Titel: Laser-Scanning-Mikroskop mit einem Beleuchtungsarray
Die Erfindung betrifft ein Laser-Scanning-Mikroskop, das mit mehreren Spots gleichzeitig eine Probe abrastert und so eine verkürzte Bildaufnahmezeit ermöglicht.
Ein derartiges Mikroskop ist beispielsweise in US 6028306 beschrieben.
Eine Einrichtung zur Mehrstahlerzeugung wurde beispielsweise in DE19904592 A1 beschrieben.
Fig.5 zeigt beispielhaft anhand des 2EISS LSM 710 einen LSM Strahlengang.
Es wird zusätzlich auf DE 19702753 A1 als Bestandteil der Offenbarung verwiesen die ausführlich einen weiteren LSM Strahlengang beschreibt.
Ein konfokales Scanmikroskop enthält ein Lasermodul, das bevorzugt aus mehreren Laserstrahlquellen besteht, die Beleuchtungslicht unterschiedlicher Wellenlängen erzeugen. Eine Scaneinrichtung, in die das Beleuchtungslicht als Beleuchtungsstrahl eingekoppelt wird, weist einen Hauptfarbteiler, einen x-y-Scanner und ein Scanobjektiv sowie ein Mikroskopobjektiv auf, um den Beleuchtungsstrahl durch Strahlablenkung über eine Probe zu führen, die sich auf einem Mikroskoptisch einer Mikroskopeinheit befindet. Ein dadurch erzeugter von der Probe kommender Messlichtstrahl wird über einen Hauptfarbteiler und eine Abbildungsoptik auf mindestens eine konfokale Detektionsblende (Detektionspinhole) mindestens eines Detektionskanals gerichtet.
Das Licht zweier Laser oder Lasergruppen LQ1 und LQ2 gelangt in Fig.5 jeweils über Hauptfarbteiler HFT 1 und HFT 2 zur Trennung von Beleuchtungs- und Detektionsstrahlengang, die schaltbar als dichroitische Filterräder ausgebildet sein können und auch auswechselbar sein können um die Auswahl der Wellenlängen flexibel zu gestalten, zunächst über einen Scanner, bestehend vorzugsweise aus zwei unabhängigen galvanometrischen Scanspiegeln für die X - und Y Ablenkung, in Richtung einer (nicht dargestellten) Scanoptik SCO und über diese und das Mikroskopobjektiv O in üblicher Weise auf die Probe. Das Probenlicht gelangt in Rückrichtung durch die Teiler HFT 1 , HFT 2 hindurch in Richtung der Detektion D. Hier passiert das Detektionslicht zunächst ein Pinhole PH über eine dem Pinhole vor- und nachgeordnete Pinholeoptik PHO und eine Filteranordnung F zur
schmalbandigen Ausfilterung unerwünschter Strahlungsanteile, bestehend beispielsweise aus Notchfiltern, und gelangt über einen Strahlteiler BS, der optional bei entsprechender Schaltung über einen transmissiven Anteil eine Auskopplung auf externe Detektionsmodule ermöglicht, einen Spiegel M sowie weitere Umlenkungen auf ein Gitter G zur spektralen Aufspaltung der Detektionsstrahlung.
Die vom Gitter G aufgespalteten divergenten Spektralanteile werden mittels eines abbildenden Spiegels IM kollimiert und gelangen in Richtung einer Detektoranordnung, die aus einzelnen PMT 1 , PMT2 im Randbereich und einem zentral angeordneten Mehrkanaldetektor MPMT besteht.
Anstelle des Mehrkanaldetektors kann auch ein weiterer Einzeldetektor verwendet werden.
Vor einer Linse L1 befinden sich zwei senkrecht zur optischen Achse verschiebbare Prismen P1 , P2 im Randbereich; die einen Teil der Spektralanteile vereinigendie über die Linse L1 auf die einzelnen PMT 1 und 2 fokussiert werden. Der restliche Teil der Detektionsstrahlung wird nach Durchgang durch die Ebene der PMT1 und 2 über eine zweite Linse L2 kollimiert und spektral separiert auf die einzelnen Detektionskanäle des MPMT gerichtet.
Durch Verschiebung der Prismen P1 , P2 kann in flexibler Weise eingestellt werden, welcher Teil des Probenlichtes über den MPMT spektral separiert detektiert wird und welcher Teil über die Prismen P1 , P2 zusammengefasst durch PMT1 und 2 detektiert wird.
Ein limitierender Faktor von Laser-Scanning-Mikroskopen ist deren Scangeschwindigkeit. Mit aktuellen Systemen können ca. 5-10 Bilder/s gescannt werden, unter durchschnittlichen Bedingungen.
