Beschreibung
Steuervorrichtung und hydraulische Vorsteuerung
Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Verbrauchers mit einem hydraulisch .betätigbaren Wegeventil gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Die Erfindung betrifft ferner eine hydraulische Vorsteuervorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 12.
Hydraulische Steuervorrichtungen mit hydraulisch betätigbaren Wegeventilen kommen unter Anderem in Fahrzeughydrauiikaniagen zum Einsatz. Zweckmäßigerweise sind in einem sogenannten Steuerblock mehrere Wegeventile in Form von Ventiischeiben verkettet. Mit einer solchen hydraulischen Steuervorrichtung werden Hubeinrichtungen eines Hubwagenε oder eines Ackerschleppers, Ladekräne, die Schaufel eines Radladers, aber auch Fahr- und Lenkfunktionen eines Fahrzeugs hydraulisch bedient, im Falle einer be- darfstrom-geregelten (Load-Seπsing) Steuerung besitzen einzelne Ventiischeiben eine Druckwaage zur Steuerung des über das Ventil fließenden hydraulischen Druckmittelstromε.
Als Hydrauiikdruckflüssigkeit bzw. Druckmittel kommt in der Industrie- und Mobilhydraulik meistens Mineralöl zum Einsatz. Für bestimmte Einsatzbereiche wird jedoch auch ein waεserbasiertsε Druckmittel verwendet. Im Folgenden wird für Hydraulikflüssigkeiten der Begriff Fluid verwendet.
Eine hydraulische Steuervorrichtung ist beispielsweise aus αer DE 197 15 020 A1 bekannt, in verschiedenen Ventilscheiben sind Wegeventile zur Ansteuerung hydraulischer Verbraucher angeordnet. Die Wegeventile besr- zen Ventilkolben zur Steuerung von Druckmittslverbindungen und jeweils zwei Fedsrräume. in einem Federraum wird ein Steuerdruck aufgebaut, um den Ventilkolben entgegen der Federvorspannung zu betätigen Der jeweilige Steuerdruck wird durch ein elektrisch betätigtes Druckregelventil erzeug". Fir
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eine Ventilscheibe sind jeweils zwei Druckregelventile als Vorsteuerventile vorgesehen. So iässt sich der Ventilkolben in zwei zueinander entgegengesetzten Richtungen auslenken. Die elektrische Ansteuerung der Druckregelventile erfolgt in der Regel mittels eines Bedienelements.
In seltenen Fällen versagen elektrisch angesteuerte Druckregelventile dadurch, dass der Regelkolben des Druckregelventils klemmt und nicht mehr elektrisch betätigt werden kann. Eine Ursache dafür können im Fluidstrom mitgeführte Schmutzpartikel sein. Befindet sich der Regelkolben gerade in der Regelposition, bei der der Ausgang des Druckregelventils gegen den Steuerfluidversorgungsanschluss und den Tankanschluss abgesperrt ist, so iässt sich aus dem entsprechenden Federraum des Wegeventils kein Steuerfiu- id mehr verdrängen. Das Wegeventil ist somit in der angesteuerten Stellung blockiert und die vom hydraulischen Verbraucher ausgeführte Bewegung kann nicht gestoppt werden. Auch durch Gegensteuern (Kontern) am Bedienelement, wodurch der gegenüberliegende Federraum über das entsprechende Druckregelventil mit Steuerdruck beaufschlagt wird, iässt sich eine solche Blockade nicht iösen, da aus dem abgesperrten Federraum, wie gesagt, kein Fluid verdrängbar ist.
Die DE 103 08 910 A1 befasst sich mit einem Sicherheitsventil, welches in die Versorgungsleitung von Vorsteuerventiien integriert ist. Das beschriebene, e- lektromagnetisch betätigte 3/2-Wegeventil vermag die Versorgungsleitung der Vorsteuervsntiie entweder mit einer Druckmitteiqueiie oder mit einem Behälter verbinden. Im Ventilschieber des 3/2-Wegeventils ist ein Entlastungskanal vom Ausgangsanschlusε zum Federraum vorgesehen. Bei betätigtem Magneten, ist der Entlaεtungskaπal durch den Magnetstößel abgesperrt. Bei unbetätigten Magneten ist der Entiastungskana! zum Federraum und somit zum Behälter hin geöffnet, sofern der Ventilschieber dem Magnetstößel nicht folgt. Nachteilig an diesem Ventil ist die aufwendige Bauweise. Die Bauweise iässt sich auch nicht ohne weiteres auf als Druckminderventile ausgebildete Vorsteuerventile übertragen. Außerdem iässt sich die Versorgungsleitung nicht entlasten, falls durch einen Fehler in der Ansteuereiektronik des 3/2-Wegeventils eine Dauerbetän- αunσ erfolαt
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine verbesserte Steuervorrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Verbrauchers anzugeben, die es zuverlässig erlaubt, den Ventilkolben eines vorgesteuerten Wegeventils aus einer Betätigungsstellung in eine Neutralstellung zurückzuführen und die sich insbesondere durch einen einfachen, kostengünstigen Aufbau auszeichnet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Steuervorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 bzw. durch eine hydraulische Vorsteuervorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 12 gelöst.
Die erfindungsgemäße Steuervorrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Verbrauchers ist mit einem Wegeventil ausgestattet, das eine Steuerdruckkammer und einen Steuerschieber, der durch Aufbau eines Steuerdrucks in der Steuerdruckkammer gegen die Kraft einer Feder verstellbar ist, aufweist. Ein Vorsteuerventil steuert den Zufluss und Abfluεs von Steuerfiuid in die und aus der Steuerdruckkammer. Es ist die Besonderheit der vorliegenden Erfindung, dass eine Entlastungseinrichtung vorhanden ist, durch die das Steuerfiuid unter Umgehung des Vorsteuerventils aus der Steuerdruckkammer verdrängbar ist.
