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DD160979A3 - Verfahren zum zuendoelarmen anfahren eines kohlenstaubgefeuerten dampferzeugers - Google Patents

Verfahren zum zuendoelarmen anfahren eines kohlenstaubgefeuerten dampferzeugers Download PDF

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DD160979A3
DD160979A3 DD22902781A DD22902781A DD160979A3 DD 160979 A3 DD160979 A3 DD 160979A3 DD 22902781 A DD22902781 A DD 22902781A DD 22902781 A DD22902781 A DD 22902781A DD 160979 A3 DD160979 A3 DD 160979A3
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DD
German Democratic Republic
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steam
pressure
temperature
water
ignition
Prior art date
Application number
DD22902781A
Other languages
English (en)
Inventor
Albert Grose
Horst-Dieter Kaldun
Werner Reich
Wolfgang Von Woedtke
Ulrich Pollehn
Original Assignee
Orgreb Inst Fuer Kraftwerke 75
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Orgreb Inst Fuer Kraftwerke 75 filed Critical Orgreb Inst Fuer Kraftwerke 75
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  • Control Of Steam Boilers And Waste-Gas Boilers (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum zuendoel- oder gasarmen Anfahren eines kohlenstaubgefeuerten Dampferzeugers mit festem Verdampfungsendpunkt, wobei beim Anfahren der Kesselkopfschieber bzw. die hochdruckseitige Umleitstation geschlossen und Zuendoelbrenner oder -gasbrenner in Betrieb genommen werden. Um beim Anfahren die Betriebszeit der Zuendbrenner zu verringern und damit Zuendbrennstoff einzusparen, soll sie durch den Betrieb der Zuendfeuerung in den Dampferzeuger eingebrachte Waerme weitgehend im Wasser-Dampf-System behalten und die Kohlenstaubfeuerung nur in Abhaengigkeit vom Erreichen feuerungstechnischer Parameter in Betrieb genommen werden. Erfindungsgemaess wird in Abhaengigkeit vom Waermezustand des Dampferzeugers eine solche Anzahl von Zuendbrennern gestaffelt in Betrieb genommen, dass die zulaessige Druck- oder Temperaturaenderungsgeschwindigkeit des kritischen Bauteils maximal ausgeschoepft wird, wobei die Stattwasserablaesse und Entwaesserungen nur zur technologisch bedingten Abfuehrung einerminimalen Wasser- und Dampfmaenge aus dem Verdampfungssystem geoeffnet werden, so dass die mit der Zuendfeuerung zugefuehrte Waerme vorrangig zur Drucksteigerung im Wasser-Dampf-System verwendet wird, und dass der Kesselkopfschieber bzw. die hochdruckseitige Umleitstation angerueckt und mit der in an sich bekannter Weise gestaffelten Inbetriebnahme der Kohlenstaubfeuerung bei annaehernd gleichem Systemdruck aufgefahren wird, so dass durch die erhoehte Waermezufuhr in der Brennkammer vorrangig eine schnelle Dampfmengenentwicklung im Wasser-Dampf-System erreicht wird und dass die Zuendbrenner gestaffelt ausser Betrieb genommen und die Anstoss-bzw. Koppelparameter nur mit der Staubfeuerung angefahren werden.

Description

Verfahren zum zündölarmen Anfahren eines kohlenstaubgefeuerten Dampferzeugers
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum zündölarmen Anfahren von kohlenstaubgefeuerten Natur- oder Zwangumlauf-Dampferzeugern sowie Zwangdurchlaufdampferzeugern mit festem Verdampfungsendpunkt, sowie mit oder ohne überlagerten Umlauf, die mit einer Zündöl- oder Zündgasfeuerung angefahren werden und dampfseit ig mit ümleitstat ionen sowie mit oder ohne Kesselkopfschieber ausgerüstet sind.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Um die für die Zündung des Kohlenstaub-Luft-Gemisches erforderliche Temperatur in der Brennkammer des Dampferzeugers zu erreichen, ist der Anfahrbetrieb des kohlenstaubgefeuerten Dampferzeugers mit einer Zündöl- oder -gasfeuerung erforderlich. In Abhängigkeit rom Wärmezustand des Dampferzeugers und »ron der Qualität des Kohlenstaubes ist ein Zündölbedarf bis zu 50 t pro Anfahrrorgang für einen Großdampferzeuger notwendig.
