Beschreibung
ABSTIMMBARER DUPLEXER MIT EINEM ZIRKULATOR
Die Erfindung betrifft frequenzmäßig abstimmbare Duplexer, wie sie z. B. in tragbaren Kommunikationsgeräten Verwendung finden können.
Tragbare Kommunikationsgeräte, WLAN-Router usw. oder allge- meiner: Sende-/Empfangseinrichtungen, die mittels HF-Signalen kommunizieren, benötigen eine Vorrichtung, die Sendesignale und Empfangssignale voneinander trennt. Im Allgemeinen sind Sendesignale deutlich stärker als Empfangssignale, sodass der Schutz des Empfangssignalzweigs einen wichtigen Aspekt dieser Vorrichtung bildet. Duplexer sind eine Möglichkeit zur Reali¬ sierung solcher Trennvorrichtungen. Im Allgemeinen sind
Duplexer dabei auf im Vorfeld festgelegte Frequenzbänder be¬ schränkt. Es wäre jedoch besonders vor dem Hintergrund der inzwischen großen Anzahl unterschiedlicher Frequenzbänder vorteilhaft, wenn ein einziger Duplexer eine Mehrzahl an Frequenzbändern bedienen könnte.
Der Duplexer soll dabei die Aufgabe der Verteilung der Signale zwischen einem Chipsatz und gegebenenfalls weiterhin vorhandenen Filtern wahrnehmen. Der Schaltungsaufwand sollte möglichst gering sein. Der Duplexer sollte kompatibel mit ei¬ ner Vielzahl an unterschiedlichen Filtertechnologien sein, eine geringe Baugröße aufweisen und insbesondere eine hohe Isolation von Sende- und Empfangssignalen ermöglichen.
Bisherige Lösungen dieser Anforderungen basieren im Wesentlichen darauf, bekannte Duplexerschaltungen um abstimmbare Impedanzelemente zu erweitern, oder auf der Verwendung von
Schaltern, mittels derer Filterelemente zu einer Filtertopo- logie hinzuschaltbar sind.
So sind aus dem Beitrag „Reconfigurable Multi-band SAW Fil- ters For LTE Applications", Xiao Ming et al . , Power Amplifi- ers For Wireless And Radio Applications (PAWR) , 2013 IEEE Topical Conference, 20. Januar 2013, Seiten 82 - 84, im We¬ sentlichen konventionelle HF-Filter bekannt, die mittels Schalter rekonfigurierbar sind. Mittels Schalter rekonfigu- rierbare Filter ermöglichen dabei jedoch keine kontinuierlich abstimmbaren Duplexer.
Aus dem Beitrag „Tunable Filters Using Wideband Elastic
Resonators", Kadota et al . , IEEE Transactions on Ultrasonics, Ferroelectrics and Frequency Control, Vol. 60, Nr. 10, Okto¬ ber 2013, Seiten 2129 - 2136, sind Filterschaltungen bekannt, bei denen abstimmbare Kondensatoren zu HF-Filtern mit akustischen Resonatoren hinzugefügt werden. Aus dem Beitrag „A Novel Tunable Filter Enabling Both Center Frequency and Bandwidth Tunability", Inoue et al . , Proceed- ings Of The 42nd European Microwave Conference, 29. Oktober - 1. November 2012, Amsterdam, The Netherlands, Seiten 269 - 272, sind HF-Filter mit abstimmbaren Kondensatoren und ab- stimmbaren Induktivitäten bekannt.
Auch aus dem Beitrag „RF MEMS-Based Tunable Filters", Brank et al . , 2001, John Wiley & Sons, Inc. Int J RF and Microwave CAE11: Seiten 276 - 284, 2001, sind Verschaltungen aus L und C Elementen bekannt, wobei die Kapazitäten der kapazitiven Elemente einstellbar sind.
Aus dem Beitrag „Design of a Tunable Bandpass Filter With the Assistance of Modified Parallel Coupled Lines", Tseng et al . , 978-l-4673-2141-9/13/$31.00, 2013 IEEE, sind abstimmbare Fil¬ ter mit gekoppelten Übertragungsleitungen bekannt.
