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Bob

Bobpilot Jakob Mandlbauer hat das Unfallkrankenhaus Salzburg wieder verlassen können. Der 27-Jährige war nach seinem Sturz im olympischen Viererbob-Bewerb zunächst ins Krankenhaus in Cortina und dann per Flugambulanz von Treviso nach Salzburg überstellt worden, wo er von Wirbelsäulenspezialisten weiter medizinisch betreut wurde.

„Die Schmerzen sind noch da, aber es wird täglich besser. Ich bin froh, dass ich jetzt zu Hause bin.“ Bereits in der kommenden Woche will er mit Physiotherapie starten. „Wir sind optimistisch, dass wir mit Physiotherapie wieder alles gut hinbekommen. Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist mir aber bewusst“, erklärte der Steirer.

Mandlbauer nach Bandscheibenvorfall: „Halb so schlimm“

Während seine Crew nach dem Unfall unverletzt geblieben war, musste Mandlbauer mit einer Trage vom Eiskanal abtransportiert werden. Am Montag hatte er sich im ORF-Interview zu seinem Unfall, den Verletzungen und möglichen Maßnahmen zum Schutz der Bobcrew geäußert.

Biathlon

Der italienische Biathlet Tommaso Giacomel hat sich einer kleinen Herzoperation unterzogen. Giacomel hatte bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina als Führender wegen Atemproblemen aus dem Massenstart-Rennen aussteigen müssen.

„Ich hatte große Schwierigkeiten zu atmen und mich zu bewegen, deshalb musste ich aufhören. Das war das schlimmste Gefühl, das ich je erlebt habe“, kommentierte Giacomel daraufhin auf Instagram ein Foto von sich im Krankenbett.

Medizinische Untersuchungen ergaben nun „eine Vorhofleitungsstörung, weshalb eine anschließende Ablation empfohlen wurde, die bereits durchgeführt wurde und ein voller Erfolg war“, erklärte der italienische Wintersportverband in einer Stellungnahme.

Saison-Aus für Giacomel

Giacomel muss die Saison damit vorzeitig beenden. „Meine Saison ist vorbei. Enttäuscht“, schrieb Giacomel auf Instagram. Der Zweite im Gesamtweltcup verpasst damit die noch ausstehenden Wettbewerbe im finnischen Kontiolahti (5. bis 8. März), im estnischen Otepää (12. bis 15. März) sowie zum Saisonabschluss auf dem Holmenkollen in Oslo (19. bis 22. März).

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Sportpolitik

Wie schon zuletzt bei den Spielen in Mailand und Cortina hat Vizekanzler und Sportminister Andreas Babler (SPÖ) auch bei der Medaillenfeier am Montag in Innsbruck bekräftigt, dass er sich Winterspiele auch in Österreich sehr gut vorstellen kann.

Man habe in der Bundesregierung vereinbart, große Sportveranstaltungen nach Österreich holen zu wollen, erinnerte er auf der Bühne. Man werde daher in Sachen Olympische Winterspiele 2046 „evaluieren“. 70 Jahre nach Innsbruck 1976 wieder Olympia in Österreich zu haben – „darüber ist es allemal wert, nachzudenken“.

Olympiabewerbung: Politische Signale von der Medaillenbühne

Und Tirol liebäugelt offenbar mit einer Bewerbung. Er sei „leidenschaftlich überzeugt“, dass solche Spiele einen „Mehrwert für Tirol haben“, erklärte der neben Babler stehende Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP): „Ich sehe durchaus eine Chance.“ Man müsse aber die Bevölkerung „mitnehmen“. Und Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) meinte gar: Wenn sich Österreich dazu entschließe, wäre Innsbruck „fix“ mit im Bewerbungsrennen dabei.

Programm

Eine IOC-Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit dem finalen Programm für die Winterspiele 2030 sowie den verschiedenen Disziplinen, Wettbewerben und Quoten.

Das beinhalte auch den Blick auf eine potenzielle Vermischung von bisherigen Sommer- mit Wintersportarten. Die Zukunft der Nordischen Kombination aus Skispringen und Langlauf gilt nicht als gesichert.

Bei einer grundsätzlichen Neuordnung scheint nicht mehr ausgeschlossen, dass künftig einige Hallensportarten aus dem Sommerprogramm in den Winter wechseln. Laut IOC soll ein breiterer Blick auf das Programm von Sommer- und Winterspielen in einem zweiten Schritt erfolgen.

Nach Spekulationen über einen Wegfall von Bob, Rodeln und Skeleton aus dem Programm der nächsten Winterspiele hat sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu Wort gemeldet. Das IOC verwies in einer Stellungnahme vom Montag auf einen Beschluss der Session vom Juli 2024 in Paris, bei dem das Rahmenprogramm für die Winterspiele 2030 in Frankreich beschlossen worden war.

Dazu zählen die sieben Sportarten Biathlon, Bob, Curling, Eishockey, Rodeln, Eislaufen und Ski. „Dieses Thema wird nicht erneut diskutiert“, teilte das IOC mit.

