[go: up one dir, main page]

DE1040748B - Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben

Info

Publication number
DE1040748B
DE1040748B DET13615A DET0013615A DE1040748B DE 1040748 B DE1040748 B DE 1040748B DE T13615 A DET13615 A DE T13615A DE T0013615 A DET0013615 A DE T0013615A DE 1040748 B DE1040748 B DE 1040748B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
organ
serum
obtaining
tissues
specific
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DET13615A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Med Karl Theurer
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
DR MED KARL THEURER
Original Assignee
DR MED KARL THEURER
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by DR MED KARL THEURER filed Critical DR MED KARL THEURER
Priority to DET13615A priority Critical patent/DE1040748B/de
Publication of DE1040748B publication Critical patent/DE1040748B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K39/00Medicinal preparations containing antigens or antibodies
    • A61K39/0005Vertebrate antigens

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Immunology (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Mycology (AREA)
  • Pharmacology & Pharmacy (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Peptides Or Proteins (AREA)
  • Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben Das Verfahren dient zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben. Als Ausgangsstoff kann jedes Organgewebe, insbesondere auch pathologisches Gewebe, Verwendung finden. Die daraus isolierten Stoffe lassen sich zur gezielten Organbehandlung verwenden, ebenso auch als Antigen oder Substrat zu diagnostischen Zwecken, insbesondere zu serologischen Reaktionen auf cytotoxische Antikörper oder zur Abwehrfermentreaktion. Aus der Literatur geht hervor, daß die Spezifität einer diagnostischen Reaktion von der Spezifität des verwendeten Antigens bzw. Substrats abhängt. Eine Methode, die es erlaubt, diese Spezifität zu erhöhen, muß deshalb die damit angestellten Reaktionen verbessern. Diese altgemeingültige These trifft auch für die Abwehrfermentreaktion zu. In jeder Organart sind nicht nur Zellen enthalten, die die besondere Funktion des Organs ermöglichen, sondern ebenso Zeltarten, die in jedem Gewebe und in jedem Organ vorkommen können, wie z. B. bindegewebiges Stütz- und Füllgewebe, Lymph- und Blutgefäße, Nerven u. dgl.
  • Bei der Gewinnung von Organsubstraten für die Abwehrfer mentreaktion nach A b- d e r h a1 d en werden diese Zeltbestandteile soweit wie möglich aus den vorzerkleinerten und gekochten Gewebepartikeln mit der Pinzette ausgezupft, doch gelingt dies niemals so vollkommen, wie es wünschenswert wäre.
  • Aber auch die organspezifischen Zellen enthalten ubiquitäre Zeltbestandteile, die in allen Zeltarten ebenfalls vorkommen und den vegetativen Aufgaben zur Erhaltung des Lebens und der Vermehrung, wie z. B. der Energiegewinnung, der Atmung und dem intracellulären Stoffwechsel, dienen. Diese funktionsunspezifischen Zeltbestandteile konnten bisher nicht von den spezifischen abgetrennt werden. Dies ist jedoch wichtig, weilt nur ein kleiner Teil der Zeltbestandteile für die organspezifischen Funktionen verantwortlich ist.
  • Das Verfahren, mit dem diese Abtrennung möglich wird, hat gewisse Ähnlichkeiten mit demjenigen,.das zur Isolierung von bestimmten Antikörperfraktionen aus Antikörperseren verwendet wird.
  • Zum Beispiel wird dort aus einem Antikörperserum, das gegen verschiedene Mikroorganismen gerichtet sein kann, auf Grund einer überkreuzreaktion eine Digerierung erreicht. Auf diese Weise kann man ein spezifisch gegen Streptokokken-Antigene gerichtetes Serum zunächst mit Staphylokokken zusammenbringen. Dabei reagieren auf Grund einer Antigen-Antikörperreaktion alle Antikörper, die auch in Staphylokokken enthalten sind, mit diesen Bakterien und bilden -in Agglutinat oder Präcipitat, das abgeschleudert und beseitigt werden kann. Im IM) erstand des Serums sind dann nur die spezifisch gegen Strepto-1<okken gerichteten Antikörperfraktionen enthalten, nicht aber solche, die sich auch gegen Staphylokokken richten.
