Beschreibung
Reinigungsgerät, insbesondere Haushaltsstaubsauger Gebiet der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Reinigungs gerät, insbesondere einen Haushaltsstaubsauger, mit einem Gebläse und einem Drucksensor zur Ermittlung eines von dem Gebläse erzeugten Unterdruckes. [0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Reinigungsgerätes.
Stand der Technik
[0003] Reinigungs geräte der vorgenannten Art sind im Stand der Technik bekannt. Diese können zudem über eine Einrichtung zur Variation der Gebläseleistung des Gebläses verfügen, um eine zu reinigende Fläche bestmöglich von Sauggut zu befreien. Hierbei ist es ebenfalls bekannt, die Gebläseleistung in
Abhängigkeit von einem Strömungswiderstand eines Vorsatzgerätes des Reinigungsgerätes zu variieren, damit für ein bestmögliches Reinigungsergebnis eine möglichst geringe Schiebekraft zum Verschieben des Reinigungsgerätes über die zu reinigende Fläche notwendig ist. Die aufzuwendende Schiebekraft ist dabei unter anderem von dem Bodenbelag abhängig, beispielsweise einem Hartboden oder einem Teppichboden.
[0004] Zur Messung des von dem Gebläse erzeugten Unterdruckes werden im Stand der Technik Differenzdrucksensoren verwendet. Nachteilig dabei ist, dass der auch zu dem Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes beitragende Absolutdruck nicht berücksichtigt wird. Dies beeinträchtigt das Reinigungsergebnis nachteilig.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Reinigungsgerät zu schaffen, welches bei möglichst geringem Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes ein bestmögliches Reinigungsergebnis erzielt.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Zur Lösung der vorgenannten Aufgabe schlägt die Erfindung ein Rei- nigungsgerät vor, bei welchem der Drucksensor ein Absolutdrucksensor ist.
[0007] Erfindungsgemäß misst der Drucksensor nun einen Absolutdruck, welcher in Abhängigkeit von dem Einsatzort des Reinigungsgerätes über Normalnull oder auch den Wetterbedingungen variieren kann. Dadurch werden Schwankungen des Absolutdruckes berücksichtigt und nicht fälschlicherweise als von dem Gebläse erzeugte Druckdifferenz interpretiert.
[0008] Vorteilhaft weist der Absolutdrucksensor einen Detektionsbereich auf, der einem in einem Anschlussbereich für ein Vorsatzgerät angeordneten Ansaugbereich des Gebläses zugeordnet ist, d. h. einem Bereich, welcher von der Saugkraft des Gebläses beaufschlagt wird. Dieser Ansaugbereich befindet sich in dem Reinigungsgerät üblicherweise dort, wo ein Vorsatzgerät an das Reinigungsgerät angeschlossen wird. In diesem Detektionsbereich misst der Absolutdrucksensor zum einen während einer ersten Messung den Umgebungsdruck bei ausgeschaltetem Gebläse, d. h. ohne Beaufschlagung des Detektions- bereiches mit dem von dem Gebläse erzeugten Saugluftstrom, und zum ande- ren während einer zweiten Messung den Absolutdruck bei eingeschaltetem Gebläse. Die aus diesen beiden Absolutdrücken berechnete Druckdifferenz ist von dem aktuellen Umgebungsdruck bereinigt, so dass das Reinigungsergebnis unabhängig von dem aktuellen Umgebungsdruck optimal ist.
[0009] Gemäß einer besonders einfachen Ausgestaltung ist der Detektionsbe- reich des Absolutdrucksensors dem Ansaugbereich dadurch zugeordnet, dass der Absolutdrucksensor unmittelbar in dem Ansaugbereich des Anschlussbereiches angeordnet ist. [0010] Alternativ kann jedoch auch vorgesehen sein, dass der Drucksensor in einem Ausblasbereich des Gebläses, insbesondere auf einer in dem Ausblasbereich des Gebläses angeordneten Leiterplatte, angeordnet ist, wobei zwischen dem Drucksensor und dem Detektionsbereich ein Messkanal ausgebildet ist, dessen erster Endbereich dem Drucksensor zugeordnet ist und dessen zweiter Endbereich in den Ansaugbereich mündet. Gemäß dieser Ausgestaltung sind der Ort des Detektionsbereiches und der Ort des Drucksensors verschieden. Dadurch ist es möglich, den Drucksensor in dem Ausblasbereich des Gebläses mittels der Ausblasluft des Gebläses zu kühlen. Der Absolutdruck in dem Ansaugbereich wird dabei über den Messkanal gemessen. Der Messkanal weist dazu einen ersten und einen zweiten Endbereich auf, wobei der erste Endbereich an den Drucksensor herangeführt ist und insbesondere die Leiterplatte so kontaktiert, dass der Drucksensor in den Messkanal ragt, und wobei der zweite Endbereich in den Ansaugbereich ragt, insbesondere in einen Strömungsweg des von dem Gebläse erzeugten Saugluftstromes von dem Vorsatzgerät zu dem Gebläse.
