Im Kühlschrank liegt ein neues Stück fetter Speck, steinhart und leicht rosa. Hauchdünn aufgeschnitten mit scharfem Senf auf Butterbrot zerschmilzt er förmlich auf der Zunge.
Jetzt träume ich von Pellkartoffeln und darüber knusprig ausgelassene Speckwürfel dazu vielleicht noch ein marinierter Hering.
Dieses Jahr werden wir nicht verreisen können. Dieses Jahr werden wir wohl oder übel die Wohnung streichen müssen. Im Nachbarort gibt es einen Gasthof in dem man hervorragend essen kann und dort gibt es auch Fremdenzimmer.
Wenn wir uns nun für eine Woche dort einmieteten, uns morgens und abends dort hemmungsungslos verwöhnen ließen, tagsüber nach hause führen um zu weißeln, dann hätten wir quasi drei Fliegen mit einer Klappe erschlagen.
Schade nur, dass der beste aller Ehemänner von dieser Idee so gar nichts hält.
Diagnose, Strickeritis im akuten Stadium.
Angefangen hat es ganz harmlos zu Weihnachten mit einem Schal, danach folgten ein paar Füßlinge und ein wunderbar weicher Baumwollpulli. Jetzt ist ein Sommerpulli dran.
Man ich häng voll an der Nadel.
Chi Gong!? Ich mach ja Rückengymnastik. Aber vielleicht sollte ich auch Chi Gong machen. Das kann man wenigstens erzählen. Das hat so was intelektuelles.
Ostbahnhof, am Nebengleis steht ein Güterzug und ich stelle mir einmal mehr vor, wie es wäre, einfach aufzuspringen und durch die Nacht Richtung irgendwo zu fahren.
Wäre halt enttäuschend, wenn die Reise nur bis zum Hauptbahhof ginge.
Wie man sieht, sieht man so ziemlich das gleiche wie beim letzten mal. Damit es wenigstens nach ein bischen Fortschritt ausschaut, hab ich das grün ein wenig gepusht.
In meinem schlauen Buch sind 200 Strickmuster, die würde ich gerne alle ausprobieren. Wenn ich jetzt sofort damit anfange und jede Woche ein Muster stricke, dann wäre ich in knapp 4 Jahren damit durch.
Ich könnte auch jedes Muster in einem Paar Socken verewigen. Nur was mach ich mit 200 Paar Socken?
Im Februar hatten wir ja schon angefangen und letztendlich haben wir 8 Kilo-Dosen Haribo geschafft. Genug Plastikdosen, die als Minigewächshäuser auf dem Acker dienen können.
Heute waren wir im Gartencenter und siehe da, sowas kann man auch kaufen. Also so Plastikhauben, die man über seine jungen Pflanzen stülpen kann. Kosten genau soviel wie eine Dose Gummibärchen, nur ohne Gummibärchen drin.
100, in Worten einhundert Beiträge und nicht einmal geschwänzt. Vielleicht ein bischen mit Youtube rausgelogen, aber das merkt ja keiner.
Also auf in die nächste Runde.
Ich mag Arbeiten, bei denen ich zumindestens einen Teil locker aus dem Ärmel schütteln kann. Das Übersetzen von sieben Seiten Formular ins Englische gehört definitiv nicht dazu.
Aber wenn ich damit durch bin, dann wartet eine schöne dicke fette Exceltabelle auf mich. Da darf ich denn nach Herzenslust Daten auswerten und bunte Diagramme kreieren.
Eigentlich bin ich ja auf Sience Fiction abonniert. Aber neuerdings kann ich Dick und Lem nichts mehr abgewinnen und so habe ich mal kurz das Zeitalter gewechselt und lese nun so schöne Sätze wie: Das Verhängnis wollte, daß Capecce, der Günstling des Herzogs - eben jener, der im geheimen die Herzogin liebte und für den schönsten Mann der Welt galt -, seit einiger Zeit mit dieser Martuccia eine galante Beziehung pflog.
Ich fürchte Capecce und einige weitere angesehene Personen werden in bälde ihres Lebens auf unangenehmste Weise verlustig gehen.
Capecce hat es tatsächlich erwischt, drei gezielte Dolchstiche. Die Denunziantin war die nächste, Kehle durchgeschnitten. Dann war Martuccia dran, erdrosselt vom Ehemann. Der Ehemann wurde hingerichtet, erwürgt, und dann folgte die Hinrichtung des Oberhauptes der Familie, das den Ehemann angestiftet hatte.
