Vorrichtung zum Nassbehandeln von Textilgut in Bahnform mit vier gegeneinander regelbar anpressbaren, einen durch seitliche Abdichtung geschlossenen Flottenraum bildenden Walzen. Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Vorrichtung zum Nassbehandeln von Textilgut, zum Beispiel Geweben oder Ket tenfäden, in Bahnform mit vier gegeneinan der regelbar anpressbaren, einen durch seit liche Abdichtung geschlossenen Flottenraum bildenden Walzen.
Die bekannten Maschinen dieser Art be sitzen mehrere Regelstellen für .das Gegen einanderpressen der einzelnen Walzen, so dass es sehr schwierig oder fast unmöglich ist, die gleiche Pressung an allen vier Pressstellen der Walzen zu erzielen. Ferner besteht hier der Nachteil, dass die Pressung nicht über die ganze Walzenlänge gleichmässig verteilt ist, so dass ein genügendes Abdichten .des von den Walzen eingeschlossenen Flottenraumes nur dadurch zu erhalten ist, dass ein verhältnis mässig grosser Druck auf die einzelnen Wal zen ausgeübt wird.
Gemäss vorliegender Erfindung wird da gegen ein gleichmässiger Pressdruck innerhalb der gesamten Vorrichtung dadurch sicher gestellt, dass zwei gegenüberliegende Walzen mit ihren Zapfen in je einem frei beweglichen Rahmen gelagert sind, wobei diese Rahmen so ausgebildet sind, dass sich die darin ge lagerten Walzen gegenüber den zwei andern Walzen selbsttätig einstellen können, wo durch ein gutes Abdichten des Flottenraumes durch die Walzen, bei einem sehr geringen, weil gleichmässigen Druck und somit ein gleichmässiger Endeffekt auf der zu behan delnden Bahn und eine schonende Beha.nd- htng empfindlicher, keinen hohen Druck ver tragender Bahnen gewährleistet ist.
Durch diese Ausbildung wird ausserdem ermöglicht, dass eine auf mindestens eine Walze einwirkende Pressvorrichtung zum Be lasten und Entlasten der Walzen von einer Stelle aus regelbar ist, und dass ein jederzeit leicht zugänglicher Flottenraum erhalten wird, wodurch die Bedienung der Maschine wesentlich vereinfacht wird. Muldenpressen mit mehreren Mulden oder ähnlich wirkende Vorrichtungen sind zwar auch von einer Stelle aus regelbar, jedoch naturgemäss nur unter Zwischenschaltung von Vorregelmitteln.
Man hat auch schon zum Behandeln von Wirkwaren oder derglei chen im aufgeweiteten Schlauch frei beweg liche Walzen in der entsprechend erbreiter- ten Walzenfuge eines Quetschwerkes an geordnet. Jedoch sind hier die beweglichen Walzen nicht radial, sondern axial verschieb bar, so dass kein gleichmässiges Anpressen gewährleistet ist.
Die bisher bekannten Vorrichtungen zum Nassbehandeln weisen ferner seitliche Dich tungsplatten zur Abdichtung des von den Walzen gebildeten Flottenraumes auf, die achsial verschiebbar in den von den Walzen gebildeten Zwickelraum eingelegt werden. Diese Dichtungsplatten haben jedoch den Nachteil, dass der Dichtungsdruck nicht re gulierbar ist, und dass bei Erhöhung der Walzenpressung und dadurch bedingter ge ringer Deformation der Walzenoberfläche die Dichtungsplatten eingeklemmt werden und so den Gang der Maschine beeinträchtigen.
Es sind auch Dichtungsplatten bekannt, die mit mehreren, meistens vier Spindeln, gegen die Stirnseiten der Walzen gepresst werden, doch ist es einerseits kaum möglich, eine gleich mässige Dichtung bei der Einstellung meh rerer Spindeln zu erzielen und anderseits wird die Dichtungsplatte bei starken Tem- peraturschwankungen, die durch die Verwen dung kalter und heisser Behandlungsflüssig keiten bedingt sind, entweder mit einem über mässig grossen Druck, der eine starke Abnut zung der gleitenden Teile oder sogar Still stand der Maschine verursachen kann, an gepresst, oder umgekehrt mit ungenügendem Druck,
so dass eine eigentliche Abdichtung gar nicht zustande kommt.