Statistik

Die Ski-alpin-Abteilung war bei den Olympischen Winterspielen Mailand und Cortina d’Ampezzo erstmals seit Innsbruck 1976 – und damit 50 Jahren – nicht mehr Nummer eins eines Teams des Österreichischen Olympischen Comites (OÖC). Mit zweimal Gold und jeweils einmal Silber und Bronze waren die Snowboarder diesmal erfolgreicher als die Alpinen, die einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze eroberten.

Auf vier Medaillen brachte es auch Rodeln mit dreimal Silber und einmal Bronze, die Nordischen Kombinierer holten zweimal Silber und einmal Bronze. Einmal auf das Podest schafften es Skeleton und Skispringen (jeweils Gold) sowie Ski Freestyle (Bronze).

In der Gesamtbilanz bei Winterspielen führen die Alpinen (41/46/45) weiter souverän und haben mit 132 fast die Hälfte aller 269 österreichischen Medaillen beigesteuert.

ÖOC-Bilanz nach Sportarten Mailand/Cortina 2026

Sportart Gold Silber Bronze Gesamt
Snowboard 2 1 1 4
Ski alpin 1 2 1 4
Skeleton 1 0 0 1
Skispringen 1 0 0 1
Rodeln 0 3 1 4
Nordische Kombination 0 2 1 3
Ski Freestyle 0 0 1 1
ÖOC-Gesamtbilanz 5 8 5 18

ÖOC-Bilanz nach Sportarten bei Winterspielen

Sportart Gold Silber Bronze Gesamt
Ski alpin 41 46 45 132
Skispringen 8 10 10 28
Eiskunstlauf 7 9 4 20
Snowboard 7 3 5 15
Rodeln 6 13 10 29
Nordische Kombination 3 4 12 19
Eisschnelllauf 1 2 3 6
Langlauf 1 2 3 6
Bob 1 2 - 3
Skeleton 1 1 - 2
Biathlon - 4 3 7
Ski Freestyle (Skicross/Freeski) - 1 1 2
ÖOC-Gesamtbilanz 76 97 96 269
Stand nach Mailand/Cortina 2026

Olympia im ORF

Die Olympischen Winterspiele in Italien haben dem ORF im Rahmen seiner über 500-stündigen Berichterstattung Topquoten beschert. In Summe 6,14 Millionen Personen kamen in Österreich zumindest kurz mit den Übertragungen in Kontakt (weitester Seherkreis), das entspricht 81 Prozent der TV-Bevölkerung ab zwölf Jahren. Damit waren die Spiele 2026 die meistgesehenen der ORF-Geschichte, verlautete der ORF in einer Aussendung.

Bei den Winterspielen 2022 in Peking erreichte der ORF insgesamt 5,4 Mio. Zuseherinnen und Zuseher. Die Bewerbe fanden aufgrund der Zeitverschiebung teils aber zu wenig publikumsfreundlichen Zeiten statt. Ähnlich hoch waren das Interesse wie auch die Zeitverschiebung 2018 in Pyeongchang (5,3 Mio. Personen).

Roland Weißmann (ORF) zieht zufrieden Bilanz

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann nahm die Quoten als Beweis dafür her, „wie wichtig es ist, Sportevents wie die Olympischen Spiele im Free-TV zu halten“.

Abfahrten als Quotenhit

Ski-alpin-Übertragungen dominierten das Reichweitenranking. Die beiden Abfahrten knackten auf ORF1 die Millionenmarke, wobei der Männer-Bewerb mit 1,09 Mio. Zusehern knapp zugkräftiger war als jener der Frauen (1,05 Mio.). Der Riesentorlauf der Männer (990.000) landete knapp unter einem siebenstelligen Wert, schaffte es aber auf das Reichweitenpodest.

Nicht unter den Top Drei landete der Skeletongoldlauf von Janine Flock mit im Schnitt 816.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, stellte aber einen Reichweitenrekord für die Sportart im ORF auf. Ebenfalls einen Quotenrekord – in diesem Fall für Big Air – landete Anna Gasser mit 832.000 Zuschauern bei der Qualifikation.

Reichweitenzuwachs für ORF Sport +

Etliche Übertragungen – etwa Curling, Eisschnelllauf und Eiskunstlauf – waren im Sportspartenkanal ORF Sport + zu sehen. Für den Sender waren die Spiele ein Reichweitenboost auf knapp 300.000 Personen Tagesreichweite.

Mit Blick auf den Streamingbereich vermeldete der ORF ebenfalls Rekorde. Insgesamt 290 Millionen Nutzungsminuten und 7,6 Mio. Nettoviews verbuchten die Livestreams und Video-on-Demand-Angebote und wurden damit so stark genutzt wie noch nie zuvor bei Olympischen Spielen. Auf seiner Sportwebsite verzeichnete der ORF seit dem Start des Olympiakanals 141 Millionen Seitenaufrufe.

Weiter geht es von 7. bis 15. März mit Paralympics, wobei ORF1 täglich eine Highlight-Sendung im Programm hat und ORF Sport + die Spiele auch live übertragen wird.