VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR ERZEUGUNG EINES STRAHLSVON
TROCKENEISPARTIKELN
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines Strahls von Trok- keneispartikeln, bei dem flüssiges Kohlendioxid in einem Entspannungsraum entspannt -wird, um die Trockeneispartikel zu bilden, die dann in einen Strom eines Trägergases eingeleitet werden, sowie eine Vorrichtung zur Durchfüh¬ rung dieses Verfahrens.
Ein solches Verfahren und eine zugehörige Vorrichtung werden in WO 2004/ 033 154 Al beschrieben. Die Vorrichtung ist Teil einer Strahlanlage, die dazu dient, größere Oberflächen, beispielsweise die Innenflächen von Rohren oder Kesseln in Industrieanlagen, von festsitzenden Verkrustungen zu befreien. Das flüssige Kohlendioxid wird aus einer Zufuhrleitung, die beispielsweise durch eine Kapillare gebildet wird, in einen Entspannungsraum mit größerem Querschnitt eingeleitet, so daß durch die Entspannung ein Teil des Kohlendi¬ oxids verdampft, während ein anderer Teil des Kohlendioxids aufgrund der Verdunstungskälte zu Trockeneispartikeln kondensiert. Der Entspannungs¬ raum mündet, vorzugsweise seitlich, in eine Strahlleitung, die von dem Trä- gergas, beispielsweise Druckluft oder Stickstoff, durchströmt wird. Durch den Sog des an der Mündung des Entspannungsraumes vorbeiströmenden Trägergases werden die Trockeneispartikel gleichsam aus dem Entspan¬ nungsraum abgesaugt und in der Trägergasströmung suspendiert. An der Mündung der Stahlleitung ist eine Düse, vorzugsweise eine Laval-Düse vorge- sehen, so daß der Strahl auf hohe Geschwindigkeiten, vorzugsweise auf Über¬ schallgeschwindigkeit, beschleunigt wird.
Bei einer in dieser Druckschrift beschriebenen Ausführungsform wird der Entspannungsraum durch einen Rohrstutzen gebildet, der ein Innengewinde aufweist. Dieses Innengewinde soll Störkanten bilden, an denen sich durch den Aufprall der Trockeneispartikel eine Kruste aus Trockeneis bilden soll. Dahinter steht die Theorie, daß durch Abbröckeln dieser Kruste größere Trockeneispartikel entstehen. Als Alternative zu einem Innengewinde werden Störkanten erwähnt, die durch Einbauten wie beispielsweise ein Flügelrad oder eine Schnecke im Inneren des Entspannungsraumes gebildet werden. Dabei wurde bisher davon ausgegangen, daß die Störkanten zwar als Prall¬ körper für das Trockeneis dienen sollen, andererseits jedoch den Abtransport
der Trockeneispartikel und des Gases aus dem Entspannungsraum nicht be¬ hindern sollten, weil sonst der Druck in dem Entspannungsraum zu groß würde und damit die Entspannung und Verdunstung des flüssigen Kohlendi¬ oxids behindert würde.
Aufgabe der Erfindung ist es, dieses bekannte Verfahren und die Vorrichtung weiter zu verbessern, um eine noch effizientere Erzeugung von Trocken¬ eispartikeln mit hoher Reinigungswirkung zu erreichen.
Diese Aufgabe wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß der Ausstrom der Trockeneispartikel aus dem Entspannungsraum durch eine Querschnittsverengung gedrosselt wird.
Es hat sich gezeigt, daJ3, entgegen der Erwartung, die Drosselung des Aus- stroms aus dem Entspannungsraum die Bildung der Trockeneispartikel nicht behindert, sondern im Gegenteil begünstigt. Dies ist vermutlich darauf zu¬ rückzuführen, daß die Drosselung des Ausstroms das Wachstum der Trok- keneispartikel durch Kondensation verstärkt, zumal durch die Drosselung auch die Verweilzeit der Trockeneispartikel im Entspannungsraum verlängert wird. Versuche, bei denen die Reinigungswirkung des in dieser Weise erzeug¬ ten Strahls bewertet wurde, haben gezeigt, daß durch die erfϊndungsgemäße Maßnahme eine Leistungsteigerung von 50 bis 100% erreicht werden kann. Neben der Entstehung größerer und härterer Trockeneispartikel wurde als weiterer vorteilhafter Effekt der Erfindung festgestellt, daß sich am Ausgang der Strahldüse auch ein gleichmäßigeres Strahlbild ergibt, all dies bei gleich¬ bleibendem oder gar verringertem Verbrauch an flüssigem Kohlendioxid.