  • Bei dem Verfahren handelt es sich jedoch darum, die unspezifischen Falttoren aus einer Organsubstanz zu beseitigen. Dies geschieht hier in umgekehrter «'eise mit einem spezifisch auf die unerwünschten Fraktionen des Organhomogenates gerichteten Serum. das also sowohl gegen die unerwünschten Zeltarten als auch gegen die ubiquitären Zeltbestandteile gerichtet ist. Da diese ubiquitären Zeltbestandteile auch in den unerwünschten Begleitzellen enthalten sind, genügt es also, ein Serum zu verwenden, das spezifisch auf diese Zeltarten gerichtet ist. Man benutzt also ein Serum gegen Gefäß- und Bindegewebe sowie Nervengewebe, wenn man organspezifische Stoffe isolieren will. Will man jedoch die für das Nervengewebe spezifischen Stoffe isolieren, darf man diese selbstverständlich nicht zur Gewinnung des Serums mitverwenden. Man bringt also hier eine möglichst feine Aufschwemmung bzw. Lösung des zu bearbeitenden Organhomogenates mit einem antimesenchymalen Serum zusammen und beseitigt das sich bildende Agglutinat bzw.- Präcipitat durch Schwerkrafttrennung. Voraussetzung dazu ist eine möglichst feine Homogenisierung des Gewebes, die so weit gehen sollte, daß auch die Bestandteile des strukturierten Protoplasmas (Zellkerne, Mitochondrien) mechanisch aufgeschlossen sind. Zum Schutz gegen eine spontane Sedimentation ist dem Organhomogenat ein Schutzkolloid oder ein Emulgator zuzusetzen (Agar-Agar, Zelluloseester. Fructose u. dgl.), die selbst nicht an der Reaktion teilnehmen und später möglichst wieder durch Dialyse gegen Aqua dest. beseitigt werden können. In dem verwendeten antimesenchymalen Serum sind aber auch Abwehrfermente enthalten, die in der Lage sind, selektiv die organunspezifischen Fraktionen des Homogenates abzubauen.-Man kann diese Methode deshalb zusätzlich oder allein benutzen und sie beträchtlich verstärken durch Zusatz des Acetonharnniederschlages der Antikörperbildner, von denen man durch wiederholte Immunisierung das antimesenchymale Serum gewonnen hat. Durch Ausschütteln des Harnes in Aceton sind die Abwehrfermente in diesem angereichert enthalten. Die Einheitlichkeit des Verfahrens an der Digerierung mit Antikörpern und einer solchen durch fermentativ en Abbau mit Abwehrfermenten ist gewährleistet, weil es sich bei den verwendeten Antikörpern und Abwehrfermenten um Stoffe aus denselben Körperflüssigkeiten von besonders vorbehandelten Individuen handelt und weil eine gleichzeitige Einwirkung dieser Stoffe, ganz abgesehen von einer kombinierten Anwendung, möglich ist.
  • Man kann aber auch allein durch Abwehrfermente die unerwünschten unspezifischen Organbestandteile beseitigen, indem man sie durch die Fermentwirkung bis zu dialysablen Stoffen abbaut und dann durch Dialyse beseitigt. Das Gemisch aus Antikörperserum und Organhomogenat kann aber nur nach einer zeitlich ausreichenden Einwirkung der Abwehrfermente ton solchen Abbauprodukten dialysiert werden. Für die Digerierung durch Antikörper darf jedoch nicht solange zugewartet werden, weil bei dem Homogenat trotz zugesetzter Emulgatoren die Gefahr der spontanen Sedimentierung besteht. Man muß also schon nach relativ kurzer Einwirkungszeit des Serums, wo noch kein wesentlicher fernientiver Abbau stattgefunden hat, das Agglutinat bzw. Präcipitat durch besonders vorsichtige Schwerkrafttrennung bei niederer Tourenzahl in der Zentrifuge trennen und beseitigen. Danach kann man aber im Brutschrank das Serum weiter einwirken lassen und zusätzlich Abwehrfermente, die aus dem Acetonharnniederschlag der Serumspender gewonnen werden, hinzufügen. Es können dadurch etwaige Reste der unerwünschten Organbestandteile, die durch die Agglutination oder Präcipitation nicht erfaßt wurden, noch fermentativ gespalten werden. Auf diese Weise ist eine kombinierte Reinigung bzw. Einengung des Organhomogenates auf die organspezifische Fraktion möglich, nach der