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CH426810A - Verfahren zur Herstellung von 2-Äthylisonicotinsäurethioamid aus 2-Äthylpyridin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 2-Äthylisonicotinsäurethioamid aus 2-Äthylpyridin

Info

Publication number
CH426810A
CH426810A CH857164A CH857164A CH426810A CH 426810 A CH426810 A CH 426810A CH 857164 A CH857164 A CH 857164A CH 857164 A CH857164 A CH 857164A CH 426810 A CH426810 A CH 426810A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
ethyl
oxide
water
cyanopyridine
ethylpyridine
Prior art date
Application number
CH857164A
Other languages
English (en)
Inventor
Dieter Dr Eilhauer
Wilhelm Dipl Chem Hoefling
Reckling Gerhard
Friedrich Dr Andreas
Original Assignee
Leuna Werke Veb
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Leuna Werke Veb filed Critical Leuna Werke Veb
Publication of CH426810A publication Critical patent/CH426810A/de

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D213/00Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D213/02Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D213/04Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having no bond between the ring nitrogen atom and a non-ring member or having only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom
    • C07D213/60Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having no bond between the ring nitrogen atom and a non-ring member or having only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
    • C07D213/78Carbon atoms having three bonds to hetero atoms, with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals
    • C07D213/83Thioacids; Thioesters; Thioamides; Thioimides

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pyridine Compounds (AREA)

Description


  



  Verfahren zur Herstellung von   2-Äthylisonicotinsäurethioamid    aus   2-ithylpyridin   
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung des Tuberkulostatikums 2-Athylisonicotinsäure  thioamid aus 2-Athylpyridin,    das sich gegenüber den bisherigen Verfahren durch eine vereinfachte und damit wirtschaftlichere Verfahrensweise und insbesondere seine   Explosionssicherheit    auszeichnet.



   Es ist bekannt,   2-Athylisonicotinsäurethioamid    in der Weise darzustellen, dass man Methyläthylketon mit Oxalsäurediäthylester zu Propionylbrenztraubensäure äthylester und diesen mit Cyanacetamid weiter zu   3-Cyan-4-carbäthoxy-6-äthylpyridon-(2)    kondensiert, diese Verbindung in mehreren Reaktionsstufen durch Kochen mit Salzsäure, Behandeln mit   Phosphorpenta-    chlorid und'Reduzieren mit Wasserstoff zum 2-Athylisonicotinsäureester umsetzt, aus dem durch Reaktion mit Ammoniak, durch Wasserabspaltung und anschliessende Anlagerung von Schwefelwasserstoff schliesslich das   2-22ithylisonicotinsäurethioamid erhal-    ten wird.

   Dieses Verfahren besteht somit aus vielen Reaktionsstufen, und die Ausbeute an 2-Athylisonicotinsäurethioamid beträgt nur 3% der Theorie, bezogen auf eingesetztes Methyläthylketon.



   Als günstiger erweisen sich diejenigen Methoden, die von dem bereits vorgebildeten   Pyridingerüst    des 2-Athylpyridins ausgehen. Bei diesen bekannten Verfahren wird d'as   2-Athylpyridin    in sein N-Oxyd   über-    geführt und dieses auf verschiedene Weise bis zum 2  Athylisonicotinsäurethioamid weiterverarbeitet.   



   So ist es bekannt, das erhaltene N-Oxyd zum 2  Athyl-4-nitropyridin-N-oxyd    zu nitrieren und'dieses anschliessend zum   2-Athyl-4-aminopyridin    zu reduzieren. Durch Diazotierung wird letzteres zum 2  Athyl-4-brompyridin    umgesetzt, d'as, mit Kupfercyanid erhitzt, 2-Athyl-4-cyanpyridin ergibt. Durch Anlagerung von Schwefelwasserstoff erhält man hieraus das   2-Athylisonicotinsäurethioamid    in einer Ausbeute von 25% der Theorie, bezogen auf das angewandte   2-Athylpyridin.    Als nachteilig erweist sich bei diesem Verfahren insbesondere die Verwendung von Kupfercyanid, das in einem gesonderten Produktionsprozess hergestellt werden muss.



