DE1052263B - Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung sehr kleiner Zustellwege des Werkzeugs - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung sehr kleiner Zustellwege des WerkzeugsInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung feinster Zustellbewegungen
von Werkzeugen an Werkzeugmaschinen, vorzugsweise von Scheiben an Schleifmaschinen.
Bei den heutigen Anforderungen an die Genauigkeit der Bearbeitung der Werkstücke und bei den so
geringen Maßtoleranzen ist es mit den bisher üblichen Mitteln des Werkzeugmaschinenbaues kaum
noch möglich, den geforderten Arbeitsbedingungen nachzukommen. Es werden dabei oft Spanabnahmen
gefordert, die im Höchstfall Zehntel, oft aber nur Tausendstel eines Millimeters betragen.
Der Vorschub der Schleifscheibe je Werkstückumdrehung darf daher manchmal nur Bruchteile von
μ betragen. Eine wesentliche Forderung im modernen Schleifmaschinenbau zur Erzielung einwandfreier
Schleifarbeit ist außerdem eine weitgehende Unempfindlichkeit der Konstruktion gegen Maschinenschwingungen,
die das Schliffbild in unangenehmer Weise beeinflussen. Werkzeug und Werkstück müssen
gegeneinander so starr wie möglich auf dem Maschinenbett gelagert sein. Diese Forderungen werden von
den bisher vorhandenen Konstruktionen nicht ausreichend erfüllt.
Mechanische Zustellgetriebe auf der Grundlage von Klinkensteuerungen, Zahnrad- oder Schneckentrieben,
ja selbst bei Verwendung von feingängigen Schraubspindeln, arbeiten zu ungenau bzw. zu ungleichmäßig;
hydraulische Getriebe mit Drosselung des Druckmittels sind bezüglich der Genauigkeit auch bei
Anwendung von aus Stufenkolben bestehenden Untersetzungsgetrieben in hohem Maße von der temperaturabhängigen
Viskosität des Druckmittels abhängig.
Es wurde auch vorgeschlagen, eine geringe Zustellgröße ohne Verstellen eines Supportes lediglich durch
Erhöhung der Umlaufzahl der Schleifspindel zu erzielen, wobei die infolge von Unwucht bei steigender
Drehzahl sich vergrößernden Schwingungsamplituden der Schleifspindelwelle als Beistellwert ausgenützt
werden sollten. Ein solches Verfahren ist aber bei Überschreiten der zulässigen Schleifgeschwindigkeiten
äußerst gefährlich und bringt wegen der absichtlich herbeigeführten Schwingungen Unruhe in die Maschine
und läßt kein sauberes Schliffbild zu; außerdem sind die auf modernen Schleifmaschinen verwendeten
Schleifscheiben so weitgehend ausgewuchtet, daß der Erfolg nicht eintritt.
Kleinste Vorschubbewegungen werden auch als Differenz zweier entgegengesetzt gerichteter Bewegungen
erzeugt, wobei die eigentliche Hauptvorschubbewegung eines ersten Schlittens um ein nur
geringes Maß größer ist als die rückläufige Gegenbewegung des zugehörigen zweiten Schlittens. Die für
Verfahren und Vorrichtung
zur Erzeugung sehr kleiner Zustellwege
des Werkzeugs
Anmelder:
Fortuna -Werke Spezialmaschinenf abrik
Fortuna -Werke Spezialmaschinenf abrik
Aktienges ells chaf t,
Stuttgart-Bad Cannstatt, Pragstr. 138-146
Stuttgart-Bad Cannstatt, Pragstr. 138-146
Dipl.-Ing. Rolf Völler, Dagersheim (Kr. Böblingen),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
die doppelte Bewegung erforderlichen Antriebsteile begünstigen aber das Auftreten von Schwingungen in
der Maschine, die die Genauigkeit und Sauberkeit der Schleifarbeit beeinträchtigen.
