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DE1041695B - Kornfeinung von Aluminiumguss - Google Patents

Kornfeinung von Aluminiumguss

Info

Publication number
DE1041695B
DE1041695B DEV8729A DEV0008729A DE1041695B DE 1041695 B DE1041695 B DE 1041695B DE V8729 A DEV8729 A DE V8729A DE V0008729 A DEV0008729 A DE V0008729A DE 1041695 B DE1041695 B DE 1041695B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
aluminum
titanium
boron
grain refinement
melt
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEV8729A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr-Ing Wolfgang Thury
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
GEA Group AG
Original Assignee
Metallgesellschaft AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Metallgesellschaft AG filed Critical Metallgesellschaft AG
Priority to DEV8729A priority Critical patent/DE1041695B/de
Publication of DE1041695B publication Critical patent/DE1041695B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C1/00Making non-ferrous alloys
    • C22C1/02Making non-ferrous alloys by melting

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Manufacture Of Metal Powder And Suspensions Thereof (AREA)

Description

  • Kornfeinung von Aluminiumguß Beim Formguß und ganz besonders beim Gießen von Walzbarren aus Aluminium und Aluminiumlegierungen ist mitunter ein feinkörniges Gußgefüge erwünscht. Beim Formguß werden dadurch günstigere Festigkeitseigenschaften und eine gleichmäßiger eloxierbare Oberfläche und bei Walzbarren bessere Verarbeitungseigenschaften erzielt. Bleche, die aus derartig korngefeinten Walzbarren hergestellt wurden, zeigen überdies keine nachteiligen Unregelmäßigkeiten der eloxierten Oberfläche, wie das bei Blechen aus grobkristallinen Walzbarren normalerweise der Fall ist.
  • Nach A. C i b u l a (The grainrefinement of aluminium alloy castings by additions of titanium and boron ... Journal of the Institute of Metals [Sept. 1951], S. 1 bis 16) sind als Kristallisationskeime bei der Erstarrung von Aluminium auf Grund ihrer besonderen Gittereigenschaften in der Hauptsache die Verbindungen Titancarbid Ti C, Aluminiumborid A1 B@ und Titanborid Ti B, geeignet.
  • `Nenn Titan allein im Aluminium enthalten ist, tritt daher nur dann eine Kornfeinung ein, wenn genügend Kohlenstoff vorhanden ist, damit das wirksame Ti C gebildet wird. Da einesteils Kohlenstoff nur schwierig in Aluminiumschmelzen einzubringen ist und andererseits Ti C beispielsweise beim Überhitzen zerstört und beim nachherigen Abkühlen nicht mehr rückgebildet wird, ist eine Kornfeinung mit Titan allein mangelhaft wirksam.
  • Wie A. C i b u 1 a in der gleichen Art bekanntgab, ist auch eine Kornfeinung mit Bor allein, die auf der Bildung von A1 B.- Keimen beruht, ungenügend wirksam. Diese Feststellung konnte durch eigene Versuche bestätigt werden. Der Grund für diese Erscheinung ist nicht restlos klar. Wahrscheinlich scheiden Sich die A1 Bz Keime, die in der Schmelze zunächst löslich sind, während der Erstarrung verhältnismäßig spät ab.
  • Sowohl nach A. C i b u 1 a wie auch nach eigenen Versuchen hat sich gezeigt, daß die wirksamste Kornfeinung dann eintritt, wenn geringe Mengen von Titan und Bor gemeinsam zulegiert werden. Der tvirksame Kristallisationskeim ist dabei Ti B.. Die ,rotwendigen Mengen Bor und Titan liegen nach A. C i b u 1 a bei maximal 0_,003 ,D/o Bor und 0,01% Titan.