Diese Nachteile werden bei einer bevor zugten Ausführungsform der Erfindung da durch behoben, dass auf seitliche Dichtungs platten Federn einwirken, welche die Platten gleichmässig an die Stirnseiten anpressen, wo- bei bei der Verschiebung von Walzen in der Längsrichtung die Dichtungsplatten diese Walzen selbsttätig zurückführen. Es kann dabei ferner eine von einer Stelle aus betätig bare Vorrichtung für die Regulierung der Federspannung vorgesehen sein, durch wel che an allen vier Walzen ein gleichmässiger Dichtungsdruck erzielt wird.
Auf den beiliegenden Zeichnungen sind mehrere Ausführungsbeispiele des Erfin dungsgegenstandes dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel in Seitenansicht, wobei die Walzen in belaste tem Zustand dargestellt sind; Fig. 2 ist eine Stirnansicht zu Fig. 1, teil weise im Schnitt; Fig. 3 bis 6 zeigen Einzelteile der Ma schine nach Fig. 1 und Fig. 7 und 8 sind schematische Darstel lungen der Walzen in entlastetem und in von einander abgehobenem Zustand; Fig. 9 zeigt ein zweites Ausführungsbei spiel in Seitenansicht, wobei die Walzen wie derum in belastetem Zustand dargestellt sind;
Fig. 10 ist eine Stirnansicht teilweise im Schnitt einer Maschinenseite; Fig. 11 und 12 sind wiederum schema tische Darstellungen der Walzen in entlaste tem und in voneinander abgehobenem Zu stand; Fig. 13 bis 15 zeigen ein drittes Ausfüh rungsbeispiel, und zwar ist: Fig. 13 eine Seitenansicht mit den Wal zen in belastetem Zustand, Fig. 14 dieselbe Ansicht bei abgehobenen Walzen und Fig. 15 ist eine Stirnansicht der einen Maschinenseite;
Fig. 16 und 17 stellen in Seitenansicht und- im Querschnitt die seitliche Abdichtung der Flottenräume nach dem ersten Ausfüh rungsbeispiel dar; Fig. 18 und 19 stellen in Seitenansicht und Querschnitt die seitlichen Abdichtungen des Flottenraumes nach dem zweiten Bei spiel dar; Fig. 20 bis 23 stellen verschiedene Fälle der Längsverschiebung der Walzen schema tisch dar, und zwar zeigt: Fig. 20 eine Seitenansicht der Walzen und der Dichtungsplatte, Fig. 21 einen Längsschnitt nach Linie I-I, Fig. 22 einen Längsschnitt nach Linie II-II, und Fig. 23 einen Längsschnitt ebenfalls nach Linie I-I der Fig. 20.
Nach dem ersten Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 8 ist im Maschinenstän der 1 die Welle der Walze 2 gelagert, die mit den Walzen 3, 4 und 5 den geschlossenen Flottenraum 6 oder den offenen Flottenraum 7 bildet. In diesen Flottenräumen 6, 7 be findet sich die Behandlungsflüssigkeit für das Nassbehandeln, zum Beispiel Färben des Textilgutes, welches zwischen den sich dre henden Walzen in Bahnform durch die Flotte durchgezogen und dabei behandelt wird.
Zur seitlichen Abdichtung der Flottenräume dienen die Dichtungsplatten 8, die unter Ver mittlung einer durch eine Regelvorrichtung verstellbaren Feder gegen die Stirnseiten der Walzen gepresst werden und die Flotten räume 6, 7 seitlich abschliessen.
Die Zapfen der Walze 4 sind in den mit Abhebekurven 15 versehenen Presshebeln 16 gelagert, deren eines Hebelende unter Wir kung der Feder 17 steht und sich gegen einen verstellbaren Anschlag 18 legen kann, wäh rend das andere Hebelende, um auf der Welle 19 befestigte Exzenterbüchsen 20, die in Schlitzen 21 des Maschinenständers ge führt sind, schwenkbar ist. Pendelhebel 22 führen die Welle 19 kreisbogenförmig um die feste Achse 23, wenn die Welle 19 durch einen Handhebel oder einen entsprechenden Bedienungsgriff 24 um 180 gedreht wird. Die mit Handkurbel 25 versehene durch gehende Welle 26 trägt an jeder Maschinen seite ein Kegelräderpaar 27, 28, bei dessen Drehung die als Mutter für die Spindel 29 ausgebildete Federaufhängung 30 in der Längsrichtung verschoben wird und so eine Spannungsänderung der Feder 17 bewirkt.