Auf diese Weise erlaubt die erfindungsgemäße Steuervorrichtung in zuverlässiger Weise die Rückkehr des Steuerschieber aus der betätigten Stellung. Im Normalbetrieb ist das Wegeventil wie ein herkömmliches Wegeventil steuerbar. Bei einer Störung des Vorsteuerventils, bei der der Abfluss von Steuerfiuid aus der Steuerdruckkammer über das Vorsteuerventil blockiert ist, lässt sich der Steuerschieber trotzdem aus der betätigten Stellung verschieben. Somit weist eine solche Steuervorrichtung eine hohe Betriebssicherheit auf. Nicht nur bei einem Verklemmen des Steuerkolbens des Vorsteuerventilε sondern sogar bei einer Dauerbetätigung des Vorsteuerventils durch einen Fehler in seiner elektrischen Ansteuerschaltung kann der Steuerschieber des Wegeventils in die Neutralstellung zurückgeführt oder sogar in eine Gegenrichtung betätigt werden. Die erfindungsgemäße Steuervorrichtung ist zudem einfach und kostengünstig realisierbar, Die Umgehung des Vorsteuerventiis ist insbesondere mit Hilfe von günstigen Standardkomponenten, wie Rückschlag- oder Druckbegrenzungsventilen, darstellbar.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist eine hydraulische Vorsteuervorrichtung einen Steuerfluidversorgungsanschluεs und wenigstens ein Druckregelventil, das an einem Steuerdruckausgang einen geregelten Steuerdruck erzeugt, auf. Zwischen dem Steuerdruckausgang und dem Steuerfluidversorgungsanschluss ist ein zum Steuerfluidversorgungs- anschluss hin öffnendes Rückschlagventil vorgesehen.
Eine solche Vorsteuervorrichtung erlaubt die zuverlässige Verdrängung von Steuerfluid aus einer Steuerdruckkammer unter Umgehung des Druckregelven- tils. Dadurch lässt sich die Betriebssicherheit einer hydraulischen Steuervorrichtung erhöhen. Zudem ist eine solche Vorsteuervorrichtung besonders einfach aufgebaut und erfordert im Vergleich zu einer herkömmlichen Vorsteuervorrichtung nur wenige zusätzliche Komponenten.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausbildung der vorliegenden Erfindung umfasst die Entlastungsvorrichtung eine Entlastungsleitung und ein Rückschlagventil, über das Steuerfluid aus der Steuerdruckkammer in die Entlastungsleitung verdrängbar ist. Dadurch ist eine besonders unkompliziert aufgebaute Entlastungsvorrichtung angegeben. Das Verhalten der Entlastungsvorrichtung lässt sich mit Hilfe eines in der Entlastungsleitung herrschenden Drucks auf einfache Weise steuern.
Vorzugsweise ist die Entiastungsieitung über ein Druckbegrenzungsvenüi rηit einem Tank verbindbar. Somit iässt sich ein zur Umgehung des Vorsteuerventils nötiger Druck einfach am Druckbegrenzungsventil einstellen. Dieser Druck ist des Weiteren unabhängig vom Druck der Steuerfluidversorgungsleitung einstellbar. Wenn das Druckbegrenzungsventil manuell betätigbar ist, Iässt sich auf einfache Weise eine Entlüftung der Steuerdruckräume vornehmen.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung steht die Entiastungsieitung mit einer Steuerfluidversorgungsleitung des Vorsteuerventils in fluidischer Verbindung. Eine derart gestaltete Steuervorrichtung erlaubt eine besonders einfache und effiziente Absicherung einer Steuerdruckkammer gegen ein Blockieren des Fluidabflusses. Zudem entsprich: der zur Umgehung des
Vorsteuerventils nötige Druck immer dem Versorgungsdruck der Steuerfluidver- sorgungsleitung, so dass dieser nicht separat eingestellt werden muss.
Vorzugsweise ist der Druck in der Entlastungsleitung auf einen Wert begrenzbar, der gleich hoch oder höher ist als der maximale Steuerdruck, d.h. der Druck, den das Vorsteuerventil an seinem Ausgang höchstens einstellen kann. Dadurch ist sichergestellt, dass bei einer normalen Ansteuerung des Wegeventils keine Verdrängung von Steuerfluid in die Entlastungsleitung erfolgt.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausbildung ist der Druck in der Entlastungsleitung auf einen Wert begrenzbar, der geringer ist als die Summe aus dem maximalen Steuerdruck und einem Druck, der einer Vorspannkraft der Feder entspricht. Auf diese Weise iässt sich die zur Rückstellung des Steuerschiebers aus der betätigten Stellung nötige Kraft durch hydraulische Beaufschlagung des Steuerschiebers aufbringen, z.B. durch Druckbeaufschlagung einer entgegengesetzt angeordneten Steuerdruckkammer. Wenn in beiden Steuerdruckkammern der gleiche Druck herrscht, kehrt der Steuerschieber mit Hilfe der seiner Auslenkung entgegenwirkenden Federn in eine Neutralstellung zurück.
Wenn die Entlastungsieitung durch ein Schaltventil zu einem Tank entlastbar ist, kehrt der Steuerschieber ohne weitere Maßnahmen und sehr zügig in eine Neutralsteliung zurück. Er iässt sich durch Druckbeaufschlagung einer entgegengesetzt angeordneten Steuerdruckkammer sogar in eine Gegenrichtung auslenken.
