Anordnung zur Fernsteuerung von Schaltern in Hochspannungsschaltanlagen Es ist ein-. Schaltwarte zur Fernsteuerung von Schaltern in Hochspannungsschaltanlagen mittels Schubfachstenergeräten bekannt, deren grundsätzli cher Aufbau anhand der stark vereinfachten Fig. 1 erläutert sei.
Die Fig. 1 zeigt links oben in schemati scher Darstellung die Hochspannungsschaltanlage, die aus mehreren, beispielsweise drei Feldern mit je einem Hochspannungsabzweig<I>A, B, C</I> bestehen möge. Es sind drei dreipolige Sammelschienensysteme n, b, c vorhanden. Jeder Hochspannungsabzweig kann über drei sammelschienenseitige Trennschalter d mit einem der drei Sammelschienensysteme verbunden werden. In jedem Hochspannungsabzweig ist ferner ein Lei stungsschalter e, ein Wandler f und ein kabelseitiger Trennschalter g vorhanden.
In der Schaltwarte befindet sich auf dem Pult des Schaltwärters für jeden Hochspannungsabzweig ein Schubfachsteuergerät. Ein solches in-i rechten unteren Teil der Fig. 1 gezeigtes Schubfachsteuergerät hat die Form eines schmalen Kästchens, das auf seiner Ober seite ein verkleinertes Blindschaltbild des zugehörigen Hochspannungsabzweiges trägt.
In diesem Blind- schaltbild sind Anwahltasten überall dort eingebaut, wo sich in dem Hochspannungsabzweig Schalter be finden. So z.
B. sind Anwahltasten 1, 2, 3 vorhanden, die den drei sammelschienenseitigen Trennschaltern d des Hochspannungsabzweiges entsprechen. Eine weitere Anwah ltaste 4 entspricht dem Leistungsschal ter e und eine Anwahltaste 5 dem kabelseitigen Trennschalter g des Hochspannungsabzweiges. In dem Schubfachstenergerät ist ferner ein Steuerquittungs- schalter 8 üblicher Bauart eingebaut, von dem ein Leitungsbündel 16 ausgeht.
Durch an den Anwahl- tasten angebrachte Kontakte kann dieses Leitungs bündel mit den Ein- und Ausschaltspulen bzw. den Rückmeldekontakten an den Schaltern. des zugehöri- gen Hochspannungsabzweiges verbunden werden.
Bei der Anwahltaste 4 für den Leistungsschalter des Hochspannungsabzweiges ist diese Verbindungsmög- lichkeit angedeutet.
Wird die Anwahltaste 4 gedrückt, so wird über ihre nicht bezeichneten Kontakte der Steuerquittungsschalter 8 über das Leitungsbündel 16 und ein weiteres Leitungsbündel 15 mit den Ein- und Ausschaltspulen 43 des Leistungsschalters und auch mit den Rückmeldekontakten 17 dieses Leistungs schalters verbunden.
Nach Betätigung der Anwahltaste 4 ist es daher möglich; mittels des Steuerquittungs- schalters 8 den Leistungsschalter ein oder auszu schalten bzw.
Rückmeldungen über die Stellung des Leistungsschalters in der Lampe des Steuerquittungs- sahalters zur Anzeige zu bringen. Der Leistungs, Schalter kann mit weiteren Meldekontakten 18 ver sehen sein, um eine Anzeige über seine jeweilige Stellung auch an anderer Stelle, z. B. an einer Wand schalttafel zu bewirken.
Dieselbe Verbindungsmöglichkeit besteht auch für die Anwahltasten 1, 2, 3 und 5 des Schu'bfachsteuer- geräts. Die zugehörigen Verbindungsleitungen zwi schen diesen Anwahltasten und dem .gemeinsamen Steuerquittungsschalter 8 einerseits bzw.
den Ein- und Ausschaltspulen und Rückmeldekontakten an den Schaltern sind nur durch strichpunktierte Ein flusslinien angedeutet.
