Hydraulische Steuervorrichtung an Spritz und Druckgussmaschinen
Während des Betriebs von Spritz- und Druckgussmaschinen wird ohne die Anwendung spezieller Vorrichtungen in vielen Fällen ein sehr hartes Arbeiten in verschiedenen Phasen des Arbeitsprozesses, herrührend von sehr grossen Beschleunigungen, als beachtlicher Nachteil gewertet. Es liegt im Wesen hydraulischer Antriebsorgane von solchen Maschinen, dass beim Öffnen eines Ventils oder Schiebers das zu betreibende Antriebsorgan in kürzester Zeit mit dem von einer Maximaldruckquelle gelieferten Druckmedium beaufschlagt wird und damit auch eine nahezu schlagartige Beschleunigung des Arbeitskolbens auf die Nennverschiebegeschwindigkeit erfolgt.
Bei solch schlagartigem Betrieb von Spritzgussmaschinen, im besondern von Formschliess- und Formöffnungsbewegungen, besteht die grosse Gefahr des Lösens von Formbefestigungsteilen, Kernführungen und ähnlichen Funktionsteilen. Solches Lösen kann aber für Maschine und Bedienungspersonal sehr gefährliche Auswirkungen haben.
Nun ist es möglich, die Formschliessbewegung mit reduzierter Beschleunigung anzufahren, um dieser Gefahr zu begegnen. Solche Kontrollen der Beschleunigung können auf verschiedene Arten erfolgen.
Es wurde schon vorgeschlagen, die Beschleunigungscharakteristik durch eine Pumpe konstanter Drehzahl und veränderlicher Druckmedium-Fördermenge zu variieren. Diese Art der Beschleunigungsbeeinflussung ist aber wegen des bedeutenden apparativen Aufwands recht unwirtschaftlich, besonders dann, wenn man eine wahlweise freie Einstellbarkeit erzielen möchte.
Nach einem weiteren Vorschlag soll die Änderung der Beschleunigungskurve für einen bestimmten Maschinentyp zum voraus festgelegt werden. Nach diesem Vorschlag wird in der Zylinderwandung entlang dem Arbeitshub des Arbeitskolbens eine Vielzahl von sich folgenden, gemeinsam mit Druckmittel gespeisten Bohrungen vorgesehen. Durch die Verschiebung des Kolbens wird eine sukzessiv zunehmende Beaufschlagung der Kolbenfläche erzielt. Diese zunehmende Beaufschlagung wird dadurch erreicht, dass der sich verschiebende Arbeitskolben stets weitere Bohrungen für den Druckmittelfluss freigibt. Diese Beeinflussung der Verschiebegeschwindigkeit weist den Nachteil auf, dass entweder nur eine vorbestimmte Beschleunigungscharakteristik zur Anwendung gelangen kann oder dass eine Vielzahl von veränderlichen Drosseln verwendet werden müssen.
Auch wurde vorgeschlagen, in die beiden die hydraulische Maschine mit einem Vierwegeventil verbindenden Druckleitungen ein Rückschlagventil mit einem parallel dazu angeordneten Drosselventil zwischenzuschalten. Dabei werden die Drosselventile vom Arbeitskolben wegabhängig gesteuert. Durch diese Anordnung lässt sich wohl eine gewünschte Beschleunigungskurve erzielen, der apparative Aufwand ist aber ebenfalls erheblich. Zudem wirkt es sich noch nachteilig aus, dass beide Hydraulikelemente in den beiden Druckleitungen für die maximal zu fördernden Druckmittelmengen dimensioniert sein müssen.
Die Erfindung zielt auf eine Behebung der genannten Nachteile ab. Zudem zeigt die Erfindung Lösungen der Aufgabe, sowohl die Beschleunigungscharakteristik als auch den Geschwindigkeitsbereich hydraulischer Antriebsorgane von Spritz- und Druckgussmaschinen, die von einem Druckmedium konstanter Fördermenge gespiesen sind, leicht einstellbar und durch ein selbsttätig wirkendes Steuerelement zu beherrschen und zu steuern.
