DE10001995A1 - Verfahren zur Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfers in einem Verbundkraftwerk sowie Verbundkraftwerk zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfers in einem Verbundkraftwerk sowie Verbundkraftwerk zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zur Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfes, insbesondere bei Teillast, in einem Verbundkraftwerk (22), welches einen Wasser/Dampf-Kreislauf (20), insbesondere mit einer Dampfturbine (38), einem befeuerten Dampferzeuger (50) und Mitteln (42, 51) zum Überhitzen bzw. Zwischenüberhitzen des im Dampferzeuger (50) erzeugten Dampfes zu Frischdampf bzw. Zwischenüberhitzerdampf, umfasst, sowie eine Gasturbinenanlage (23) mit einem nachgeschalteten Abhitzekessel (28), wobei der Abhitzekessel (28) derart mit dem Wasser/Dampf-Kreislauf (20) in Verbindung steht, dass im Abhitzekessel (28) erzeugter Dampf dem Frischdampf bzw. Zwischenüberhitzerdampf zugemischt wird, wird ein verbessertes Teillastverhalten dadurch erreicht, dass die Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfes durch eine Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des im Abhitzekessel (28) erzeugten Dampfes erfolgt.
Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Kraftwerkstechnik. Sie
betrifft ein Verfahren zur Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des
Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfes, insbesondere bei Teillast, in
einem Verbundkraftwerk, gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie ein
Verbundkraftwerk zur Durchführung des Verfahrens.
Kraftwerkskonzepte, bei denen Gasturbinenanlagen mit nachgeschaltetem Abhit
zekessel und Wasser/Dampf-Kreisläufe mit befeuerten Dampferzeugern und ent
sprechenden Dampfturbinen miteinander kombiniert werden, sind seit längerem
aus dem Stand der Technik bekannt und werden vor allem wegen des gesteiger
ten Gesamtwirkungsgrades, der zusätzlichen Leistung (Gasturbinenanlage) bei
geringen Investitionen und der Betriebsflexibilität zunehmend eingesetzt.
Eine Variante solcher kombinierter Kraftwerkskonzepte ist das Verbundkraftwerk,
bei dem die Gasturbinenanlage und der Wasser/Dampf-Kreislauf auf der Was
ser/Dampf-Seite miteinander gekoppelt sind. Das von der Gasturbinenanlage
abgegebene Rauchgas wird zur Erzeugung von Dampf durch einen Abhitzekessel
geleitet und dann an die Umgebung abgegeben. Der im Abhitzekessel erzeugte
Dampf wird beispielsweise als Frischdampf und/oder Zwischenüberhitzerdampf an
geeigneten Stellen in den Wasser/Dampf-Kreislauf eingespiesen. Zusätzlich oder
alternativ kann der Abhitzekessel auch zur Kondensat- und/oder Speisewasser
vorwärmung herangezogen werden. Verschiedene Arten von Verbundkraftwerken
mit unterschiedlichen Verbindungen zwischen dem Gasturbinensystem und dem
Wasser/Dampf-System sind beispielsweise in dem Artikel von G. Bauer et al.,
"Das Verbundkraftwerk - eine neue Variante des kombinierten Kraftwerkes", VGB
Kraftwerkstechnik 73 (1993), Heft 2, S. 120 ff., beschrieben.
Schaltungsvarianten sind dabei (1) die Erzeugung von Frischdampf im Abhitze
kessel, (2) die Erzeugung von Zwischenüberhitzerdampf bzw. Mitteldruckdampf
im Abhitzekessel, (3) die Erzeugung von Niederdruckdampf im Abhitzekessel, (4)
die Zwischenüberhitzung im Abhitzekessel, oder (5) eine Kombination der ersten
vier Schaltungsvarianten mit Teilströmen.
Eine wesentliche Bedeutung kommt bei den Verbundkraftwerken der Kon
stanthaltung bzw. der Regelung der Frischdampftemperatur, insbesondere im
Hinblick auf einen Betrieb bei Teillast, zu:
Beim konventionellen Dampferzeuger sinkt die Rauchgastemperatur bei Teillast.
