Verfahren und Vorrichtung zum Prägewalzen eines Bandes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prägewalzen eines Bandes mit einem Walzgerüst aufweisend eine erste Arbeitswalze und eine zweite Arbeitswalze, wobei zwischen erster Arbeitswalze und zweiter Arbeitswalze ein Walzspalt mit einer Passlinie definiert wird. Weiter betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum
Prägewalzen eines Bandes, insbesondere zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens, mit einem Walzgerüst aufweisend eine erste Arbeitswalze und eine zweite Arbeitswalze, wobei zwischen erster Arbeitswalze und zweiter Arbeitswalze ein Walzspalt mit einer Passlinie definiert ist.
Gewalzte Bänder und Bleche können bei der Herstellung in einem letzten Walzstich, insbesondere einem letzten Kaltwalzstich, mit einer bestimmten Oberflächenstruktur versehen werden. Dabei wird ein Walzgerüst verwendet, wobei mindestens eine der Arbeitswalzen des Walzgerüsts eine definierte Oberflächenstruktur aufweist, welche durch den Walzstich in die Oberfläche des Bandes oder Blechs eingebracht wird.
Eine solche Oberflächenstruktur kann das Band bzw. das Blech für eine bestimmte Weiterverarbeitung vorbereiten. Vor allem im Kraftfahrzeugbau aber auch in anderen Anwendungsgebieten, beispielsweise dem Flugzeugbau oder Schienenfahrzeugbau werden Bleche benötigt, welche ein sehr gutes Umformverhalten aufweisen und hohe Umformgrade ermöglichen. Im Kraftfahrzeugbau sind typische Anwendungsgebiete die Karosserie und Fahrwerkteile. Bei sichtbaren, lackierten Bauteilen, beispielsweise außen sichtbaren Karosserieblechen, kommt hinzu, dass das Umformen der
Werkstoffe so erfolgen muss, dass die Oberfläche nach der Lackierung nicht durch Fehler wie Fließfiguren oder Zugrilligkeit (Roping) beeinträchtigt ist. Dies ist beispielsweise für die Verwendung von Blechen zur Herstellung von Motorhauben und anderen Karosseriebauteilen eines Kraftfahrzeuges besonders wichtig.
Bei einem Prägewalzstich werden nur geringe Stichabnahmen durchgeführt. Durch den Prägestich wird auch das Umformverhalten des Bandes mit der durch den Prägewalzstich eingebrachten spezifischen Oberflächenstruktur, d.h. dem durch das Prägewalzen entstehenden Walzbild, vorteilhaft beeinflusst. Wird das Band bzw. ein aus dem Band hergestelltes Blech in der Weiterverarbeitung umgeformt, setzt die beim Walzen eingebrachte Oberflächenstruktur des Bandes beispielsweise die Reibung zwischen Blech und Umformwerkzeug herab. Insbesondere wird die
Oberflächenstruktur vorzugsweise so ausgebildet, dass das Blech beim Umformen besser mit Schmierstoffen benetzt werden kann. Die Oberfläche kann Vertiefungen in Form von Schmiertaschen aufweisen, welche Schmierstoffe aufnehmen können.
Dadurch werden die Reibungskräfte beim Umformen weiter gemindert und höhere Umformgrade sind möglich.
Dafür muss jedoch eine Möglichkeit bestehen, die Oberflächenstruktur des Bandes bzw. das Walzbild einzustellen. Beim Walzen, vor allem beim Prägewalzen mit geringen Stichabnahmen ist es insbesondere schwierig, eine durchgängig
gleichförmige Abprägung der Oberflächenstruktur der Arbeitswalzen, insbesondere auf beiden Seiten des Bandes, zu gewährleisten. Problematisch ist einerseits, dass die Arbeitswalzen des Walzgerüstes einem Verschleiß unterliegen und damit bei laufendem Betrieb eine über die Zeit veränderliche Oberflächenstruktur aufweisen. Zudem kann die Oberflächenstruktur der Arbeitswalzen über die Zeit Material des Bandes oder Verunreinigungen aufnehmen und dadurch ein über die Zeit
veränderliches Walzbild erzeugen. Andererseits unterliegt auch das Band, welches dem Walzgerüst zugeführt wird, üblicherweise Schwankungen, womit ein Erreichen eines einheitlichen Walzbildes erschwert wird. Dabei kann das zugeführte Band beispielsweise in den Abmessungen wie der Dicke, der Breite oder auch der Wölbung oder dem Profil oder auch in der Festigkeit variieren, was wiederum das Walzbild beim Walzen schwanken lässt. Des Weiteren ist es für eine gleichförmige Oberflächenstruktur des Bandes auf beiden Seiten abhängig von den Walzbedingungen und dem Gerüstdesign in einer Walzstraße
in der Praxis oft notwendig, verschiedene Arbeitswalzen für die Oberseite und Unterseite einzusetzen, insbesondere Arbeitswalzen mit verschiedenen
Oberflächentopographien. Damit wird die Bereitstellung entsprechender
Arbeitswalzen für das Walzgerüst kompliziert.