In der eingangs erörterten Druckschrift wurde außerdem erwähnt, daß der Entspannungsraum eine gewisse Mindestlänge haben sollte. Durch die erfin- dungsgemäße Querschnittsverengung läßt sich diese Mindestlänge ohne Lei¬ stungseinbuße reduzieren, so daß eine kompaktere und handlichere Kon¬ struktion der Vorrichtung ermöglicht wird.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß am Ausgang des Entspannungsraumes eine Querschnittsverengung vorgesehen ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteran¬ sprüche.
Bevorzugt sollte die Querschnittsverengung mindestens 20% der Quer- schnittsfläche des Entspannungsraumes betragen.
Vorzugsweise wird die Querschnittsverengung durch annähernd stromlinien¬ förmige Strukturen erreicht, die von den Trockeneispartikeln gut umströmt werden und keine wesentliche Prallfläche für die Trockeneispartikel bilden.
Gemäß einer Ausführungsform ist auf der Mittelachse des Entspannungsrau¬ mes ein Verdrängungskörper in der Form eines Kegels, einer Kugel, einer Halbkugel oder dergleichen vorgesehen, dessen zugespitzte oder abgerundete Seite stromaufwärts gerichtet ist. Der AuslaJ3querschnitt des Entspannungs- raumes wird dann durch einen Ringspalt zwischen der Wand des Entspan¬ nungsraumes und dem Verdrängungskörper gebildet. Zusätzlich können in dem Verdrängungskörper axiale Bohrungen vorgesehen sein.
Gemäß einer anderen Ausführungsform wird die Querschnittverengung da- durch erreicht, daj3 sich der Entspannungsraum am auslaßseitigen Ende ko¬ nisch verjüngt. Diese Maßnahmen können auch kombiniert werden, indem in dem verjüngten Auslassbereich des Entspannungsraumes mittig ein Verdrän¬ gungskörper angeordnet wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die Zufuhrleitung für das flüssi¬ ge Kohlendioxid und der Entspannungsraum koaxial im Inneren der Strahl¬ leitung angeordnet, so daß der verengte Auslaß des Entspannungsraumes mittig in der Stahlleitung liegt. In diesem Fall ist es zweckmäßig, die Strahl¬ leitung in dem zwischen der Mündung des Entspannungsraumes und der Strahldüse gelegenen Abschnitt zu einer Kammer zu erweitern. Der Verdrän¬ gungskörper kann dabei in diese Kammer bzw. in die Strahlleitung hineinra¬ gen.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeich¬ nung näher erläutert.
Es zeigen.
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung;
Fig. 2 eine Einzelheit aus Figur 1 in vergrößertem Maßstab;
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III in Figur 2;
Fig. 4 bis 9 axiale Schnitte durch Vorrichtungen gemäß weiteren Aus¬ führungsbeispielen der Erfindung;
Fig. 10 einen Schnitt längs der Linie X-X in Figur 9; und
Fig. 1 1 und 12 axiale Schnitte durch Vorrichtungen gemäß weiteren Aus¬ führungsbeispielen
Die in Figur 1 gezeigte Vorrichtung weist eine Strahldüse 10 auf, z. B. eine konvergent/divergent-Düse oder Laval-Düse, mit der ein Strahl eines Träger¬ gases erzeugt werden soll, der annähernd Schallgeschwindigkeit oder Über¬ schallgeschwindigkeit hat und dem feste Trockeneispartikel als Strahlmittel zugesetzt sind. Die Strahldüse 10 ist an eine Strahlleitung 12 angeschlossen, die ihrerseits mit einer nicht gezeigten Druckquelle verbunden ist und von dem Trägergas, beispielsweise von Druckluft mit einem Druck in der Größen¬ ordnung von IMPa und einem Durchsatz von beispielsweise 1 bis 10 m3/min durchströmt wird.