Zum Zwecke der Zündöleinsparung ist es bekannt, eine Vorwärmung des Dampferzeugers rauchgas- und/oder wasserseitig vorzunehmen.
Zur Einsparung von Zündöl ist es weiterhin bekannt, besonders aufbereiteten zündfähigen Kohlenstaub über die Zündbrenneranlage oder einen gesonderten Zündbrenner in die Brennkammer einzubringen und nach Zündung dieses Kohlenstaubes die er-
forderliche Brennkammertemperatür zu erreichen. Weiterhin ist es bekannt, das Kohlenstaub-Luft-Gemisch Tor dem Kohlenstaub-Haupt brenner in der Anfahrphase thermisch aufzuheizen und/oder ein Glühbett zu schaffen. Außerdem ist es bekannt, außer Betrieb genommene Dampferzeuger rauchgas- und/oder wasserseitig warmzuhalten. Allen genannten Dampferzeugerbauart en ist gemeinsam, daß das den festen Yerdampfungsendpunkt bildende dickwandige Bauteil, z. 3. die Kesseltrommel oder Flasche, zugleich das kritische Bauteil mit der geringsten zulässigen Temperaturänderungsgeschwindigkeit ist und damit die Anfahrgeschwindigkeit des Dampferzeugers bestimmt» In der Praxis wird bekanntermaßen mit Hilfe der öl- oder Gaszundfeuerung eine konstante Wärmemenge in die Brennkammer des Dampferzeugers eingebracht und bei einer konstanten Speisewassermenge die Druckentwicklung des Yerdampfers^stems mittels Öffnung des KesselkopfSchiebers und/oder der UmIeitstat ionen, der Entwässerungen und/ oder der Sattwasserabführung bzw. des Trommelschnellablasses beeinflußt und an die zulässigen Anderungsgeschwindigkeiten des kritischen Bauteils angepaßt. Dadurch wird ein großer Teil der in der Brennkammer zugeführten Wärme mit dem siedenden Wasser bzw. hoohkalorisohen Dampf wieder abgeführt, was unnötige Wärmeverluste und einen erhöhten Öl- bzw. Gaseinsatz zu Folge hat.
Beim Anfahren des Dampferzeugers aus einem noch vorhandenen Druck- und damit Temperaturniveau, z. B. beim Warmstart, wird die zulässige Änderungsgeschwindigkeit nicht ausgeschöpft und dadurch die Druckentwicklung des Yerdampfersystems und die Temperaturentwicklung des Überhitzers?st ems verzögert. Letzteres bedingt wiederum ein verspätetes Schließen der Entwässerungen, wodurch sich der Drucikaufbau zusätzlich vermindert. Außerdem kommt es durch die nach dem Zünden einsetzende Verdampfung zum Beströmen der Überhitzer, Sammler und Rohrleitungen mitL._kälterem Dampf, was mit einer Temperaturabsenkung, vor allem in den Austrittssammlern und Rohrleitung en, verbund en ist. Wird dann nach Erreichen der Zündbedingungen die Staubfeuerung zugeschaltet, werden auf Grund
der sich schnell steigernden Dampfentwicklung die zulässigen Druck- und Temperaturänderungsgeschwindigkeiten überschritten. Um dies zu vermeiden, wird in den bekannten Anfahrtechnologien das Zuschalten der Staubfeuerung auch vom Erreichen bestimmter Parameter des Wasser-Dampf-Systems, z. B. Druck, Temperatur, Massenstrom, Teraperaturdifferenzen, und Öffnungsgraden der Umleitstationen abhängig gemacht. Dadurch ist es erforderlich, die öl- oder Gaszündfeuerung langer in Betrieb zu halten, als es auf Grund der bereits erreichten rauchgasseitigen Zündbedingungen notwendig wäre, z. B. nach Erreichung einer bestimmten Brennkamraertemperatur oder Temperatur einer geeigneten Stelle des Rauchgaszuges.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist, beim Anfahren durch Verkürzen der Betriebszeit der Zündöl- oder -gasbrenner Zündöl oder -gas einzusparen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die durch den Betrieb der Zündfeuerung in den Dampferzeuger eingebrachte Wärme weitgehend im Wasser-Dampf-System zu behalten und die Kohlenstaubfeuerung nur in Abhängigkeit vom Erreichen feuerungstechnischer Parameter in Betrieb zu nehmen.
