EUV-Spiegel und optisches System mit EUV-Spiegel
ANWENDUNGSGEBI ET UND STAND DER TECHNI K
Die Erfindung bezieht sich auf einen EUV-Spiegel gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 und auf ein optisches System mit einem EUV-Spiegel gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 16. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet ist die EUV-Mikrolithographie. Andere Anwendungsgebiete liegen in der EUV-Mikroskopie und der EUV-Maskenmetrologie.
Zur Herstellung von Halbleiterbauelementen und anderen feinstrukturierten Bauteilen, z.B. Masken für die Mikrolithographie, werden heutzutage überwiegend mikrolithographische Projek- tionsbelichtungsverfahren eingesetzt. Dabei werden Masken (Retikel) oder andere Musterer- zeugungseinrichtungen verwendet, die das Muster einer abzubildenden Struktur tragen oder bilden, z.B. ein Linienmuster einer Schicht (Layer) eines Halbleiterbauelementes. Das Muster wird in einer Projektionsbelichtungsanlage zwischen einem Beleuchtungssystem und einem Projektionsobjektiv im Bereich der Objektebene des Projektionsobjektivs positioniert und mit einer vom Beleuchtungssystem bereitgestellten Beleuchtungsstrahlung beleuchtet. Die durch das Muster veränderte Strahlung läuft als Projektionsstrahlung durch das Projektionsobjektiv, welches das Muster auf das zu belichtende, mit einer strahlungsempfindlichen Schicht beschichtete Substrat abbildet, dessen Oberfläche in der zur Objektebene optisch konjugierten Bildebene des Projektionsobjektivs liegt.
Um immer feinere Strukturen erzeugen zu können, wurden in den letzten Jahren optische Sys- teme entwickelt, die bei moderaten numerischen Aperturen arbeiten und hohe Auflösungsvermögen im Wesentlichen durch die kurze Wellenlänge der verwendeten elektromagnetischen Strahlung aus dem extremen Ultraviolettbereich (EUV) erzielen, insbesondere mit Arbeitswellenlängen im Bereich zwischen 5 nm und 30 nm. Bei der EUV-Lithographie mit Arbeitswellenlängen um 13.5 nm kann beispielsweise bei bildseitigen numerischen Aperturen von NA=0.3 theoretisch eine Auflösung in der Größenordnung von 0.03 μηι bei typischen Schärfentiefen in der Größenordnung von ca. 0.15 μηι erreicht werden.
Strahlung aus dem extrem Ultraviolettbereich kann nicht mit Hilfe refraktiver optischer Elemente fokussiert oder geführt werden, da die kurzen Wellenlängen von den bekannten, bei höheren Wellenlängen transparenten optischen Materialien absorbiert werden. Daher werden für die EUV-Lithographie Spiegelsysteme eingesetzt. Eine Klasse von EUV-Spiegeln arbeitet bei relativ hohen Inzidenzwinkeln der einfallenden Strahlung, also bei streifendem Einfall (grazing in-
cidence) nach dem Prinzip der Totalreflexion. Für senkrechten oder nahezu senkrechten Strahlungseinfall werden Mehrlagenspiegel (Multilayer-Spiegel) genutzt. Ein solcher für Strahlung aus dem EUV-Bereich reflektierend wirkender Spiegel (EUV-Spiegel) hat ein Substrat, auf dem eine für Strahlung aus dem extremen Ultraviolettbereich (EUV) reflektierend wirkende Mehrla- gen-Schichtanordnung (multilayer) aufgebracht ist, die viele Schichtpaare mit abwechselnd niedrigbrechendem und hochbrechendem Schichtmaterial aufweist. Schichtpaare für EUV- Spiegel werden häufig mit den Schichtmaterial-Kombinationen Molybdän/Silizium (Mo/Si) oder Ruthenium/Silizium (Ru/Si) aufgebaut.
Es ist bekannt, dass die Reflektivität bzw. das Reflexionsvermögen von Multilayer-Spiegeln stark vom Inzidenzwinkel und von der Wellenlänge der auftreffenden EUV-Strahlung abhängt. Ein hoher Maximalwert der Reflektivität kann erreicht werden, wenn die Mehrlagen- Schichtanordnung im Wesentlichen aus einer periodischen Schichtenfolge mit Vielzahl identischer Schichtpaare besteht. Dann ergibt sich jedoch sowohl bei der Abhängigkeit der Reflektivität vom Inzidenzwinkel als auch bei der Abhängigkeit der Reflektivität von der Wellenlänge eine relativ geringe Halbwertsbreite (füll width at half maximum, FWH M) der Reflektivitätskurve.
In optischen Systemen für den EUV-Bereich mit relativ hoher numerischer Apertur, beispielsweise in Projektionsobjektiven für die EUV-Mikrolithographie, können jedoch an gewissen Positionen im Strahlengang relativ hohe Inzidenzwinkelvariationen auftreten. Hierfür werden EUV- Spiegel benötigt, deren Reflexionsvermögen über den jeweils auftretenden Inzidenzwinkelbe- reich nur relativ wenig variiert. Es sind schon zahlreiche Vorschläge zum Aufbau solcher im Inzidenzwinkelbereich breitbandigen Multilayer-Spiegel gemacht worden.
In dem Artikel „EUV multilayer mirrors with tailored spectral reflectivity" von T. Kuhlmann, S. Yulin, T. Feigl und M. Kaiser in: Proceedings of SPI E Vol. 4782 (2002) Seiten 196 bis 203 wird ein Schichtaufbau von breitbandig wirkenden EUV-Spiegeln beschrieben. Die Mehrlagen- Schichtanordnung umfasst eine Mehrzahl von Schichtgruppen, die jeweils eine periodische Abfolge von mindestens zwei eine Periode bildenden Einzelschichten unterschiedlicher Materialien aufweisen. Die Anzahl der Perioden und die Dicke der Perioden der einzelnen Schichtgruppen nehmen vom Substrat zur Oberfläche hin ab. Ein Ausführungsbeispiel hat drei unterschiedliche Schichtgruppen. Durch diesen Schichtaufbau soll erreicht werden, dass einerseits die Peak- Wellenlängen der Reflexionsmaxima der jeweiligen Schichtgruppen vom Substrat zur Oberfläche hin zu kürzeren Wellenlängen verschoben werden, so dass durch die Überlagerung der Reflexion der einzelnen Schichtgruppen ein breiterer Reflexionspeak des Gesamtsystems erzeugt wird. Andererseits können alle Schichtgruppen in etwa gleich zur Reflektivität des Ge-
samtsystems beitragen. Auf diese Weise lässt sich eine nahezu konstante Reflektivitat über einen großen Wellenlängenbereich bzw. Winkelbereich erreichen.
In dem Artikel„Broadband multilayer mirrors for optimum use of soft x-ray source output" von Z. Wang und A. G. Michette in: J. Opt. A: Pure Appl. Opt. 2 (2000) Seiten 452 - 457 sowie in dem Artikel "Optimisation of depth-graded multilayer designs for EUV and X-ray optics" von Z. Wang und A. G. Michette in: Proceedings of SPI E Vol. 4145 (2001 ) Seiten 243 - 253 sind Beispiele für breitbandig wirkende EUV-Spiegel angegeben, bei denen die Breitbandigkeit dadurch erreicht wird, dass die Schichtdicken der Einzelschichten der Mehrlagenbeschichtung in Tiefenrichtung der Mehrlagen-Schichtanordnung als Ergebnis eines Optimierungsprozesses individuell variie- ren. Derartige Mehrlagen-Schichtanordnungen mit einer mit einem Simulationsprogramm optimierten stochastischen Abfolge einzelner Schichten werden auch als„depth-graded multilayers" bezeichnet. Die Herstellung derartiger Mehrlagen-Schichtanordnungen kann schwierig sein, da Schichten mit vielen unterschiedlichen Schichtdicken aufeinanderfolgend in einem Beschich- tungsprozess erzeugt werden müssen. EUV-Spiegel mit einer aperiodischen Mehrlagen-Schichtanordnung sind auch aus der WO 2009/043374 A1 bekannt. Die Mehrlagen-Schichtanordnung weist auf der Strahlungseintrittseite eine Schutzschicht ("capping layer") auf. Die Schichtdicken einzelner Schichten variieren dabei in mindestens einem Teilbereich der Mehrlagen-Schichtanordnung chaotisch.
