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Viersäulen-Spindelpresse DieErfindung betrifft eineViersäulen-Spindelpresse,
insbesondere in ihrer Ausgestaltung als Handspindelpresse.
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Viersäulen-Spindelpressen, auch in der Ausgestaltung als Handspindelpressen,
weisen im allgemeinen in der bisher bekannten Ausführung vier Rundsäulen auf, die
nicht nur zur Aufnahme des Preßdruckes, sondern gleichzeitig auch zur Führung des
Pressenstößels dienen, der mittels verstellbarer Lagerschalenhälften an diesen vier
Säulen geführt ist. Diese bekannte Ausführung von Spindelpressen hat zwar den Vorteil
der allseitigen Zugänglichkeit, bringt jedoch andererseits wieder den Nachteil mit
sich, daß die Reibung des Stößels an den vier Führungssäulen groß ist.
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Wenn auch bei motorisch angetriebenen Viersäulen-Spindelpressen diese
erhöhte Stößelreibung an den Führungsstellen im Hinblick auf den Vorteil der guten
Zugänglichkeit weniger ins Gewicht fällt, so hat sich doch gezeigt, daß bei Ausbildung
der Viersäulen-Spindelpresse als Handspindelpresse die hohen auftretenden Reibungsverluste
von großem Nachteil sind, weil mit Rücksicht auf diese Reibungsverluste mit den
Abmessungen nicht über ein bestimmtes Maß hinausgegangen werden kann, wenn nicht
darauf verzichtet werden soll, daß das Hochwinden des Pressenstößels von einer einzigen
Bedienungsperson bewältigt werden kann. Andererseits ist aber die Bedienung derartiger
Handspindelpressen durch mehrere Personen unwirtschaftlich. Es war daher notwendig,
sich bezüglich der Abmessungen derartiger Pressen Beschränkungen aufzuerlegen.
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Nach der Erfindung werden diese Nachteile vermieden, und es wird die
Möglichkeit geboten, Handspindelpressen mit wesentlich höheren Preßdrücken als bisher
zu bauen, wobei diese Pressen lediglich von einer einzigen Person bedient werden
können. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß für die Führung des Pressenstößels
zwei gegenüberliegende Prismen vorgesehen sind, die an zwischen je zwei Säulen angeordneten
Traversen in deren Mitte befestigt sind.
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Es ist zweckmäßig, .die Prismenführungen im Querschnitt quadratisch
oder kreisrund zu gestalten und an der mit der jeweiligen Traverse zu verbindenden
Stelle abzufasen.
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Die Traversen können mit Paßfedern versehene Kantenbleche aufweisen,
wobei diese Paßfedern in Längsnuten der Säulen eingreifen und die Kantenbleche mit
den Säulen durch Stehbolzen verbunden sind.
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Die Traversen werden zweckmäßig als geschlossene Wandungen ausgebildet
und erstrecken sich lediglich über den oberen und mittleren Bereich zwischen je
zwei Säulen. Es ist vorteilhaft, die Traversen an den Außenflächen mit querlaufenden
Versteifungsrippen zu versehen, deren Höhe nach der Mitte zu ausgehend von den Kantenblechen
zunimmt.
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Einzelheiten der Erfindung seien an Hand der Zeichnun- näher erläutert.
Es zeigt Fig. 1 eine Viersäulen-Handspindelpresse im Aufriß, Fig. 2 die gleiche
Spindelpresse im Seitenriß und Fig. 3 einen Grundriß und teilweisen Querschnitt
durch die Spindelpresse nach der Linie III-III der Fig. 1.