Vorzugsweise weist das Wegeventil zwei Steuerdruckkammern auf, durch die der Steuerschieber in zueinander entgegengesetzte Richtungen beaufschlagbar ist. Weiter ist aus den beiden Steuerdruckkammern Steuerfluid über jeweils ein separates Rückschlagventil in zwei unterschiedliche Zweige der Entlastungsleitung verdrängbar, die beiden unterschiedlichen Zweige der Entlastungsieitung sind fluidisch voneinander getrennt, und es sind zwei Schaltventile vorhanden, über die die Zweige der Entlastungsleitung unabhängig voneinander zu einem Tank entlastbar sind. Dadurch können die unterschiedlichen Zweige der Eπtias- tungsleitung und somit die angeschlossenen Steuerdruckkammern im Fall eines Defekis des Vorsieuerventils unabhänαiα voneinander entlastet werden. Dies
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ist eine wichtige Vorraussetzung für die Realisierung eines sicheren Antriebs, der es erlaubt, einen Hydromotor bei Defekt des Vorsteuerventils nicht nur anzuhalten sondern auch eine Rückzugbewegung auszuführen. Insbesondere kann ein defektes Vorsteuerventil umgangen werden bzw. die eine Steuerdruckkammer entlastet werden, und durch ein weiteres Vorsteuerventil die entgegengesetzt angeordnete Steuerdruckkammer mit Druck beaufschlagt werden, so dass ein vom Wegeventil angesteuerter Hydromotor eine Rückzugbewegung ausführt.
Vorzugsweise ist Steuerfluid aus zwei unterschiedlichen Zweigen der Entias- tungsleitung einem Druckbegrenzungsventil über jeweils ein Rückschlagventil, das zum Druckbegrenzungsventil hin öffnet, zuführbar. Somit lassen sich durch eine einfache, effiziente Konstruktion der Steuervorrichtung entgegengesetzt angeordnete Steuerdruckkammern des Wegeventils gegen ein Blockieren der Vorsteuerventile absichern. Durch Druckbeaufschtagung einer gegenüberliegenden Steuerdruckkammer kann zudem Steuerfluid aus einer Steuerdruckkammer, deren Vorsteuerventil versagt, verdrängt werden. Somit ist es möglich, einen hydraulischen Verbraucher bei einem Versagen eines Vorsteuerventils durch Gegensteuem am Bedienelement anzuhalten. Außerdem können die Zweige der Entlastungsleitung zusätzlich separat voneinander durch z.B. ein Schaltventil entlastet werden, so dass eine Rückzugsbewegung eines Hydromotors trotz eines Defekts des Vorsteuerventils ausführbar ist.
Vorzugsweise s;r,d mehrere Wegeventile vorgesehen, wobei aus jeder Steuerdruckkammer der verschiedenen Wegeventile Steuerfluid über ein jeweils separates Rückschlagventil in eine Entlastungsleitung bzw. einen Zweig der Entlastungsleitung verdrängbar ist. So lassen sich auch für mehrere Wegeventile die Steuerdruckkammern effizient gegen ein Versagen der Vorsteuerventile absichern.
Nachfolgend werden die vorliegende Erfindung und deren Vorteile unter Bezugnahme auf die in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Ξs zeiαen:
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Fig. 1 eine Seitenansicht einer Wegeventilscheibe eines Hydrauliksteuer- blocks - teilweise als Schnittbild - mit einer zusätzlichen Fluidleitung, über die Steuerfiuid aus den Steuerdruckkammern verdrängbar ist,
Fig. 2 ein Schaltbild einer hydraulischen Steuervorrichtung mit zwei Wegeventilen, die auf die in Fig. 1 dargestellten Weise gegen ein Blockieren des Fluidabfluεses aus den Steuerdruckkammern abgesichert sind und die zusätzlich eine manuell betätigbare Entlüftungsfunktion aufweisen,
Fig. 3 ein Schaltbild einer hydraulischen Steuervorrichtung mit zwei Wegeventilen, und zwei Zweigen einer Eπtlastungsleitung, die unabhängig voneinander durch Schaltventile entlastbar sind, und die außerdem über ein Druckbegrenzungsventil Steuerfiuid zum Tank abführen können,
Fig 4 ein Schaltbild einer hydraulischen Steuervorrichtung, bei der Steuerfiuid aus den Steuerdruckkammern in die Steuerfiuidversorgungs- leitung verdrängbar ist, und
Fig. 5 eine Seitenansicht einer Wegeventiischeibe eines Hydrauliksteuerblocks - teilweise als Schnittbild - in einer dem Schaltbild der Fig. 4 entsprechenden Ausführung.
Die vorliegende Erfindung wird nun in Bezug auf Figur 1 anhand einer Wege- ventüscheibe wie sie m sineπ-i
Steuerblock zι;rr, Einsatz kümπύ, beschrieben Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese spezielle Bauart einer hydraulischen Steuervorrichtung beschränkt sondern kann in hydraulischen Steuervorrichtungen nahezu beliebiger Bauart zum Einsatz kommen
Die in Fig 1 dargestellte Ventilscheibe 1 besitzt einen Grundkörper 3 mit einer Ventilbohrung 25 innerhalb welcher ein Steuerschieber 26 beweglich geführt ist Durch die Ventilbohrung 25 und den Steuerschieber 26 sind verschiedene Steuerkanten gebildet, über die sich fluidische Verbindungen zwischen einem Fluidversorgungsanschlusε 10 und den Anschlüssen 22, 23 für einen hydrauii- schen Verbraucher steuern lassen Ebenso sind Verbindungen zwischen den Veroraucheranschiussen 22 23 und Tankanschiussen 12 13 sieueroa-
Die dargestellte Ventilscheibe ist in Load-Sensing Technik ausgeführt. Somit wird der an den Verbraucheranschiüssen 22 bzw. 23 anstehende Lastdruck er- fasst und einer Lastdruckmeldeleitung 16 zugeführt. Die Details der Load- Sensing Technik sind für die vorliegende Erfindung nicht relevant und werden daher nicht näher beschrieben. Dem Fachmann ist die Load-Sensing Technik jedoch bekannt.
Die Ventilbohrung 25 ist rechtsseitig und linksseitig des Grundkörpers 3 durch Steuerdeckel 30, 31 abgedeckt. In den Steuerdeckeln 30, 31 sind Federräume 32 und 33 gebildet, in denen sich jeweils eine vorgespannte Feder 34 und 35 befindet. Die Federn 34, 35 stützen sich über Federteller 28, 29 an dem Grundkörper 3 ab. Durch die Wirkung der vorgespannten Federn 34, 35 und der Federteller 28, 29 ist der Steuerschieber 26 in einer Mittelstellung zentriert.