Dies wird dadurch erreicht, daß erfindungsgemäS irf Abhängigkeit vom Wärmezustand des Dampferzeugers eine solche Anzahl von Zündbrennern gestaffelt in 3etrieb genommen wird, daß die zulässige Änderungsgeschwindigkeit maximal ausgeschöpft wird, wobei die Sattwasserablässe und Entwässerungen nur zur technologisch bedingten Abführung einer minimalen Wasser- und Darapfraenge aus dem Verdampfungssystem geöffnet werden, so daß die mit der Zündfeuerung zugeführte Wärme vorrangig zur Drucksteigerung im Wasser-Dampf-System verwendet wird, und daß der Kesselkopf schieber bzw. die hochdruckseitige Umleitstation angerückt und mit der in an sich bekannter Weise gestaffelten
Inbetriebnahme der Kohlenstaubfeuerung bei annähernd gleichem Systemdruck aufgefahren wird, so daß durch die erhöhte Wärmezufuhr in der Brennkammer vorrangig eine schnelle Darapfmengenentwicklung im Wasser-Dampf-Systera erreicht wird und daß die Zündbrenner gestaffelt außer Betrieb genommen und die Anstoßbzw. Koppelpararaeter nur mit der Staubfeuerung angefahren werden.
Ausführungsbeispiel
An einem Ausführungsbeispiel wird die Erfindung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt:
Fig. 1: Drückänderungsgeschvvindigkeit in Abhängigkeit vom Druck am Verdarapfungsendpunkt bei einer Sattdampftemperatursteigerung von 2 k/min und 3 k/min;
Fig. 2: theoretische Druckentwicklung in Abhängigkeit der Zeit bei einer Sattdampftemperatursteigerung von 2 k/min und 3 k/min;
Fig. 3: die prinzipielle Anfahrschaltung eines Zwangdurchlauf-Dampferzeugers mit überlagertem Umlauf ohne Kesselkopfschieber und mit Umleitstationen,·
Fig. 4: die prinzipielle Anfahrschaltung eines Naturumlauf-Darapferzeugers mit Kesselkopfschieber und ohne Zwischenüberhitzer; sowis
Tabelle·:Gegenüberstellung von Anfahrtechnologien,
Die sich aus der Festigkeitsberechnung für das kritische Bauteil ergebende zulässige Temperaturänderungsgeschwindigkeit ergibt entsprechend den Zustandgleichungen für Wasser und Dampf die in Abhängigkeit vom Systemdruck variable zulässige Druckänderungsgeschwindigkeit (Fig. 1). Aus der zulässigen Druckänderungsgeschwindigkeit läßt sich die theoretisch mögliche Druckentwicklung eines Verdampfersysteras in Abhängigkeit von der Zeit ermitteln (Fig. 2). In der Anfahrschaltung für einen Zwangdurchlaufdampferzeuger mit überlagertem Umlauf (Fig. 3) wird der Dampferzeuger über Speisewasserleitung 1 und Speisewasserregelventil 2 gespeist. Das Speisewasser gelangt über die Leitung 3 in den Economiser4 und nach seiner Vorwärmung über die Leitung 5 zum
Mischpunkt
6, wo es sich mit dem über die Leitung 7 aus dem Separatur 8 kommenden Sattwasser vermischt. Über die Umwälzpumpensaugleitung 9, die Umwälzpumpe 10 und die Umwälzpumpendruckleitung 11 wird das gemischte Wasser dem Verdampfer 12 zugeführt, in dem ein Teil "verdampft, und über die Dampfabführröhre 13 gelangt das erzeugte Dampf-Wasser-Gemisoh tangential in den Separator 8. Der untere Teil des als Wandberohrung ausgebildeten Verdampfers 12 befindet sich in einer Brennkammer 14, in die die Zündölbrenner 15 und die Kohlenstaubbrenner 