Wesentlich für diese bekannte Ausführung ist daher, dass sämtliche in elinem Hoch- spannungsabzweig enthaltenen Leistungs- und Trenn schalter von dem zugehörigen Schubfachsteuergerät mittels nur eines Steuerquittungsschalters nach vor ausgegangener Schalterwahl fernbetätigt werden kön nen.
Wenn man annimmt, dass die Kontakte des Steuer quittungsschalters für die Bewältigung der Schaltlei stung nicht ausreichend sind, ist es üblich, Zwischen- relais, Zwischenschütze oder UmsetzreIais anzuwen- den. Bei n Anlagenschaltern in. einem Hochspan- nungsabzweig sind auch n Zwischenrelaispaare bzw.
Endrelaispaare jeweils für Ein- und Ausschaltung er forderlich.
Eine Schaltung dieser Axt in praktischer Aus führung ist in Fig. 2 schematisch dargestellt. Dabei befinden sich die im Teil I der Schaltung gezeich neten Elemente in der Warte, von der aus die Fern bedienung erfolgt. Die in Teil II gezeichneten Ele mente befinden sich im Steuerschrank, der meist entweder auch in der Warte oder in einem Neben raum der Warte aufgestellt ist.
Erst die im Teil III gezeichneten Teile befinden sich in der Schaltanlage in unmittelbarer Nähe der fernbedienten Hochspan nungsschalter. Die Grenze zwischen Teil I, II und III ist durch strichpunktierte Linien markiert.
Auf der Oberseite des Schubfachsteuergerätes ist, wie schon erwähnt, ein Blindschaltbild des betreffen den Hochspannungsabzweiges angebracht, und dieses enthält die schematisch angedeuteten Anwahltasten 1 bis 7. Ferner sind ein gemeinsamer Steuerquittungs- schalter 8 und eine Auslösetaste 9 vorhanden. Durch eine gestrichelte Verbindung ist angedeutet, dass die Anwahltasten 1 bis 7 mit doppelpoligen Kontakten 10, 20, 30...70 verbunden sind.
Die gestrichelte Verbindung von der Auslösetas:te 9 zu den Anwahl- kontakten 10, 20, 30<B>...</B> 70 zeigt an, dass eine me chanische Verklinkung besteht derart, dass immer nur eine Anwahltaste gedrückt werden kann und dass jede gedrückte Anwahltaste durch Betätigen der Auslöse- taste wieder zurückgestellt werden kann.
Durch Nie derdrücken einer Anwahltaste, beispielsweise der An wahltaste 1, wird deren Kontakt 10 geschlossen und es wird ein Relais 11 erregt. Entsprechende Relais 21, 31<B>...</B> 71 sind den anderen Anwahltasten zuge ordnet. Durch die Erregung des Relais 11 werden seine Kontakte geschlossen, und es wird ein Strom kreis für das zugeordnete Zwischenschütz 12, und zwar dessen Einschaltspule E oder Ausschaltspule A vorbereitet.
Durch Betätigung des Steuerteiles 8' des gemeinsamen Steuerquittungsschalters wird je nach der Art des gewünschten Kommandos entweder die Ein- oder Ausschaltspule des Zwischenschützes 12 vorbereitet, und das Kommando selbst wird durch Schliessen des Steuerteiles 8" des Steuerquittungs- schalters gegeben.
Durch Ansprechen des Zwischen- schützes wird die Ein- oder Ausschaltspule 13 des zugeordneten, nicht bezeichneten Hochspannungs- schalters erregt und damit das Kommando ausge- führt. Die Schaltung zeigt,
dass ausser den Anwahl- tasten 1 bis 7 und dem gemeinsamen Steuerquttungs- schalter 8 eine der Zahl der Anlagenschalter entspre chende Zahl von Anwahlrelais 11, 21, 31<B>...</B> 71 und eine entsprechende Zahl von Zwischenschützen 12, 22,
32<B>...</B> 72 zugeordnet ist. Darüber hinaus besitzt jeder Anlagenschalter natürlich die zu seiner unmittel baren Betätigung dienende Ein- und Ausschaltspule 13, 23, 33<B>...</B> 73. Bezeichnet man die Zahl der An lagenschalter mit n, so sind insgesamt 3 - n Relais 11 . ..,<I>12E . .., 12A</I><B>...</B> und für die Steuerung 3 - n Leitungen erforderlich, die zwischen Teil I und II der Fig.2 verlaufen.
