleinen Neigungswinkel gegenüber derWalzen-
Der Bezug besitzt eine erhebliche Festigkeit, auch achse. Bei dieser diagonalen Umwicklung ist der
wenn er feucht ist, und kann so den Kräften wider- Bezug genügend lang, damit er nach außen über die
stehen, denen er während der Berührung mit dem Enden 29 der Grundwalze herausragt. Die so entZylinder
10 und dem anliegenden Zylinder 14 ausge- stehenden röhrenförmigen Enden werden beputzt und
setzt ist. Es ist anzunehmen, daß der Amyloidzement 20 nach innen in Richtung auf die Welle zusammengeder
Anlaß für diese wichtige Eigenschaft ist, da er zogen, wie dies an der Stelle 30 in Fig. 5 angegeben
eine nicht faserige Substanz ist und eine einheitliche ist. Um die vorstehenden Enden des Bezuges wird ein
Dehnungsfestigkeit nach allen Richtungen hat, be- Klebstreifen gewickelt, der die zusammengezogenen
sonders wenn er durch die Zellulosefasern verstärkt Enden zusammenhalt.
ist, die während der Pergamentierung in das Amyloid 25 Bei manchen Pressen ist es vorteilhaft, den Winkel
eingebettet werden. der diagonalen Umwicklung wesentlich zu vergrößern
Beim Auflegen des Bezuges 20 auf den Grundkörper und einen wesentlich schmaleren Papierstreifen zu
21 wird vorteilhaft das Bestreben des feuchten benutzen. Ein schraubenförmiger Bezug dieser Art ist
Papiers benutzt, sich nach allen Richtungen zu in Fig. 6 bis 9 dargestellt, bei dem die benachbarten
spannen und sich selbst der Kontur der Walze anzu- 30 Wicklungen des Streifens 32 übereinanderlappen, wie
passen, wobei alle Falten beseitigt werden, die in dies an der Stelle 33 mit etwa 6 mm angegeben ist.
dem Ausgangsblatt nach dem Umwickeln um die Ein Pergamentpapierstreifen von etwa 67 cm Breite
Grundwalze bestehen könnten. Bei einigen Papieren ist für diese Art von Umwicklung vorteilhaft,
und der geraden Wicklung nach Fig. 3 können Falten Bei einer schraubenförmigen Umwicklung wird die
in dem feuchten Bezug auch dadurch leicht vermieden 35 Grundwalze zweckmäßig an den über die eigentliche
werden, daß man das Bestreben des angefeuchteten Arbeitsfläche hinausragenden Enden 29 (Fig. 6) abge-Papier
ausnutzt, in einer Richtung senkrecht zu der setzt, so daß Endteile 34 entstehen, deren Durchbei
der Papierherstellung sich einstellenden Längs- messer etwa 6 mm kleiner ist als der der dazwischenrichtung
der Fasern 23 (Fig. 3) einzurollen. Dazu ist liegenden Arbeitsfläche der Walze. es zweckmäßig, aber nicht erforderlich, das Blatt auf 40 Für eine schraubenförmige Umwicklung wird ein
dem Grundkörper 21 so anzuordnen, daß die Fasern Papierstreifen mit einer Länge abgemessen und durch
23 parallel zur Walzenachse liegen. Eintauchen in Wasser angefeuchtet, die zu mehr als
Wenn die Vorderkante 22 des Bezuges auf der zum Bedecken der ganzen Länge der Grundwalze 21
Walze befestigt werden kann (vgl. Fig. 3), ist eine ausreicht. Ein Ende wird auf die Grundwalze 21 unter
weitere Befestigung nicht erforderlich. Man schneidet 45 einem Neigungswinkel so aufgelegt, daß er ein Ende
ein Blatt von geeigneter Länge und wickelt es feucht 29 der Grundwalze auf einer Länge überragt, die zum
um die Grundwalze, und zwar entgegengesetzt zu der Überdecken des abgesetzten Endes 34 ausreicht.
Richtung, in der sich die Walze beim Druckvorgang Durch langsames Drehen der Walze unter gleichdreht.
