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Vorrichtung zum Transport von Munition
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Transport von Patronen, insbesondere von einem unter einem Geschütz befindlichen Munitionsvorrat zu dem Geschütz, mit einem im wesentlichen vertikalen Kanal und einem Aufzug, der einen längs des Kanals geführten Schlitten mit einem in den Kanal hineinragenden, am Stossboden der Patronen angreifenden Mitnehmer aufweist.
Bekannte Munitionsaufzüge mit motorgetriebenen Ketten oder hydraulisch angetriebenen Schubstangen geben eine relativ langsame Bewegung ; sie werden für die gleichzeitige stufenweise Zuführung mehrerer Patronen angewendet, die dicht aufeinander in dem vertikalen Zuführungskanal folgen.
Die Erfindung bezweckt die Beseitigung der mit solchen Aufzügen verbundenen Nachteile durch Schaffungeinerso schnellen Hinaufbeförderung. dass sich jeweils nur eine Patrone in dem gewöhnlich recht langen Kanal zwischen dem Munitionsvorrat und dem Geschütz zu befinden braucht. Weiters bietet die Erfindung die Möglichkeit, auch bei relativ langen Transportwegen den Mechanismus zur Hinaufbeförderung innerhalb angemessener Verhältnisse zu halten. Die Erfindung bezweckt auch die Lösung des Problems, auf einfache und praktische Weise eine wünschenswerte gleichmässige Verzögerung der Bewegung der Patrone am oberen Ende des Steuerungskanals zu erhalten.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, dass die Bewegungsgeschwindigkeit des zubringenden Organs auch am unteren Ende des Steuerungskanals, an welchem Ende die Patronen eingeführt werden sollen, im Verhältnis zur Durchschnittsgeschwindigkeit niedrig ist. Das hat unter anderem zur Folge, dass der Stoppmechanismus des Antriebsorgans, z. B. zum stückweisen Vorschub von Patronen, mit relativ weiten Toleranzen ausgeführt werden kann. Ausserdem ermöglicht die Erfindung, dass das Antriebsorgan nur eine Stoppstellung pro Aufzugszyklus braucht, u. zw. zweckmässigerweise am unteren Ende des Steuerungskanals, und demzufolge ist keine Vorrichtung zur Umkehr der Bewegungsrichtung des Antriebsorgans für das obere Ende des Kanals erforderlich.
Gemäss der Erfindung werden diese Ziele dadurch erreicht, dass der Schlitten zwischen seinen Endlagen am unteren und oberen Ende des Kanals auf einer Gleit- bzw. Rollenbahn mittels eines von einem Kurbeltrieb in an sich bekannter Weise betätigten Hebelgestänge hin-und herbewegbar ist. Jedesmal, wenn die schwingenden Heberstangen ihre Bewegungsrichtung ändern, steht der Schlitten auf einer seinen beiden Endstellungen, und da die schwingenden Stangenarme ohne besondere Massnahmen vor dem Umkehren ihre Bewegung vermindern, bekommt man für den Schlitten und damit auch für die Patrone automatisch eine Bewegung, die im Durchschnitt schnell sein kann, die aber über einen grossen Teil der Bahn beschleunigt und verzögert wird, so dass die Massenkräfte relativ begrenzte Werte nicht überschreiten.
Bei einer praktischen Ausführungsform der Erfindung ist der Schlitten an dem Ende einer Stange des Hebelgestänges angelenkt, die an dem einen Arm einer in der Vertikalebene beweglichen Heberstange schwenkbar befestigt ist, die auf einem in einer kreisbogenförmigen Bahn vor-und zurückbewegbaren Drehzapfen gelagert ist. Das Ende des andern Armes der Heberstange ist in einer Kurve gesteuert, so dass der Schieber die gewünschte Bewegung bekommt.
Die beschriebene Antriebsart des Schlittens ist auch von dem Gesichtspunkt vorteilhaft, dass sie sich gut zur Anwendung an einem bogenförmig gekrümmten Kanal für Patronen eignet. Gemäss einem weiteren Kennzeichen der Erfindung ist nämlich der Kanal, der an seinem oberen Ende senkrecht ist, gekrümmt ausgebildet und in Richtung nach unten mehr und mehr von der Vertikallinie weggezogen, und der ge-
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nannte Kanal weist einen schräg geneigten unteren Teil auf, längs dessen Unterseite der Schlitten gesteuert ist. Ausserdem hat der Kanal am unteren Ende und auf der der Schlittensteuerung entgegengesetzten Oberseite eine Öffnung, durch welche Patronen in geneigter Stellung in den Kanal eingeführt werden können. Dieses Kennzeichen bringt den Vorteil mit sich, dass die Handhabung der Patronen beim Einführen erleichtert wird.