16 einmünden. Im Separator 8 wird das eintretende Wasser-Dampf-Gemisch getrennt, wobei das Sattwasser nach unten zur Leitung 7 strömt und zur Einhaltung des Wasserstandes im Separator über die Sattwasserleitung 17 und das Hegelorgan 18 überschüssiges Sattwasser abgeführt wird. Der trocken gesättigte Dampf gelangt über eine Dampfaustrittsleitung 19 in die ersten Überhitzerstufen 20, die als Wand- oder ÜBerührungsüberhitzer angeordnet sind. In den nachfolgenden unbeheizten Sammlern und/ oder Mischrohren 21 sind Entwässerungen 22 eingebunden, über die sich bildendes Kondensat abgeführt wird. Der Dampf strömt dann über die als Strahlungsüberhitzer ausgebildeten mittleren Überhitzerstufen 23, Sammler und Mischrohre 24, in denen sich ebenfalls Entwässerungen 25 befinden, zur Endüberhitzerstufe 26, anschließend in die Frischdampfleitung 27 und seit er zur &ochdruckseitigen ümleitstation 28, Tor der weitere Entwässerungen 29 eingebunden sind. Über die kalte Schiene 30 gelangt der entspannte Dampf zur ersten Zwischenüberhitzerstufe 31, über Sammler und Mischrohre 32, wo die Zwischenüberhitzerentwässerung 33 angeordnet ist, zur zweiten Zwischenüberhitzerstufe 34 und danach über die heiße Schiene 35 zur niederdruckseitigen Umleitstation 36. Über Leitung 37 strömt schließlich der zweifach entspannte Dampf zum Kondensator 38, in dem er kondensiert.
Die Erläuterung der Erfindung für einen Zwangdurchlaufdampferzeuger mit überlagertem Umlauf (Fig. 3) erfolgt am Beispiel des Änfahrens aus dem warmen Zustand (Warmstart) für einen 815 t/h.-Dampf erzeuger. Int er einem Warmstart soll das Anfahren eines Dampferzeugers nach einem Stillstand - 8 Stunden verstanden werden, wobei der Restdruck im Verdampfersystem min-
destens 10 kp/cm beträgt. Eine Gegenüberstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit der rerbindliclien Anfahrvorschrift (Fig. 5) in Abhängigkeit von feststehenden Zeitfolgen und bestimmten Tests (Kennzeichen T) verdeutlicht die unterschiedlichen Schritte der Scha It hand lung en (Kennzeichnung S.,, S« usw.). Vor dem Anfahren sind die ümleltstat ionen 28; 36, die Entwässerungen 22; 25; 29; 33 sowie das Sattwasserregelventil
18 geschlossen. Zunächst wird durch strangweises Öffnen der Entwässerungen 22; 25 sichergestellt, daß in der Abkühlungsphase gebildetes Kondensat aus dem Überleit system abgeleitet wird· Die Umwälzpumpen 10 werden eingeschalten und am Speisewasserregelventil 2 wird eine minimale Speisewassermenge eingestellt und bei konstantem Wasserstand;' in Separator 8 die gleiche Menge an Sattwasser über Leitung 17 und Regelventil 18 abgeführt. Zum Zeitpunkt des Zundens der ersten beiden Ölbrenner 15 sind nur die Entwässerungen 22 nach den ersten, im Gebiet geringer Rauchgaswärmeabgabe liegenden Überhitzerstufen 20 geöffnet. Der sich bildende Dampf strömt über die Leitung