[0011] Es wird vorgeschlagen, dass der Messkanal ein Schlauchabschnitt ist. Dieser Schlauchabschnitt kann mit seinem ersten Endbereich auf die Leiterplatte aufgeklebt oder auf andere Art und Weise mit der Leiterplatte verbunden sein. Besonders vorteilhaft ist die offene Stirnseite des Messkanals durch einen Teilbereich der Leiterplatte bedeckt, so dass der Messkanal möglichst fluiddicht mit der Leiterplatte verbunden ist. Der Schlauchabschnitt, insbesondere als flexibler Schlauchabschnitt ausgebildet, ist in den Ansaugbereich geführt, wobei
der zweite Endbereich dort vorteilhaft ebenfalls fluiddicht mit einem Saugkanal des Anschlussbereiches verbunden ist. Alternativ zu der Ausbildung des Messkanals als Schlauchabschnitt ist es jedoch auch möglich, einen Teilbereich des Gehäuses des Reinigungsgerätes als Messkanal auszubilden. Der Messkanal kann beispielsweise in das Gehäuse des Reinigungsgerätes eingeformt sein, vorteilhaft in einem Spritzgus s verfahren. Dies ermöglicht gleichzeitig auch eine Ausbildung einer Aufnahme für die den Drucksensor tragende Leiterplatte, so dass bei Anordnung der Leiterplatte in der Aufnahme gleichzeitig auch eine Kontaktierung des ersten Endbereiches des Messkanals mit der Leiterplatte er- folgen kann.
[0012] Die Erfindung schlägt des Weiteren vor, dass in dem Anschlussbereich zusätzlich ein Temperatursensor angeordnet ist. Der Temperatursensor dient zur Messung der aktuellen Temperatur in dem Anschlussbereich, welche zur Berechnung der aktuellen Luftdichte herangezogen werden kann. Die Luftdich- te dient wiederum zur Berechnung des Volumenstroms des Gebläses, welcher in Kombination mit dem durch das Gebläse erzeugten Unterdruck eine Bestimmung des aktuellen Strömungswiderstandes des Vorsatzgerätes ermöglicht. Durch die Berücksichtigung der aktuellen Temperatur innerhalb des Ansaugbereiches ist somit eine noch zuverlässigere Bestimmung des Strömungswider- Standes möglich.
[0013] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Reinigungs gerät eine Auswerte- und Regeleinrichtung aufweist, welche ausgebildet ist, eine resultierende Saugleistung des Reinigungsgerätes in Abhängigkeit von einem mittels des Drucksensors ermittelten Unterdruck einer aktuellen Gebläseleistung und einer aktuellen Drehzahl des Gebläses zu regeln. Der aus den Absolut drücken ermittelte Unterdruck und der dazu korrespondierende Volumenstrom des Gebläses, welcher der Gebläsekennlinie des Gebläses zu entnehmen ist, bestimmen den
Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes und damit auch die zur Verschiebung des Vorsatzgerätes aufzuwendende Schiebekraft. Dieser Strömungswiderstand wird von der Auswerte- und Regeleinrichtung herangezogen, um die resultierende Saugleistung des Reinigungsgerätes so zu regeln, dass zum einen der Strömungswiderstand möglichst gering ist und zum anderen ein bestmögliches Reinigungsergebnis erzielt wird. Die Auswerte- und Regeleinrichtung kann dabei insbesondere zur Regelung einer konstanten Saugleistung eingerichtet sein. Der Volumenstrom durch das Gebläse ist (unter anderem) von der aktuellen Gebläseleistung abhängig, welche sich aus der Strom- und Span- nungsabnahme des Gebläses ermitteln lässt. Strom und Spannung des Gebläses werden beispielsweise mittels entsprechender Einrichtungen auf einer Leiterplatte des Gebläses gemessen. Die Drehzahl des Gebläses wird darüber hinaus in üblicher Weise mittels eines Drehzahlmessers gemessen. Somit kann die Auswerte- und Regeleinrichtung anhand der vorgenannten Messdaten und be- kannten Kennlinien des Gebläses den Strömungswiderstand ermitteln, welcher zur Regelung der Saugleistung des Reinigungsgerätes dient.