Ein Ansatz zur Verkürzung der Bildaufnahmezeit liegt im Einsatz von Resonanzscanner. Mit diesem Prinzip lassen sich Videoraten erreichen, allerdings haben Resonanzscanner andere Nachteile wie z.B. die feste Scanfrequenz.
Ganz grundsätzlich müssen auch die Pixelzeiten bei hohen Scangeschwindigkeiten sehr kurz, und damit die Intensität in dieser Zeit sehr hoch werden um noch genügend Licht von der Probe detektieren zu können. Dadurch sind LSM mit einem Spot in ihrer Geschwindigkeit grundsätzlich limitiert.
Ein anderer Ansatz besteht in der Verwendung eines„Spinning Disk" - Systems. (z.B. Cell Observer SD von Zeiss) Diese Systeme verwenden rotierende Scheiben mit Löchern, die als konfokale Pinholes dienen. Die Anzahl der Löcher kann sehr groß werden, hohe Bildaufnahmen sind erreichbar. Allerdings ist bei diesen Systemen die Flexibilität sehr gering, z.B. kann die Lochgröße nicht angepasst werden. Ebenfalls gehen alle Vorteile eines xy-Scanners verloren wie z.B. variable Bildgrößen und Zoomfaktoren.
Die detektierte Lichtintensität ist sehr gering.
Aufgabe der Erfindung ist es, ohne diese beschriebenen Nachteile die Scangeschwindigkeit zu erhöhen.
Beschreibung der Erfindung:
Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des Hauptanspruchs gelöst.
Bevorzugte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Die nachfolgend dargestellte Erfindung löst das Problem der Erzeugung und Detektion mehrerer Spots zum Einsatz in einem konventionellen Scanner. Durch den Scan mit n Spots lässt sich die Bildaufnahmezeit auf 1/n der von einem Einzelspotscanner benötigten Zeit verkürzen. Die Flexibilität wird nur durch ein vorgegebenes Raster der Scanspots eingeschränkt.
Das Kernelement zur Erzeugung mehrerer Spots ist ein Linsenarray mit n Linsen.
In EP 785447 A2 ist ein Linsenarray zur Filterung in der Detektion vorgesehen.
In JP 1031 1950 A ist ein Mikrolinsenarray beschrieben das mit einer Lochplatte als „Pinhole - Array" zusammenwirkt.
In US 6028306 wird ebenfalls ein Pinhole- Array eingesetzt.
Erfindungsgemäß befindet sich nun ein Linsenenarray vorzugsweise zwischen Hauptfarbteiler und Scanner, auf jeden Fall aber im gemeinsamen Beleuchtungs/ Anregungs- und Detektionsstrahlengang.
Es wird mit einem großflächigen, vorzugsweise kollimierten Anregungsstrahl beleuchtet. Beleuchtungsseitig entstehen so n Foki, entsprechend der Anzahl der n
Linsen. Alle Foki können telezentrisch beleuchtet werden, ihr Hauptstrahl verläuft dann parallel zur Achse des optischen Systems.
Durch eine weitere Linse (Multispotobjektiv) werden alle Foki kollimiert, gleichzeitig werden die kollimierten Strahlen zur optischen Achse des Systems hin gebrochen. Sie treffen sich - bei telezentrischer Beleuchtung der Foki - im rückwärtigen Brennpunkt des Multispotobjektivs.
In diesem Punkt lässt sich der Scanner des Systems anordnen. Die weitere Anordnung entspricht der eines gewöhnlichen LSM.
Dementsprechend folgt ein Scanobjektiv, das ein Zwischenbild erzeugt. Dieses enthält jetzt nicht mehr nur einen sondern n Spots anregungsseitig. Mit der Scannerauslenkung werden diese Spots gemeinsam im Zwischenbild bewegt.
Das Zwischenbild wird wie üblich über das Objektiv in eine Probe abgebildet.
In der Probe wird durch die Anregung insbesondere Fluoreszenzlicht erzeugt. Dieses wird - wie üblich - durch das Objektiv in ein Zwischenbild abgebildet und durch die Scanner descannt. Das Multispotobjektiv erzeugt ein weiteres Zwischenbild mit getrennten Detektionsspots. Diese Spots werden nun vom Minilinsenarray einzeln nach unendlich abgebildet.