Die Federräume 32, 33 bilden außerdem Steuerdruckkammern, die sich mit einem Steuerdruck beaufschlagen lassen. Durch den in einem Federraum - z.B. 32 - wirkenden Steuerdruck erfährt der Steuerschieber 26 eine Kraft in Richtung des anderen Federraums - z.B. 33 - entgegen der Vorspannung der darin angeordneten Feder 35. Überwindet die durch den Steuerdruck auf den Steuerschieber 26 ausgeübte Kraft die Vorspannung der Feder 35, so verschiebt sich der Steuerschieber 26 aus seiner zentrierten Stellung.
In den linksseitig an der Ventilscheibe 1 angebrachten Steuerdeckel 30 sind zudem Druckregelventile 38 und 40 eingesetzt. Die Druckregelventile 38, 40 sind oeide über den Fiuidkanal 42 mit einer Steuerfluidversorgungsleitung 18 verbunden. Ein weiterer Fiuidkanal 43 verbindet die Druckregeiventile 38, 40 mit einer Steuerfiuidrückführleitung 20.
Das Druckregelventil 38 lässt sich über einen (nicht dargestellten) Elektromagneten betätigen und erzeugt an seinem Ausgang einen zu der Magnetkraft proportionalen Steuerdruck. Der durch das Druckregelventil 38 erzeugte Steuerdruck pflanzt sich über einen Fiuidkanal 39 in den Federraum 33 fort. Dieser Steuerdruck bewirkt am Steuerschieber 26 eine nach links gerichtete Kraft. Das ebenfalls mit einem Elektromagneten ausgestattete Druckregelventil 40 steht mit dem Federraum 32 über den Fiuidkanal 41 in Verbindung. Der durch das
Druckregelventil 40 erzeugte Steuerdruck steht somit im Federraum 32 an und bewirkt am Steuerschieber eine nach rechts gerichtete Kraft.
Des Weiteren ist der Federraum 32 mit einem Rückschlagventil 46 verbunden, das zu einer Fluidieitung 48 hin öffnet. An den Federraum 33 ist ebenfalls ein Rückschlagventil 47 angeschlossen, das zu der Fluidieitung 48 hin öffnet. Die Fluidieitung 48 führt über ein Druckbegrenzungsventil 50 zu einem Fluidtank. In der dargestellten Wegeventilscheibe ist dies zweckmäßigerweise durch An- Schluss an die Steuerfluidrückführieitung 20 bewerkstelligt. Der Ausgang des Druckbegrenzungsventils 50 kann aber ebenso mit einem Leckölanschluss oder einer anderen Fluidrückführleitung verbunden werden. Das Druckbegrenzungsventil 50 ist auf einen Druck, der mindestens dem höchsten von den Druckregelventilen 38, 40 erzeugbaren Steuerdruck entspricht, eingestellt.
Die Druckregelventiie 38, 40 besitzen jeweils einen Regelkolben, der Steuerflu- id aus der Steuerfluidversorgungsleitung 18 in den jeweiligen Federraum 32 bzw. 33 zufließen lässt, bis der durch die Magnetkraft vorgegebene Druck erreicht ist. Ist der Druck in dem Federraum höher ais dieser Vorgabedruck, so lässt der Regelkolben Steuerfluid über das jeweilige Druckregelventil 38, 40 in die Steuerfiuidrückführleitung 20 abfließen.
Der Regelkolben besitzt eine positive Überdeckung hinsichtlich des Ventilgehäuses des Druckregelventils 38 bzw. 40. Das bedeutet, dass nach Erreichen des Vorgabedrucks in dem Federraum der Federraum sowohl gegenüber der Steuerfiuidversorgungsieitung 18 als auch gegenüber der Steuerfluidrückführieitung 20 abgesperrt ist. Blockiert der Regelkolben in einer solchen Regeistellung, so kann über das Druckregelventil kein Steuerfluid mehr aus dem entsprechenden Federraum verdrängt werden.
Als Beispiel wird der Fall betrachtet, das der Steuerschieber 26 aufgrund dem in dem Federraum 32 herrschenden Druck aus der zentrierten Stellung nach rechts ausgelenkt ist. Blockiert nun das Druckregeiventil 40, so dass kein Steuerfluid mehr aus dem Federraum 32 darüber abfließen kann, behält der Steuerschieber 26 zunächst die ausgelenkten Stellung bei. Sobald durch eine nach links gerichtete Betätigung des Steuerschiebers 26 der Druck in dem Fe-
derraum 32 erhöht wird, auf einen Druck der mindestens dem am Druckbegrenzungsventil 50 eingestellten Druck entspricht, fiießt Steuerfluid unter Umgehung des Druckregelventüs 40 über das Rückschlagventil 46 in die Fluid- leitung 48 und über das Druckbegrenzungsventil 50 zum Tank. Somit ist es möglich den Steuerschieber 26 trotz des blockierten Druckregelventiis 40 in eine zentrierte Stellung zurückzuführen. Da der am Druckbegrenzungsventil 50 eingestellte Druck oberhalb des höchsten Steuerdrucks iiegt, den die Druckregelventile 38, 40 erzeugen können, ist keine Beeinträchtigung des Normalbetriebs gegeben.
Die nach links gerichtete Betätigung des Steuerschiebers 26, zur Umgehung des blockierten Druckregelventiis 40, kann insbesondere durch Druckbeaufschlagung des Federraums 33 erfolgen. Ein Maschinenbediener, der merkt, dass das Druckregelventil 40 blockiert - etwa weil der hydraulische Verbraucher trotz eines beendeten Bedienvorgangs nicht stoppt -, kann am Bedieneiement gegensteuem. Dadurch erzeugt das Druckregelventi! 38 einen Steuerdruck in dem Federraum 33 und bewirkt eine nach links gerichtete Kraft auf den Steuerschieber 26. Zudem wirkt seitens der Feder 35 eine Kraft, die dem vor dem Blockieren erzeugten Steuerdruck in dem Federraum 32 entspricht, auf den nach rechts ausgelenkten Steuerschieber 26. Die durch die Feder 35 ausgeübte Kraft entspricht jedoch mindestens der Federvorspannung.