Über eine Zufuhrleitung 14 wird flüssiges Kohlendioxid aus einem nicht ge¬ zeigten Hochdrucktank oder Kalttank zugeführt. Die Zufuhrleitung 14 ist bei¬ spielsweise als Kapillare ausgebildet oder durch eine einstellbare Blende ge¬ drosselt, so daß der Durchsatz an flüssigem Kohlendioxid beispielsweise in der Größenordnung von 0, 1 bis 0,4 kg pro Kubikmeter Trägergas liegt (Volu¬ men unter Atmosphärendruck) liegt.
Die Zufuhrleitung 14 mündet in einen im Querschnitt erweiterten Entspan¬ nungsraum 16, der durch das Innere eines schräg in die Strahlleitung 12 mündenden Stutzens 18 gebildet wird. Wenn sich das flüssige Kohlendioxid beim Eintritt in den Entspannungsraum 16 entspannt, wird ein Teil des Koh- lendioxids verdampft, und durch die dabei entstehende Verdunstungskälte kondensiert ein anderer Teil des Kohlendioxids zu Trockenschnee, also zu fe¬ sten Trockeneispartikeln. Diese Trockeneispartikel werden durch das gleich¬ zeitig entstehende gasförmige Kohlendioxid in die Strahlleitung 12 transpor¬ tiert bzw. durch den dynamischen Druck des Trägergases aus dem Entspan- nungsraum 16 abgesaugt und werden so in der Trägergasströmung verteilt und schließlich durch die Strahldüse 10 mit hoher Geschwindigkeit auf ein zu reinigendes Werkstück abgegeben. Vorzugsweise sind der Durchsatz an flüssigem Kohlendioxid sowie der Trägergasdurchsatz regelbar.
Im stromabwärtigen Bereich des Entspannungsraumes 16, also dort, wo die¬ ser Entspannungsraum in die Strahlleitung 12 mündet, ist auf der Mittelach¬ se des Stutzens 18 ein kegelförmiger Verdrängungskörper 20 angeordnet, der koaxial zum Stutzen 18 orientiert ist und dessen Spitze auf die Mündung der Zufuhrleitung 14 in den Entspannungsraum 16 weist. Das aus dem Entspan- nungsraum 16 ausströmende Gemisch aus gasförmigem und festem Kohlen¬ dioxid , ggf. noch mit gewissen Anteilen an flüssigem Kohlendioxid, wird so¬ mit durch den Verdrängungskörper 20 verdrängt und tritt somit nur gedros¬ selt in die Strahlleitung 12 aus, da der Verdrängungskörper 20 mit den Wän¬ den des Stutzens 18 eine Querschnittsverengung bildet. Hierdurch wird die Verweilzeit der Trockeneispartikel in dem mit kaltem, gasförmigem Kohlendi¬ oxid gesättigten Entspannungsraum 16 verlängert, so daj3 die Trockeneispar¬ tikel Zeit haben, durch Kondensation zu wachsen. Zugleich erzeugt die Quer¬ schnittsverengung ein ungleichmäßiges Strömungsprofil mit vom Entspan¬ nungsraum 16 zum Ringspalt zwischen dem Verdrängungskörper 20 und der Wand des Stutzens 18 zunehmender Strömungsgeschwindigkeit. Weiterhin führt die Querschnittsverengung zu einer größeren Dichte, mit der die Trok- keneispartikel in dem gasförmigen Medium suspendiert sind. All dies begün¬ stigt das Wachstum von sehr festen Trockeneispartikeln, die dann aufgrund ihrer Größe und Härte eine hohe Reinigungswirkung entfalten. Die annä- hernd stromlinienförmige Gestalt des kegelförmigen Verbrennungskörpers 20 verhindert dabei, daß die gewachsenen Trockenneispartikel beim Aufprall auf den Verdrängungskörper 20 wieder zerschlagen werden.
In Figuren 2 und 3 ist der Verdrängungskörper 20 vergrößert dargestellt. Axiale Bohrungen 22 in dem Verdrängungskörper 20 ermöglichen es, das Strömungsprofil des aus dem Entspannungsraum 16 ausströmenden Medi¬ ums optimal einzustellen. Radiale Stege 24 halten den Verdrängungskörper 20 mittig in dem Stutzen 18 und sind so geformt, daß sie praktisch keine Prallflächen für die Trockeneispartikel bilden.
