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Einrichtung zur Zuführung des Schleif-bzw. Poliermittels bei zweiseitig
wirkenden Glasschleif- und bzw. oder Poliermaschinen Es ist bekannt, daß den das
Glas bearbeitenden Schleif- bzw. Polierwerkzeugen ein Schleif- bzw. Poliermittel
zugeführt werden muß, das im allgemeinen zum Schleifen aus einem Sand-Wasser-Gemisch
und zum Polieren aus einem Eisenoxyd-Wasser-Gemisch besteht. Infolge der durch die
Vorwärtsbewegung des Glasbandes und bzw. oder Querbewegung der Werkzeuge auf dem
Glasband bedingten Relativbewegung zwischen dem Glasband und den Werkzeugen werden
das Schleif- und das Poliermittel auf dem Glasband verteilt.
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Wenn die Zufuhr des Schleif- und Poliermittels ungenügend oder unregelmäßig
wird, liegt die Gefahr einer übermäßigen Erwärmung des Glases vor, was zu Glasbruch
führen kann. Insbesondere die geregelte Speisung der die Glasunterfläche bearbeitenden
Werkzeuge bereitet aber Schwierigkeiten, weil das Schleif-und das Poliermittel das
Bestreben haben, unter dem Einfluß der Schwere nach unten zu fallen. Dies macht
sich auch während der letzten Phase des Polierens geltend, weil eine genaue Dosierung
des den Polierwerkzeugen in diesem Zeitpunkt zugeführten Wassers auf der Glasunterfläche
kaum möglich ist.
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Erfindungsgemäß werden diese Schwierigkeiten dadurch vermieden, daß
das unmittelbar in Zerstäuberdüsen oder mittels Preßluft zerstäubte Schleifmittel-
bzw. Poliermittel-Wasser-Gemisch periodisch gegen das Glasband geschleudert wird,
womit das gute Haften am Glas trotz des Einflusses der Schwere sichergestellt ist.
Wenn am Schluß des Poliervorganges das Poliermittel durch Wasser ersetzt wird, kann
es entweder in zerstäubtem Zustand oder auch in: Form von Dampf oder schließlich
noch in Form von befeuchteter Luft periodisch aufgeschleudert werden.
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Der Überschuß an Schleif- bzw. Poliermittel oder an Wasser wird hierbei
ungehindert durch unmittelbar unterhalb der Werkzeugmitte angeordnete Rückflußkanäle
abgeleitet, ohne zwischen der Arbeitsfläche der Werkzeuge und dem Glas hindurchtreten
zu müssen, was die Entstehung von für das Glas gefährlichen Drücken verhindert.
Die periodische Schleif-bzw. Poliermittel- oder Wasserzuführung erfolgt hierbei
über mechanisch gesteuerte Ventile, die durch die waagerechten Wecchselbewegungen
der Werkzeugträger geöffnet und durch Federn geschlossen oder bei feststehenden
Werkzeugträgern durch Nocken, oder Kurbelgetriebe gesteuert werden.
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Bei Maschinen zum Polieren der Glasunterfläche ist es bekannt, das
Poliermittel in Form von Strahlen auf das Glas zu spritzen, wo es von den Polierwerkzeugen
erfaßt und ausgebreitet wird. Nachteilig hierbei ist, daß das Poliermittel weder
zerstäubt noch periodisch gegen das Glas geschleudert wird. Hinzu kommt noch, daß
zur Zuführung des Poliermittels und zur Rückführung des Überschusses ein besonderes
Leitungssystem erforderlich ist, was sehr leicht zu Verstopfungen und Betriebsstillständen
führen kann.
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Es ist des weiteren auch bekannt, Schleif- und Poliermittel in der
Weise auf rotierende Schleif- oder Polierscheiben aufzutragen, daß sie in trockenem,
staubförmigem Zustand einer Zerstäuberdüse zugeführt werden, wobei gegebenenfalls
noch Flüssigkeit getrennt zugegeben werden kann. Auch bei dieser Vorrichtung findet
kein periodisches Schleudern des Schleif- und Poliermittels gegen die zu bearbeitende
Fläche statt; hinzu kommt noch, daß die getrennte Zufuhr des trockenen Schleif-
und Poliermittels einerseits und der Flüssigkeit andererseits bei der Bearbeitung
von Glas nicht zu befriedigenden Ergebnissen führen kann.