Als Folge davon ist die Frischdampftemperatur nicht haltbar. Eine Absenkung der
Frischdampftemperatur bedeutet jedoch ein Absinken des Wirkungsgrades des
Kreisprozesses. Soll die Dampftemperatur über einen grösseren Leistungsbereich
regelbar sein, kann in bekannter Weise eine Wassereinspritzung im Zusammen
hang mit einer entsprechenden Systemauslegung vorgesehen werden. Dies be
deutet jedoch einen unerwünschten Exergieverlust im Dampferzeuger.
Bei der Gasturbinenanlage hängen die Rauchgasparameter von der Last der Gas
turbine und den Klimabedingungen ab. Hieraus ergibt sich eine Beeinflussung der
Dampferzeugung im Abhitzekessel.
Insgesamt gesehen sind zufriedenstellende Teillasteigenschaften eines konven
tionellen Dampferzeugers bei einem Verbundkraftwerk mit den o. g. bekannten
Methoden nicht zu erreichen. Gutes Teillastverhalten ist insbesondere dann von
grosser Bedeutung, wenn das Kraftwerk im Mittellastbereich eingesetzt wird.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Einstellung bzw. Regelung
der Dampftemperatur des Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfes,
insbesondere bei Teillast, in einem Verbundkraftwerk, zu schaffen, das zu deutlich
verbesserten Teillasteigenschaften des Verbundkraftwerks führt, sowie ein Ver
bundkraftwerk zur Durchführung eines solchen Verfahrens anzugeben.
Die Aufgabe wird durch die Gesamtheit der Merkmale der Ansprüche 1 und 8 ge
löst. Der Kern der Erfindung besteht darin, die Dampftemperatur des zur Dampf
turbine strömenden Frischdampfes bzw. Zwischenüberhitzerdampfes dadurch ein
zustellen bzw. zu regeln, dass diesem Dampf aus dem Abhitzekessel zugemischt
wird und die Dampftemperatur dieses zugemischten Dampfes eingestellt bzw.
geregelt wird. Hierdurch lassen sich auf einfache Weise verbesserte Teillasteigen
schaften des Verbundkraftwerkes erreichen.
Eine erste Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch ge
kennzeichnet, dass zur Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des im
Abhitzekessel erzeugten Dampfes eine entsprechende Veränderung des zur
Dampferzeugung durch den Abhitzekessel strömenden Speisewassermassen
stromes vorgenommen wird. Der Speisewassermassenstrom kann dazu bei
spielsweise über die zugehörige Speisewasserpumpe gesteuert werden, wie dies
z. B. aus der US-A-5,237,816 bekannt ist.
Eine zweite Ausgestaltung des Verfahrens nach der Erfindung zeichnet sich da
durch aus, dass ein Abhitzekessel verwendet wird, der einen Verdampfer sowie
einen nachgeschalteten Ueberhitzer umfasst, und bei dem zwischen dem Ver
dampfer und dem Ueberhitzer eine Abscheideflasche angeordnet ist. Durch den
Einsatz der Abscheideflasche wird der Einstell- und Regelbereich der Dampftem
peratur zu tiefen Temperaturen hin begrenzt.
Die Einspeisung des im Abhitzekessel erzeugten Dampfes in den Wasser/Dampf-
Kreislauf kann im Rahmen der Erfindung an unterschiedlichen Stellen erfolgen:
Eine Möglichkeit besteht darin, dass dem befeuerten Dampferzeuger ein Ueber
hitzer nachgeschaltet ist, dass im Abhitzekessel Frischdampf erzeugt wird, und
dass der im Abhitzekessel erzeugte Frischdampf nach dem Ueberhitzer in den
Wasser/Dampf-Kreislauf eingespiesen wird.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass dem befeuerten Dampferzeuger ein
Ueberhitzer mit mehreren hintereinander angeordneten Heizflächen nachge
schaltet ist, dass im Abhitzekessel Frischdampf erzeugt wird, und dass der im Ab
hitzekessel erzeugte Frischdampf zwischen den Heizflächen des Ueberhitzers in
den Wasser/Dampf-Kreislauf eingespiesen wird.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Dampfturbine eine Hochdruck
stufe und eine Mitteldruckstufe umfasst, dass zwischen der Hochdruckstufe und
der Mitteldruckstufe ein Zwischenüberhitzer vorgesehen ist, dass im Abhitzekessel
Zwischenüberhitzerdampf erzeugt wird, und dass der im Abhitzekessel erzeugte
Zwischenüberhitzerdampf nach dem Zwischenüberhitzer in den Wasser/Dampf-
Kreislauf eingespiesen wird.