Aus dem Stand der Technik sind breitbandige EUV-Spiegel für senkrechten oder nahezu senk- rechten Strahlungseinfall bekannt, die eine Mehrlagen-Schichtanordnung mit unterschiedlichen Gruppen von Schichtenpaaren aufweisen. Eine oberflächennahe Schichtgruppe (surface layer film group) ist an der Strahlungseintrittsseite der Mehrlagen-Schichtanordnung angeordnet. Gegenüber der Strahlungseintrittsseite folgt eine zusätzliche Schicht (additional layer). Darauf folgt in Richtung des Substrats eine tiefer liegende Gruppe von Schichtpaaren (deep layer film group). Dabei ist die Reflektivität der oberflächennahen Schichtgruppe höher als die Reflektivitat der substratnahen tieferen Schichtgruppe und die reflektierte Strahlung wird aufgrund der Anwesenheit der zusätzlichen Schicht so phasenverschoben, dass ein Reflektivitätsmaximal- wert (reflectivity peak value) der gesamten Mehrlagen-Schichtanordnung geringer ist und die Reflektivität um die Peak-Wellenlänge höher ist als in Abwesenheit der zusätzlichen Schicht. Die optische Schichtdicke der zusätzlichen Schicht soll etwa ein Viertel der Wellenlänge der EUV-Strahlung (d.h. λ/4) bzw. die Hälfte der Periodendicke der Mehrlagen-Schichtanordnung oder diesem Wert zuzüglich einem ganzzahligen Vielfachen der Periodendicke entsprechen.
AUFGABE UND LÖSUNG
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen EUV-Spiegel gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 bereitzustellen, der über einen großen Inzidenzwinkelbereich nur eine geringe Variation des Reflexionsvermögens aufweist und der weiterhin mit hoher Präzision reproduzierbar hergestellt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung einen EUV-Spiegel mit den Merkmalen von Anspruch 1 bereit. Weiterhin wird ein optisches System mit einem EUV-Spiegel mit den Merkmalen von Anspruch 16 bereitgestellt. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
Die erste Schichtgruppe hat eine ausreichend hohe Anzahl erster Schichtpaare, die insgesamt eine Vielzahl von Grenzflächen zwischen relativ hoch brechendem und relativ niedrig brechendem Schichtmaterial bilden, welche jeweils einen Anteil der auftreffenden EUV-Strahlung reflektieren, so dass die erste Schichtgruppe insgesamt für die Strahlung reflektierend wirkt und ei- nen substantiellen Beitrag zur Gesamt-Reflektiviät der Mehrlagen-Schichtanordnung leistet. Um dieses zu erreichen, hat die erste Schichtgruppe mindestens zehn erste Schichtpaare. Es können auch deutlich mehr als zehn erste Schichtpaare vorgesehen sein, beispielsweise 15 oder mehr, oder 20 oder mehr, oder 30 oder mehr, oder 50 oder mehr erste Schichtpaare.
Ein Schichtpaar umfasst jeweils eine erste Schicht aus einem relativ hoch brechenden Schichtmaterial und eine zweite Schicht aus einem relativ dazu niedrig brechenden Schichtmaterial. Solche Schichtpaare werden auch als„Periode",„Doppelschicht" oder„Bilayer" bezeichnet und können durch eine Periodendicke charakterisiert werden, die im Rahmen dieser Anmeldung der Summe der (geometrischen oder optischen) Schichtdicken aller Schichten eines ersten Schichtpaares entspricht. Ein Schichtpaar kann zusätzlich zu den beiden Schichten aus relativ hoch brechendem bzw. relativ niedrig brechendem Schichtmaterial noch eine oder mehrere weitere Schichten aufweisen, beispielsweise eine zwischengeschaltete Barriereschicht zur Reduzierung der Interdiffusion zwischen benachbarten Schichten.
Die nominellen Schichtdicken eines der Schichtmaterialien (erstes Schichtmaterial oder zweites Schichtmaterial) sind durch eine einfach monotone erste Schichtdickenverlaufsfunktion in Ab- hängigkeit von der Periodennummer definierbar, während die Schichtdicken des anderen der Schichtmaterialien (zweites Schichtmaterial oder erstes Schichtmaterial) in Abhängigkeit von der Periodennummer gemäß einer zweiten Schichtdickenverlaufsfunktion variiert. Der Begriff
„Periodennummer" bezieht sich hierbei auf eine Nummerierung der unmittelbar aufeinander folgenden Perioden bzw. Schichtpaare beginnend auf der dem Substrat zugewandten Seite und endend an der Strahlungseintrittsseite der ersten Schichtgruppe. Die Periodennummer kann auch als Schichtpaar-Nummer bezeichnet werden. Die nominellen Schichtdicken der einzelnen Schichten der Schichtpaare folgen somit bestimmten Schichtdickenverlaufsfunktionen, wobei sich die nominelle Schichtdicke einer jeweiligen Schicht als Funktionswert der Schichtdickenverlaufsfunktion für das jeweilige Argument (Periodennummer bzw. Schichtpaar-Nummer) ergibt. Die tatsächlichen Schichtdicken müssen dabei nicht den mathematisch exakten Funktionswerten der Schichtdickenverlaufsfunktion (d.h. den nominellen Schichtdicken) entsprechen. Die tatsächlichen Schichtdicken dürfen vielmehr im Rahmen von Fertigungstoleranzen von demjenigen Funktionswert abweichen, der sich aus der jeweiligen Schichtdickenverlaufsfunktion ergibt. Fertigungstoleranzen können pro Einzelschicht z.B. im Bereich von 5% oder maximal 10 % der absoluten Schichtdicke der Einzelschicht liegen.
Für eines der Schichtmaterialien (erstes Schichtmaterial oder zweites Schichtmaterial) folgen die (nominellen) Schichtdicken einer einfach monotonen ersten Schichtdickenverlaufsfunktion. Damit wird hier eine Schichtdickenverlaufsfunktion bezeichnet, die sich analytisch durch maximal fünf Schichtdickenparameter vollständig beschreiben lässt. Die Erfinder haben erkannt, dass sich hierdurch erhebliche Vorteile hinsichtlich der Präzision der Schichtdicken bei der Fertigung und/oder bei der Stabilität der hergestellten Mehrschicht-Schichtanordnung erreichen lassen.
Die Schichtdicken, welche der einfach monotonen ersten Schichtdickenverlaufsfunktion folgen, variieren somit nicht beliebig oder auf komplizierte Weise, sondern folgen einer gewissen, relativ einfach parametrisierbaren Systematik. Eine solche Systematik erlaubt es zum Beispiel, aus Messungen leichter auf Fertigungsfehler zu schließen. Weiterhin kann beispielsweise die Schichtrauheit einer Schicht besser eingestellt und/oder kontrolliert werden, wenn die Schichtdicke dieses Schichtmaterials einer einfach monotonen ersten Schichtdickenverlaufsfunktion folgt.
In der Praxis ist z.B. davon auszugehen, dass sich eine Beschichtungsanlage während des gesamten Beschichtungsprozesses, also bei der Herstellung der aufeinanderfolgenden Einzel- schichten einer Mehrlagen-Schichtanordnung, hinsichtlich einiger für das Beschichtungsergeb- nis relevanter Eigenschaften zeitlich verändern kann. Dadurch wird es normalerweise schwierig, aus den Ergebnissen von Messungen, beispielsweise Reflektivitätsmessungen, auf die Schichtdicken der jeweiligen Einzelschichten zu schließen. So ist beispielsweise möglich, dass
sich durch Fehler in der Beschichtungsratenbestimmung ein linearer Fehler der Schichtdicke ergibt, so dass die Größe des Fehlers von der Design-Schichtdicke (d.h. der nominellen Schichtdicke) abhängt. Alternativ oder zusätzlich kann sich ein linearer Drift der Einzelschichtdicken aufgrund von Veränderungen der Beschichtungsanlage während der Beschichtung erge- ben, so dass sich beispielsweise anstelle einer über viele Schichtpaare konstanten Schichtdicke eines ausgewählten Schichtmaterials eine allmähliche Vergrößerung oder Verkleinerung der Schichtdicken dieses Schichtmaterials mit zunehmendem Abstand vom Substrat ergibt. Ist die erste Schichtdickenverlaufsfunktion eine lineare Funktion, so müssen diese beiden Effekte nicht getrennt bestimmt werden, so dass es möglich ist, die Ergebnisse der Messungen leichter zu interpretieren. Würden dagegen die nominellen Schichtdicken keiner einfach monotonen Schichtdickenverlaufsfunktion folgen, so müssten beiden Fehler separat bekannt sein, um die richtigen Schichtdicken bestimmten zu können.
Die Schichtdicke des anderen Schichtmaterials sollte in Abhängigkeit von der Schichtpaar- Nummer gemäß einer zweiten Schichtdickenverlaufsfunktion variieren, so dass sich für dieses andere Schichtmaterial innerhalb der ersten Schichtgruppe Schichtdickenunterschiede ergeben, die deutlich außerhalb der Fertigungstoleranzen liegen.
Durch die Kombination dieser Vorgaben für die Schichtdicken sind Mehrlagen- Schichtanordnungen bzw. EUV-Spiegel realisierbar, die bei ausreichend hoher Reflektivität im Winkelraum eine ausreichend niedrige Variation der Reflektivität für bestimmte Inzidenzwinke- lintervalle haben und die gleichzeitig mit hoher Präzision reproduzierbar hergestellt werden können.
