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DE1043231B - Verfahren zum Aufschliessen von Asbest-Faserbuescheln und -Crudestueckchen unter Freilegung von einzelnen Asbestfasern - Google Patents

Verfahren zum Aufschliessen von Asbest-Faserbuescheln und -Crudestueckchen unter Freilegung von einzelnen Asbestfasern

Info

Publication number
DE1043231B
DE1043231B DER19352A DER0019352A DE1043231B DE 1043231 B DE1043231 B DE 1043231B DE R19352 A DER19352 A DE R19352A DE R0019352 A DER0019352 A DE R0019352A DE 1043231 B DE1043231 B DE 1043231B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
asbestos
fibers
crumbs
wetting
dispersion
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER19352A
Other languages
English (en)
Inventor
Werner Wilke
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Rex Asbestwerke Graf Von Rex KG
Original Assignee
Rex Asbestwerke Graf Von Rex KG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Rex Asbestwerke Graf Von Rex KG filed Critical Rex Asbestwerke Graf Von Rex KG
Priority to DER19352A priority Critical patent/DE1043231B/de
Publication of DE1043231B publication Critical patent/DE1043231B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B20/00Use of materials as fillers for mortars, concrete or artificial stone according to more than one of groups C04B14/00 - C04B18/00 and characterised by shape or grain distribution; Treatment of materials according to more than one of the groups C04B14/00 - C04B18/00 specially adapted to enhance their filling properties in mortars, concrete or artificial stone; Expanding or defibrillating materials
    • C04B20/02Treatment
    • C04B20/08Defibrillating asbestos