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Steuervorrichtung für das Anfahren von Antriebsorganen an Spritz- und Druckgussmaschinen mit Speisung durch eine Pumpe konstanter Drehzahl und konstanter Druckmedium-Fördermenge. Diese Steuervorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Pumpe und dem Antriebsorgan eine Hauptdrossel angeordnet ist, die ein Drosselorgan aufweist dem ein doppeltwirkender Steuerkolben zugeordnet ist, wobei der Steuerkolben durch das speisende Druckmedium vor der Hauptdrossel im Sinne der Öffnung derselben und durch das gesteuerte Druckmedium nach der Hauptdrossel über eine Drosselstelle oder Drosselleitung im Sinne der Schliessung beaufschlagt ist, wobei im Falle eines beidseitig des Steuerkolbens herrschenden gleichen Drucks eine Kraft im Sinne der Schliessung auf das Drosselorgan der Hauptdrossel wirkt.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Die Figur 1 zeigt eine Druckgussmaschine mit über Kniehebel durch einen hydraulischen Verschiebekolben betätigter Formträgerplatte in teilweiser Schnittdarstellung und mit dem schematischen, vereinfachten Hydraulikschema mit einer erfindungsge- mässen Steuervorrichtung einer ersten Ausführungsform.
Die Figur 2 zeigt ein Geschwindigkeits-Zeit-Diagramm einer Formschluss-Bewegung bei Spritz- und Druckgussmaschinen bekannter Bauart.
Die Figur 3 zeigt ein Geschwindigkeits-Zeit-Diagramm einer Formschluss-Bewegung bei Spritz- und Druckgussmaschinen mit den durch die erfindungsgemässe Steuervorrichtung gegebenen Einstellbereichsmöglichkeiten.
Die Figur 4 zeigt eine Steuervorrichtung erster Ausführungsform in Schnittdarstellung.
Die Figur 5 zeigt eine Steuervorrichtung in Bauelementausführung zweiter Ausführungsform im Schnitt.
Die Figur 6 ist ein Schnitt entlang der Linie VI - VI der Figur 5.
Die Figur 7 zeigt eine Servoverstellvorrichtung des einstellbaren Steuerdrosselventils in der Drosselleitung einer Steuervorrichtung dritter Ausführungsform als geändertes Detail VII der Figur 5.
Die Figur 8 zeigt eine Druckgussmaschine mit hydralischer Verschiebevorrichtung der Formträgerplatte über eine Kniehebelanordnung in Schnittdarstellung und mit einem vereinfachten schematischen Hydraulikschema vierter Ausführungsform.
Die Figur 9 zeigt eine Steuervorrichtung in Bauelementausführungsform in teilweise geschnittener Parallelperspektive.
Eine Druckgussmaschine nach Figur 1 wird durch einen Kolben 1 über ein Kniehebelsystem 2 betätigt.
Die bewegliche Formträgerplatte 3 trägt die eine Formhälfte 4, während das Düsenschild 5 die andere Formhälfte 6 und die Einspritzbüchse 7 mit der Einspritzvorrichtung 8 trägt. Der Kolben 1 ist in einem Zylinder 10 verschiebbar angeordnet.
Zur hydraulischen Betätigung der Druckgussmaschine führt aus einem Druckmediumbehälter 11 eine Speiseleitung 12 zu einer Pumpe 13. Von der Pumpe 13 führt weiter eine speiseseitige Leitung 14 zu einem Maximaldruckventil 15, das über eine Tankleitung 16 mit dem Tank 11 verbunden ist. In der Druckleitung zum Zylinder 10 ist eine Hauptdrossel 20 und ein Mehrwegventil 21 angeordnet. Im vorliegenden Fall ist ein Vierwegventil 21 vorgesehen, wobei eine verbraucherseitige Leitung 22 die Hauptdrossel 20 mit diesem und eine Leitung 23 das Vierwegventil 21 mit dem Zylinder 10 verbindet. Der Zylinder 10 ist durch eine Leitung 24 über das Vierwegventil 21, eine Rückleitung 25, ein Rückschlagventil 26 und eine Tankleitung 27 mit dem Tank 11 verbunden.
