CH148039A - Verfahren zur Herstellung von Eisenbetonkonstruktionen und nach demselben hergestellte Eisenbetonkonstruktion. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Eisenbetonkonstruktionen und nach demselben hergestellte Eisenbetonkonstruktion.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Eisenbetonkonstruktionen und nach demselben hergestellte Eisenbetonkonstruktion. Der reine Stahlskelettbau, wie er heute für Grossgeschossbauten (Hochhäuser, Wol kenkratzer) in der Regel verwendet wird, hat den Nachteil, dass die feuersichere Aus mauerung und Verkleidung, bestehe sie aus Beton oder Ziegel, zur Mittragung nicht herangezogen wird und für das Stahlskelett deshalb nur eine unerwünschte Mehrbelastung bedeutet.
Demgegenüber stellen Bauwerkskonstruk- tionen aus Eisenbeton einen Verbundkörper dar, der die beiden Baustoffe, Beton und Eisen, anteilmässig zur Lasttragung aus nützt.
Bei Hochhausbauten mit der bei Her stellung von Eisenbeton bisher üblichen Ar beitsweise lässt sich der wirtschaftliche Vor teil des Eisenbetonbaues nur zu einem ge ringen Teil ausnützen. Da die Festigkeit der Eisenbetonkonstruktion erst nach dem Er härten des Betons in Erscheinung tritt und anderseits die normale Eisenarmierung nur eine sehr geringe Standfestigkeit besitzt, ist es notwendig, den Bau stufenweise hoehzu- treiben, wobei für jede Stufe ein starres, standfestes Schalungsgerüst hergestellt wer den muss, in das die Armierung unter nach folgender Einbetonierung eingelegt wird.
Herstellung der Armierung und Einbetonie rung wechseln ständig ab. Der für die Her stellung der schweren, starren Verschalung verlorene Aufwand und der stetige Wechsel von Herstellung der Armierung und Beto nierung sind für die Verwendung der Eisen- betonbauweise für Hochhausbauten ein gro sses Hindernis.
Durch die vorliegende Erfindung, welch ein Verfahren zur Herstellung von Eisen betonkonstruktionen zum Gegenstande hat, wird es nun ermöglicht, die Vorteile der rei nen Stahlskelett- und der Eisenbetonbau- weise zu vereinigen und die beiden Bau weisen anhaftenden Nachteile zu vermeiden, und zwar dadurch, dass man biegungssteife Metallstäbe biegungssteif miteinander ver bindet, mit einer Umschnürung versieht und zu einem die ganze Armierung für den Bau bildenden standfesten Skelett, vor der Aus betonierung, verbindet, wobei man die zur Herstellung des Skelettes dienenden Teile in ihren Dimensionen so wählt und so mitein ander verbindet,
dass das sich ergebende Skelett imstande isst, die während der Aus betonierung auftretenden Spannungen aufzu nehmen und das zur Ausbetonierung erfor derliche Gerüst zu tragen.
Die nach diesem Verfahren hergestellte Eisenbetonkonstruktion besitzt ein Metall skelett, das biegungssteife-Metallstäbe auf-, weist, die unmittelbar mit ihren Stirnseiten aneinanderstossend, biegungssteif miteinander verbunden und mit einer Umschnürung ver sehen sind.
Für die Armierung kommen zweckmässi- gerweise Stangen oder Stäbe aus Materialien von verhältnismässig geringer Quetschbarkeit, wie Gusseisen oder Transmissionswellenstahl, zur Verwendung, und deren Verbindung kann unmittelbar durch Schweissen oder vermittelst Näpfen, Rillen, Nuten, geilen, Schlössern bezw. verschiebbaren Muffen etc. erfolgen.
Die Zeichnung dient zur Erläuterung des Verfahrens nach der Erfindung und zeigt beispielsweise einige Ausführungsformen der Armierung.
Fig. 1 veranschaulicht einen schemati schen Längsschnitt durch die vertikale Längsarmierung für eine Betonsäule, welche drei Stockwerke durchragt; Fig. 2, 3, 4, 5 und 6 veranschaulichen Querschnitte durch verschiedene Ausfüh rungsformen der Armierung für eine Beton säule; Fig. 7 zeigt einen schematischen Längs schnitt durch die Armierung zweier aufein anderfolgender Druckglieder für eine Beton brücke;
Fig. 8 veranschaulicht einen Querschnitt durch die Armierung benachbarter Druck glieder einer Betonbrücke. Die Fig. 9 bis 15 zeigen Ausführungs formen der Verbindung zwischen den verti kalen Armierungen und den horizontalen Armierungen für eine Hochbank.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 1 sind die biegungssteifen Stangen oder Stäbe 1 mit ihren Stirnseiten unmittelbar aneinander stossend derart aufeinandergelegt, dass die Armierung das ganze Bauwerk durch alle Stockwerke durchragt. Die Verbindung der einzelnen aufeinandergelegten Stäbe 1 er folgt entweder, wie bei 3 angedeutet ist, durch Schweissen oder aber durch Muffen 4. 2 sind die Stäbe 1 verbindende Distanzhalter. 5 ist eine Umschnürung aus Walzdraht; 6 ist eine Umschnürung aus einem Flach eisen, welches hochkantig in Richtung der Längsachse der Armierung gewickelt ist.