Der Nachteil einer solchen Schaltung liegt somit in dem hohen Aufwand an Zwi schenrelais und Hilfsleitungen.
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Fern steuerung von Schaltern in Hochspannungsschaltan lagen mittels Schubfachsteuergeräten, von denen je eines einem Hochspannungsabzweig zugeordnet ist und für jeden von hier gesteuerten Hochspannungs- schalter eine Anwahltaste sowie für alle Anwahltasten einen gemeinsamen Steuerquittungsschalter oder eine
gemeinsame Steuertaste enthält. Erfindungsgemäss ist die Anordnung so getroffen, dass durch die Betätigung einer der Anwahltasten des Schubfachsteuergeräts ausser der Anwahl des zu betätigenden Schalters auch die Vorbereitung eines durch den gemeinsamen Steuerquittungsschaliter oder die gemeinsame Steuer taste beherrschten Stromkreises und die Anwahl eines Relais des für alle
Hochspannungsschalter des Ab zweiges gemeinsamen Endrelaispaares erfolgt. Von den beiden Endrelais jedes Hochspannungsabzweiges wird bei Betätigung einer Anwahltaste zweckmässig das der jeweils vorhandenen Steillung des dieser An wahltaste zugehörigen Hochspannungsschalters ent sprechende Relais zum Ansprechen gebracht, das seinerseits den Stromkreis zur Befehlsausführung vor bereitet.
Mit Vorteil erfolgt beim Betätigen einer für alle Abzweigschalter gemeinsamen Steuertaste. und eines von ihr betätigten Schaltschützes die Betätigung des betreffenden Hochspannungsschalters über den vorbereiteten Stromkreis.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. 3 schematisch dargestellt. Es ist wieder ange nommen, dass die im Teil I der Fig. 3 dargestellten Elemente sich in der Warte befinden. Alle Schaltungs elemente im Teil 1I befinden sich im Steuerschrank, und alle Elemente im Teil III in der Hochspannungs- schaltanl.age, also in mehr oder minder grosser Ent fernung von der Schaltwarte.
Ferner ist angenommen, dass das Schubfachsteuergerät an seiner Oberseite ein Blindschaltbild des betreffenden Abzweiges enthält und dass darin Anwahltasten 1 bis 7 vorhanden sind. Ausserdem ist eine gemeinsame Steuertaste 81 vor gesehen, die dem Steuerquittungsschalter entspricht. Jede Anwahltaste ist, wie durch eine gestrichelte Ver bindung angedeutet, mit einem Kontakt 10, 20, 30...70 verbunden, der jedoch im Gegensatz zu vorher nur noch einpolig ist.
Ferner ist jeder Anwahl- ta.ste ein Anwahlrelais 110, 120, 130 .. . 170 zuge ordnet. Dieses Relais enthält mehrere Schwachstrom- und drei Starkstromkontakte. Anstelle der mechani schen Verklinkung zwischen den Anwahltasten ist eine elektrische Verriegelung vorhanden, die über Kontakte der Anwahlrelais 110, 120, 130...<B>170</B> geführt ist.
Durch diese Verriegelung ist die Zahl der Schwachstromkontakte bedingt. An jedem der fern bedienten Hochspannungsschalter befindet sich ein Meldekontakt 111, 121,<B>131 ... 171,</B> dessen Stellung von der jeweiligen Stellung des nur schematisch ange- deuteten Hochspannungsschalters abhängt. Schliess- lich gehören zu jedem der Hochspannungsschalter Ein- und Ausschaltspulen 112, 122, 132... 172. Gemeinsam für diesen Abzweig ist ein Schaltschütz 100, das über einen Kontakt von der Steuertaste 8 betätigt wird.