[0014] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Auswerte- und Regeleinrichtung ausgebildet ist, die Saugleistung zusätzlich in Abhängigkeit von einer mittels des Temperatursens ors gemessenen Temperatur zu regeln. Da- durch wird die Auswertung zudem um die von der Temperatur abhängige Luftdichte bereinigt, was zu einer optimalen Regelung der Saugleistung des Gebläses beiträgt. Dies insbesondere, da sich die Luftdichte und damit auch der von dem Gebläse erzeugte Unterdruck in Abhängigkeit von der Temperatur ändern. [0015] Neben dem zuvor dargestellten Reinigungsgerät wird mit der Erfindung ebenso ein Verfahren zum Betrieb eines Reinigungsgerätes vorgeschlagen, wobei eine Saugleistung des Reinigungsgerätes in Abhängigkeit von einem
ermittelten Strömungswiderstand eines Vorsatzgerätes des Reinigungsgerätes variiert wird, mit den Verfahrensschritten:
Messung eines Absolutdruckes in einem Ansaugbereich des Gebläses bei ausgeschaltetem Gebläse; - Messung eines Absolutdruckes in dem Ansaugbereich des Gebläses bei eingeschaltetem Gebläse,
Ermittlung des von dem Gebläse erzeugten Unterdruckes aus der Differenz der gemessenen Absolutdrücke,
Ermittlung einer Gebläseleistung des Gebläses, - Messung einer Drehzahl des Gebläses,
Ermittlung des Strömungswiderstandes des Vorsatzgerätes aus dem Unterdruck, der Gebläseleistung und der Drehzahl durch Vergleichen mit bekannten Gebläsekennlinien des Gebläses,
Regeln der Saugleistung des Reinigungsgerätes mittels einer Variation der Drehzahl des Gebläses und/ oder der Gebläseleistung in Abhängigkeit von dem ermittelten Strömungs wider stand.
[0016] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird nun vor dem Anschalten des Gebläses eine erste Absolutdruckmessung vorgenommenen und sodann nach Anschalten des Gebläses eine zweite Absolutdruckmessung. Die erste Ab- solutdruckmessung erfolgt in einer so kurzen Zeitspanne, beispielsweise
300 Millisekunden, dass der Nutzer des Reinigungsgerätes keine Verzögerung des Anschaltens des Gebläses registriert. Nach Anschalten des Gebläses können in vorzugsweise regelmäßig aufeinanderfolgenden Abständen weitere Absolut-
druckmessungen durchgeführt werden, beispielsweise 10- bis 20-mal pro Sekunde. Aus dem jeweiligen bei laufendem Gebläse ermittelten Absolutdruck und dem ersten bei ausgeschaltetem Gebläse gemessenen Absolutdruck wird der von dem Gebläse erzeugte Unterdruck ermittelt. Darüber hinaus wird die von dem Gebläse aufgenommene elektrische Leistung ermittelt, was regelmäßig mit Hilfe einer Messung des von dem Gebläse benötigten Stroms und der Spannung erfolgt. Des Weiteren wird die Drehzahl des Gebläses gemessen. Alle Messwerte, d. h. sowohl der Unterdruck, als auch die Gebläseleistung und die Drehzahl des Gebläses fließen in die Ermittlung des Strömungswiderstandes des Vorsatzgerätes ein. Der Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes macht sich in der Praxis für den Nutzer des Reinigungsgerätes als eine zur Verschiebung des Reinigungsgerätes bzw. des Vorsatzgerätes über die zu reinigende Fläche aufzuwendende Schiebekraft bemerkbar. Bei einem sehr hohen Strömungswiderstand ist es dem Nutzer nur unter großer Kraftaufwendung mög- lieh, das Reinigungsgerät bzw. das Vorsatzgerät über die zu reinigende Fläche zu führen. Dies geht mit einem geringen Volumenstrom durch das Gebläse und damit auch einer geringen Saugleistung einher. Die Messdaten werden sodann mit bekannten Gebläsekennlinien des Gebläses verglichen, aus welchen der bei dem jeweiligen Strömungswiderstand auftretende Volumenstrom und die Druckdifferenz entnehmbar sind. Sofern eine der bekannten Gebläsekennlinien mit den Messdaten übereinstimmt, bzw. diesen bestmöglich ähnelt, wird die aktuell gemessene Saugleistung so geregelt, dass sich ein bestmögliches Reinigungsergebnis einstellt. Zum Regeln der Saugleistung kann die Drehzahl des Gebläses variiert werden und/ oder die Gebläseleistung. Vorzugsweise wird die Saugleistung dabei auf einen konstanten Betrag geregelt.