Aus dem Beitrag „Tunable Isolator Using Variable Capacitor for Multi-band System", Wada et al . , 978-1-4673-2141- 9/13/$31.00, 2013 IEEE MTT-S Symposium bzw. aus der Veröf¬ fentlichungsschrift WO2012/020613 ist die Verwendung von Iso- latoren in HF-Filtern bekannt.
Für die aus den oben genannten Beiträgen bekannten HF- Schaltungen lässt sich zusammenfassend sagen, dass im Wesent¬ lichen bekannte Filtertopologien durch das Hinzufügen variab- 1er Elemente, z. B. Schalter oder einstellbarer Impedanzelemente, abstimmbare Filterschaltungen erhalten werden. Problematisch daran ist, dass die herangezogenen bekannten Filtertopologien im Wesentlichen für die Verwendung von Impedanzelementen mit konstanter Impedanz optimiert sind. Zwar wer- den abstimmbare Filter ermöglicht. Die Performance leidet da¬ bei allerdings unter der Abstimmbarkeit .
Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine neue Schaltungstopologie anzugeben, die auch in der Verwen- dung mit abstimmbaren Schaltungselementen und in einem großen Abstimmungsbereich eine gute Performance bietet.
Diese Aufgabe wird durch den abstimmbaren Duplexer gemäß dem unabhängigen Patentanspruch gelöst. Abhängige Ansprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen des Duplexers an.
Der Duplexer umfasst einen Sendeport, einen Empfangsport und einen gemeinsamen Port. Der Duplexer umfasst ferner einen
Kern mit einem ersten und einem zweiten induktiven Element. Ein erster Signalpfad des Duplexers verschaltet den Sendeport mit dem Kern. Ein zweiter Signalpfad des Duplexers verschal¬ tet den Empfangsport mit dem Kern. Ein dritter Signalpfad des Duplexers verschaltet den gemeinsamen Port mit dem Kern. Der Duplexer umfasst ferner ein erstes abstimmbares kapazitives Element, das den ersten Signalpfad mit Masse verschaltet. Ein zweites abstimmbares kapazitives Element des Duplexers ver¬ schaltet den zweiten Signalpfad mit Masse. Das erste induk- tive Element und das zweite induktive Element sind induktiv miteinander und elektrisch leitend miteinander verkoppelt.
Der Kern des Duplexers bildet dabei einen Schaltungskern und stellt dabei das Zentrum des Duplexers dar, über das die drei Ports miteinander verschaltet sind. Der Sendeport ist dazu geeignet, Sendesignale von einer Schaltungsumgebung zu empfangen, die durch den Duplexer an den gemeinsamen Port geleitet werden. Der Empfangsport ist dazu geeignet, Empfangssig¬ nale an die Schaltungsumgebung weiterzuleiten. Die Empfangs- signale können dabei von dem gemeinsamen Port empfangen werden und über den Kern zum Empfangsport geleitet werden. Der gemeinsame Port ist somit dazu geeignet, Sendesignale weiter¬ zugeben und Empfangssignale zu empfangen. Der gemeinsame Port kann dabei im Wesentlichen direkt oder indirekt mit einer o- der mehreren Antennen verschaltet sein.
Jeder Einzelne der drei Ports kann dabei zur Leitung von erd¬ symmetrisch (balanced) oder erdunsymmetrisch (unbalanced) geführten HF-Signalen ausgeführt sein.
Ein solcher Duplexer ermöglicht es, sowohl Anforderungen bezüglich der Abstimmbarkeit als auch Anforderungen bezüglich
der elektrischen Eigenschaften, insbesondere der Isolation und Selektion, zu genügen.
Das erste abstimmbare kapazitive Element und das zweite ab- stimmbare kapazitive Element weisen dabei jeweils eine Kapa¬ zität auf, die einstellbar ist. Beide abstimmbaren Kapazitä¬ ten können einen gleichen Aufbau und einen gleichen Abstimmungsbereich aufweisen. Es ist allerdings auch möglich, dass sie in ihrem Aufbau und/oder in ihrem Abstimmungsbereich von- einander abweichen.
