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Die Erfindung betrifft ein Strahlverfahren
zur Reinigung von Oberflächen,
bei dem ein Trägergas unter
Druck durch eine Strahlleitung einer Strahldüse zugeführt wird und flüssiges CO2 über
eine Zuleitung zugeführt,
durch Entspannung in Trockenschnee umgewandelt und in die Strahlleitung
eingespeist wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses
Verfahrens.
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Ein Strahlverfahren dieser Art wird
in
US 5 616 067 A beschrieben.
Das CO
2 wird in flüssiger Form in eine Ringkammer
eingeleitet, die die von Druckluft durchströmte Strahlleitung umgibt, und
wird von dort über
einen Kranz konvergierender Kapillaren in die Strahlleitung zugeführt, so
daß die
Entspannung erst bei Eintritt in die Strahlleitung stattfindet.
Der auf diese Weise entstehende Trockenschnee wird von der Druckluft
mitgeführt
und beschleunigt und über
die Strahldüse
auf das zu reinigende Werkstück
abgegeben. Dieses Verfahren dient insbesondere zum schonenden Reinigen
von druckempfindlichen Oberflächen,
beispielsweise von elektronischen Schaltungsplatinen.
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Aus
US
5 679 062 ist ein Strahlverfahren bekannt, bei dem gasförmiges oder
flüssiges
CO
2 oder ein Gas-Flüssigkeits-Gemisch am Auslaß einer
Düse entspannt
und in eine erweiterte. Wirbelkammer eingeleitet wird, in der ein
Teil des gasförmigen
und/oder flüssigen
CO
2 in Trockenschnee umgewandelt wird. Der
Auslaß der
Wirbelkammer ist unmittelbar an eine Strahldüse angeschlossen. Als Trägergas dient
hier nur das zugeführte
oder durch Verdampfung entstehende gasförmige CO
2.
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In
US 5 725 154 A wird ein Strahlverfahren beschrieben,
bei dem Trockenschnee durch Entspannung von flüssigem CO
2 mit
Hilfe eines Entspannungsventils erzeugt wird. Der Trockenschnee
wird über
einen dünnen
Schlauch, der koaxial von einem Schlauch zur Zufuhr des Trägergases
umgeben ist, einer Strahlpistole zugeführt, die dann ein Gemisch aus
Trägergas
und Trockenschnee abgibt.
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Aus WO 00/74 897 A1 ist eine Strahlvorrichtung
bekannt, bei der flüssiges
CO2 über
eine Kapillare zugeführt
wird, die in einer sich konisch erweiternden Düse mündet, deren Durchmesser zum
Auslaß hin
auf etwa das 3-fache des Durchmessers der Kapillare zunimmt. Diese
Düse ist
von einer ringförmigen
Laval- Düse umgeben,
in der das unter Druck zugeführte
Trägergas
auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt
wird. Die Mündungen
der CO2-Düse und der Laval-Düse liegen auf gleicher Höhe, so daß zwei konzentrische
Strahlen abgegeben werden, nämlich
ein innerer Strahl, der vorwiegend aus Trockenschnee besteht, und
ein Mantelstrahl, durch den der Trockenschnee außerhalb der Düse beschleunigt werden
soll.
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Auch in Anwendungsfällen, bei
denen größere Oberflächen, beispielsweise
die Innenflächen
von Rohren oder Kesseln in Industrieanlagen, von festsitzenden Verkrustungen
befreit werden sollen, ist je nach Beschaffenheit der Verkrustungen
vielfach der Einsatz von Trockeneis oder Trockenschnee als Strahlmittel
wünschenswert,
weil die niedrige Temperatur des Trockeneises oder Trockenschnees
zu einer Versprödung
des abzulösenden
Materials führt. Wenn
Trockenschnee-Partikel mit genügend
hoher kinetischer Energie in die abzulösende Schicht eindringen, entsteht
ein zusätzlicher
Reinigungseffekt dadurch, daß die
Trockenschnee-Partikel beim Eindringen in die abzulösende Schicht
schlagartig verdampfen und so Teile der abzulösenden Schicht absprengen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß kein zusätzlicher Aufwand für die Entsorgung
des gebrauchten Strahlmittels erforderlich ist, weil der Trockenschnee
zu gasförmigem
CO2 verdampft.