Gemeinsam sind ferner Endrelais 101, 102 für Ein- und Ausschaltung (E, A).
Ein Steuervorgang spielt sich folgendermassen ab: Beim Drücken einer Anwahltaste 1 wird über den Anwahlkontakt 10 das Anwahlrelais 110 zum An sprechen gebracht. Durch eine elektrische Verriege lung ist dafür gesorgt, dass :das Relais 110 nur anspre chen kann, wenn keines der anderen Relais 120 bis 170 erregt ist.
Zu diesem Zweck ist der Stromkreis für die Spule des Relais 110 über Hilfskontakte der Relais 120 bis 170 geführt wie folgt: Vom Pluspol der Stromquelle über den Widerstand R, den Anwahl- kontakt 10, die Spule<B>110,</B> den geschlossenen Hilfs- kontakt ganz rechts am Relais 120, den geschlossenen Hilfskontakt am Relais 130 usw., schliesslich über den geschlossenen Hilfskontakt ganz rechts am Relais 170 und von da zum Minuspol der Stromquelle. Das Anwahlrelais 110 spricht also an,
wenn alle diese Hilfskontakte geschlossen, das heisst die Relais 120 bis<B>170</B> abgefallen sind. Das Anwahlrelais stellt an seinem ersten links gezeichneten Hilfskontakt einen S#-lbsthaltekreis her, der wiederum über die bereits erwähnten zur Verriegelung dienenden Hilfskontakte der Relais 120 bis 170 verläuft. Die Anwahltaste 1 kann daher losgelassen und der Anwahlkontakt 10 geöffnet werden.
Ausserdem stellt das Relais 110 die Verbindung zu dem Meldeschalter 111 des betreffen den Hochspannungsschalters her. Es kommt dabei auf die jeweilige Stellung des Meldeschalters 111 an. In dem gezeichneten Fall wird positives Potential über den vierten Schwachstromkontakt des Anwahlrelais 110 an den Meldeschalter 111 gelegt, und es wird ferner über den oberen geschlossenen Kontakt das Endrelais 102 und die Spule des Endrelais 101 eine Verbindung zum Minuspol hergestellt.
Das Endrelais 101 spricht an und schliesst seine Kontakte, darunter den durch stärkeren Strich hervorgehobenen Stark stromkontakt. Über dielen Starkstromkontakt wird eine Verbindung zu der Einschaltspule 112E vor bereitet. Dieser Stromkreis wird geschlossen, wenn die Steuertaste 81 betätigt und damit das Schaltschütz 100 zum Ansprechen gebracht wird. Der Vorgang voll zieht sich also so, dass zunächst der Schalter vorge wählt wird.
Der Schalster selbst legt durch seinen Meldeschalter das beabsichtigte zukünftige Kom mando fest und bestimmt seinerseits das Ansprechen eines der beiden Endrelais 101, 102, so dass auf diese Weise der Schaltvorgang vorgewählt wird.
Der Impuls wird schliesslich, gleichgültig, welcher der Hochspan- nungsschalter auch betätigt werden soll, in jedem Fall in gleichbleibender Form durch Niederdrücken der Steuertaste 81 gegeben.
Bezeichnet man auch wieder die Zahl der fernbedienten Hochspannungsschalter mit<I>n,</I> so sind insgesamt<I>(n</I> + <I>3)</I> Relais (100-102, 110-170), und (n + 6) Leitungen (Relais 110-l70, Batterie, Hupe, Relais 100)
für die Steuerung zwi schen den Teilen 1 und II erforderlich. Der Aufwand an Relais und Leitungen ist somit wesentlich :geringer als bei -der früheren Anordnung.