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description

  • Verfahren zum Aufschließen von Asbest-Faserbüscheln und -Crudestückchen unter Freilegung von einzelnen Asbestfasern Gegenstand der Erfindung bildet ein neuartiges und besonders vorteilhaftes Verfahren zum Aufschließen von Asbest-Faserbüscheln und -Crudestückchen unter Freilegung von einzelnen Asbestfasern.
  • Asbest, insbesondere Chrysotil-Asbest, kommt in der Natur bekanntlich in Schichten, ähnlich den Kohleflözen, in Nestern, sogenannten Taschen oder ähnlichen Formen eingebettet in einem verwandten Muttergestein vor.
  • Aus solchen Vorkommen wird Asbest nach verschiedenen mechanischen Verfahren gewonnen, wie sie auch sonst in Bergbaubetrieben bekannt und üblich sind. Hierbei läßt es sich nicht vermeiden, daß ein erheblicher Anteil an Muttergestein mit gefördert wird> so daß aus den sowohl im Tage- wie im Untertagebau betriebenen Asbestgruben ein Gemisch von Asbest und totem Muttergestein zur Weiterverarbeitung gelangt. Die Abtrennung des Asbestes aus derartigen Konglomeraten erfolgt bisher nur mechanisch., indem die betreffenden großen Gesteinsbrocken in Steinbrechern, Mühlen, Schlagmaschinen od. dgl. behandelt und dabei auch der sich noch in Gesteinsform befindliche Asbest, der sogenannte Crude, zerkleinert und in Asbest-Faserbüschel und -Crudestückchen zerlegt wird. Dieser Vorgang wird dabei je nach dem geforderten Reinheitsgrad gegebenenfalls auch noch ein oder mehrmals wiederholt.
  • Bei diesen mechanischen Bearbeitungsverfahren ist es unvermeidlich, daß Gesteinsteilchen zwischen den Asbest-Faserbüscheln hängenbleiben und auch sonst noch harte Crudestückchen in denselben enthalten sind. Außerdem ist es bei einer solchen mechanischen Bearbeitung unvermeidlich, daß dabei die eigentlichen Asbestfasern als solche durch Abknicken, Abreißen usw. stark gekürzt und damit erheblich entwertet werden. Außerdem enthalten die Produkte, wie sie zur Zeit als sogenannte »Rohasbestfaser« in den Handel kommen und in den Asbestspinnereien sowie für die Herstellung von Asbestzement, Asbestpappen, Asbest-Reibbelägen, Asbest-Ztplatten u. dgl. mehr zur Verarbeitung gelangen, neben reiner Asbestfaser auch noch Talkum, Magnetit, Gesteinsstaub und eine Vielzahl harter, nicht aufgeteilter Crudestückchen als Verunreinigungen. Schließlich besteht ein empfindlicher Mangel dieser sogenannten »Rohasbestfaser« darin, daß dieselbe immer noch mehr oder minder starke Faserbüschel darstellt bzw. in derselben der Auflösungsgrad der eigentlichen Asbestfasern nur gering ist. Dieser Umstand ist dabei um so unbefriedigender, als nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die eigentliche Asbestfaser eine außerordentlich geringe Faserdicke besitzt, die beispielsweise für Chrysotil mit etwa 2 # 10-s mm angegeben wird und damit die feinste bisher bekannte Faser überhaupt darstellt, ohne daß es bisher gelungen wäre, die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten nutzbar zu machen.
  • Wie oben angedeutet, leiden vielmehr die bisher aus solche- »Rohasbestfaser« oder unter Zusatz solcher hergestellten Erzeugnisse durchweg unter dem Mangel, da ß es nach den bisher bekannten Verfahren nicht möglich ist, dieAsbest-Faserbüschel oderkleinen, noch harten Crudestückchen ohne weitgehende Schädigung der Faserlänge bis zur Einzelfaser aufzulösen. Eine etwaige weitere mechanische Bearbeitung würde vielmehr die Faserlänge noch mehr kürzen und damit ein günstiges Verhältnis zwischen dem Durchschnitt der frei liegenden Asbestfasern und deren Faserlänge ebenfalls nicht erreichen lassen. Bedingt durch den geringen Durchmesser der Einzelfaser des Asbestes und die damit zwangläufig verbundene Größe der Oberfläche von etwa 130000 bis 220000 cm2/g gegenüber einer solchen von etwa ?200 cm2/g bei Baumwolle sind nämlich die Adhäsions- und Cohäsionskräfte, welche die Einzelfasern aneinanderklammern, derartig groß, daß sie die Festigkeit der Faser übersteigen können, d. h., die Aufhebung dieser Querverbindung erfordert größere Kräfte, als die Faser in ihrer Längsrichtung Festigkeit besitzt, und demgemäß ist eine mechanische Trennung der Einzelfasern voneinander - wie schon gesagt - nur möglich, wenn dabei eine Kürzung der Faserlänge in Kauf genommen wird.