CH177260A - Verfahren zur Herstellung von Ameisensäure. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Ameisensäure.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Ameisensäur Es ist bekannt, durch Einwirkung von Kohlenoxyd auf wasserfreie Alkohole, wie zum Beispiel Methylalkohol, Äthylalkohol oder Propylalkohol unter Druck Alkylfor- miate herzustellen. Es ist auch schon vor geschlagen, die so gewonnenen Alkylformiate mit Ammoniak in Formamid und Ammo- niumformiat umzusetzen. Aus diesen Ver bindungen wieder kann durch Umsetzen mit Schwefelsäure Ameisensäure gewonnen wer den.
Im allgemeinen aber erfolgt die tech nische Herstellung der Ameisensäure prak tisch ausschliesslich durch Bildung von For- miaten aus Kohlenoxyd und Alkali- oder Erdalkalihydroxyden. In einem zweiten Ar beitsgang wird aus den so gewonnenen For- miaten mittelst Schwefelsäure die Ameisen säure in Freiheit gesetzt und abdestilliert. Will man chemisch reine Ameisensäure ge winnen, so muss die Umsetzung der Formiate mit chemisch reiner Schwefelsäure vorgenom men werden.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Kohlenoxyd durch Anlagerung von Wasser in Ameisensäure überzuführen; jedoch sind die Schwierigkeiten, die sich einer befriedi genden Lösung des Problems auf diesem Wege entgegenstellen, ausserordentlich gross (vergleiche die amerikanischen Patentschrif ten Nr.<B>1606</B> 894;<B>1895</B> 238 und andere mehr).
Demgegenüber wird nach vorliegender Erfindung die hier vorliegende Aufgabe da durch gelöst, dass Kohlenoxyd mit einem wasserfreien Alkohol zu Alkylformiat um gesetzt wird, das dann bei erhöhtem Druck und bei Temperaturen, die unterhalb der Zersetzungstemperatur der freien Säure lie gen, der Hydrolyse unterworfen wird, worauf der aus der Ilydrolyse gebildete Alkohol nach erfolgter Trennung vom Ester erneut mit Kohlenoxyd zur Reaktion gebracht wird.
Es ist vorteilhaft, die Hydrolyse des Alkyl- formiates in mehreren Stufen, zweckmässig in sogenannten Kolonnenapparaten, wie sie zur Trennung von Flüssigkeitsgemischen Verwendung finden, im Gegenstrom zum hydrolysierenden Mittel durchzuführen. Als letzteres kann Wasser oder verdünnte Säure dienen.
Bei der Überführung von Estern durch Hydrolyse mit Wasser in Säure und Alkohol muss wegen der Lage des Gleichgewichtes ein ausserordentlich hoher Überschuss von Ester angewandt werden, wenn man eine Säure genügend hoher Konzentration . gewinnen will; so sind zum Beispiel für jedes Mol Wasser in den Prozess der Hydrolyse einzu führen etwa 7 Mol Ester, um eine Säure von etwa 85 % Gehalt zu erzielen;
.die Herstel lung von Säure noch höherer Konzentration, zum Beispiel von<B>92%</B> Gehalt, erfordert einen Aufwand von etwa 16 Mol Ester für jedes Mol Wasser.
Arbeitet man dagegen bei der Hydrolyse des Esters in mehreren Stufen mit Kolonnenapparaten oder .ähnlichen Vor richtungen, so sind zur Herstellung einer 85%igen Säure für jedes Mol Wasser 1,4 Mol Ester anzuwenden; die Gewinnung von 92%iger Säure erfordert nur einen Aufwand von etwa 2,2. Mol Ester für jedes Mol Was ser.
Man kommt somit bei der stufenweisen Hydrolyse mit dem geringstmöglichen Über schuss von Ester aus und kann Säuren höch ster Konzentration herstellen.