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Die Eingangs beschriebenen Strahlverfahren
sind jedoch für
diese Anwendungsfälle
nicht geeignet, weil die erreichbaren Volumenleistungen und Strahlgeschwindigkeiten
nicht ausreichen und/oder weil der Trockenschnee nicht in ausreichender
Menge entsteht oder nicht die richtigen Konsistenz hat, so daß die kinetische
Energie der Trockenschnee-Partikel zu gering ist.
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Für
die Reinigung von größeren, stark
verunreinigten Oberflächen
werden deshalb bisher Strahlanlagen eingesetzt, bei denen Trockeneis
oder Trockenschnee in fester Form in geeigneten Kühlbehältern bereitgestellt
und in eine Druckluftströmung
eindosiert wird. Die Druckluft und der als Strahlmittel dienende
Trockenschnee werden dann gemeinsam über einen Druckschlauch abgeben,
der die Strahlanlage mit der Strahldüse verbindet. Strahlvorrichtungen
und -verfahren dieser Art erfordern jedoch einen hohen Installationsaufwand
und entsprechend hohe Anlagekosten sowie einen hohen Aufwand für die Bevorratung
des Trockenschnees.
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Aufgabe der Erfindung ist es deshalb,
Strahlverfahren und Strahlvorrichtungen zu schaffen, mit denen bei
geringem Aufwand hohe Strahlleistungen und eine hohe Reinigungswirkung
erzielbar sind.
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Diese Aufgabe wird mit den in den
unabhängigen
Patentansprüchen
angegebenen Merkmalen gelöst.
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Erfindungsgemäß wird bei einem Verfahren der
eingangs genannten Art das CO2 aus der Zuleitung über einen
erweiterten Entspannungsraum in die Strahlleitung eingeleitet.
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Überraschend
hat sich gezeigt, daß durch geeignete
Dimensionierung des Entspannungsraumes und/oder durch geeignete
Verfahrensführung die
Entstehung großer
Mengen an Trockenschnee mit hoher Reinigungswirksamkeit erreicht
werden kann. Dabei lassen sich insbesondere auch hohe Volumenleistungen
von 0,75 bis 10 m3/min oder mehr erzielen,
so daß auch
größere oder
stark verunreinigte Oberflächen
effizient gereinigt werden können.
Da der als Strahlmittel dienende Trockenschnee erst unmittelbar
bei Anwendung des Strahlverfahrens aus flüssigem CO2 erzeugt
wird, lassen sich die bisher erforderlichen hohen Kosten für die Strahlanlagen
und die für
die Bereitstellung des Trockenschnees einsparen.
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Gemäß einer Ausführungsform
wird die Entstehung von stark abrasivem Trockenschnee oder Trockeneis
einfach dadurch erreicht, daß der
Entspannungsraum ein hinreichend großes Volumen aufweist. In Versuchen
konnte durch Vergrößerung des
Entspannungsraumes unter sonst gleichen Bedingungen eine Vervielfachung
der Reinigungswirkung erreicht werden. Dieses überraschende Phänomen ist
vermutlich darauf zurückzuführen, daß es in dem
größeren Entspannungsraum
zwischen der Mündung
der Zuleitung und der Einspeisungsstelle in die Strahlleitung zu
einer vorübergehenden
Abnahme der Strömungsgeschwindigkeit
und damit zu einer Zunahme der Partikeldichte kommt, so daß die zunächst bei
der Entspannung fein zerstäubten
Trockenschnee-Partikel zu größeren Partikeln
agglomerieren oder kondensieren, bevor sie von der Strömung des
Trägergases
mitgerissen werden. Auf diese Weise entstehen Trockenschnee-Partikel
mit größerer Masse,
die dann aufgrund ihrer höheren
kinetischen Energie eine hohe Reinigungswirkung entfalten.
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Für
das Volumen V des Entspannungsraumes bezogen auf die Querschnittsfläche A der
Zuleitung für
das flüssige
CO2 sollte dann die Beziehung gelten:
V1/3/A1/2 > 3 oder vorzugsweise
V1/3/A1/2 > 10.
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Alternativ kann das Volumen V des
Entspannungsraumes auch auf den Durchsatz φ an flüssigem CO2 bezogen
werden. In diesem Fall sollte gelten:
V/φ > 0,2 m3 s/kg,
vorzugsweise V/φ > 0.6 m3 s/kg.
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Das Verfahren ist auch bei kleinerem
Volumen des Entspannungsraumes durchführbar, wenn das kleinere Volumen
durch einen höheren
Druck und entsprechend einen größeren Durchsatz
des Trägergases
kompensiert wird und/oder wenn der Entspannungsraum eine ausreichende
Länge hat, beispielsweise
eine Länge
von mindestens 15 oder 30 mm.