Die genannten Bedingungen gelten bei EUV-Spiegeln unabhängig davon, ob die Schichtdicke als geometrische Schichtdicke oder als optische Schichtdicke (Produkt aus geometrischer Schichtdicke und Realteil des Brechungsindex) angegeben wird, da der Realteil des Bre- chungsindex bei den relevanten Materialien nahe bei 1 liegt.
Bei der beanspruchten Erfindung ist die erste Schichtdickenverlaufsfunktion durch einen, zwei oder drei Schichtdickenparameter vollständig definierbar. Bei Einhaltung dieser Bedingung reichen somit maximal drei Schichtdickenparameter aus, um die Werte der nominellen Schichtdicken eines der Schichtmaterialien über die gesamte erste Schichtgruppe vollständig festzule- gen. Hierdurch ergibt sich eine sehr einfache Beschreibung der betroffenen Schichtdicken und eine entsprechend einfache und präzise Möglichkeit der Interpretation von Messergebnissen, um z.B. auf unkontrollierbare Veränderungen im Beschichtungsprozess rückschließen zu können.
Bei manchen Ausführungsformen ist die erste Schichtdickenverlaufsfunktion eine konstante Funktion, so dass die Schichtdicken eines der Schichtmaterialien über die gesamte erste Schichtgruppe (im Rahmen der Toleranzen) konstant sind. Die erste Schichtdickenverlaufsfunktion ist dann durch einen einzigen Schichtdickenparameter, nämlich die gewünschte Schicht- dicke, gegeben, beispielsweise durch die Angabe d(n) = a; wobei d(n) die nominelle Schichtdicke der betroffenen Schichten im Schichtpaar n (mit n = 1 , 2, 3 ...) die Periodennummer und a die vorgegebene konstante Schichtdicke der betroffenen Schichtmaterialien ist. Bei dem Schichtmaterial, welches innerhalb der ersten Schichtgruppe mit konstanter Schichtdicke erzeugt werden soll, kann es sich je nach Materialkombination um ein relativ hoch brechendes erstes Schichtmaterial oder um ein relativ niedrig brechendes zweites Schichtmaterial handeln.
Es kann beispielsweise aus Gründen der Kontrolle von Schichtrauheit vorteilhaft sein, Einzelschichtdicken bestimmter Materialien nicht zu variieren. Bei manchen Ausführungsformen ist das Schichtmaterial, welches gemäß einer konstanten ersten Schichtdickenverlaufsfunktion erzeugt wird, ausgewählt aus der Gruppe Molybdän (Mo), Ruthenium (Ru), Rhodium (Rh) und Palladium (Pd).
Bei manchen Ausführungsformen, insbesondere bei solchen, bei denen eines der Schichtmaterialien in der gesamten ersten Schichtgruppe im Wesentlichen die gleiche Schichtdicke hat (konstante erste Schichtdickenverlaufsfunktion), definiert die zweite Schichtdickenverlaufsfunktion eine stochastische Schichtdickenverteilung des anderen Schichtmaterials. Bei diesem anderen Schichtmaterial kann es sich beispielsweise um Silizium (Si) handeln. Damit kann beispielsweise die Schichtspannung auch bei stark unterschiedlichen Schichtdicken vorhergesagt werden. Bei manchen Ausführungsformen ist die erste Schichtdickenverlaufsfunktion eine linear steigende oder linear fallende Funktion, so dass die Schichtdicken eines der Schichtmaterialien über die gesamte erste Schichtgruppe linear steigen oder abfallen. In diesen Fällen reicht die Angabe von zwei Schichtdickenparametern aus, um die nominellen Schichtdicken des betroffenen Schichtmaterials vollständig zu bestimmen. Die Schichtdickenverlaufsfunktion kann bei- spielsweise wie folgt formuliert werden: d(n) = a + b * n,
wobei a ein Anfangswert der jeweiligen Schichtdicke, n = 1 , 2, 3 ... die Periodennummer und b der Gradient bzw. die Steigung der Schichtdickenverlaufsfunktion ist. Der Gradient bzw. die Steigung gibt dabei an, um welchen Betrag sich die Schichtdicken unmittelbar benachbarter Schichten des gleichen Schichtmaterials unterscheiden. Bei manchen Ausführungsformen, die sich dadurch auszeichnen, dass die erste Schichtdickenverlaufsfunktion eine linear steigende oder linear fallende Funktion ist, ist vorgesehen, dass auch die zweite Schichtdickenverlaufsfunktion eine linear steigende oder linear fallende Funktion ist. Hierdurch ist für beide Schichtmaterialien eine besonders einfach analysierbare Beschreibung der nominellen Schichtdicken aller Einzelschichten innerhalb der ersten Schicht- gruppe möglich.
Es kann dabei sein, dass die zweite Schichtdickenverlaufsfunktion gegenläufig zur ersten Schichtdickenverlaufsfunktion verläuft, so dass beispielsweise bei linear fallender Schichtdicke des ersten Schichtmaterials die Schichtdicke des zweiten Schichtmaterials linear ansteigt oder umgekehrt. In diesen Fällen kann es sein, dass die Periodendicke innerhalb der ersten Schicht- gruppe konstant bleibt oder nur leicht, d.h. weniger stark als die Einzelschichtdicken, variiert. Es ist jedoch auch möglich, dass die Schichtdicken beider Schichtmaterialien gleichermaßen linear abfallen oder gleichermaßen linear ansteigen, wobei die Gradienten für die einzelnen Schichtmaterialien gleich oder unterschiedlich sein können. In diesen Fällen wird die Periodendicke ebenfalls linear ansteigen oder abfallen. Bei manchen Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die erste Schichtdickenverlaufsfunktion eine quadratische oder eine exponentielle Funktion ist, so dass sich eine allmähliche Zunahme oder eine allmähliche Abnahme der Schichtdicke des betroffenen Schichtmaterials in kleinen systematischen Schritten innerhalb der ersten Schichtgruppe ergibt, wobei außerdem die Schrittgröße, d.h. der Schichtdickenunterschied zwischen unmittelbar benachbarten Schichten des gleichen Schichtmaterials, mit zunehmendem Abstand vom Substrat zunimmt oder abnimmt. Quadratische und exponentielle erste Schichtdickenverlaufsfunktionen lassen sich jeweils durch genau drei Schichtdickenverlaufsparameter a, b und c vollständig bestimmen, beispielsweise nach folgenden Gleichungen: d(n) = a + b * exp(c * n) (exponentiell) d(n) = a + b * n + c * n2 (quadratisch)
Bei manchen Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die zweite Schichtdickenverlaufsfunktion eine quadratische oder eine exponentielle Funktion ist. Insbesondere kann sowohl die erste als auch die zweite Schichtdickenverlaufsfunktion eine quadratische oder eine exponentielle Funktion sein. Dabei kann es sein, dass die zweite Schichtdickenverlaufsfunktion gegenläufig zur ersten Schichtdickenverlaufsfunktion verläuft, so dass die Periodendicke weniger stark variiert als die Schichtdicke der stärker variierenden Einzelschicht.
Es ist möglich, dass die erste Schichtgruppe die einzige für die EUV-Strahlung reflektierend wirkende Schichtgruppe der Mehrlagen-Schichtanordnung ist.
In manchen Fällen ergeben sich weitere vorteilhafte Freiheitsgrade bei der Auslegung der Win- kelabhängigkeit des Reflektivitätsverhaltens, wenn die Mehrlagen-Schichtanordnung zusätzlich zu der ersten Schichtgruppe eine für die Strahlung reflektierend wirkende zweite Schichtgruppe mit zehn oder mehr zweiten Schichtpaaren aufweist, wobei die erste Schichtgruppe zwischen dem Substrat und der zweiten Schichtgruppe angeordnet ist. Die zweite Schichtgruppe befindet sich also an der dem Substrat abgewandten Seite der ersten Schichtgruppe, also näher an der Strahlungseintrittsseite der Mehrlagen-Schichtanordnung. Um zu erreichen, dass auch die zweite Schichtgruppe einen substantiellen Beitrag zur Gesamt-Reflektivität leistet, hat die zweite Schichtgruppe mindestens zehn zweite Schichtpaare. Es können auch deutlich mehr als zehn zweite Schichtpaare vorgesehen sein, beispielsweise 15 oder mehr, oder 20 oder mehr, oder 30 oder mehr, oder 50 oder mehr zweite Schichtpaare. Die nominellen Schichtdicken der einzelnen Schichten der zweiten Schichtgruppe können nach ähnlichen oder anderen Bildungsgesetzen wie die nominellen Schichtdicken der ersten Schichtgruppe ausgelegt sein. Insbesondere kann es so sein, dass innerhalb der zweiten Schichtgruppe die Schichtdicken eines der Schichtmaterialien in Abhängigkeit von der Periodennummer durch eine einfach monotone erste Schichtdickenverlaufsfunktion definierbar sind und die Schichtdicken des anderen der Schichtmaterialien in Abhängigkeit von der Periodennummer gemäß einer zweiten Schichtdickenverlaufsfunktion variieren. Bei Ausführungsbeispielen mit einer eintrittsseitigen zweiten Schichtgruppe ergeben sich für das Design mehr Freiheitsgrade, um eine relativ homogene Reflektivität zu erreichen.