Dabei kann die Hauptdrossel 20 die in Figur 4 dargestellte erste Ausführungsform aufweisen. Das von der Pumpe 13 durch die speiseseitige Leitung 14 zufliessende Druckmedium 9 wird einem Drosselorgan 31, der zusammen mit dem Hauptdrosselgehäuse 32 eine Drosselstelle 33 bildet, zugeführt. Der nach der Drosselstelle 33 gebildete Strömungsraum 34 steht mit der verbraucherseitigen Leitung 22 zum Vierwegventil 21 in Verbindung. Diese verbraucherseitige Leitung 22 ist durch eine Drosselleitung 35 mit einem Raum 36 zwischen einem Steuerkolben 37 mit grösserem Durchmesser als demjenigen des Drosselorgans 31 und dem Hauptdrosselgehäuse 32 verbunden. Der Steuerkolben 37 ist in einem durch die Trennwand 38 vom vorderen Strömungsraum 34 abgetrennten Steuerzylinder 39 angeordnet.
Der zwischen der Trennwand 38 und dem Steuerkolben 37 bestehende Raum 40 ist durch eine Leitung 41 mit dem Tank 11 verbunden. Durch diese erste Anordnung ergibt sich folgende Funktionsweise:
Hydraulische Spritz- und Druckgussmaschinen bekannter Bauart zeigen die in Figur 2 dargestellte Anfahrcharakteristik des Verschiebekolbens 1 und damit ungefähr der beweglichen Formträgerplatte 3 auf. Daraus ist ersichtlich, dass im Zeitpunkte to, also im Moment der Beaufschlagung des Kolbens 1 mit dem Druckmedium 9 ein Anfahren des Kolbens 1 auf die Nenngeschwindigkeit v in äusserst kurzer Zeit to -tl erfolgt.
Demgegenüber ist durch die erfindungsgemässe Vorrichtung ein Beschleunigen der Formschliessbewegung auf die Nenngeschwindigkeit vn3 nach der Charakteristik in Figur 3 möglich. Innerhalb der zwischen einer Charakteristik sehr grossen Beschleunigung to-t3 und der Charakteristik einer sehr kleinen Beschleunigung to-t,' liegenden und in Figur 3 schraffiert dargestellten Fläche ist durch geeignete Ausbildung der Drosselstelle 33 und der Drosselleitung 35 irgendeine Beschleunigungscharakteristik frei wählbar. Die in ungefähr · Höhe der Nenngeschwindigkeit eingezeichnete strichpunktierte Begrenzungslinie vn3'zeigt, dass auch die Nenngeschwindigkeit vn einstellbar ist.
Zur Erreichung des anhand von Figur 3 beschriebenen Zieles gilt dabei folgendes: Die Pumpe 13 weist eine kontante Drehzahl und eine darauf bezogene konstante Druckmedium-Fördermenge auf. Das Maximaldruckventil 15 stellt den Druck in der speiseseitigen Leitung 14 auf den eingestellten Wert ein.
Im Ruhemoment des Vierwegventils 21, entsprechend Figur 1, baut sich vorerst in der speiseseitigen Leitung 14 und der verbraucherseitigen Leitung 22 der durch die Pumpe 13 geförderte und durch das Maximaldruckventil 15 eingestellte Druck auf. Dieser Druck wird über die Drosselleitung 35 (Figur 4) in dem Raum 36 ebenfalls wirksam. Durch den grössern Durchmesser des Steuerkolbens 37 im Raum 36 wird auf diesen eine grössere Kraft als die durch das speisende Druckmedium 9 auf den Drosselkolben 31 wirkende Kraft erzeugt, womit eine Schliessbewegung, in Figur 4 nach links, erzeugt wird. Die Geschwindigkeit der Schliessbewegung hängt vom Strömungsquerschnitt der Drosselleitung 35 ab.