durch Dialyse sowohl die Abbauprodukte als auch das Schutzkolloid bzw. das Emulgiermittel beseitigt wird und durch Gefriertrocknung sich eine Konservierung ohne fremde Zusätze erreichen läßt. . Ausführungsbeispiel Von Schweineleber sollen aus einem Homogenat die organspezifischen Fraktionen isoliert werden. Dazu ist vorher die Gewinnung eines antimesenchymalen antinervalen Serums bzw. des Acetonharnniederschlages aus dem Harn der Serumlieferanten erforderlich. Das Serum -wird nach bekannten Methoden der Gewinnung cytotoxischer Seren durch wiederholte Injektion von Milz, subcutanem Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäßen (Aorta; Ductus thoracicus) und Nervengewebe (N. brachialis oder N. femoralis), alle vom Schwein, die insammen als Homogenat mit dem Freundschen Adjuvans vermischt sind, hergestellt, indem man diese Kombination einem Hammel viermal im -Abstand von etwa einer Woche injiziert. Nach 6 Wochen wird dann aus dem Blut des Tieres das erforderliche Antikörperserum gewonnen und durch fraktioniertes Aussalzen auf die Antikörperfraktion eingeengt.
  • Während der aktiven Immunisierung wird von dein Hammel jeweils 1 bis 2 Tage nach der Impfung mittels Dauerkatheter der Harn gesammelt und dieser in gleicher Weise wie bei der Abderhaldenschen Reaktion in Aceton ausgeschüttelt. Der Acetonharnniederschlag wird danach getrocknet-und vor der Verwendung im Verhältnis 1 : 10- in Kochsalzlösung gelöst.
  • Es werden nun 100 g schlachtfrisch entnommene Schweineleber finit dem Messer zunächst vorzerkleinert, dann in flüssigem Stickstoff tiefgekühlt und in einer ebenfalls tiefgekühlten Mühle fein gemahlen. dann in 50 ccm einer 40o/oigen Fructoselösung auf 0° C erwärmt und zusammen mit der gleichen Volumenmenge Glassplitter in einer Mörsermühle weiterzerkleinert. Nun -,verden weitere 50 ccm der Fructoselösung zugegeben und die zur Mahlung verwendeten Glassplitter, nachdem sich diese abgesetzt haben, beseitigt und finit der Fructoselösung, die für die weiteren Aufarbeitungen derselben Organart benötigt wird, von den noch etwa darin enthaltenen Organbestandteilen freigespült.
  • je 10g der überstehenden Organemulsion bzw. Lösung werden nun mit der zur Ausspülung der Glassplitter verwendeten Fructoselösung auf 100 ccm verdünnt und 5 ccm des Anti-Schweinemesenchym-Serums dazugegeben. Nach einer halben Stunde bei Temperaturen um 37° C wird nun das entstehende Agglutinat bzw. Präcipitat vorsichtig zentrifugiert bei 500 bis 1000 Umdrehungen und danach beseitigt. Der Überstand wird nun erneut, eventuell unter Zugabe einer weiteren Serummenge, auf 1 Stunde bei 37° C belassen und danach in gleicher Weise erneut zentrifugiert und das Sediment beseitigt. Danach werden 10 ccm der Lösung des Acetönharnniederschlages zu dem Überstand zugesetzt und auf weitere 12 Stunden wieder bei 37° C bebrütet, danach gegen Aqua dest. ausgiebig dialysiert und gefriergetrocknet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRGCHE: 1. Verfahren -zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben, dadurch gekennzeichnet, daß man schonend homogenisiertes Organgewebe im wäßrigen Milieu mit in bekannter Weise gewonnenem antimesenchyrnalem und bzw. oder antineuralem Antikörperserum versetzt, das entstehende Agglutinat bzw. Präzipitat durch Zentrifugieren entfernt, die entstehende Emulsion, gegebenenfalls nach Zusatz der entsprechenden Abwehrfermente, bei 37"C bebrütet, anschließend dialysiert und gefrierlrocküet. 2:- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den Organhomogenaten dialysierbare Schutzkolloide bzw. Emulgatoren zugesetzt werden.
DET13615A 1957-05-20 1957-05-20 Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben Pending DE1040748B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DET13615A DE1040748B (de) 1957-05-20 1957-05-20 Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DET13615A DE1040748B (de) 1957-05-20 1957-05-20 Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1040748B true DE1040748B (de) 1958-10-09