Daher wurde in der DE 44 24 613 B4 ein Walzgerüst vorgeschlagen, welches in Bezug auf die Oberflächenrauigkeit des hergestellten Bandes regelbar ist. Diese Regelung wird über Biegeeinrichtungen an den Arbeitswalzen bewirkt, welche die Biegung der Arbeitswalzen und damit die Oberflächenstruktur über die Breite im Band steuern können. Nachteilig hieran ist jedoch, dass entsprechende Walzgerüste mit
Biegeeinrichtungen kompliziert aufgebaut und damit weniger wirtschaftlich sind. Zudem kann eine Steuerung der Oberflächenstruktur nur über die Breite des Bandes erfolgen. Eine Einstellung der Oberflächenstruktur auf Ober- und Unterseite des Bandes, beispielsweise um unterschiedliche Abnutzungen oder Schliffe der
Arbeitswalzen zu berücksichtigen, ist nicht möglich.
Weiter wird in der EP 0 908 248 A2 eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Walzen eines Bandes beschrieben, bei welchem die Oberseite und Unterseite des Bandes und die jeweiligen Arbeitswalzen über separat regelbare Sprüheinrichtungen mit
Schmierstoff versorgt werden. Über die Dosierung des Schmierstoffes können eventuelle Unterschiede des Walzbildes von Oberseite und Unterseite des Bandes vermindert werden. Diese Vorrichtung bzw. dieses Verfahren ist insbesondere in Bezug auf die Prozesssicherheit verbesserungswürdig. Daher liegt der vorliegenden Erfindung das technische Problem zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Walzen anzugeben, bei welchem die
Oberflächenstruktur eines Bandes auf der Ober- und Unterseite prozesssicher gesteuert werden kann und die Nachteile aus dem Stand der Technik vermieden werden können.
Dieses technische Problem wird gemäß einer ersten technischen Lehre der
vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren zum Walzen eines Bandes dadurch gelöst, dass eine Steuerrolle in Walzrichtung vor dem Walzspalt der Arbeitswalzen angeordnet ist, das Band über die Steuerrolle unter einem Einlaufwinkel ß relativ zur Passlinie in den Walzspalt des Walzgerüsts geführt wird und die Oberflächenstruktur des Bandes durch die Wahl des Einlaufwinkels ß abhängig von der Positionierung der Steuerrolle relativ zur Passlinie gesteuert wird.
Das bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Walzgerüst weist eine erste Arbeitswalze und eine zweite Arbeitswalze auf. Die Arbeitswalzen treten während der Durchführung des Verfahrens mit dem Band in Kontakt, beispielsweise steht die erste Arbeitswalze in Kontakt mit der Oberseite des Bandes und die zweite Arbeitswalze steht in Kontakt mit der Unterseite des Bandes. Dabei weist mindestens eine der Arbeitswalzen eine strukturierte Oberfläche auf. Mit einem Durchführen des Bandes durch den Walzspalt zwischen den Arbeitswalzen wird die Dicke des Bandes reduziert und durch die mindestens eine Arbeitswalze mit einer strukturierten Oberfläche ein entsprechendes strukturiertes Walzbild auf der Oberfläche des Bandes eingebracht. Bevorzugt wird mit dem Walzgerüst ein Kaltwalzstich vorgenommen. Üblicherweise wird beim Walzen im Walzgerüst ein Schmierstoff verwendet.
Üblicherweise werden die beiden Arbeitswalzen achsparallel eingesetzt. Die
Drehachsen liegen dann parallel übereinander und bilden zusammen mit senkrecht zu den Drehachsen angeordneten Verbindungslinien zwischen den Drehachsen die Auslaufebene des Walzspaltes.
Die Flächennormale der Auslaufebene der Arbeitswalzen in der neutralen Fläche des zu walzenden Bandes wird als Passlinie bezeichnet. Wird das Band senkrecht zu dieser Auslaufebene in den Walzspalt eingeführt, nimmt es einen Einlaufwinkel ß = 0 ° zur Passlinie ein. Der Einlaufwinkel ß wird also zur Flächennormalen der
Auslaufebene bestimmt. Wird der Bandeinzug gegenüber der Flächennormalen der Auslaufebene verkippt, hat der Einlaufwinkel ß Werte ungleich Null.
Erfindungsgemäß wird das Band über eine Steuerrolle in den Walzspalt des
Walzgerüsts geführt. Über eine Positionierung der Steuerrolle relativ zur Passlinie wird dabei der Einlaufwinkel ß verändert und damit die Abprägung der
Oberflächenstruktur auf das Band gesteuert. Es wurde erkannt, dass eine
Veränderung des Einlaufwinkels ß über die Positionierung einer Steuerrolle eine einfache und prozesssichere Möglichkeit ist, die Oberflächenstruktur des Bandes in einem Prägewalzstich zu steuern. Dabei kann über eine Veränderung des
Einlaufwinkels ß der Walzstich in Bezug auf die gewünschte Oberflächenstruktur angepasst werden, ohne dass das Walzgerüst verändert wird oder dass sonstige vor dem Walzgerüst befindliche Vorrichtungen, wie beispielsweise Ablaufrollen, speziell für eine Veränderung des Einlaufwinkels ß angepasst werden müssen. Insbesondere kann oft auch auf einen Austausch der Arbeitswalzen bei einem gewissen Grad von Verschleiß verzichtet werden, da unter bestimmten Voraussetzungen auch die
Beeinflussung der Abprägung nur auf einer Seite des Bandes möglich ist. Trotz einem Arbeitswalzenverschleiß kann das Walzbild durch eine Regulierung des
Einlaufwinkels ß über die Steuerrolle einheitlich gehalten werden. Auch können einfache Arbeitswalzen ohne eine Biegeeinrichtung zum Verändern des Walzprofils verwendet werden. Insbesondere können auch zwei Arbeitswalzen mit ungleichen Oberflächenrauigkeiten dazu verwendet werden, ein Band mit gleichen
Oberflächenrauigkeiten auf beiden Seiten herzustellen. Ebenso kann in eine bestehende Walzstraße eine positionierbare Steuerrolle nachgerüstet und damit der Einsatzbereich der bestehenden Walzstraße auf einfache Weise erweitert werden.