Irgendwie gehen mir jetzt noch zwei Leichen ab. Ich werde die 25 Seiten noch einmal lesen müssen.
Diesmal ohne getürktes grün, dafür mit Nachbarin.
Ich hatte ja gehofft, dass man wenigstens die Gänseblümchen erkennen kann, die blühen nämlich wunderschön.
Jeah, es tut sich was.
Ob bei mir den schon was komme, fragte Frau Nachbarin und stolz wie Oskar habe ich aufgezählt, Radieschen, Mohn, Sonnenblumen, Borretsch und (kurze spannungsfördernde Pause) Erbsen. Da hat sie aber gestaunt, die Frau Nachbarin.
Veraltet? Mein schöner Schläppi soll veraltet sein und ich soll mir Gedanken machen, ob nicht ein neuer, schnellerer, besserer anzuschaffen wäre.
Im Elektronikmarkt bin ich fündig geworden. Da steht ein Exemplar in seidenmattem silberweiß und schaut sowas von edel aus, dass alles andere echt egal ist. Nee sowas schickes aber auch.
Der beste aller Ehemänner hat tief Luft geholt, geschnauft und nein gesagt. Ich will aber keinen anderen, habe ich gezetert, er hat zurück gezetert, so einer komme ihm nicht ins Haus.
So, ich hoffe, das Thema ist damit durch. Mein Schläppi ist nämlich gar nicht alt und lahm, der ist echt gut. Den behalt ich.
Auf dem Acker lag eine Eierschale. Die kleine Tochter vom Nachbarn fand sie. Wir überlegten, was das für ein Ei sein könnte. Hühnerei schied aus, Form und Farbe waren falsch.
Papagei, schlug sie vor, aber die gibt es hier ja nicht.
Vielleicht ein Pfau, unwahrscheinlich, den habe ich hier auch noch nicht gesehen. "Dann ein Hahn, nein," korrigierte sie sich, "ein Hahn legt keine Eier." Kurzes Überlegen und dann:" Wenn mein Papa Eier leg...."
Leider unterbrach sie sich an dieser Stelle irritiert und deshalb werde ich nie erfahren, was wäre wenn.
Heute habe ich die Korrektur meiner Formularübersetzung zurück bekommen. Ich hoffe mal, dass genügend Fehler drin waren, um klar zu machen, dass sowas nicht mein Metier ist.
Das war doch mal ein Tag. Alle Chefs sind auf Seminar und ich habe endlich die Zeit mich meiner Lieblingsbeschäftigung hinzugeben. Gut 5000 Datensätze sind jetzt in drei kompakten Grafiken verwurstet. Nebenbei habe ich noch rausgefunden, wie man Nullen in einem Balkendiagramm unterdrückt.
Heute habe ich mich dabei erwischt, wie ich gedankenverloren dabei war, die Wege auf meinem Acker fein säuberlich abzuharken.
Hilfe, ich werde wunderlich (euphemistisch ausgedrückt).
"Ist das dein Hut?" fragt der Kollege und deutet auf den gelben Strohhut, der in der Ecke liegt.
Es ist mein Hut, den hatte die Vogelscheuche auf, die mir die Kollegen zum 50. ins Büro gestellt hatten. "Aber damals warst du ja noch nicht da, oder?" frage ich ihn.
Er antwortet nicht, aber ich sehe ihm an der Nasenspitze an, dass er verzweifelt am rechnen ist. Das Ergebnis will er nicht glauben.
Und dabei dachte ich, dass die Zeiten in denen ich jünger als ich bin geschätzt wurde, definitiv vorbei sind.
Meine Träume sind manchmal kurios. Aber der von letzter Nacht topt alle bisherigen.
Im Traum habe ich sehr aussagekräftige Tabellen und Grafiken erstellt, die haarklein beweisen, dass der Krieg in Afghanistan sinnlos ist.
Frauen, so beklagte sich irgentwo ein Kommentator, werden überall bevorzugt. So seien zum Beispiel alle Bürojobs von Frauen belegt und Männer hätten da überhaupt keine Chancen.
Liebe Männer seid handzahm, billig und laßt euch ausnutzen, dann klappt das auch wieder mit dem Bürojob. Es kommt nämlich nicht darauf an ob ihr gut seid. Es zählt allein ob es sich rechnet.