Düibel mit Füllmaterial, das mit einem in der Mauerbohrung erhärtenden mittel getränkt ist. Die Erfindung bezieht sich auf solche Dübelarten, bei denen ein den eigentlichen Klemmhalt bewirkendes, zwischen dem Um fang des in den Dübel einzutreibenden Befe stigungsmittels und der Mauerbohrung ein gepresstes Füllmaterial, das in den meisten Fällen aus Faserstoffen besteht, durch ein er härtendes Bindemittel in der Klemmstellung festgehalten wird, so dass nicht durch nach trägliches Lockern und Verschieben des Füllmaterials der feste Halt des Dübels und somit des Befestigungsmittels nachlässt.
Die bisher verwendeten Dübel dieser Art erreichen diesen Zweck entweder nicht voll kommen oder nur unter Entstehung von ge wissen Nachteilen.
Wendet man zum Beispiel zur Befesti gung des Dübels das bekannte Rost-Kittver fahren an, bei welchem die erforderliche Rostbildung in Derivaten von Zellulose durch Oxydation von hinzugefügtem Eisenfeilstaub lund geeigneten Salzen herbeigeführt wird, so entstehen naturgemäss die Nachteile, dass bei der Rostbildung auch das eingetriebene Be festigungsmittel, zum Beispiel die Schraube mit angegriffen wird. Die Schraube kann dann entweder aus- dem Dübel nicht wieder herausgedreht werden, oder sie wird sogar vollständig zerstört. Auch werden. solche Dübel durch Rostbildung während des La gerns vor ihrer Verwendung schnell un brauchbar.
Diese Mängel werden zwar bei einer an dern Art dieser Dübel vermieden, bei denen die Füllmasse, insbesondere Faserstoffteil- chen, mit plastischen Massen, versetzt ist, wel che auf Eiweisskörpern basieren, die beim Eintreiben des Befestigungsmittels durch Wärme oder auf andere Weise zur Erhär tung gebracht werden; jedoch ist die Ver wendung dieser Eiweisskörper verhältnismä ssig kostspielig.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird auf billigerem Wege und ohne Rostschäden der gleiche Vorteil durch ein Tränkungsmit tel erzielt, das aus einer Masse besteht, die bei der Temperatur, welcher der Dübel und seine Umgebung normalerweise ausgesetzt ist, zähhart ist und deren Erweichungspunkt nur um soviel über dieser Temperatur liegt, dass bei Zuführung eines verhältnismässig gerin gen Wärmeüberschusses beim Einbringen des Befestigungsmittels eine vorübergehende Er weichung des Tränkungsmittels und dadurch ein Umformen des Füllmaterials in die Klemmstellung eintritt,
während nach Auf hören des Wärmeüberschusses das Trän kungsmittel wieder erhärtet und das Füllma terial in der Klemmstellung unverrückbar festhält und gegen zerstörende Einflüsse schützt.
Als Füllmaterial kann bei den Dübeln der vorliegenden Art insbesondere Faserstoff verwendet werden.
Als Tränkungsmittel im Sinne der Erfin dung eignen sich alle bei den in Frage kom menden Temperaturen erweichenden Stoffe, wie gewisse Metallegierungen, natürliche und künstliche Wachse und Harze, Kittkompo sitionen, bituminöse Stoffe und dergleichen. Wesentlich für die Erfindung ist, dass das Tränkungsmittel bei der in Frage kommen den, normalerweise vorkommenden Tempera tur eine zähharte Masse bildet, die das Füll material und das Befestigungsmittel nicht angreift, sondern vor Zerstörung schützt und gleichzeitig den im Mauerwerk auftretenden Säuren, Alkalien und Feuchtigkeiten zu widerstehen vermag und deren Erweichungs punkt an sich oder durch geeignete Zusätze so gewählt oder erzielt wird,
dass die Masse bei verhältnismässig geringer Erhöhung der normalen Temperatur vorüber .gehend er weicht und sich plastisch der Dübelform ent- sprechend umformt, so dass die Masse nach ihrer Abkühlung auf die normale Tempera tur und nach ihrem Wiedererhärten das Füll material des Dübels in der Klemmstellung festhält und gegen Zerstörung schützend ein hüllt.
Die erforderliche Erhöhung der Tempera tur kann bei Wahl eines geeigneten Trän- kungsmittel beim Einbringen des Befesti gungsmittels in den Dübel, das heisst beim Eindrehen einer Sehraube oder beim Ein schlagen eines Bolzens in den eingesetzten Dübel erreicht werden. Sie kann, wenn nötig, durch künstliche Wärmezuführung, wie An wärmen des Befestigungsmittels vor dem Einbringen, entsprechend erhöht werden.