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Als ein wesentlicher Faktor für die Entstehung
von stark abasiven Trockeneispartikeln wird die in dem Entspannungsraum
herrschende Temperatur angesehen. Diese Temperatur sollte möglichst
niedrig sein, vorzugsweise unter –40°C. Wenn das erfindungsgemäße Verfahren
mit einem hinreichend hohen Trägergasdurchsatz
durchgeführt
wird (z. B. 0,75 m3/min) und wenn der Durchsatz
an flüssigem
CO2 in einem optimalen Verhältnis zum
Luftdurchsatz steht, beispielsweise in der Größenordnung von 0,1 bis 0,4 kg
CO2 pro Kubikmeter Trägergas Volumen unter Atmosphärendruck),
ist die durch Verdampfung von CO2 entstehende
Kühlwirkung
offenbar so groß,
daß der
Entspannungsraum auf einer hinreichend niedrigen Temperatur gehalten
wird.
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Durch eine gute Wärmeisolierung des Entspannungsraumes
kann die Kühlwirkung
effizienter genutzt und somit eine noch tiefere Temperatur im Entspannungsraum
erreicht und/oder das Entspannungsvolumen verringert werden. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
des Verfahrens wird deshalb der Entspannungsraum thermisch gegenüber der Umgebung
isoliert, so daß sich
die gewünschte
hohe Reinigungswirkung auch bei kleinem Entspannungsraumvolumen
und kleinen Durchsätzen
erzielen läßt. Dabei
erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Zuleitung für das flüssige CO2 ebenfalls thermisch gegenüber der
Umgebung isoliert ist und mit den Wänden des Entspannungsraumes
in gutem thermischen Kontakt steht (z. B. durch einen Wärmetauscher),
so daß schon
in der Zuleitung eine gewisse Vorkühlung des flüssigen CO2 stattfindet.
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In Experimenten wurde beobachtet,
daß sich an
den Wänden
des Entspannungsraumes und/oder an den Wänden der Strahlleitung, gegebenenfalls
bis in die Strahldüse
hinein, schon nach kurzer Betriebsdauer eine verhältnismäßig feste
Kruste aus Trockeneis ablagert. Diese Trockeneiskruste verstärkt die
thermische Isolierung und Kühlung
des Entspannungsraumes und kann auch direkt an der Entstehung verhältnismäßig grobkörniger und
harter Trockeneispartikel mit entsprechend hoher Reinigungswirkung
beteiligt sein. Wenn der durch die Entspannung des flüssigen CO2 zunächst
entstehende Trockenschnee verwirbelt wird, prallt er mit hoher Geschwindigkeit
auf die Wände
des Entspannungsraumes und/oder der Strahlleitung, so daß sich dort
die erwähnte,
relativ stark verdichtete Kruste aufbaut. Andererseits bewirkt die
Wärmezufuhr über die
Wände des
Entspannungsraumes und der Strahlleitung und die dadurch eintretende
Sublimation des CO2 eine Lockerung der Kruste.
Insgesamt erhält
die Kruste so eine inhomogene, körnige
und relativ brüchige
Struktur, mit der Folge, daß durch
das mit hoher Geschwindigkeit vorbeiströmende Trägergas ständig grobe Trockeneispartikel
von der Kruste abgelöst
werden und einen Bestandteil des Strahlmittels bilden.
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Die erwünschte Entstehung einer solchen Trockeneiskruste
kann durch das Vorhandensein von Störkanten im Strömungsweg
und durch die dadurch eintretende Verwirbelung des Trockenschnees
herbeigeführt
oder unterstützt
werden. Gemäß einer weiteren
Ausführungsform
der Erfindung weist deshalb die Strahlvorrichtung mindestens eine
Störkante im
Strömungsweg
zwischen der Einmündungsstelle der
Zuleitung für
das flüssige
CO2 und der Strahldüse auf. Diese Störkante kann
z. B. an der Übergangsstelle
zwischen dem Entspannungsraum und der Strahlleitung gebildet werden,
wenn der Entspannungsraum seitlich in die Strahlleitung mündet. Weiterhin
können
solche Störkanten
auch durch ein Innengewinde in einem den Entspannungsraum bildenden
Rohrstutzen oder durch feste oder bewegliche Einbauten wie ein Flügelrad,
eine Schnecke oder dergleichen im Entspannungsraum gebildet werden.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen und
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn
der Entspannungsraum unter ei nem Winkel von etwa 10 bis 90°, vorzugsweise
20 bis 45°,
in Strömungsrichtung
in die geradlinig durchgehende Strömungsleitung mündet. Bei
dieser Konfiguration wird durch die Strömung des Trägergases eine gewisse Sogwirkung
erzielt, und der Trockenschnee wird schonend in die in der Strahlleitung
herrschende Strömungsrichtung
umgelenkt. Da die Strömung
des Trägergases
in der Strahlleitung eine Komponente quer zur Längsrichtung des Entspannungsraumes hat,
ist zu erwarten, daß sich
zumindest im stromabwärtigen
Bereich des Entspannungsraumes ein Wirbel bildet, der die Verweilzeit
des Trockenschnees im Entspannungsraum verlängert und damit die Agglomeration
bzw. das Wachstum der Partikel bzw. der Trockeneiskruste begünstigt.