Dabei hält man den unaufgewickelten Teil des zeitigem Straffhalten des nicht aufgewickelten Endes
Blattes unter genügendem Zug fest und beseitigt so 50 kann die ganze Länge in einer konstanten Schraubenalle Falten, wenn die nachfolgende Seite des Bezuges linie um die Grundwalze 21 gewickelt werden und
mit der Oberfläche der Grundwalze oder einer dar- bildet so einen fortlaufenden, schlauchförmigen Bezug,
unterliegenden Papierschicht zur Auflage kommt. bei dem die aneinanderliegenden Windungen sich an
Die vorteilhafte Neigung der Umwicklung ist in den Stellen 33 überlappen, mit den Endteilen 37 der
gewissem Grad durch die Art der Druckpresse be- 55 Röhre über die Walzenenden 29 herausragen und die
stimmt, in der die Feuchtwalze benutzt wird. So kann abgesetzten Teile 34 der Walze umschljeßen. Die
die Umwicklung senkrecht zur Walzenachse liegen, überstehenden Enden 37 können dann durch Bewie
es in Fig. 3 dargestellt ist, wobei ihr Ende 27 den putzung glattgeschnitten und dann auf den verminzimächst
aufgelegten Teil des Blattes überlappt. Wenn derten Durchmesser der Flächen 34 zusammengezogen
man das Papier anfeuchtet und das Drehen langsam 60 werden. Die Enden des so zusammengezogenen Überfortsetzt,
während die Walze die danehenliegende zuges werden auf den Flächen 34 durch Gummibänder
Stahlwalze 15 berührt, werden alle Falten in dem 35 (Fig. 9) oder durch Klebstreifen 31 (Fig. 7) fest-Blatt
geglättet und verschwinden vollkommen, wobei gelegt ohne nachteilige Falten oder Brüche in den mit
sich der Bezug dicht um die Grundwalze zusammen- dem Druckplattenzylinder in Berührung kommenden
zieht und so durch Reibung gegen eine Relativ- 65 Teil des Bezuges.
bewegung gegenüber der Grundwalze gesichert ist. Bei den verschiedenen vorstehend beschriebenen
Dabei legt sich das Endteil 27 mit dem darunter- Umwicklungen ist an den Überlappungsstellen die
liegenden Anfangsteil des Blattes so fest zusammen, Oberfläche der Feuchtrolle infolge der Dicke des
daß das Ende 27 praktisch verschwindet und eine Überzuges größer als die danebenliegende Fläche,
glatte Oberfläche hinterläßt. 70 Dieser Unterschied ist verhältnismäßig klein, beson··
Claims (2)
1. Feuchtwalze für lithographische Druckmaschinen mit einem federnd nachgebenden
Grundkörper, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuchtwalzenbezug aus einem dünnen Blatt (20)
eines pflanzlichen Pergamentpapiers besteht.
2. Feuchtwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bezug als schmaler Pergamentpapierstreifen
(32) wendelförmig mit sich überlappenden Rändern (33) um den Grundkörper (21) gewickelt ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 490190.
Deutsche Patentschrift Nr. 490190.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 909 507/231 t. 59>
Priority Applications (2)
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Applications Claiming Priority (1)
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| DEI13069A DE1055559B (de) | 1957-04-03 | 1957-04-03 | Feuchtwalze fuer lithographische Druckmaschinen |
Publications (1)
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|---|---|
| DE1055559B true DE1055559B (de) | 1959-04-23 |
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Family Applications (1)
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Country Status (1)
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Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE490190C (de) * | 1928-11-14 | 1930-01-23 | Andreas Keller Jr | Verfahren zur Herstellung von Feuchtwalzen fuer Licht-, Offset- und Steindruck |
-
1957
- 1957-04-03 DE DEI13069A patent/DE1055559B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE490190C (de) * | 1928-11-14 | 1930-01-23 | Andreas Keller Jr | Verfahren zur Herstellung von Feuchtwalzen fuer Licht-, Offset- und Steindruck |
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