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Anordnung bei Ablaufanlagen mit selbsttätiger Weichensteuerung .
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durch Ablaufspeicher Bei Ablaufanlagen wird die Umsteuerung der Weichen
durch die Wagen selbst bewirkt. Hierzu verwendet man meistens eine im Stellwerk
angeordnete Speichereinrichtung, in welche der Fahrwegauftrag für jeden Wagen eingespeichert
wird. Die ablaufenden Wagen bewirken dann durch Befahren von Schienenkontakten oder
Isolierschienen, daß die einzelnen Wei; chen entsprechend dem zugehörigen Auftrag
gesteuert werden. Hierbei muß einerseits dafür gesorgt werden, daß beim Befahren
einer Weiche der Fahrweg für den betreffenden Wagen rechtzeitig an die nächste Weiche
weitergegeben wird; andererseits muß ein Umstellen der Weiche unter dem Wagen verhindert
werden, falls z. B. die vorhergehende Weiche bereits von einem Wagen befahren wird
und dessen Fahrweg schon an die erstgenannte Weiche weitergeleitet hat. Um sicherzugehen,
daß keine vorzeitige Freigabe und damit Umstellung einer Weiche unter einem Wagen
erfolgt, auch wenn Störungsfälle eintreten, wie z. B. das fehlerhafte Freimelden
einer Weiche, wenn die Achsen springen oder der Achskurzschluß durch Kohle, Sand
od. dgl. unterbrochen wird, hat man jeden Weichenabschnitt in zwei hintereinanderliegende
Isolierabschnitte unterteilt, die gemeinsam auf die Steuer- bzw. Freigabeeinrichtung
einwirken. Aber auch diese Anordnung gibt keine ausreichende Sicherheit gegen vorzeitige
Freigabe der Weiche, weil die Isolierabschnitte der Weichen so kurz wie möglich
gehalten werden, damit die Wagen mit entsprechend kurzen Abständen ablaufen können.
Dabei beträgt zwar die Gesamtlänge beider Isolierschienen nicht weniger als etwa
14m, da diese Länge dem größten Achsabstand entspricht, der zu berücksichtigen ist;
weil aber die Weichen weiter voneinander entfernt liegen, ergeben sich Zwischenabschnitte,
denen entsprechende Anzeigefelder im Gleisbild zugeordnet sein müßten. Die Steuerung
der Ausleuchtungslampen für diese Felder durch die Gleisrelais der vorhergehenden
oder der folgenden Weichenabschnitte würde den Erfordernissen nicht gerecht. Zwar
würde ein Springen der Ausleuchtung von einem Weichenbild zum nächsten unter Auslassung
dieses Feldes vermieden. jedoch wäre dann aus der Ausleuchtung nicht mehr erkennbar,
daß die zu dem steuernden Gleisrelais gehörige Weiche bereits geräumt und für eine
Umstellung frei ist. Die Beseitigung dieses Mangels erschien nur möglich, wenn in
Ablaufanlagen auch die zwischen den Weichen liegenden Gleisabschnitte durch besondere
Gleisrelais überwacht werden.
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Die Erfindung geht nun von der Erkenntnis aus, ; daß diese Gleisrelais
nicht nur zur Steuerung der entsprechenden Gleisausleuchtung, sondern auch noch
zur Steuerung bzw. Freigabe der Speicher und. Steuereinrichtungen für die Weicheherangezogen
werden können. Erfindungsgemäß wird die Stelleinrichtung jeder Weiche über das Besetzen
der Weichenabschnitte hinaus gesperrt, bis der anschließende Gleisabschnitt durch
die jeweils ablaufende Abteilung besetzt ist: Beispielsweise kann man für ein an
sich -bekanntes Sperrelais, das vor Ausführung des neuen Stellauftrages abfallen
muß, über Kontakte der Gleisrelais der Folgeabschnitte einen Haltestromkreis bilden,
der unabhängig vom Zustand der Gleisrelais der Weichenabschnitte bestehenbleibt,
solange die Folgeabschnitte frei sind. Es ist also jetzt möglich, den Speicherauftrag
für einen über die Weiche stattfindenden Ablauf wie bisher an die nächste Weiche
weiterzugeben und auch bei der befahrenen Weiche zu löschen, sobald einer oder beide
Weichenabschnitte besetzt sind und der Speicher der folgenden Weiche frei ist; dagegen
wird das Umstellen der Weiche erst freigegeben; wenn durch Ansprechen des Gleisrelais
des Folgeabschnittes die Gewähr gegeben ist, daß sich auch Wagen mit großem Achsahstand@mit
der letzten Achse im Bereich der Weichenzungen befinden, so daß eine vorzeitige
Umstellung der Weiche nicht zu einer Entgleisung führen kann. Durch eine Ansprechverzögerung
dieses Gleisrelais kann diese Sicherheit noch erhöht werden.
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Der Gegenstand der Erfindung sowie weitere Erfindungsmerkmale sind
aus dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel ersichtlich.