Von dieser Massnahme kann, man all gemein vorteilhaft Gebrauch machen, wenn es sich darum handelt, Ester von organischen wasserlöslichen Säuren in ihre Komponenten - Alkohol und Säure - überzuführen. Es ist notwendig, die Hydrolyse zur Förderung der Reaktionsgeschwindigkeit bei erhöhtem Druck durchzuführen, und zwar bei Tempe raturen, die unterhalb der Zersetzungstempe ratur der freien Säure liegen.
Diese Umwandlung von Kohlenoxyd in Ameisensäure durch Gewinnung von Alkyl- formiaten aus Kohlenoxyd und wasserfreion Alkoholen und nachfolgende Hydrolyse der Ester erfolgt zweckmässig in mehreren Stufen, und zwar unter der bereits erwähnten Ver wendung von Kolonnenapparaten oder ähn lichen Vorrichtungen. Dies bietet gegenüber .den bisher bekannten Verfahren zur Herstel lung von Ameisensäure ausserordentliche Vor teile.
Ein Verbrauch von Säure und Alkali- oder Erdalkalihydroxyd findet dabei nicht statt, bei geeigneter Wahl der Baustoffe für die Einrichtungen der Hydrolyse des Esters erhält man im kontinuierlichen Betrieb ein chemisch reines Produkt.
Der aus der Hydrolyse gebildete Alkohol wird nach .erfolgter Trennung vom Ester er neut mit Kohlenoxyd zur Reaktion gebracht, kehrt also immer in den Kreislauf der Fabri kation zurück.
Anhand eines Beispiels sei das beschrie bene Verfahren näher erläutert.
Zunächst stellt man durch Einwirkung von Kohlenoxyd auf wasserfreien Äthylalko- hol unter Druck in Gegenwart von Natrium- alkoholat Äthylformiat dar. Das entstehende Gemisch von Alkohol. Äthylformiat und Na- triumalkoholat wird entweder während der Herstellung oder in einem besonderen Pro zess durch Rektifikation in seine Bestandteile zerlegt.
Von dem so gewonnenen Athylfor- miat werden etwa 2500 kg verdampft und unter einem Druck von etwa 12 Atm. in den untern Teil eines druckfesten Kolonnenappa rates eingeführt. Die Zugabe von Wasser in einer Menge von 850 kg, das auf etwa<B>150'</B> (; vorgewärmt ist, erfolgt im obern Drittel Ger Kolonne. Die Dämpfe von Äthylformiat durchströmen die einzelnen Böden der Ko-- lohne und unterliegen dabei, in Berührung mit dem entgegenrieselnden hydrolysierenden Mittel .der Hydrolyse.
Am Boden der Ku- lonne wird eine Säure von 85 % Gehalt in einer Menge von etwa 700 kg abgezogen, während die Dämpfe von Alkohol und Ätiiyl- formiat .am Kopf der Kolonne abgeführt wer den. Alkohol und Ester werden in einer be sonderen Kolonne voneinander getrennt und nach entsprechender Vorbehandlung erneut dem Prozess der Esterbildung bezw. der Hydrolyse unterworfen.
Die Bildung der Alkylformiate aus Kohlenoxyd und Alkohol kann in bekannter Weise auch in der Gasphase erfolgen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Ameisen säure, dadurch gekennzeichnet, dass Kohlen- ogyd mit einem wasserfreien Alkohol zu Al- kylformiat umgesetzt wird, das dann bei er höhtem Druck und bei Temperaturen, die un terhalb der Zersetzungstemperatur der freien Säure liegen, der Ilydrolyse unterworfen wird, worauf der aus der Hydrolyse gebil dete Alkohol nach erfolgter Trennung vom Ester erneut mit Kohlenoxyd zur Reaktion gebracht wird.UNTERANSPRUCH: Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die Hydro lyse des Esters in mehreren Stufen in Ko lonnenapparaten im Gegenstrom zum hydro- lysierenden Mittel durchführt.
Applications Claiming Priority (1)
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