Für eine Schliess- oder Öffnungsbewegung der Druckgussmaschine ergibt sich nun folgende, zweite Funktionsweise. Durch Verschiebung des Vierwegventils 21, Figur 1, nach unten wird die zu beaufschlagende Seite des Kolbens 1 im Zylinder 10 durch die Leitungen 22 und 23 mit der Hauptdrossel 20 verbunden und der Raum rechts des Kolbens 1 über die Leitung 24, das zwischengeschaltete Vierwegventil 21, die Leitung 25, das Rückschlagventil 26 und die Tankleitung 27 mit dem Tank 11 verbunden.
Der Druck in den Leitungen 22 und 23 fällt zusammen, ebenfalls derjenige im Raum 36, der über die Drosselleitung 35 mit der verbraucherseitigen Leitung 22 verbunden ist. Das speisende Druckmedium 9 in der speiseseitigen Leitung 14 drückt das Drosselorgan 31 mit dem Steuerkolben 37 nach rechts. Der Kolben 1 wird durch das in der Drosselstelle 33 gedrosselte Druckmedium beaufschlagt. Je nach der Geschwindigkeit des Ausströmens des Druckmediums aus dem Raum 36 in die verbraucherseitige Leitung 22 wird die Drosselstelle 33 mehr oder weniger rasch geöffnet. Damit erfolgt ein Anfahren des Kolbens 1 nach einer bestimmten Beschleunigungscharakteristik, deren Endwert auf der Nenngeschwindigkeitsgeraden vn3 in Figur 3 zwischen den Zeitmarken t5 und t3 liegen kann.
Die Dimensionierung der Drosselleitung 35 und das Verhältnis der Durchmesser der Kolben 13 und 37 sowie die Ausgestaltung der Drosselstelle 33 bestimmen im wesentlichen den Beschleunigungsendwert zwischen t5 und t,' auf Vn3. Nach abgeschlossener Formschliessbewegung stellt sich ein Druckgleichgewicht in der speiseseitigen Leitung 14, der verbraucherseitigen Leitung 22, der Leitung 23 und dem Raum zwischen Kolben 1 und Zylinder 10 ein. Damit wird die Hauptdrosselschliessung in der oben beschriebenen Weise eingeleitet und durchgeführt. Die vorstehend für eine Formschliessbewegung beschriebene Funktionsweise hat auch für die Formöffnungsbewegung gleiche Gültigkeit.
Eine Hauptdrossel nach Figur 4 weist nun aber die Nachteile auf, dass nur Beschleunigungskurven mit fest vorausbestimmter Charakteristik realisierbar sind. Zudem sind die Öffnungs- und Schliessbewegungen des Drosselorgans 31 mit dem Kolben grösseren Durchmessers 37 gleichartig, also in beiden Fällen von mehr oder weniger langer Zeitdauer. Es ist aber erwünscht, die Hauptdrossel rasch zu schliessen und langsam mit verschiedenen, einstellbaren Charakteristiken nach Figur 3 zu öffnen. Um diese Bedingungen zu erfüllen, wird eine verbesserte Hauptdrossel 20 nach Figur 5 verwendet.
In einem Drosselgehäuse 50 gemäss Figur 5 ist ein Steuerkolben 51 grösseren Durchmessers mit einem Kolben 52 geringeren Durchmessers einem Absperrkonus 53 und einem Drosselorgan 54 verschiebbar angeordnet. Das von der Pumpe 13 zufliessende Druckmedium 9 wird dem Zylinderraum 55, in dem das Drosselorgan 54 angeordnet ist, zugeführt. Der Kolben 52 mit dem Absperrkonus 53 ist von einem Raum grösseren Durchmessers 56 umgeben, dem an den verbraucherseitigen Anschluss 58 die verbraucherseitige Leitung 22 zum Mehrwegventil 21 zugeordnet ist. Der Steuerkolben 51 grösseren Durchmessers weist eine Dichtung 57 auf. Auf der dem Drosselorgan 54 abgewandten Seite des Steuerkolbens 51 ist eine Druckfeder 60 gegenüber einer Anschlagplatte 61, die durch eine Verstellvorrichtung 62 einstellbar angeordnet ist, vorgesehen.
Vom verbraucherseitigen Anschluss 58 führt eine drosselnde Leitung 65 über eine Steuerdrossel 66 zum Raum 67, in dem die Feder 60 angeordnet ist, parallel dazu eine weitere, drosselnde Leitung 68 mit einem Rückschlagventil 69 in den gleichen Raum 67.