[0017] Zudem wird vorgeschlagen, dass die Gebläseleistung bei Erreichen eines definierten maximalen Strömungswiderstandes des Vorsatzgerätes nicht weiter erhöht werden kann. Damit ist eine maximale Leistungsaufnahme in Anbetracht des sich einstellenden Strömungswiderstandes gegeben. Über einen
entsprechenden maximalen Strömungswiderstand hinaus lässt sich die Leistung des Gebläses zur Erhöhung des Volumenstroms nicht steigern. Der maximal zulässige Strömungswiderstand und damit auch die zur Verschiebung des Vorsatzgerätes aufzuwendende Schiebekraft kann beispielsweise mit 20 N vor- gesehen sein. Dies dient einem Schutz vor einer Überlastung des Gebläses.
[0018] Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass der Strömungswiderstand des aktuell verwendeten Vorsatzgerätes zusätzlich in Abhängigkeit von einer in dem Anschlussbereich aktuell gemessenen Temperatur ermittelt wird. Wie zuvor bereits in Bezug auf das Reinigungsgerät erläutert, lässt sich durch die Ein- beziehung der aktuell gemessenen Temperatur ein optimales Reinigungsergebnis bei geringstmöglichem Strömungswiderstand erzielen.
[0019] Schließlich wird vorgeschlagen, dass ein Füllstand eines in einem Ansaugbereich eines Gebläses angeordneten Filters ermittelt wird, indem der ermittelte Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes mit Referenzwerten vergli- chen wird, welche jeweils einem bestimmten Füllstand des Filters zugeordnet sind. Um von dem Strömungswiderstand auf den Füllstand rückzuschließen, werden empirische Kennlinien bzw. Kennwerte zu unterschiedlichen Betriebsmodi bzw. Saugleistungsstufen hinterlegt, welche jeweils einem bestimmten Füllstand des Filters zugeordnet sind. Unabhängig von dem aktuell ermittelten Füllstand des Filters soll vorzugsweise auch die Saugleistung konstant gehalten werden.
[0020] Schließlich ist die Bedienung des Reinigungsgerätes durch den Nutzer durch eine Auswahleinrichtung, beispielsweise einen Schiebeschalter vornehmbar. Eine erste Stellung des Schiebeschalters ist beispielsweise einem Automatik- betrieb des Reinigungsgerätes zugeordnet. In dieser Stellung regelt die Auswerte- und Regeleinrichtung selbsttätig die in Anbetracht des ermittelten Unter-
druckes erforderliche Gebläseleistung, um eine bestimmte Saugleistung bzw. einen bestimmten Volumenstrom zu erreichen. Des Weiteren können Leistungsstufen mit einer konstanten Gebläseleistung vorgesehen sein, beispielsweise eine Leistungsstufe mit einer konstanten Gebläseleistung von 50 W und eine weitere Leistungsstufe mit einer höheren Gebläseleistung von 300 W. Darüber hinaus kann eine zusätzliche Leistungsstufe als Maximalleistungsstufe vorgesehen sein. In dieser Maximalleistungsstufe kann die Gebläseleistung in Abhängigkeit von einem detektierten Bodenbelag, d. h. beispielsweise Hartboden oder Teppichboden, gesteuert werden, beispielsweise 700 W für die Reinigung von Teppichbö- den und 450 W für die Reinigung von Hartböden. Hier kann es sich um eine reine Steuerung handeln, d. h. nur die vorgenannten konstanten Gebläseleistungen sind vorgesehen. Eine strömungswiderstandabhängige Anpassung erfolgt nicht. Alternativ wäre es jedoch auch möglich, auch in diesem Betriebsmodus zusätzlich zu der Abhängigkeit von dem jeweiligen Bodenbelag eine Abhängigkeit von dem sich ergebenden Strömungswiderstand (Schiebekraft) vorzusehen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Reinigungsgerät mit einem Vorsatzgerät in perspektivischer
