Einrichtung zum Abbremsen, langsamen-- Weiterdrehen und Wiederanhalten der Werkstückspindel von Drehautomaten Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ab bremsen, langsamen Weiterdrehen um einen vorbe stimmten Winkelbetrag und wieder Anhalten der Werkstückspindel an einem mit einer stetig umlau fenden Steuerwelle versehenen Drehautomaten, wobei eine erste Nockenscheibe auf der Steuerwelle das voll ständige Abbremsen der Werkstückspindel besorgt.
Es ist schon vorgeschlagen worden, bei Drehauto maten Einrichtungen für eine Zusatzbearbeitung. des Werkstückes vorzusehen, wobei das Werkstück nur in einer beliebigen oder bestimmten Winkelstellung fest gehalten wird.
Ferner ist eine Spanneinrichtung bekannt, bei der die Werkstückspindel in einer vorbestimmten Winkel stellung für das Ein- und Ausspannen des Werkstücks gehalten wird; dabei gelangt die Werkstückspindel nach ihrem völligen Abbremsen im Schleichgang in diese Winkelstellung.
Schliesslich ist eine nur für Mehrspindelautomaten geeignete Einrichtung für die in einer fortschaltbaren Trommel angeordneten Werkstückspindeln bekannt, wobei z. B. jeweils zwei der sechs Spindeln in je einer vorbestimmten Winkelstellung verriegelbar sind. Bei dieser Einrichtung ist es möglich, ein Werkstück in zwei verschiedenen Winkelstellungen zusätzlich zu bearbeiten.
Demgegenüber bezweckt die Erfindung die Schaf fung einer einfachen, verhältnismässig billigen, genau und zuverlässig arbeitenden Einrichtung, durch welche die Werkstückspndel nach ihrer Abkupplung vom normalen Antrieb und vollständigen Abbrem sung sukzessive um kleine Winkelbeträge in vorbe stimmte Winkelstellungen weitergedreht und während vorbestimmter Zeitdauer in diesen Winkelstellungen belassen wird,
um Querbohrungen" Schlitz- oder Nu- tenfräsungen und dergleichen in diesen Winkelstellun- gen vornehmen zu können.
Dies soll erfindungsgemäss dadurch erreicht sein, dass die Weiterdrehung der Werkatückspindel von einem ansteigenden Kurven abschnitt einer zusätzlichen, auf der Steuerwelle fest sitzenden Nockenscheibe abgeleitet und die Still standszeiten der Werkstückspindel in der erreichten Winkelstellung durch einen dem vorerwähnten Kur venabschnitt nachgeschalteten, zur Drehachse der Steuerwelle konzentrischen Kurvenabschnitt dieser zusätzlichen Nockenscheibe bestimmt ist.
Durch diese Einrichtung soll die Stückzeit herabgesetzt und durch Vermeidung eines mehrfachen Wiedereinspannens auch die Präzision erhöht werden.
Beiliegende Zeichnung stellt ein Ausführungsbei spiel des Erfindungsgegenstandes mehr oder weniger schematisch dar, soweit dies für das Verständnis der Erfindung erforderlich ist,, und zwar zeigen: Fig. 1 einen Aufriss, Fig. 2 eine Stirnansicht und Fig. 3 eine Draufsicht.
Mit 1 ist das Bett eines Drehautomaten, mit 2 ein Spindelstock und mit 3 eine Werkstückspindel be zeichnet, die im Spindelstock gelagert ist. Auf der Spindel 3. ist lose drehbar, aber unverschiebbar, eine Riemenscheibe 4 gelagert, die ebenso wie eine in Auslegern des Bettes 1 drehbar gelagerte Steuerwelle 5 in bekannter Art und Weise mit einem motorischen Antrieb in Antriebsverbindung steht.
Mit der Spindel 3 ist das zwei .Reibkonusse 6a, 6b aufweisende, angetriebene Glied 6 einer Umschalt- reibkupplung drehfest; aber verschiebbar verbunden, welches mittels eines am Spindelstock 2 gelagerten Umschalthebels 7 betätigt wird, auf dessen Zapfen 7a zeitweise eine Nocke 9 einwirkt, die auf einer auf der Steuerwelle 5 festsitzenden Scheibe 10 befestigt ist.
