DE1055082B - Anordnung zur Steuerung elektromagnetischer Wechselstrom-Synchronschalter - Google Patents
Anordnung zur Steuerung elektromagnetischer Wechselstrom-SynchronschalterInfo
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Description
DEUTSCHES
Zum synchronen Ein- und Ausschalten von Wechselströmen, insbesondere im Gleichrichterbetrieb, sind
schnelle elektromagnetische Schalter, sogenannte Schaltpatronen, entwickelt worden. Sie bestehen im
wesentlichen aus einem Magnetsystem mit Anker, der zugleich als Strombrücke dient, wobei der Stromkreis
durch elektromagnetische Einwirkung geschlossen und meist durch eine den magnetischen Kräften entgegenwirkende
Federkraft geöffnet wird. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, die Öffnungsbewegung
durch magnetische Kräfte allein oder im Zusammenwirken mit einer Feder herbeizuführen. Bei Systemen
dieser Art haben sich nun einige typische Schwierigkeiten gezeigt. Mit Rücksicht auf eine ausreichende
Spannungsfestigkeit im ausgeschalteten Zustand ist ein relativ großer Schaltweg erwünscht. Dies hat
aber, da die Einschaltzeit klein sein soll (einige I(H4S), den Nachteil, daß die mittlere Einschaltgeschwindigkeit,
insbesondere die Auftreffgeschwindigkeit, auf die feststehenden Kontakte groß sein
muß, was zu starkem Prellen und einer Zerstörung der Kontakte Anlaß gibt. Auch beim Ausschalten ist
es schwierig, den Anker abzubremsen und ein Rückprellen oder -schwingen zu vermeiden. Der große
Schaltweg hat ferner den Nachteil, daß die Anzugsamperewindungen ebenfalls groß sein müssen, was zu
ungünstigen Verhältnissen bei kleiner Last führt.
Es ist weiter vorgeschlagen worden, den Anker unmittelbar vor dem Schließen den feststehenden Kontakten
anzunähern, indem das Einschaltmagnetsystem durch einen Zusatzimpuls vorerregt wird. Hierdurch
können die eingangs erwähnten Nachteile weitgehend beseitigt werden. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß
es gewisse Schwierigkeiten macht, diesen Zusatzimpuls so zu dosieren, daß der Anker tatsächlich kurz
vor der Kontaktgabe stehenbleibt und nicht etwa. überschwingt; anderseits kann durch den Zusatzimpuls
infolge der transformatorischen Kopplung die Sperrspannung, wenn auch nur vorübergehend,
wesentlich erhöht werden.
Die Erfindung betrifft nun eine Anordnung zum Steuern elektromagnetischer Wechselstromsynchronschalter,
die mindestens einen Anker, eine damit verbundene Strombrücke sowie ein Ein- und ein Ausschaltmagnetsystem
zur Betätigung des Ankers aufweisen, wobei die Strombrücke in ihrer Ruhelage in einem vorgegebenen Abstand von weniger als 0,1 mm
von den feststehenden Kontakten gehalten wird. Ein System mit so kleinem Kontaktabstand kann ohne
weiteres nicht für höhere und hohe Spannungen benutzt werden. Man hat deshalb bekanntlich die Kontakte
im Vakuum oder in einem Medium erhöhter Spannungsfestigkeit angeordnet. Dadurch wird aber
der Aufbau der Schaltanordnung umständlicher und Anordnung
zur Steuerung elektromagnetischer
Wechselstrom-Synctironschalter
zur Steuerung elektromagnetischer
Wechselstrom-Synctironschalter
Anmelder:
FKG Fritz Kesselring Gerätebau A. G.,
Bachtobel, Weinfelden (Schweiz)
Bachtobel, Weinfelden (Schweiz)
Vertreter: Dipl.-Ing. R. Barckhaus, Patentanwalt,
Erlangen, Eichenweg 10
Erlangen, Eichenweg 10
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 2. April 1953
Schweiz vom 2. April 1953
Dr. Fritz Kesselring, Zollikon, Zürich (Schweiz),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
bereitet insbesondere bei großen Stromstärken infolge der gasdichten Stromeinführungen und deren Veränderung
durch thermische Ausdehnung erhebliche Schwierigkeiten. Nach der vorliegenden Erfindung
wird eine ausreichende Spannungsfestigkeit bei Betrieb in gewöhnlicher Luft unter Atmosphärendruck
durch eine grundsätzlich andere und neuartige Maßnahme erzielt.