Bekanntlich tritt nach Stillsetzen der Vorschubbewegung des Schleifsupports vor dessen Zurückfahren
im Eilgang infolge allmählichen Ausgleichs des Schleifdrucks immer noch eine geringe Relativbewegung
zwischen Werkstück und Schleifscheibe auf, die als sehr geringe Zustellung während des Ausfeuerns
angesehen werden kann. Es wurde daher vorgeschlagen, den Druck zwischen Werkzeug und Schleifscheibe
zur Steuerung der Ausfeuerzeit zu messen. Es sollte dann bei Erreichen eines bestimmten Enddruckes
die Maschine von Hand oder automatisch abgeschaltet werden. Der Schleif druck ist jedoch eine
Funktion der Schleifscheibe in bezug auf Schärfe, Drehzahl usw., so daß ein Erfolg nicht ständig mit
Sicherheit erwartet werden kann. Außerdem behandelt dieses Verfahren kein echtes Zustellproblem.
Es ist ferner bekannt eine Feinzustellung mit Zugstabvorschub, deren Zustellungscharakteristik aber
für den Arbeitsablauf auf Schleifmaschinen nicht geeignet ist, da bei ihr die Zustellgröße ansteigt statt
abzuklingen. Eine Feinzustellung mit abklingender Zustellcharakteristik kann durch Schwenken des
Schleifscheibenträgers um eine zur Schleifspindel parallele Achse erreicht werden. Eine Abwandlung
des Zugstabvorschubs, jedoch mit der gewünschten abklingenden Zustellcharakteristik, verwendet eine
Bauart, bei der ein flacher Bogen durch, eine Querkraft so durchgedrückt wird, daß durch. eine Kniehebelbewegung
im Bereich der Feinzustellung sehr kleine Zustellbeträge bei sehr großen Zustellkräften
erzeugt werden können. Eine gleichmäßige Zustellsog 768/68
charakteristik ist auf diese Weise kaum zu erzielen. Zum Durchdrücken des in Längsrichtung federnden
Bogens zur Erzeugung der verlangten Zustellkräfte sind entsprechende Querkräfte erforderlich. Bei
großem Querschnitt des Bogens zur Erzielung großer Knicksteifigkeit mit Rücksicht auf das Unterdrücken
von etwa vorhandenen Maschinenschwingungen sind diese Querkräfte sehr groß; sie müssen irgendwie vom
zugehörigen Maschinenteil wie Gehäuse usw. aufgenommen und natürlich auch irgendwie erzeugt
werden.
Bei kleinen Querkräften muß jedoch der Bogenquerschnitt so schwach gearbeitet werden, daß keine
genügende Stabilität gegen Schwingungen mehr vorhanden ist.
Schließlich wird noch eine sogenannte Kurvenzustellung erwähnt, die bezüglich ihrer Feinfühligkeit
alle Forderungen erfüllt und auch genügend große Zustellkräfte erzeugt. Infolge der meist langen Übertragungswege
und zahlreichen Übertragungsglieder ist auch diese Zustellart nicht genügend starr, um das
Weiterleiten von Schwingungen zu verhindern.
Bei Anwendung von Gleitführungen lassen sich mit vorgenannten Anordnungen .Zustellgenauigkeiten von
5 bis 10 μ, auf den Durchmesser bezogen, erreichen. Diese Genauigkeit genügt aber in vielen Fällen heute
nicht mehr. Bei Anwendung von Rollführungen lassen sich Genauigkeiten von 1 bis 3 μ erzielen. Infolge der
geringen Reibungswerte in -den Führungsbahnen sind diese Maschinen wesentlich empfindlicher gegen
Schwingungen in der Maschine als solche mit Gleitbahnen. Das Übertragungssystem der Feinzustellung
der \'orgenannten Bauarten ist in sich nicht genügend starr ausgebildet, um die vorkommenden Maschinenschwingungen
zu dämpfen. Infolge dieser Schwingungsempfmdlichkeit bilden sich gerade bei feinsten
Zustellbeträgen zur Erzeugung feinster Oberflächen die Schwingungen der in einer Rollführung kaum gedämpften
Bewegungen auf der Werkstückoberfläche in Form von Mustern ab. Versucht man mit an sich
bekannten Mitteln diese Schwingungen zu dämpfen und die Rollführung weniger empfindlich zu machen,
so läßt mit wachsender Dämpfung die Arbeitsgenauigkeit der Maschine nach, so daß der Vorteil der Rollführung
gegenüber der Gleitführung wieder verlorengeht. Die gestellten Genauigkeitsforderungen können
nicht mehr erfüllt werden.
