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Rechengerät für die Bestimmung von Maschen- und Reihenzahlen Die Erfindung
bezieht sich auf ein Rechengerät für die Bestimmung der den Längen- und Breitenmaßen
von zu fertigenden Strickarbeiten od. dgl. entsprechenden Maschen- und Reihenzahlen
und bezweckt ein rasches und einwandfreies Feststellen der Zahlen von Maschen und
Reihen für verschiedenste Kleidungsmaße unter Vermeidung umständlicher Rechenarbeiten.
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Beim Anfertigen von Strickarbeiten od. dgl. war man bisher beim Vorliegen
umständlicher Schnittmuster darauf angewiesen, zu den jeweils verwendeten Garn-
und Nadelstärken von Arbeiten, die von Hand oder mit dem Strickapparat angefertigt
werden, erst die Zahlen der zu strickenden Maschen und Reihen einzeln auszurechnen,
um eine nach dem Schnittmuster vorgeschriebene Länge arbeiten zu können. In manchen
Schnittmustern sind zwar zu der jeweiligen Maßlänge die Zahlen der Maschen und Reihen
angegeben. Da aber beim Stricken die Eigenart des verarbeiteten Garnes und die Dicke
der Nadeln eine Rolle spielen und die Dichte der Strickarbeit bei verschiedenen
Personen und Apparaten anders ausfallen kann, so sind diese zuvor angegebenen Zahlen
in den Schnittmustern nicht zuverlässig genug. Die Arbeit konnte daher bisher zuverlässig
und richtig nur derart ausgeführt werden, daß man zunächst ein Probemuster versuchsweise
von kleinem Format anfertigte und nach dessen Längenmaßen die Zahl der Maschen und
Reihen feststellte. Das Umrechnen von diesen Grundzahlen auf die Maße des Schnittmusters
war dann einzeln vorzunehmen und somit zeitraubend und umständlich.
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Gemäß der Erfindung wird ein Rechengerät vorgeschlagen, das derart
ausgebildet ist, daß für das Abmessen des einer vorgegebenen Anzahl von Maschen
und Reihen eines untergelegten Strickmusters zur Feststellung der sogenannten Grundwerte
in einer Platte zwei rechtwinkelig zueinander angeordnete Schlitze od. dgl. und
zwei entsprechend den gemessenen Grundwerten einstellbare Schieber vorgesehen sind,
deren den jeweiligen Grundwerten entsprechende Umrechnungsskalen für die den gewünschten
Längen- und Breitenmaßen entsprechenden Maschen- bzw. Reihenzahlen in Ablesestellung
gelangen. Weiterhin besteht das Rechengerät erfindungsgemäß darin, daß die Schieber
nebeneinander parallel laufend angeordnet sind und ihre Meßkanten gegenüber der
Schieberrichtung einen Winkel von 45° bilden, so daß sich die Kanten längs der Schlitze
bzw. Skalen bewegen und das Ausmessen (Grundwert feststellen) der Rechteckseiten
des Strickmusters ermöglichen. Hierdurch wird die zum jeweiligen Grundwert gehörige
Umrechnungsskala des Schiebers gegenüber der Meßskala der Platte ablesbar. Als weiteres
Merkmal der Erfindung sind die Fenster und Maßskalen wie auch dieUmrechnungsskalen
zueinander längs d'r Platte versetzt und in an sich bekannter Art unterteilt.
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Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung im Grundriß beispielsweise
dargestellt.