Erfindungsgemäß entsteht spätestens bei Einsetzen der Sperrspannung durch Erregen des Ausschaltmagnetsystems
eine auf den Anker in Ausschaltrichtung wirkende Kraft, die bewirkt, daß die Strombrücke
ihre Ruhelage in der genannten Richtung überschreitet und ihr Abstand von den feststehenden
Kontakten mindestens im gleichen Maße wie die Sperrspannung selbst zunimmt.
Es ist einleuchtend, daß im geschlossenen Zustand zwischen den Kontakten praktisch keine Spannung
besteht. Beim Einschalten können die Verhältnisse leicht so getroffen werden, daß das Schließen der
Kontakte bei kleiner Spannung erfolgt. Bei Gleichrichtern wird dies nach Möglichkeit angestrebt, insbesondere
auch, um die sogenannte Einschaltfeinwanderung, die bei Spannungen über etwa 12 V einsetzt,
zu vermeiden. Beim Ausschalten hingegen, tritt
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im allgemeinen sehr bald nach vollzogener Kontakttrennung eine verhältnismäßig hohe Spannung auf,
die bei Kontaktabständen von nur 0,1 mm oder weniger in Luft von Atmosphärendruck niemals beherrscht
werden könnte. Hier setzt nun die grund-.sätzlich neue Erkenntnis ein, wonach der Abstand der
Strombrücke von den feststehenden Kontakten mindestens in gleichem Maße wie die Sperrspannung
selbst zunimmt. Da gerade bei kleinen Abständen die Durchschlagsspannung ziemlich genau proportional
dem Abstand ist, so kann eine solche Anordnung praktisch beliebig hohen Sperrspannungen standhalten,
ohne daß es notwendig wird, den Einschaltweg zu vergrößern.
Da es im allgemeinen zweckmäßig ist, daß bei Auftreten der Sperrspannung'—-oder, wie man bei Schaltern
sagt, der wiederkehrenden Spannung —■ schon ein gewisser Kontaktabstand vorhanden ist, so kann
es zweckmäßig sein, daß die in Ausschaltrichtung wirkende Kraft schon um eine vorgegebene Zeit vor
dem Stromnulldurchgang einsetzt; insbesondere bei Gleichrichtern mit Schaltdrosseln ist es vorteilhaft,
λνεηη die in Ausschaltrichtung wirkende Kraft bereits bei Beginn der Ausschaltstufe wirksam wird. Um ein
Überschwingen des Ankers in der Ein- bzw. Ausschaltrichtung möglichst zu vermeiden, kann es zweckmäßig
sein, dämpfende Mittel zur Anwendung zu bringen, beispielsweise dadurch, daß Wirbelströme
im Anker oder in einer Wicklung auf dem Anker erzeugt werden oder daß eine Dämpfungswicklung auf
dem Ausschaltmagnetsystem angebracht wird, wobei mit Hilfe eines Ventils dafür gesorgt werden kann,
daß die Dämpfung beispielsweise nur in Einschaltrichtung, d. h. bei abnehmendem Magnetfluß wirkt.
Im allgemeinen erweist es sich als vorteilhaft, den Abstand zwischen feststehendem und beweglichem
Kontakt in der Ruhelage auf Werte unterhalb 0,1 mm, z. B. auf 0,05 mm, einzustellen und die Einschaltkraft
so zu dosieren, daß die Auftreffgeschwindigkeit auf den feststehenden Kontakt höchstens 30 cm/s beträgt.