Die technische Wirkung der Positionierung der Steuerrolle bzw. der Veränderung des Einlaufwinkels ß beruht insbesondere auf einer Kontrolle des Schmierstoffeinzugs in den Walzspalt. Der Schmierstoffeinzug wird im Wesentlichen durch drei Beiträge bestimmt. Diese sind
der Einzug durch oberflächenaktive Substanzen, welche Schmierstoff auf der Oberfläche der Arbeitswalzen und/oder dem Band aktiv binden,
der Einzug durch geometrische Bedingungen an der Oberfläche der
Arbeitswalzen und des Bandes, insbesondere die durch die
Oberflächenrauigkeit und dadurch entstehende Schmiertaschen sowie der hydrodynamische Einzug.
Dabei ist der hydrodynamische Einzug der dominante Beitrag zum
Schmierstoffeinzug. Dieser ist von dem Kontaktwinkel zwischen der Oberfläche der jeweiligen Arbeitswalze mit der Oberfläche des Bandes abhängig. Durch eine
Veränderung des Einlaufwinkels ß kann der Kontaktwinkel der Arbeitswalze und damit der hydrodynamische Schmierstoffeinzug verändert werden. Insbesondere kann durch eine Veränderung des Einlaufwinkels Einfluss auf das Walzbild von Oberseite und Unterseite des Bandes genommen werden, beispielsweise um auf beiden Seiten ein einheitliches Walzbild zu erreichen und um auf unterschiedliche
Oberflächenstrukturen und unterschiedlichen Verschleiß der Oberflächenstruktur der beiden Arbeitswalzen zu reagieren.
Somit kann über eine entsprechende Positionierung der Steuerrolle relativ zur Passlinie der Schmierstoffeinzug im Walzgerüst auf der Oberseite und der Unterseite des Bandes und damit auch das Walzbild direkt beeinflusst werden.
Vorzugsweise wird gemäß einer ersten Ausführungsform ein Einlaufwinkel α in einem Stellbereich von +/- 2a eingestellt wird, wobei a der Greifwinkel einer Arbeitswalze [2, 4) in einem gegebenen Walzstich ist, für den gilt: = arccos [1 - [Ah / DW)], wobei Äh die Differenz zwischen der Dicke des Bandes vor dem Walzen und der Dicke des Bandes nach dem Walzen in mm (Stichabnahme) und DW der Durchmesser der Arbeitswalze (2, 4) in mm ist. Durch die Verwendung eines entsprechend begrenzten
Einstellbereichs für den Winkel ß wird einerseits der relevante Winkelbereich abgedeckt und andererseits ermöglicht eine sehr feine Winkeleinstellung in dem Bereich zu realisieren. Bei einem Einlaufwinkel ß oberhalb dieses Greifwinkels liegt das Band beim Einzug an der Oberfläche der jeweiligen Arbeitswalze bereits tangential an, bevor das Band im Walzspalt verformt wird. In einer bevorzugten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens wird daher ein Einlaufwinkel ß größer dem
Greifwinkel α = arccos [1 - [Ah / Dw)] einer Arbeitswalze eingestellt, wobei Ah die Differenz zwischen der Dicke des Bandes vor dem Walzen und der Dicke des Bandes nach dem Walzen in mm (Stichabnahme) und Dw der Durchmesser der Arbeitswalze in mm ist. Besonders beim Prägewalzen sind üblicherweise kleinere Stichabnahmen Ah vorgesehen, womit der Greifwinkel α entsprechend klein wird. Wird eine Arbeitswalze mit einem Einlaufwinkel ß größer dem Greifwinkel α betrieben, so ändert sich das Walzbild beim Ändern des Einlaufwinkels ß nur auf einer ersten Seite des Bandes, da die andere Seite mit einem Kontaktwinkel oberhalb des Greifwinkels in Kontakt mit der Arbeitswalze steht. Damit kann über eine
Veränderung des Einzugswinkels ß das Walzbild der zweiten Seite des Bandes praktisch unabhängig von der ersten Seite eingestellt werden. Folglich kann in dieser Ausgestaltung insbesondere ein einheitliches Walzbild auf beiden Seiten des Bandes mit einer vereinfachten Steuerung zur Verfügung gestellt werden. Vorzugsweise wird in 0,1 °-Schritten, besonders bevorzugt in 0,05 °-Schritten der Einlaufwinkel ß verändert, so dass eine sehr präzise Beeinflussung der Oberflächenrauigkeit der Ober- und Unterseite des Bandes erfolgen kann.
Die Oberflächentopographie gewalzter Bänder ist vor allem abhängig von den
Oberflächen der Arbeitswalzen. Allerdings kann die Oberflächenrauigkeit der beiden Arbeitswalzen unterschiedlich sein. Die Eigenschaften einer Oberflächentopografie lassen sich durch verschiedene Kennwerte bestimmen. Ein üblicher Kennwert ist die
mittlere Rauheit R
a nach DIN EN ISO 4287 und DIN EN ISO 4288. Dieser Kennwert ist über die folgende Gleichung definiert:
Z(x) ist ein Profil der Oberfläche, d.h. ein eindimensionaler Schnitt durch die Funktion Z(x,y). L ist die Länge des Integrationsintervalls. Zur Bestimmung der Oberflächengüte einer Fläche werden in der Praxis an verschiedenen Stellen der Oberfläche
eindimensionale Profile Z(x) durch lineare Abtastung gemessen und der
entsprechende Wert Ra ermittelt.