Die Zapfen der Walzen 3 und 5 sind in doppelarmigen Hebeln 31, 32 gelagert, die an dem einen Hebelende durch die Zugstange 33 miteinander gelenkig und deren andere Hebelenden vermittelst Lenker 34, 35 mit dem auf der Welle 36 befestigten Doppel gabelhebel 37 verbunden sind. Die Teile 31 bis 37 bilden dadurch je einen frei bewegli chen Rahmen für die Lagerung der Walzen 3, 5. Auf den Lenkerbolzen 38 sind Rollen 39 unmittelbar über den Abhebekurven 15 angeordnet. Zur Arretierung und Drehung der im Maschinenständer gelagerten Welle 36 ist an deren Ende ein mit Führungen und Drehbolzen für den Griffhebel 40 versehene Kopfstück 41 mit einer Feder 42 angebracht.
die einen mit dem Griffhebel 40 verbundenen und gleitend geführten Bolzen 43 in eine Bohrung 44 des Presshebels 16 hineindrüekt. Der Gelenkbolzen 45 der Zugstange 33 ist mit einstellbarem Spiel im Schlitz 46 des Lenkers 4 7 geführt. 48 und 49 sind die üblichen Ab- und Aufrollvorrichtungen für die Gewebe- oder Kettenbahn, deren Verlauf in Fig. 1 in strichpunktierten Linien an gegeben ist.
Die Wirkungsweise ist folgende: Wird die Walze 4 durch Spannen der Feder 17 belastet, so überträgt sich der Druck an den Berührungslinien der Walzen oberfläche auf die Walzen 3 und 5 und von diesen wiederum auf die Walze ?. Der Ab stand der MTalzen 3 und 5 ist in der Press- stellung unveränderlich, weil dann die Hebel 31 und 32, die Zugstange 33 und die Lenker 34 und 35 ein Parallelogramm bilden, das allerdings winkelverschiebbar ist, um eine selbsttätige Druckausgleichung zwischen den vier Walzen zu ermöglichen.
Dabei können sich die Zapfen 38 der Hebel 31 und 3 2 auf Kreisbogen um die festen Drehpunkte .der Lenker 34 und 35 bewegen, während der Ge lenkbolzen 45 des Hebels 31 sich entspre chend dem Spiele im Schlitz 46 des dreh baren Hebels 47 frei bewegen kann und der Hebel 32 um den Gelenkbolzen 45' ver- schwenkbar ist.
Eine Druckerhöhung an einer Walzenberührungsstelle, zum Beispiel durch das Einlaufen eines dickeren Gewebes hervorgerufen, bedingt sofort eine minimale Auseinanderbewegung der Walzen an dieser Druckstelle und eine, durch das Hebelparal lelogramm gegebene entsprechende Gegenein anderbewegung an andern Walzenberüh rungsstellen, wodurch hier wiederum eine Drucksteigerung eintritt, bis die am Hebel parallelogramm wirkenden Kräfte wieder im Gleichgewicht, bis also selbsttätig der Druck ausgleich an allen Walzenberührungsstellen eingetreten ist.
Durch das Eigengewicht der Walzen tritt je nach der gewählten Walzenanordnung an gewissen Walzenberührungsstellen allerdings ein zusätzlicher Druck von bestimmter Grösse auf, der entweder absichtlich belassen wird, um zum Beispiel an der letzen Pressstelle das Gewebe am stärksten auszupressen, oder der durch Federn oder Gewichte ausbalanciert oder durch entsprechende Dimensionierung der Hebel ausgeglichen werden kann. Im übrigen erfolgt aber ein sofortiger selbsttäti ger vollkommener Druckausgleich an allen vier Pressstellen bei jeder beliebigen Span nungsveränderung der Federn 17.