Weitere Kennzeichen der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung, die zwei bevorzugte Ausführungsformen der Patronenzuführungsvorrichtung gemäss der Erfindung veranschaulicht. Die Fig. 1-4 beziehen sich auf eine erste Ausführungsform, die in Fig. 1, 2 und 3 perspektivisch schräg links von vorn und in drei verschiedenen Arbeitsstellungen gezeigt wird, während Fig. eine schräg rechts von vorn genommene Ansicht ist. Fig. 5 zeigt einen längs der Linie V-V in Fig. 1 genommenen Schnitt. Fig. 6 ist eine der Fig. 1 entsprechende Ansicht einer modifizierten Ausführungsform der Erfindung.
Die in den Zeichnungen dargestellte Munitionsförderungsvorrichtung ist zur Verwendung an drehbaren Geschütztürmen, z. B. auf Kriegsfahrzeugen oder in Forts bestimmt, die unter dem Geschütz einen Vorrat an Munition enthalten, da Patrone für Patrone hinaufbefördert werden soll, um in das Geschützrohr ein- geführt zu werden. Der Geschützturm selbst wird in den Zeichnungen nicht gezeigt, Fig. l lässt aber das darauf angebrachte Geschütz 1 mit seinen Schildzapfen 2 erkennen.
Von dem unteren Raum im Geschütz- turm führt ein rohrförmiger Kanal 3 (Fig. 1 und 5) hinauf zu einer um die Zapfen 4 schwenkbaren Lade- brücke oder einem Pendel 5, das dazu dient, eine vom oberen Ende des Kanals 3 herauskommende Patro- ne aus vertikaler Lage in eine. zur Einführung in das Geschützrohr geeignete Winkellage überzuführen. Der
Kanal 3 ist oben vertikal oder nahezu vertikal gerichtet, krümmt sich aber z. B. längs einer kreisbogenför- migen Kurve, so dass er sich in Richtung nach unten mehr und mehr von der Vertikallinie durch den obe- ren Teil des Kanals entfernt. Der unterste Teil ist somit in einem Winkel von z. B. 300 zur Vertikallinie geneigt. Am unteren Ende ist der Kanal an der Oberseite aufgeschnitten, so dass eine Öffnung gebildet wird, durch welche Patronen in den Kanal eingeführt werden können.
Wie in Fig. 1 gezeigt ist, kommt eine durch diese Öffnung eingeführte Patrone. 6 durch ihr Gewicht an die entgegengesetzte Unterseite des
Kanals zum Anliegen. Um die zugeführte Patrone 6 zu steuern und zu verhindern, dass sie sich am Anfang der Hinaufbeförderung aufrichtet, ist eine Speisewalze 7 mit kreuzförmigem Querschnitt vorgesehen, die die im Unterende des Kanals 3 vorhandene Öffnung teilweise abdeckt. Im Anschluss an diese genannte Einführungsöffnung kann ein Magazin, das eine Anzahl von Patronen fasst, vorgesehen sein. Dieses Magazin wird von zwei gegenüberstehenden klappbaren Leisten 8, 9, gebildet, welche die Patronen seitlich stützen, und einer rechtwinkelig dazu gerichteten Wand 10, gegen welche die Patronenböden beim Hinunterführen gleitend fussen.
Diese Leisten 8, 9 hindern die Patronen auch daran, sich in Längsrichtung zu verschieben, bevor sie in den Kanal 3 gelangen. Zwei grosse glatte Wandbleche 11, 12 bilden ein Gehäuse für den Rohrkanal 3 und den nachstehend näher beschriebenen Bewegungsmechanismus. An diesen Blechen können Halter 13 (Fig. 4) für ein vorläufiges Lager von Patronen befestigt sein, von dem man sehr leicht Patronen in die Speiseöffnung einführen kann, wie Fig. 4 veranschaulicht.