   Dieser Nachteil wird bei einer ebenfalls bekannten Arbeitsweise, nach der das   2-Athyl-4-nitropyridin-N-    oxyd mit Phosphoroxychlorid zum   2-Athyl-4-ch'lor-    pyridin umgesetzt wird, vermieden. Das erhaltene Chlorpyridin wird dann mittels Alkalibisulfits zur 2 Athyl-4-pyridinsulfonsäure und'diese mit Alkalicyanid zum 2-Athyl-4-cyanpyridin umgesetzt.



   Nach einem anderen bekannten Verfahren kann   2-Athyl-4-chlorpyridin    durch Umsetzung von 2-Athyl  pyridin-N-oxyd    mit Sulfurylchlorid ohne den Umweg über   das 2-Athyl-4-nitropyridin-N-oxyd    erhalten werden. Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, bei dieser Arbeitsweise das Sulfurylchlorid durch ein gasförmiges Gemisch von Chlor und   Schwefeldiioxyd zu    ersetzen.



   Diese Verfahren sind jedoch einerseits durch die zahlreichen Reaktionsstufen und die jeweilige Isolierung und Reinigung der Zwischenprodukte und anderseits durch die zwecks Vermeidung von Nebenreaktionen   unerlässliche Entwässerung des 2-A. thylpyridin-    N-oxyds verhältnismässig umständlich und gefährlich.



  Die Entwässerung des   2-Athylpyridin-N-oxyds er-    folgte bisher durch eine Destillation bei einer Temperatur von   120  C    und einem Druck von 10 Torr. Bei dieser Temperatur neigt die Substanz jedbch bereits stark zur Zersetzung, die sich bis zur Explosion steigern kann, so dass eine Durchführung dieser Verfahren in technischem Massstab nicht möglich ist.



   Es wurde nun gefunden, dass sich 2-Athylisonicotinsäurethioamid in einfacherer und zugleich völlig   gefahrloser    Weise herstellen lässt, wenn man das durch Umsetzung von 2-Athylpyridin, beispielsweise mit einem   Perhydrol-Essigsäure-Gemisch,    erhaltene 2   Athylpyridin-N-oxyd    mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel mischt, das Gemisch durch Zusatz von festen Alkalien, vorzugsweise Kaliumhydroxyd, oder durch azeotrope Destillation mittels des Lösungsmittels entwässert und die auf diese Weise getrocknete Lösung des 2-Ähylpridin-N-oxyds in bekannter Weise über die   Zwischenstufen      2-Athyl-4-      chlorpyridin,

        2-Äthyl-4-pyridinsulfonsäure    und 2 Äthyl-4-cyanpyridin zu 2-Äthylisonicotinsäurethioamid weiter verarbeitet.



   Als Lösungsmittel für die Entwässerung haben sich Benzol, Methyl'enchlorid oder Chloroform als besonders geeignet erwiesen.



   Bei einer Entwässerung durch azeotrope Destillation verwendet man mit Vorteil Benzol   als Lösungs-    mittel.



   Es wurde weiterhin gefunden, dass sich   2-Athyliso-    nicotinsäurethioamid auch dann in einfacherer Weise erhalten lässt, wenn man das Chlor des aus 2-Athylpyridin über das N-Oxyd erhaltene 2-Äthyl-4-chlorpy  ridins    in   alkoholisch-wässeriger    Lösung mittels Alkali 'bisulfits oder in Gegenwart von Wasser   Alkalibisulfit    bildender Verbindungen gegen den Sulfonsäurerest austauscht,

   das Eindampfen der   alkoholisch-wässerigen    Lösung des   gebil'deten 2-äthyl-4-pyridinsulfosauren      Alkalisalzes    in Gegenwart der für die Umsetzung zum   2-Athyl-4-cyanpyridin    erforderlichen Mengen Alkalicyanid vornimmt und das entstandene   Cyanpyridin    in an sich bekannter Weise mit Schwefelwasserstoff zum   2-Athylisonicotinsäurethioamid    umsetzt.