Der Wert für S
a ergibt sich aus einer zweidimensionalen Vermessung der Oberfläche, also der Topographie Z(x,y). Die Berechnung des Werts S
a erfolgt anhand der nachfolgenden Gleichung, wobei A die Größe der Integrationsfläche ist:
Die Rauigkeit Ra bzw. Sader Oberflächen der Arbeitswalzen kann beispielsweise im Bereich von mindestens 0,1 μπι bis maximal 10,0 μπι, bevorzugt mindestens 0,4 μιτι bis maximal 4,0 μιη, insbesondere bevorzugt mindestens 0,6 μηι bis maximal 3,0 μηι liegen. Der Unterschied in der Rauigkeit Ra bzw. Sa der Oberflächen der
Arbeitswalzen kann insbesondere im Zusammenhang mit einem Einlaufwinkel ß mehr als 0,1 μιη betragen, insbesondere mehr als 0,3 μπι. Es ist auch denkbar, dass eine strukturierte Oberfläche nur in eine der Arbeitswalzen eingebracht ist.
Mit zwei unterschiedlichen Rauigkeiten der Oberfläche der Arbeitswalzen kann beispielsweise der Einlaufwinkel ß so eingestellt werden, dass der Kontaktwinkel zwischen der weniger rauen Arbeitswalze und dem Band oberhalb des Greifwinkels α liegt und damit diese Seite des Bandes mit einer von der weiteren Veränderung des
Einlaufwinkels ß praktisch unabhängiges Walzbild erfährt. Über den Einlaufwinkel ß kann dann das Walzbild der Seite des Bandes, welche in Kontakt zu der raueren Arbeitswalze steht, gesteuert werden. In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird mindestens eine Ablaufrolle verwendet, welche das Band vor der Steuerrolle durchläuft. Eine Ablaufrolle oder eine Anordnung mehrerer Ablaufrollen dient zur Führung des Bandes und zur Regulierung der Bandspannung, wobei das Band insbesondere mehrere Ablaufrollen durchläuft und zwischen diesen wechselweise gebogen wird. In Kombination mit der Steuerrolle bietet mindestens eine Ablaufrolle die Möglichkeit, den Einlaufwinkel ß voreinzustellen, so dass über die Steuerrolle der Einlaufwinkel ß in sehr kleinen Winkelschritten einstellbar ist und gleichzeitig über die mindestens eine Ablaufrolle gewährleistet ist, dass die Steuerrolle eine
ausreichende Traktion aufweist und Oberflächenschäden am Band vermieden werden können.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die mindestens eine Ablaufrolle so positioniert, dass über die mindestens eine Ablaufrolle ein Einlaufwinkel ßß eingestellt wird wenn die Steuerrolle das Band nicht berührt und durch die Positionierung der Steuerrolle ein Einlaufwinkel ß eingestellt, wobei die Differenz zwischen den Einlaufwinkeln ß und ßß mindestens 0,5°, bevorzugt 1,0° beträgt. Ohne beschränkend zu wirken, wird im Folgenden zum besseren Verständnis beispielhaft von einer näherungsweise horizontalen Passlinie ausgegangen, wobei ein negativer Einlaufwinkel ß einen Einlauf des Bandes von einer Position oberhalb der Passlinie und ein positiver Einlaufwinkel ß einen Einlauf des Bandes von einer
Position unterhalb der Passlinie darstellt. Zunächst wird, ohne dass die Steuerrolle das Band berührt, die mindestens eine Ablaufrolle so positioniert, dass ein
Einlaufwinkel ßß eingestellt wird. In diesem Beispiel befindet sich eine Steuerrolle oberhalb des Bandlaufs, d.h. die Steuerrolle wird anschließend so positioniert, dass diese die Oberseite des Bandes berührt. Es kann nun mit der Steuerrolle, welche sich zwischen der Ablaufrolle und dem Walzgerüst befindet, ein Einlaufwinkel ß eingestellt
werden. Beträgt die Differenz zwischen den Einlaufwinkeln ß und ßß mindestens 0,5°, bevorzugt 1,0°, hat die Steuerrolle genügend Traktion auf dem Band um ein Durchrutschen zwischen dem Band und der Steuerrolle zu vermeiden. Somit werden unerwünschte Schleif- oder Kratzeffekte durch die Steuerrolle auf der Oberfläche des Bandes vermieden.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als Walzgerüst ein Duo-Walzgerüst verwendet. Duo-Walzgerüste sind einfach aufgebaut und entsprechend wirtschaftlich. Durch die Verwendung einer Steuerrolle vor dem Duo-Walzgerüst kann das Walzbild auf dem Band über die Steuerrolle trotz der geringen Greifwinkel ausreichend gut kontrolliert werden. Auf kompliziertere, wartungsintensivere und teurere Quarto- und Sexto-Walzgerüste kann damit verzichtet werden. Insbesondere wird ein Walzgerüst mit zwei gleichen Arbeitswalzen verwendet. Dabei können die Arbeitswalzen in Bezug auf Durchmesser und Länge gleich gestaltet sein, aber nicht notwendigerweise auch die gleiche strukturierte Oberfläche aufweisen, beispielsweise Profile mit gleicher Rauigkeit. Dadurch sind die Arbeitswalzen leicht austauschbar, da nur ein Typ einer Arbeitswalze bereitgestellt werden muss.