Auch bei der Wiederbelastung nach Druckentlastung durch Drehen der Wellen 19 stellt sich sofort die vorherige gleichmässige Druckverteilung wieder ein. Um zu entlasten, wird durch Be dienungsgriff 24 die Welle 19 mit den Ex zenterbüchsen 20 um 180 gedreht, wobei sich Welle 19 auf einem Kreisbogen um die feste Achse 23 bewegt, während sich der Ex zenterumfang in der Richtung des Schlitzes 21 um die Exzentrizität verstellt. Zuerst wird dabei der Presshebel 16 unter Wirkung der Feder 17 um die Achse der Walze 4 ver- schwenkt, bis er sich gegen den Anschlag 18 legt, dann wird mit dem Anschlag 18 als Drehpunkt die Walze 4 von den Walzen 3 und 5 abgehoben und, sobald die Abhebekur ven 15 die Rollen 39 berühren, werden auch die Walzen 3 und 5 angehoben.
Unter dem Einfluss des Eigengewichtes der Walzen be wegt sich Walze 3 zuerst auf der Oberfläche der Walze 2 in Richtung des Pfeils A (Fug. <B>i),</B> bis sich der Gelenkbolzen 45 am Ende des Schlitzes 46 anlegt und sich dann beide Walzen 3 und 5 gemäss Fig. 7 von der Walze 2 abheben.
Zum schnellen, vollständigen Entlasten aller vier Druckstellen ist es also nur not wendig, einen einzigen Bedienungsgriff auf einer Maschinenseite zu drehen. Um die Walzen 3 und 5, zwecks Zugänglichkeit des Flottenraumes 6 weiter auszuschwenken, wird mit Hilfe des Griffhebels 40 der Bolzen 43 aus der Bohrung 44 gezogen und darnach Kopfstück 41 mit der Welle 36 und den auf beiden Maschinenseiten befindlichen Doppel gabelhebeln 37 um 180 gedreht. Dabei rol len,die durch Lenker 34 und 35 mit Doppel gabelhebeln 37 verbundenen Rollen 39 auf den Abhebekurven gemäss Fig. 8 ab.
Nach dem zweiten Ausführungsbeispiel (Fug. 9 bis 12) ist im Maschinenständer 1 die Welle der Walze 2 gelagert, die wiederum mit den Walzen 3, 4 und 5 den geschlossenen Flottenraum 6 bildet, welcher durch Dich tungsplatten 8 .seitlich abgeschlossen ist. Die Zapfen der Walzen 4 sind in den Presshebeln 16 gelagert, deren eines Hebelende unter Wirkung einer Feder 17 steht und sich gegen einen verstellbaren Anschlag 18 legen kann, während -das andere Hebelende um auf der Welle 19 befestigte Eazenterbüchsen 20, die in Schlitzen 21 des Maschinenständers ge führt sind, schwenkbar ist.
Die mit Hand kurbel 25 versehene durchgehende Welle 26 trägt an jeder Maschinenseite ein <B>27,</B> 28, bei dessen Drehung die als Mut ter für die Spindel 29 ausgebildete Feder aufhängung 30 in der Längsrichtung ver schoben wird und so eine Spannungsände rung .der Feder 17 bewirkt.
An einem Zapfen 54 der Presshebel 16 hängen bei abgehobener Walze die Doppel hebel 56 wagebalkenartig in Schlitzen 55 an ihren Enden sind die Zapfen 57 für die Schwenklager 58 der Walzen 3 und 5 ge lagert. Im Doppelhebel geführte Bolzen 59 können in entsprechende Bohrungen der Schwenklager 58 zu deren Sicherung in der Arbeitsstellung gestossen werden. Die Teile 56 bis 59 bilden hier ebenfalls je einen frei beweglichen Rahmen für die Lagerung der Walzen 3, 5. Auf den Zapfen 57 befestigte Zahnräder oder Zahnsegmente 60 greifen in kleine, auf den durchgehenden Wellen 61 be festigte Zahnräder 62 ein, die von Handkur beln 68 oder dergleichen gedreht werden können.
Die Wirkungsweise der Maschine ist fol gende: In der Pressstellung ist der Abstand der Walzen 3 und 5 unveränderlich, da die Schwenklager 58 durch Bolzen 59 mit dem Wagebalken 56 unverrückbar verbunden sind. Der Schlitz 55 hat um den Zapfen 54 allseitig genügend Spiel, so dass sich der Wagebalken 56 einstellen kann, bis die Wal zen an allen vier Pressstellen mit gleichem Druck gegeneinanderliegen. In ähnlicher Weise wie bei der Ausführung nach Fig. 1 und 2 kann auch bei dieser Ausführung der durch das Eigengewicht der Walzen hervor gerufene zusätzliche Druck absichtlich be lassen oder durch Ausbalancieren ausgegli chen werden.