   Auf diese Weise gelangt man durch lediglich drei Arbeitsgänge vom   2-Athyl-4-chlorpyridin    zum 2  ÄthyI ; 4-cyanpyridin.    Das bisherige Abdestillieren des Wassers und die Extraktion des dabei erhaltenen Rückstandes mit Alkohol nach der Umsetzung des 2-Athyl-4-chlorpyridins zur   2-Athyl-4-pyridinsulfon-    säure entfallen, während das bisher gesondert durchgeführte Abdampfen des Alkohols mit der Umsetzung zum   2-Athyl-4-cyanpyridin    vereinigt wird. Bei einer Umsetzung des   2-j2ithyl¯4-chlorpyridins    zur Sulfinsäure in   alkoholisch-wässeriger    Lösung wird ein 2 äthyl-4-pyridinsulfonsaures Alkalisalz erhalten, das ohne weitere Reinigung zu   2-Athyl-4-cyanpyridin    umgesetzt werden kann.



   Als alkoholisch-wässerige   Lösungsmittell für    die Umsetzung des   2-Athyl-4-chlorpyridins    zur Sulfonsäure haben sich Alkohole mit   1    bis 3   Kohlenstoff-    atomen und einem Wassergehalt von 20 bis   30%    gut bewährt. Höhere Wassergehalte führen zu einer Er  höhung    der anorganischen Verunreinigungen der 2   Athyl-4-pyridinsulfonsäure, während nied'rigere Was      sergehalte    einen unvollständigen Umsatz zur Folge haben.



   Das ohne Abtrennung und Reinigung des   2-äthyS    4-pyridinsulfonsauren   Alkalisalzes    hergestellte 2 Äthyl-4-cyanpyridin kann nach seiner Destillation ohne weiteres zu 2-Äthylisonicotinsäurethiamid umgesetzt werden.



   Es kann somit   2-Äthylisonicotinsäurethioamid    aus   2-Athpyridin einmal    in einfacherer und völlig ge  fahrloser    Weise dadurch erhalten werden, dass man die Entwässerung des aus dem 2-Athylpyridin gewonnenen N-Oxydes in einem Lösungsmittel durch Zusatz von festen Alkalien oder azeotrope Destillation vornimmt und anschliessend das getrocknete N-Oxyd mittels   Sulfurylchlorids    oder C1 und SO2 zum   2-Athyl-    4-chlorpyridin umsetzt, das dann mittels   Alkalibisulfits    zur   2-Äthyl-4-pyridinsulfonsäure    umgesetzt wird,

   die man durch Extraktion mittels Alkohols von den anorganischen Salzen abtrennt und nach Abdampfen des Alkohols durch Schmelzen mit   Alkalicyanid    in das 2-Athyl-4-cyanpyridin überführt.



   Weiterhin kann man   2-Sithylisonicotinsäurethio-    amid auch in einfacherer Weise als bisher dadurch gewinnen, dass man das aus 2-Athylpyridin erhaltene und bereits   entwässerte N-Oxyd zum 2-Athyl-4-chlor-    pyridin umsetzt und nun den Austausch des Chlors gegen den Sulfonsäurerest in alkoholisch-wässeriger Lösung vornimmt, wobei die anschliessende Umsetzung zum 2-Äthyl-4-cyanpyridin mit dem Abdampfen des Lösungsmittels vereinigt wird.



   Selbstverständlich ist es auch möglich, beide Schritte gemeinsam anzuwenden und auf diese Weise zu einem völlig   gefahrlbsen    und'gleichzeitig wesentlich vereinfachten Verfahren zu gelangen.



   Beispiel 1
500 g 2-Äthylpyridin werden in   1250    ml Eisessig gelost und mit 1000 ml 30% igem Wasserstoffperoxyd in 3 Portionen in Abständen von jeweils 3 Stunden versetzt. Dabei erwärmt sich die Lösung auf etwa 45  C. Nach dem Eintragen des Was, serstoffperoxyd's wird im Wasserbad 30 Stunden auf   90  C    erhitzt. Die Reaktionslösung wird dann bis zur Hälfte im Wasserstrahlvakuum eingeengt und durch Zugabe von Wasser wiede ergänzt. Nach zweimaliger Zugabe von Wasser wird die Destillation im Wasserbad bei   60     C unter vermindertem Druck so lange fortgesetzt, bis kein Wasser mehr überdestilliert. Der Rückstand wird mit 1200   mi    Benzol versetzt und mit 50% iger Natronlauge alkalisch gemacht.