Weiterhin ist es möglich, dass die Dampfturbine eine Hochdruckstufe und eine
Mitteldruckstufe umfasst, dass zwischen der Hochdruckstufe und der Mitteldruck
stufe ein Zwischenüberhitzer mit mehreren hintereinander angeordneten Heizflä
chen vorgesehen ist, dass im Abhitzekessel Zwischenüberhitzerdampf erzeugt
wird, und dass der im Abhitzekessel erzeugte Zwischenüberhitzerdampf zwischen
den Heizflächen des Zwischenüberhitzers in den Wasser/Dampf-Kreislauf einge
spiesen wird.
Das erfindungsgemässe Verbundkraftwerk zur Durchführung des Verfahrens, wel
ches Verbundkraftwerk einen Wasser/Dampf-Kreislauf, insbesondere mit einer
Dampfturbine, einem befeuerten Dampferzeuger und Mitteln zum Ueberhitzen
bzw. Zwischenüberhitzen des im Dampferzeuger erzeugten Dampfes zu Frisch
dampf bzw. Zwischenüberhitzerdampf umfasst, sowie eine Gasturbinenanlage mit
einem nachgeschalteten Abhitzekessel, wobei der Abhitzekessel derart mit dem
Wasser/Dampf-Kreislauf in Verbindung steht, dass im Abhitzekessel erzeugter
Dampf dem Frischdampf bzw. Zwischenüberhitzerdampf zugemischt wird, ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Ueberhitzen bzw. Zwischenüberhit
zen mehrere hintereinander geschaltete Heizflächen aufweisen, und dass der im
Abhitzekessel erzeugte Dampf zwischen den Heizflächen in den Wasser/Dampf-
Kreislauf eingespiesen wird.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen An
sprüchen.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusam
menhang mit der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 in einer schematisierten Darstellung einen Abhitzekessel mit Spei
sewasserpumpe, wie er beim Verfahren nach der Erfindung An
wendung finden kann;
Fig. 2 den Abhitzekessel aus Fig. 1 mit einer zusätzlichen Abscheidefla
sche (Separator) zwischen Verdampfer und Ueberhitzer;
Fig. 3 die Abhängigkeit der Frischdampftemperatur tFD vom Speisewas
sermassenstrom SPW bei einem Abhitzekessel gemäss Fig. 2;
Fig. 4 verschiedene Möglichkeiten der Einspeisung des in einem Abhit
zekessel gemäss Fig. 1 erzeugten Dampfes in den Was
ser/Dampf-Kreislauf des Verbundkraftwerkes beim Verfahren nach
der Erfindung;
Fig. 5 verschiedene Möglichkeiten der Einspeisung des in einem Abhit
zekessel gemäss Fig. 2 erzeugten Dampfes in den Was
ser/Dampf-Kreislauf des Verbundkraftwerkes beim Verfahren nach
der Erfindung;
Fig. 6 das Anlagenschema eines Verbundkraftwerkes nach der Erfin
dung, bei dem Dampf im Hochdruck- und Mitteldruckbereich aus
dem Abhitzekessel dem Frischdampf bzw. Zwischenüberhitzer
dampf im Wasser/Dampf-Kreislauf zugemischt wird;
Fig. 7 das Anlagenschema eines zu Fig. 6 vergleichbaren Verbundkraft
werkes, wobei Dampf vom Zwischenüberhitzer zum Abhitzekessel
zurückgeführt wird;
Fig. 8 das Anlagenschema eines Verbundkraftwerkes nach der Erfin
dung, bei dem Dampf im Mitteldruck- und Niederdruckbereich aus
dem Abhitzekessel dem Zwischenüberhitzerdampf bzw. Nieder
druckdampf im Wasser/Dampf-Kreislauf zugemischt wird; und
Fig. 9 das Anlagenschema eines Verbundkraftwerkes nach der Erfin
dung, bei dem Dampf im Mitteldruckbereich aus dem Abhitzekes
sel dem Zwischenüberhitzerdampf im Wasser/Dampf-Kreislauf
zugemischt und gleichzeitig das Speisewasser des Was
ser/Dampf-Kreislaufes vorgewärmt wird.
