CH86844A - Verfahren zur Darstellung von festem, basischem Magnesiumhypochlorit. - Google Patents
Verfahren zur Darstellung von festem, basischem Magnesiumhypochlorit.Info
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Description
Verfahren zur Darstellung von festem, basischem Magnesiumllypoclilorit. Das basische Magnesiumhypochlorit wurde bisher durch Umsetzung voll unterchloriger Säure oder eines Alkalisalzes derselben mit Magnesia erzeugt, weil diejenigen Versuche, die die Darstellung der fraglichen Verbin dung durch einfaches Einleiten von Chlor in eine Magnesiumoxydsuspension anstrebten, er gebnislos blieben.
Unsere Versuche haben nun ergeben, dass wenn man Chlor in solchem Verhältnisse in eine Suspension von Magnesiumoxyd ein leitet, dass auf je 4 Atome eingeleiteten Chlors mehr als 4 Moleküle Magnesiumoxyd fallen, ein festes basisches Magnesiumhypochlorit entsteht.
Es zeigte sich bei weiteren Versuchen, dass die Ausnutzung des Chlors besser wird, wenn man die Menge des Magnesiumoxydes im Verhältnisse zum eingeleiteten Chlor bis zu 7'/a Molekülen auf je 4 Atome des ein geleiteten Chors steigert, in welch letzterem Falle bereits annähernd 75 % des eingelei- teten Chlors als aktives Chlor in den Nieder schlag eintreten.
Zur Erhöhung der Ausbeute können noch andere, den bisherigen Beobachtungen wider sprechende Massnahmen .Anwendung finden. Die Ausbeute wird nämlich durch die gleich zeitig mit der Hypoehloritbildung auftretende Chloratbildung beeinträchtigt. Lunge schlägt zur Verhinderung der Chloratbildung (Chern. Ind. 8., 1885, S. 337-346) vor, das Chlor etwa bei 0 einzuleiten.
Im Gegensatze hier zu haben wir festgestellt, dass man unter Einhaltung der oben angegebenen Verhält nisse während des Einleitens des Chlors die Temperatur wesentlich über 0 ", sogar über 15 halten kann, ohne dass die Gefahr einer in Betracht kommenden Clrloratbildung eintritt. Im Gegenteil ergibt sich die überraschende Tatsache, dass das Einleiten des Chlors bei einer höheren Temperatur, etwa 20-22', den Eintritt des Chlors in den festen Nieder schlag bedeutend fördert, wie dies ein Ver gleich der unten angegebenen Beispiele 1 und 2 beweist.
Wie bereits erwähnt, kann man unter Einhaltung der günstigsten Mengen- und Tem- peraturverhältnissebeim Einleiten des Chlors etwa 75 0% desselben als aktives Chlor im Niederschlag erhalten. Es wurde aber ferner festgestellt, dass man praktisch die ganze Chlormenge in den Niederschlag überführen kann, wenn man das nach Einleiten des Chlors gebildete Reaktionsgemisch während einer längeren Zeit, etwa während einer Woche, stehen lässt. Nach dieser Zeit ent hielt die über dem Niederschlage befindliche Lösung kaum noch aktives Chlor, während der Behalt des Niederschlages an aktivem Chlor entsprechend gestiegen ist.
Die Menge des während dieser Zeit gebildeten Chlorates ist eine ganz unbedeutende, wenn man das Reaktionsgemisch während der Ruhezeit im Dunkeln hält.
Sehr auffallend -und überraschend ist die Tatsache, dass man den Verlauf dieser letz teren Reaktion, nämlich den Übertritt des aktiven Chlors aus der Lösung in den Nieder schlag dureh Erwärmen ausserordentlich be schleunigen kann, ohne dass man eine nennens werte Chloratbildung befürchten müsste. Es genüt zum Beispiel das Reaktionsgemisch nach" dein Einleiten des Chlors während 6--8 Stunden allmählich auf 800 zu erwärmen, uni beinahe das ganze Chlor in den Nieder schlag überzuführen.
Es mag bemerkt werden, dass bei allen unsern Versuelien die Menge des entstan denen Chlorates bestimmt worden ist, doch erwies sich dieselbe unter Einhaltung der angegebenen Bedingungen so gering, dass sie praktiseh nicht in Betracht kommt.
Mit dem neuen Verfahren werden die Aus gangsstoffe beinahe mit theoretischer Voll kommenheit ausgenutzt, wobei weder eine Eiskühlung, noch die Anwendung von elektro chemischen Einrichtungen erforderlich ist.
<I>Beispiel 1:</I> In eilte Aufschwemmung von 4200 g Ma- nesiumoxyd in .\30 Liter Wasser wurden bei 5-10 0 2000 g Chlor unter Umrühren wäh rend 17 Stunden eingeleitet und das Rühren bis zum Verschwinden des Chlorgeruches fort gesetzt. Massanalytisch ergab sich, dar sich etwa 210% des aktiven Chlors im Niederschlag und etwa 79 % in der Lösung befinden. Festes basisches Magnesiumhypoelilorit eilt stand demnach nur in geringer Menge. Es bildete sich kaum etwas Chlorat.
<I>Beispiel 2:</I> Dieser Versuch wurde mit denselben Men gen wie gemäss Beispiel 1 ausgeführt, jedoch mit dem Unterschiede, dass das Einleiten des Chlors bei 20 0 stattfand. Etwa 71 0,7o des aktiven Chlors war im Niederschlage und nur etwa 21 0;o in der Lösung.
<I>Beispiel</I> ü: In eine Attfschwemmutig von 4200 g DIa- gtlesiumoxyd in 20 Liter Wasser wurden bei 20 0 2000 g Chlor unter Umrühren inner halb 17 Stunden eingeleitet und das Rühren bis zum Verschwinden des Chlorgeruches fort gesetzt; sodann wurde die Reaktionsmasse während 8 Standen allmählich auf 80 0 er wärmt.
Es befanden sich über 90 0% des ak tiven Chlors in Niederschlag, der nach dem Waschen und Trocknen 34,2 % aktiven Chlor- gehalt aufwies. Chlorat entstand während des Versuches nur in eben nachweisbaren Spuren.
Das nach Beendigung der Chloreinleitung, beziehungsweise Erhitzung gewonnene feste basische Magnesiumliypoclilorit wird abge nutscht, mit heissem Wasser gut ausgewaschen und getrocknet. Die Qualität des Produktes hingt vom Trocknen ab, das mit Vorsieht und unter Ausschluss von Kohlensäure er folgen muss.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von festem, basischem Magnesiumhypochlorit, durch Ein leiten von Chlor in eine Aufschwemmung von Magnesiumoxyd, dadurch gekennzeichnet, dass auf je 4 Atome Chlor mehr als 4 Mole küle Magnesiumoxyd verwendet werden. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass auf je 4 Atome Chlor 7';'2 Moleküle Magnesiumoxyd ver wendet werden. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Einleiten des Chlors bei einer Temperatur über<B>15'</B> erfolgt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nach Beendigung des Einleitens des Chlors das Reaktionsgemisch vor der Trennung des Niederschlages von der Lösung während einer längeren Zeit ruhen gelassen wird, bis das in der Lö- sung befindliche aktive Chlor zum grössten Teil in den Niederschlag übergegangen ist. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Reaktionsgemisch nach Beendigung des Einleitens des Chlors, vor der Trennung des Niederschlages von der Flüssigkeit, während einiger Stunden erhitzt wird, um das in der Lösung befind liche aktive Chlor in den Niederschlag überzuführen.
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