Eventuelle Ungleichheiten in der Abprägung auf dem Band können mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren über eine Veränderung des Einlaufwinkels ß ausgeglichen werden. Damit können auch Qualitätsschwankungen bei der Präparation der Oberflächen der Ober- und Unterwalzen ausgeglichen werden. In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die
Oberflächenrauigkeit zumindest einer Oberfläche des Bandes über die Einstellung des Einlaufwinkels ß durch die Positionierung der Steuerrolle während des Walzens in Verbindung mit einer Messung der Oberflächenrauigkeit des Bandes geregelt. Da der Einlaufwinkel ß über die Positionierung der Steuerrolle verändert werden kann, ergibt sich die Möglichkeit, auch während des laufenden Walzbetriebs den
Einlaufwinkel ß und damit das Walzbild über eine Positionierung der Steuerrolle zu
beeinflussen. Insbesondere wird die Veränderung des Einlaufwinkels ß während des Walzens durch weitere Prozessparameter bestimmt, insbesondere Messwerte.
Bevorzugt findet eine Messung der Oberflächenrauigkeit des einlaufenden und/oder auslaufenden Bandes statt, weiter bevorzugt an Ober- und Unterseite des Bandes. Bei gemessenen Veränderungen bzw. Abweichungen in der Oberflächenrauigkeit des Bandes von einem Sollwert kann somit über eine Veränderung des Einlaufwinkels ß weiter ein einheitliches Walzbild eingeregelt werden.
Das Walzgerüst und die Steuerrolle können inline bzw. innerhalb einer Walzstraße mit vorgelagerten Kalt- und Warmwalzgerüsten angeordnet werden. Die Steuerrolle ermöglicht hierbei eine flexible Anpassung des Prägewalzstichs an die
Prozessparameter der Walzstraße bzw. der vorhergehenden Walzstiche.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Prägewalzstich mit einer relativen Dickenänderung des Bandes (Abwalzgrad) von weniger als 10 %, bevorzugt 1 bis 6 % durchgeführt. Durch die geringen
Abwalzgrade wird das Abprägen der Oberflächenstruktur der Walze verbessert, weil die Streckung gering gehalten wird. Gleichzeitig können Verfestigungen begrenzt und damit die mechanischen Eigenschaften des Bandes vorteilhaft beeinflusst werden. Vorzugsweise wird der Prägewalzstich mit Arbeitswalzen mit einem Durchmesser von mindestens 200 mm bis maximal 1200 mm durchgeführt.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann auf mindestens einer Oberfläche des Bandes über eine Positionierung der Steuerrolle und die Einstellung des Einlaufwinkels b ein Bereich für die Oberflächenrauigkeit Ra bzw. Sa von mindestens 0,1 μιη bis maximal 10,0 μιτι, bevorzugt mindestens 0,4 μηι bis maximal 4,0 μηι, insbesondere bevorzugt mindestens 0,5 μηπ bis maximal 2,0 μπι eingestellt werden. Es hat sich herausgestellt, dass die oben genannten Bereiche für die Rauigkeit Ra bzw. Sa vorteilhaft für das Umformverhalten eines aus dem Band hergestellten Blechs sind. Bevorzugt wird auf beiden Bandseiten eine Struktur mit einer gleichen Rauigkeit aufgebracht, also mit näherungsweise gleichen Werten für Ra oder Sa.
Die Rauigkeitswerte des Bandes können insbesondere während des Walzens durch eine Messvorrichtung überwacht werden. Bevorzugt kommt hierbei eine optische Messvorrichtung zum Einsatz, welche eine berührungsfreie Messung erlaubt und für die oben genannten Rauigkeitswerte genügende Genauigkeit aufweist.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weist mindestens eine Arbeitswalze eine EDT- Oberflächenstruktur oder eine EBT- Oberflächenstruktur auf. Eine über„Electrical Discharge Texturing" (EDT) hergestellte Oberflächenstruktur erlaubt eine hohe Anzahl von Spitzen im Oberflächenprofil. Mit „Electron Beam Texturing" (EBT) können kontrolliert verteilte Vertiefungen in der Oberfläche bereitgestellt werden. Durch beide Verfahren hergestellte
Oberflächenstrukturen in den Arbeitswalzen sind gut zum Prägewalzen geeignet. Darüber hinaus ist es auch möglich,„Shot Blasting Texturing" (SBT) zur
Oberflächenstrukturierung zu verwenden. Auch denkbar ist eine strukturierte
Chromschicht als Oberflächenstruktur oder eine mittels Laser texturierte Oberfläche.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Band bestehend aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung verwendet. Insbesondere kommt dabei eine Aluminiumlegierung des Typs AA5xxx oder AA6xxx zum Einsatz. Weiter bevorzugte Typen von Aluminiumlegierungen sind dabei AA6014, AA6016, AA6022, AA6111 oder AA6060 sowie AA5005, AA5005A, AA5754 oder AA5182. Die genannten Legierungen sind gut für Anwendungen mit hohen Umformanforderungen bei gleichzeitig hoher Festigkeit geeignet. Die Umformeigenschaften der aus den Legierungen hergestellten Bänder können durch das erfindungsgemäße Verfahren weiter verbessert werden.
Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung wird das oben genannte technische Problem durch eine Vorrichtung zum Walzen eines Bandes, insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, dadurch gelöst, dass eine Steuerrolle in Bandlaufrichtung vor dem Walzspalt des Walzgerüsts angeordnet ist
und Mittel zur Positionierung der Steuerrolle relativ zur Passlinie des Bandes vorgesehen sind.