Beispielsweise gibt es Ausführungsformen, bei denen innerhalb der ersten Schichtgruppe die Schichtdicken des ersten Schichtmaterials und des zweiten Schichtmaterials jeweils gegenläufig linear variieren und die Schichtdicken dieser Schichtmaterialien auch innerhalb der zweiten Schichtgruppe gegenläufig linear variieren, jedoch gegebenenfalls mit anderen Anfangswerten
und Steigungen. Hierdurch lassen sich in manchen Fällen besonders geringe Variationen der Reflektivität über einen relativ großen Inzidenzwinkelbereich erreichen.
Insbesondere kann es so sein, dass eine Variation von Schichtdicken der Schichtmaterialien innerhalb der dem Substrat näher liegenden ersten Schichtgruppe wesentlich stärker ist als innerhalb der der Strahlungseintrittsseite näher liegenden zweiten Schichtgruppe. Innerhalb der substratnahen ersten Schichtgruppe kann die Variation der Schichtdicken z.B. mindestens doppelt so groß oder mindestens dreimal so groß oder mindestens viermal so groß sein wie innerhalb der zweiten Schichtgruppe näher bei der Strahlungseintrittsseite. Der Begriff „Variation" bezeichnet hier den Unterschied zwischen minimaler und maximaler Schichtdicke eines Schichtmaterials innerhalb einer Schichtgruppe. Bei einem Monostack (konstante Schichtdicken beider Schichtmaterialien) ist die nominelle Variation gleich null. Während geringe Schichtdickenvariationen näher an der Strahlungseintrittsseite günstig für hohe Reflektivitätswerte sein können, wirken sich große Schichtdickenvariationen in der Nähe des Substrats günstig auf die Breitbandigkeit im Winkelraum aus. Die Schichtdicken der Schichtmaterialien innerhalb der zweiten Schichtgruppe können also derart gewählt werden, dass die zweite Schichtgruppe einen relativ großen Beitrag zur maximalen Reflektivität der Mehrlagen-Schichtanordnung liefert, während die erste Schichtgruppe Beiträge zur Breitbandigkeit leistet. Bei manchen Ausführungsformen weist innerhalb der zweiten Schichtgruppe eines der Schichtmaterialien, insbesondere Molybdän, über die gesamte zweite Schichtgruppe eine konstante Schichtdicke auf, und die Schichtdicke des anderen Schichtmaterials, insbesondere Silizium, innerhalb der zweiten Schichtgruppe ist ebenfalls konstant, so dass sich innerhalb der zweiten Schichtgruppe ein Schichtaufbau ähnlich wie bei einem„Monostack" ergibt.
Die Erfindung betrifft auch ein optisches System mit mindestens einem EUV-Spiegel der oben oder nachfolgend näher beschriebenen Art.
Bei dem optischen System kann es sich z.B. um ein Projektionsobjektiv oder um ein Beleuchtungssystem für eine mit EUV-Strahlung arbeitende Mikrolithographie- Projektionsbelichtungsanlage handeln. Der EUV-Spiegel kann eine ebene Spiegelfläche oder eine konvex oder konkav gekrümmte Spiegelfläche haben. In einem Projektionsobjektiv kann z.B. der Spiegel, an dem das größte Inzidenzwinkelintervall auftritt, wie hier beschrieben aufgebaut sein, ggf. auch mehrere oder alle EUV-Spiegel. Der EUV-Spiegel kann ein einachsig oder mehrachsig verkippbarer Einzelspiegel eines steuerbaren Multi-Mirror-Arrays (MMA) sein, an dem je nach Kippstellung unterschiedliche Inzidenzwinkelintervalle auftreten können. Hier
kann eine breitbandige Wirkung besonders vorteilhaft sein. Ein Multi-Mirror-Array kann mehrere EUV-Spiegel der hier beschriebenen Art aufweisen. EUV-Spiegel können auch bei anderen optischen Systemen verwendet werden, z.B. im Bereich der Mikroskopie.
KURZBESCHREI BU NG DER ZEICHNUNGEN Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, die nachfolgend anhand der Figuren erläutert sind. Dabei zeigen:
Fig. 1 zeigt einen schematischen Vertikalschnitt durch die Schichtstruktur einer
Mehrlagen-Schichtanordnung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel; Fig. 2 zeigt ein Schichtdickendiagramm des ersten Ausführungsbeispiels;
Fig. 3 zeigt ein Schichtdickendiagramm eines zweiten Ausführungsbeispiels;
Fig. 4 zeigt ein Schichtdickendiagramm eines dritten Ausführungsbeispiels;
Fig. 5 zeigt ein Vergleichsdiagramm zur Inzidenzwinkelabhängigkeit der Reflekti- vitäten des ersten bis dritten Ausführungsbeispiels und eines Referenz- spiegeis mit einem Mo/Si-Monostacks (MS);
Fig. 6 zeigt ein Schichtdickendiagramm eines vierten Ausführungsbeispiels;
Fig. 7 zeigt ein Schichtdickendiagramm eines fünften Ausführungsbeispiels;
Fig. 8 zeigt ein Vergleichsdiagramm zur Inzidenzwinkelabhängigkeit der Reflekti- vitäten des vierten und fünften Ausführungsbeispiels; Fig. 9 zeigt Komponenten einer EUV-Mikrolithographie-Projektionsbelichtungs- anlage gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
DETAI LLI ERTE BESCHREI BUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPI ELE
Im Folgenden werden Aspekte der Erfindung am Beispiel von mehreren Ausführungsbeispielen von EUV-Spiegeln erläutert, die für eine EUV-Arbeitswellenlänge von λ = 13.5 nm und für Inzi- denzwinkel aus dem Intervall 10° < AOI < 17.5° ausgelegt sind, also für einen mittleren Inzi- denzwinkel AOIM = 13.75°. Der Inzidenzwinkel (Angle of Incidence, AOI) bezeichnet hierbei den Winkel, den ein auf die Spiegeloberfläche auftreffender Strahl mit der Oberflächennormalen N
des Spiegels am Auftreffpunkt einschließt (vgl. Fig.1 ). Inzidenzwinkelintervalle dieser Art können beispielsweise in optischen Systemen für die EUV-Mikrolithographie auftreten, welche mit hoher numerischer Apertur arbeiten.
Bei derartigen Inzidenzwinkeln werden bekanntlich Mehrlagenspiegel (Multilayer-Spiegel) mit einer für die EUV-Strahlung reflektierend wirkenden Mehrlagen-Schichtanordnung (Multilayer) genutzt, die viele Schichtpaare (Bilayer) enthalten, welche alternierend aufgebrachte Schichten eines Schichtmaterials mit höherem Realteil des Brechungsindex (auch„Spacer" genannt) und eines Schichtmaterials mit relativ dazu niedrigerem Realteil des Brechungsindex (auch„Absorber" genannt) aufweisen. Schichtpaare können z.B. mit den Schichtmaterial-Kombinationen Molybdän/Silizium (Mo/Si) und/oder Ruthenium/Silizium (Ru/Si) aufgebaut sein. Dabei bildet Silizium jeweils das Spacer-Material, während Mo bzw. Ru als Absorbermaterial dienen. Ein Schichtpaar kann mindestens eine weitere Schicht enthalten, insbesondere eine zwischengeschaltete Barriereschicht, die z.B. aus C, B4C, SixNy, SiC oder aus einer Zusammensetzung mit einem dieser Materialien bestehen kann und Interdiffusion an der Grenzfläche unterbinden soll. Die nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiele sollen zur Veranschaulichung einiger Grundprinzipien dienen. Als Schichtmaterialien kommen jeweils Molybdän (Mo) und Silizium (Si) zum Einsatz, wodurch sich eine übersichtliche Darstellung ergibt. Die Grundprinzipien können auch bei anderen Wellenlängen, anderen Inzidenzwinkelintervallen und/oder anderen Schichtmaterial-Kombinationen genutzt werden. Die Grundprinzipien wirken außerdem unab- hängig vom Einsatz von Barriereschichten und/oder Schutzschichten, die zusätzlich in einem Schichtstapel vorgesehen sein können.