Die abstimmbaren kapazitiven Elemente können dabei jeweils als abstimmbare Kapazitätsbänke mit jeweils einer Vielzahl individuell hinzuschaltbarer Grundkapazitäten, schaltbaren MEMS-Kapazitäten oder Varaktoren oder weiteren Ausführungen abstimmbarer Kapazitätselemente sein.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung können zumindest am Empfangsport erdsymmetrisch geführte Signale ausgegeben werden.
In einer Ausführungsform ist das erste induktive Element mit dem ersten Signalpfad verschaltet. Das zweite induktive Ele¬ ment ist mit dem zweiten Signalpfad verschaltet. Das erste induktive Element und das zweite induktive Element bilden somit einen wichtigen Bestandteil des Duplexerkerns , über den Sendesignale vom Sendeport und Empfangssignale zum den Empfangsport propagieren können. Die induktive und elektrisch leitende Kopplung, über die der erste Signalpfad und der zweite Signalpfad miteinander kommunizieren können, sind dabei so ausgestaltet, dass eine gute Isolation zwischen den Signalpfaden erhalten wird und gleichzeitig die Einfüge¬ dämpfungen für Sendesignale zum gemeinsamen Signalpfad und
Empfangssignale vom gemeinsamen Empfangsport gering gehalten wird .
Die elektrisch leitende Verkopplung der beiden induktiven Elemente unter sich und die Verschaltung der induktiven Elemente mit den entsprechenden Signalpfaden kann z. B. dadurch erhalten werden, dass jeweils ein Ende der induktiven Elemente mit einem zentralen Schaltungsknoten im Kern des Duplexers verschaltet ist. Das jeweils andere Ende der induktiven Elemente ist dann direkt mit dem entsprechenden Signalpfad verschaltet. Zwischen dem zentralen Schaltungsknoten und den entsprechenden Ports der beiden Signalpfade sind die beiden induktiven Elemente damit jeweils in Serie geschaltet. Die induktive Verkopplung der beiden induktiven Elemente kann dadurch erhalten werden, dass die induktiven Elemente räumlich relativ zueinander so ausgestaltet sind, dass jedes in¬ duktive Element innerhalb eines Bereiches angeordnet ist, der vom Magnetfeld des jeweils anderen induktiven Elements durch- drungen ist, wenn in diesem anderen induktiven Element ein Strom fließt.
Die Stärke der Kopplung kann durch die Stärke des jeweiligen Magnetfelds eingestellt sein. Wenn beide induktiven Elemente eine oder mehrere schleifenförmige Leiterabschnitte aufwei¬ sen, können beide Spulen so zueinander angeordnet sein, dass es einen gemeinsamen Überlappungsbereich der Schleifen gibt.
In einer Ausführungsform bilden das erste induktive Element und das erste abstimmbare kapazitive Elemente zusammen einen nach Masse geschalteten Resonanzkreis. Der Resonanzkreis ist dazu geeignet, eine Resonanz bei einer Mittenfrequenz in ei-
nem wählbaren Sendefrequenzband auszubilden. Das zweite induktive Element und das zweite abstimmbare kapazitive Element bilden ferner einen zweiten nach Masse geschalteten Resonanzkreis, der dazu geeignet ist, eine Resonanz bei einer Mitten- frequenz in einem wählbaren Empfangsfrequenzband auszubilden.
Insbesondere über die Einstellbarkeit der Kapazitäten des ersten und des zweiten abstimmbaren Kapazitätselements kann der Duplexer für frei wählbare Sendefrequenzbänder und für frei wählbare Empfangsfrequenzbänder eingestellt werden. Die Wahl des Kapazitätswerts des ersten abstimmbaren kapazitiven Elements kann dabei von der Frequenzlage des Sendefrequenz- bands und/oder von der Frequenzlage des Empfangsfrequenzbands abhängen. Entsprechend kann der Kapazitätswert des zweiten abstimmbaren kapazitiven Elements von der Frequenzlage des
Empfangsfrequenzbands und/oder von der Frequenzlage des Sen¬ defrequenzbands abhängen.
In einer Ausführungsform ist der Schaltungskern des abstimm- baren Duplexers ein Zirkulator oder eine Anordnung und Ver- schaltung an Schaltungskomponenten mit den gleichen elektrischen Eigenschaften wie ein konventioneller Zirkulator.