Über die Mittel zur Positionierung der Steuerrolle relativ zur Passlinie kann dabei der Einlaufwinkel ß verändert und damit die Abprägung der Oberflächenstruktur auf das Band gesteuert werden. Eine Veränderung des Einlaufwinkels ß über Mittel zur Positionierung der Steuerrolle ist eine einfache und prozesssichere Möglichkeit, die Oberflächenstruktur eines Bandes in einem Prägewalzstich zu steuern. Dabei kann über eine Veränderung des Einlaufwinkels ß der Prägewalzstich in Bezug auf die gewünschte Oberflächenstruktur angepasst werden, ohne dass das Walzgerüst verändert wird, insbesondere ohne dass die Arbeitswalzen ausgetauscht werden müssen. Insbesondere kann trotz einem Arbeitswalzenverschleiß das Walzbild durch eine Veränderung des Einlaufwinkels ß über die Steuerrolle einheitlich gehalten werden. Auch können einfache Arbeitswalzen ohne eine Biegeeinrichtung zum Verändern des Walzprofils verwendet werden.
In einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in Bandlaufrichtung vor der Steuerrolle mindestens eine Ablaufrolle vorgesehen. In Kombination mit der Steuerrolle bietet mindestens eine Ablaufrolle mehr Möglichkeiten und Variabilität des Bandlaufs zur Veränderung des Einlaufwinkels ß.
Insbesondere sind Mittel zur Positionierung der mindestens einen Ablaufrolle relativ zur Passlinie vorgesehen. Damit kann die mindestens eine Ablaufrolle auch weitgehend unabhängig vom gewünschten Einlaufwinkel ß positioniert werden, da der Einlaufwinkel ß durch die Mittel zum Positionierung der Steuerrolle maßgeblich eingestellt werden kann.
Weiter können auch Mittel zur Positionierung der Arbeitswalzen bzw. zur
Veränderung der Passlinie vorgesehen sein, was die Variabilität der Vorrichtung in Bezug auf den Bandlauf und den Einlaufwinkel ß weiter erhöht.
In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung erlauben die Mittel zur Positionierung der Steuerrolle einen Einlaufwinkel ß zwischen +/- 10°, +/- 5°, +/- 3° oder bevorzugt maximal zwischen +/- 2a. Vorzugsweise kann die Steuerrolle in 0,1 "-Schritten, besonders bevorzugt in 0,05 "-Schritten des Einlaufwinkels ß in ihrer Position verändert werden, so dass eine sehr präzise Beeinflussung der
Oberflächenrauigkeit der Ober- und Unterseite des Bandes erfolgen kann. Dies hat sich insbesondere in Verbindung mit lediglich kleine Greifwinkel bereitstellenden Duowalzgerüsten als vorteilhaft erwiesen. Der genannte Winkelbereich +/- 10 °, +/- 5° oder +/- 3° für den Einlaufwinkel ß ermöglicht einen ausreichenden
Einstellbereich zur Beeinflussung der Oberflächenstruktur des Bandes. Bei
Begrenzung auf einen Winkelbereich von +/- 5°, +/- 3° oder +/- 2a ist es möglich besonders kleine Schrittweiten für die Winkeleinstellung auf einfache Weise zu realisieren. In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist als
Walzgerüst ein Duo-Walzgerüst vorgesehen, insbesondere ein Duo-Walzgerüst mit zwei Arbeitswalzen mit gleichem Durchmesser. Durch die Steuerrolle vor dem Duo- Walzgerüst kann das Walzbild auf dem Band vorrangig über die Mittel zum Verstellen der Steuerrolle auch bei kleinen Greifwinkeln kontrolliert werden. Auf kompliziertere, wartungsintensivere und teurere Quarto- und Sexto-Walzgerüste kann verzichtet werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist mindestens eine Messvorrichtung zur Messung der Oberflächenrauigkeit mindestens einer Oberfläche des Bandes vorgesehen. Bevorzugt kommt hierbei eine optische
Messvorrichtung zum Einsatz, welche eine berührungsfreie Messung erlaubt und für die oben genannten Rauigkeitswerte genügende Genauigkeit aufweist. Die
Messvorrichtung kann insbesondere in Bandlaufrichtung nach dem Walzgerüst angeordnet sein, um das Walzbild des Prägewalzstichs zu messen.
Insbesondere ist mindestens ein Regelungsmittel vorgesehen, über welches die Positionierung der Steuerrolle, optional die Positionierung der mindestens einen Ablaufrolle, in Abhängigkeit der Messung der Oberflächenrauigkeit der mindestens einen Oberfläche des Bandes regelbar ist. Das Regelungsmittel kann dabei die gemessene Oberflächenrauigkeit auswerten und den Einlaufwinkel ß über eine
Positionierung der Steuerrolle verändern. Dadurch kann während des Walzbetriebs das Walzbild überwacht und geregelt werden.
Für weitere Ausgestaltungen und Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird auf die obigen Ausführungen sowie auf die Unteransprüche des erfindungsgemäßen Verfahrens verwiesen sowie auf die Zeichnung. In der Zeichnung zeigen
Fig. la und lb schematische Ansichten der Geometrie beim Walzen,
Fig. 2a bis 2d schematische Ansichten des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw.