  • Nach dem bisherigen Stand der technischen Entwicklung waren nur zwei Wege möglich, um solche Mengen Titan und Bor wirksam in die Aluminiumschmelze einzubringen. Einmal konnte rnan Vorlegierungen einbringen, was aber einesteils teuer, andernteils mit dem Nachteil verknüpft war, daß keine Gewähr geboten war, daß die Keime in genügender Feinheit entstehen. Der zweite Weg; der ebenfalls schon von A. C i b u 1 a beschrieben worden ist, ist die Einbringung von Alkaliborfluoriden und Alkalititanfluoriden in Salzform in die Aluminiumschmelze. Diese Art der Einbringung hat den Nachteil, daß eine verläßliche Kornfeinung erst bei Temperaturen über 750° C stattfindet, worauf A. C i b u 1 a in der zitierten Arbeit ausdrücklich aufmerksam macht. Im Handel befinden sich Kornfeinungsmittel in Tablettenform, die nach der zuletzt beschriebenen Methode wirken. In den Gebrauchsanweisungen dieser Mittel wird ebenfalls ausdrücklieh auf die erforderliche Temperatur von mindestens 750° C hingewiesen.
  • Beim Schmelzen von Aluminium und Aluminiumlegierungen ist eine Temperatur von 750° C ungewöhnlich hoch, da Aluminium bei dieser Temperatur bereits eine sehr hohe Neigung zur Gas- und Oxydaufnahme hat. Es entsprach deshalb den Bedürfnissen der Technik, eine Methode der Kornfeinung zu entwickeln, bei der mit den üblichen niedrigen Schmelztemperaturen von 690 bis 720° C gearbeitet «=erden kann.
  • Erfindungsgemäß wurde ein Verfahren gefunden, bei dem Gemische von Bor- und Titanverbindungen mit Aluminiumpulver oder Magnesiumpulver in die Aluminiumschmelze eingebracht werden, wobei die Metallpulver mit den Bor- und Titanverbindungen im Augenblick der Erwärmung durch die Berührung mit der Aluminiumschmelze aluminiothermisch bzw. magnesiotherrnisch reagieren und die notwendigen Keime von TiB, bilden. Es ist gelungen, die Mischungen so abzustimmen, daß die gebildeten Keime in genügender Feinheit entstehen und gleich nach ihrer Bildung in der Aluminiumschmelze verteilt werden. Das Verfahren hat den Vorzug, daß die Reaktion der Salz-Metallpulvergemische bereits bei niedrigen Schmelztemperaturen von 690 bis 720° C ausgelöst wird. U@enn man die gleichen Bor- und Titanverbindungen, etwa Kaliumborfluorid KBF4 und Kaliumtitanfluorid K.TiF6 ohne Zusatz von Aluminium- oder Magnesiumpulver in eine Aluminiumschmelze einbringt, dann verläuft die Reaktion andersartig. Es findet wohl auch eine Reaktion zwischen den Salzen und der Aluminiumschmelze statt, doch ist keine Gewähr gegeben, daß sich als überwiegendes Reaktionsprodukt Titanborid TiB2 bildet. Kaliumtitanfluorid kann mit dem Aluminium Titan, das sich in der Schmelze löst, oder als Keim unwirksames Titanaluminid Al.,Ti bilden. Kaliumborfluorid wieder kann Al B2 bilden, das, wie oben erwähnt, als Keim nicht wirksam genug ist. Derartige unerwünschte Reaktionen können um so mehr deshalb auftreten, weil auf Grund der unterschiedlichen Schmelzpunkte der Salze eine Entmischung eintritt. KBF4 schmilzt bei 530° C und K2TiF, bei 780° C. Das Schmelzverhalten von Mischungen ist nicht bekannt. Es ist aber möglich, daß eine Erhöhung der Temperatur der Aluminiumschmelze, etwa auf über 750° C, die Entstehung von Ti B, fördert.
  • Bei der Einbringung der gleichen Verbindungen im Gemisch mit Aluminiumpulver und/oder Magnesiumpulver kann die Mischung so abgestimmt werden, daß das Aluminium oder das Magnesium lediglich das in den Salzen enthaltene Fluor abbindet und daß die Reaktion nahezu ausschließlich in Richtung auf die Bildung von TiB2 verläuft. Die Summenreaktionsgleichung kann zur Erläuterung folgendermaßen wiedergegeben werden: 3 K2 Ti F.-1-6 K B F4 +14 Al =3 Ti B2+14 A1 F.+12 K Da, ent,tandeneKalium entweicht gasförmig aus der Schmelze und verbrennt an der Oberfläche. Das Aluminiumfluorid sammelt sich auf der Schmelzeoberfche.