19 und die Überhitzerstufen 20 zu den Entwässerungen 22, wo ein geringer Teil abgeführt wird, während der überwiegende Teil zur Druckerhöhung im Wasser-Dampf-Syst em beiträgt. Die Inbetriebnahme weiterer Ölbrenner 15 hängt davon ab, ob die im kritischen Bauteil 8 sich einstellende Druckänderungsgeschwindigkeit kleiner als die zulässige ist (Fig. 2). Beträgt z. B. der Systemdruck vor dem Zünden der Ölbrenner 10 kp/cm , entspricht also dem für Warmstart niedrigsten Wert, und die zulässige Sattdampftemperatursteigerung 2 k/min, ist eine Druckänderungsgeschwindigkeit von 0,4 at/min zulässig (Fig. 1), so daß 5 min nach dem Zünden der ersten Ölbrenner ein Druok von '-- 12 kp/cm^ erreicht sein müßte (40 bis 45 min. der Zeitzählung). Ist das nicht der Fall, so ist ein weiterer Ölbrenner 15 in Betrieb zu nehmen. Bei einem Systemdruck von 12 kp/cm beträgt die zulässige Druckänderungsgeschwindigkeit bereits knapp 0,5 at/min (Fig. 1), und 10 min nach Zündbeginn müßten (50 min) mindestens 15 kp/cm erreicht sein (Fig. 2). Tom Erreichen dieses Druckes ist die Zuschaltung des 4. Ölbrenners 15 abhängig usw. Hat die Strangtemperatür nach den ersten Überhitzerstufen 20 einen Wert erreicht, der
20_Jüber der Sättigungstemperatur liegt,, werden die Entwässerungen 25 geöffnet und die Entwässerungen 22 geschlossen. Der nun bereits überhitzte Dampf strömt weiter durch Mischrohre und Sammler 21 zu den mittleren, im Gebiet der Strahlungswärmeübertragung liegenden überhitzerstufen 23, die deshalb bereits gut aufgewärmt sind. Sin geringer Teil des Dampfes wird durch die Entwässerungen 25 abgeführt, der überwiegende bereits überhitzte Dampf sichert die weitere schnelle Drucksteigerung. Das Kriterium Stengtemperatur größer Sättigungstemperatur +2Ok wird für die mittleren Überhitzerstufen schnell erreicht, und es können die Entwässerungen 29 geöffnet und die Entwässerungen 25 geschlossen werden. Damit werden Mischrohre und Sammler 24, die Endüberhitzerstufe 26, die Frischdampfaustrittssammler und die Frischdampfleitung 27 beströmt. Da inzwischen bereits ein hohes Druck- und Temperaturniveau erreicht ist, werden Temperaturabsenkungen in den unbeheizten dickwandigen Bauteilen vermieden. Inzwischen sind die Rauchgastemperaturen in der Brennkammer 14 so weit angestiegen, daß die Voraussetzungen zum Schalten der ersten Mühle 16 erfüllt sind. Bereits vorher sind die UmIeitstat ionen 28; 36 anzurücken, um ihre Erwärmung und die Beströmung des Zwischendampfsyst ems 30 bis
35 zu sichern, wobei die Entwässerung 33 geöffnet ist und die Entwässerung 29 geschlossen wird. Unmittelbar vor der Inbetriebnahme der ersten Mühle 16 werden die Umleitstationen 28;
36 in den Regelbereich gefahren und der erreichte Druck in dem jeweiligen System ab Sollwert konstant gehalten. Hun erfolgt die gestaffelte Inbetriebnahme "von 4 Mühlen 16 und die gestaffelte Außerbetriebnahme der ölbrenner 15 mit Ausnahme von zwei Ölbrennern der unteren Etage. Durch weitere Erhöhung der Brennstoff- und Speisewassermenge wird eine schnelle Dampfentwicklung gesichert und bei Erreichung einer stabilen Feuerlage werden auch diese ölbrenner außer Betrieb genommen. Die Anstoß- bzw. Koppelparameter werden nur mit der Staubfeuerung angefahren. Die weitere Leistungssteigerung des Dampferzeugers erfolgt entsprechend der geltenden Anfahrrorschrift.