Ansicht von außen,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch das Reinigungsgerät und das Vorsatzgerät.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0022] Figur 1 zeigt ein Reinigungsgerät 1, welches hier als haushaltsüblicher Handstaubsauger ausgebildet ist. Das Reinigungsgerät 1 verfügt über ein Basis-
gerät 15, in welchem ein Gebläse 2 und eine Filterkammer mit einem Filter 14 angeordnet sind. An einen Anschlussbereich 5 des Basisgerätes 15 ist ein Vorsatzgerät 7 angeschlossen, welches zur Bearbeitung einer Fläche, wie beispielsweise ein Hartboden oder ein Teppichboden, dient. Bei angeschaltetem Geblä- se 2 wird Sauggut durch das Vorsatzgerät 7 in den Filter 14 geführt.
[0023] An dem Basisgerät 15 ist eine Führungsstange 19 zur Handhabung des Reinigungsgerätes 1 angeordnet. An der Führungsstange 19 befindet sich end- seitig ein Griffelement 20. Das Griffelement 20 trägt ein Bedienelement 16, über welches der Nutzer unterschiedliche Betriebsmodi des Reinigungsgerätes 1 wählen kann. Das Bedienelement 16 verfügt über einen Schiebeschalter 17 und eine Taste 18. Im Einzelnen ermöglicht der Schiebeschalter 17 vier verschiedene Stellungen, welchen vier verschiedene Betriebsmodi zugeordnet sind.
[0024] In einer ersten Stellung des Schiebeschalters 17 kann ein Automatikmodus des Reinigungsgerätes 1 eingestellt werden. In diesem Betriebsmodus regelt das Reinigungs gerät 1 eine Leistung des Gebläses 2 selbsttätig in Abhängigkeit von dem von dem Gebläse 2 erzeugten Unterdruck, um eine bestimmte Saugleistung, d. h. einen bestimmten Volumenstrom durch das Vorsatzgerät 7 zu erreichen. In diesem Betriebsmodus ist ein Maximalwert für die erforderliche Gebläseleistung vorgesehen, um das Gebläse 2 vor einer Überlastung zu schützen. Über diesen Maximalwert hinaus lässt sich die Leistung des Gebläses 2 nicht weiter steigern. Der Maximalwert der Gebläseleistung kann beispielsweise auf einen maximalen Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes 7 von 20 N ausgelegt sein. Dieser Strömungswiderstand entspricht der maximalen Schiebekraft, die aufgewendet werden muss, um das Vorsatzgerät 7 über die zu reinigende Fläche zu führen. Die Beziehung zwischen dem von dem Gebläse 2 erzeugten Unterdruck, dem Volumenstrom durch das Vorsatzgerät 7 und der Schiebekraft bzw. dem Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes 7
lässt sich den Kennlinien des Gebläses 2 für das aktuell verwendete Vorsatzgerät 7 entnehmen.
[0025] Neben dem Automatikmodus dient der Schiebeschalter 17 ebenfalls zur Einstellung zweier Betriebsmodi, in welchen eine konstante Leistung des Ge- bläses 2 verwendet wird. Die Leistung des Gebläses 2 kann in einem Betriebsmodus beispielsweise 50 W betragen und in einem anderen Betriebsmodus beispielsweise 300 W.
[0026] Schließlich kann mit dem Schiebeschalter 17 auch ein Betriebsmodus gewählt werden, welcher eine bodenartabhängige Maximalleistungsstufe des Gebläses 2 betrifft. In diesem Betriebsmodus wird eine selbsttätige Einstellung der Gebläseleistung in Abhängigkeit von der Art der zu reinigenden Fläche vorgenommen, beispielsweise eine konstante Gebläseleistung von 700 W für Teppichboden und eine konstante Gebläseleistung von 450 W für Hartboden. Eine automatische Anpassung dieser Gebläseleistungen in Abhängigkeit von einer sich einstellenden Schiebekraft, d. h. eines Strömungswiderstandes des Vorsatzgerätes 7, ist hier beispielsweise nicht vorgesehen.