Zur Entlastung wird die Welle 19 um 180 gedreht, wobei sich, wie in der vorherigen Ausführung zuerst der Presshebel 16 am Anschlag 18 anlegt, dann die im Presshebel gelagerte Walze 4 von den beiden Walzen 3 und 5 abhebt, bis der Zapfen 54 am obern Ende des Schlitzes 55 anliegt. Bei weiterem Heben des Presshebels wird dann auch der Wagebalken 56 mit den Walzen 3 und 5 angehoben, wie aus Fig. 11 ersicht lich. Auch hier können die Walzen 3 und 5 nach Herausziehen der Bolzen 59 ausge schwenkt werden, und zwar bewegt sich durch Drehen der Kurbel 63 in der Pfeil richtung B (Fug. 9) unter Vermittlung der Zahnräder 60 und 62 das Schwenklager in der Pfeilrichtung C (Fug. 9) in die aus Fig. 12 ersichtliche Lage.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel genügt zur Druckregu lierung die Betätigung der einen Handkurbel 25 und zur Walzenentlastung die Betätigung des einen Bedienungsgriffes 24.
Ohne am Prinzip etwas zu ändern, kön nen die Federn 17 und deren Verstellvorrich- tung durch eine hydraulische Anordnung er setzt werden.
Nach dem dritten Ausführungsbeispiel (Fug. 13 bis 15) sind die Zapfen der Walzen <B>2</B> und 4 im Maschinenständer 1 gelagert. Die Ansätze 64 der Lager 65 sind mit Bohrun gen und die Ansätze 66 der Lager 6 7 sind mit Gewinde zur Führung der Spindeln 68 und 69 versehen. Auch hier bilden die Teile 46 bis 69 je einen frei beweglichen Rahmen für die Lagerung der Walzen 3, 5. Mit den Trag- und Drucklagern 70 für die Spindeln 68 und 69 hängt das Lager 71 für die, beide Maschinenseiten verbindende Schraubenrad welle 7 2 zusammen.
Federn 73 dienen zur Erzeugung und Regulierung des Walzen druckes und pressen bei Entlastung der Wal zenpressung die Ansätze 64 gegen die An schlagringe. 74 der Spindeln. Kleine, auf der von der Handkurbel 75 betätigten Welle 72 angebrachte Schraubenräder 76 greifen in ,die grösseren Schraubenräder 77, 78, die auf den Spindeln 68 und 69 befestigt sind. Am Maschinenständer befestigte Gleitflächen 79 und 80 mit Endanschlägen 81 und 82 dienen bei entlasteten Walzen den Lageransätzen 61 und 66 als Auflage.
Die Wirkungsweise ist folgende: Werden bei entlasteten Walzen gemäss Fig. 14 durch Drehen -der Handkurbel 7 5 und der beide Maschinenseiten verbindenden Welle 72 und damit unter Vermittlung der Schraubenräder 76, 77 und 78 die Spindeln 68 und 69 so gedreht, dass sie sich in die Ansätze 66 einschrauben, so werden die Fe dern 73 zusammengepresst und damit die Walzen 3 und 5 so weit genähert, bis sie an der Walze 2 anliegen. Bei weiterer Nä herung .der Walzen 3 und 5, unter Wirkung der Federn 73, steigen sie auf der Oberfläehe .der Walze 2, bis sie sich auch an der Walze 4 anlegen.
Dabei heben sich die Ansätze 64 und 66 von den Gleitflächen 79 und 80 ab und die ganze Pressvorrichtung wird nur noch von den Ansätzen der Lager 65 und 6 7 gehalten, so dass sich die Walzen 3 und 5 mit gleichmässiger Pressung an die Walzen 2 und 4 anlegen können. Sobald die vier Wal zen sich berühren, werden durch weiteres Drehen der Kurbel 75 die Anschlagringe 74 von den Ansätzen 64 abgehoben und die Fe dern 73 zusammengepresst und so die Wal zenpressung erhöht. Um bei entlasteten Wal zen zwecks besserer Zugänglichkeit des Flot tenraumes die Walzen 3 und 5 auseinander zu bewegen, wird an der Handkurbel 75 in der umgekehrten Richtung wie bei der Druckerzeugung gedreht.