Durch diese einzelne Abbildung entstehen nun im Wesentlichen kollimierte Strahlen aller Einzelspots. Sie passieren den Hauptfarbteiler und werden mit einem Pinhole- Objektiv vorzugsweise in ein einziges Pinhole abgebildet. Durch den zuvor parallelen Verlauf „treffen" sich alle Spots in der Pinhole-Ebene unter unterschiedlichen Winkeln. Dadurch wird es möglich, ein gemeinsames Pinhole für alle Strahlen zu verwenden. Das Pinhole kann einen einstellbaren Durchmesser besitzen, der Durchmesser wirkt dann auf alle Strahlen praktisch gleich. (Die Winkel der Strahlen zueinander sind nur gering und die projizierte Fläche ist für alle Strahlen fast gleich groß)
Nach dem Durchgang der Strahlen durch das Pinhole teilen sie sich wieder. Dies ermöglicht die getrennte Detektion aller Strahlen mit je einem eigenen Detektor.
Die wesentlichen Elemente und Vorteile der Erfindung sind:
• Die Erzeugung mehrerer Spots mit einem Linsenarray
• Die Benutzung desselben Linsenarrays zur parallelen Kollimation der Detektionsspots
• Ein gemeinsames Pinhole für mehrere Detektionsspots unter Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumwinkels
• Ein kleines Winkelspektrum auf dem Hauptfarbteiler durch Parallelisierung der Strahlen als Folge des eingesetzten des Minilinsenarrays, was die spektrale Flankensteilheit der Filter falls diese wie üblich dichroitisch sind, verbessert.
Die Detektion ist auch mit getrennten Strahlengängen möglich.
Anstelle des Pinhole-Objektivs und eines einzelnen Pinholes werden ein Pinhole- Linsenarray und ein Pinhple-Array eingesetzt. Der Vorteil dieser Ausführung ist ein geringeres Übersprechen zwischen den Kanälen. Ein leichter Nachteil ist der höhere Aufwand, es wird ein zusätzliches Linsenarray sowie insbesondere ein Pinhole-Array benötigt. Alle Strahlengänge müssen präzise aufeinander abgestimmt sein, damit alle Spots ihre Pinholes zentrisch treffen.
Das Verhältnis zwischen Spotgröße und Abstand lässt sich durch die Größe der Linsen des Linsenarrays, deren Abstand sowie deren Brennweite frei festlegen.
Vorteilhaft kann das Linsenarray gegen ein anderes austauschbar sein.
Zur Erreichung einer optimalen Anregungseffizienz müssen die Linsen des Linsenarrays möglichst dicht liegen, weil Anregungslicht, das in die Bereiche zwischen den Linsen trifft nicht verwertet wird.
uss der Füllfaktor niedrig sein, so kann durch ein vorgelagertes Teleskoparray im Anregungsstrahlengang die Effizienz wieder bis zum theoretischen Limit gesteigert werden. Dazu wird ein Teleskoparray eingeführt, das eingansseitig einen hohen Füllfaktor hat, dabei die Spots gleichzeitig verkleinert. Ausgangsseitig entstehen dann Strahlen mit Abstand. Dieser Abstand wird gemäß dem Linsenarray gewählt. In manchen Fällen mag ein Scan mit weniger Spots erforderlich sein. Prinzipiell lässt sich der Anregungsstrahlengang einfach abblenden, so dass weniger Minilinsen beleuchtet werden. Der Rest des Anregungslichtes ist dann verloren. Eine bessere Variante ergibt sich durch Verwendung einer variablen Optik, die z.B. den kollimierten Anregungsstrahl verkleinert. Dies wird vorteilhaft durch Einführung eines Wechselkollimators erreicht. Er enthält zwei Linsen, die beide das Licht aus der Faser kollimieren. Eine kleinere Linse erzeugt im Austausch zur Kollimatorlinse die das Licht aus einen Querschnitt aufweitet, die mehrere Einzellinsen erfasst, dabei
ein Strahlenbündel, das nur eine Linse des Linsenarrays beleuchtet. So entsteht nur ein Spot, das gesamte System verhält sich nun wie ein gewöhnliches LSM. Die Anregungsintensität des einen Spots kann n mal größer sein. Detektionsseitig reicht es, nur den korrespondierenden Detektor auszulesen. Die anderen Detektoren können trotzdem mit ausgelesen werden, um z.B. zusätzliche Informationen über die Dicke der Probe zu erlangen.
Die Erzeugung der Spots könnte auch in Beleuchtungsrichtung vor dem HFT verlagert werden. Detektionsseitig entstehen dann getrennte Foki, die mit einem Pinhole-Array diskriminiert werden können. Eine solche Variante minimiert die Bauelemente im Detektionsstrahlengang und minimiert somit die Detektionslichtverluste. Es sind jedoch aufwändige Bauelemente erforderlich, die Fehler des Minilinsenarrays kompensieren sich nicht, weil es nur anregungsseitig verwendet wird.
Nachstehend werden die vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung anhand der Fig. 1-4 näher erläutert.
