Farbwerk für Rotationsdruckmaschinen. Bei den heute vorzugsweise verwendeten doppelbreiten Rotationsdruckmäschinen liegen bei voller Ausnutzung der Maschine auf den Formzylindern je vier einseitenbreite Stereo typplatten nebeneinander. Je nach dem Sei tenumfang der Zeitung oder der Zeitschrift werden die Plattenzylinder jedoch nicht immer in der ganzen Zylinderbreite belegt, sondern es liegen oft nur drei oder zwei Platten nebeneinander, zuweilen ist auch nur eine Platte in der Zylinderbreite angeordnet. Dem entsprechend muss auch die Farbübertragung vorn Farbkasten auf die Farbwerkwalzen der jeweiligen Druckbreite angepasst werden.
Zu diesem Zweck pflegt man die Rota tionsmaschinen allgemein mit mehreren Sätzen verschieden langer Heberwalzen auszustatten; zum Beispiel erhalten alle doppelbreiten Maschinen Heberwalzen in ganzer, dreiviertel, halber und einviertel Breite. Die entsprechenden Heberwalzen müssen nun vor Beginn jedes Druckganges je nach dem Seitenumfang der herzustellenden Zeitung in die einzelnen Farb werke der Maschine eingesetzt werden. Diese Arbeit erfordert täglich einen nicht unbedeu tenden Aufwand an Zeit und Arbeitslöhnen, da mit dem Wechseln der Heberwalzen auch jedesmal eine Reinigung und eine erhebliche Transportarbeit verbunden ist.
Auch wird die Lebensdauer dieser Massewalzen durch das ständige Ein- und Ausheben und das Ablegen stark verkürzt. Auch können die vielen stets im Gebrauch befindlichen, aus wechselbaren Massewalzen im Durchmesser nicht immer genau gleichgehalten werden, und es ist daher nicht zu umgehen, dass nach dem Einsetzen der Walzen auch noch die Walzen anschläge und Steheinrichtungen nachregu liert werden, damit die richtige Anlage der Heberwalze an die Farbkastenwalze und an den Stahlreibzylinder gegeben ist; denn nur bei richtiger Walzenanlage ist eine einwand freie Farbübertragung möglich.
Es ist auch schon eine aus mehreren nebeneinander angeordneten kleinen Walzen bestehende Heberwalze bekannt geworden, bei der jede der einzelnen kleinen Walzen für sich an- und abstellbar ist. Hier ist zwar ein Auswechseln der einzelnen Hebemeile nicht erforderlich; aber diese Anordnung lässt sich nur zum An- und Abstellen kleiner Teil walzen; nicht aber zum An- und Abstellen einplattenbreiter Heberteile, also zur Regelung der Farbgebung der einzelnen Seiten ver wenden. Auch kann man mit dieser Vor richtung eine Verstellung während des Be triebes nicht vornehmen und ebensowenig eine Verstellung von einer ausserhalb der Maschine gelegenen Stelle aus.
Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, diese Nachteile zu vermeiden und insbeson dere eine Anordnung zu schaffen, bei der es möglich ist, die Farbgebung jeder einzelnen Seite in bezog auf die Farbstreifenlage wäh rend des Betriebes von einer zentralen Stelle aus zu regeln.
Diese Aufgabe wird erfindungs gemäss in der Weise gelöst, dass man bei einem Farbwerk für Rotationsdruckmaschinen mit mehreren, auf einer gemeinsamen Welle nebeneinander angeordneten, einzeln an- und abstellbaren Heberwalzen, deren Längen je der Breite einer Druckplatte entsprechen, für jede Heberwalze je eine Steuerscheibe mit mehreren nebeneinander liegenden, ver schieden grossen Nocken auf einer gemein samen Welle längsverschiebbar und für sich einstellbar anordnet.
Es ist an sich, auch schon bekannt ge worden, mehrere nebeneinanderliegende He berwalzen zu verwenden, deren Längen je der Breite einer Druckplatte entsprechen; aber von einer 'Regelung der Farbgebung der verschiedenen Teilheber ist bei dieser Anord nung überhaupt nicht die Rede. Es ist auch schon bekannt geworden, zum Einstellen der Heberwalzenbewegungen an Druckmaschinen einstellbare Nockenscheiben zu verwenden, aber auch hier handelt es sich nicht um das Problem, die Farbgebung der einzelnen Druckseiten unabhängig voneinanderzu regeln.
Der Fortschritt, den die Erfindung bringt, steht also in der Möglichkeit der Regelung der Farbgebung der einzelnen einfachplatten breiten Heberteile, also auch der verschiede nen Druckseiten während des Betriebes voll ständig unabhängig voneinander von einer gemeinsamen Stelle aus, die sich zweckmässig ausserhalb der Maschine befindet.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbei spiel der Erfindung. Es zeigen Fig. 1 eine Draufsicht, Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung und Fig. 3 und 4 je eine Einzelheit.