Das als Steuerungskanal für die Patronen dienende Rohr 3 hat längs seiner Unterseite einen längsverlaufenden Schlitz 14 (Fig. 5) und im Anschluss an diesen ist eine in Form von zwei im Profil hakenförmig gebogenen Leisten 15,16 ausgebildete Führung angeordnet, die sich längs des Rohres erstreckt und dessen Krümmung folgt. In dieser Führung ist ein auf Rollen 17 laufender Schlitten 18 verschiebbar. Am Schlitten ist ein Mitnehmer 19 befestigt, der durch den Schlitz 14 in den Kanal 3 hineinragt und dadurch eine Patrone in den Kanal mitnehmen kanu, dass er auf den Stossboden der Patrone wirkt. Fig. 1 zeigt den Schlitten in seiner unteren Endstellung, in welcher der Mitnehmer 19 hinter den Stossboden der vom Magazin zum Steuerkanal 3 überführten Patrone 6 heruntergeführt ist.
Fig. 2 zeigt eine spätere Stellung, in welcher der Schlitten die Patrone ein Stück durch den Kanal hinaufgeführt hat, und Fig. 3 zeigt den Schlitten in der Nähe seiner obersten Stellung, in welcher die Patrone durch das obere Ende des Kanals herausgeschoben und zum Ladependél 5 überführt worden ist. Der Mitnehmer 19 ist schwenkbar angebracht und stehtzweckmässigerweise unter Federwirkung, so dass er beiseite geführt wird, wenn der Schlitten am Ende der Rücklaufbewegung an einer Patrone vorbeigeht, die inzwischen den Platz der vorangegangenen Patrone am unteren Ende des Kanals eingenommen hat, und schliesslich hinter den Boden dieser Patrone einschnappen kann.
Der Schlitten hat weiter eine schwenkbare Klaue 20 (Fig. 3), die gleichzeitig um den Patronenflansch herumgreift und die Patrone während der Verzögerung des Schlittens am Schluss der Aufwärtsbewegung am Schlitten festhält. Diese Klaue wird auf eine hier nicht näher beschriebene Weise von der Patrone gelöst, wenn letztere um Pendel 5 überführt worden ist, so dass der Schlitten ungehindert in die Beladestellung zurückkehren kann.
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Der Mechanismus, der den Schlitten in dessen beschriebener Bahn antreibt, ist im wesentlichen in dem von den Blechen 11, 12 umschlossenen Raum am unteren Ende des Kanals 3 untergebracht. In diesem
Mechanismus ist eine Reihe gelenkig miteinander verbundener, vor-und zurückschwingender Arme oder
Stangen enthalten, nämlich eine Stange 21, eine zweiarmige Heberstange 22-23 und eine Gabel 24. Die
Antriebskraft wird von einem Motor 25 genommen, der über eine Kupplung 26, die so eingerichtet ist, dass sie bei Impuls eingeschaltet wird, um nach einer Umdrehung eventuell wieder ausgeschaltet und von einer Magnetbremse verriegelt werden zu können, eine Kurbel 27 treibt, die mittels eines Gliedes 28 mit einer Kurbel 29 gekuppelt ist, die an einer im Ständer gelagerten Achse 30 befestigt ist. Am andern Ende dieser Achse 30 ist die Gabel 24 befestigt.
Die genannten Kurbeln sind so dimensioniert, dass sich die Ach- se 30 etwa 600 in der einen Umdrehungsrichtung dreht und dann umkehrt und jedesmal, wenn die Kurbel
27 eine Umdrehung rotiert, in die Ausgangsstellung zurückgeht. Die Gabel 24 schwenkt dabei in der Ver- tikalebene von der in Fig. 1 gezeigten unteren Endstellung zu einer oberen Endstellung, die etwa der Stel- lung nach Fig. 3 entspricht, und dann in die Ausgangsstellung zurück.
Die beiden Endstellungen der Bewe- gung der Gabel entsprechen den toten Punkten für'die Kurbelbewegung, in welchen die Kurbel 27 und das
Glied 28 in einer Linie miteinander liegen, und es ist offenbar, dass bei einer konstanten Rotationsge- schwindigkeit des Motors die Bewegung der Gabel sehr weich anläuft und beschleunigt wird, wonach die
Bewegung verzögert wird, bis deren Richtung umgekehrt wird, wo die Bewegung wieder erst beschleunigt und dann verzögert wird. Die Gabel 24 kann zweckmässigerweise gekrümmt ausgebildet sein, damit ihr freies Ende hinter dem Kanal 3 einschwenken und die Stellung gemäss Fig. 3 einnehmen kann.