   Die   Benzolschicht    wird durch Absaugen abgetrennt und über einen   Wasserabstreifer    am Rückfluss gekocht. Nachdem der Wassergehalt der benzolischen Lösung etwa 0, 1% beträgt, wird sie zur Weiterverarbeitung eingesetzt.



   1300 g   Suvfurylchlorid    werden in eine Rührapparatur gegeben, die mit Rückflusskühler, Thermometer und Tropftrichter versehen ist. In das Sulfurylchlorid tropft man   d) Ie benzolische Lösung    des   2-Athylpyri-      din-N-oxydes    so langsam ein, dass die Reaktionstemperatur 40 bis   50     C nicht übersteigt. Nach beendigtem Eintragen lässt man noch 1 Stunde nachreagieren. Im Wasserstrahlvakuum wird das Benzol zusammen mit überschüssigem Sulfurylchlorid entfernt. Langsam wird Wasser zugetropft, bis d'as restliche Sulfurylchlorid zersetzt ist. Der Rückstand wird mittels Natronlauge alkalisch gemacht und das 2  AthyT4-chlorpyridin    mit Wasserdampf   übergetrieben.   



  Das sich am Boden der Vorlage absetzende   2-Athyl-    4-chlorpyridin wird vom Wasser getrennt und der nächsten Stufe zugeführt.



   Das rohe   2-Athyl-4-chlorpyridin    wird mit 350 g Natriumpyrosulfit und 1250 ml 80% igem   Athandll    gemischt und die Mischung 65 Stunden am Rückfluss gekocht. Das heisse Reaktionsgemisch wird mit 50% iger Natronlauge alkalisch gemacht und durch Absaugen der heissen Lösung von den anorganischen Bestandteilen getrennt. Die noch warme   alkoholische Losung des      2-athyl-4-pyridinsulfonsauren    Natriums wird in eine zylindrisch geformte Eisenapparatur, die mit einem kräftigen Rührer versehen ist, eingebracht. In der Apparatur sind 250 g gepulvertes Kaliumcyanid vorgelegt.

   Es wird auf   100  C geheizt und'die alkoholische      Lösung des 2-athyl-4-pyridinsulfonsauren    Natriums in   d'em    Masse zugegeben, wie der Alkohol   abdestill'iert.   



  Nachdem kein Alkohol mehr überdestilliert, wird die Temperatur auf   300     C erhält. Das gebildete Cyanpyridin   destilliertimVakuum    bei 45 Torr über. Zur Reinigung wird es nochmals im Vakuum bei Kp. 97 bis   99 /15    Torr destilliert. Es werden 214 g reines 2  Athyl-4-cyanpyridin    erhalten.



   214 g   2-Athyl-4-cyanpyridin    werden in 600 ml Normalbenzin gelöst, 12 ml Triäthylamin als Katalysator zugegeben und unter Eiskühlung mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Das Thioamid scheidet sich nach einiger Zeit in Form gelber Kristalle ab. Es wird abgesaugt und aus Methanol umkristallisiert.



   Es werden   240    g reines 2-Äthylisonicotinsäure  thioamid mit    einem Schmelzpunkt von   164  C    erhalten. Dies entspricht einer Ausbeute von 31% der Theorie, bezogen auf das eingesetzte   2-Athylpyridin.   



   Beispiel 2
500 g   2-Athylpyridin    werden in 1250 mli Eisessig gelöst und mit 1000 ml 30% igem Wasserstoffperoxyd in 3 Portionen in Abständen von 3 Stunden versetzt. Nach dem Eintragen des Wasserstoffperoxyds wird im Wasserbad 24 Stunden auf   85  C erhitzt.    Die Reaktionslösung wird nun bis zur Hälfte im Wasser  strahlvakuum    eingeengt und durch Zugabe von Wasser wieder ergänzt. Nach   zweimaliger    Zugabe von Wasser wird im Wasserbad bei   60     C im Vakuum so weit abdestilliert, bis kein Wasser mehr übergeht. Der erhaltene Rückstand wird mit 1500   ml    Chloroform ver  dünnt    und mit 50% iger Natronlauge   alkaDisch    gemacht.



