Einrichtung mit <B>steuerbarem</B> Magnetkreis. Die Erfindung bezieht sich auf eine Ein richtung mit steuerbarem Magnetkreis, bei welcher im Magnetkörper durch wenigstens eine Steuerwicklung ein örtlicher Magnetfluss in zwei bezüglich wenigstens eines Teils eines Hauptkraftflusses in Reihe geschalteten Ma gnetkörperteilen erzeugt werden kann, wel cher örtliche Magnetfluss eine Änderung des Hauptkraftflusses bewirkt.
Die Erfindung be trifft eine weitere Ausbildung dieser Einrich tung und besteht darin, dass zur Verzögerung der durch die Steuerwicklung bewirkten Fluss- änderung im Magnetkörper mit diesem eine Dämpfereinrichtung gekoppelt ist. Die Dämp- fereinrichtung kann mit dem Teil des Magnet körpers gekoppelt sein, in welchem die ört liche Magnetisierung erzeugt wird.
Es folgt die Beschreibung einiger Ausfüh rungsbeispiele des Erfindungsgedankens an Hand der Fig.1 bis 3, welche schematische Darstellungen sind. Von diesen zeigt die Fig. 1 eine einfache Anordnung, bei wel cher die der Steuermagnetisierung unterwor- fenen und mit der gurzschlusswindung ge koppelten Teile im Hauptkraftfluss liegen.
Die Fig. 2 und 3 zeigen andere Anordnungen, bei denen die der Steuermagnetisierung unter worfenen und mit der Kurzschlusswindung ge koppelten Teile in einem Nebenweg zum Hauptfluss liegen.
In der Fig.1 ist eine Einrichtung mit einem steuerbaren Magnetkreis 1 dargestellt, bei welcher im Magnetkörper 1 durch wenig stens eine Steuerwicklung 20 ein örtlicher Magnetfluss in zwei Magnetkörperteilen 25 und 23 erzeugt werden kann. Dieser örtliche Magnetfluss bewirkt eine Änderung des Haupt kraftflusses. Mit dem ferromagnetischen Teil 23, 25, in dem die örtliche Magnetisierung erzeugt wird, ist eine Dämpfereinrichtung, und zwar ein Kurzschlusskreis 2, gekoppelt.
Dieser ist mit einem regelbaren Widerstand 3 versehen.
Die Wirkungsweise ist folgende: Ein Strom im Kreise 6 erzeugt in den Teilen 23 und 25 je einen Flusswirbel, der ins Sättigungsgebiet der Stege führt und zur Folge hat, dass der von der Spule 29 erzeugte Gesamtfluss in den Teilen 22, 23, 24, 25 abge sperrt wird. Der verschwindende Fluss indu ziert in der Kurzschlusswindung 2 eine Span nung und, da. es sich um einen Kiuzschluss- kreis handelt, einen Strom, der das Abklingen des Gesamtflusses nach der Lenzsehen Regel verzögert.
Der Widerstand 3 dient zur Rege- huug der Verzögerungszeit.
Mit Vorteil kann der Dämpferkreis 2 mit demjenigen Teil des steuerbaren 1llagnetkrei- ses gekoppelt werden, der zum Zwecke des Steuervorganges die örtliche Magnetisierung erfährt. Dieser Teil ist in.der Fig.1 mit 23, 25 bezeichnet.
Die Anordnung ist hierbei so getroffen, dass beispielsweise die Kurzschluss- wicklung 2 Schenkel des Magnetkörpers, die in bezug auf den 1lauptfluss 26, 27 parallel, in bezug auf den Fluss der Steuermagnetisie- rung 23, 25 hintereinanderliegen, gemeinsam umschliesst (vgl.
Fig.l). Sofern mehr als ein derartiger, einer zusätzlichen Magnetisierung ausgesetzter Teilkörper vorhanden ist, kann auch jeder mit einer getrennten Kurzschluss- wicklung versehen werden.
Unter Umständen kann es auch zweckmässig sein, die beiden Kurzschlusswicklungen gleichsinnig hinterein- anderzuschalten. Die von der Wicklung 20 umschlungenen Magnetkörperteile sind bezüg lich des Hauptflusses hintereinandergeschal- tet. Die Dämpfereinriehtung kann mit beson derem Vorteil bei Anordnungen gemäss den Fig.2 und 3 angewendet werden, bei denen der Hauptfluss 26, 27 im Magneten zur Be einflussung eines Ankers 9, beispielsweise eines Halteankers, benutzt wird,
der bei Un terschreitung eines bestimmten Flusses von einer Feder 11 abgerissen wird. Hierbei kön nen die der Steuermagnetisierung unterwor fenen und mit der Kurzsehlusswindung gekup- pelten Teile, welche in der Fig.1 mit 23, 25 bezeichnet sind und im Hauptkraftfluss lie gen, wie es in den Fig. 2 und 3 dargestellt ist, als Teile 4 in einem Nebenweg zum Haupt fluss liegen.
In dem Ausführungsbeispiel nach der Fig.2 liegt ein ferromagnetiseher Teil 4 im Nebenschluss zu dem ferromagnetischen Teil 5 des Systems. Der Teil 4 ist dabei von dem Kurzschlusskreis 2 umschlossen.