Family

ID=7547391

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DET13615A Pending DE1040748B (de) 1957-05-20 1957-05-20 Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1040748B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1278126B (de) * 1959-08-07 1968-09-19 George Richards & Company Ltd Anordnung zum Erzeugen eines die Lage eines bewegbaren Koerpers relativ zu einem festen Bezugssystem anzeigenden und/oder steuernden Signals

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1278126B (de) * 1959-08-07 1968-09-19 George Richards & Company Ltd Anordnung zum Erzeugen eines die Lage eines bewegbaren Koerpers relativ zu einem festen Bezugssystem anzeigenden und/oder steuernden Signals

Similar Documents

Publication Publication Date Title
SATAKE et al. Preparation and characterization of nerve cell perikaryon from rat cerebral cortex
Evans et al. A study of silver degeneration methods in the central nervous system
Globus The Cajal and Hortega glia staining methods: a new step in the preparation of formaldehyde-fixed material
MIESCHER The antigenic constituents of the neutrophilic leukocyte with special reference to the LE phenomenon
EP1124575A1 (de) Verfahren zur herstellung eines antiviralen mittels
Walker et al. On the nature of" golgi bodies” in fixed material
DE2555169C2 (de)
DE1040748B (de) Verfahren zur Gewinnung organspezifischer Fraktionen aus Organgeweben
DE2054805C3 (de) Indirekter Hämagglutinationstest bei gleichzeitiger Absorption heterologer Antikörper
DE684256C (de) Verfahren zur Abtrennung von biologisch wertvollen Bestandteilen aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen
US2112496A (en) Process of producing test fluid for the procedure of test for syphilis
DE2646625C2 (de)
DE2213709A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Interferonerzeugers
DE2032988A1 (en) Ovular and seminal cell extracts - having a haploid chromosome set for therapeutic and diagnostic use
DE3913438A1 (de) Verfahren zum herstellen einer immunitaetsgedaechtniszellsuspension
DE1945251A1 (de) Verfahren zur Beeinflussung der quantitativen Antikoerperbildung bei der aktiven Immunisierung und der Desensibilisierung
DE2353035B2 (de) Verfahren zur Stabilisierung menschlicher oder tierischer Körperflüssigkeiten oder pflanzlicher Extrakte
IJIRI et al. Organic constituents of the fossil teeth in the order Proboscidea
DE1617605B2 (de) Verfahren zum Herstellen eines Pertussis-Antigens
DE889824C (de) Verfahren zur Herstellung von reinem Toxoplasma-Antigen
DE398852C (de) Verfahren zur Herstellung eines spezifisch wirksamen Eiweissstoffes aus Tuberkelbacillen
DE1941709C3 (de) Verfahren zur enzymatischen Vermehrung von informatorischer Ribonucleinsäure
DE2406084A1 (de) Immunodepressives anti-humanlymphozytenserum und verfahren zu dessen herstellung
BENGTSON Section IV. STUDIES OF THE RELATIONSHIP OF THE ABUNDANCE OF RICKETTSIAE IN YOLK SACS INFECTED WITH EPIDEMIC AND ENDEMIC TYPHUS AND THE COMPLEMENT FIXATION REACTION
NOMURA ously and observed side by side are connected with a brace. From table 1 it will clearly be seen that agglutination reaction