Die entsprechende verbesserte Hauptdrossel 20 ist in der Schaltung nach Figur 1 verwendet. Zur Beeinflussung des Beschleunigungswertes in irgendeinem Zeitmoment während des Beschleunigungsvorganges zwischen den Zeitmomenten t6 und t,' gemäss Figur 3 ist das Drosselorgan 54 mit Strömungsräumen 70 bestimmter Form, in vorliegendem Beispiel mit Zylinderhufabschnitten, versehen, wie dies aus den Figuren 5 und 6 ersichtlich ist. Durch andere Gestaltung der Strömungsräume lässt sich auch eine nicht gleichmässige Beschleunigungskennlinie, wie es in Figur 3 die beispielsweise strichlierte Kurve zeigt, erzielen.
Zur Funktionsweise der Vorrichtung nach Figur 1 mit der Hauptdrossel nach Figuren 5 und 6:
Der Vierwegschieber 21 befindet sich in der in Figur 1 gezeigten sperrenden Ruhelage. Die Pumpe 13 fördert Druckmedium durch die Speiseleitung 12 in die speiseseitige Leitung 14. Durch das Maximaldruckventil 15 wird ein bestimmter Druck des Druckmediums 9 in der speiseseitigen Leitung 14 eingestellt. Der Drosselkolben 54 im Zylinderraum 55 wird vom Druckmedium 9 beaufschlagt. Der Raum grösseren Durchmessers 56 um den Kolben geringeren Durchmessers 52, die verbraucherseitige Leitung 22 und der Raum 67 mit der darin angeordneten Druckfeder 60 sind vorerst noch drucklos.
Durch den Druck im Zylinderraum 55 wird der Drosselkolben 54 mit ei ner Kraft, die die Federkraft 60 überwindet, beaufschlagt, womit der Steuerkolben 51 mit dem Kolben 52 und dem Drosselorgan 54 in Fig. 1 nach links gegen die Anschlagplatte 61 verschoben wird. Damit wird Strömungsraum 70 aus dem Zylinderraum 55 in den Raum grösseren Durchmessers 56 freigegeben. In der verbraucherseitigen Leitung 22 baut sich der gleiche Druck wie in der speiseseitigen Leitung 14 auf.
Gleichzeitig wird dieser Druck auch über die drosselnde Leitung 68 mit dem Rückschlagventil 69 im Raum 67 aufgebaut. Bei Druckgleichgewicht in den Leitungen 14, 22 und im Raum 67 wird der Steuerkolben 51 mit dem Kolben 52 dem Drosselorgan 54 nach rechts in die schliessende Lage zurückbewegt. Damit ist die Ausgangslage für den ersten Arbeitszyklus gegeben.
Das Vierwegventil 21 in Fig. 1 wird nach unten verschoben, so dass die verbraucherseitige Leitung 22 und die Leitung 23, respektive die Leitung 24 mit der Rückleitung 25, verbunden werden. Der Druck in der verbraucherseitigen Leitung 22, in dem Raum grösseren Durchmessers 56 und in dem Raum 67 fällt zusammen. Das Druckmedium 9 im Zylinderraum 55 wirkt auf das Drosselorgan 54 und bewegt den Steuerkolben 51 mit dem Kolben 52 und dem Drosselorgan 54 gegen die Anschlagplatte 61. Diese Bewegung kann aber wegen der behinderten Ablussmöglichkeit des Druckmediums 9 aus dem Raume 67 in die verbraucherseitige Leitung 22 über die Steuerdrossel 66 nur langsam erfolgen.