In Fig. 1 ist in einer schematisierten Darstellung ein beispielhafter Abhitzekessel
10 mit Speisewasserpumpe 14 dargestellt, wie er beim Verfahren nach der Erfin
dung Anwendung finden kann. Durch den Abhitzekessel 10 strömt (von unten
nach oben) das von der Speisewasserpumpe 14 geförderte Speisewasser und
wird nacheinander zunächst in einem Economizer 11 vorgewärmt, dann in einem
Verdampfer 12 verdampft, und anschliessend in einem Ueberhitzer 13 überhitzt.
Die Temperatur des aus dem Abhitzekessel 10 austretenden Dampfes hängt (bei
gleichbleibender Leistung der zum Abhitzekessel gehörenden Gasturbinenanlage)
massgeblich von der Speisung, d. h., vom Speisewassermassenstrom, ab: Wird
die Speisung, d. h., der Speisewassermassenstrom, erhöht, erhöht sich der zuge
hörige Dampfmassenstrom und die Dampftemperatur sinkt entsprechend. Wird
umgekehrt die Speisung verringert, verringert sich der zugehörige Dampfmassen
strom und die Dampftemperatur steigt entsprechend. Auf diese Weise lässt sich
(nach dem Zwangsdurchlaufprinzip) durch Einstellung bzw. Regelung des Speisewassermassenstromes
die Temperatur des im Abhitzekessel 10 erzeugten
überhitzten Dampfes einstellen bzw. regeln. Die Einstellung des Speisewasser
massenstromes kann dabei z. B. durch eine Einstellung der Pumpleistung der
Speisewasserpumpe 14 erfolgen. Wird nun - wie weiter unten im Zusammenhang
mit den Fig. 6 bis 9 beschrieben - der so erzeugte Dampf innerhalb eines Ver
bundkraftwerkes dem Wasser/Dampfkreislauf des konventionellen Kohleblocks
zugemischt, kann die Dampftemperatur des dortigen Frischdampfes und/oder
Zwischenüberhitzerdampfes für unterschiedliche Lastfälle in geeigneter Weise
eingestellt und geregelt werden.
Im Abhitzekessel nach Fig. 1 wird der gesamte Speisewassermassenstrom in ei
nen entsprechenden Dampfmassenstrom überführt. Eine Erhöhung bzw. Verringe
rung der Speisung führt dabei zu einer Absenkung bzw. Erhöhung der Dampftem
peratur. Ein davon abweichendes Verhalten (siehe das zugehörige Diagramm in
Fig. 3 für die Frischdampftemperatur tFD in Abhängigkeit vom Speisewasser
massenstrom SPW) ergibt sich, wenn gemäss Fig. 2 im Abhitzekessel 10' eine
Abscheideflasche 15 bzw. ein Separator zwischen dem Verdampfer 12 und dem
Ueberhitzer 13 angeordnet wird: Beim Normalbetrieb (Punkt P1 in Fig. 3) gelangt
leicht überhitzter Dampf in die Abscheideflasche 15, welche somit trocken bleibt.