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, gemessene Mittenrauwerte Sa in Abhängigkeit des Einlaufwinkels und
Oberflächentopographien der Oberseite und Unterseite erfindungsgemäß gewalzter Bänder in Abhängigkeit des
Einlaufwinkels. Fig. la zeigt eine erste schematische Ansicht der Geometrie beim Walzen. Zwischen einer ersten (oberen) Arbeitswalze 2 und einer zweiten (unteren) Arbeitswalze 4 ist ein Walzspalt gebildet, durch den eine Passlinie 6 gegeben ist. Die Passlinie 6 verläuft durch die neutrale Phase des Bandes und steht senkrecht zur Verbindungsebene der Drehachsen der Walzen 2 und 4. Durch den Walzspalt läuft ein Band 8, welches über die Arbeitswalzen 2, 4 zu einem Band 8' mit geringerer Dicke verformt wird. Dabei ist
Ah die Differenz zwischen der Dicke des Bandes 8 vor dem Walzen und der Dicke des Bandes 8' nach dem Walzen in mm (Stichabnahme).
Die Arbeitswalzen 2, 4 stehen unter einem Greifwinkel in Kontakt zum Band. Wie in Fig. la angedeutet, ist der Greifwinkel der Winkel zwischen der Verbindungslinie der beiden Achsen der Arbeitswalzen 2, 4 zu der Verbindungslinie einer Achse zum Kontaktpunkt zur Oberfläche des Bandes. Der Greifwinkel ist durch α = arccos [1 - (Äh / Dw)] gegeben, wobei Dw der Durchmesser einer Arbeitswalze 2, 4 in mm ist. In dem in Fig. la gezeigten Beispiel sind die Durchmesser Dw der Arbeitswalzen 2, 4 identisch und weisen somit den gleichen Greifwinkel auf. Weiter verläuft das Band 8 in Fig. la innerhalb und parallel zur Passlinie 6, womit der Einlaufwinkel ß = 0° beträgt. Damit ist der Kontaktwinkel zwischen der Oberfläche des Bandes 8 und der Tangente der Oberfläche beider Arbeitswalzen 2, 4 gleich dem Greifwinkel . Fig. lb zeigt eine zweite schematische Ansicht der Geometrie beim Walzen, wobei zwischen dem Verlauf des Bandes 8 und der Passlinie ein Einlaufwinkel ß t 0° besteht. Dieser ist in Fig. lb zwischen der Passlinie 6 und der Mittellinie 10 des Bandes 8 eingezeichnet. Der Einlaufwinkel ß * 0° hat den Effekt, dass der Kontaktwinkel zwischen der Oberfläche des Bandes 8 und der Tangente der Oberfläche der
Arbeitswalzen 2, 4 für beide Seiten unterschiedlich ist. In Fig. lb hat die obere
Arbeitswalze 2 einen Kontaktwinkel von α + ß und die untere Arbeitswalze 4 einen Kontaktwinkel von α - ß.
Bei einer Verwendung eines Schmierstoffes ist dabei der Schmierstoffeinzug in den Walzspalt von dem Kontaktwinkel + ß bzw. α - ß zwischen der Tangente der
Oberfläche der jeweiligen Arbeitswalze 2, 4 mit der Oberfläche des Bandes 8 abhängig. Durch eine Verstellung des Einlaufwinkels ß können die Kontaktwinkel der
Arbeitswalzen 2, 4 und damit der hydrodynamische Schmierstoffeinzug verändert werden. Insbesondere kann durch eine Verstellung des Einlaufwinkels ß Einfluss auf das Walzbild von Oberseite und Unterseite des Bandes 8' genommen werden.
Überschreitet der Einlaufwinkel ß den Greifwinkel a, so liegt das Band tangential an der Arbeitswalze 4 an. Eine weitere Vergrößerung des Einlaufwinkels ß bewirkt dann keine wesentliche Veränderung des Schmierstoffeinzugs an der Arbeitswalze 4 mehr.
Fig. 2a zeigt eine erste schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Ein Walzgerüst ist hier vereinfacht durch die Arbeitswalzen 2, 4 dargestellt, wobei mindestens eine der Arbeitswalzen 2, 4 eine strukturierte Oberfläche aufweist. In Bandlaufrichtung vor den Arbeitswalzen 2, 4 ist eine Steuerrolle 12 mit Mittel zur Positionierung relativ zur Passlinie 6 angeordnet. Weiter davor in Bandlaufrichtung ist mindestens eine Abiaufrolle 14 vorgesehen.
In Fig. 2a ist die Steuerrolle 12 so positioniert, dass die Steuerrolle 12 das Band 8 nicht berührt. Das Band 8 verläuft damit innerhalb und parallel zur Passlinie 6 und der Einlaufwinkel ist ß = 0°. Dies stellt eine Situation analog zu Fig. la dar, bei welcher beide Kontaktwinkel der Arbeitswalzen 2, 4 zur Oberfläche des Bandes 8 gleich dem Greifwinkel sind.
Dagegen ist in Fig. 2b die Steuerrolle 12 über die Mittel zur Positionierung so positioniert, dass die Steuerrolle 12 das Band 8 berührt, umlenkt und damit einen Einlaufwinkel ß t 0° zwischen dem Band 8 und der Passlinie 6 einstellt. Diese
Situation ist mit der in Fig. lb vergleichbar.