Erreicht der Druck in dem Federraum 32 - aufgrund der Spannung der Feder 35 ar.ή rje^< Steuerdruck in darr, Fsderraum 33 - einen Wen, der minäestens dem an Druckbegrenzungsventil 50 eingestellten Druck entspricht, so fiießt das Steuerfluid in dem Federraum 32 über das Rückschlagventil 46 und das Druckbegrenzungsventil 50 ab. Somit kehrt der Steuerschieber 26 in die zentrierte Stellung zurück.
Damit die Verdrängung des Steuerfluids aus dem Fedεrraum 32 durch Druckbeaufschlagung des Federraums 33 mögiich ist, darf der am Druckbegrenzungsventil 50 eingestellte Druck höchstens der Summe aus dem Druckäquivalent der Federvorspannung und dem höchsten erzeugbaren Steuerdruck entsprechen. Dann kann auch ein gering ausgelenkter Steuerschieber
26 unter Verdrängung von Steuerfluid über das Rückschlagventil 46 und das Druckbegrenzungsventil 50 in die zentrierte Stellung zurückgeführt werden.
Gängige Druckregelventile sind in der Lage einen Steuerdruck von 30 bar zu erzeugen. Die Vorspannung der Fedem 34 und 35, die den Steuerschieber 26 zentrieren, entspricht jeweils einem Druck von 5 bar, der auf die Seitenfläche des Steuerschiebers 26 einwirkt. Vorzugsweise ist dementsprechend das Druckbegrenzungsventil 50 auf einen Druck zwischen 32 bar und 35 bar eingestellt. Auf diese Weise lässt sich der Steuerschieber 26 zuverlässig in die zentrierte Stellung zurückführen, selbst wenn eines der Ventile 38, 40, die den Steuerdruck erzeugen, blockiert. Die Rückführung des Steuerschiebers 26 ist ohne mechanischen Eingriff in die Ventilscheibe 1 - alieine durch hydraulische Betätigung - möglich.
Die für die Verdrängung von Steuerfluid aus dem linken Federraum 32 beschriebenen Mechanismen gelten in analoger Weise natürlich auch für den rechten Federraum 33, insbesondere hinsichtlich einer Verdrängung von Steuerfluid über das Rückschlagventil 47 und das Druckbegrenzungsventil 50.
In dem beschriebenen Beispiel wurde eine unerwünschte Auslenkung des Steuerschiebers 26 mittels einer entgegengesetzten Betätigung durch den Ma- schinenbediener korrigiert. Eine Rückführung des Steuerschiebers unter Umgehung eines Vorsteuerveπtils ist jedoch auch durch eine automatische e- lektronische Steuerung durchführbar. Dazu wird' zunächst die Stellung des Steuerschiebers 26 erfasst. Kehrt der Steuerschieber 26 nicht in die zentrierte Stellung zurück, obwohl an keinem der Druckregelventile ein Soll-Druck vorgegeben ist, so beaufschlagt die elektronische Steuerung durch Betätigung eines Druckregelventiis den Steuerschiebers 26 in einer seiner Ausienkung entgegengesetzten Richtung. Dabei iäεst sich ein blockiertes Druckregelventil über die Fluidieitung 48 umgehen.
Anstatt die Stellung des Steuerschiebers 26 zu erfassen, iässt sich auch durch Erfassung des Betriebszustands, wie z.B. einer Drehzahl, eines hydraulischen Verbrauchers auf die Stellunα des Steuerschiebers 26 schließen.
Anstatt über zwei Druckregelventile 38, 40 iässt sich ein vorgesteuertes Wegeventil auch über ein ebenfalls als Wegeventil ausgeführtes Vorsteuerventil hydraulisch betätigen. Sieht man erfindungsgemäß eine Fluidleitung vor, über die Steuerfiuid unter Umgehung des Vorsteuerventils aus den Steuerdruck- kammem verdrängbar ist, so Iässt sich der Steuerschieber des vorgesteuerten Ventils auch bei einem Versagen des Vorsteuerventils aus einer betätigten Stellung zurückführen. Der dazu nötige Druck kann z.B. durch Handbetätigung aufgebaut werden. Alternativ kann eine hydraulische Notbetätigung des Steuerschiebers vorgesehen sein.
Die Figur 2 zeigt das Schaltbild einer hydraulischen Steuervorrichtung 52, die mit zwei stetig verstellbaren, vorgesteuerten Wegeventilen 54 und 55 zur Steuerung hydraulischer Verbraucher ausgestattet ist. Die Wegeventile 54 und 55 können analog zu der in Figur 1 dargestellten Wegeventilscheibe aufgebaut sein. Die jeweiligen Steuerschieber der Wegeventile 54 und 55 sind durch Federn zentriert. An die (nicht dargestellten) Steuerdruckkammern der Wegeventile 54 und 55 ist jeweils ein elektrisch betätigtes Druckregelventil 60, 61 , 62 und 63 zur Erzeugung eines vorgegebenen Steuerdrucks angeschlossen. Die Druckregelventile 60, 61 , 62 und 63 werden über eine Steuerfluid- versorgungsleitung 18 mit einem Steuerfiuid versorgt. Der Steuerfluid- versorgungsdruck wird durch eine Pumpe 56 aufgebaut und ist durch das Druckbegrenzungsventil 57 festgelegt. Des Weiteren ist eine Steuerfluidrück- führieitung 20 an jedes Druckrεgsiventi! SO, Gl, 62, 63 angeschlossen, um Steuerfiuid zu einem Tank 58 zurückzuführen.