Während dem. grössten Teil des einer Umdrehung der Steuerwelle 5 entsprechenden Arbeitszyklus der Dreh bank steht der Umschalthebel 7 unter der Einwirkung einer Feder 11, derart, dass er das Glied 6 an die Rie menscheibe 4 ankuppelt, wodurch die Spindel 3 in üblicher -Weise angetrieben wird, und zwar entgegen dem Uhrzeigersinn (Fig. 2).
Solange die Nocke 9 mit ihrer Erhebung<I>9a</I> auf den Zapfen<I>7a</I> des Umschalt hebels 7 einwirkt, wird durch letzteren das Glied .6 an einen Gegenkonus eines feststehenden Bauteiles 12 angedrückt, wodurch die Werkstückspindel 3 ge bremst und kurzzeitig festgehalten wird. Anschliessend wird der -Umschalthebel 7 und mit ihm das Kupp lungsglied 6 durch die Haltefläche 9b der Nocke 9 vorübergehend in der neutralen Mittellage gehalten, wie in Fig. 3 gezeigt. Die Werkstückspindel 3 ist dann freigegeben, d. h. weder angetrieben noch gebremst.
Die Einrichtung bewerkstelligt ausserdem in die sem Teil des Arbeitszyklus eine oder mehrere Dreh bewegungen der Werkstückspindel 3 um Winkel beträge von weniger als 360 . Auf der Steuerwelle 5 sitzt eine zusätzliche Nockenscheibe 13 fest. Ein in Querrichtung sich erstreckender Stössel 14 ist in einer am Bett 1 vorhandenen Führung längsverschiebbar geführt. In eine mit dem Spindelstock 2 aus einem Stückbestehende Platte 2a sind zwei Bolzen 15 ein geschraubt, auf denen-eine Zahnstange 16 in gleicher Richtung beweglich geführt ist wie der Stössel 14.
Auf einen am hinteren Ende der Zahnstange 16 befestig ten Ansatzteil 16a wirkt eine Feder 17, unter deren Einwirkung eine im Ansatzteil 16a verstellbare Schraube 18 an das hintere Ende des Stössels 14 ge drückt und das vordere Ende dieses letzteren an das Profil der Nockenscheibe 13 gedrückt wird.
Auf zwei an der Tragplatte 2a befestigten Achsbolzen 19, 20 sind Glieder eines Zähnradvorgeleges drehbar ge lagert; die Bewegungen der Zahnstange 16 werden durch das Ritzel 21, das Zahnrad 22, das Ritzel 23 und das Zahnrad 24 dieses Vorgeleges auf ein Zahn rad 25 übertragen, das zusammen mit einer drehfest mit ihm verbundenen Klinkentragscheibe 26 lose drehbar auf der Werkstückspindel 3 gelagert ist. Auf einer an der Scheibe 26 festen Schraube 27 ist eine Schaltklinke 28 schwenkbar gelagert.
An einer an deren in der Scheibe 26 festsitzenden Schraube 29 ist das eine Ende einer -Zugfeder 30 angehängt, deren anderes Ende auf die Klinke 28 einwirkt im Bestre ben, deren Zahn mit der - Zahnung eines auf der Werkstückspindel 3 festsitzenden Klinkenzahnrades 31 in Eingriff zu halten.
Solange aber der Stössel 14 und die Zahnstange<B>16</B> ihre rechtsäusserste Lage ein nehmen, ist die Klinkentragscheibe 26 so weit zurück verdreht, dass die Klinke 28 mit ihrem Arm 28a am Sehnabel 32a eines an der Platte 2a befestigten Bol zens 32 anliegt und ihr Schaltzahn von der Zahnung des Klinkenzahnrades 31 abgehoben ist. Dies ist namentlich der Fall, solange die Werkstückspindel 3 an die Riemenscheibe 4 angekuppelt ist.
Die Erhebung der gezeigten Nockenscheibe 13 hat eine erste, - ansteigende Fläche 13a, eine zur Steuerwelle koaxiale Ruhefläche 13b, eine zweite an- steigende Fläche 13c, eine zweite, zur Steuerwelle koaxiale Ruhefläche 13d und eine abfallende Fläche 13e. Die erste Fläche 13a bewirkt eine Drehung der Scheibe 26, die genügend gross ist, damit der Klinken- arm 28b vom Schnabel 32a freikommt und die Klinke 28 nach vollständigem Eingreifen in die Zahnung des Klinkenzahnrades 31 dieses letztere und mit ihm die Spindel 3 um einen kleinen Betrag dreht.