Hierdurch können Prellungen und Abrieb weitgehend vermieden und die Geräuschbildung auf ein Minimum
eingeschränkt werden. Unter Umständen kann es vorteilhaft sein, daß der Anker beispielsweise unter der
Einwirkung einer Feder zunächst auf den feststehenden Kontakten aufliegt und dann durch die Vormagnetisierung
des Ausschaltmagnetsystems in seine Ruhelage gebracht wird. In diesem Falle ist es möglich,
das Einschalten durch Schwächung der Ausschaltvormagnetisierung herbeizuführen.
Um die Dauerfestigkeit der Anordnung zu erhöhen, wird das Ausschaltmagnetsystem zweckmäßig so ausgebildet,
daß seine Polschuhe vom Anker auch bei der höchsten auftretenden Sperrspannung nicht berührt
werden. Auch diese Maßnahme trägt wesentlich zur Verminderung der Geräuschbildung bei.
Unter der Ruhelage wird im folgenden ganz allgemein diejenige Ankerstellung verstanden, die unter
dem Einfluß von Federkräften allein oder auch im Zusammenwirken mit konstanten magnetischen Kräften
zustande kommt.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung noch näher erläutert, in der die
Fig. 1 eine beispielsweise Ausführungsform nach der Erfindung schematisch darstellt, während
Fig. 2 den Auf- und
Fig. 3 den Seitenriß dieser Anordnung zeigen.
In Fig. 1 bedeutet 1 einen Drehstromtransformator mit den primär in Dreieck geschalteten Wicklungen 2
und den sekundär in Stern geschalteten Wicklun- 7f
gen 3, 3', 3". Mit 4, 4', 4" sind Schaltdrosseln bezeichnet. Im folgenden wird nur noch die zur Transformatorwicklung3
gehörige Anordnung beschrieben, da sie mit denen der beiden andern Phasen vollkommen
übereinstimmt. Die Schaltdrossel 4 besteht aus einem Eisenkern 5 und einer Hauptstromwicklung
6. Allfällige Vormagnetisierungswicklungen, die in keinem Zusammenhang mit der Erfindung stehen,
sind weggelassen. 7 ist der Schalter; er besteht aus der Strombrücke Sj die durch die Feder 9 gehalten
wird, die ihrerseits an den Isoli er stücken 10 und 11 befestigt ist. 12 und 13 sind die feststehenden Kontakte,
14 die Hauptstromwicklung, 15 die Einschaltwicklung und 16 die Ausschaltwicklung. 17, 18 und
19 sind Ventile, 20 ist eine Verbindungsleitung, 21 ein Überbrückungswiderstand und 22 die Belastung.
Mit P, Pv P2 sind Verbindungspunkte bezeichnet. An Hand von Fig. 1 sollen nun zwei mögliche Schaltungen
betrachtet werden, die dadurch gekennzeichnet sind, daß die Zusatzwicklung 16 im einen Fall
(Schaltung I) an die Punkte P und Pv im andern Fall (Schaltung II) mittels der Leitung 20 an die
Punkte P1 und P2 angeschlossen wird, wobei die Verbindung
bei P aufgetrennt ist.