  Durch Zentrifugieren wird die Lösung vom Natriumacetat getrennt. Das Filtrat wird mit   3%    festem Atznatron versetzt und 3 Stunden gerührt. Nach dem Zentrifugieren erhält man eine klare Lösung des 2 Äthylpyridin-N-oxydes in Chloroform mit   0,    05% Wasser, die zur Weiterverarbeitung eingesetzt wird.



   Die rohe   2Äthylpyridin-N-oxyd-Lösungwird    in einer Rührapparatur, versehen mit Rückflusskühler, Thermometer und Tropftrichter, in der 1300 g Sul  furylchlorid    vorgelegt sind, in dem Masse eingetropft, dass eine Temperatur von 45  C nicht überschritten wird. Nach beendeter Zugabe der Lösung lässt man noch 1 Stunde nachreagieren. Das überschüssige Sul  furylchlorid    wird mit dem Lösungsmittel durch Abdestillieren entfernt und der sirupartige Rückstand mit Eiswasser versetzt. Dabei steigt die Temperatur auf etwa   70  C    und fällt schnell auf   20     C ab. Die wässerige Lösung wird nun mit 50% iger Natronlauge alkalisch gemacht und der Wasserdampfdestillation unterworfen.

   Das sich in der Vorlage am Boden absetzende 2-Athyl-4-chlorpyridin wird vom Wasser getrennt und der nächsten Stufe   zugefiihrt.   



   Das   rohe 2-Athyl-Schlorpyridin wird    mit 450 g Kaliumhydrogensulfit und 1250 ml 80%igen Methylalkohol gemischt und 65 Stunden bei 65  C am Rückfluss gekocht. Das Reaktionsprodukt wird mit 50% iger Natronlauge alkalisch gemacht und durch Absaugen der heissen Lösung von den anorganischen   Bestand-    teilen getrennt. Nach dem Eindampfen der methano  lischen Lösung hinterbleibt    ein Rückstand von 425 g eines   88% igen 2-äthyl-4-pyridinsulfonsauren Natriums.   



   425 g   88Siges 2-äthyl-4-pyridinsulfonsaures    Natrium werden mit 270 g gepulvertem Natriumcyanid in einer zylindrischen Eisenapparatur, die mit einem stabilen Rührer versehen ist, gut vermischt. In einem Temperaturbereich von 250 bis 320  C und bei 50 Torr destilliert das 2-Äthyl-4-cyanpyridin über. Dieses wird zwecks Reinigung nochmals im Vakuum bei einem Kp. 98 bis   100'C115 Torr.    destilliert. Es werden 210 g   reine's 2-Sithyl-4-cyanpyridin,    erhalten.



   210 g 2-Athyl-4-cyanpyridin werden in 600 ml Benzin gelöst, 15 g Diäthylamin als Katalysator zugegeben und die Lösung bei 0 bis   +5  C    mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Nach einiger Zeit scheidet sich das Thioamid in Form   kanariengelber    Kristalle ab. Es wird abgesaugt, mit Benzin nachgewaschen und nach Abpressen aus Methanol   umkristalli-    siet. Dabei werden 235 g reines 2-Athylisonicotinsäurethioamid'mit einem Schmelzpunkt von 163 bis   164  C    erhalten. Dies entspricht einer Ausbeute von 30, 3% der Theorie, bezogen auf das eingesetzte 2 Äthylpyridin.



   Beispiel 3
500 g   2-Athylpyridin    werden in 1200 ml Eisessig gelöst und mit 1000 ml 30% igem Wasserstoffperoxyd in 3 Portionen und in Abständen von je 3 Stunden versetzt. Nach dem Eintragen des Wasserstoffperoxyds wird im Wasserbad 30 Stunden lang bei 85 bis   90     C erwärmt. Die Reaktionslösung wird dann bis zur Hälfte im Wasserstrahlvakuum eingeengt und durch Zugabe von Wasser wieder ergänzt. Nach   zweimaliger    Zugabe von Wasser wird die Destillation im Wasserbad bei 60  C unter vermindertem Druck so lange fortgesetzt, bis kein Wasser mehr übergeht. Der erhaltene sirupöse Rückstand wird mit Methylenchlorid im Verhältnis 1 : 3 verdünnt und mit Soda alkalisch gemacht.