Es ist jedoch stets zu beachten, dass das Tränkungsmittel bei normaler Temperatur nicht schmierig ist, weil dann die Füllma terialteilchen, anstatt in der Klemmstellung festgehalten zu werden, auseinandergleiten, und ferner dass der Erweichungspunkt nicht zu hoch liegt, so dass das Tränkungsmittel eventuell unter der Druckwirkung beim Dü beln zerbröckelt ohne zu erweichen und das Füllmaterial nicht gegen Feuchtigkeit abge schlossen würde. Im letzteren Falle würden die Füllmaterialteilchen zerstörbar sein, im ersteren Falle würde der anfängliche Klemmsitz des Dübels in der Mauerbohrung zu wenig fest sein.
Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn das Füllmaterial mit einem geringen Über- sohussder bezeichneten Tränkuugsmittel ver sehen wird, so dass beim Einbringen des Be- festigungsmittels das erweiehende Trän kungsmittel aus dem Füllmaterial herausge- presst wird und ,
die Mauerstaubteilchen bis an das feste Mauerwerk der Bohrungswan- .dungdurchtränkt und nach Abkühlung und Erhärtung des Tränkungsmittels nicht nur die Füllmaterialteilchen des Dübels, sondern auch der Mauerstaub in der Klemmstellung festgehalten wird. Dabei entsteht eine di rekte feste Verbindung des Füllmaterials mit dem Mauerwerk.
Es leuchtet ohne weiteres ein, dass beim Erfindungsgegenstand die wiedererhärtende Füllmasse zum Beispiel bei einer eingedreh ten Holzschraube eine Schraubenmutter im Mauerwerk bildet, welche fest mit dem uni gebenden Mauerwerk verbunden ist und in welche die Füllmaterialteilchen luft- und wasserdicht eingehüllt und dadurch unzer störbar eingebettet sind.
2 Die Vorteile der Erfindung lassen sieh je nach Art des Tränkungsmittels unter sinn gemässer Anpassung an dessen besondere Ei genschaften auf alle Dübelformen anwen den. Naturgemäss eignen sich für Düibel ohne Versteifung härtere Tränkungsmittel zum Halten des Füllmaterials in der Dübelform besser, als weichere, während für Dübel mit besonderer Versteifung weichere Tränkungs mittel vorteilhafter sind. Für Tränkungs mittel, welche unter der Wirkung des Wärmeüberschusses sehr weich werden, sind zweckentsprechende Massnahmen an dem Dü bel vorzunehmen, um das Herausfliessen des überschüssigen Tränkungsmittels aus der Mauerbohrung zu verhindern.
Als Tränkungsmittel für Dübel für nor male Ansprüche, zum Beispiel in Wohn räumen, hat sieh beispielsweise die Verwen- dung Ausgangsstoffe bewährt.
Man kann zum Beispiel Bitumen mit einem Schmelzpunkt von 80 bis 90 Grad Celsius oder auch Steinkohlenteer verwenden, wel cher durch Wärme bei gleichzeitiger Anwe senheit von Schwefel oder aber zum Beispiel durch Luftdurchblasung veredelt worden ist. Bei der Herstellung kann diesem Grundstoff in heissflüssigem Zustande beispielsweise 20 bis 50ö Kreide, Schiefermehl, Kieselgur oder dergleichen unter Umrühren hinzuge setzt und als dann dieser Masse Füllmaterial, zum Beispiel Faserstoff, in gewünschten Mengen hinzugefügt und das Gemisch durch eine Kalibrierdüse gepresst werden, oder man zieht das Füllmaterial in Faden- oder Strang form durch diese Masse und kalibriertdann auf den gewünschten Durchmesser.
Bei gegenseitig richtiger Abstimmung des Erweiehungsproduktes der Masse, zum Beispiel des Steinkohlenteerpeches, und des Prozentsatzes des hinzugebrachten Füllma terials ist das Füllmaterial in eine zähharte Masse gebettet, welche bei Frost nicht brü chig wird oder bröckelt und bei Sommertem peratur genügend Härte besitzt, um Füllma terial- und Mauerstaubteilchen, welche den eigentlichen Klemmhalt übertragen, so mit einander zu binden, dass letztere aus den Klemmstellungen nicht verrutschen können. Bei ausserordentlicher Hitzebeanspruchung muss für die Dübel ein Tränkungsmittel mit entsprechend höher liegendem Erweichungs punkt zur Verwendung kommen.