Es erfolgt kein Wasserabzug. Durch kontinuierliche Erhöhung der Ueberspeisung
des Dampferzeugersystems, d. h. durch Steigerung des Speisewassermassen
stromes SPW (rechts vom Punkt P1 in Fig. 3), geht die Ueberhitzung zunächst
zurück. Die Frischdampftemperatur tFD sinkt ab (Bereich zwischen Punkt P1 und
Punkt P2 in Fig. 3). Mit dem Erreichen des Nassdampfgebietes wird in zunehmen
dem Masse Feuchte in der Abscheideflasche 15 abgeschieden, die beispielsweise
in einen Speisewasserbehälter, in eine darunter liegende Druckstufe, einen Vor
wärmer oder einen Kondensator abgeleitet werden kann. Der zum Ueberhitzer 13
gelangende Massenstrom verringert sich. Infolge der sich dadurch verringernden
dampfseitigen Belastung des Ueberhitzers 13 beginnt die Frischdampftemperatur
tFD wieder anzusteigen (rechts von Punkt P2 in Fig. 3). Der Beginn der Feuchte
abscheidung wird dabei durch den Punkt P2 bezeichnet. Wird vom Punkt P1 ausgehend
die Speisung verringert (links von P1 in Fig. 3) steigt die Frischdampftem
peratur tFD mit zunehmender Unterspeisung. Durch die begrenzte Abgastempe
ratur der dem Abhitzekessel 10' zugeordneten Gasturbine (≦ 630°C) ist der Tem
peraturanstieg jedoch begrenzt.
Die Anbindung der Abhitzekessel 10 bzw. 10' nach den Fig. 1 und 2 an den Was
ser/Dampf-Kreislauf des Kohleblocks kann auf unterschiedliche Weise erfolgen
und ist in den Fig. 4 und 5 schematisch wiedergegeben. Im Wasser/Dampf-Kreis
lauf 20 ist ein konventioneller Dampferzeuger mit einem Ueberhitzer bzw. Zwi
schenüberhitzer 21 angeordnet, der üblicherweise mehrere Heizflächen 18, 19
umfasst. Der im Abhitzekessel 10 bzw. 10' erzeugte Dampf wird nun über Zumi
schleitungen 16 oder 17 wahlweise nach den Heizflächen 18, 19 oder zwischen
den Heizflächen 18 und 19 dem im Wasser/Dampf-Kreislauf 20 zirkulierenden
Dampf zugemischt. Die Dampftemperatur des Dampfgemisches wird dabei durch
die Dampftemperatur des aus dem Abhitzekessel 10 bzw. 10' zugemischten
Dampfes eingestellt und geregelt.
Das Anlagenschema des gesamten Verbundkraftwerkes ist in vier verschiedenen
Ausführungsbeispielen in den Fig. 6 bis 9 wiedergegeben, wobei gleiche Anla
genteile durch gleiche Bezugszeichen bezeichnet werden: Das Verbundkraftwerk
22 im Beispiel der Fig. 6 umfasst zunächst den Wasser/Dampf-Kreislauf 20, in
dem eine Dampfturbine 38 mit einer Hochdruckstufe 39, einer Mitteldruckstufe 40
und einer Niederdruckstufe 41 angeordnet ist und einen Generator 43 antreibt.
Zwischen der Hochdruckstufe 39 und der Mitteldruckstufe 40 ist ein Zwischen
überhitzer 42 vorgesehen. Der Niederdruckstufe 41 ist ein Kondensator 44 nach
geschaltet, in dem der Abdampf kondensiert. Das Kondensat wird mittels einer
Kondensatpumpe 45 durch einen mehrstufigen Kondensatvorwärmer 46 in einen
Speisewasserbehälter 47 gepumpt. Vom Speisewasserbehälter 47 aus wird das
Speisewasser mittels einer Speisewasserpumpe 48 durch einen mehrstufigen
Speisewasservorwärmer 49 in einen konventionellen (kohlebefeuerten) Dampfer
zeuger 50 befördert, und der entstehende Dampf in einem nachgeschalteten Ueberhitzer
51 überhitzt, um dann als Frischdampf zur Hochdruckstufe 39 der
Dampfturbine 38 zu strömen.