Als Zirkulator wird dabei eine Schaltungsanordnung mit drei Ports verstanden, wobei zwischen jedem der Ports Signalpfade so angeordnet sind, dass der jeweils andere Signalport nicht Teil des Signalzweigs ist. Ein Teilsignal kann deshalb von jedem der drei Ports unmittelbar zu einem Nachbarport gelangen. Das jeweils andere Teilsignal kann dann über einen ent- sprechenden Umweg über den dritten Port zum eigentlichen
Zielport gelangen. Mit anderen Worten: Fließt ein Signal von einem Port A zu einem Port B, so nimmt ein Teilsignal den di¬ rekten Weg, während das jeweils andere Teilsignal den Umweg
über Port C nimmt. Das Signal kann den Zirkulator dabei im Wesentlichen ohne Abschwächung verlassen, wenn eine konstruktive Interferenz beider Teilsignale am Port B vorliegt. Liegt am Port C eine destruktive Interferenz vor, so kann das Sig- nal den Zirkulator am Port C im Wesentlichen nicht verlassen.
Im vorliegenden Duplexer werden die Schaltungselemente im Kern deshalb vorzugsweise so angeordnet und miteinander ver¬ schaltet, dass für Sendesignale, die vom Sendeport zum ge- meinsamen Port fließen, eine Phasendifferenz der Phasen der Teilsignale von dem wesentlichen 0° vorliegt. Entsprechend liegt am Empfangsport ein maximaler Phasenversatz von 180° der Teilsignale der Sendesignale vor. Analog gilt für Empfangssignale, die vom gemeinsamen Port zum Empfangsport fließen sollen, dass die Phasendifferenz der Teilsignale im Wesentlichen 0° beträgt, während der Phasen¬ versatz für die entsprechenden Teilsignale am Sendeport bei 180° liegt.
Insbesondere da die induktiven Elemente im Kern des Duplexers sowohl elektrisch miteinander verschaltet als auch induktiv miteinander verkoppelt sind, existiert die Möglichkeit der Aufspaltung in Teilsignale, da ein erstes Teilsignal über die elektrische Verschaltung und das zweite Teilsignal über die induktive Verkopplung erzeugt werden können.
In einer Ausführungsform umfasst der Duplexer ein drittes induktives Element, das mit dem ersten induktiven Element und dem zweiten induktiven Element sowohl induktiv als auch elektrisch leitend miteinander verkoppelt ist. Das dritte in¬ duktive Element ist dabei mit dem dritten Signalpfad, z. B.
in Serie zwischen dem gemeinsamen Port und einem möglichen zentralen Schaltungsknoten im Kern, verschaltet.
In einer Ausführungsform umfasst der Duplexer ein serielles kapazitives Element, das in Serie im ersten Signalpfad ver¬ schaltet ist. In dieser oder einer weiteren Ausführungsform umfasst der Duplexer ein serielles kapazitives Element, das in Serie im zweiten Signalpfad verschaltet ist. In diesen Ausführungsformen oder in einer weiteren umfasst der Duplexer ein serielles kapazitives Element, das in Serie im dritten Signalpfad verschaltet ist.
Jedes dieser drei seriellen kapazitiven Elemente kann zur Feinj ustierung und zur galvanischen Trennung entsprechender Signalpfadabschnitte dienen.
In einer Ausführungsform umfasst der Duplexer ein serielles induktives Element, das in Serie im ersten Signalpfad ver¬ schaltet ist. Alternativ oder zusätzlich kann auch im zweiten Signalpfad ein serielles induktives Element in Serie zum zweiten Signalpfad verschaltet sein. Alternativ oder zusätzlich dazu kann auch im dritten Signalpfad ein serielles induktives Element in Serie verschaltet sein. Die seriellen induktiven Elemente können durch explizit vorhandene Leiterabschnitte mit zumindest einer Schlaufe oder durch Leiterabschnitte ohne Schlaufe, z. B. Segmente eines Bonddrahts, Flip-Chip-Verbindungen oder ähnliche Verschal- tungsmöglichkeiten gebildet sein.
Insbesondere mit den oben genannten seriellen kapazitiven Elementen ist eine Justierung der Frequenzlagen der Sendefrequenzbänder und/oder der Empfangsfrequenzbänder möglich.
