Trotz der weiterhin enorm angespannten Lawinensituation, eines aufrechten AT-Alerts des Landes und der eindringlichen Appelle des Lawinenwarndienstes waren am Sonntag erneut Wintersportler abseits der gesicherten Pisten im freien Skiraum unterwegs.
Die Leitstelle Tirol zählte bis zum frühen Nachmittag sechs Lawinen, bei denen zumindest abgeklärt werden musste, ob Personen erfasst wurden. In mehreren Gebieten hatte das Großeinsätze zur Folge – einen davon gegen Mittag in Tux. Im freien Skiraum nahe des Hintertuxer Gletschers ging gegen 12.00 Uhr eine Lawine ab.
Vater und Sohn von Lawine erfasst
Laut Auskunft der Leitstelle Tirol wurde ein Vater mit seinem Sohn von der Lawine erfasst und teilweise verschüttet. Die beiden wurden laut Leitstelle nicht lebensbedrohlich verletzt und mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Schwaz geflogen. Eine dritte Person blieb unverletzt.
Gegen 13.30 Uhr wurde dann gemeldet, dass sich an einem Skiweg im Skigebiet See im Paznaun ein Schneebrett gelöst hatte. Einsatzkräfte, Skilehrer, Bergretter sowie ein Notarzthubschrauber standen innerhalb kürzester Zeit im Einsatz. Der betroffene Bereich wurde gesperrt und systematisch sondiert. Kurze Zeit später kam die Entwarnung des Skigebiets: Es wurden keine Personen verletzt oder verschüttet.
Variantenfahrer löste Großeinsatz aus
In Reith bei Seefeld wurde von der Rosshütte aus ein Lawinenabgang am Härmelekopf beobachtet. Die Bergrettung rückte aus, auch der Notarzthubschrauber C1 wurde angefordert. In Obergurgl löste ein Variantenfahrer im freien Skiraum eine Lawine aus und sorgte für einen Großeinsatz, an dem ein Hubschrauber, eine Lawinenhundestaffel und die örtliche Bergrettung beteiligt waren.
Der Wintersportler, der die Lawine ausgelöst hatte, wurde nicht verschüttet und meldete den Abgang. Dieser hatte sich aber im Bereich einer äußerst beliebten Variantenabfahrt ereignet, weshalb die Situation vorerst unübersichtlich war. Nach Sondierungen am Nachmittag wurde die Suche beendet, es gab keine Verschütteten. Entwarnung gab es auch im Skigebiet Axamer Lizum, wo im Bereich „Hoadl“ eine Lawine abgegangen war.