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Das Gerät besteht aus einer im wesentlichen rechteckig geformten Platte
1 aus Karton, CeIluloid od. dgl. Darin befindet sich im unteren, zugespitzt verlaufenden
Ende 2 ein durch .die Platte hindurchgehender Schlitz 3 mit zueinander rechtwinkelig
verlaufenden Schenkeln 4 und 5. An den äußeren Enden der Schenkel sind jeweils Zentimeter-Skalen
6 und 7 angebracht. Im Innern der Platte 1 sind zwei parallele Längsschlitze vorgesehen,
in denen je ein Schieber 8 und 9 von oben her eingeschoben ist. Die Schieber ragen
mit ihren freien Enden über den oberen Plattenrand hinaus und tragen Handgriffe
10 und 11, die bei der tiefsten, gestrichelt gezeichneten Stellung in Nischen am
oberen Plattenrand eingreifen.
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In der oberen Decke von der Platte 1 sind über jedem der Schieber
je drei Fenster 12 und 13 frei gelassen, an deren unteren Kanten ebenfalls Zentimeter-Skalen
14 und 15 aufgetragen sind. Die Schieber 8 und 9 sind unten an ihrem inneren Ende
derart abgeschrägt, daß ihre Spitze in die Schenkelöffnungen 4 und 5 des Schlitzes
hineinragt. Hierbei gibt die abgeschrägte Kante K als Meßkante die Schieberstellung
längs der Schlitzskalen 6 und ? an. Diese Schieberkanten K dienen somit als Stellmaß
für ihre Lage an den Skalen des Schlitzes.
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Im Mittelteil des Schiebers 8 sind die Maschenzahlen »M« und im Mittelteil
des Schiebers 9 die
Reihenzahlen »R« aufgetragen, die bei den Strickarbeiten
vorkommen können und die die Umrechnungsskalen darstellen. Sie sind nach einem System
angeordnet, das von der Stellung der Schieber und der Schlitzwinkel abhängt. Diese
Umrechnungsskalen 1l und R treten beim Bewegen der Schieber in den Fensteröffnungen
12 und 13 zutage für ganz bestimmte Grundwerte.
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Die Arbeitsweise ist bei der Bestimmung der Maschen- und Reihenzahlen
eines zu arbeitenden Strickstückes od. dgl. folgende: Mit dem für das Strickstück
ausgewählten Garn und den gewählten Nadeln wird zunächst ein Probemuster 16 von
Hand oder mit dem Strickapparat gearbeitet, wobei stets mindestens 30 Maschen und
36 Reihen gestrickt werden, welche die Grundwerte für die Arbeit abgeben. Das Muster
wird auf seine natürliche Länge ausgespannt und mit wenigen Stichen oder mit Stecknadeln
auf einer Kartonunterlage befestigt. Das Muster gilt als Maschenprobe für die zu
fertigende Arbeit und weist bereits deren Eigenart nach der Dichte der Maschen usw.
auf. Bei Apparaten mit Belastungsgewichten kann die Maschenprobe einige Zeit in
der Ruhe liegengelassen werden, damit sich das Gestrick zusammenziehen kann.
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Das Muster wird sodann nach der Zeichnung unter den Schlitz 3 der
Platte 1 untergelegt, so daß es durch den Schlitz hindurch von oben her sichtbar
wird, wobei die etwas unregelmäßigeren Randmaschen noch verdeckt verbleiben. Längs
des Schlitzschenkels 4 werden nun 24 Maschen abgezählt und diese Länge, welche die
Maschen einnehmen, an der Skala 6 abgelesen, was nach dem Beispiel der Zeichnung
8,5 cm beträgt. An dieser Stelle wird der Schieber 8 mit seiner unteren Meßkante
K in Arbeits- und Ablesestellung gebracht. Längs des Schlitzschenkels 5 werden 30
Reihen im Muster nach oben abgezählt, was beispielsweise ein Längenmaß von 7 cm
an der Skala ergibt. Auf diese Stelle wird die Meßkante K am Ende des Nachbarschiebers
9 eingestellt. Beide Schieber können nun während der ganzen Strickarbeit in ihrer
nach der ?Maschenprobe einmal eingestellten Grundstellung belassen bleiben.