Hierdurch vergrö ssert sich der Abstand der Lager 65 und 67, deren Ansätze 64 und 66 auf den Gleitbah nen 79 und 80 gleiten, bis sie die End- anschläge 81 und 82 berühren. Ein und die selbe Handkurbel dient also zur Druckerzeu gung und -regulierung, sowie zur Walzen entlastung und zum Ausfahren der Walzen.
In den Fig. 16 und 17 ist die seitliche Abdichtung der Flottenräume für die Vor richtung nach der ersten Ausführungsform dargestellt.
Die Dichtungsplatten 8 werden hier un ter Vermittlung des dreiarmigen Hebels 9 durch die Feder 10 gegen die Stirnseiten der Walzen 2 bis 5 gepresst. Die Spannung der Feder 10 und damit der Anpressungsdruck der Platte 8 gegen die Walzen kann dabei durch die im Maschinengestell achsial ver stellbare Federpressspindel 12 verändert wer den, indem vermittelst des Handrades 11 die Spindel 12 mehr oder weniger in das Ma schinengestell eingeschraubt wird. Die Achse 13, die zugleich als Flotten- oder als Heiz- dampfzuführung dient, ist in der Spindel 12 geführt, während der im Maschinengestell angebrachte Stift 14 die Drehung des Hebels 9 verhindert.
In den Fig. 18 und 19 ist die seitliche Abdichtung des Flottenraumes für die Ma schine nach der zweiten Ausführungsform dargestellt. Die Dichtungsplatten 8 werden hier unter Vermittlung der Trag- und Druck bolzen 51, der Federn 52 und der im Maschi nenständer achsial verschiebbaren Federpress- spindeln 53 gegen die Stirnseiten der Walzen gepresst. Durch die beschriebene Ausbildung der seitlichen Abdichtung kann der Dichtungs druck der Platten 8 auf ein Minimum redu ziert werden, weil er sich selbsttätig ganz gleichmässig auf die vier Walzen verteilt, so dass bei zuverlässiger Abdichtung die Ab nützung der Walzenstirnseiten und der Dich tungsplatte auf ein Minimum reduziert und gleichzeitig die Antriebskraft der Maschine bedeutend herabgesetzt werden kann.
Im folgenden werden noch die Verhält nisse, die sich bei der achsialen Verschiebung einer oder mehrerer Walzen ergeben, anhand der Fig. 20 bis 23 erläutert: Bei symmetrischer Anordnung der Dich tungsplatte (Fig. 20) sind auf der linken Seite die von der Federpressung Q' erzeugten Pressungen zwischen Platte 8 und den Wal zen 2, 3, 4 und 5 gleich gross, das heisst, es ist P2' = P3' = P4' = P5' = · Q' und dem entsprechend auf der rechten Seite P2'' = P3'' = P4'' = P5'' = · Q''. Bei gleichmässig einregulierter Federpressung ist Q'=- Q" und demnach sind alle Dichtungsdrücke P einander gleich.
Verschiebt sich die Walze 3 in der Längsrichtung in die gestrichelt ge zeichnete Lage (Fig. 21), so verbleibt die linke Dichtungsplatte in ihrer Lage, da sie sich gegen die Walzen 2, 4 und 5 anlegt. Der Druck P3' wird jedoch<B>=O,</B> während die Drücke P2', P4' und P5' auf '/3 Q' an wachsen.
Die Dichtungsplatte 8 auf der rechten Seite hebt sich bei der eingezeichne ten Verschiebung von den Walzen 2 und 4 ab, die Drücke P2" und P4" werden = 0, Q" wächst entsprechend der Zusammendrückung der Feder und der Angriffspunkt der Drücke zwischen Dichtungsplatte 8 und Walzen :3 und 5 verschiebt sich infolge der Schrägstel lung der Dichtungsplatte in der eingezeich neten Weise derart, dass die wirksamen Ent fernungen von der Kraft Q sich von a auf<I>b</I> und c verändern.