Fig. 1 zeigt einen schematischen Vertikalschnitt durch die Schichtstruktur einer Mehrlagen- Schichtanordnung ML gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
Fig. 2 zeigt ein zugehöriges Schichtdickendiagramm. Auf der Abszisse ist die Schichtnummer LN der einzelnen Schichten und auf der Ordinate deren geometrische Schichtdicke d in [nm] angegeben. Die punktförmigen Symbole stehen für Einzelschichten aus Molybdän (Mo), während die Dreieckssymbole für Einzelschichten aus Silizium (Si) stehen. Die quadratischen Symbole repräsentieren die (geometrische) Periodendicke P der Schichtpaare. Die Einzelschichten mit Schichtnummern 1 und 2 gehören zum Schichtpaar mit der Periodennummer 1 (n = 1 ), die unmittelbar folgenden Einzelschichten mit Schichtnummern 3 und 4 gehören zum Schichtpaar mit der Periodennummer 2 (n = 2) etc. Das nicht dargestellte Substrat befindet sich an der linken Seite, so dass die Einzelschicht mit der Schichtnummer 1 direkt an das Substrat angrenzt.
Die Strahlungseintrittsseite liegt entsprechend rechts bei der höchsten Schichtnummer. Diese Darstellungsweise gilt für alle Schichtdickendiagramme dieser Anmeldung.
Der EUV-Spiegel aus Fig. 1 oder Fig. 2 hat ein Substrat SUB, das eine mit optischer Präzision bearbeitete Substratoberfläche hat, auf der eine Mehrlagen-Schichtanordnung ML aufgebracht ist, die im Folgenden auch als„Multilayer" bezeichnet wird. Die Mehrlagen-Schichtanordnung besteht im Beispiel aus 78 Einzelschichten, wobei Molybdänschichten (schraffiert) und Siliziumschichten (ohne Schraffur) abwechseln. Dadurch werden 39 Mo/Si-Schichtpaare gebildet, die auch als Mo/Si-Bilayer oder Perioden bezeichnet werden.
Die Mehrlagen-Mehrschichtanordnung ML wird im Wesentlichen oder ausschließlich durch eine für die eintretende EUV-Strahlung reflektierend wirkende erste Schichtgruppe LG1 gebildet, die 39 erste Schichtpaare, nämlich die 39 Mo/Si-Schichtpaare aufweist. Das Schichtmaterial Silizium ist bei dieser Materialpaarung dasjenige Schichtmaterial mit dem höheren Realteil des Brechungsindex, also das relativ hoch brechende erste Schichtmaterial, während Molybdän bei der EUV-Wellenlänge einen relativ niedrigeren Realteil des Brechungsindex hat und somit das rela- tiv niedrig brechende zweite Schichtmaterial ist. Die geometrische Schichtdicke einer Si-Schicht wird mit dSi bezeichnet, die geometrische Schichtdicke der Mo-Einzelschicht mit dMo- Die Summe der geometrischen Schichtdicken aller Einzelschichten eines Schichtpaars wird hier als Periodendicke P, bezeichnet, wobei der Index i für die Periodennummer steht. In die Periodendicke gehen neben den Schichtdicken dMo und dSi auch noch die geometrischen Schichtdicken even- tueller weiterer Schichten ein, beispielsweise von diffusionshemmenden Zwischenschichten, deren Schichtdicken jedoch in der Regel um ein Mehrfaches geringer sind als die Schichtdicken von Mo und Si.
Innerhalb der ersten Schichtgruppe LG1 fällt die Schichtdicke der Mo-Schichten mit zunehmendem Abstand vom Substrat in Richtung der Strahlungseintrittsseite kontinuierlich gemäß einer linearen ersten Schichtdickenverlaufsfunktion ab. Unmittelbar benachbarte Mo-Schichten haben somit jeweils den gleichen Schichtdickenunterschied zueinander. Die Einzelschichtdicken der Si-Schichten nehmen ebenfalls von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite in gleichen Schritten linear ab, wobei diese Abhängigkeit von der Schichtpaar-Nummer durch eine lineare zweite Schichtdickenverlaufsfunktion gegeben ist. Das Schichtdickendiagramm in Fig. 2 veran- schaulicht dieses Verhalten. Die Einzelschichtdicken von Mo und Si variieren jeweils linear mit der Schichtpaar-Nummer. Gleiches gilt auch für die Periodendicke. Die Schichtdickenverlaufsfunktion in Abhängigkeit von der Schichtpaar-Nummer n (1 < n < 39) lautet jeweils d(n)=a+b * n. Der Schichtdickenparameter a gibt dabei jeweils einen Anfangswert der Schichtdicke und der
Schichtdickenparameter b die Steigung bzw. den Gradienten des Schichtdickenverlaufs an. Für die Schichtdickenparameter gilt:
Mo: a=3.58, b=-0.01
Si: a=4.22, b=-0.01
Der Einfluss dieses besonderen Schichtaufbaus auf die Abhängigkeit der Reflektivitat R vom Inzidenzwinkel AOI wird anhand von Fig. 5 im Vergleich zur Inzidenzwinkelabhängigkeit der Reflektivitat eines Referenzspiegels dargestellt, dessen Mehrlagen-Schichtanordnung als reiner Mo/Si-Monostack ausgebildet ist. Der Begriff „Monostack" steht hier für eine Mehrlagen- Schichtanordnung, bei der alle aufeinanderfolgenden Schichtpaare die gleiche Schichtmaterial- Kombination und die gleichen Einzelschichtdicken von Mo und Si haben. Die strichpunktierte Kurve„MS" mit einem maximalen Reflexionskoeffizienten von ca. 68% bei AOI ungefähr 14.8° zeigt die Inzidenzwinkelabhängigkeit der Reflektivität eines solchen Monostacks mit 26 Schicht- paaren.
Die durchgezogene Linie mit Bezeichnung „1 " zeigt den entsprechenden Reflektivitätsverlauf beim ersten Ausführungsbeispiel (Fig. 1 und 2), also mit linearem Abfall der Einzelschichtdicken von Molybdän und Silizium zwischen Substrat und Strahlungseintrittsseite. Es ist unmittelbar erkennbar, dass die Maximalreflektivität beim reinen Monostack mit 68% deutlich höher liegt als die beim gleichen Inzidenzwinkel auftretende Reflektivität des ersten Ausführungsbeispiels (ca. 64%). Jedoch ist die Variation der Reflektivität über den Inzidenzwinkelbereich beim ersten Ausführungsbeispiel deutlich geringer als beim reinen Monostack. Während bei dem Referenzsystem das Reflexionsvermögen zwischen ca. 60% (bei 10°) und ca. 68% (bei ca. 15°), also um ca. 8%-Punkte variiert, variiert das Reflexionsvermögen im gleichen Inzidenzwinkelintervall bei dem ersten Ausführungsbeispiel nur um ca. 6%-Punkte, nämlich zwischen ca. 58% (bei 17.5°) und 64% (bei ca. 15°). Es ist somit ersichtlich, dass der lineare Schichtdickenverlauf bei den Einzelschichten zu einer Homogenisierung der Inzidenzwinkelabhängigkeit der Reflektivität in dem ausgewählten Inzidenzwinkelbereich führt, für den die Mehrlagen-Schichtanordnung ausgelegt ist. Anhand des Schichtdickenverlaufsdiagramms in Fig. 3 wird ein zweites Ausführungsbeispiel erläutert, welches gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel eine nochmals verringerte Variation der Reflektivität innerhalb des ausgewählten Inzidenzwinkelbereichs, also eine verbesserte Breitbandigkeit im Winkelraum zeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel hat die Mehrlagen- Schichtanordnung insgesamt 44 Schichtpaare bzw. Perioden, die sich auf genau zwei jeweils unterschiedlich ausgelegte und übereinander angeordnete Schichtgruppen verteilen. Eine erste
Schichtgruppe LG1 mit 18 ersten Schichtpaaren ist in der Nähe des Substrats angeordnet. Auf diese erste Schichtgruppe ist eine zweite Schichtgruppe LG2 mit insgesamt 26 zweiten Schichtpaaren aufgebracht in der Weise, dass die erste Schichtgruppe LG1 zwischen dem Substrat und der zweiten Schichtgruppe LG2 angeordnet ist. In jeder der beiden Schichtgruppen nimmt die geometrische Schichtdicke der Mo- Einzelschichten von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite gemäß einer linearen ersten Schichtdickenverlaufsfunktion linear ab, während die Schichtdicken der Si-Einzelschichten von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite jeweils gemäß einer linearen zweiten Schichtdickenverlaufsfunktion linear zunehmen. In beiden Schichtgruppen verläuft somit die zweite Schichtdickenverlaufsfunktion gegenläufig zur ersten Schichtdickenverlaufsfunktion. Dabei ist in der ersten Schichtgruppe LG1 die Zunahme der Schichtdicken der Si-Schichten relativ stärker als die gegenläufige Abnahme der Schichtdicken der Mo-Einzelschichten, so dass die Periodendicke von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite linear zunimmt. Innerhalb der zweiten Schichtgruppe LG2 ist dagegen die Abnahme der Schichtdicken der Mo-Schichten relativ stärker als die gegenläufige Zunahme der Schichtdicken der Si-Schichten, so dass die Periodendicke von der Seite der ersten Schichtgruppe bzw. von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite leicht gemäß einer linearen Funktion abnimmt. Die Variation von Schichtdicken der Schichtmaterialien (Schichtdickenunterschied zwischen kleinster und größter Schichtdicke eines Schichtmaterials) ist innerhalb der ersten Schichtgruppe LG1 mehr als viermal so groß wie innerhalb der zweiten Schichtgruppe LG2. Letztere wirkt dadurch ähnlich einem „Monostack" relativ stark reflektierend, während die substratnähere erste Schichtgruppe die Breitbandigkeit erhöht. Werden die Einzelschichtdicken jeweils als Funktion der Periodennummer bzw. Schichtpaar-Nummer n gemäß der Gleichung d(n)=a+b * n angegeben, so gelten folgende Werte für die Schichtdickenparameter: Substratnahe erste Schichtgruppe LG1 :(1 <n<18)
Mo: a=4.31 , b=-0.07
Si: a=0.84, b=0.25
Substratferne zweite Schichtgruppe LG2 (1 <n<26)
Mo: a=4.03, b=-0.05
Si: a=3.37, b=0.04
Für jede der Schichtgruppen ist es also möglich, den Schichtdickenverlauf der Mo-Schichten und der Si-Schichten jeweils anhand von genau zwei Schichtdickenparametern a und b eindeutig zu bestimmen.