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Aus dem Schnittmuster oder der Vorlage wird nun die für die Arbeit
zu strickende Länge in Zentimeter entnommen. Zu diesem an einer Skala von einem
der Fenster eingetragenen Längenmaß kann nun die zu strickende Maschenzahl und dementsprechend
auch die zu strickende Reihenzahl leicht und sicher aus den im entsprechenden Fenster
erscheinenden Umrechnungsskalen 3f bzw. R abgelesen werden. Nachfolgend sind auf
die gleiche einfache Weise auch die für alle anderen Abmessungen zugehörigen Maschen-und
Reihenzahlen aus den Fenstern von den Umrechnungsskalen M und R schnell ablesbar.
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Die beim Rechengerät nach der Erfindung gewählten Zahlen von 24 Maschen
und 36 Reihen stellen aus der Praxis zustande gekommene Erfahrungszahlen dar, die
derartigen Rechengeräten am zweckmäßigsten als Grundlage für die Festlegung der
Umrechnungsskalen M und R dienen. Würden kleinere Grundzahlen gewählt, so würden
die Abmessungen des Rechengerätes kleiner, damit aber die Ablesungen an ihm insbesondere
bei feineren Garnen ungenauer. Würden größere Grundzahlen gewählt, so würden die
Ablesungen genauer, das Rechengerät aber unförmlich groß werden. Die als Grundlage
gewählten Maschen- und Reihenzahlen für das Muster ergeben hingegen eine Platte
von etwa DIN-A 4-Format, die im Gebrauch handlich bleibt und doch genau arbeitet.
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Die Zeichnung zeigt ein solches geeignetes Rechengerät, bei dem die
Ausgangsstellung der beiden Schieber 8 und 9 auf dieser Normzahl von 24 Maschen
und 36 Reihen beruht. Dieser Stellung, in der die Schieberhandgriffe 10 und 11 in
den Nischen des Plattenrandes liegen, entspricht ein untergelegtes Strickmuster
von dünnstem und engstgestricktem Garn, so daß in der Praxis kaum noch Fälle unter
diesen Anschlagwerten, sondern nur noch darüber vorkommen können. Die Zentimeter-Skalen
6 und 7 an den Schenkeln 4 und 5 des Plattenschlitzes 3 beginnen somit ausgehend
von diesem in der Praxis nur selten eintretenden Kleinstwert. Alle übrigen Werte
des Rechengerätes beruhen auf dieser Normzahl von 24 Maschen bzw. 36 Reihen, auf
denen alle Zahlen der Umrechnungsskalen Ir und R der Schieber errechnet sind.
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Für alle bei beliebigen Arbeitslängen der Strickarbeit vorkommenden
Abmessungen sind am Schieber 8 die jeweils erforderlichen Umrechnungsskalen M für
die Maschenzahlen und am Schieber 9 die entsprechenden Umrechnungsskalen R für die
Reihenzahlen aufgetragen. Erfindungsgemäß sind die Schieber deshalb parallel zueinander
in der Platte beweglich untergebracht, damit dessen Abmessungen klein bleiben und
nicht größer als etwa das DIN-A4-Format sind, wodurch ein handliches Gerät erreicht
wurde. Die Schieber könnten erfindungsgemäß auch in einer anderen Richtung zum Schlitz
3 beweglich angeordnet sein. So aber sind sie nach der Zeichnung in gedrängter Lage
auf engstem Raum besonders günstig untergebracht.
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Die Fenster für die Ablesung der Reihenzahlen könnten erfindungsgemäß
auch in eine andere Lage zu den Fenstern mit den Maschenzahlen gebracht sein. Die
parallele Lage aller Fenster hat jedoch den Vorteil der leichten Ablesbarkeit aller
gesuchten Zahlen von einer Stelle aus ohne Drehen oder Wenden der Platte. Somit
ist die Handhabung dieses einfachen Gerätes noch besonders leicht gemacht, und die
Zeitersparnis für die rasch ablaufende Arbeit wird groß.