O O ^ 0 0 0
ο ο ο ο ο ο ο ο
Die Erläuterung der Erfindung für einen Naturumlauf-Dampferzeug er mit Kesselkopfschieber und ohne überlagerten Umlauf erfolgt an einem allgemeinen Beispiel (Fig. 4):
Der Dampferzeuger wird über die Speisewasserleitung 1 und das Speisewasserregelventil 2 gespeist. Über die Leitung 3' fließt es zum Economiser 4, wo es vorgewärmt und danach dem Wasserraum der Trommel 5 zugeführt, wird. Über Fallrohre 6 gelangt es durch den Verdampfer 7. Der entstandene Naßdampf strömt durch die leitung 8 infolge natürlichen Antriebes zur Trommel 5. Der in der Trommel 5 abgeschiedene trocken gesättigte Dampf wird über die Dampfabführrohre 9 den ÜberhitzerniO; 11 zugeführt. Bei geschlossenem Kesselkopfschieber 12 wird die in der Brennkammer 13 mit Hilfe der Zündfeuerung 14 zugeführte Wärme bis zur Zuschaltung der Kohlenstaubfeuerung 15 zum Druckaufbau im Wasser-Dampf-Sy st em 3 bis
11 verwendet. Über die Abschlämmung und/oder den Trommelschnellablaß 16 sowie die Entwässerungen 17 werden nur minimale Sattwasser- bzw. Dampfmengen abgeführt. Mit der Inbetriebnahme der Staubfeuerung 15 wird der Kesselkopfschieber
12 in der Weise geöffnet, daß bei annähernd gleichbleibendem Druck im Wasser-Dampf-Syst em 3 bis 11 der erzeugte Dampf über die Frischdampfleitung 18 (analog Fig. 3) zu den UmIeit- und/ oder Heduzierstationen (nicht dargestellt) strömt*
Obwohl die Erfindung ausschließlich für den Anfahrbetrieb mit Zündöl oder -gas beschrieben ist, so ist die Erfindung ebenfalls für den Anfahrbetrieb mit besonders aufbereitetem zündwilligen Kohlenstaub anwendbar.
Durch die Erfindung werden folgende Torteile erreicht:
1. Durch das Zuschalten genau so rieler Ölzündbrenner bzw, Gaszund brenner, daß bei geschlossenem Kesselkopfschieber bzw. geschlossener HD-Station gerade die zulässigen Druckänderungsgeschwindigkeiten ausgeschöpft werden, reduziert sich in Abhängigkeit rom Wärmezustand des Dampferzeugers die Zahl der eingesetzten Zündbrenner und damit der Ölbedarf beim Anfahren.
Das kritische Bauteil (Trommel bzw. Flasche) wird schonend angefahren, und Temperaturabsenkungen in den Austrittssammlern der Überhitzer sowie Rohrleitungen und damit zusätzliche Belastungen dieser Bauteile beim Infahren aus dem warmen Zustand durch Beströmen mit kälterem Dampf werden Yermieden.
Das Anschalten der Staubfeuerung ist nur von den feuerungsteohnischen Parametern (Brennkammertemperatur) abhängig, so daß sich die Einsatzdauer der Zündbrenner wesentlich r eduz i er tv
Durch das Anfahren mit geschlossenem Kesselkopfschieber bzw. Umleitstation wird nur so viel Speisewasser benötigt, daß im Economiser Vorverdampfung vermieden wird. Damit wird einerseits eine kritische Speisewassersituation beim Anfahren infolge begrenzter Leistung der AnfahrSpeisepumpen •verhindert, andererseits reduzieren sich die Anfahrverluste.
Mit steigendem Systemdruck verringert sich die erforderliche Verdampfungswarme, so daß beim Zuschalten der Kohlenstaubfeuerung die gewünschte schnelle Dampfmengenentwicklung erreicht wird. Dadurch wird eine ausreichende Kühlung der unmittelbar nach der Brennkammer angeordneten und in dieser Anfahrphase thermisch am meisten belasteten Überhitzerstufe gesichert.
Die maximal mögliche Drucksteigerung im Verdampfersystem führt in Verbindung mit dem früheren Zuschalten der Staubfeuerung zu einer Verkürzung der Anfahrzeit.