Während dem Vorbeiwandern der Ruhefläche 13b am Stössel 14 bleibt dieser und somit die Teile 16-18 und 21-31 und die Spindel 3 stillstehen. Während dieser Still standszeit kann mit einem Werkzeug 33, wie Bohrer oder Fräser, z. B. ein radiales Loch in das in der Werkstückspindel 3 eingespannte Werkstück 34 ein gearbeitet werden.
Nach dem Zurückfahren dieses Werkzeuges (dessen Vorschub und Zurücknahme, wie bei selbsttätigen Drehbänken für andere Werkzeuge üblich, von einer anderen Nocke der Steuerwelle be werkstelligt werden) wirkt auf den Stössel 14 die Fläche 13c der Nockenscheibe 13, wobei mittels der Teile 16-18 und 21-31 die Werkstückspindel 3 um einen der Höhe der Fläche 13c entsprechenden Win kelbetrag gedreht wird. Beim anschliessenden Vorbei wandern der Ruhefläche 13d am Stössel 14 bleibt die Werkstückspindel 3 wieder stillstehen, und es kann mit dem Werkzeug 33 erneut ein radiales Loch in das Werkstück 34 gebohrt werden. Nach erneuter Zu rücknahme des Werkzeuges wandert die abfallende Nockenfläche 13e am Stössel 14 vorbei.
Die Klinken tragscheibe 26 kommt samt der Klinke 28 in die Aus gangslage zurück, in welcher der Klinkenarm 28a am Schnabel 32a anliegt und der Klinkenzahn von der Zahnung des Klinkenzahnrades 31 abgehoben ist. Die Nocke 9 verlässt anschliessend den Zapfen 7a und hört auf, das Kupplungsglied 6 in der neutralen Mit tellage zu halten. Durch Einwirkung der Feder 11 wird somit die Werkstückspindel 3 wieder an die Riemenscheibe 4 angekuppelt.
Für den Fachmann ist es einleuchtend, dass ein Werkzeug 33 mit der es tragenden Spindel 35, der zugehörigen Pinole 36 und eventuell einem zuge hörigen elektrischen Antriebsmotor anstelle eines der üblichen, fächerartig vor dem Spindelstock angeord neten Werkzeuge auf einem entsprechenden Schlitten montiert sein kann. Die Ein- und Ausschaltung des eben erwähnten Antriebsmotors kann von einer Nocke der Steuerwelle 5 gesteuert sein.
Die Drehung der Werkstückspindel mit dem Werkstück durch eine nur schwach steigende Fläche der Nockenscheibe 13 kann bei arbeitendem Werkzeug 33 erfolgen, zwecks Einarbeitens einer Bogennut in das Werkstück.
Wenn die Werksiücktragspindel nicht dreht (wie dies der Fall ist, wenn eine der Ruheflächen 13b, 13d am Stössel vorbeiwandert), kann sie in bekannter Art und Weise in Längsrichtung verschoben werden bei in Arbeitslage belassenem Werkzeug 33; auf diese Art und Weise kann eine Längsnut in das Werkstück ein gearbeitet werden.
Damit dürfte klar gezeigt sein, dass mit der be schriebenen Einrichtung für den Antrieb der Werk- stückspindel der Anwendungsbereich der Drehauto maten ausserordentlich erweitert wird, indem man cherlei zusätzliche Bearbeitungsvorgänge ermöglicht werden. Es ist leicht einzusehen, dass wegen des sich erübrigenden Umspannens der Werkstücke nicht nur die erzielbare Präzision erhöht wird, sondern auch Einsparungen an Bearbeitungszeiten und Nebenzeiten sowie an Anschaffungskosten für andere Werkzeug maschinen ermöglicht werden.
Am beschriebenen Ausführungsbeispiel sind man cherlei Änderungen durchführbar. Das Getriebe 21 bis 25 könnte beispielsweise durch ein Wechselrad Betriebe ersetzt sein.