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Die erfindungsgemäße Viersäulen-Handspindelpresse besteht aus dem
Pressentisch 1, der auf dem Kastenfuß 17 befestigt ist. Mit dem Pressentisch sind
vier im Querschnitt quadratische Tragsäulen 2 jeweils mit den unteren Enden in üblicher
Weise durch (in der Zeichnung nicht dargestellte) Verschraubungen verbunden. Die
Tragsäulen weisen an den beiden nach außen gerichteten Flächen lotrecht verlaufende,
von oben nach unten sich allmählich verbreiternde Versteifungsbleche 3, 4 auf, die
mit den Tragsäulen nahtverschweißt sind. Jeweils an zwei einander zugekehrten Flächen
der Tragsäulen 2 sind Haltenuten 5 vorgesehen, in die entsprechende Paßfedern eingreifen,
die je an einem Kantenblech 18 einer Traverse 7 vorgesehen sind. Die Traverse besteht
aus einer Stahlplatte, an deren Innenseite in der Mitte von oben nach unten je ein
Führungspris.ma 8 angeschweißt ist. An der Außenseite sind, quer und horizontal
verlaufend, drei versteifend wirkende Querrippen 9 vorgesehen, die zwischen den
Kantenblechen 18 verlaufen und mit diesen und mit der Traverse verschweißt sind.
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Die Verbindung der Traversen mit den Säulen 2 erfolgt durch Stehbolzen
6. Dadurch ist es möglich, bei Beschädigung insbesondere der Führungsprismen 8,
diese zusammen mit der Traverse nach Lösen der Stehbolzen 6 gegen ein neues Bauelement
auszutauschen.
Die Querrippen 9 dienen in Verbindung mit den Versteifungsblechen
3, 4 zur Aufnahme der Drehmassenkräfte bei der Auswirkung der Druckkraft und sind
in ihrer Breite in Anpassung an das Biegemoment zunehmend ausgebildet.
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Die vier Tragsäulen 2 sind an den oberen Enden durch Verschraubungen
19 mit einem Querhaupt 10 verbunden. In üblicher Weise ist durch eine mittlere Gewindebohrung
des Querhauptes 10 eine Gewindespindel 11 geführt, die mittels des Schwungrades
12 und des Handgriffes 13 auf und ab bewegt wird. Am unteren Ende ist die Gewindespindel
11 mit dem Pressenstößel 14 verbunden, der in den beiden Prismaführungen 8 gleitend
geführt ist. Zum Anstellen des Stößels 14 an die Prismaführung 8 dienen zwei Anstellleisten
15, die durch Schrauben 16 mit dem Pressenstößel 14 verbunden sind.
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Bei der üblichen Zweisäulenpresse ist eine Handhabung des Stanzmaterials
nur in Richtung von vorn nach hinten möglich, da zu beiden Seiten des Pressenstößels
der Raum durch die beiden Führungssäulen versperrt ist. Aus diesem Grunde werden
vielfach Viersäulen-Spindelpressen benutzt, die eine bequeme Handhabung des Preß-
und Stanzmaterials sowohl in der Richtung von vorn nach hinten als auch in der Seitenrichtung
gestatten. Insbesondere können endlose Materialstreifen quer, d. h. von rechts nach
links oder umgekehrt im Preß- bzw. Stanzwerkzeug durch die Presse hindurchgeschoben
werden.
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Trotz der erfindungsgemäßen Führung des Pressenstößels lediglich an
zwei Prismenführungen ist die freie Zugänglichkeit der üblichen Viersäulen-Spindelpresse
auch bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung gewährleistet, weil, wie die Fig.2
zeigt, die beiden Traversen 7 sich lediglich über den oberen und mittleren Teil
der Führungssäulen erstrecken. Die seitliche Zugänglichkeit bzw. das seitliche Hindurchführen
des Preß- und Stanzmaterials wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die Erfindung vereinigt
in sich die Vorteile der bisher üblichen seitensteifen Viersäulen-Spindelpressen
mit denen der leicht bedienbaren üblichen reibungsgünstigen Zweisäulen-Handspindelpressen,
so daß nun die Möglichkeit gegeben ist, Handspindelpressen mit allseitiger Zugänglichkeit
auch für höhere Preßdrücke zu bauen.