Der Gegenstand der Erfindung besteht darin, daß zwischen dem Werkzeugträger und dem diesen tragenden
Unterschlitten, die mittels Rollführung aufeinander geführt sind, eine schwingungsdämpfende,
in sich längsstarre, aber trotzdem längenveränderliche Verbindung angeordnet ist, die alle aufzubringenden
Verstellkräfte in ihrer Längsachse überträgt und deren Längenveränderung durch Temperaturänderung
eben dieses Verbindungsgliedes bewirkt wird. Eine solche thermische Zustellung benutzt die mit steigender
Temperatur zunehmende Schwingungsamplitude der Moleküle und entzieht ihr Kraft und Betrag für
die Zustellung. Die Dehnung bleibt dabei nach den physikalischen Grundgesetzen im verwendeten Bereich
an sich linear zur Temperaturänderung. Sie kann jedoch durch zusätzlich angewendete Hilfsmittel bezüglich
der in der Zeiteinheit zugeführten Wärmemenge jede für einen Arbeitsablauf gewünschte Charakteristik
der Zustellung annehmen.
Das Verfahren der thermischen Zustellung besteht darin, daß nach Beendigung des üblichen Eilvorganges
bzw. Grobzustellens ein zwischen dem Werkzeugträger und seinem Unterschiitteti eingespanntes Verbindungsglied,
z. B. ein Dehnstab, erwärmt wird, wobei er sich ausdehnt und die Zustellung dadurch bewirkt,
daß der Werkzeugträger gegenüber dem festen Unterschlitten um das Maß der langsam erfolgenden
Ausdehnung des Dehnstabes gegen das Werkstück zu verschoben wird. Wenn die gewünschte Gesamtgröße
der Zustellung erreicht ist und das Werkstück sein Sollmaß hat, wird die Wärmezufuhr abgestellt und
cjer Dehnstab abgekühlt, wobei dann gleichzeitig der Eilrückgang des Schleifsupports in üblicher Weise
eingeschaltet wird. Durch Regelung der zugeführten Wärmemenge je Zeiteinheit kann jede gewünschte Zustellgröße
und Zustellcharakteristik eingestellt werden. Als Wärme- bzw. Kälteträger ist an sich jedes
Fluid geeignet; es hat aber bezüglich der gewünschten Zustellcharakteristik sowie der zum Anwärmen bzw.
Abkühlen benötigten Zeit gewisse Vorteile, zum Anwärmen elektrischen Strom, zum Abkühlen das an
Schleifmaschinen sowieso schon vorhandene Kühlmittel (Wasser, Emulsion od. dgl.) zu verwenden.
Demnach besteht die Zustellvorrichtung z. B. aus einem Dehnstab, der in seinem Inneren einen keramischen
Heizkörper oder einen Keramikträger mit einer elektrischen Heizwicklung besitzt. Der Heizraum
ist völlig abgeschlossen, und nur die beiden An-Schluß drähte verlassen den Dehnstab. Der Dehnstab
wiederum ist von einem Kühlmantel umgeben, der an die Kühlmittelleitung der Schleifmaschine angeschlossen
ist. Der Zufluß des Kühlmittels wird durch an sich bekannte Ventile, z. B. durch Magnetventile, gesteuert.
Der Dehnstab ist mit dem Oberschlitten der Rollführung und dem Unterschlitten spielfrei verbunden;
wenn zur Befestigung des Dehnstabes am Oberund Unterschlitten jeweils stabile Gabellager mit
einer ständig mit dem Kühlwasser gekoppelten Kühlzone verwendet werden, braucht man die Höhe der
Führung und der Stützlager vorn und hinten nur grob aufeinander abzustimmen.