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Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Fig. 1
bis 10 dargestellt. Es zeigt Fig. 1 schematisch eine erste Ausführungsform der Poliervorrichtung
in senkrechtem Schnitt mit Zerstäuberdüsen, Fig. 2 bis 4 schematische Ansichten
von Druckluftzerstäubern, Fig.5 in Seitenansicht einen Teil eines mit Zerstäubern
nach Fig. 2 ausgerüsteten Werkzeugträgers, F ig. 6 eine Endansicht mit teilweisem
Querschnitt des Werkzeugträgers nach Fig. 5, Fig. 7 einen dem oberen Teil der Fig.
6 entsprechenden Schnitt in größerem Maßstab,
Fig. 8 den Grundriß
eines Endes des Werkzeugträgers nach Fig. 5, Fig.9 und 10 in Ansicht und im Grundriß
eine Einzelheit nach Fig. 8 in größerem Maßstab.
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Mit 1 und 2 sind die untere und die obere Polierscheibe eines Polierscheibenpaares
bezeichnet, die ein in Bewegung befindliches Glasband 3 (Fig. 1) bearbeiten. Jede
dieser mit einem Filz ausgekleideten Scheiben ist an einer Hohlspindel 5 angebracht,
die von einem Zahnrad 6 angetrieben wird und sich in einem Träger 7 dreht. Bei dem
Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 wird das Poliermittel gleichzeitig in der Mitte
und in der unmittelbaren Nähe des Umfanges des Werkzeuges zugeführt. Die unteren
Werkzeuge erhalten das Poliermittel-Wasser-Gemisch über eine von einer Pumpe 9 gespeiste
Leitung. 8, die mit einer mittleren Leitung 10 und seitlichen Leitungen 11 in Verbindung
steht, welche in Zerstäuberdüsen 12 enden. Wenn die Leitungen unter Druck gesetzt
werden, z. B. durch Schließen eines Ventils 13 in der Leitung 8, wird ein sehr feiner
Sprühregen gegen die Unterfläche des Glasbandes 3 geschleudert. Auf diese Weise
wird ein mit anderen Mitteln nicht erreichbares Haften am Glas ermöglicht und jeder
Poliermittelverlust vermieden.
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Um zu verhindern, daß sich bei Außerbetriebsetzung der Zerstäuber
12 ihre engen Mündungen verstopfen, wird die Pumpe auf eine Liefermenge eingeregelt,
die einen Umlauf in den Rohren 10 und 11 aufrechterhält, wobei der Überlauf durch
die Kanäle 14 in eine Rücklaufleitung 16 und von hier in den Speisebehälter 17 der
Pumpe 9 zurückfließt.
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Zu gewissen Zeiten, insbesondere am Schluß des Polierens, ist es vorteilhaft,
die Zufuhr von Polierrot zu unterbrechen und den Polierwerkzeugen Wasser zuzuführen.
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Zu diesem Zweck sind außer den Rohren 10, 11 noch Rohre 18, 19 vorgesehen,
die an eine Leitung 15 angeschlossen sind, welche Dampf oder befeuchtete Druckluft
führt.
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Der nach dem Öffnen der Ventile 20 der Glasunterfläche zugeführte
Dampf kondensiert, wodurch auch in diesem Fall ein Haften des Wassers am Glas sichergestellt
und die Möglichkeit gegeben ist, die angewendete Wassermenge viel genauer zu dosieren,
als es mit normalen Mitteln der Fall ist. Das Wasser kann aber auch durch Zerstäubung
aufgebracht werden, entweder mittels der Zerstäuber 12, wobei dann die Rohre 18,
19 in Fortfall kommen, oder auch mittels dieser Rohre, die dann mit Zerstäubern
ausgerüstet werden. Wie Fig. 1 zeigt, kann auch das obere Werkzeug mit einer ähnlichen
Vorrichtung ausgerüstet werden, wie sie durch die Bezugszeichen 8 bis 20 für das
untere Werkzeug 1 gekennzeichnet ist, mit Ausnahme der in diesem Fall nicht erforderlichen
Rückflußleitung. Da aber die Schwierigkeiten zum gleichmäßigen und dosierten Aufbringen
des Poliermittel-Wasser-Gemisches auf die Oberfläche des Glases geringer als zum
Aufbringen auf dessen Unterfläche sind, können auch die gewöhnlichen Speisemittel
für das obere Werkzeug beibehalten werden, ohne hierbei größere Nachteile befürchten
zu müssen.