Damit kann das Druckmedium 9 durch die Strömungsräume 70 am Drosselorgan 54 gegenüber dem Zylinderraum 55 und dem Raum grösseren Durchmessers 56 nur mit langsam vermindernder Drosselung in die verbraucherseitige Leitung 22, in die Leitung 23 und damit in den Zylinderraum zwischen dem Zylinder 10 und dem Kolben 1 einfliessen. Damit ist die Schliessbewegung des Kniehebelsystems 2 und der beweglichen Formträgerplatte 3 mit geringer Beschleunigung gegeben. Steht der Steuerkolben 51 an der Anschlagplatte 61 an, erfolgt die Schliessbewegung mit konstanter Geschwindigkeit. Am Ende der Schliessbewegung, da die Formhälften 4 und 6 eng aneinander anliegen, stellt sich ein Druckgleichgewicht in den Leitungen 14, 22, 23 ein. Er entspricht dem durch das Maximaldruckventil 15 eingestellten Druckwert.
Dieser Druck wird auch über die drosselnde Leitung 68 mit dem Rückschlagventil 69 im Raum 67 in kurzer Zeit aufgebaut. Durch dieses Druckgleichgewicht des Druckmediums 9 beidseits des Steuerkolbens 51 wirkt die Feder 60 in schliessendem Sinn auf diesen Steuerkolben 51 und den damit verbundenen Kolben 52 und Drosselorgan 54. Der Absperrkonus 53 schliesst den Zylinderraum 55 gegen den Raum grösseren Durchmessers 56 ab.
Durch Verbindung der speiseseitigen Leitung 22 mit der Leitung 24 und der Rückleitung 25 mit der Leitung 23 ist die Formöffnungsbewegung in gleichem Sinne ermöglicht.
Durch diese Vorrichtungsanordnung ergibt sich eine beschleunigungsgesteuerte Formschliess-und Formöffnungsbewegung bei Spritz- und Druckgussmaschinen, in vorliegendem Beispiel anhand einer Druckgussmaschine erläutert. Durch diese Beschleunigungssteuerung lassen sich weitgehend beliebige Beschleunigungskennlinien erzeugen. Zudem werden für die Steuerzwecke die bereits vorhandenen speiseund verbraucherseitigen Drücke bei kleiner benötigter Druckmediummenge verwendet. Das eigentliche Arbeitsdruckmedium wird aber selbsttätig durch die Drosselstelle geregelt. Zudem wird je nach der Lage der Anschlagplatte 61, die durch die Verstellvorrichtung 62 in axialer Richtung verstellbar angeordnet ist, der maximale Geschwindigkeitswert vn festgelegt.
Es kann erwünscht sein, die Steuerdrossel 66 der Hauptdrossel 20 in Figur 5 durch ein Servosystem ferneinstellbar zu halten. Anhand von Figur 7 wird eine grundsätzliche Servoverstellmöglichkeit aufgezeigt. Im Drosselgehäuse 50 ist wiederum parallel zu einer drosselnden Leitung 68 mit einem Rück schlagventil 69 eine drosselnde Leitung 65 mit einer Drosselstelle 71 vorgesehen. Dieser Drosselstelle 71 ist eine Drosselnadei 72 zugeordnet. Die Drosselnadel 72 wird von einem Servomotor 73, einer Schnecke 74 um dem ihr zugeordneten Schneckenrad 75 verstellt. Dabei ist die Nadel 72 mit einem Zapfen 76, der eine Seilbahn 77 aufweist, versehen. Das Schnekkenrad 75 ist mit einem Lager 78 im Drosselgehäuse 50 drehbar angeordnet.
Die Drehbewegung des Schneckenrades 75 wird über einen nichtgezeigten Keil in der Keilbahn 77 auf den Zapfen 76 übertragen.
Diese Verstellvorrichtung weist den Vorteil auf, dass eine beliebige Beschleunigungscharakteristik der Hauptdrossel von einem Steuerpult, z. B. durch eine gewöhnliche Potentiometerverstellung gesteuert werden kann. Zudem ist es nicht nötig, die Hauptdrossel im Steuerpult selbst anzuordnen. Eine gleichartige Verstellvorrichtung ist ebenfalls für die Verstellvorrichtung 62 der Anschlagplatte 61 anwendbar.