Fig. 1 zeigt die Heberanordnung einer vierplattenbreiten Maschine mit den Teil hebern 1, 2, 3 und 4. Diese Heberwalzen sind nicht mit Gelatinemasse umkleidet, sondern mit einer im Durchmesser gleich gross und genau zylindrisch bleibenden Masse, z. B. Idealmasse, Gummi oder dergleichen.
Hier durch wird das ständige Nachstellen der Walzenanlage vermieden, und es kann der Walzenhub zwischen Farbkastenwalze und Reibzylinder erheblich kleiner gewählt wer den; ein Umstand, der gerade bei schnell- laufenden Maschinen eine ruhige Farbüber- tragung ergibt. Jeder Heberwalzenteil kann zur Reinigung oder zum Zweck des Austau sches durch Lösen der Querbolzen 5 aus den Walzenträgern herausgenommen werden.
Zur genauen Einregulierung .an den Reibzylirider6 ist jedes Hebergestell mit einer Feineinstell- vorrichtung 7 versehen. Das Einstellen aller Heber in bezog auf die Farbkastenwalze 8 geschieht durch Verstellen der Welle 9 mit Hilfe der verstellbaren Lager 10. Die beweg lichen Walzenträger 11 sitzen gemeinsam mit dem Hebel 12, der die Rolle 13 trägt und dessen schon erwähnter Stelleinrichtung 7 auf Hohlwellen 14, die auf der feststehenden Stange 15 drehbar gelagert sind. Die Lauf rollen 13 in den Hebeln 12 werden durch die Federn 16 zu ständiger Anlage an die Nocken der Steuerscheibe 17 veranlasst.
Die Feineinstellung 7 ist in Fig. 4 in vergrössertem Massstabe dargestellt. In den Hebel 12, der auf der Hohlwelle 14 gelagert ist, ist der Bolzen 39 eingelassen. Der Kopf 40 dieses Bolzens, der in den Schlitz 41 des Hebels 11 hineinragt, wird von den beiden Schrauben 42 und 43 gehalten, die gleich falls in den Hebel 11 eingeschraubt sind. Der Hebel 11 ist lose auf der Hohlwelle 14 gelagert.
Damit jeder einzelne Teilheber für sich der gewünschten Farbregelung entsprechend eingestellt werden kann, sind die Steuer scheiben 17 auf der Welle 9 und dem Längs keil 18 in achsialer Richtung verschiebbar, und zwar durch die ausserhalb des Maschi nengestelles liegenden Schalthebel 19, 20, 21, 22. Durch die Bewegung dieser Schalt hebel werden durch Vermittlung der Zahn segmente 23 und der Zahnstangen 24 die Stangen 25, 26, 27 und 28 mitsamt den Schiebeklauen 29, 30, 31 und 32 achsial verschoben und damit die entsprechenden Steuerscheiben 17 in die gewünschte Stellung gebracht. Die Steuerscheiben, die für alle Teilheber von gleicher Form sind, tragen beispielsweise vier Absätze 33, 34, 35 und 36, und es können damit die folgenden Stellun gen erzielt werden 1.
Die Nocke 33 befindet sich in Arbeits stellung und ergibt den grössten Farbstreifen, 2. Die Nocke 34 befindet sich in Arbeits stellung und ergibt einen mittleren Farb- streifen, 3. Die Nocke 35 befindet sich in Arbeits stellung und ergibt den kleinsten Farbstreifen. Bei der vierten Stellung- Laufkranz 36 befindet sich der Heber in Mittelstellung; der betreffende Heberteil überträgt dann keine Farbe.
Fig. 3 zeigt die verschiedenen Farbnocken , 33, 34 und 35 und den Laufkranz 36 in vergrösserter Darstellung. Zwischen den ver schiedenen Farbnocken befinden sich schräge Übergangsflächen, die einen Übergang von einer Farbnocke zur andern in jeder Schalt richtung auch während des Betriebes ermög lichen. Die Kurvenscheibenwelle 9 wird zweck mässig von der Farbkastenwalze 8 aus an getrieben, und zwar beispielsweise durch die Zahnräder 37, 38 usw.
Das Übersetzungs verhältnis zwischen Farbkastenwalze und Welle 9 kann beliebig gewählt werden, bezw. mit mehreren Schaltstufen ausgestattet wer den, damit man je nach Art der Druckaus führung eine langsamere oder raschere Auf einanderfolge der Farbstreifenübertragung er zielen kann.