In einer Ausführungsform umfasst der Duplexer eine erste LC- Parallelschaltung, die den ersten Signalpfad mit Masse verschaltet. Alternativ oder zusätzlich dazu kann eine zweite LC-Parallelschaltung vorgesehen sein, die den zweiten Signal- pfad mit Masse verschaltet. Alternativ oder zusätzlich dazu kann eine dritte LC-Parallelschaltung vorgesehen sein, die den dritten Signalpfad mit Masse verschaltet.
In einer Ausführungsform sind zumindest einige der induktiven Elemente und kapazitiven Elemente des Duplexers als struktu¬ rierte Metallisierungen in einem Mehrlagensubstrat gebildet.
Im Folgenden werden Aspekte des Duplexers und einige Ausfüh¬ rungsformen anhand von schematischen Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: ein Ersatzschaltbild eines Duplexers,
Fig. 2: eine weitere mögliche Ausführungsform des Duple- xers,
Fig. 3: die Funktionsweise des Zirkulators,
Fig. 4: eine weitere mögliche Ausgestaltung des Duplexers,
Fig. 5: eine mögliche Ausgestaltungsform des Duplexers mit weiteren Schaltungselementen,
Fig. 6: eine mögliche Realisierung von Schaltungselementen in einem Mehrlagensubstrat,
Fig. 7: elektrische Eigenschaften eines Duplexers für einen ersten Satz ausgewählter Arbeitsfrequenzen,
Fig. 8: elektrische Eigenschaften des Duplexers aus Fig. 7 mit einem zweiten Satz ausgewählter Arbeitsfrequenzen . Figur 1 zeigt im Wesentlichen das Ersatzschaltbild einer Aus¬ führungsform des Duplexers DPX, bei dem ein zentraler Schaltungskern K im Wesentlichen die Verschaltung eines Sendeports TX, eines Empfangsports RX und eines gemeinsamen Ports GP re¬ alisiert. Der Kern K des Duplexers umfasst dabei das erste induktive Element IE1 und das zweite induktive Element IE2. Jeweils eine Seite der beiden induktiven Elemente ist an ei¬ nem zentralen Schaltungsknoten ZSK miteinander verschaltet. Die jeweils anderen Enden der induktiven Elemente sind mit den entsprechenden Abschnitten der Signalpfade zu den ent- sprechenden Ports verschaltet. So ist das erste induktive
Element IE1 über den ersten Signalpfad SP1 mit dem Sendeport TX verschaltet. Das zweite induktive Element IE2 ist über den zweiten Signalpfad SP2 mit dem Empfangsport RX verschaltet. Der dritte Signalpfad SP3 verschaltet den Schaltungskern K mit dem gemeinsamen Port GP. Der dritte Signalpfad SP3 ist dabei ebenfalls mit dem zentralen Schaltungsknoten ZSK verschaltet. Der erste Signalpfad SP1 ist über das erste ab¬ stimmbare kapazitive Element KE1 mit Masse verschaltet. Der zweite Signalpfad ist über das zweite abstimmbare kapazitive Element KE2 mit Masse verschaltet.
Der gekrümmte Pfeil mit zwei Pfeilspitzen symbolisiert die induktive Verkopplung der beiden induktiven Elemente IE1, IE2 im Schaltungskern K. In einem konkreten Schaltungselement sind die beiden induktiven Elemente IE1, IE2 des Duplexers DPX relativ zueinander so angeordnet, dass die gewünschte in¬ duktive Kopplung, die für den Betrieb des Duplexers DPX benö¬ tigt wird, erhalten wird.
Figur 2 illustriert, wie die Verschaltung der abstimmbaren kapazitiven Elemente mit den entsprechenden induktiven Elementen im Schaltungskern K einen Resonanzkreis bilden, um die Einfügedämpfung des Duplexers in dem entsprechenden Frequenz- band auszubilden. So bildet ein erster Resonanzkreis RK1 aus dem ersten abstimmbaren kapazitiven Element KE1 und dem ersten induktiven Element IE1 einen Resonanzkreis gegen Masse, um die Einfügedämpfung im Sendefrequenzband auszubilden. Der zentrale Schaltungsknoten ZSK ist dafür ebenfalls mit Masse verschaltet.