7 ist eine Umschnürung, bestehend aus einem die biegungssteifen Längsstäbe 1 umschnü renden, zylindrischen, gelochten Rohr, das zugleich den Putzträger bildet. Dieses per forierte Rohr ist entweder nahtlos oder durch Verschweissen der Länge nach gebildet. Es kann direkt über dem Stabgerippe verfestigt werden oder in einem besonderen Arbeits gang hergestellt und hierauf erst über die Längsstäbe aufgeschoben werden.
Die Längs stäbe 1 können gemäss Fig. 2 und 3 recht eckigen Querschnitt besitzen und radial hoch kantig angeordnet sein, und zwar können im Säulenquerschnitt zum Beispiel gemäss Fig. 2 vier, oder gemäss Fig. 3 mehr als vier Stäbe angeordnet sein. Die Stäbe können auch hohl sein.
Die Stäbe zusammen mit den Distanz haltern und der Umschnürung bilden eine standfeste Armierung, welche so dimensio niert ist, da.ss das sich,ergebende Skelett im stande ist, die während der Ausbetonierung auftretenden Spannungen aufzunehmen und das zur Ausbetonierung erforderliche Gerüst zu tragen.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 4 sind acht Rundstäbe verwendet. Fig. 5 zeigt die Verwendung von vier Rundstäben, wel che mit sie verbindenden Distanzhaltern 2 gehalten werden. Nach Fig. 6 sind die vier Rundstäbe mit den Distanzhaltern aus einem Gussstück gebildet.
Die Fig. 7 und 8 zeigen als Beispiele das Armierungsskelett zweier Eisenbeton brücken. Diese Skelette bestehen im wesent lichen aus denselben Elementen (Längsstäbe mit Distanzhaltern und Umschnürung) wie das bereits beschriebene Beispiel, wobei die mit ihren' Stirnseiten aneinander stossenden Längsstäbe der Druckglieder durch Schwei ssen oder dergleichen miteinander vereinigt sind. In den Fig. 7 und 8 sind die ein zelnen Elemente mit denselben Bezugsbuch staben bezeichnet wie in den früheren Fi guren.
Gemäss der Fig. 8 sind die Armierungen durch Streben 8 miteinander verbunden, könnten aber auch auf andere Art mitein ander verbunden sein.
Bei der Ausführungsform, welche Fig. 9 in Seitenansicht und Fig. 10 in Draufsicht zeigt, sind an den biegungssteifen vertikalen Stäben oder Längsarmierungen 1, welche aus unmittelbar mit ihren Stirnseiten aneinan- derstossenden und biegungssteif miteinander verbundenen Stäben gebildet sind, die bie- gungssteifen horizontalen Armierungen 9 dadurch starr verbunden, dass an den Längs- armierungen bügelartig ausgebildete Träger 10 für diese horizontalen Armierungen an geordnet sind.
Die Träger 10 sind an Stan gen 11 befestigt, welche vermittelst Hülsen 12, die mit den Trägern 10 aus einem Stück bestehen, an den Längsarmierungen 1 auf geschoben werden. Die Hülsen 12 können aber auch fest mit den Stangen 11 ver bundene Hülsen sein. Diese Stangen 11 über laschen zweckmässig die Stossstellen der Längsarmierungen, so dass sie unter Um ständen die biegungssteife Verbindung der einzelnen Elemente dieser Längsarmierungen darstellen können. Die horizontalen Armie- rungen 9 sind mit den bügelartigen Trägern 10 zweckmässig durch Verschrauben, Ver nieten, Verschweissen oder dergleichen ver bunden. Die vertikalen Längsarmierungen sind in der vorher beschriebenen Art um schnürt.
Bei der dargestellten Ausführungs form besteht die Umschnürung aus einer Drahtspirale 5.
Bei der Ausführungsform, welche Fig. 11 in Seitenansicht und Fig. 12 in Draufsieht zeigt, sind in die bügelartigen Träger 10 Horizontalarmierungen 13 eingelegt. welche im Querschnitt U-förmig ausgebildet sind und zweckmässig aus Stahlblech mit raspel- artig ausgestossenen Öffnungen gebildet wer den. Diese Horizontalarmierungen dienen gleichzeitig als Schalung für die Decken balken. Die Umschnürung der vertikalen Längsarmierungen 1 erfolgt nach der dar gestellten Ausführungsform durch ein per foriertes Rohr 7.