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Wird z. B. ein Fahrweg über den geradeaus führenden Plusstrang der
Weiche W2 eingestellt, so spricht in Fig. 2 über den dabei schließenden Kontakt
Z21 eines nicht dargestellten Speicherrelais, über den Kontakt W22 am Relais W20
und den Löschkontakt L11 das Spertelais Sp20 an. Dieses macht
sich
mit seinem Kontakt Sp21 von dem Kontakt Z21 unabhängig, bereitet mit seinem Kontakt
Sp22 einen Selbsthaltekreis für das Relais W20 vor und verhindert mit weiteren,
nicht dargestellten Kontakten das Umstellen der Weiche W2. Werden durch einen ablaufenden
Wagen die Gleisrelais 210 und 220 der Weichenabschnitte 21 und 22 nacheinander betätigt,
so spricht über die dabei schließenden Kontakte 212 und 222 das durch den Widerstand
Wi 3 und den Kondensator K ansprechverzögerte Relais W20 an und bildet sich
mit seinem Kontakt W21 einen Selbsthaltekreis über den jetzt ebenfalls geschlossenen
Kontakt Sp22. Außerdem werden die Kontakte W22 bis W25 betätigt. Der Kontakt
W22 unterbricht den @nsprechstromkreis des Sperrelais Sp20. Die Kontakte W23 und
W24 bewirken durch Abschalten und Kurzschließen des Kondensators K über den Widerstand
I,Vi 4, daß das Relais W20 beim Öffnen des Kontaktes Sp22 unverzögert
abfallen kann. Durch den Kontakt W25 werden die Gleisrelais 210 und
220 parallel an beide Weichenabschnitte 21 und 22 angeschlossen.
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Um nun zu verhindern, daß durch unerwünschtes Öffnen des Kontaktes
221, was z. B. durch gesandete oder verschmutzte Schienen der Weichenabschnite
21 und 22, Springen der Fahrzeugachsen usw. erfolgen kann, bereits das Sperrelais
Sp20 abgeworfen wird, bevor sich die letzte Achse auf den Weichenzungen befindet,
liegt parallel zu dem Kontakt 221 noch ein Haltestromzweig für das Sperrelais mit
den Ruhekontakten 231 -E-, 231- der Gleisrelais 230 -1- und
230- und dem nur bei automatischem Ablaufbetrieb geschlossenen Kontakt AE11. Erst
wenn beim Besetzen des Gleisabschnittes 23 das Gleisrelais 230 -1- oder 230- anspricht,
wird durch den Kontakt 231 + bzw. 231- das Sperrelais Sp20 und durch seinen Kontakt
.Sp22 das Relais W20 abgeschaltet und damit die Umstellung der Weiche W2 freigegeben.
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Für die Überwachung des Gleisabschnittes 23, der bis zu den ersten
Weichenabschnitten der folgenden Weichen W3 und W4 reicht und beide Gleisstränge
umfaßt, sind im vorliegenden Falle zwei Gleisrelais 230 -I-. und 230- verwendet
worden, um auf möglichst einfache Weise und mit wenigen Ausleuchtungsfeldern bzw.
-schlitzen die Gleisbesetzung in einem Gleisbild anzeigen zu können. Je nach dem
Fahrtweg über die Weiche wird entweder das Gleisrelais 230 -oder das Gleisrelais
230- über die von der Weichenlage abhängigen Kontakte W2 + bzw.
W- mit dem Isolierabschnitt 23 verbunden. Bei ihrem Ansprechen machen sich
diese Relais durch Eigenkontakte 232 bzw.232- von den Kontakten W 2 + bzw.
W2-unabhängig und verhindern durch die Kontakte 233 -bzw. 233- das Ansprechen des
dem anderen Gleisstrang zugeordneten Relais. Diese Anordnung hat Jen Vorteil, daß
die Gleisbesetztanzeige, die durch (las Jeweils mit dem Gleisabschnitt 23 verbundene
Relais gesteuert wird, auch dann bestehenbleibt, wenn nach dem Räumen der Abschnitte
21 und 22 bereits ein neuer Fahrweg über die Weiche gebildet wird und z. B. an Stelle
des Kontaktes W 2 + der Kontakt W 2-geschlossen wird. Die Gleisrelais
210 und 220 der Weichenabschnitte sowie die Gleisrelais 230-I- und
230- erhalten über eine gemeinsame Sicherung Strom, damit auch bei Zerstörung
der Sicherung, solange nur die Weichenabschnitte besetzt sind, das : spätere Ansprechen
des Relais 230 + bzw. 230-und damit die Weichenumstellung verhindert wird.
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Die Steuerung der Gleisbesetztanzeige durch die Gleisrelais ist aus
den Fig.3 und 4 ersichtlich. In Abweichung von der üblichen Gleisausleuchtung, bei
der beim Besetzen z. B. der Weiche W2 sowohl der tor dem Verzweigungspunkt der Weiche
liegende Ausleuchtungsschlitza21/22 als auch der dem eingestellten Weichenstrang
entsprechende Schlitz a23 rot ausgeleuchtet wird, schalten die Gleisrelais 210 und
220 über parallel liegende Kontakte 213 und 223 nur die rote Ausleuchtungslampe
r21 für den Ausleuchtungsschlitz a21/22 der Weichenspitze ein; die Ausleuchtungslampen
r23+ und r23- der sich verzweigenden Weichenstränge a23 -f- und a23-, die das Besetzen
der beiden Stränge des Gleisabschnitts 23 anzeigen, werden dagegen durch je einen
Kontakt 231-I-bzw. 231- des entsprechenden Gleisrelais 230 + bzw. 230 -- gesteuert.
Auf diese Weise ist es möglich, ohne besondere Ausleuchtungsschlitze für die Zwischenabschnitte
auszukommen und einen gedrängten, raumsparenden Aufbau des Gleisbildes zu erreichen.,