Claims (2)

1. Verfahren zum zündöl- oder zundgasarmen Anfahren eines kohlenstaubgefeuerten Dampferzeugers rait festem Verdampfungsendpunkt, wobei beim Anfahren der Kesselkopfschieber bzw. die hochdruckseitige Uraleitstation geschlossen ist, Zündbrenner in Betrieb genommen werden und das kritische Bauteil (Trommel bzw. Flasche) nach der Temperatur- oder Druckänderungsgeschwindigkeit gefahren wird, gekennzeichnet dadurch, daS in Abhängigkeit vora Wärmezustand des Dampferzeugers eine solche Anzahl von Zündbrennern gestaffelt in Setrieb genommen wird, daß die zulässige Änderungsgeschwindigkeit maximal ausgeschöpft wird, wobei die Sattwasserablässe und Entwässerungen nur zur technologisch bedingten Abführung einer minimalen Wasser- und Dampfmenge aus dem Verdampfungssystem geöffnet werden, so daß die mit der Zündfeuerung zugeführte Wärme vorrangig zur Drucksteigerung im Wasser-Datnpf-System verwendet wird, und daß der Kesselkopf schieber bzw. die hochdruckseitige Umleitstation angerückt und mit der in an sich bekannter-WQise gestaffelten Inbetriebnahme der Kohlenstaubfeuerung bei annähernd gleichem Systemdruck aufgefahren wird, so daß durch die erhöhte Wärmezufuhr in der Brennkammer vorrangig eine schnelle Dampfmengenentwicklung im Wasser-Dampf-System erreicht wird und daß die Zündbrenner gestaffelt außer Betrieb genommen und die Anstoßbzw. Koppelparameter nur mit der Staubfeuerung angefahren werden,
2« Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Kohlenstaubfeuerung unmittelbar nach Erreichen der Zündtemperatur in der Brennkammer unabhängig von den Parametern des Wasser-Dampf-Systeras in Betrieb genommen wird.
3. Verfahren nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß die Zündfeuerung mit besonders aufbereitetem zündwilligen Kohlenstaub betrieben wird.
Hierzo_ji-.Sesten Zeichnungen
iS- I Fig. 2
Druckänderungsgeschwindigkeiten in Abhängigkeit vom Druck am Verdampfungsendpunkt bei einer Sattdampf temperatursteigerung von 2 K/min und 3 K/min
Δρ/At at /min Theoretische Dryckentwicklung in Abhängigkeit der Zeit bei einer
Sqttdampftemperatursteigerung von 2K/min und 3 K/min
kp/cm
3 4 5 6 7 8910
40 .* .5 6 7 8 910
ν 30 4o 5© 6ä
Warmstart 815 t/h-Dampferzeuger
ρ ρ
Kriterium: 100 kp/cm Druck im Separator 10 kp/cm
Schritt/ Zeit verbindliche Anfahrtechnologie Test (min.)
S-] Hochdrucksntwässerung 1 (22) 5 min,"auf/zu"
Hochdruckentwässerung 2(25)5 min."auf/zu" Hochdruckentwässerungen 1 und 2 auf Wasserstandsregelung in Betrieb
Speisewassermenge von 27,8 kg/S (100 t/h) je Strang einstellen
2 Zündölbrenner untere ;iStage "ein" 2 Zündölbrenner untere Etage "ein" 2 Zündölbrenner obere Etage "ein" Strangtemperatur nach den mittleren Überhitzerstufen (23) 20 K über Sättigungstemperatur? Entwässerung vor Frischdampfschieber (2$) "auf" Temperatur der Sndüberhitzerstufe (26) steigt? HD-Station (28) aus Endlage "zu" anrücken Hochdruckentwässerung zu
Zwischendampfdruck 10 kp/cm Temperatur nach ZU Il (34) 100 K über Sättigung
S11 ND-Station (36) aus Endlage "zu" anrücken
T Toraussetzungen zum Schalten der 1. Mühle
. 6 Zündölbrenner in Betrieb . Frischdampftemperatur 300 - 350 0C . Zwischendampftemperatur 300 - 350 0C
.Separatordruck 40 bis 50 kp/cm . HD-Station (28) 10 % Öffnungsgrad ND-Station (36) 10 % Öffnungsgrad
, Mühle in Betrieb
, Zündölbrenner ohere Etage "aus"
, Mühle in Betrieb
, Zündölbrenner obere Etage "aus"
, Mühle in Betrieb
, Zündölbrenner untere Etage "aus"
. Mühle in Betrieb
. Zündölbrenner untere Etage "aus" Anfahren der Anstoß- bzw. Koppelparameter
/6"
S^-i Anstoßen bzw. Koppeln
522 Leistungssteigerung des Dampferzeugers
523 3. und 4. Zündölbrenner untere Etage "aus"
Schritt/ Zeit erfindungsgemäße Anfahrtechnologie Test (min.)