  • Bei einer aluminothermischen Reaktion besteht auch noch ein anderer Unterschied zwischen einer Reaktion einer Verbindung mit Aluminiumpulver in innigem Gemisch und einer Verbindung in Berührung mit einer Aluminiumschmelze. Beispielsweise spielt bei alui-ninothermischen Reaktionen die Korngröße eine we>entliche Rolle. So läßt sich die Reaktionsgeschwindigkeit einer aluminothermischen Mischung durch T:'erwendung von Aluminiumpulver verschiedener Korngröße beeinflussen. Je gröber das Aluminiumpulver ist, desto langsamer und träger verläuft die Reaktion, bis sie bei einer gewissen oberen Korngröße des Aluminiumpulvers überhaupt zum Stillstand kommt. Auf diesen Umstand machten F. H a 11 a und W. Thurv (Zeitschr. für anorg. Chemie, Bd. 249 [1942], S.229) bei der Herstellung von Wolframboriden (S.230) aufmerksam. Bei der praktischen Anwendung des beschriebenen Kornfeinungsverfahrens hat sich, bei Berücksichtigung technisch reiner Ausgangsstoffe und bei Berücksichtigung einiger Momente, wie Reaktionsgeschwindigkeit: Feinheit der gebildeten Keime und Verteilung der Keime in der Schmelze, die folgende Mischung bestens bewährt.
  • 26 Gewichtsprozent Aluminiumpulver (Korngröße bis 75 Mikron, Kornform rundlich, erzeugt durch Versprühen aus dem geschmolzenen Zustand, Oxydgdhalt unter 0,5'°/o), 37 Gewichtsprozent techn. Kaliumborfluorid (Riedel de Haen), 37 Gewichtsprozent techn. Kaliumtitanfluorid (Riedel de Haen).
  • Eine derartige Mischung kann in Aluminiumschmelzen, verpackt in Aluminiumblechdosen, Aluminiumtubenbeutel oder verpreßt zu Tabletten mittels einer eisernen Tauchglocke, wie sie in Gießereien üblich ist, eingebracht werden. Die Reaktion ist sehr milde, so daß keinerlei Vorsichtmaßnahmen erforderlich sind. Es entstehen keine störenden Gase und Dämpfe. Die ganze Behandlung dauert nur einige Sekunden.
  • Es zeigte sich, daß für die meisten Fälle eine Menge von 0,2 Gewichtsprozent, berechnet auf das Metallgewicht der Schmelze, genügt, um eine ausreichende Kornfeinung zu erzielen. In besonderen Fällen werden 0,4 Gewichtsprozent notwendig sein.
  • Bei einem Gießversuch mit Reinaluminium wurden 0,3 11/o benötigt, um ein vollkommen gleichmäßiges und feines Korn zu erhalten. Bei der Legierung Al Mg 3 genügte bei Strangguß eine Menge von weniger als 0,21/0.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Kornfeinung von Aluminium-und Aluminiumlegierungenschmelzen, dadurch gekennzeichnet, daß in die Schmelze innige Mischungen pulverförmiger Bor- und Titanverbindungen, vorzugsweise Kaliumborfluorid und Kaliumtitanfluorid, mit Aluminium- und/oder Magnesiumpulver eingebracht werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Bor zu Titan in den entsprechenden Verbindungen so abgestimmt wird, daß gemäß dem stöchiometrischen Verhältnis dieVerbindung Ti B2 als wirksamerKristallisationskeim entsteht.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise stöchiometrisch so viel Aluminium- bzw. Magnesiumpulver zugesetzt wird, daß das gesamte Bor und Titan in den Verbindungen frei gemacht wird.
DEV8729A 1955-03-29 1955-03-29 Kornfeinung von Aluminiumguss Pending DE1041695B (de)

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DEV8729A DE1041695B (de) 1955-03-29 1955-03-29 Kornfeinung von Aluminiumguss

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1608190B1 (de) * 1966-12-26 1972-05-31 Ichiro Kawakatsu Verfahren zur erhoehung der haerte und abriebfestigkeit einer alznmg-legierung
FR2579227A1 (fr) * 1985-03-25 1986-09-26 Cabot Corp Affineur du grain pour de l'aluminium contenant du silicium
US5055256A (en) * 1985-03-25 1991-10-08 Kb Alloys, Inc. Grain refiner for aluminum containing silicon

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FR2579227A1 (fr) * 1985-03-25 1986-09-26 Cabot Corp Affineur du grain pour de l'aluminium contenant du silicium
US5055256A (en) * 1985-03-25 1991-10-08 Kb Alloys, Inc. Grain refiner for aluminum containing silicon

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