Neben dem so aufgebauten konventionellen Kohleblock umfasst das Verbund
kraftwerk 22 eine Gasturbinenanlage 23 mit einem nachgeschalteten Abhitzekes
sel 28, der ähnlich wie die Abhitzekessel 10 und 10' der Fig. 1 und 2 bzw. 4 und 5
aufgebaut ist. Die Gasturbinenanlage 23 selbst umfasst in an sich bekannter
Weise einen Verdichter 25 und eine Turbine 27, die auf einem Rotor angeordnet
sind und einen Generator 24 antreiben, der identisch mit dem Generator 43 sein
kann. Zwischen Verdichter 25 und Turbine 27 ist zur Erzeugung der heissen
Rauchgase eine Brennkammer 26 geschaltet. Die heissen Abgase aus der Tur
bine 27 werden (im Gegenstrom) durch den Abhitzekessel 28 geleitet und geben
dort auf unterschiedlichen Temperaturstufen Wärme an den Wasser/Dampf-
Kreislauf 20 ab.
Im Beispiel der Fig. 6 ist auf der untersten Temperaturstufe ein Teilstrom-Konden
satvorwärmer 29 vorgesehen, der parallel zum Kondensatvorwärmer 46 arbeitet.
Auf der nächsthöheren Temperaturstufe ist ein (geteilter) Economizer 30 ange
ordnet, der Speisewasser, welches mittels zweier Pumpen 36, 37 nach dem Spei
sewasserbehälter 47 aus dem Wasser/Dampf-Kreislauf 20 entnommen wird, vor
wärmt.
Der eine aus dem Economizer 30 kommende Teilstrom wird durch einen Ver
dampfer 32 und anschliessend durch einen Ueberhitzer 33 geführt und als über
hitzter Dampf dem Frischdampf des Wasser/Dampf-Kreislaufes 20 über die Zu
mischleitung 52 oder 53 im Ueberhitzer 51 bzw. nach dem Ueberhitzer 51 zuge
mischt (siehe auch Fig. 4 bzw. 5). Der andere aus dem Economizer 30 kommende
Teilstrom wird durch einen Verdampfer 31 und anschliessend durch einen Ueber
hitzer 33' geführt und als überhitzter Dampf dem Zwischenüberhitzerdampf des
Wasser/Dampf-Kreislaufes 20 über die Zumischleitung 54 oder 55 im Zwischen
überhitzer 42 bzw. nach dem Zwischenüberhitzer 42 zugemischt. Im Abhitzekes
sel 28 können dabei die Verdampfer 31, 32 mit den zugehörigen Ueberhitzern 33
bzw. 33' entweder direkt oder über Abscheideflaschen 34 35 verbunden sein, wie
dies anhand der Fig. 1 und 2 weiter oben erklärt worden ist.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 7 ist im dargestellten Verbundkraftwerk 56 die
Anbindung des Abhitzekessels 28 an den Wasser/Dampf-Kreislauf 20 auf der
Hochdruckebene die gleiche wie in Fig. 6. Auf der Mitteldruckebene dagegen ist
anstelle des Ueberhitzers 33' ein zweistufiger Ueberhitzer 57 im Abhitzekessel 28
vorgesehen, in den über eine Rückführleitung 58 Dampf eingespiesen wird, der
am Eingang des Zwischenüberhitzers 42 abgezweigt worden ist.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 8 fällt im dargestellten Verbundkraftwerk 60 die
Verbindung zwischen Abhitzekessel 28 und Wasser/Dampf-Kreislauf 20 auf der
Hochdruckebene ganz weg. Statt dessen wird vor dem Speisewasserbehälter 47
mittels einer Pumpe 61 vorgewärmtes Kondensat abgezweigt und über einen
Economizer 62, einen Verdampfer 63 und einen Ueberhitzer 64 in Niederdruck
dampf umgewandelt, der dann über eine Zumischleitung 65 am Eingang der Nie
derdruckstufe 41 der Dampfturbine 38 zugemischt wird. Auch hier kann zwischen
dem Verdampfer 63 und dem Ueberhitzer 64 eine Abscheideflasche 59 vorgese
hen werden.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 9 schliesslich ist zusätzlich zu der Dampf
mischung auf Mitteldruckebene (Wärmetauscher 30, 31 und 33') im Abhitzekessel
28 parallel zum Speisewasservorwärmer 49 eine Speisewasservorwärmung vor
gesehen, bei der Speisewasser mittels einer Pumpe 68 am Ausgang des Speise
wasserbehälters 47 abgezweigt, in einem Speisewasservorwärmer 67 vorgewärmt
und anschliessend in den Wasser/Dampf-Kreislauf 20 zurückgeführt wird.