   Durch Zentrifugieren wird die Lösung des   2-Athylpyridin-N-oxyds    in Methylenchlorid vom Na  triumacetat    getrennt. Die Lösung enthält 0,   25%    Wasser. Durch Zugabe von 50 g Ätzkali, 3stündiges   Rüh-    ren und nochmaliges Absaugen erhält man 2, 2 Liter einer klaren hellbraunen Lösung mit einem Wassergehalt von   0,    01%. 



   In einer Rührapparatur, versehen mit Rückflusskühler, Tropftrichter, Thermometer und Gaseinleitungsrohr, werden 500 ml Methylenchlorid vorgelegt.



  Danach wird die entwässerte   N-Oxyd-Lösung      inner-    halb   41/o    Stunden eingetropft. Zugleich werden pro Stunde 50 Liter eines Gemisches, bestehend aus gleichen   Volumteilen    C12 und   SO2,    eingeleitet. Die Temperatur der Reaktionslösung steigt dabei auf 45 DC und wird durch Aussenkühlung konstant gehalten.



  Nach beendetem Einleiten wird 30 Minuten nachreagieren   gelasse.    Das Reaktionsgemisch wird auf 20  C abgekühlt und durch den Tropftrichter kaltes Wasser langsam eingetropft. Das nicht umgesetzte Sulfurylchlorid wird durch Wasser zersetzt, wobei SO2 und   HC1    als Abgase entweichen. Nach Zugabe von 500   ml    Wasser ist die   Gesamtentwickl'ung    beendet.



  Mit 50% iger Natronlauge wird die Lösung alkaldsch gemacht und anschliessend im Wasserbad erhitzt. Bei 45 bis   70  C destilliert    das Methylenchlorid iiber, das mit 2n Salzsäure ausgeschüttelt wird. Durch Alkali  sieren des Extraktes    werden   10 g 2-Athyl-4-chlorpyri-    din gewonnen. Durch Einleiten von Wasserdampf in die ursprüngliche, vom Methylenchlorid befreite wäs   serige Reaktionslösung wird weiteres 2-Athyl-4-chlor-    pyridin überdestilliert. Das sich am Boden der Vorlage absetzende   Chlorpyridin    wird vom Wasser getrennt und der nächsten Stufe zugeführt.



   Das rohe 2-Äthyl-4-chlorpyridin wird mit 400 g Natriumpyrosulfit und 1400   ml 70% igem n-Propyl-    alkohol gemischt und 65 Stunden am Rückfluss gekocht. Das heisse Reaktionsgemisch wird mit 50% iger Natronlauge alkalisch gemacht und durch Absaugen der heissen Lösung von den anorganischen   Bestand-    teilen getrennt.



   Die noch warme alkoholische Lösung des 2-äthyl   4-pyridinsulfonsauren    Natriums wird in eine zylindrisch   geformteEisenapparatur,    die mit kräftigemRüh  rer versehen Åast,    eingebracht. In der Apparatur sind 250 g gepulvertes Natriumcyanid vorgelegt. Es wird auf   100  C    geheizt und die Lösung in dem Masse zugegeben, wie der Alkohol abdestilliert. Nachdem die alkoholische Lösung eingetragen ist und kein Alkohol mehr   überdestilZiert,    wird die Temperatur auf   320  C    erhöht. Das gebildete   2-Athyl-4-cyanpyridin    destilliert im Vakuum bei 45 Torr über.

   Da das rohe Produkt durch geringe Mengen Alkohol und Wasser   verunrei-    nigt ist, wird es nochmals im Vakuum bei Kp. 97 bis   99  C/15    Torr destilliert. Es werden 220 g reines 2  Athyl-4-cyanpyridin    erhalten.



   220 g   2-Athyl-4-cyanpyridin    werden in 600 ml   Normalbenzin    gelöst, 12   ml      Trilithyliamin    als Katalysator zugegeben und   bei +3 C mit      Schwefelwasser-    stoff gesättigt. Nach einiger Zeit scheidet sich das Thioamid in Form von gelben   Blättchen    ab. Es wird abgesaugt, mit einer geringen Menge Benzin nachgewaschen und aus Methanol umkristallisiert. Es werden 245 g reines   2-Athylisonicotinsäurethioamidlmiteinem    Schmelzpunkt von 163 bis   164  C    erhalten. Dies entspricht einer Ausbeute von 31,   6%    der Theorie,   bezo-    gen auf das eingesetzte   2-Athylpyridin.   