Schaltung I. Im stromlosen Zustand, d. h. wenn die Wicklungen 14, 15 und 16 unerregt sind, wird der
Anker bzw. die Strombrücke 8 mittels der Feder 9 in ihrem entspannten Zustand unmittelbar vor den feststehenden
Kontakten, z. B. in einem Abstand von 0,1... 0,05 mm und weniger, festgehalten. Bei Gleichrichterbetrieb
soll dies der Fall sein, unmittelbar bevor die Einschaltspule 15 erregt wird. Dies kann
im allgemeinen auch gefahrlos geschehen, da zu dieser Zeit die Spannung zwischen den Kontakten, sofern
nicht die Einschaltung aus Gründen der Spannungsregelung verzögert wird, sehr klein ist. Sowie nun
die Einschaltwicklung 15 Strom führt, wird der Anker 8 angezogen, und zwar infolge des geringen
Abstandesund dementsprechend kleinen magnetischen Luftspaltes schon bei einer sehr kleinen Amperewindungszahl
von z. B. nur 100 AW oder weniger. Sobald die feststehenden Kontakte 12 und 13 über die
Schaltbrücke 8 miteinander verbunden sind, beginnt die durch die Ummagnetisierung der Schaltdrossel 4
hervorgerufene Stufe abzulaufen. Anschließend setzt der Hauptstrom ein, was infolge der Erregung der
Hauptstromwicklung 14 zu einer Vergrößerung des Kontaktdruckes führt. Nähert sich der Hauptstrom
wieder seinem Nullwert, so fällt der Anker 8 zunächst unter dem alleinigen Einfluß der Feder 9 während
der Ausschaltstufe der Schaltdrossel 4 ab, wobei eine allfällige Funkenbildung durch das Ventil 18
unterdrückt wird. Nach Ablauf der Ausschaltstufe erscheint nun an den Kontakten 12 und 13 und damit
auch zwischen den Punkten P und P1 die Sperrspannung. Dies hat zur Folge, daß die Wicklung 16 erregt
und daher der Anker 8 entgegen der Federkraft um so weiter von den feststehenden Kontakten 12, 13 entfernt
wird, je höher die Sperrspannung ist. Mit andern Worten, der Kontaktabstand und damit die
elektrische Festigkeit des Schalters passen sich automatisch der Sperrspannung an; der Abstand ist groß
bei hoher und klein bei niedriger Sperrspannung. Ein besonderer Vorteil der Anordnung besteht darin, daß
zur Speisung der Wicklung 16, die im allgemeinen hochohmig auszuführen ist, keine zusätzliche Stromquelle
notwendig ist. Aus dem geschilderten Ablauf des Schaltvorganges geht hervor, daß bei der Schaltung
I die Beschleunigung der Strombrücke 8 während der Ausschaltstufe lediglich durch die Feder 9
Claims (9)
1. Anordnung zur Steuerung elektromagnetischer Wechselstrom-Synchronschalter, die mindestens
einen Anker, eine damit verbundene Strombrücke sowie ein Ein- und ein Ausschaltmagnetsystem
zur Betätigung des Ankers aufweisen, wobei die Strombrücke in ihrer Ruhelage in einem
vorgegebenen Abstand von weniger als 0,1 mm von den feststehenden Kontakten gehalten wird,
dadurch gekennzeichnet, daß spätestens bei Einsetzen der Sperrspannung durch Erregen des Ausschal tmagnetsystems eine auf den Anker in Ausschaltrichtung
wirkende Kraft entsteht, die bewirkt, daß die Strombrücke ihre Ruhelage in der genannten Richtung überschreitet und ihr Abstand
von den feststehenden Kontakten mindestens in gleichem Maße wie die Sperrspannung
selbst zunimmt.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wicklung des Ausschaltmagnetsystems
an der Sperrspannung selbst oder an einer von dieser abgeleiteten Spannung liegt.
3. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Mittel, die bewirken, daß die in Ausschaltrichtung
wirkende Kraft um eine vorgegebene Zeit vor dem Stromnulldurchgang einsetzt.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wicklung des Ausschaltmagnetsystems
an eine nur bei abnehmendem Hauptstrom an einer Induktivität wirksam werdende Spannung gelegt wird.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Induktivität eine gesättigte
Drossel ist, wobei die auf das Ausschaltmagnetsystem wirkende Spannung durch die Ausschaltummagnetisierung
erzeugt wird.
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gesättigte Drossel als
Schaltdrossel ausgebildet ist und eine stromschwache Stufe erzeugt, während der die Kontakttrennung
herbeigeführt wird.
7. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Mittel zur Dämpfung der Bewegung des
Ankers.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfung vornehmlich
durch Wirbelstrombildung im Anker hervorgerufen wird.
9. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfung durch eine
Dämpfungswicklung auf dem Ausschaltmagnetsystem bewirkt wird, die nur bei abnehmendem
Magnetfluß im Ausschaltmagnetsystem Strom führt.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| CH2858500X | 1953-04-02 |
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| Publication Number | Publication Date |
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| CH (1) | CH312416A (de) |
| DE (1) | DE1055082B (de) |
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