Bei kleinerem Durchmesser der Strahlleitung ist der Eintrittswinkel
vorzugsweise spitzer, damit das Trockeneis nicht auf die gegenüberliegende
Wand der Strahlleitung prallt.
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In einer zweckmäßigen Ausführungsform liegt die Einmündungsstelle
des Entspannungsraumes in der Strahlleitung in geringem Abstand
stromaufwärts
der Strahldüse.
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Die Strahldüse weist vorzugsweise eine Engstelle
auf, so daß das
Trägergas
und das Strahlmittel auf hohe Geschwindigkeit beschleunigt werden.
Besonders bevorzugt ist die Ausbildung der Strahldüse als Laval-Düse, in der
eine Beschleunigung annähernd
Schallgeschwindigkeit oder Überschallgeschwindigkeit
erreicht wird. Der Abstand zwischen der Mündung des Entspannungsraumes
in die Strahlleitung und Engstelle der Strahldüse (14) sollte vorzugsweise
größer sein
als der Durchmesser der Strahlleitung.
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Bei der Dimensionierung der Laval-Düse ist zu
berücksichtigen,
daß durch
die Zufuhr von Trockeneis unmittelbar stromaufwärts der Düse die Temperatur des Mediums
verringert und seine Dichte vergrößert wird, wodurch sich der
Arbeitspunkt der Laval-Düse
verschiebt. Um eine optimale Reinigungswirkung zu erzielen, sollte
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
der Querschnitt der Engstelle der Laval-Düse größer gewählt werden als in dem Fall,
daß das
Medium mit gleichem Druck und Durchsatz ausschließlich über die
Strahlleitung zugeführt
wird. Außerdem
wird durch die Sublimation von Trockenschnee das Gasvolumen vergrößert und
eine Beschleunigung der Strömung
vor, in oder hinter der Engstelle der Düse erreicht. Je nach Druckverhältnissen
können
auch Tropfen aus flüssigem
CO2 in die Strahlleitung oder die Strahldüse gelangen
und erst dort verdampen. Die Position, an der diese Vedampfung und/oder
Sublima tion stattfindet, läßt sich
durch Regulieren der Trägergasströmung so
einstellen, daß eine
optimale Strahlgeschwindigkeit erreicht wird.
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Wenn der Durchsatz des Trägergases
zu groß ist,
so daß sich
vor der Strahldüse
ein hoher Staudruck aufbaut, nimmt die Menge und die Reinigungswirksamkeit
des erzeugten Trockenschnees ab. Deshalb ist es zweckmäßig, in
der Strahlleitung stromaufwärts
der Einmündungsstelle
des Entspannungsraumes ein Drosselventil vorzusehen, mit dem sich
der Durchsatz des Trägergases
optimal einstellen läßt. Vorzugsweise
ist auch in der Zuleitung für das
flüssige
CO2 unmittelbar am Eintritt in die Strahlvorrichtung
ein Dosierventil vorgesehen, so daß sich das Durchsatzverhältnis von
Trägergas
und CO2 unmittelbar an der Strahlvorrichtung
einstellen läßt.
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All die vorgenannten Maßnahmen
können zweckmäßig miteinander
kombiniert werden.
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Bei einer vorteilhaften Weiterbildung
des Verfahrens wird in die Trägergasströmung und/oder in
den Entspannungsraum eine geringe Menge an Wasser oder eines anderen
festen oder flüssigen Strahlmittels
(z. B. feste Trockeneis-Pellets) eindosiert, um den Reinigungseffekt
weiter zu steigern.