Der Effekt dieses Schichtaufbaus auf die Inzidenzwinkelabhängigkeit der Reflektivitat wird an- hand von Fig. 5 erkennbar, wo die Reflektivitätskurve des zweiten Ausführungsbeispiels durch die gestrichelte Kurve mit Bezeichnung„2" angegeben ist. Die Variation der Reflektivitat über den Inzidenzwinkelbereich ist beim zweiten Ausführungsbeispiel deutlich geringer als beim Referenzsystem (Monostack) und auch deutlich geringer als beim ersten Ausführungsbeispiel. Das Reflexionsvermögen variiert im Inzidenzwinkelintervall zwischen 10° und 17.5° nur zwischen ca. 61 .5% (bei AOI = 17.5°) und ca. 64.4% (bei AOI ungefähr 1 1 .4°), wobei bei diesem Inzidenz- winkel auch die maximale Reflektivitat von ca. 64.4% erreicht wird. Das Reflexionsvermögen im angestrebten Inzidenzwinkelintervall variiert somit nur um ca. 3%-Punkte.
Es sind auch andere, mathematisch relativ einfach beschreibbare, jedoch nicht-lineare Schichtdickenverläufe möglich, die zu einer Verbesserung der Breitbandigkeit im Winkelraum genutzt werden können. Anhand von Fig. 4 wird ein drittes Ausführungsbeispiel erläutert. Ähnlich wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel hat die Mehrlagen-Schichtanordnung nur eine einzige erste Schichtgruppe, in der die Schichtdicken aller Einzelschichten durch einfache monotone Schichtdickenverlaufsfunktionen definiert werden können. Die Mehrlagen-Schichtanordnung hat 36 Schichtpaare. Die Einzelschichtdicken für die Mo-Schichten und die Si-Schichten variieren jeweils gemäß einer exponentiellen Schichtdickenverlaufsfunktion, wobei die Schichtdicken der Mo-Schichten von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite exponentiell abnehmen, während die Schichtdicken der Si-Schichten von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite exponentiell zunehmen. Die Schichtdickenverläufe sind so gewählt, dass die Periodendicke von der Substratseite zur Strahlungseintrittsseite zunächst abfällt und im Abstand von einigen Schicht- paaren zur Strahlungseintrittsseite ein Minimum durchläuft, so dass zwischen diesem Minimum und der Strahlungseintrittsseite eine leichte Vergrößerung der Periodendicke erfolgt. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Schichtdicken der Si-Schichten im Bereich der Strahlungseintrittsseite stärker ansteigen als die Schichtdicken der Mo-Einzelschichten in diesem Abschnitt abfallen. Die Schichtdickenverlaufsfunktionen in Abhängigkeit von der Schicht- paar-Nummer n (1 < n < 36) können jeweils durch folgende Schichtdickenparameter definiert werden:
Mo: a=5.57, b=-0.91 , c=0.03
Si: a=3.30, b=0.03, c=0.1 1
Für die Schichtgruppe ist es also möglich, den Schichtdickenverlauf aller Mo-Schichten und aller Si-Schichten jeweils anhand von nur drei Schichtdickenparametern a, b und c eindeutig zu bestimmen.
Die Inzidenzwinkelabhängigkeit der Reflektivität des dritten Ausführungsbeispiels ist in Fig. 5 anhand der punktierten Linie mit Bezeichnung„3" erkennbar. Der Reflektivitatsverlauf ist sehr ähnlich demjenigen des ersten Ausführungsbeispiels, bei dem ebenfalls nur eine erste Schichtgruppe vorgesehen ist, deren Schichtdicken einer relativ einfachen Systematik folgen.
Anhand des Schichtdickendiagramms in Fig. 6 wird der Aufbau einer Mehrlagen- Schichtanordnung eines vierten Ausführungsbeispiels erläutert. Die Mehrlagen- Schichtanordnung hat hier nur eine einzige erste Schichtgruppe LG1 mit 40 Schichtpaaren. Über die ganze erste Schichtgruppe hinweg haben die Mo-Schichten die gleiche Schichtdicke, so dass die Schichtdicken der Mo-Schichten durch eine sehr einfache monotone erste Schichtdickenverlaufsfunktion definiert werden können, nämlich allein durch die Angabe derjenigen konstanten Schichtdicke, die für alle Mo-Einzelschichten gilt. Es ist somit nur ein einziger Schichtdickenparameter zur Definition aller Mo-Schichten nötig. Die Schichtdicken des anderen Schichtmaterials, nämlich Silizium, variieren dagegen in Abhängigkeit von der Periodennummer gemäß einer stochastischen zweiten Schichtdickenverlaufsfunktion. Die Schwankungsbreite der Einzelschichtdicken um einen Mittelwert ist dabei im substratnahen Bereich, beispielsweise zwischen den Schichtpaar-Nummern 1 und 20, relativ groß (d.h. es kommen Einzelschichten vor, die um mehr als 20% vom Mittelwert abweichen) und nimmt in Richtung der Strahlungseintrittsseite deutlich ab, so dass beispielsweise in den letzten 10 Si-Schichten in der Nähe der Strahlungseintrittsseite die Einzelschichtdicken nur um maximal 5% von einem hierauf bezogenen Mittelwert abweichen.
Bei dem vierten Ausführungsbeispiel ist erkennbar, dass die Schichtdicken der Silizium- Einzelschichten an der Strahlungseintrittsseite nicht sehr stark schwanken. Eine ähnliche optische Performance ist erzielbar, wenn die Schwankungsbreite von Si-Schichtdicken im Bereich der Strahlungseintrittsseite auf null reduziert wird, so dass nicht nur die Mo-Schichtdicken, sondern auch die Si-Schichtdicken im substratfernen Bereich (in der zweiten Schichtgruppe) konstant sind. Fig. 7 zeigt das Schichtdickendiagramm eines entsprechenden fünften Ausführungs- beispiels. Die Mehrlagen-Schichtanordnung lässt sich in eine substratnahe erste Schichtgruppe LG1 und eine substratferne zweite Schichtgruppe LG2 unterteilen. Innerhalb der ersten Schichtgruppe LG1 , die insgesamt 20 Schichtpaare umfasst, ist die Schichtdicke der Molybdän- Einzelschichten konstant, während die Schichtdicken der Si-Einzelschichten und damit auch die Periodendicken zufallsverteilt variieren. Auf diese erste Schichtgruppe LG1 ist eine zweite
Schichtgruppe LG2 mit insgesamt 20 Schichtpaaren aufgebracht. Die zweite Schichtgruppe LG2 ist nach Art eines„Monostacks" aufgebaut, indem sowohl die Mo-Schichtdicken als auch die Si-Schichtdicken jeweils in allen zweiten Schichtpaaren konstant sind.
Ähnlichkeiten und Unterschiede der Reflektivitätskurven werden anhand von Fig. 8 ersichtlich, in der die durchgezogene Kurve„4" den Reflektivitätsverlauf des vierten Ausführungsbeispiels und die gestrichelte Kurve„5" den Reflektivitätsverlauf des fünften Ausführungsbeispiels zeigt. Beim vierten Ausführungsbeispiel wird eine maximale Reflektivitat von 64.7% bei ca. 1 1 .5° Inzi- denzwinkel erreicht, die Variation der Reflektivitat im betrachteten Inzidenzwinkelbereich beträgt ca. 4%-Punkte (zwischen ca. 64.7% und ca. 61 .5% bei 17.5°). Beim fünften Ausführungsbei- spiel ergibt sich eine ähnliche Variation der Reflektivitäten, wobei jedoch das Reflektivitätsni- veau insgesamt gegenüber dem vierten Ausführungsbeispiel um ca. 0.3%-Punkte abgesenkt ist. Wenn die geringfügigen Performance-Nachteile des fünften Ausführungsbeispiels für den Anwendungsfall akzeptabel sind, kann ein zweiteiliger Schichtaufbau ähnlich dem fünften Ausführungsbeispiel gewählt werden, bei dem sich die substratferne zweite Schichtgruppe LG2 aufgrund der gleichbleibenden Schichtdicken leichter fertigen lässt als im Falle des vierten Ausführungsbeispiels.