Bei den üblichen Feiuzustellungen von 2,5 μ/sec reicht eine Heizleistung von 0,75 kW aus; für extreme
fast bis an Grobzustellung heranreichende Zu-Stellbeträge von 10 μ/sec wären etwa 2 bis 3 kW er-
^ forderlich. Die Zustellgeschwindigkeit wird dabei elektrisch für die jeweils eingestellte Heizleistung geregelt,
wobei ein eingebauter Wattmesser eine geeichte Einteilung in μ/sec für die Größe der Zustellung
erhalten kann. Die gesamte Zustellung ergibt
^0 sich aus der Dauer der Heizzeit, für die wiederum ein Zeitrelais vorgesehen werden kann. Wenn in an
sich bekannter Weise mittels Kurven und Widerständen die Heizleistung gesteuert wird, kann man
jede beliebige Zustellcharakteristik und/oder funktio-
^ nellen Zusammenhang zwischen Zustellung und Schleifzeit beeinflussen und regeln.
Das Ende eines Schleifarbeitsganges kann wie bisher durch Abtasten des Werkstückes mittels bei Erreichen
des Fertigmaßes selbsttätig abschaltendem Meßgerät oder durch Schleifen gegen Anschlag gesteuert
werden. Es kann aber auch durch Ablauf einer vorgegebenen Heizzeit mit oder ohne Verzögerung
die Heizung abgeschaltet, die Kühlung eingeschaltet werden und im übrigen die automatische
Steuerung der Maschine mit allen vorgesehenen Bewegungen gesteuert werden.
Bei normalen Feinzustellungen beträgt die erforderliche Temperaturerhöhung des Dehnstabes nur
etwa 7 bis 14° C; an Wärme muß bei der Kühlung etwa 3 bis 8 kcal wieder abgeführt werden. Die Zu-
Claims (9)
1. Verfahren zur Erzeugung sehr kleiner Zustellwege des Werkzeugs, vorzugsweise der Scheibe
von Schleifmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß ein zwischen Werkzeugträger (1) und dessen
Führungsbahn (3) spielfrei eingeschaltetes Zustellorgan. (8) erwärmt und nach beendeter Zustellung
wieder abgekühlt wird.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Zustellorgan (8) aus einem mit einer Heiz-(13 bis 18) und einer Kühleinrichtung (19, 20, 22,
24,29) versehenen Dehnstab (8) besteht.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Dehnstab (8) mittels Gabellagern
(4, 5, 6, 7,10, 21, 23) spielfrei am Werkzeugträger (1) bzw. an dessen Führungsbahn (3)
befestigt ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Konsolen (21, 23) der Gabellager
und/oder die Befestigungszonen der Konsolen (21, 23) am Werkzeugträger (1) bzw. an dessen
Führungsbahn (3) von einem Teil des Kühlmittelstroms durchflossen sind.
5. Einrichtung nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Dehnstab (8) hohl und in
seinem Innern die Heizeinrichtung (13 bis 18) untergebracht ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung (13 bis
18) aus einem keramischen Heizkörper (13) oder einem keramischen Träger für eine elektrische
Heizleitung (16,17) besteht.
7. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an die automatische
Steuerung der Maschine einstellbare Schalter vorgesehen sind, mittels derer die Zufuhr des
Heizstroms, beispielsweise hinsichtlich Dauer und Stärke, d. h. die gewünschte Vorschubcharakteristik,
einstellbar ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Dehnstab von einem dicht
abschließenden Kühlmantel (19) umgeben und der Zwischenraum (29) zwischen dem Dehnstab (8)
und dem Kühlmantel (19) an den Kühlmittelkreislauf (20, 22) der Maschine angeschlossen ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in den Kühlmittelleitungen
(20,22) zum bzw. vom Kühlmantel (19) an sich bekannte einstellbare sowie an· die automatische
Steuerung· der Maschine angeschlossene Regelventile (24) angeordnet sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 853 568, 577 846,
181;
Deutsche Patentschriften Nr. 853 568, 577 846,
181;
deutsche Patentanmeldung W11308Ib/67a (bekanntgemacht am 16. Juni 1955);
britische Patentschrift Nr. 730 172.
britische Patentschrift Nr. 730 172.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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