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Im folgenden werden Ausführungsbeispiele anhand
der Zeichnung näher
erläutert.
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Es zeigen:
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1 einen
Schnitt durch eine Strahlvorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
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2 einen
Schnitt durch eine Strahlvorrichtung gemäß einem abgewandelten Ausführungsbeispiel;
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3 eine
Detailvergrößerung zu 2; und
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4 einen
schematischen Schnitt durch eine sich stufenweise verjüngende Strahlleitung.
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Gemäß 1 wird eine Strahlleitung 10 durch
ein gerades zylindrisches Rohr gebildet, das einen Innendurchmesser
DL von 39 mm hat. Ein Einlaß 12 der
Strahlleitung ist mit einem nicht gezeigten Kompressor verbunden, über den
Druckluft mit einem Druck von beispielsweise 1,1 MPa zugeführt wird.
An die Mündung
der Strahlleitung 10 ist eine als Laval-Düse ausgebildete
Strahldüse 14 angekuppelt. Diese
Strahldüse
hat einen konvergierenden Abschnitt 16, dessen Innendurchmesser
von 32 mm am stromaufwärtigen
Ende auf 12,5 mm an einer Engstelle 18 abnimmt, und einen
divergenten Abschnitt 20, dessen Innendurchmesser von der
Engstelle 18 aus auf 19 mm am stromabwärtigen Ende zunimmt. Die Gesamtlänge LL der
Strahldüse
beträgt
224 mm. Die Länge
LC des konvergierenden Abschnitts 16 beträgt 83 mm.
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Eine Verbindungsmuffe 22 zwischen
der Strahlleitung 10 und der Laval-Düse 14 hat einen Innendurchmesser
von etwa 32 mm, entsprechend dem Einlaßdurchmesser der Strahldüse.
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Unmittelbar stromaufwärts der
Verbindungsmuffe 22 weist das die Strahlleitung 10 bildende
Rohr einen Abzweig 24 auf, der unter einem Winkel von 45° in Strömungsrichtung
in die Strahlleitung 10 mündet. Der Abstand D zwischen
dem Abzweig 24 und der Einlaßöffnung der Strahldüse 14 beträgt etwa
66 mm. Stromaufwärts
des Abzweigs 24 ist in der Strahlleitung 10 ein
Drosselventil 26, beispielsweise ein Kugelhahn, angeordnet.
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In den Abzweig 24 ist ein
rohrförmiges Übergangsstück 28 eingeschraubt,
dessen freies Ende über
ein Reduzierstück 30 mit
einer flexiblen Zuleitung 32 für flüssiges CO2 verbunden
ist.
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Die Zuleitung 32 ist an
eine nicht gezeigte Druckflasche angeschlossen, die einen Vorrat
an CO2 unter einem solchen Druck hält, daß das CO2 bei Umgebungstemperatur flüssig bleibt.
Dieser Druck beträgt
beispielsweise bei einer Umgebungstemperatur von 20° C etwa 5,5
MPa. Die Zuleitung 32 hat einen Innendurchmesser von 3
mm. Das flüssige CO2 strömt
aufgrund des Druckgefälles,
ohne das irgendwelche Fördereinrichtungen
erforderlich sind, über
die Zuleitung 32 aus. Der Durchsatz wird dabei durch den
geringen Querschnitt der Zuleitung 32 begrenzt.
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Das Übergangsstück 28 bildet einen
Entspannungsraum 34, der zwei zylindrische Abschnitte 36, 38 mit
unterschiedlichen Durchmessern aufweist. Der stromaufwärtige Abschnitt 36,
der sich unmittelbar an die Zuleitung 32 anschließt, hat
einen Innendurchmesser DC1 von 20 mm und eine Länge L1 von 85 mm. Über einen
kurzen konischen Abschnitt schließt sich der stromabwärtige Abschnitt 38 mit
einem Innendurchmesser DC2 von 32 mm und einer Länge L2 von 105 mm an. Die Gesamtlänge LE des Entspannungsraumes 34 beträgt somit
190 mm. Der Abzweig 24 hat einen Innendurchmesser DC3 von
39 mm, übereinstimmend
mit dem Innendurchmesser DL der Strahlleitung 10.