Durch eine Veränderung des Einlaufwinkels ß können die Kontaktwinkel der
Arbeitswalzen 2, 4 und damit insbesondere der hydrodynamische Schmierstoffeinzug der jeweiligen Arbeitswalze 2, 4 verändert werden. Durch eine Veränderung des
Einlaufwinkels ß über die Mittel zur Positionierung der Steuerrolle 12 kann damit das Walzbild von Oberseite und Unterseite des Bandes 8' bzw. die Oberflächenstruktur des gewalzten Bandes 8' gesteuert werden. Fig. 2c zeigt in einer weiteren schematischen Ansicht eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hierbei sind auch Mittel zur Positionierung der mindestens einen Abiaufrolle 14 relativ zur Passlinie 6 vorgesehen. Die mindestens eine Ablaufrolle 14 ist dabei so positioniert, dass ohne eine Berührung der Steuerrolle 12 mit dem Band 8 ein Einlaufwinkel ßß eingestellt wäre. Durch die Positionierung der Steuerrolle 12 wird ein Einlaufwinkel ß eingestellt, wobei die Differenz zwischen den Einlaufwinkeln ß und ßB mindestens 0,5°, bevorzugt 1,0° beträgt.
Mit einer solchen Positionierung von Steuerrolle 12 und Ablaufrolle 14 ist
sichergestellt, dass die Steuerrolle 12 genügend Traktion auf dem Band 8 hat, um ein Durchrutschen zwischen dem Band 8 und der Steuerrolle 12 zu vermeiden. Folglich werden unerwünschte Schleif- oder Kratzeffekte durch die Steuerrolle 12 auf der Oberfläche des Bandes 8 vermieden.
Fig. 2d zeigt in einer weiteren schematischen Ansicht eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hierbei ist eine Messvorrichtung 16 zur Messung der Oberflächenrauigkeit mindestens einer Oberfläche des Bandes 8' vorgesehen. Durch die Messvorrichtung 16 kann das Walzbild überwacht werden. Die Messvorrichtung 16 kann die Messwerte an ein Regelungsmittel 18 weitergeben. Das Regelungsmittel 18 nimmt hierbei auf
Grundlage der Messwerte der Messvorrichtung 16 Einfluss auf die Mittel zur
Positionierung der Steuerrolle 12. Damit kann das Regelungsmittel 18 zur Regelung der Oberflächenrauigkeit des Bandes 8' während des Walzens benutzt werden.
Optional kann das Regelungsmittel 18 auch die Mittel zur Positionierung der mindestens einer Ablaufrolle 14 steuern.
Fig. 3 zeigt gemessene Mittenrauwerte Sa in Abhängigkeit des Einlaufwinkels ß aus einer Versuchsreihe. Dabei wurde ein Aluminiumlegierungsband des Legierungstyps AA6016 mit einer Dicke von 2,4 mm in einem Walzgerüst gewalzt. Der Greifwinkel α des Prägegerüst betrug etwa 1,3 ° bei den Versuchen.
Die Bänder wurden mit verschiedenen Einlaufwinkeln ß, welche über die Steuerrolle eingestellt wurden, gewalzt. Für Einlaufwinkel ß > = 1,3° wurde der Greifwinkel α der unteren Arbeitswalze überschritten. Daher zeigte sich im Mittenrauwert Sa für die Unterseite des Bandes keine große Variation. Das Band legte sich vielmehr an der Unterseite tangential an die Oberfläche der unteren Arbeitswalze, womit praktisch unabhängig vom Einlaufwinkel ß ein konstantes Walzbild erzeugt wurde. Für die Oberseite zeigte sich jedoch eine überraschend starke Abhängigkeit des
Mittenrauwerts Sa vom Einlaufwinkel ß. Es wurde festgestellt, dass über die Änderung des Einlaufwinkels ß durch die Positionierung der Steuerrolle ein breiter Bereich an verschiedenen Rauigkeiten an der Oberseite des Bandes zu erreichen ist und die jeweiligen Mittenrauwerte Sa gezielt eingestellt werden können. Dabei ist die
Abhängigkeit des Mittenrauwerts Sa vom Einlaufwinkel ß in dem gemessenen Bereich in guter Näherung linear.
Fig. 4 zeigt Oberflächentopographien der Oberseite und Unterseite erfindungsgemäß gewalzter Bänder in Abhängigkeit des Einlaufwinkels ß aus der gleichen
Versuchsreihe wie in Fig. 3 gezeigt. Auch hier ist ersichtlich, dass während die Topographie der Unterseite aufgrund der Überschreitung des Greifwinkels α nur wenig mit dem Einlaufwinkel α variiert, die Topographie der Oberseite über die Einstellung des Einlaufwinkels ß durch die Steuerrolle sehr gut zu steuern ist.
Beispielsweise kann die Steuerrolle genutzt werden, prozesssicher auf beiden Seiten des Bandes die gleiche Rauigkeit einzustellen.
Auch auf eine Veränderung bzw. einen Verschleiß der Arbeitswalzen kann mit der Steuerrolle reagiert werden. In der vorliegenden Versuchsreihe wurde nach einer Steigerung des Einlaufwinkels ß von 0,97° bis 2,20° erneut der Einlaufwinkel ß = 1,74° eingestellt. Dabei zeigte sich, wie in Fig. 3 und 4 ersichtlich, eine leicht veränderte Topographie bzw. eine leicht veränderte Rauigkeit im Vergleich zu dem vorigen Versuch bei ß = 1,74°. Dies kam wahrscheinlich durch eine Materialaufnahme oder eine Verunreinigung der Arbeitswalzen zustande. In einem solchen Fall kann jedoch durch eine erneute Änderung des Einlaufwinkels ß wieder auf einfache Weise ein einheitliches Walzbild bewirkt werden, ohne dass die Arbeitswalzen überholt oder ausgetauscht werden müssen.