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Was vorstehend zu den Polierwerkzeugen gesagt worden ist, gilt naturgemäß
auch für die Schleifwerkzeuge, gleichgültig, wie ihre Gestaltung, ihre Anordnung
und die Art ihrer Aufhängung sein mögen.
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Die Fig. 2 und 3 zeigen schematisch Zerstäuber, in denen das mit dem
Schleif- bzw. Poliermittel beladene Wasser, welches sich in einem Behälter 17 befindet,
in den ein Rohr 21 eintaucht, durch den Unterdruck angesaugt wird, der durch das
Ausströmen von Druckluft bei 22 entsteht, die aus einem Behälter 23 durch eine mit
einem Ventil 25 ausgerüstete Leitung 24 zugeführt wird. Auf diese Weise wird ein
feiner Schleif- bzw. Poliermittelsprühregen gegen die Unterfläche des Glasbandes
3 geschleudert.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig.4 taucht die Druckluftleitung
24 in den Behälter 17 ein, wodurch die Druckluft mit der Flüssigkeit eine Emulsion
bildet, die durch das Rohr 12 gegen das Glas geschleudert wird.
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Die Fig.5 bis 10 zeigen einen mit Zerstäubern nach Fig. 2 ausgerüsteten
Träger 26; dieser umfaßt für jedes Werkzeug ein Rohr 21, das in einen Behälter 27
eintaucht, welcher das Gemisch enthält, das durch eine Rührvorrichtung 28 aufgeschlämmt
wird, die mittels Zahnrädern 29 von der Hohlwelle 5 des Werkzeuges 1 angetrieben
wird. In das Rohr 30, das das Werkzeug zentral speist, münden das Rohr 21 und eine
Druckluftleitung 31, die mit einem Sammler 32 in Verbindung steht, welcher mittels
einer biegsamen Leitung 33 an eine Druckluftleitung 34 angeschlossen ist. Die Luftzufuhr
zu den Rohren 31 wird durch je ein Federventil 35 (Fig. 9) gesteuert, das
periodisch betätigt wird, um die Zufuhr des Gemisches im gewünschten Augenblick
zu bewirken.
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Bei dem in den Fig. 5 bis 10 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
angenommen; daß der Träger26 eine waagerechte Hin- und Herbewegung ausführt, wodurch
am Ende seines Hubes das Ende 36 der Stange des Ventils 35 mit einem Anschlag 37
zusammentrifft, der von einer festen Säule 38 getragen wird, die in der Nähe des
Trägers angebracht ist. Die Säule 38 besitzt vorzugsweise eine der Anzahl der Rohre
31 und der Werkzeuge 1 entsprechende Anzahl von Anschlägen 37, damit die Druckluftzufuhr
zu jedem Werkzeug individuell geregelt werden kann. Zu diesem Zweck ist jeder Anschlag
37 in einem Block 39 angebracht, dessen Lage in der Säule 38 durch eine Schraube
40 geregelt werden kann. Darüber hinaus kann der Anschlag 37 in dem Block 39 gleiten,
um gegebenenfalls das entsprechende Ventil außer Betrieb zu setzen.
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Bei feststehendem Träger wird ein äquivalentes Arbeiten der Ventile
dadurch ermöglicht, daß sie mittels eines Satzes von drehbaren Nocken oder mitttels
eines Kurbelgetriebes betätigt werden.
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Der in den Zeichnungen dargestellte Träger ist für jedes Werkzeug
neben dem zentralen Zerstäuber 30 mit einem seitlichen Zerstäuber zur Gemischzufuhr
in der Nähe des Umfanges des Werkzeuges ausgerüstet; dieser Zerstäuber erhält das
Gemisch über eine Leitung 21', an deren oberem Ende es durch Druckluft zerstäubt
wird, die aus einem Behälter 32' durch eine Leitung 31' zugeführt wird. Der Behälter
32' ist mit Ventilen 35' ausgerüstet, die wie die Ventile 35 mittels regelbarer,
in einer feststehenden Säule 38' angeordneter Anschläge 37' einzeln gesteuert werden
können. Eine Leitung 41 verbindet die Behälter 32 und 32' untereinander, so daß
beide von der Leitung 34 aus über das biegsame Rohr 33 gespeist werden können.
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Bei dieser Anordnung genügt es, das biegsame Rohr abzunehmen, um den
Träger zu entfernen. Alle Regelorgane sind auf den feststehenden Säulen 38 und 38'
angebracht, so daß- sie immer leicht zugänglich sind.
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Offensichtlich können die Behälter 27 auch in einem einzigen Behälter
vereinigt werden.