Bei allen Ausführungsbeispielen kann zwischen dem Substrat und dem substratnächsten ersten Schichtpaar der ersten Schichtgruppe eine Zwischenschicht angeordnet sein, die wiederum aus einer oder mehreren Einzelschichten aufgebaut sein kann. Solche Zwischenschichten können beispielsweise zur Reduktion von Spannungen zwischen dem Substrat und der reflektierenden ersten Schichtgruppe der Mehrlagen-Schichtanordnung vorgesehen sein. Auf der Strahlungseintrittsseite kann in jedem Fall eine einlagige oder mehrlagige Deckschicht (Cap Layer) zum Schutz der Mehrlagen-Schutzanordnung gegen Oxidation und andere schädliche Einflüsse vorgesehen sein. Die Deckschicht kann beispielsweise eine Schicht aus Ruthenium (Ru) enthalten oder durch eine solche gebildet sein.
Einige der gezeigten Ausführungsbeispiele haben genau eine Schichtgruppe (erste Schichtgruppe), während andere der gezeigten Ausführungsbeispiele genau zwei Schichtgruppen (erste und zweite Schichtgruppe) haben. Es ist auch möglich, dass eine Mehrlagen- Schichtanordnung mehr als zwei reflektierende Schichtgruppen aufweist, z.B. drei oder vier Schichtgruppen oder mehr, wobei mindestens eine erste Schichtgruppe enthalten sein muss, die die beschriebenen systematisch einfachen Schichtdickenverläufe aufweist.
Beispielsweise kann eine Mehrlagen-Schichtanordnung genau drei Schichtgruppen aufweisen, in denen die Schichtdicken der Schichtmaterialien jeweils einer linearen Schichtdickenverlaufs-
funktion folgen. Eine Mehrlagen-Schichtanordnung kann also nicht nur mehr als zwei (jeweils reflektierende) Schichtgruppen, aufweisen, sondern auch mehr als zwei (jeweils reflektierende) Schichtgruppen, mit jeweils einfachen Schichtdickenverläufen. Beispielsweise könnte eine Variante des in Fig. 3 gezeigten Beispiels so aufgebaut sein, dass zehn oder mehr der an der Strahlungseintrittseite liegenden Perioden (z.B. Schichtnummern 60 bis 90) ersetzt werden durch einen „Monostack" mit einer entsprechenden Anzahl von Schichtpaaren mit konstanten Schichtdicken beider Schichtmaterialien.
Eine erste und eine zweite Schichtgruppe können unmittelbar, d.h. ohne Zwischenschaltung einer Zwischenschicht, aufeinanderliegen. Es ist auch möglich, zwischen der ersten und der zweiten Schichtgruppe eine Zwischenschicht anzuordnen, die aus einer einzigen oder mehrere Einzelschichten bestehen kann.
EUV-Spiegel der in dieser Anmeldung beschriebenen Art können in unterschiedlichen optischen Systemen genutzt werden, z.B. im Bereich der EUV-Mikrolithographie.
Figur 9 zeigt beispielhaft optische Komponenten einer EUV-Mikrolithographie- Projektionsbelichtungsanlage WSC gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Die EUV- Mikrolithographie-Projektionsbelichtungsanlage dient zur Belichtung eines im Bereich einer Bildebene IS eines Projektionsobjektivs PO angeordneten strahlungsempfindlichen Substrats W mit mindestens einem Bild eines im Bereich einer Objektebene OS des Projektionsobjektivs angeordneten Musters einer reflektiven Mustererzeugungseinrichtung oder Maske M. Zur Erleichterung der Beschreibung ist ein kartesisches xyz-Koordinatensystem angegeben, aus dem sich die jeweilige Lagebeziehung der in den Figuren dargestellten Komponenten ergibt. Die Projektionsbelichtungsanlage WSC ist vom Scannertyp. Die Maske M und das Substrat werden beim Betrieb der Projektionsbelichtungsanlage in der y-Richtung synchron bewegt und dadurch gescannt. Die Anlage wird mit der Strahlung einer primären Strahlungsquelle RS betrieben. Ein Beleuchtungssystem I LL dient zum Empfang der Strahlung der primären Strahlungsquelle und zur Formung von auf das Muster gerichteter Beleuchtungsstrahlung. Das Projektionsobjektiv PO dient zur Abbildung der Struktur des Musters auf ein lichtempfindliches Substrat.
Die primäre Strahlungsquelle RS kann unter anderem eine Laser-Plasma-Quelle oder eine Gasentladungsquelle oder eine Synchrotron-basierte Strahlungsquelle sein. Solche Strahlungsquellen erzeugen eine Strahlung RAD im EUV-Bereich, insbesondere mit Wellenlängen zwi-
sehen 5 nm und 15 nm. Damit das Beleuchtungssystem und das Projektionsobjektiv in diesen Wellenlängenbereich arbeiten können, sind sie mit für EUV-Strahlung reflektiven Komponenten aufgebaut.
Die von der Strahlungsquelle RS ausgehende Strahlung RAD wird mittels eines Kollektors COL gesammelt und in das Beleuchtungssystem I LL geleitet. Das Beleuchtungssystem umfasst eine Mischeinheit MIX, eine Teleskopoptik TEL und einen feldformenden Spiegel FFM. Das Beleuchtungssystem formt die Strahlung und leuchtet damit ein Beleuchtungsfeld aus, das in der Objektebene OS des Projektionsobjektivs PO oder in dessen Nähe liegt. Form und Größe des Beleuchtungsfeldes bestimmen dabei Form und Größe des effektiv genutzten Objektfeldes OF in der Objektebene OS.
In der Objektebene OS ist bei Betrieb der Anlage ein reflektives Retikel oder eine andere reflek- tive Mustererzeugungseinrichtung angeordnet.
Die Mischeinheit MIX besteht im Wesentlichen aus zwei Facettenspiegeln FAC1 , FAC2. Der erste Facettenspiegel FAC1 ist in einer Ebene des Beleuchtungssystems angeordnet, die zur Objektebene OS optisch konjugiert ist. Er wird daher auch als Feldfacettenspiegel bezeichnet. Der zweite Facettenspiegel FAC2 ist in einer Pupillenebene des Beleuchtungssystems angeordnet, die zu einer Pupillenebene des Projektionsobjektivs optisch konjugiert ist. Er wird daher auch als Pupillenfacettenspiegel bezeichnet.
Mit Hilfe des Pupillenfacettenspiegels FAC2 und der im Strahlengang nachgeschalteten abbil- denden optischen Baugruppe, die die Teleskopoptik TEL und den mit streifenden Einfall (gra- zing incidence) betriebenen feldformenden Spiegel FFM umfasst, werden die einzelnen spiegelnden Facetten (Einzelspiegel) des ersten Facettenspiegels FAC1 in das Objektfeld abgebildet.
Die räumliche (örtliche) Beleuchtungsintensitätsverteilung am Feldfacettenspiegel FAC1 be- stimmt die örtliche Beleuchtungsintensitätsverteilung im Objektfeld. Die räumliche (örtliche) Be- leuchtungsintensitätsverteilung am Pupillenfacettenspiegel FAC2 bestimmt die Beleuchtungs- winkelintensitätsverteilung im Objektfeld.
Das Projektionsobjektiv PO dient zur verkleinernden Abbildung des in der Objektebene OS des Projektionsobjektivs angeordneten Musters in die zur Objektebene optisch konjugierte und pa- rallel zu dieser liegende Bildebene IS. Diese Abbildung erfolgt mittels elektromagnetischer
Strahlung aus dem extremen Ultraviolettbereich (EUV) um eine Arbeitswellenlänge λ, die im Beispielsfall bei 13.5 nm liegt.
Das Projektionsobjektiv hat sechs Spiegel M1 bis M6 mit Spiegelflächen, die in einem Projektionsstrahlengang PR zwischen der Objektebene OS und der Bildebene IS derart angeordnet sind, dass ein in der Objektebene bzw. im Objektfeld OF angeordnetes Muster mittels der Spiegel M1 bis M6 in die Bildebene bzw. das Bildfeld IF abbildbar ist.