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An der Stelle, an der die Zuleitung 32 im
Reduzierstück 30 in
den Entspannungsraum 34 mündet, kann sich das flüssige CO2 schlagartig entspannen. Dabei wird ein
Teil des CO2 verdampft. Durch die Verdampfung
und durch die Druckentlastung kommt es zu einer Abkühlung, so
daß ein
anderer Teil des flüssigen
CO2, der beim Eintritt in den Entspannungsraum
fein zerstäubt
wird, zu feinen Trockenschnee-Partikeln kondensiert. Da die Querschnittsfläche des
stromaufwärtigen
Abschnitts 36 des Entspannungsraumes 34 etwa das
44-fache der Querschnittsfläche
der Zuleitung 32 beträgt,
durchströmt
das Gemisch aus gasförmigem
CO2 und Trockenschnee den stromaufwärtigen Abschnitt 36 des Entspannungsraumes
mit mäßiger Geschwindigkeit. Bei
Eintritt in den stromabwärtigen
Abschnitt 38 wird die Geschwindigkeit weiter reduziert.
Auf ihrem Weg durch den verhältnismäßen langen
Entspannungsraum 34 können
sich die feinen Trockeneis-Partikel zu größeren Partikeln zusammenballen
(Agglomeration). Da bei Eintritt in den stromabwärtigen Abschnitt 38 die
Strömungsgeschwindigkeit
abnimmt und entsprechend der dynamische Druck zunimmt, können die
Partikel zum Teil auch durch Rekondensation von gasförmigem CO2 wachsen. Bei Eintritt in den nochmals erweiterten
Abzweig 24 haben sich daher relativ große Trockenschnee-Partikel gebildet,
die nun durch die Sogwirkung der durch die Strahlleitung 10 strömenden Druckluft
abgesaugt und zur Strahldüse 14 mitgenommen
werden. In der Strahldüse 14 werden
die Druckluft und der Trockenschnee auf hohe Geschwindigkeit, eventuell Überschallgeschwindigkeit
beschleunigt, so daß ein
Strahl mit hoher Reinigungswirkung aus der Strahldüse austritt.
Wenn dieser Strahl auf eine zu reinigende Oberfläche gerichtet wird, wirkt der
Trockenschnee als Strahlmittel, mit dem die Oberfläche effizient
gereinigt werden kann.
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In Versuchen hat sich gezeigt, daß die Reinigungswirkung
des in dieser Weise erzeugten Strahls von der Dimensionierung des
Entspannungsraumes 34 und vom Durchsatz der Druckluft durch
die Strahlleitung 10 abhängt. Ohne Ent spannungsraum
ergibt sich eine deutlich verringerte Reinigungswirkung. Ebenso
nimmt die Reinigunswirkung drastisch ab, wenn der Durchsatz der
Druckluft durch die Strahlleitung 10 zu groß ist. Deshalb
wird mit Hilfe des Drosselventils 26 der Durchsatz so dosiert,
daß eine
optimale Erzeugung von Trockenschnee und eine optimale Reinigungswirkung
erzielt werden.
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Das beschriebene Ausführungsbeispiel
läßt sich
in vielfältiger
Weise abwandeln.
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Beispielsweise ist es möglich, anstelle
einer geraden Strahlleitung 10 eine abgewinkelte Strahlleitung
zu verwenden, so daß der
Entspannungsraum und der stromaufwärtige Abschnitt der Strahlleitung symmetrisch
in den stromabwärtigen
Abschnitt der Strahlleitung münden.
Denkbar ist auch eine Anordnung, bei der die Strahlleitung 10 zu
einem Ringraum erweitert ist, die den Entspannungsraum koaxial aufnimmt.
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In einer anderen Ausführungsform
kann zwischen der Stelle, an der der Entspannungsraum in die Strahlleitung
mündet,
und der Strahldüse 14 noch ein
längerer
Schlauchabschnitt vorgesehen sein.
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Um größere Mengen an Trockenschnee
zu erzeugen, ist es möglich,
mehrere Zuleitungen 32 über
jeweilige Entspannungsräume
in die Strahlleitung 10 münden zu lassen. Die Einmündungen
der Entspannungsräume
in die Strahlleitung können
dabei auf dem Umfang der Strahlleitung verteilt und/oder in Axialrichtung
versetzt sein. Weiterhin ist es möglich, mehrere Zuleitungen 32 in
einen gemeinsamen Entspannungsraum münden zu lassen.
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Über
die Strahlleitung 10 kann anstelle von Druckluft auch ein
anderes Trägergas
zugeführt
werden. Diesem Trägergas
oder der Druckluft kann auch ein anderes Strahlmittel zugesetzt
sein. Ebenso ist es denkbar, zusätzliche
feste oder flüssige
Strahlmittel über
seitliche Zuführungen
in die Strahlleitung stromaufwärts
oder stromabwärts
des Abzweigs 24 oder gegebenenfalls auch in den Entspannungsraum 34 münden zu
lassen.