   Beispiel 4
10 kg 2-Äthylpyridin werden in 24 Liter Eisessig gelöst und mit 20 Liter   30% igem    Wasserstoffperoxyd in 4 Portionen zu je 5 Liter in Abständen von je 3 Stunden versetzt. Nach dem Eintragen des Wasser  stoffperoxyds    wird im Wasserbad 35 Stunden lang bei 85 bis   90  C    erhitzt. Die Reaktionslösung wird dann bis zur Hälfte im Wasserstrahlvakuum eingeengt und durch Zugabe von Wasser wieder ergänzt. Nach   zwei-    maliger Zugabe von Wasser wird die Destillation im   Wasserbad : bei 65  C    unter vermindertem Druck so lange fortgesetzt, bis kein Wasser mehr übergeht. Der erhaltene sirupöse Rückstand wird mit 20 Liter Benzol verdünnt und mit 50% iger Natronlauge alkalisch gemacht.

   Durch Zentrifugieren wird die   Lösung dles    2-Athylpyridin-N-oxydes in Benzol vom Natriumacetat getrennt und mit Benzol nachgewaschen. Da die   benzolische Lösung    noch 2,   5%    Wasser ehthält, wird über einen   Wasserauskreiser    das restliche Wasser azeotrop entfernt.



   In einer Rührapparatur, versehen mit Rückflusskühler, Tropftrichter, Thermometer und Gaseinleitungsrohr, werden 5 Liter Benzol vorgelegt. Danach wird die entwässerte   N-Oxydlösung    innerhalb von 10 Stunden zulaufen gelasse.   Gleachzeitig    werden pro Stunde   400    Liter eines Gasgemisches, bestehend aus gleichen   Volumteilen    C12 und   SO2,    eingeleitet. Die Temperatur steigt dabei auf 40 bis 45 C und wird durch Aussenkühlung in diesem Bereich gehalten.



  Nach genannter Zeit wird die Gaszufuhr abgebrochen.



  Man lässt noch eine Stunde nachreagieren, kühlt auf   20  C    ab und tropft durch den Tropftrichter langsam kaltes Wasser ein. Dabei wird das nicht umgesetzte Sulfurylchlorid zersetzt ;   SO2    und HCl entweichen als Abgase. Nach Zugabe von 6 Liter Wasser ist die Gasentwicklung nahezu beendet,
Mit 50% iger Natronlauge wird die Lö, sung alkalisch gemacht und anschliessend im Wasserbad erhitzt.



  Bei 70 bis 80  C destilliert das Benzol über. Das De  stillat    wird mit 2n Salzsäure ausgeschüttet. Durch   Al-      kalisieren    des Salzsäureextraktes werden   200    g 2  ithyS4-chlorpyridin    gewonnen. Durch Einleiten von Wasserdampf in das vom Benzol befreite Gemisch wird die Hauptmenge des 2-Athyl-4-chlorpyridins azeotrop überdestilliert. Das sich am Boden der Vorlage   absetzend ! e Chlorpyridin    wird vom Wasser abgetrennt und der nächsten Arbeitsstufe zugeführt.



   Das rohe   2-Athyl-4-chlorpyridin    wird mit 8 kg   Natriumpyrosulfiit    und 25 Liter 80% igem Athylalkohol gemischt und   60    Stunden unter Rückfluss gekocht. Das heisse Reaktionsgemisch wird mit   50% iger    Natronlauge alkalisch gemacht und durch Zentrifugieren der heissen Lösung von den organischen Bestandteilen getrennt.



   In einer zylindrisch geformten Eisenapparatur, die mit kräftigem Rührer versehen ist, werden 5 kg   gepul-    vertes Natriumcyanid vorgelegt und die noch warme alkoholische Lösung des   2-äthyl-4-pyridinsulfonsauren    Natriums in dem   Masse bei 100  C    eingebracht, wie der Alkohol abdestilliert. Nachdem die alkoholische Lösung eingetragen ist und kein Alkohol mehr über destilliert, wird die Temperatur bis zu   320  C erhöht.   