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gelingt es demgegenüber, Asbest-Faserbüschel und -Crudestückchen unter Freilegung der einzelnen Asbestfasern aufzuschließen bzw. in solche aufzulösen, ohne hierbei die Faserlänge in einem auch nur irgendwie nennenswerten Umfange zu beeinträchtigen. Erfindungsgemäß wird-dies durch Einsatz hierfür geeigneter Chemikalien, nämlich dadurch erreicht, daß eine vorzugsweise wäßrige Dispersion der Ausgangsstoffe mit einem deren Ladung entgegengesetzt aktiven Netzmittel, d. h. im Falle positiv geladener Asbestsorten mit einem änionäktiven Netzmittel und int- Falle negativ geladener Asbestsorten mit einem kätionaktiven Netzmittel, behandelt wird und nach hierdurch bewirkter -Freilegung der Asbestfasern diese von den vorhandenen Verunreinigungen abgetrennt werden.
  • Bestimmte Asbestsorten; wie z. B. Chrysotil- oder Serpentin-Asbest, sind nämlich positiv geladen, während andere Asbestsorten, wie z. B. Blauasbest, der auch Hornblende- oder Krokyldolith-Asbest genannt wird, ferner Tremolit-, Amphibol- u. dgl. Asbeste, negati-v geladen sind. Im allgemeinen sind Netzmittel auf der Grundlage langkettiger, Nebengrüppen aufweisender Moleküle, insbesondere hochmolekularer zweigkettiger Organoverbindungen aufgebaut, und sind solche Netzmittel in vielfachen Arten bekannt und im Handel erhältlich. Werden nun beispielsweise Asbest-Faserbüschel und/oder -Crudestückchen von Asbestsorten positiver Ladung in Form einer Dispersion mit einer Flüssigkeit zusammengebracht, welche ein vorzugsweise-'stark wirkendes anionenaktives Netzmittel enthält, so kann man sich vorstellen, daß sich dieses Netzmittel auf Grund seiner Aktivität zur Ladung des positiv geladenen Asbestes mit seinem Stamm parallel zur Faser legt, während sieh seine Nebengruppen infolge ihrer gleichen elektrischen Ladung voneinander abstoßen-und dadurch Faser von Faser trennen, ohne deren Faserlänge irgendwie zu beeinträchtigen. In sinngemäß gleicher Weise dürfte solches erfolgen, wenn es sich um Asbestsorten negativer Ladung handelt und Netzmittel eingesetzt werden, die ihrerseits kationäktiv sind, wie z. B.-Triäthyl-Lauryl Ammoniumchlorid: Neben öder gegebenenfalls auch. an Stelle solcher Netzmittel können auch nichtiönögene Netz- und Dispergiermittel od. dgl. zur Tonenbildung im Dispergiermedium befähigte grenzflächenaktive Mittel verwendet werden.
  • -Gegebenenfalls kann es beialledem von Vorteil sein, die-erfindungsgemäße Behandlung unter vorzugsweise nur '-leichter mechanischer -Durcharbeitung vorzunehmen, hierdurch die Einwirkung zu intensivieren und die Behandlungszeit abzukürzen. In gleichem Sinne kann es, je nach der Art des jeweils verwendeten Netzmittels, gegebenenfalls von Vorteil sein, die erfindungsgemäße Behandlung bei veränderter, z. B. erhöhter Temperatur durchzuführen, da gewisse Netzmittel bei einer solchen intensiver wirken, während a n -dere iv deder am besten bei 'Normaltemperatur (etwa 20' C) arbeiten. was durch entsprechende kleine Vorversuche-jeweils leicht feststellbar ist.
  • Je nach Art des jeweils -verwendeten Netzmittels kann -als Trägerflüssigkeit für dasselbe bzw. als Dispersiönsflüssigkeit für die Asbestfaser entweder nur )Yasseroder an Stelle odervorzugsweise neben solchem auch eine Säure. Lauge oder ein sonstiges Lösungsmittel, wie (51, Kohlenwasserstoff od. dgl., verwendet werden. -Die Konzentration an Netzmittel kann in Abhäng e ffi gk it von der jeweils zu- behandelnden Asbestsorte und der zur Verfügung stehenden Zeit in verhältnismäßig weiten Grenzen schwanken. Beispielsweise können-für die Aufbereitung eines kanadischen Chrysotil-Asbestes 5;"e Netzmittel, auf das Trockengewicht des Rohasbestes bezogen, verwendet werden. Eine so hergestellte Dispersion-wird- leicht. gerührt oder sonstwie mechanisch bewegt und hat in etwa 10 bis 20 Minuten eine Auflösung bis zur Einzelfaser bewirkt.
  • Je nach der angewandten Menge Wasser oder sonstiger Trägerflüssigkeit ergibt sich eine mehr oder minder feine Dispersion von einzelnen Asbestfasern, die sich nunmehr ohne besondere Schwierigkeiten von allen ihnen anhaftenden bzw. in der Dispersion vorhandenen Verunreinigungen trennen lassen. Hierfür kann man die Fasern abspülen, die Dispersion verdampfen, zentrifugieren bzw. abschleudern oder nach sonstigen bekannten Methoden separieren.