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2 zeigt
eine Strahlvorrichtung gemäß einem
abgewandelten Ausführungsbeispiel.
Hier wird der Entspannungsraum 34 nur durch das Innere
des Abzweigs 24 gebildet. Dieser Abzweig hat ein Innengewinde 40,
in den das Reduzierstück 30 eingeschraubt
ist. In der Zuleitung 32 ist in geringem Abstand stromaufwärts des
Reduzierstücks 30 ein
Dosierventil 42 angeordnet, mit dem sich der Durchsatz an
flüssigem
CO2 einstellen läßt. Als günstig hat sich eine Einstellung
erwiesen, bei der der Durchsatz an flüssigem CO2 etwa
0,1 bis 0,3 kg pro Kubikmeter Trägergas
(Luft) beträgt
(der Trägergasdurchsatz
bezieht sich auf das Trägergasvolumen
unter Atmosphärendruck).
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Der Teil der Strahlleitung 10,
der den Abzweig 24 enthält,
und der sich unmittelbar an das Reduzierstück 30 anschließende Abschnitt
der Zuleitung 32 sind in eine Umhüllung 44 aus wärmeisolierendem
Material eingebettet, die in der Zeichnung strichpunktiert angedeutet
ist. Hierdurch wird zum einen die Handhabung der als Stahlpistole
ausgebildeten Strahlvorrichtung erleichtert und zum anderen die thermische
Isolierung des Entspannungsraumes 34 und des sich daran
anschließenden
Abschnitts der Zuleitung verbessert, so daß eine niedrigere Temperatur
im Entspannungsraum erreicht wird.
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In 3 ist
der Abzweig 24 vergrößert dargestellt.
Man erkennt, daß das
Innengewinde 40 über das
Reduzierstück 30 hinausreicht
und einen Teil der Innenwand des Entspannungsraumes 34 bildet.
Der Strömungsweg
für den
Trockenschnee von der Mündung
der Zuleitung 32 bis in die Strahlleitung 10 wird durch
eine Anzahl von Störkanten
begrenzt. Eine erste Störkante
wird unmittelbar durch die abrupte Querschnittserweiterung von der
Zuleitung 32 auf den Innenquerschnitt des Entspannungsraumes 34 an
der Innenfläche
des Reduzierstücks 30 gebildet.
Weitere Störkanten
befinden sich an der Einmündungsstelle des
Abzweigs 24 in die Strahlleitung 10. Schließlich wirken
auch die Gewindegänge
des Innengewindes 40 als Störkanten. Diese Störkanten
bewirken eine Verwirbelung des Trockenschnees, der sich im Entspannungsraum 34 bildet,
und insbesondere das Innengewinde 40 begünstigt das
Anhaften des Trockenschnees an den Wänden des Abzweigs 24,
so daß sich
im Entspannungsraum und teilweise auch in der Strahlleitung 10 eine
verhältnismäßig kompakte, jedoch
brüchige
Kruste 46 aus Trockeneis bildet. Das aus der Zuleitung 34 verdüste und
dabei verdampfende CO2 bahnt sich einen
Weg durch die Trockeneiskruste. Dadurch und durch das Trägergas,
das in der Strahlleitung 10 mit hoher Geschwindigkeit an der
Kruste 46 aus Trockeneis vorbeiströmt, werden ständig kleine
Partikel aus Trockeneis aus der Kruste herausgelöst. Diese verhältnismäßig grobkörnigen und
festen Partikel bilden dann ein sehr wirksames Strahlmittel, durch
daß eine
hohe Reinigungswirkung der Strahlvorrichtung erreicht wird. Diese
Trockeneispartikel können
auch auf dem Weg durch die Strahldüse 14 noch weiter
anwachsen, da sie dort von dem Trägergas umströmt und beschleunigt
werden, das feinere Trockenschnee-Partikel enthält. Der genaue Ort, an dem
die Agglomeration des Trockeneises und die Bildung der Kruste 46 stattfindet,
ist von den jeweiligen Verfahrensbedingungen abhängig und kann sich (in beiden
Richtungen) mehr oder weniger tief in die Strahlleitung 10 und
gegebenenfalls die Strahldüse 14 verlagern.