10
,
10
' Abhitzekessel
11
Economizer
12
Verdampfer
13
Ueberhitzer
14
Speisewasserpumpe
15
Abscheideflasche (Separator)
16
,
17
Zumischleitung
18
,
19
Heizfläche
20
Wasser/Dampf-Kreislauf
21
Ueberhitzer bzw. Zwischenüberhitzer
22
,
56
,
60
,
66
Verbundkraftwerk
23
Gasturbinenanlage
24
,
43
Generator
25
Verdichter
26
Brennkammer
27
Turbine
28
Abhitzekessel
29
Teilstrom-Kondensatvorwärmer
30
,
62
Economizer
31
,
32
,
63
Verdampfer
33
,
33
',
57
,
64
Ueberhitzer
34
,
35
,
59
Abscheideflasche (Separator)
36
,
37
,
61
,
68
Pumpe
38
Dampfturbine
39
Hochdruckstufe
40
Mitteldruckstufe
41
Niederdruckstufe
42
Zwischenüberhitzer
44
Kondensator
45
Kondensatpumpe
46
Kondensatvorwärmer (mehrstufig)
47
Speisewasserbehälter
48
Speisewasserpumpe
49
Speisewasservorwärmer
50
Dampferzeuger (befeuert)
51
Ueberhitzer
52, . ., 55, 65
Zumischleitung
58
Rückführleitung
67
Speisewasservorwärmer
SPW
SPW
Speisewassermassenstrom
P1, P2 Punkt
tFD
P1, P2 Punkt
tFD
Frischdampftemperatur
Claims (9)
1. Verfahren zur Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des
Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfes, insbesondere bei Teillast, in
einem Verbundkraftwerk (22, 56, 60, 66), welches einen Wasser/Dampf-Kreislauf
(20), insbesondere mit einer Dampfturbine (38), einem befeuerten Dampferzeuger
(50) und Mitteln (18, 19, 21; 42, 51) zum Ueberhitzen bzw. Zwischenüberhitzen
des im Dampferzeuger (50) erzeugten Dampfes zu Frischdampf bzw. Zwischen
überhitzerdampf, umfasst, sowie eine Gasturbinenanlage (23) mit einem nachge
schalteten Abhitzekessel (10, 10', 28), wobei der Abhitzekessel (10, 10', 28) derart
mit dem Wasser/Dampf-Kreislauf (20) in Verbindung steht, dass im Abhitzekessel
(10, 10', 28) erzeugter Dampf dem Frischdampf bzw. Zwischenüberhitzerdampf
zugemischt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellung bzw. Regelung
der Dampftemperatur des Frischdampfes und/oder Zwischenüberhitzerdampfes
durch eine Einstellung bzw. Regelung der Dampftemperatur des im Abhitzekessel
(10, 10', 28) erzeugten Dampfes erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstel
lung bzw. Regelung der Dampftemperatur des im Abhitzekessel (10, 10', 28) er
zeugten Dampfes eine entsprechende Veränderung des zur Dampferzeugung
durch den Abhitzekessel (10, 10', 28) strömenden Speisewassermassenstromes
(SPW) vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abhitze
kessel (10, 10', 28) verwendet wird, der einen Verdampfer (12, 31, 32, 63) sowie
einen nachgeschalteten Ueberhitzer (13, 33, 33', 57, 64) umfasst, und bei dem
zwischen dem Verdampfer (12, 31, 32, 63) und dem Ueberhitzer (13, 33, 33', 57,
64) eine Abscheideflasche (15, 34, 35, 59) angeordnet ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass dem befeuerten Dampferzeuger (50) ein Ueberhitzer (21, 51) nachgeschaltet
ist, dass im Abhitzekessel (10, 10', 28) Frischdampf erzeugt wird, und dass der im
Abhitzekessel (10, 10', 28) erzeugte Frischdampf nach dem Ueberhitzer (21, 51) in