Folgende Bezugszeichen werden verwendet:
F: Faser
KO: Faserkollimatorlinse
Hft.: Hauptfarbteiler des Mikroskops
LA 1 ...n>: Linsenarray aus n Einzellinsen
L: Multispotlinse
SC: Scanner
SCO: Scanobjektiv
ZB: Zwischenbild
O: Mikroskopobjektiv
DE: Detektionsstrahlengang
PHO: Pinholeobjektiv
PH: Einzelpinhole
ZB1 , ZB2: Zwischenbildebenen
DE1..n: Detektorenarray aus n Einzeldetektoren
PHA: Pinholearray
MLAPH: Pinhole- Mikrolinsenarray
MLT: Minilinsenteleskop
AW: Wechselkollimator
Den Abbildungen 1-4 gemeinsam ist dass jeweils im Teil a) die Beleuchtungsrichtung in Richtung der Probe, im Teil b) die Detektionsrichtung des Detektierten Probenlichtes und im Teil c) der Strahlengang vor dem Detektor dargestellt ist.
Die jeweils anhand der Abbildungen 1 a), 2a, 3a), 4a) anhand der Bezugszeichen dargestellten Elemente sind entsprechend ohne Bezugszeichen Bestandteil der Zeichnungen 1b, 2b, 3b und 4b.
Das Beleuchtungslicht tritt aus einer Faser F divergent aus und gelangt über einem Kollimator KO kollimiert, vom Hauptfarbteiler HFT des Mikroskops in Richtung der Probe reflektiert, auf ein Linsenarray LA. Die in einem Zwischenbild ZB1 vom LA erzeugten Beleuchtungsspots werden über die Multispotlinse L kollimiert und zur optischen Achse hin gebrochen und treffen sich bei telezentrischer Beleuchtung im rückwärtigen Brennpunkt von L in der der Scanner SC abgeordnet ist.
Die im Zwischenbild ZB2 nach den Scanobjektiv SCO erzeugten Foki werden weiter über das nicht dargestellte Mikroskopobjektiv O auf die Probe abgebildet wodurch durch den mindestens eindimensionalen Scanner die Beleuchtungspunkte auf der Probe bewegt werden.
Das von der Probe kommende Licht gelangt über dieselben Elemente in Richtung der Detektion DE, die jeweils im Teils c) der Abbildung im Detail dargestellt ist.
Beleuchtungs- und Detektionsstrahlengang am HFT können auch vertauscht sein so dass das Beleuchtungslicht durch den HFT transmittiert in Richtung der Probe gelangt und der HFT das Probenlicht in Richtung der Detektion ausspiegelt.
In Fig. 1c) werden die nach dem Durchgang durch LA kollimierten Einzelstrahlen von einem Pinholeobjektiv in der Ebene eines Pinholes gebündelt, es ist also nur ein einziges Pinhole erforderlich.
In der doppelten Brennweite des PHO liegen den einzelnen beleuchteten Probenpunkten entsprechende Detektoren DE 1...n zur Detektion der auf der Probe erzeugten Fluoreszenzverteilung.
In Abb. 2c wird anstelle des Einzelpinholes in den Brennpunkten der Mikrolinsen des LA ein Pinolearray eingesetzt dem wiederum ein Detektorenarray DE1-n nachgeordnet ist.
In Fig. 3a ist dem Faserkollimator KO zusätzlich ein aus zwei hintereinander angeordneten Minilinsenarrays bestehendes Teleskoparray vor dem HFT zur Erzeugung einzelner kollimierter Strahlenbündel nachgeordnet die wiederum über MLA in Richtung Probe gelangen.
In Fig. 4a ist eine gestrichelt dargestellte Auswechseleinheit AW dargestellt um zwischen dem Kollimator aus Fig. 1 und einer Einfachlinse zur Erzeugung eines einzigen mittleren Strahles der in TA und LA nur durch eine Mittelachse und jeweils eine Linse hindurchgeht und dadurch eine Punktbeleuchtung auf der Probe erzeugt, wechseln zu können.
Hierdurch kann zwischen einem Einzelpunkt- LSM und einem Mehrpunkt- LSM auf einfache Weise umgeschaltet werden.
Die beschriebenen Ausführungen der Erfindung können in einen beliebigen LSM Strahlengang implementiert werden.
Beim Strahlengang gemäß Fig. 5 wäre dies nach einem der dargestellten Hauptfarbteiler HFT1 oder HFT 2 in Beleuchtungsrichtung vor dem Scanner denkbar.
Die Erfindung ist nicht an die beschriebenen Ausführungen gebunden sondern kann in fachmännischer Weise weiter vorteilhaft ausgestaltet werden.