Die Steuerdruckkammern jedes Wegeventils sind über jeweils ein Rückschlagventil 64, 65, 66 und 67 an eine Fluidleitung 68 angeschlossen. Die Rückschlagventile 64.. 65, 66 und 67 öffnen in Richtung der Fluidleitung 68. Die Fluidieitung 68 führt über ein Druckbegrenzungsventil 70 zum Tank. Das Druckbegrenzungsventil 70 kann durch Handbetäiigung geöffnet werden. Ein Nachsaugventil 71 ist parallel zum Druckbegrenzungsventil 70 geschaltet und öffnet zur Fluidleitung 68 hin. Das Nachsaugventii 71 kann auch in das Druckbegrenzungsventil 70 integriert sein.
Das Funktionsprinzip der in Figur 2 dargestellten Steuervorrichtung entspricht im Wesentlichen dem Funktionsprinzip der in Figur 1 dargestellten Steuervorrichtung, die auf zwei Wegeventile erweitert wurde.
Aus jeder Steuerdruckkammer der zwei Wegeventile 54 und 55 ist unter einem Druck, der dem Ansprechdruck des Druckregelventils 70 entspricht, Steuerfluid unter Umgehung der Druckregelventile 60, 61 , 62, 63 verdrängbar. Das Steuerfluid fließt in diesem Fall über das entsprechende Rückschlagventil 64, 65, 66, 67 über die Fiuidteitung 68 und das Druckbegrenzungsventil 70 zum Tank 58. Der Ansprechdruck des Druckbegrenzungsventiiε 70 liegt oberhalb des höchsten durch die Druckregelventile 60, 61 , 62, 63 erzeugbaren Steuerdrucks. Der Ansprechdruck liegt außerdem nicht über einem Druck, der der Federvorspannung zuzügiich des höchsten durch die Druckregelventile 60, 61 , 62, 63 erzeugbaren Steuerdrucks entspricht.
Somit iässt sich der Steuerschieber jedes Wegeventils 54 und 55 zuverlässig in die federzentrierte Stellung zurückführen, selbst wenn eines der Druckregelventile versagt. Insbesondere kann die Rückführung des Steuerschiebers durch hydraulische Betätigung erfolgen.
Besonders vorteilhaft an der in Figur 2 dargestellten Steuervorrichtung ist, dass aus jeder Steuerdruckkammer der Wegeventile 54, 55 Steuerfluid in eine einzige gemeinsame Fluidleitung 68 verdrängbar ist. Zudem wird zur Absicherung der Steuerdruckkammem nur ein einziges Druckbegrenzungsventil 70 benötigt. Die in Figur 2 dargestellte Steuervorrichtung lässt sich auf einfache Weise um weitere Wegeventile erweitern. Deren Steuerdruckkammem werden zur Absicherung über ein zur Fluidleitung 68 hin öffnendes Rückschlagventil in die Fluidleitung 68 angeschlossen.
Der Ansprechdruck des Druckbegrenzuπgsventils 70 iässt sich unabhängig von dem Versorgungsdruck der Steuerfluidversorgungsleitung 18 einstellen. Die Steuerfiuidversorgungsleitung 18 kann auf einen höheren Druck als das Druckbegrenzungsventil 70 oder auf einen höheren Druck als der höchste durch die Druckregeiventile 60. 61. 62, 63 erzeugbare Steuerdruck eingestelli sein, um
weitere Steuerfluidverbraucher zu versorgen oder um kürzere Regelzeiten zu gewährleisten.
Die in Figur 2 dargestellte Steuervorrichtung 52 erlaubt es zusätzlich, die Steu- erdruckkamrnern der Wegeventile 54, 55 bzw. das Steuerfiuidsystem auf einfache Weise zu entlüften. Dazu iässt sich das Druckbegrenzungsventil 70 mittels Handbetätigung öffnen. In die Steuerdruckkammern strömendes Steu- erfiuid kann ungehindert über die Rückschlagventile 64, 65, 66, 67 und das geöffnete Druckbegrenzungsventil 70 zum Tank 58 abfließen. Zusammen mit dem Steuerfluid wird eingeschlossene Luft zum Tank 58 hin abgeführt.
Die Figur 3 stellt ein Schaltbild einer weiteren hydraulischen Steuervorrichtung 72 dar. Die Steuervorrichtung 72 unterscheidet sich von der in Fig. 2 dargestellten Steuervorrichtung 52 wie im Folgenden dargelegt. Dabei sind gleichen Komponenten die gleichen Bezugszeichen zugeordnet.
Die Steuerdruckräume der Wegeventile 54 und 55 sind über Rückschlagventile 64, 66 und 65, 67 an zwei separate Zweige 68a und 68b einer Fluidieitung angeschlossen. Die Fiuidleitung 68a und 68b dient im Fall eines Defekts eines der Vorsteuerventile 60, 61, 62 und 63 als Entiastungsleitung. Die in Figur 3 links angeordneten Steuerdruckkammern der Wegeventile 54 und 55 sind über die Rückschlagventile 64 und 66 an den Leitungszweig 68a angeschlossen. Der Leitungszweig 68a führt zum Einen über ein weiteres Rückschlagventil 78 zum Druckbegrenzungsventil 74. Zum Anderen ist der Zweig 68a über ein Schaii- ventil 76 direkt mit einem Tank verbindbar. Die in Figur 3 rechts angeordneten Steuerdruckkammern sind über die Rückschlagventile 65 und 67 an den Leitungszweig 68b angeschlossen. Dieser führt über das Rückschlagventil 77 zum Druckbegrenzungsventil 74. Außerdem ist ein Schaltventil 75 vorhanden, durch das der Leitungszweig 68b mit einem Tank verbindbar ist. Die Schaltventile 75 und 76 sind jeweils so konfiguriert, dass sie in einer unbetatigten Stellung den jeweiligen Leitungszweig 68a bzw. 68b mit dem Tank verbinden und in einer betätigten Stellung eine Verbindung zwischen dem Leitungszweig 68a bzw. 68b und dem Tank unterbrechen.