Analog dazu bilden das zweite induktive Element und das zweite abstimmbare kapazitive Element einen Resonanzkreis, um den Verlauf der Einfügedämpfung im Empfangsfrequenzband zu formen.
Figur 3 illustriert die Funktionsweise des Schaltungskerns K, der hier als Zirkulator ausgebildet ist. Die drei induktiven Elemente im Schaltungskern K sind zentral miteinander ver- schaltet und induktiv miteinander verkoppelt. So ist insbe¬ sondere jedes der induktiven Elemente mit jedem der anderen beiden induktiven Elemente induktiv verkoppelt. Empfangssig¬ nalpfade, die vom gemeinsamen Port GP empfangen werden und ausschließlich an den Empfangsport RX geleitet werden sollen, können in ein Teilsignal, das im Uhrzeigersinn propagiert, und in ein Teilsignal, das entgegen dem Uhrzeigersinn propagiert, aufgeteilt werden. Beide Teilsignale haben an der Stelle, an der der Schaltungskern K mit dem zweiten Signalpfad zum Empfangsport verschaltet ist, vorzugsweise einen verschwindenden Phasenversatz, sodass sie sich konstruktiv überlagern. Die Phasenlage der Teilsignale am Sendeport führt
dagegen zu einer destruktiven Überlagerung, sodass die Empfangssignale den Duplexer am Sendeport TX nicht verlassen können . Das gleiche gilt analog für Sendesignale, die am Sendeport TX in den Duplexer eingekoppelt werden und konstruktiv am gemeinsamen Port GP interferieren, während die Isolation durch eine destruktive Interferenz am Empfangsport RX sicherge¬ stellt ist.
Durch Wahl der Kapazitätswerte der beiden abstimmbaren kapazitiven Elemente kann die relative Phasenlage frequenzabhän¬ gig so eingestellt werden, dass der Duplexer bei verschiede¬ nen Sendefrequenzen und bei verschiedenen Empfangsfrequenzen arbeiten kann.
Figur 4 zeigt eine Ausführungsform des Duplexers DPX, bei dem in jedem der drei Signalpfade jeweils ein serielles kapaziti¬ ves Element SKE und ein serielles induktives Element SIE in Serie zueinander und in Serie zum Signalpfad verschaltet sind. Die symmetrische Anordnung der seriellen induktiven bzw. kapazitiven Elemente ist dabei nicht zwingend notwendig. Die drei Signalpfade können zusammen auch nur ein einziges induktives oder kapazitives Element umfassen, das jeweils in einem der drei Signalpfade verschaltet ist. Das Vorsehen je¬ weils zweier kapazitiver oder zweier induktiver Elemente, die auf die drei Signalpfade verteilt sind, ist auch möglich.
Insbesondere das entsprechende serielle induktive Element SIE kann durch Leiterstrukturen, die der Zuleitung eines Signals zum Duplexer dienen, ausgeführt sein.
Figur 5 zeigt eine Ausführungsform, in der zusätzlich die Signalpfade an ihrem peripheren Ende über eine
Parallelschaltung eines kapazitiven Elements KE und eines induktiven Elements IE gegen Masse verschaltet sind.
Dadurch kann eine bessere Anpassung des Duplexers an externe Schaltungsumgebungen, insbesondere eine Impedanzanpassung, ermöglicht sein. Über das gegen Masse geschaltete induktive Element am gemein¬ samen Port GP können auch Signale, die durch eine Entladung einer statischen Aufladung verursacht wurden, so gegen Masse abgeführt werden, dass die übrigen Schaltungselemente nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Dann arbeitet das induk- tive Element als ESD-Schutzelement .