Das Tränkungsmittel kann mit Farbstoff versehen sein. Auf der Zeichnung sind mehrere beispielsweise Ausführungsformen von Dübeln gemäss der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Dübel in Röhrenform mit Füllstoffumkleidung im Aufriss und teilweise im Längsschnitt, Fig. 2 den Grundriss zu Fig. 1, Fig. 3 die Abwicklung eines rohrförmi- gen Dübels im Schnitt nach einer andern Herstellungsform, Fig. 4 einen Dübel mit aussenliegender Versteifung im Aufriss, Fig, 5 den Grundriss zu Fig. 4, Fig. 6 einen Dübel mit innenliegender Versteifung im Längsschnitt, Fig. 7 einen Querschnitt zu Fig.
6, Fig. 8 ein zum Füllen geeignetes Ein schlag-dübelrohr im Aufriss-.
Nach der in F'ig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsform besteht -der Dübel aus einer Röhre a aus Füllmaterial, die mit einem der genannten Tränkungsmittel, zum Beispiel mit Woo@ds,chem Metall durchtränkt isst. Die Innenseite der Röhre a ist mit einer Weich kupferblechschicht b oder dergleichen ausge- füttert, welche sich beim Einziehen einer vor gewärmten Schraube zu grösserem Durchmes ser aufwehet und sieh dem Schraubengang eng anpasst.
Dübel dieser Art können in For men gegossen oder gespritzt werden. Wird eine sehr weich werdende Tränkungsmaese verwendet, so wird der Dübel noch mit einer Asbestscheibe c versehen, die die Mauer öffnung abschliesst und das Austreten, von Tränkungsmittel und Füllmaterial verhin dert.
Nach der in Fig. 3 ,dargestellten Ausfüh- rungsform ist das Dübelrohr aus einer Mi schung d von Asphalt mit Faserstoff oder anderem geeigneten Füllmaterial gebildet und die Mischung in einen wellpappearuigen Streifen zwischen zwei Schichten e und f, zum Beispiel aus Hartpapier, eingepresst. Wird ein solcher Streifen so zusammenge rollt, dass die Wellen nach innen zu liegen kommen, so entsteht eine Röhre von kreis ringförmigem Querschnitt ähnlich dem Dübel nach Fig. 1 und 2. Für Dübel dieser Art wird die Füllmasse eingewalzt oder einge gossen.
Nach der in Fig. 4 und 5 dargestellten Ausführungsform ist ein gemäss der Erfin dung durchtränkter Füllmaterialstrang g mit einer aussenliegenden Metallversteifung h versehen, die aus zwei U-förmig von einem Boden abgebogenen Schenkeln mit halbrun dem Querschnitt besteht. Die beiden trog- förmigen Schenkel h sind am vordern Ende des Dübels zu einem Flansch i umgebogen und durch einen Ring k zusammengehalten. Damit das erweichende überschüssige Trän kungsmittel die Verbindung mit dem festen Mauerwerk herstellen und die Mauerstaub teilchen einbetten kann, ist die Wandung die ser Metallversteifung mit Löchern l versehen.
Die Ausführungsform nach Fig. 6 und 7 zeigt eine gemäss der Erfindung getränkte Füllmaterialröhre m mit innenliegender Me tallversteifung n, die ähnlich wie jene nach Fig. 4 und 5 ausgebildet ist. Die aussen lie gende Dübelmasse ist zweckmässig mit einer leicht zerreissbaren Papierschicht o umhüllt.
Fig. 8 stellt ein ins Mauerwerk einschlag bares Dübelrohr p dar, das mit gemäss der Erfindung getränktem Füllmaterial gefüllt zu werden bestimmt ist. Das Dübelrohr ist mit Löchern r versehen, durch welche das überschüssige Tränkungsmittel die Verbin dung mit dem Mauerwerk herstellen kann. Das mit dem Tränkungsmittel versehene Füllmaterial wird in Form eines Zapfens oder einer Röhre nach dem Einschlagen des Dübelrohres in dieses eingebracht. Beim Ein treiben einer Schraube oder eines Nagels er weicht die Tränkungsmasse und stellt durch die Löcher r in der Dübelrohrwandung die Verbindung mit dem Mauerwerk her, so dass nach dem Erhärten das eingeschobene Füll material sowohl fest mit der Innenseite des Stahlrohres, als auch direkt mit dem Mauer werk verbunden ist.