  • Auch verhältnismäßig große harte Crudestücke lassen sich unter entsprechender Erhöhung der Netzmittelkonzentration und/oder Verlängerung der Einwirkungsdauer selbst ohne mechanische und/oder temperaturmäßige Unterstützung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bis zur Einzelfaser auflösen.
  • Im Schrifttum findet sich bereits der Vorschlag, kolloidale Dispersionen von Chrysotilasbestfasern in einer wäßrigen Flüssigkeit für die Herstellung von Asbestfilzen und -pappen auf entsprechenden Maschinen dadurch geeigneter zu machen, daß man denselben eine wasserlösliche Fettsäureseife in einer etwa die Hälfte des Asbestgewichtes ausmachenden Menge als Dispergiermittel zusetzt und den p11-Wert der Dispersion mittels Alkalizusatz um 0,5 bis 1,5 erhöht, um dadurch die dem Asbest innewohnende Klebrigkeit zu vermindern und die Röschheit derartiger Dispersionen zu erhöhen, so daß die Pappenherstellungsmaschinen dann mit größerer Geschwindigkeit laufen können und sich die Stärke der@herzustellenden filzartigen Asbestpappe besser regeln und ändern läßt.
  • Dieser Vorschlag ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht zu vergleichen und führt nicht zu dessen vorerwähnten Effekten, sondern dient den genannten; -ganz andersartigen Zwecken. Beim Einsatz vön Netzmitteln im Sinne der Erfindung genügen sehr viel geringere Konzentrationen an solchen und wirken dieselben sehr viel intensiver. Außerdem kommt hierbei dem p11-Wert keinerlei entscheidende Bedeutung zu. Eingehende Versuche mit Fettsäureseifen verschiedenster Zusammensetzung haben klar erwiesen, daß mit solchen an Stelle der erfindungsgemäß zu verwendenden, auf die Ladung des -zu behandelnden Asbestes abgestimmten Netzmitteln- die vorerwähnten erfindungsgemäßen Wirkungen nicht zu erzielen sind.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Aufschließen von Asbest-Faserbüscheln und -Crudestückchen unter Freilegung von einzelnen Asbestfasern, dadurch gekennzeichnet, daß eine Dispersion der Ausgangsstoffe mit einem deren Ladung entgegengesetzt aktiven Netzmittel, d. h. im Falle positiv geladener Asbestsorten mit einem änionaktiven Netzmittel und im Falle negativ geladener Asbestsorten mit einem kationaktiven Netzmittel, behandelt wird und nach hierdurch bewirkter Freilegung der Asbestfasern diese von den vorhandenen Verunreinigungen abgetrenntwerden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Dispersonsmedium für die Aus-, gangsstoffe Wasser verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadui=Ch gekennzeichnet, daß die Behandlung zusätzlich unter leichter mechanischer Durcharbeitung vorgenommen wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, - dadurch Gekennzeichnet, daß die ne- handlung bei veränderter, z. B. erhöhter Temperatur durchgeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Dispersionsflüssigkeit neben Wasser eine Säure, eine Lauge oder ein sonstiges Lösungsmittel verwendet wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß neben oder an Stelle ionenaktiver Netzmittel an sich nichtionogene Netz- und Dispergiermittel od. dgl. zur Ionenbildung im Dispergiermedium befähigte grenzflächenaktive Mittel verwendet werden.
DER19352A 1956-07-31 1956-07-31 Verfahren zum Aufschliessen von Asbest-Faserbuescheln und -Crudestueckchen unter Freilegung von einzelnen Asbestfasern Pending DE1043231B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2291786A1 (fr) * 1974-11-20 1976-06-18 Tba Industrial Products Ltd Perfectionnements aux dispersions d'amiante, notamment en liquide organique
DE2829086A1 (de) * 1977-07-01 1979-01-11 Ici Australia Ltd Zementzusammensetzung, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung zur herstellung von asbestzementgegenstaenden

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2291786A1 (fr) * 1974-11-20 1976-06-18 Tba Industrial Products Ltd Perfectionnements aux dispersions d'amiante, notamment en liquide organique
DE2829086A1 (de) * 1977-07-01 1979-01-11 Ici Australia Ltd Zementzusammensetzung, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung zur herstellung von asbestzementgegenstaenden

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