S-j Hochdruckentwässerung 1 (22) 5 min "auf/zu"
52 Hochdruckentwässerung 2 (25) 5 min "auf/zu"
53 Wasserstandsregelung in Betrieb
Speisewassermenge von 16,6 kg/S (60 t/h) je Strang einstellen
54 Hochdruckentwässerung 1 "auf"
55 0 2 Zündölbrenner untere Etage "ein"
T 5' Ist die sich einstellende Druckänderungsgeschwindigkeit im kritischen Bauteil kleiner als die zulässige Druckänderungsgeschwindig keit?
1 Zündölbrenner untere Etage "ein
Sy 1 Zündölbrenner untere Etage "ein"
T .ja Strangtemperatur nach den ersten Über~;
hitzerstufen (20) 20 K über Sättigungstemperatur?
S3 Hochdruckentwässerung 2 "auf"
Hochdruckentwässerung 1 "zu"
T .ja Strangtemperatur nach den mittleren Überhitzerstufen (23) 20 Z über Sättigungstemperatur?
Sg Entwässerung Tor Frisohdampfschieber (29) "auf"
T .ja Temperatur nach der Endüberhitzerstufe (26)
steigt?
S-I0 Hochdruckentwässerung 2 "zu"
T . »ja Δό /δ ΐ -<Γ (/ifi/jist )-ί-J. ^
S-j ή 1 Zündölbrenner obere Etage "ein."
T &f)tXt < Up ict ) -.J- {
S-J2 ^ Zündölbrenner obere Etage "ein"
T Yoraussetzungen zum Schalten der 1 Mühle:
Rauchgastemperatur nach Zu I - 350 0C
ο HD-Station (28) aus Endlage "zu" anrücken
51 ND-Station (36) aus Endlage "zu" anrücken
10' HD- und ND-Station in Regelbereich fahren
und Sollwert Frischdampfdruck und Zwischendampfdruck Konstant
S1^ ο 1. Mühle in Betrieb
517 1. Zündölbrenner obere Etage "aus"
518 10' 2. Mühle in Betrieb
519 2. Zündölbrenner obere Etage "aus"
520 2d 3. Mühle in Betrieb
Sp1 1·' Zund81brenner untere Etage "aus"
522 30' 4. Mühle in Betrieb
523 - 2. Zündölbrenner untere Etage "aus"
524 Frischdampf- und Brennstoffmenge erhöhen bis
Feuer stabil
T 40'.ja Feuer stabil?
525 . 3. und 4. Zündölbrenner untere Etage "aus" Spg Anfahren der Anstoß- bzw. Koppelparameter
527 ' Anstoßen bzw. Koppeln
528 Leistungssteigerung des Dampferzeugers
DD22902781A 1981-04-06 1981-04-06 Verfahren zum zuendoelarmen anfahren eines kohlenstaubgefeuerten dampferzeugers DD160979A3 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19616177A1 (de) * 1996-04-12 1997-10-16 Ver Energiewerke Ag Verfahren zum Reservebetrieb eines mit einer Kohlenstaubfeuerung ausgerüsteten Kraftwerksblockes

Cited By (2)

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19616177A1 (de) * 1996-04-12 1997-10-16 Ver Energiewerke Ag Verfahren zum Reservebetrieb eines mit einer Kohlenstaubfeuerung ausgerüsteten Kraftwerksblockes
DE19616177C2 (de) * 1996-04-12 2000-05-25 Ver Energiewerke Ag Verfahren zum Reservebetrieb eines mit einer Kohlenstaubfeuerung ausgerüsteten Kraftwerksblockes

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