Figuren 4 bis 7 zeigen abgewandelte Ausführungsbeispiele der Vorrichtung. Diese Beispiele unterscheiden sich von der Vorrichtung nach Figur 1 nur durch eine geänderte Form des Verdrängungskörpers. In Figur 4 ist als Ver¬ drängungskörper 26 eine Halbkugel vorgesehen, deren abgerundete Seite ge¬ gen die Strömungsrichtung, also zur Mündung der Zufuhrleitung 14 weist. In Figur 5 ist als Verdrängungskörper 28 eine Kugel vorgesehen. Figuren 6 und 7 zeigen Verdrängungskörper 30, 32 in der Form eines Ellipsoids bzw. eines kugelkalottenförmigen Schildes. Die Verdrängungskörper 26, 28, 30 und 32 sind analog zu dem Verdrängungskörper 20 im Stutzen 18 befestigt und kön¬ nen wahlweise ebenfalls axiale Bohrungen aufweisen.
Figur 8 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform, bei der zwischen der Strahlleitung 12 und der Strahldüse 10 eine ellipsoidförmig erweiterte Kam¬ mer 34 vorgesehen ist. Die Zufuhrleitung 14 für flüssiges Kohlendioxid ver¬ läuft hier koaxial in der Strahlleitung 12 stromaufwärts der Kammer 34 und mündet in den Entspannungsraum 16, der sich hier am stromaufwärtigen Ende der Kammer 34 befindet und sich axial in diese Kammer öffnet. Der Auslaß des Entspannungsraumes 36 ist durch den kegelförmigen Verdrän¬ gungskörper 20 im Querschnitt verengt. Dieser Verdrängungskörper ragt hier etwas in die Strahlleitung 12 bzw. in die Kammer 34 hinein und bewirkt so eine gute Verteilung der Trockeneispartikel in der erweiterten Kammer 34.
Figuren 9 und 10 zeigen eine Ausführungsform der Vorrichtung, die in ihrem Aufbau wieder der Vorrichtung nach Figur 1 ähnelt. Die Querschnittsveren¬ gung am Auslaß des Entspannungsraumes 16 wird hier jedoch nicht durch einen mittig angeordneten Verdrängungskörper, sondern durch buckelartige Verdrängungskörper 36 gebildet, die im stromabwärtigen Bereich des Stut- zens 18 verteilt an dessen Innenwand angeordnet sind.
Figuren 1 1 und 12 zeigen Ausführungsformen, bei denen der Stutzen 18 an seinem der Zufuhrleitung 14 zugewandten Ende einen größeren Querschnitt hat, an den sich stromabwärts ein sich konisch verjüngender Abschnitt 38 anschließt, der hier den Auslaß des Entspannungsraumes 16 und zugleich die Querschnittsverengung dieses Auslasses bildet. Bei der Ausführungsform nach Figur 12 ist stromabwärts des konisch verjüngten Abschnitts 38 zusätz¬ lich noch der Verdrängungskörper 20 vorgesehen. Die Länge des zylindri¬ schen Enspannungraumes 16 sollte, insbesondere bei kleinbauenden Vorrich¬ tungen, bei denen der Innenduchmesser der Strahlleitung 12 kleiner als etwa 15 mm ist, nicht zu klein sein, damit der Entspannungsraum ein ausreichen¬ des Volumen hat. Außerdem ist der Durchmesser des Entspannungsraumes 16 vorzugsweise größer als der Durchmesser der Strahlleitung 12.
Bei den gezeigten Ausführungsbeispielen beträgt die Querschnittsverengung am Auslaß des Entspannungsraumes typischerweise zwischen 20 und 50% der Querschnittsfläche im Inneren des Entspannungsraumes 16. Das genaue Ausmaß der Querschnittsverengung ist von den jeweiligen Verfahrensparame¬ tern abhängig, insbesondere vom Druck und Durchsatz des Trägergases, dem Durchsatz an flüssigem Kohlendioxid, der Temperatur des flüssigen Kohlen- dioxids und dergleichen. Im allgemeinen ist eine Querschnittsverengung in der Größenordnung von 40% zweckmäßig. Der Durchmesser der Strahlleitung 12 kann beispielsweise zwischen 8 und 32 mm variieren.