Es gelten .demnach fol gende Gleichungen: P3" + P5" = Q" und P3" : P5" = b : c, also
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Bei der gezeichneten Längsverschiebung der Walze 3 wächst demnach die Kraft P3", während die Kraft P3' = 0 wird, so dass die Walze selbsttätig von den Dichtungsplatten zurückgeführt wird. bis wieder Druckaus gleich eintritt.
Bei der Verschiebung zweier benachbarter Walzen 3 und 4 nach Fig. 22 neigt sich die Dichtungsplatte 8 um ihre Symmetrieachse, so dass auf der linken Seite die Drücke P3' und P4' nahezu verschwinden, ebenso auf der rechten Seite die Drücke P2'' und P5'', wäh rend auf der linken Seite die Drücke P2' und P5' auf ¸ Q' und auf der rechten Seite die Drücke P3'' und P4'' auf ¸ Q'' anwachsen, wobei noch zu berücksichtigen ist, dass die Federkraft Q'' ihrerseits entsprechend der Zusammendrückung der Feder an dieser Seite wächst. Die Dichtungsplatten 8 haben also auch in diesem Fall die Tendenz, die ver schobenen Walzen wieder in ihre Anfangs stelle zurückzuführen.
Bei der Längsverschiebung zweier gegen überliegender Walzen 2 und 4 (Fig. 23) bleibt die Dichtungsplatte 8 der linken Seite in ihrer Lage, während die Dichtungsplatte 8 der rechten Seite parallel mit sich selbst verschoben wird. Die Drücke P2' und P4' der linken Seite, sowie P3'' und P5'' der rechten Seite werden = O, die Drücke M3'= P5' = ¸ Q' und die Drücke P2'' = P4'' = ¸ Q'', wobei wiederum Q'' entsprechend der Zusammendrückung der Feder gewachsen ist. Auch in diesem Falle werden die Walzen durch die Dichtungsdrücke selbsttätig in die Anfangsstellung zurückgeführt.
Die in den Figuren gezeichnete, verhält nismässig grosse Längsverschiebung ist in Wirklichkeit so klein, dass die Zusammen- drückung der rechtsseitigen Feder praktisch vernachlässigt werden kann. Bei einer Ver schiebung von drei Walzen treten Verhält nisse entsprechend der Verschiebung einer einzelnen Walze auf, so dass dieser Fall auch durch Fig. 21 dargestellt ist.
Bei der Verwendung heisser Behandlungs flüssigkeiten werden die Federn, die die Kraft Q' und Q'' erzeugen, entsprechend der Längenausdehnung der Walzen zusammen gedrückt. Diese Zusammendrückungen sind aber im Verhältnis zur Vorspannung der Fe der derartig klein, dass messbare Druckunter schiede bei der Verwendung heisser oder kal ter Behandlungsflüssigkeiten praktisch über haupt nicht auftreten, während bei starr an- gepressten Platten die geringen Längsdehnun gen der Walzen infolge dieser Temperatur differenzen schon genügen, um die Dich tungsdrücke unzulässig hoch zu steigern, so dass ausserordentlich starke Abnutzung der Platten und Walzenstirnseiten, sowie sogar Maschinenstillstände dadurch hervorgerufen wurden.
Um die Zugänglichkeit zum innern Flot tenraum zu erhöhen oder inliegende Teile auszubauen, werden die mit Gewinde ver sehenen Federpressspindeln 53 (Fig. 19) so weit zurückgedreht, bis die Federn 52 voll ständig entlastet sind und der am Druckbol zen 51 angebrachte Schulterring durch die Hülsen 53 von den Walzen weggezogen wird und somit die Dichtungsplatten 8 abgehoben werden.
Die in den Fig. 16 und 17 gezeichnete Anordnung mit dem dreiarmigen Hebel 9 soll einen einigermassen gleichmässigen Abdich tungsdruck des geschlossenen Flottenraumes und des offenen Flottenraumes gewähr leisten, durch Wahl der Abstände der drei Auflagepunkte von der Feder 10. Im übri gen werden auch bei dieser Anordnung die Walzen bei Längsverschiebung selbsttätig zurückgeführt, wenn auch die schematische Darstellung nicht ohne weiteres auf diesen Fall übernommen werden kann.