[0027] Des Weiteren verfügt das Bedienelement 16 über eine Taste 18, mit welcher ausgehend von dem Betriebsmodus„bodenartabhängige Maximalleistung" ein manueller Wechsel zwischen der Anpassung an Hartboden bzw. Teppichboden vorgenommen werden kann. Beispielsweise kann durch die Betätigung der Taste 18 auch für die Reinigung von Hartboden eine Einstellung des Vorsatzgerätes 7 erzwungen werden, welche üblicherweise nur auf Teppichboden verwendet wird.
[0028] Figur 2 zeigt einen Längsschnitt des Reinigungsgerätes 1. Das Basisge- rät 15 weist das Gebläse 2 und die Filterkammer mit dem Filter 14 auf. In dem
Anschlussbereich 5 des Basisgerätes 15 ist das Vorsatzgerät 7 angeordnet. Von dem Gebläse 2 angesaugte Luft gelangt durch das Vorsatzgerät 7 und den Filter 14 zu dem Gebläse 2 und anschließend an die Umgebung. Der Anschlussbereich 5 umfasst einen Ansaugbereich 6, in welchem durch das Vorsatzgerät 7 in das Basisgerät 15 gelangende Luft in den Filter 14 gesaugt wird. In diesem Ansaugbereich 6 ist ein Temperatursensor 13 angeordnet. In einem Ausblasbereich 8 des Gebläses 2, d. h. in Strömungsrichtung der Saugluft hinter dem Gebläse 2, ist eine Leiterplatte 9 angeordnet, welche mittels der Ausblasluft des Gebläses 2 gekühlt werden kann. Auf dieser Leiterplatte 9 ist ein Drucksensor 3 angeordnet, welcher ein Absolutdrucksensor ist. Dem Drucksensor 3 ist des
Weiteren ein Messkanal 10 zugeordnet, dessen erster Endbereich 11 den Drucksensor 3 auf der Leiterplatte 9 umgibt und dessen zweiter Endbereich 12 an dem Gebläse 2 und dem Filter 14 vorbei in den Ansaugbereich 6 ragt. Der zweite Endbereich 12 definiert einen Detektionsbereich 4 des Drucksensors 3. Mit Hilfe des Messkanals 10 kann der in dem Ausblasbereich 8 des Gebläses 2 angeordnete Drucksensor 3 den Druck in dem vor dem Filter 14 ausgebildeten Ansaugbereich 6 messen.
[0029] Des Weiteren verfügt das Reinigungsgerät 1 über eine Auswerte- und Regeleinrichtung (vorzugsweise ebenfalls auf der Leiterplatte 9 angeordnet), welche zur Regelung der Saugleistung des Reinigungsgerätes 1 dient. Diese Regelung erfolgt, wie im Folgenden noch erläutert wird, in Abhängigkeit von den Messwerten des Drucksensors 3, gegebenenfalls des Temperatursensors 13, und einer aufgenommenen elektrischen Leistung des Gebläses 2 sowie einer Drehzahl des Gebläses 2. [0030] Die Erfindung wird nun in Bezug auf den Betriebsmodus„Automatik" erläutert. Um den Automatikmodus einzustellen, wird der Schiebeschalter 17 des Bedienelementes 16 in die entsprechende Stellung gebracht.
[0031] Durch das Verschieben des Schiebeschalters 17 in die Stellung„Automatik" wird eine erste Absolutdruckmessung durch den Drucksensor 3 veranlasst. Diese Druckmessung erfolgt bei ausgeschaltetem Gebläse 2. Sofern das Reinigungs gerät 1 bis zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Betriebsmodus arbeitete, wird das Gebläse 2 gegebenenfalls zunächst ausgeschaltet.