  Das gebildete   2-Athyl-4-cyanpyridin    destilliert bei einem Druck von 60 Torr über. Da das rohe Nitril noch etwas Alkohol und Wasser enthält, wird es zur Weiterverarbeitung unter einem Druck von 16 Torr bei einer Siedetemperatur von   100    bis   102  C    destilliert. Es werden 4225 g reines   2-A'thyl-4-cyanpyridin    erhalten.



   4225 g   2-Athyl-4-cyanpyridin    werden in 15 Liter Normalbenzin gelöst, 200 ml Di-n-butylamin als Ka  talysator    zugegeben und bei   +3  C    mit H2S gesättigt.



  Nach einiger Zeit scheidet sich das Thioamid in Form von gelben   Blättchen    ab. Es wird abgesaugt, mit einer geringen Menge Benzin nachgewaschen und aus Methanol   umkristallisiert.   



   Es werden 4, 4 kg reines   2-Athylisonicotinsäure-      thioamid    mit einem Schmelzpunkt von 163 bis   164  C    erhalten. Durch Einengen der methanolischen Mutterlauge und nochmaliges Umkristallisieren des dadurch gewonnenen Thioamids erhält man noch   400    g reines Thioamid vom gleichen Schmelzpunkt.



   Die Gesamtausbeute beträgt somit 4, 8 kg, entsprechend einer Ausbeute von 30, 7% der Theorie, bezogen auf   2-Athylpyridin.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von 2-Äthylisonicotinsäurethioamid durch Umsetzung von 2-Athylpyridin zu 2-Athylpyridin-N-oxyd', Entwässerung des N- Oxyds, Umsetzen des entwässerten N-Oxyds zu 2 Athyl-4-chlorpyridin, Austauschen des Chlors gegen den Sulfonsäurerest mittels Alkalihydrogensulfits oder einer in Gegenwart von Wasser Alkalihydrogensulfit bildenden Verbindung, Umsetzen der so erhaltenen Sulfonsäure zum 2-Athyl-4-cyanpyridin und anschlie ssende Anlagerung von Schwefelwasserstoff, dadurch gekennzeichnet, dass die Entwässerung des 2-Äthyl pyridin-N-oxyds in der Weise durchgeführt wird,
    dal3 man d'as N-Oxyd mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel mischt und das Gemisch durch Zusatz von festen Alkalien oder durch azeotrope Destillation mittels des Lösungsmittels entwässert.
    UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel Benzol, Me thylenchlorid oder Chloroform verwendet werden.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gemisch von N-Oxyd und Lösungsmittel als Alkali Kaliumhydroxyd zugesetzt wird.
    3. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Entwässerung durch azeotrope Destillation als Lösungsmittel Benzol verwendet wird.
    4. Verfahren zur Herstellung von 2-Athylisonico- tinsäurethioamid durch Umsetzung von 2-Athylpyri- din zu 2-Athylpyridin-N-oxyd, Entwässerung des N Oxyds, Umsetzen des entwässerten N-Oxyds zu 2 Athyl-4-chlorpyridin, Austauschen des Chlors gegen den Sulfonsäurerest mit Alkalihydrogensulfit oder einer in Gegenwart von Wasser Alkalihydrogensulfit bildenden Verbindung, Umsetzen der so erhaltenen Sulfonsäure zum 2-Athyl-4-cyanpyridin und anschlie ssende Anlagerung von Schwefelwasserstoff, dadurch gekennzeichnet,
    dass der Austausch des Chlors gegen den Suffonsäurerest in alkoholisch-wässeriger Lösung erfolgt und das Eindampfen der alkoholisch-wässeri- gen Lösung des dabei gebildeten 2-äthyl-4-pyridin- sulfonsauren Alkalisalzes in Gegenwart der für die Umsetzung zum 2-AthylL4-cyanpyridin erforderlichen Menge Alkalicyanid vorgenommen wird.
    5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als alkoholisch wässerige Lösung ein Alkohol mit 1 bis 3 C-Atomen, der einen Wassergehalt von 20 bis 30 % besitzt, verwendet wird.
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