Die für Strahlung aus dem EUV-Bereich reflektierend wirkenden Spiegel (EUV-Spiegel) M1 bis M6 haben jeweils ein Substrat, auf dem eine für Strahlung aus dem extremen Ultraviolettbereich reflektierend wirkende Mehrlagen-Schichtanordnung (multilayer) aufgebracht ist, die viele Schichtpaare mit abwechselnd relativ niedrigbrechendem und relativ hochbrechendem Schichtmaterial aufweist.
Die Spiegel M1 bis M6 haben jeweils gekrümmte Spiegelflächen, so dass jeder der Spiegel zur Abbildung beiträgt. Die vom Objektfeld OF kommenden Strahlen des Projektionsstrahlengangs fallen zunächst auf den leicht konvex gewölbten ersten Spiegel M1 , der die Strahlen zum leicht konkav gewölbten zweiten Spiegel M2 reflektiert. Dieser reflektiert die Strahlen zum konvexen dritten Spiegel M3, welcher die Strahlen seitlich zum Konkavspiegel M4 umlenkt. Dieser reflektiert die Strahlen auf den geometrisch in der Nähe der Bildebene angeordneten fünften Spiegel M5, der eine leicht konvex gewölbte Spiegelfläche hat und die Strahlen zum großen Konkavspiegel M6 reflektiert, welcher der letzte Spiegel vor der Bildebene ist und die Strahlen in Rich- tung des Bildfeldes I F fokussiert.
Das Projektionsobjektiv besteht aus zwei Teilobjektiven. Dabei bilden die ersten vier Spiegel M 1 bis M4 ein erstes Teilobjektiv, welches im Strahlweg zwischen dem vierten Spiegel M4 und dem fünften Spiegel M5 ein Zwischenbild IMI erzeugt. Das Zwischenbild liegt in einer Zwischenbildebene, die zur Objektebene und zur Bildebene optisch konjugiert ist. Geometrisch ist das Zwi- schenbild neben dem sechsten Spiegel M6 angeordnet. Das zweite Teilobjektiv, das aus dem fünften und dem sechsten Spiegel besteht, bildet das Zwischenbild verkleinert auf die Bildebene ab.
Projektionsbelichtungsanlagen und Projektionsobjektive mit diesem oder ähnlichem Aufbau sind beispielsweise im Patent US 7,977,651 B2 gezeigt. Die Offenbarung dieses Patents wird durch Bezugnahme zum Inhalt dieser Beschreibung gemacht.
Mindestens einer der Spiegel M1 bis M6 kann einen Schichtaufbau gemäß einer Ausführungsform der Erfindung aufweisen. Insbesondere an dem fünften Spiegel M5, an dem das größte Inzidenzwinkelintervall auftritt, kann eine im Winkelraum breitbandig wirkende reflektive Be- schichtung günstig sein. Es können auch mehrere oder alle Spiegel M1 bis M6 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ausgelegt sein.
Im Beleuchtungssystem I LL können mit Ausnahme des mit streifendem Strahlungseinfall betriebenen feldformenden Spiegels FFM alle Spiegel von Mehrlagen-Breitband-Beschichtungen der hier vorgeschlagenen Art profitieren. Dies gilt insbesondere auch für die mehrachsig verkippbaren Einzelspiegel der Facettenspiegel FAC1 und FAC1 , die aufgrund der Verkippbarkeit unter unterschiedlichen Inzidenzwinkelintervallbereichen betrieben werden können.
In Tabelle A sind für alle bildlich dargestellten Ausführungsbeispiele (B) die geometrischen Schichtdicken d [nm] der einzelnen Schichten von der substratnächsten Schicht (LN = 1 ) bis zur eintrittsseitigen letzten Schicht (höchste Schicht-Nr. bzw. höchster LN-Wert) angegeben.
Tabelle A
B 1 2 3 4 5
Fig. 2 3 4 6 7
LN Material d [nm] d [nm] d [nm] d [nm] d [nm]
1 Mo 3,57 4,24 4,63 3,37 3,33
2 Si 4,21 1,08 3,32 3,62 1,49
3 Mo 3,56 4,17 4,6 3,37 3,33
4 Si 4,2 1,33 3,32 1,35 4,32
5 Mo 3,55 4,1 4,56 3,37 3,33
6 Si 4,19 1,58 3,33 3,08 1,49
7 Mo 3,54 4,03 4,53 3,37 3,33
8 Si 4,18 1,82 3,33 2,98 3,05
9 Mo 3,53 3,96 4,5 3,37 3,33
10 Si 4,16 2,07 3,34 4,96 4,55
11 Mo 3,52 3,89 4,46 3,37 3,33
12 Si 4,15 2,32 3,34 2,64 4,45
13 Mo 3,51 3,82 4,43 3,37 3,33
14 Si 4,14 2,57 3,35 4,27 2,86
15 Mo 3,5 3,75 4,39 3,37 3,33
16 Si 4,13 2,81 3,35 3,9 4,6
17 Mo 3,49 3,68 4,35 3,37 3,33
18 Si 4,12 3,06 3,36 4,14 2,73
19 Mo 3,48 3,61 4,31 3,37 3,33
20 Si 4,11 3,31 3,37 3,12 5,25
21 Mo 3,47 3,54 4,27 3,37 3,33
22 Si 4,09 3,56 3,37 3,84 4,11
23 Mo 3,46 3,47 4,23 3,37 3,33
24 Si 4,08 3,8 3,38 1,71 4,61
25 Mo 3,45 3,4 4,19 3,37 3,33
26 Si 4,07 4,05 3,39 4,11 1
27 Mo 3,44 3,33 4,15 3,37 3,33
28 Si 4,06 4,3 3,41 3,84 2,58
29 Mo 3,43 3,26 4,1 3,37 3,33
30 Si 4,05 4,54 3,42 3,02 3,56
31 Mo 3,42 3,19 4,05 3,37 3,33
32 Si 4,03 4,79 3,43 2,4 3,93
33 Mo 3,41 3,12 4 3,37 3,33
34 Si 4,02 5,04 3,45 4,43 3,34
35 Mo 3,4 3,05 3,95 3,37 3,33
36 Si 4,01 5,29 3,47 3,61 4,22
37 Mo 3,39 3,99 3,9 3,37 3,33
38 Si 4 3,4 3,49 4,34 4,12
39 Mo 3,38 3,94 3,85 3,37 3,33
40 Si 3,99 3,44 3,51 3,87 4,04
41 Mo 3,37 3,89 3,79 3,37 3,33
42 Si 3,97 3,48 3,53 3,77 3,88
43 Mo 3,36 3,85 3,73 3,37 3,33
44 Si 3,96 3,51 3,56 3,99 3,88
45 Mo 3,35 3,8 3,68 3,37 3,33
46 Si 3,95 3,55 3,59 3,95 3,88
47 Mo 3,34 3,75 3,62 3,37 3,33
48 Si 3,94 3,58 3,62 3,65 3,88
49 Mo 3,33 3,71 3,55 3,37 3,33
50 Si 3,93 3,62 3,66 4,03 3,88
51 Mo 3,32 3,66 3,49 3,37 3,33
52 Si 3,92 3,65 3,7 3,88 3,88
53 Mo 3,31 3,62 3,42 3,37 3,33
54 Si 3,9 3,69 3,75 3,64 3,88
55 Mo 3,3 3,57 3,35 3,37 3,33
56 Si 3,89 3,72 3,8 4,12 3,88
57 Mo 3,29 3,52 3,28 3,37 3,33
58 Si 3,88 3,76 3,86 3,7 3,88
59 Mo 3,28 3,48 3,21 3,37 3,33
60 Si 3,87 3,79 3,92 3,9 3,88
61 Mo 3,27 3,43 3,13 3,37 3,33
62 Si 3,86 3,83 3,99 3,86 3,88
63 Mo 3,26 3,38 3,05 3,37 3,33
64 Si 3,84 3,86 4,07 3,86 3,88
65 Mo 3,25 3,34 2,97 3,37 3,33
66 Si 3,83 3,9 4,15 3,81 3,88
67 Mo 3,24 3,29 2,89 3,37 3,33
68 Si 3,82 3,93 4,25 3,88 3,88
69 Mo 3,23 3,25 2,8 3,37 3,33
70 Si 3,81 3,97 4,36 3,81 3,88
71 Mo 3,22 3,2 2,71 3,37 3,33
72 Si 3,8 4 4,47 3,85 3,88
73 Mo 3,21 3,15 3,37 3,33
74 Si 3,79 4,04 3,78 3,88
75 Mo 3,2 3,11 3,37 3,33
76 Si 3,77 4,07 3,78 3,88
77 Mo 3,19 3,06 3,37 3,33
78 Si 3,76 4,11 3,63 3,88
79 Mo 3,01 3,37 3,33
80 Si 4,14 1 3,88
81 Mo 2,97
82 Si 4,18
83 Mo 2,92
84 Si 4,21
85 Mo 2,88
86 Si 4,25
87 Mo 2,83
88 Si 4,28