Die zweiarmige Heberstange 22, 23 ist in der Vertikalebene um einen Zapfen 31 schwenkbar, der zwischen den Enden der beiden Schenkel der Gabel 24 eingesetzt ist. Die Gabel 24 ist so lang, dass der
Heberstangenarm 22 zwischen ihren Schenkeln hindurchgehen kann. Die Stange 21, die auch in ihrer Vertikalebene beweglich ist, ist teils mit dem Schlitten 18 und teils mit dem Ende des Heberstangenarmes 22 schwenkbar verbunden. Wie in Fig. 1 gezeigt wird, kann auch die Stange 21 teilweise zwischen die Schenkel der Gabel 24 hineingezogen werden. Das Ende des andern Armes 23 der Heberstange ist mit Rollen 32 in zwei gleichförmigen, gegenüberliegenden Führungsschlitzen 33,34 gesteuert, welche an den Innenseiten der Bleche 11 bzw. 12 ausgebildet sind.
Diese Nuten haben nach oben eine im wesentlichen vertikale Erstreckung und sind mit den unteren Enden schräg nach unten und von der Achse 30 weggezogen. Die Bewegung der Heberstange wird vollkommen von der Gabel 24 und den Führungsnuten 33, 34 bestimmt, indem der Drehpunkt derselben (der Zapfen 31) eine kreisbogenförmige Bahn beschreibt und immer eine Lage einnimmt, die nur von der Stellung der Gabel 24 abhängt, während die Führungsnuten dazu dienen, die Drehbewegung der Heberstange um den Zapfen 31 zu steuern. In der Ausgangsstellung gemäss Fig. 1 ist die Heberstange 22,23 ungefähr waagrecht, und beim Schwenken der Gabel 24 entgegen dem Uhrzeigersinn wird die Heberstange mehr und mehr aufgerichtet (s. Fig. 2), um in der Umkehrstellung (ungefähr entsprechend Fig. 3) im wesentlichen vertikal gerichtet zu werden.
Das Ende des Armes 22 wird teils durch dieses Aufrichten der Heberstange nach oben geführt, und teils dadurch, dass der Drehpunkt derselben nach oben verschoben wird. Dem Schlitten wird dadurch eine noch längere und schnellere Bewegung nach oben verliehen, so dass die Stange 21, welche den Schlitten mit dem genannten Ende des Heberstangenarmes 22 verbindet, auch aus der in Fig. 1 gezeigten schrägen Lage in die in Fig. 3 gezeigte senkrechte Lage aufgerichtet wird. In dem Masse, in dem der Winkel zwischen dem Arm 22 und der Stange 21 gestreckt wird und diese Teile senkrecht gerichtet werden, wird die Bewegungskomponente des Schlittens, die von der genannten Aufrichtung kommt, kleiner, was bedeutet, dass sich der Schlitten an dem oberen Wendepunkt bedeutend langsamer bewegt als an dem unteren.
Die Ausführung gemäss Fig. 6 stimmt im wesentlichen mit der oben beschriebenen überein, weicht aber davon darin ab, dass die dort vorhandene gekrümmte Gabel 24 durch einen geraden Arm 35 ersetzt ist, welcher der Seite nach etwas verschoben ist, um bei seinem Hinaufschwenken am Patronenmagazin vorbeigehen zu können und der Aufrichtung der Heberstange 22, 23 nicht im Wege zu sein. Weiter wird dieser Arm 35 nicht mittels einer durch einen Motor getriebenen Kurbel geschwenkt, sondern mittels eines im Gestell gelenkig angebrachten hydraulischen Zylinders 36, dessen Kolbenstange an einer Ausbauchung 37 am Arm 35 schwenkbar befestigt ist.
Die beschriebenen Ausführungen stellen nur Beispiele davon dar, wie die Erfindung angewandt werden kann, und im Rahmen der nachfolgenden Patentansprüche sind Modifizierungen davon in verschiedener Hinsicht möglich.'