Eine weitere Ausführungsvariante der Erfindungsidee stellt die Anordnung gemäss Figur 8 dar. Die einzelnen mit gleichen Bezugszeichen wie in Figur 1 versehenen Teile der Vorrichtung können grundsätzlich gleich aufgebaut sein. Degegen ist zwischen der speiseseitigen Leitung 14 und der verbraucherseitigen Leitung 22 eine Drehdrossel 81 vorgesehen. Gleichzeitig führt die speiseseitige Leitung 14 in ein Zylindergehäuse 82, in welchem ein Steuerkolben 83 mit einer Steuerstange 84 angeordnet ist. Diese Steuerstange 84 steht in gelenkiger Verbindung mit einer Betätigungsstange 85 der Drehdrossel 81. Zwischen dem Steuerkolben 83 und dem Zylindergehäuse 82 ist ein Raum 86 vorgesehen, während auf der der Steuerstange 84 abgewandten Seite des Steuerkolbens 83 ein Steuerraum 87 mit einer zwischen Zylindergehäuse 82 und dem Steuerkolben 83 angeordneten Feder 88 vorgesehen ist.
Eine verstellbare Begrenzungsvorrichtung 89 übernimmt die Funktion der Anschlagplatte 61 gemäss Figur 5. Aus dem Steuerraum 87 führt eine drosselnde Leitung 91 mit einem darin vorgesehenen einstellbaren Drosselventil 92 in die verbraucherseitige Leitung 22. Parallel zur drosselnden Leitung 91 mit dem einstellbaren Drosselventil 92 ist eine Druckausgleichleitung 93 mit einem Rückschlagventil 94 vorgesehen.
Dieser Vorrichtungsaufbau ergibt folgende Funk tionsweise: Bei herrschendem Druckgleichgewicht in der speiseseitigen Leitung 14 und der verbraucherseitigen Leitung 22 herrscht ebenfalls Druckgleichgewicht in den Räumen 86 und 87. Durch die Feder 88 wird der Kolben 83 nach links bewegt, was einer Schliessbewegung der Drehdrossel 81 entspricht. Wird nun z. B. durch das Vierwegventil 21 der Weg aus der verbraucherseitigen Leitung 22 in die Leitung 23 zum Zylinder 10 mit dem Kolben 1 freigegeben, fällt der Druck in der verbraucherseitigen Leitung 22 und damit im Steuerraum 87 zusammen. Über die steuerseitige Leitung 14 wird der Kolben 83 durch das Druckmedium 9 beaufschlagt. Entgegen der Federkraft, durch die Feder 88 erzeugt, wird dieser Kolben 83 nach rechts bewegt und die Drehdrossel 81 geöffnet.
Das Abfliessen des Druckmediums aus dem Steuerraum 87 in die verbraucherseitige Leitung 22 über die drosselnde Leitung 91 mit dem einstellbaren Drosselventil 92 ist jedoch nur gedrosselt, also langsam möglich, womit auch die Drehdrossel 81 nur langsam geöffnet wird, und damit kann nur allmählich das weniger gedrosselte Druckmedium 9 auf den Kolben 1 einwirken. Nach abgeschlossener Formschliessbewegung der beiden Formhälften 4, 6 durch den Kolben 1 über das Kniehebelsystem 2 und die bewegliche Formträgerplatte 3 baut sich ein gleicher Druck sowohl in der steuerseitigen Leitung 14 wie in den verbraucherseitigen Leitungen 22 und 23 auf.
Dieser Druck breitet sich über das Rückschlagventil 94, die Druckausgleichleitung 93 in den Steuerraum 87 aus. Damit wird aber auch ein Druckgleichgewicht in den beiden Räumen 86 und 87 erzeugt, womit die Federkraft der Feder 88 den Kolben 83 nach links bewegt und damit die Drehdrossel wieder schliesst.
Diese Vorrichtungsanordnung weist den Vorteil auf, dass zu dessen Aufbau im wesentlichen handels übliche Elemente verwendet werden können.
In Weiterführung der Erfindungsidee und im besondern anwendbar im Steuerkreis gemäss Figur 8 sei noch die Hauptdrossel 20 gemäss Figur 9 erläutert.