Bei der in Fig. 13 schaubildlich dar gestellten Ausführungsform sind die Stäbe 1 wieder die biegungsfeste Längsarmierung; die Umschnürung ist nicht gezeigt. Die Stangen 11, welche vermittelst Hülsen 12 über die Längsarmierungen geschoben wer den, tragen Ösen 14, in welche die im Quer schnitt U-förmigen horizontalen Armierun- gen 13 vermittelst Haken 15 eingehängt werden.
Bei der Ausführungsform. welche Fig. 1.4 in Seitenansicht und Fig. 15 in Draufsicht zeigt, bestehen die vertikalen Längsarmierungen 1 und die horizontalen Armierungen 16 aus hohlen Stäben, welche an den Stossstellen miteinander verschweisst sind. In das dadurch gebildete starre Stahl skelett werden die trogartig ausgebildeten Horizontalarmierungen 13 eingehängt. Die Umschnürung der vertikalen Längsarmierun- gen erfolgt gemäss dieser Ausführungsform durch ein spiralig gewundenes Band 6.
Die Verwendung der im Querschnitt 0- förmigen Horizontalarmierungen aus raspel- artig durchstossendem Stahlblech erfordert gewisse Vorkehrungen, um den eingegossenen Beton fest mit diesen, gleichzeitig als Scha lung dienenden Horizontalarmierungen zu verbinden. Es werden deshalb vor dem Ein giessen des Betons die Blechwände finit Beton milch bestrichen, und zwar kann das Be- streichen entweder aussen oder innen oder an beiden Seiten erfolgen. Es ist auch möglich, die Blechwände vorher zu verputzen, bezie hungsweise unter Verwendung einer Beton kanone zu überziehen.
Durch diese Vor behandlung werden die raspelartig aus gestossenen Öffnungen verschlossen und haf tet der nachträglich eingegossene Beton voll kommen fest an der Schalung.
Claims (1)
- PATENTAN SPRÜCIHE I. Verfahren zur Herstellung von Eisen betonkonstruktionen, dadurch gekenn zeichnet, dass man biegungssteife Me tallstäbe biegungssteif miteinander ver bindet, mit einer Umschnürung versieht und zu einem die ganze Armierung für den Bau bildenden standfesten Skelett, vor der Ausbetonierung, verbindet, wobei man die zur Herstellung des Skelettes dienenden Teile in ihren Dimensionen so wählt und so miteinander verbindet. dass das sich ergebende Skelett imstande ist, die während der Ausbetonierung auf tretenden Spannungen aufzunehmen und das zur Ausbetonierung erforderliche Ge rüst zu tragen.II. Eisenbetonkonstruktion, hergestellt nach dem Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Me tallskelett besitzt, welches aus biegungs- steifen Metallstäben besteht, die unmit telbar mit ihren Stirnseiten aneinander stossend biegungssteif miteinander verbun den und mit einer Umschnürung ver sehen sind und eine das ganze Bauwerk durchragende standfeste Armierung bil den.UNTERANSPRÜCHE: 1. Eisenbetonkonstruktion nach Patent anspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschnürung der Metallstäbe des Metallskelettes aus einem Flacheisen besteht, welches hochkantig in Richtung der Längsaze der Armierung gewickelt ist.\?. Eisenbetonkonstruktion nach Patent anspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschnürung der Metallstäbe des Metallskelettes aus einem die bie- gungssteifen Stäbe umschliessenden, zt#lin- drischen, gelochten Rohr, das gleich zeitig einen Putzträger bildet, besteht.3. Eisenbetonkonstruktion nach Patent anspruch II, für einen Hochbau, dadurch gekennzeichnet, dass die im Patent anspruch II genannten biegungssteifen Stäbe zur Vertikalarmierung des Bau werkes gehören und mit biegungssteifen horizontalen Armierungen zu einem einheitlichen Armierungsskelett verbun den sind..1. Eisenbetonkonstruktion nach Patentan- spruch II und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die biegungssteiferi Stäbe der Vertikalarmierung Mittel zum Anschluss der horizontalen Armierungen aufweisen.5. Eisenbetonkonstruktion nach Patent anspruch II und Unteransprüchen 3 und .I, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Anschluss der horizontalen Armierung aus mit Hülsen versehenen Stäben bestehen, die mit den Hülsen die Stossstellen der Stäbe der Vertikal- armierung überlaschend über diese Stäbe geschoben sind und bügelartige Ansätze zur Aufnahme der horizontalen Armie rung aufweisen.
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Cited By (1)
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1929
- 1929-12-16 CH CH148039D patent/CH148039A/de unknown
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