den Wasser/Dampf-Kreislauf (20) eingespiesen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass dem befeuerten Dampferzeuger (50) ein Ueberhitzer (21, 51) mit mehreren
hintereinander angeordneten Heizflächen (18, 19) nachgeschaltet ist, dass im Ab
hitzekessel (10, 10', 28) Frischdampf erzeugt wird, und dass der im Abhitzekessel
(10, 10', 28) erzeugte Frischdampf zwischen den Heizflächen (18, 19) des Ueber
hitzers (21, 51) in den Wasser/Dampf-Kreislauf (20) eingespiesen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Dampfturbine (38) eine Hochdruckstufe (39) und eine Mitteldruckstufe
(40) umfasst, dass zwischen der Hochdruckstufe (39) und der Mitteldruckstufe ein
Zwischenüberhitzer (21, 42) vorgesehen ist, dass im Abhitzekessel (10, 10', 28)
Zwischenüberhitzerdampf erzeugt wird, und dass der im Abhitzekessel (10, 10',
28) erzeugte Zwischenüberhitzerdampf nach dem Zwischenüberhitzer (21, 42) in
den Wasser/Dampf-Kreislauf (20) eingespiesen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Dampfturbine (38) eine Hochdruckstufe (39) und eine Mitteldruckstufe
(40) umfasst, dass zwischen der Hochdruckstufe (39) und der Mitteldruckstufe ein
Zwischenüberhitzer (21, 42) mit mehreren hintereinander angeordneten Heizflä
chen (18, 19) vorgesehen ist, dass im Abhitzekessel (10, 10', 28) Zwischenüber
hitzerdampf erzeugt wird, und dass der im Abhitzekessel (10, 10', 28) erzeugte
Zwischenüberhitzerdampf zwischen den Heizflächen (18, 19) des Zwischenüber
hitzers (21, 42) in den Wasser/Dampf-Kreislauf (20) eingespiesen wird.
8. Verbundkraftwerk (22, 56, 60, 66) zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 7, welches Verbundkraftwerk (22, 56, 60, 66) einen
Wasser/Dampf-Kreislauf (20), insbesondere mit einer Dampfturbine (38), einem
befeuerten Dampferzeuger (50) und Mitteln (18, 19, 21; 42, 51) zum Ueberhitzen
bzw. Zwischenüberhitzen des im Dampferzeuger (50) erzeugten Dampfes zu
Frischdampf bzw. Zwischenüberhitzerdampf umfasst, sowie eine Gasturbinenan
lage (23) mit einem nachgeschalteten Abhitzekessel (10, 10', 28), wobei der Ab
hitzekessel (10, 10', 28) derart mit dem Wasser/Dampf-Kreislauf (20) in Verbin
dung steht, dass im Abhitzekessel (10, 10', 28) erzeugter Dampf dem Frischdampf
bzw. Zwischenüberhitzerdampf zugemischt wird, dadurch gekennzeichnet, dass
die Mittel (21; 42, 51) zum Ueberhitzen bzw. Zwischenüberhitzen mehrere hinter
einander geschaltete Heizflächen (18, 19) aufweisen, und dass der im Abhitze
kessel (10, 10', 28) erzeugte Dampf zwischen den Heizflächen (18, 19) in den
Wasser/Dampf-Kreislauf (20) eingespiesen wird.
9. Verbundkraftwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der
Abhitzekessel (10, 10', 28) einen Verdampfer (12, 31, 32, 63) sowie einen nach
geschalteten Ueberhitzer (13, 33, 33', 57, 64) umfasst, und dass zwischen dem
Verdampfer (12, 31, 32, 63) und dem Ueberhitzer (13, 33, 33', 57, 64) eine Ab
scheideflasche (15, 34, 35, 59) angeordnet ist.
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