[0032] Die initiale Absolutdruckmessung benötigt eine nur geringe Zeitspanne von beispielsweise 300 Millisekunden, so dass der Nutzer des Reinigungs gerä- tes 1 keinen Zeitversatz bis zu dem Zeitpunkt des Anschaltens des Gebläses 2 wahrnehmen kann. Nach Beendigung dieser ersten Absolutdruckmessung wird das Gebläse 2 automatisch durch die Auswerte- und Regeleinrichtung des Reinigungsgerätes 1 eingeschaltet. Im Folgenden wird dann während des Betriebs ein sich in dem Ansaugbereich 6 ausbildender Absolutdruck ermittelt. Diese Messung bei angeschaltetem Gebläse 2 wird dann vorteilhaft beispielsweise 10- bis 20-mal pro Sekunde wiederholt. Anschließend wird die Differenz zwischen dem bei angeschaltetem Gebläse 2 gemessenen Absolutdruck und dem initial gemessenen Absolutdruck bei ausgeschaltetem Gebläse 2 ermittelt, so dass der von dem Gebläse 2 erzeugte Unterdruck bekannt ist.
[0033] Darüber hinaus wird in üblicher Weise an den elektrischen Zuleitungen des Gebläses 2 ein Strom und eine Spannung gemessen und daraus die von dem Gebläse 2 aufgenommene elektrische Leistung ermittelt. Ein Drehzahlmesser misst zudem die Drehzahl des Gebläses 2. Anschließend wird aus der ermittelten Gebläseleistung des Gebläses 2, der Drehzahl des Gebläses 2, dem bei ausgeschaltetem Gebläse 2 gemessenen Absolutdruck sowie gegebenenfalls der von dem Temperatursensor 13 gemessenen Temperatur der Volumenstrom durch das Gebläse 2 ermittelt. Anhand dieses Volumenstroms und des durch das Gebläse 2 erzeugten Unterdruckes kann der Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes 7 durch Vergleichen der Messdaten mit bekannten Kennlinien
des Gebläses 2 ermittelt werden. Der ermittelte Strömungswiderstand entspricht der Schiebekraft, welche durch einen Nutzer des Reinigungsgerätes 1 aufzuwenden ist, um das Vorsatzgerät 7 über die zu reinigende Fläche zu schieben. Dieser Strömungswiderstand bzw. diese Schiebekraft wird zur Rege- lung der Saugleistung des Reinigungsgerätes 1 herangezogen, wobei die Saugleistung mittels einer Variation der Drehzahl und/ oder Gebläseleistung geregelt wird. Vorzugsweise wird die Saugleistung dabei auf einen konstanten Wert geregelt. Dies auch unabhängig von einem Füllstand des Filters 14. Bei dem beschriebenen Verfahren handelt es sich um eine echte Regelung der Saugleis- tung und nicht etwa um eine bloße Steuerung.
[0034] Sofern sich beim Betrieb des Reinigungsgerätes 1 eine Situation einstellt, in welcher der ermittelte Strömungswiderstand über einen definierten Maximalwert hinausgeht, beispielsweise weil sich das Vorsatzgerät 7 an der zu reinigenden Fläche festgesaugt hat oder der Filter 14 vollständig gefüllt ist, wird die Gebläseleistung zur Vermeidung einer Überlastung des Gebläses 2 nicht weiter erhöht. Der definierte maximale Strömungswiderstand bzw. die entsprechende maximale Schiebekraft kann beispielsweise mit 20 N vorgesehen sein.
[0035] Um des Weiteren einen Füllstand des Filters 14 zu ermitteln, kann der ermittelte Strömungswiderstand des Vorsatzgerätes 7 mit Referenzwerten verglichen werden, welches jeweils charakteristisch für einen bestimmten Füllstand des Filters 14 sind. Für die Auswertung werden beispielsweise empirisch ermittelte Kennlinien oder Kennwerte zu unterschiedlichen Füllständen des Filters 14 herangezogen, gegebenenfalls auch in Bezug auf unterschiedliche Be- triebsmodi bzw. Leistungs stufen des Gebläses 2.
Liste der Bezugszeichen
1 Reinigungsgerät
2 Gebläse
3 Drucksensor
4 Detektionsbereich
5 Anschlussbereich
6 Ansaugbereich
7 Vorsatzgerät
8 Ausblasbereich
9 Leiterplatte
10 Messkanal
11 Erster Endbereich
12 Zweiter Endbereich
13 Temperatursensor
14 Filter
15 Basisgerät
16 Bedienelement
17 Schiebeschalter
18 Taste
19 Führungsstange
20 Griffelement