Wie bei der in Figur 2 dargestellten Steuervorrichtung 52 lässt sich bei der Steuervorrichtung 72 im Fall der Blockade eines Vorsteuerventils - im Folgenden als Beispiel das Vorsteuerventil 60 - Steuerfluid aus der angesteuerten Steuerdruckkammer des Wegeventils 54 über das Rückschlagventil 64, den Leitungszweig 68a, das Rückschlagventil 78 und das Druckbegrenzungsventil 74 zum Tank 58 verdrängen. Somit kann durch Ansteuern des Vorsteuerventils 61 und durch die Wirkung der Rückstellfedern am Steuerschieber des Wegeventils 54 Steuerfluid aus der linken Steuerdruckkammer über das Rückschlagventil 64 verdrängt werden, bis der Steuerschieber in seine Neutralstellung zurückgekehrt ist.
Zusätzlich lassen sich die Leitungszweige 68a und 68b unabhängig voneinander durch das Schaltventil 75 bzw. 76 jeweils zum Tank hin entlasten. Im normalen Betriebszustand sind die Schaltventile 75 und 76 betätigt, d.h. sie unterbrechen die Verbindung zwischen den Leitungszweigen 68a und 68b und dem Tank. Bei einer Blockade z.B. des Vorsteuerventilε 60 kann man das ■Schaltventil 76 in die unbetätigte Stellung schalten, so dass der Leitungszweig 68a druckeπtiastet ist. Dann kann Steuerfluid aus der iinken Steuerdruckkammer des Wegeventils 54 über das Rückschlagventil 64 zum Tank hin abfließen. Der Steuerschieber des Wegeventils 54 kehrt daraufhin in seine Neutralsteliung zurück. Wenn man durch Betätigung des Vorsteuerventils in der rechten Steuerdruckkammer des Wegeventils 54 einen Steuerdruck erzeugt, kann der Steuerschieber sogar über die Neutraistsiiung hinaus in Ricπiuπg einer Verkleinerung der linken Steuerdruckkammer ausgelenkt werden. Dies ermöglicht es. einen von dem Wegeventil 54 angesteuerten hydraulischen Verbraucher/Motor nicht nur anzuhalten, sondern diesen auch eine Rückzug- bzw. Rückfahrbewegung ausführen zulassen. Dadurch werden wichtige, z.B. für hydraulische Fahrantriebe maßgebliche Sicherheitsanforderungen erfüllt.
Die fluidische Trennung der Leitungszweige 68a und 68b durch die Rückschlagventile 77 und 78 erlaubt es, die Leitungszweige unabhängig voneinander durch die Schaltventile 75 bzw. 76 zu entlasten. Nur so kann überhaupt eine Betätigung eines Wegeventils 54 oder 55 zum Ausüben einer Rückzugbewegung erfolgen., während einer der Leiiungszweige 68a oder 68b
entlastet ist. Zudem kann der vom Wegeventil angesteuerte hydraulische Verbraucher durch Gegensteuem (Kontern) am Bedieneiement in jedem Falle gestoppt werden, auch wenn die Schaltventiie 75 und 76 in der betätigten Stellung belassen werden. Für das Zuführen von Steuerfluid aus den Leitungszweigen 68a und 68b zum Druckbegrenzungsventil 74 kann anstatt der gezeigten Rückschlagventile 77 und 78 auch ein Wechseiventil eingesetzt werden.
Bei einem Ausfall der Ansteuerelektronik kehrend die Schaltventiie 75 und 76 in eine unbetätigte Stellung zurück, in der die Leitungszweige 68a und 68b entlastet sind. Dadurch werden die durch die Wegeventile 54 und 55 angesteuerten hydraulischen Verbraucher gestoppt.
In Figur 4 ist ein Schaltbild einer weiteren hydraulischen Steuervorrichtung 80 dargestellt. Die Steuervorrichtung 80 ist mit einem vorgesteuerten, stetig verstellbaren Wegeventil 82 ausgestattet. Der Steuerschieber des Wegeventils 82 ist federzentriert. Die hydraulische Ansteuerung des Wegeventils 82 erfolgt durch zwei Druckregelventile 38 und 40, die jeweils an einen Federraum des Wegeventils 82 angeschlossen sind. Eine Pumpe 56 gewährleistet über die Steuerfluidversorgungsleitung 18 die Versorgung der Druckregelventile 38 und 40 mit Steuerfluid. Der Druck in der Steuerfluidversorgungsleitung 18 ist durch ein Druckbegrenzungsventil 84 vorgegeben. Über Steuerfluidrückführleitungen 20 sind die Druckregelventile 38 und 40 mit dem Tank 58 verbunden.
Parallel zu dem Druckregelventil 38 ist ein zur Steuerfluidversorgungsieitung 18 hin öffnendes Rückschlagventil 85 zwischen den Ausgang des Druckregeiven- tiis 38 und der Stεuerfiuidversorgungsleitung 18 geschaltet. Ein weiteres Rückschlagventil 86 ist parallel zum Druckregelventil 40 zwischen dessen Ausgang und der Steuerfluidversorgungsleitung 18 geschaltet. Auch das Rückschlagventil 86 öffnet in Richtung der Steuerfluidversorgungsleitung 18.
Aus der mit dem Druckregeiventil 38 verbundenen Steuerdruckkammer lässt sich somit Steuerfluid über das Rückschlagventil 85 in die Steuerdruckversorgungsleitung 18 verdrängen. Ebenso iässt sich aus der mit dem
Druckregelventil 40 verbundenen Steuerdruckkammer Steuerfluid über das Rückschlagventil 86 in die Steuerdruckversorgungsleitung 18 verdrängen.
Der Druck, der benötigt wird, um Fluid aus einer Steuerdruckkammer über das Rückschlagventil 85 oder 86 in die Steuerfluidversorgungsleitung 18 zu verdrängen, entspricht dem Versorgungsdruck der Steuerfluidversorgungsleitung 18. Der Versorgungsdruck ist auf den höchsten durch die Druckregelventile 3B und 40 erzeugbaren Steuerdruck oder geringfügig höher eingestellt. Damit die Verdrängung des Fluid aus einer Steuerdruckkammer durch hydraulische Beaufschlagung des Steuerschiebers seitens der gegenüberliegenden Steuerkammer möglich ist, darf der Versorgungsdruck in der Steuerfluidversorgungsleitung 18 nicht höher sein als die Summe aus einem Druck, der der Federvorspannung der Zentrierfedern entspricht, und dem höchsten durch die Druckregelventile 38 und 40 erzeugbaren Steuerdruck.