Figur 6 zeigt die Möglichkeit, Schaltungselemente als struk¬ turierte Metallisierungen SM in einem Mehrlagensubstrat MLS zu integrieren. So können kapazitive Elemente KE durch struk- turierte Metallisierungsflächen SMF gebildet sein. Induktive Elemente können durch geradlinig geführte oder schleifenför- mig durch die Substratlagen geführte Durchkontaktierungen DK ausgebildet sein. Die unterschiedlichen Substratlagen sind dabei durch dielektrische Lagen DL gebildet, zwischen denen Metallisierungslagen angeordnet sind. An der Oberseite des Mehrlagensubstrats MLS können weitere Schaltungselemente, z. B. diskrete Schaltungselemente wie Spulen oder kapazitive Elemente mit hohem Q-Faktor angeordnet sein. Ein Deckel D kann vorgesehen sein, um die Schaltungselemente an der Ober- seite des Mehrlagensubstrats MLS abzudecken. An der Unter¬ seite des Mehrlagensubstrats MLS können Anschlussflächen vor¬ gesehen sein, mit denen der Duplexer als Teil einer Frondend-
Schaltung mit einer externen Schaltungsumgebung eines Kommunikationsgeräts verschaltet ist.
Figur 7 zeigt berechnete Beträge der Matrixelemente S2,i, S3,2, S3,i. So zeigt die mit Dreiecken markierte Kurve die Einfüge¬ dämpfung für (S2,i) für Sendesignale, die vom Sendeport TX zum gemeinsamen Port GP propagieren. Die Mittenfrequenz des
Sendebands ist dabei auf 880,71 MHz eingestellt. Die
Mittenfrequenz des Empfangsbands ist auf 930,59 MHz ein- gestellt. Der Duplexer ist also so eingestellt, dass er mit den Frequenzen des FDD (FDD = Frequency Division Duplexing = Frequenz-Duplex) Bands 8 arbeitet. Die niedrigste Einfüge¬ dämpfung im Sendeband beträgt dabei 0,141 dB. Die niedrigste Einfügedämpfung im Empfangsband beträgt 0,293 dB. Die Isola- tion zwischen Sendesignalpfad und Empfangssignalpfad ist da¬ bei stets besser als 12 dB.
Figur 8 zeigt die entsprechenden berechneten Werte für die Frequenzen des FDD-Bands 13. Dabei liegen die Sendefrequenzen (Mittenfrequenz 777,2 MHz) oberhalb des Empfangsfrequenzbands (Mittenfrequenz 751,27 MHz). Die minimalen Einfügedämpfungen liegen bei 1,17 dB im Sendefrequenzband und bei 0,65 dB im Empfangsfrequenzband . Figuren 7 und 8 zeigen dabei Anpassungen desselben Duplexers an unterschiedliche Frequenzbänder, wobei die Orientierungen von Sendesignalband und Empfangssignalband zueinander umge¬ kehrt sind: Liegt in Band 8 das Sendefrequenzband unterhalb des Empfangsfrequenzbands, so liegt das Sendefrequenzband in Band 13 oberhalb des Empfangsfrequenzbands.
Für konventionelle abstimmbare Duplexer ist es dabei nahezu unmöglich, Frequenzbänder mit vertauschter Lage von Sendefrequenzen und Empfangsfrequenzen zu bedienen und gleichzeitig derart geringe Einfügedämpfungen aufzuweisen.
Die abstimmbaren Duplexer sind dabei nicht auf die beschrie¬ benen oder gezeigten Ausführungsformen beschränkt. Weitere Ausführungsformen mit zusätzlichen Schaltungselementen im Schaltungskern oder in den Signalpfaden oder Duplexer, an deren Signalports weitere Filterschaltungen angeschlossen sind, werden ebenfalls umfasst.
Bezugs zeichenliste
CH: Chip
D: Deckel
DK: Durchkontaktierung
DL: dielektrische Lage
DPX: abstimmbarer Duplexer
GP: gemeinsamer Port
IE: induktives Element
IE1 : erstes induktives Element
IE2 : zweites induktives Element
IE3 : drittes induktives Element
K: ( Schaltungs- ) Kern
KE : kapazitives Element
KE1 : erstes abstimmbares kapazitives Element
KE2 : zweites abstimmbares kapazitives Element
MLS : Mehrlagensubstrat
RK1 : erster Resonanzkreis
RX: Empfangsport
SIE: serielles induktives Element
SKE: serielles kapazitives Element
SM: strukturierte Metallisierung
SMF: strukturierte Metallisierungsfläche
SP1 : erster Signalpfad
SP2 : zweiter Signalpfad
SP3 : dritter Signalpfad
TX: Sendeport
ZSK: zentraler Schaltungsknoten