Einer Drehdrossel 81 ist ein Steuerorgan 100 zugeord net Zwischen einer Bodenplatte 102 und einer Deckplatte 103 sowie einem Ring 120 ist ein Zylinder 104 angeordnet. Spannelemente, z. B. Schrauben 105, halten die Teile 102, 103, 104 und 120 zusammen. Der Zylinder 104 ist mit einem nach innen weisenden radialen Flügel 108 versehen. Ein Zapfen 109 in Fortsetzung der Drehdrosselachse 110 ist mit einem Flügel 111, der im Zylinder 104 dicht gleitend angeordnet ist, versehen. Eine Feder 112, die zwischen einem Anschlag 113 auf dem Zapfen 109 und der Deckplatte 103 gespannt ist, bewirkt eine Drehung des Zapfens 109 mit dem Flügel 111 gegen den Flügel 108.
Dabei ist dafür gesorgt, dass zwischen den Flügeln 111 und 108 zwei Räume 114 und 115 gebildet sind. In den Raum 114 mündet die speiseseitige Leitung 14, während in den Raum 115 eine drosselnde Leitung 117 mündet Die drosselnde Leitung 117 ist über ein Element 118 und ein Rohrstück 119 mit der verbraucherseitigen Leitung 22 verbunden. Das Element 118 weist eine Drosselstelle und parallel dazu ein Rückschlagventil auf, ähnlich den beiden Elementen 92 und 94 in Figur 8.
Die Funktionsweise der Vorrichtung nach Figur 9 entspricht grundsätzlich derjenigen anhand der Figur 8 beschriebenen. Bei Druckgleichgewicht in der steuerseitigen Leitung 14, in der verbraucherseitigen Leitung 22 und damit auch in den beiden Räumen 114 und 115 wird der Flügel 111 durch die Kraft der Feder 112 gegen den festen Flügel 108 im Zylindergehäuse 104 bewegt. Diese Gegenuhrzeigerdrehung bewirkt eine Schliessung der Drehdrossel 81. Fällt der Druck in der verbraucherseitigen Leitung 22 zusammen, so reduziert sich ebenfalls der Druck im Raume 115 und das Druckmedium 9, das durch die speiseseitige Leitung 14 dem Raum 114 zufliesst, öffnet entgegen der Kraft der Feder 112 die Drehdrossel 81 durch eine Drehung im Uhrzeigersinn.
Durch die Drosselstelle im Element 118 kann das Druckmedium durch die drosselnde Leitung 117 und das Rohrstück 119 nur langsam in die verbraucherseitige Leitung 22 abfliessen, womit auch die Drehdrossel 81 nur langsam geöffnet wird.
Der Vorrichtungsaufbau gemäss Figur 9 weist den Vorteil auf, dass mit wesentlich einfacheren Mitteln als den in Figur 8 gezeigten eine fast gÅanz- liche Drehung der Drehdrossel ermöglicht wird. Zudem erlaubt diese Vorrichtung einen gedrängten Aufbau. Die Begrenzung der Drehbewegung des Zapfens 109 mit dem Flügel 111 lässt sich auf einfache Art ermöglichen. Der auf der Deckplatte 103 vorgesehene Ring 120 weist Schlitze 122 auf, durch welche die Schrauben 105 durchgeführt sind. Nach leichtem Lösen der Schrauben 105 ist der Ring 120 drehbar. Durch Verdrehung des Ringes 120 wird eine Einstellung der Begrenzung der Drehbewegung des Zapfens 109 mit dem Anschlag 113 gegenüber einem Nocken 121 am Ring 120 bewirkt.
Durch die gezeigte Erfindung ist eine gleichzeitige Beschleunigungs- und Maximalgeschwindigkeitssteuerung möglich. Für den eigentlichen Steuervorgang werden nur ganz geringe Druckmediummengen benötigt, womit auch die Querschnitte der Steuerorgane gering gehalten werden können. Damit können auch die im Steuerkreis vorgesehenen Drossel- und Rückschlagventile für kIeinste Druckmediumflüsse vorgesehen werden. Durch die gezeigten drei Ausführungsbeispiele ist die Erfindungsidee derart dargelegt, dass leicht weitere Ausführungsformen ohne Abweichung von der Erfindungsidee gefunden werden können.