Wenn z.B. das Druckregelventil 40 klemmt und die linke Steuerkammer des Wegeventils 82 absperrt während der Steuerschieber nach rechts ausgelenkt ist, kann mittels des Druckregeiventils 38 ein Steuerdruck in der rechten Steuerdruckkammer erzeugt werden. Durch die Wirkung des in der rechten Steuerdruckkammer erzeugten Steuerdrucks und durch die Kraft der Feder in dem rechten Federraum auf den Steuerschieber entsteht in der linken Steuerdruckkammer ein Druck, der die Verdrängung des Steuerfluids über das Rückschlagventil 86 in die Steuerfluidversorgungsleitung 18 erlaubt. Das aus der linken Steuerdruckkammer verαrangte Steuerfluid fließt entweder über das Rückschlagventil 84 zum Tank 58 oder über das Druckregelventil 38 in die rechie Steuerdruckkammer.
Somit kann auch bei einem Versagen eines Druckregelventiis der Steuerschieber des Wegeventils 82 zuverlässig in die zentrierte Stellung zurückgebracht werden. Die Steuervorrichtung gemäß Figur 4 erzielt die Absicherung der Steuerdruckkammern gegen ein Blockieren des Abflusses mit einem sehr geringen Aufwand an zusätzlichen Komponenten. Es werden lediglich Rückschlagventile 85 und 86 parallel zu den Druckregeiventilen 38. 40 geschaltet.
P2007/001373
Die Figur 5 stellt eine Ventilscheibe 90 eines Steuerblocks dar, die nach dem in Figur 4 dargestellten Schattbild aufgebaut ist. Der Aufbau der Ventilscheibe 90 entspricht in wesentlichen Teilen dem Aufbau der in Figur 1 dargestellten Ventilscheibe 1. Gleiche Komponenten sind mit gleichen Bezugszeichen versehen und im Folgenden nicht nochmals beschrieben.
Insbesondere entsprechen der Grundkörper 3 der Ventiischeibe 90 mit seinen Bestandteilen und Anschlüssen sowie der rechte Steuerdeckel 31 den in Figur 1 dargestellten jeweiligen Komponenten. Der linke Steuerdeckel 93 weist einen Federraum 32 als linke Steuerdruckkammer auf. Darin befindet sich die vorgespannte Feder 34 und der Federteller 28. Im linken Steuerdecke! 93 sind weiterhin die Druckregelventile 38 und 40 eingesetzt. Das Druckregeiventil 40 erzeugt den Steuerdruck in der Steuerdruckkammer 32. Das Druckregeiventil 38 erzeugt den in der Steuerdruckkammer 33 anstehenden Steuerdruck. Über die Fluidkanäle 42 und 43 sind die Druckregelventile 38 und 40 mit der Steu- erfluidversorgungsleitung 18 bzw. der Steuerfiuidrückführieitung 20 verbunden.
In dem Steuerdeckel 93 sind zusätzlich die Rückschlagventile 85 und 86 angeordnet. Das Rückschlagventil 85 führt vom Fluidkanal 39, der mit dem Ausgang des Druckregelventils 38 verbunden ist, auf den Fluidkanal 42, der mit der Steuerfluidversorgungsleitung 18 verbunden ist. Es öffnet in Richtung der Steu- erfluidversorgungsleitung 18. Das Rückschlagventil 86 führt vom Ausgang des Druckregeiventils 40 - dem Fluidkanal 41 - ebenfalls auf den Fiuidkanal 42. Auch das Rjckschiagveniii 86 öffnet in Richiung der Steuerfiuidversorgungs- leitung 18.
Somit iässt sich auf besonders einfache Weise eine Ventilscheibe angegeben, die der in Figur 4 gezeigten Schaltung entspricht. Gegenüber einer herkömmlichen Ventilscheibe ist lediglich der linke Steuerdeckel um zwei Rückschlagventile erweitert. Obwohl die Ventiischeibe 90 eine Absicherung gegen ein Blockieren der Druckregelventile 38 und 40 aufweist, baut sie nur geringfügig aufwendiger als eine herkömmliche Ventiischeibe.
Bezuαszeichenliste
Veπtilscheibe
Grundkörper
Fiuidversorgungsanschluss
Tankanschluss
Tankanschluss
Lastdruckmeldeleitung
Steuerfluidversorgungsleitung
Steuerfluidrückführleitung
Verbraucheranschiuss
Verbraucheranschlusε
Ventilbohrung
Steuerschieber
Federteller
Federteller
Steuerdeckel
Steuerdeckel linker Federraum / Steuerdruckkammer rechter Federraum / Steuerdruckkammer
Feder
Feder
Druckregelventil
Fiuidkanai
Druckregelventil
Fiuidkanai
Fiuidkanai
Fiuidkanai
Rückschlagventil
Rückschlagventil
Fluidieitung
Druckbegreπzungsventil
Hydraulische Steuervorrichtung
Stetig verstellbares Wegeventil
Stetig verstellbares Wegeventil
Pumpe
Druckbegrenzungsventil
Druckregelventil
Druckregelventil
Druckregelventil
Druckregelventil
Rückschlagventil
Rückschlagventil
Rückschlagventil
Rückschlagventil
Fluidleitung a Fiuidleitungszweig b Fluidleitungszweig
Druckbegrenzungsventil mit Handbetätigung
Nachsaugventil
Hydraulische Steuervorrichtung
Druckbegrenzungsventil
Schaltventil
Schaltventil
Rückschlagventil
Rückschlagventil
Hydraulische Steuervorrichtung
Wegeventil
Druckbegrenzungsventil
Rückschlagventil
Rückschlagventil
Ventilscheibe
Steuerdeckel