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Der Entspannungsraum 34 hat
im gezeigten Beispiel den gleichen Innendurchmesser wie die Strahlleitung 10,
kann jedoch wahlweise auch einen kleineren Innendurchmesser haben.
Auch der Winkel, unter dem der Abzweig 24 in die Strahlleitung 10 mündet, kann
variiert werden, vorzugsweise im Bereich zwischen 20 und 45°.
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Bei dem in 2 gezeigten Beispiel beträgt die Länge LE des
Entspannungsraumes (auf der Mittelachse gemessen) etwa 49 mm, und
der Durchmesser DC3 des Entpannungsraumes beträgt 32 mm. Der Entspannungsraum 34 hat
dann ein Volumen V von etwa 39 cm3. Wenn
die Zuleitung 32 einen Innenquerschnitt von etwa 7 mm2 hat, entsprechend einem Durchmesser von
3 mm, beträgt
das Verhältnis
V1/3/A1/2 etwa 12,8.
Der Luftdurchsatz durch die Strahlleitung 10 beträgt in der
Praxis vorzugsweise etwa 3 – 10
m3/min, mit einem Optimum bei etwa 4,5 m3/min. Bei einem Verhältnis CO2 zu
Luft von 0,3 kg/m3 betragen die entsprechenden
Durchsätze φ des CO2 etwa 0,0015 kg/s bis 0,05 kg/s bzw. 0,023 kg/s
für das
Optimum. Die entsprechenden Werte für das Verhältnis V/φ sind dann 0,0026 – 0,0008
m3 s/kg bzw. 0,0018 m3 s/kg
für das
Optimum. Die Engstelle 18 der Strahldüse 14 hat einen Durchmesser
von 13,1.
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Bei einer weiteren, nicht gezeigten
Ausführungsform
hat die Strahlleitung 10 einen kleineren Innendurchmesser
von 12,7 mm, der Durchmesser DC3 des Entspannungsraumes 34 beträgt ebenfalls 12,7
mm, und die Länge
LE des Entspannungsraumes beträgt
etwa 37 mm. In diesem Fall hat der Entspannungsraum ein Volumen
V von etwa 4,7 cm3. Der Luftdurchsatz liegt
dann bei vorzugsweise zwischen 1,5 und 2,5 m3/min.
Wenn das Verhältnis
von CO2 zu Luft wieder 0,3 kg/m3 beträgt, erhält man für das Verhältnis V/φ einen Wert
zwischen 0,00062 und 0,00037 m3 s/kg. Der
Wert V1/3/A1/2 beträgt in diesem Falle
etwa 6,3. Die Engstelle 18 der Strahldüse 14 hat in diesem
Fall einen vorzugsweise Durchmesser von 8 mm.
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Unter diesen Umständen kann stromabwärts der
Strahldüse 14 Überschallgeschwindigkeit
erreicht werden.
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Zur Geräuschminderung ist es zweckmäßig, an
der Mündung
der Strahldüse
einen Schalldämpfer anzubringen.
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Während
bei den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen
der Innenquerschnitt der Strahlleitung 10 im wesentlichen
konstant bleibt, sind auch Ausführungsformen
möglich,
bei denen dieser Innenquerschnitt variiert. Beispielsweise kann
sich der Innenquerschnitt der Strahlleitung in der in 4 gezeigten Weise in zwei
Stufen, jedoch mit fließenden Übergängen verengen.
Mögliche
Positionen für
den Abzweig 24 sind ebenfalls in 4 eingezeichnet.
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Wie aus den obigen Beispielen hervorgeht, sollte
der Entspannungsraum ein nicht zu kleines Volumen und insbesondere
eine nicht zu kleine Länge haben.
In einer derzeit als bevorzugt angesehenen Ausführungsform beträgt die Länge des
Entspannungsraumes 100 mm oder mehr.
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Während
in den gezeigten Beispielen die Zuleitung 32 einen Innendurchmesser
von 3 mm hat, sind auch Ausführungsformen
denkbar, bei denen die Zuleitung 32 stromaufwärts oder
vorzugsweise an der Einmündung
in den Entspannungsraum 34 eine Engstelle mit einem Durchmesser
auf von nur 1,0 oder 1,3 mm aufweist.
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Für
die Zufuhr des flüssigen
CO2 über
die Zuleitung 32 kann wahlweise auch ein Kalttank vorgesehen
sein, in dem das CO2 bei einer Temperatur
von etwa –20°C unter einem
Druck von weniger als 2,2 MPa, beispielsweise etwa 1,8 MPa, flüssig gehalten wird.