Nach der Fig.3 hat der steuerbare Ma gnetkreis noch einen magnetischen Neben schluss 7, der durch eine verstellbare magne tische Platte 8 geregelt werden kann. Ausser dem ist hierbei der steuerbare Magnetkreis als Auslösevorriehtung ausgebildet. Der Teil 5, in dem die Hauptflussänderungen erfasst wer den, besitzt einen Luftspalt 10, der von einem Halteanker 9 überbrückt werden kann. Mit 11 ist eine Feder bezeichnet, die bei 1.2 befestigt ist und den Anker in Richtung des Pfeils 13 abziehen will. Der Anker 9 ist an einem Hebel 14 befestigt, dessen Teil 15 rechts von dem Drehpunkt 16 eine Klinke 17 sperrt. Sobald.
die Steuereinrichtung anspricht, zieht die Fe- der 11 den Anker 9 in Pfeilrichtung 13, so dass der Hebel. 14 die Klinke 17 freigibt, durch die ein zu steuernder Vorgang ausge löst wird.
Besondere Vorteile bietet die Anwendung der Erfindung bei Auslöseeinrichtungen, bei denen eine Sperrzeit etwa gleich der Dauer einer Halbwelle oder einer Zahl von Halbwel len des abzuschaltenden Stromes eingelegt wird.
Derartige Verzögerungseinrichtungen haben die Eigenschaft, dass die Dauer der Verzöge rung von der Grösse des Stromes, der den Hauptfluss erzeugt, abhängig ist. Für be stimmte Verwendungszwecke kann es jedoch erwünscht sein, die Zeitverzögerung von der Grösse dieses Stromes unabhängig zu machen.
Dies kann zum Beispiel dadurch erreicht wer den, dass zwischen dem Teil, in dem die durch den Steuervorgang bewirkten Flussänderun- gen erfasst werden, und dem Teil des Kraft linienweges, auf den die zusätzliche Magiieti- sierung beschränkt ist, ein magnetiselier Ne benschluss gelegt wird, wobei die Dämpfer wicklung 2 den zwischen den beiden letzt genannten Teilen liegenden Kraftlinienwea umfasst. Der Nebenschluss 4 zu dem Teil 5 des Kraftlinienweges,
in dem die durch den Stromvorgang bewirkten Flussänderungen ausgewertet werden sollen, wird hierbei zweckmässig ohne Luftspalt oder mit mög lichst kleinem Ankerluftspalt ausgebildet, wo durch es ermöglicht wird, die Zeitkonstante gross zu machen. Der magnetische Widerstand des Nebenschlusses 4 soll hierbei jedoch nicht zu klein sein, damit - solange keine zusätz liche Beeinflussung erfolgt - der Fluss, des sen Änderungen erfasst werden sollen, also beispielsweise der Fluss im Anker 9, einen hohen Wert aufweisen kann.
Besonders vor teilhaft ist es, zu diesem Zweck den magneti schen Nebensehluss 4 so zu bemessen, dass er, solange keine zusätzliche Beeinflussung er folgt, gesättigt ist. Der Magnetkreis 1 wird hierbei zweckmässig aus einem Stoff hoher Permeabilität und kleiner Koerzitivkraft aus geführt, damit etwa durch die Remanenz be- dingte Störungen möglichst gering bleiben.
In Fällen, in denen Wert darauf gelegt wird, dass die Abklingzeit der Verzögerungsein richtung 2, 3 von Temperaturänderungen nicht beeinflusst wird, ist es zweckmässig, für das Leitermaterial ein Metall, das einen ge ringen Temperaturkoeffizienten - zweck mässig aber bei grosser Leitfähigkeit - auf weist, z. B. Messing, zu verwenden.
Soweit die Zeitverzögerung willkürlich insbesondere nachträglich -einstellbar sein soll, kann in den Dämpferkreis 2, 3 mit be sonderem Vorteil ein Widerstand 6 - vor zugsweise mit zum Zwecke der Einstellung veränderlicher Grösse - eingeschaltet werden.
Durch geeignete Bemessung des Dämp- ferkreises 2, 3 ist es aber auch möglich, sehr kleine Zeitverzögerungen, beispielsweise von der Dauer einer Halbwelle oder auch von der Dauer eines Bruchteils einer Halbwelle, mit grosser Genauigkeit einzustellen; ebenso ist es auch möglich, Zeitverzögerungen in der Grö ssenanordnung von einer oder mehreren Se kunden zu erreichen.
Eine Entstehung und Änderung der Ver zögerungszeiten kann auch dadurch ermög licht werden, dass die auf den Anker 9 wir kende Zugkraft willkürlich einstellbar verän derlich gemacht wird. Eine andere Lösung, die zudem noch den Vorteil hat, dass die Ar beitsfähigkeit des Auslösers in keiner Weise beeinträchtigt wird, besteht darin, dass ausser halb der Dämpfer@vicklung 2 ein zweelunässig veränderlicher magnetischer Nebenschluss <B>7,8</B> angeordnet wird.
Hierzu kann der Kraft linienweg an der Stelle, wo die Dämpferwick- lung angeordnet wird, eine Einschnürung er halten, so dass zu den beiden Seiten dieser Einschnürung eine Art von Polflächen ent steht. An diese Polflächen kann ein ferro- magnetischer Teil als magnetischer Neben- sehluss angeordnet werden, der beispielsweise mit Hilfe einer Schraube verschoben werden kann.
Dadurch wird erreicht, dass sich ein einstellbarer Teil des magnetischen Flusses über diesen Nebenweg schliesst, also nicht mit der Dämpferwicklung verkettet ist. Je grösser der Flussteil gemacht wird, der auf diese Weise der Verkettung mit der Dämpferwick- hmg entzogen wird, um so kleiner wird die Verzögerung. Es kann also die Verzögerungs zeit so auf einfache Weise eingestellt werden.