VERFAHREN ZUR FREIGABE EINER DATENÜBERTRAGUNG ZWISCHEN EINEM SCHREIB- /LESEGERÄT UND MINDESTENS EINEM MOBILEN DATENSPEICHER
Verfahren zur Freigabe einer Datenübertragung zwischen einem Schreib-/Lesegerät und mindestens einem mobilen Datenspei- eher, sowie Schreib-/Lesegerät und Identifikationssystem für ein derartiges Verfahren
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Freigabe einer Datenübertragung zwischen einem Schreib-/Lesegerät und indes- tens einem mobilen Datenspeicher, insbesondere in einem Identifikationssystem mit mindestens einem an Objekten angebrachten mobilen Datenspeicher zur Erfassung von objektbezogenen Zustande- und/oder Prozessdaten z.B. in einem Versand-, Transport- und/ oder Fertigungssystem der einzelnen Objekte.
Als Stand der Technik sind Identifikationssysteme bekannt, die ein oder mehrere stationäre Schreib-/Lesegeräte enthalten, welche Daten mit mobilen Datenspeichern über eine in der Regel auf Funk basierenden Datenübertragungsstrecke berüh- rungslos austauschen. Derartige Systeme werden in technischen Einrichtungen eingesetzt, in welchen eine Vielzahl von Objekten bzw. Güter möglichst schnell und frei bewegt werden müssen. Die Objekte können dabei unterschiedlichster Art sein, z.B. Pakete in einer Versandeinrichtung, Montageteile in ei- ner Fertigungsanlage, Gepäckstücke in einem Transportsystem und vieles mehr.
Ein Beispiel für ein derartiges Identifikationssystem ist im ISO-18000-4-MOD3-Standard mit dem Titel „Radio-frequency Identification Standard for Item Management - Air Interface" beschrieben.
In der Norm ist vorgesehen, dass durch das Schreib-/Lesegerät eine Abfrage auf Vorhandensein eines mobilen Datenspeichers im Erfassungsbereich erfolgt. Dazu sendet das Schreib-ZLesegerat ein unmoduliertes erstes Trägersignal mit einer festgelegten Trägerfrequenz, z.B. mit einer Frequenz von 2,45 GHz
aus. Dieses Trägersignal kann passiv von einem im Empfangsbereich befindlichen mobilen Datenspeicher z.B. durch sog. „Back-Scattering" zum Schreib-/Lesegerät zurückgesendet werden.
Unabhängig davon moduliert der mobile Datenspeicher die Impedanz oder die Trägerphase einer im mobilen Datenspeicher integrierten Sende-/Empfangsantenne in zyklischen Sequenzen mit einer signifikanten Erkennungssequenz zur Identifizierung des mobilen Datenspeichers bei einem Schreib-/Lesegerät . Ist das zurückgesendete und mit der Erkennungssequenz modulierte erste Trägersignal vom Schreib-/Lesegerät empfangbar und als gültig erkannt worden, so legt dieses ein weiteres Trägersignal an. Mit dem Anlegen des zweiten Trägersignals signali- siert das Schreib-/Lesegerät dem mobilen Datenspeicher, dass eine Datenübertragung folgen wird. Das zweite Trägersignal ist daher für die Datenübertragung moduliert. Dieses Trägersignal wird vom mobilen Datenspeicher zyklisch und in kurzen Abständen auf ein Vorhandensein abgefragt. Ist dies der Fall, so kann der mobile Datenspeicher den Datenempfänger für die folgende Datenübertragung einschalten.
Beim Betrieb von zwei oder mehreren, insbesondere von nahe zueinander angeordneten Schreib-/Lesegeräten und mobilen Da- tenspeichern, wie z.B. bei benachbarten Fertigungsstraßen, tritt das Problem auf, dass unerwünschte Störeinflüsse durch fehlende Unterscheidung benachbarter Schreib-/Lesegeräte und mobiler Datenspeicher auftreten. Störeinflüsse können z.B. Überreichweiten des Empfangsbereichs eines Schreib-/Lesege- räts sein bedingt durch metallische Flächen im Bereich der
Fertigungsstraße. Dadurch ist es z.B. möglich, dass es zu einer unerwünschten Datenübertragung zwischen dem Schreib-ZLesegerat der ersten Fertigungsstraße und einem mobilen Datenspeicher der zweiten Fertigungsstraße kommt. Die Folge davon können Störungen im Fertigungsverlauf oder in der Logistik der Fertigung sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Freigabe einer Datenübertragung zwischen einem Schreib-ZLesegerat und mindestens einem mobilen Datenspeicher anzubieten. Ferner sollen ein Schreib-ZLesegerat und ein Identifikationssystem für ein derartiges Verfahren angeboten werden.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Verfahrensvarianten werden in den Unteransprüchen 2 bis 9 beschrieben.
Das Verfahren kann weiterhin vorteilhaft in einem Identifikationssystem mit mindestens einem an Objekten angebrachten mobilen Datenspeicher zur Erfassung von objektbezogenen ZuStands- undZoder Prozessdaten betrieben werden.
Für das Schreib-ZLesegerat wird die Aufgabe . durch die Merkmale des -Patentanspruchs 10 und für das Identifikationssystem durch die Merkmale des Patentanspruchs 11 gelöst.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren zur Freigabe einer Datenübertragung zwischen einem Schreib-ZLesegerat und mindestens einem mobilen Datenspeicher wird in zumindest einem Übertragungskanal mit mehreren Kanälen ein sinusförmiges und zyklisch wiederholtes HF-Trägersignal erzeugt und dann gesendet. Das HF-Trägersignal wird dabei in einem Frequenzband linear zwischen einer unteren und oberen Frequenz des Frequenzbandes frequenzmoduliert. Anschließend wird ein vom jeweiligen mobilen Datenspeicher reflektiertes HF-Trägersignal empfangen und mit dem erzeugten HF-Trägersignal im Schreib-ZLesegerat zu einem Frequenzdifferenzsignal vermischt. Es wird dann ein Abstandswert ermittelt, der den Abstand zwischen Schreib-ZLesegerat und jeweiligem mobilen Datenspeicher repräsentiert. Der Abstandswert wird dabei aus dem Verhältnis von der aktuellen Frequenzdifferenz im Frequenzdifferenzsignal zum Frequenzband des HF-Trägersignals gebildet. Es wird schließlich ein Freigabesignal zur Datenübertragung zwischen dem Schreib-ZLesegerat und dem jeweiligen mobilen Datenspeicher gebildet,
falls der Abstandswert kleiner als ein vorgebbarer Grenzwert ist.
Hierdurch wird insbesondere bei nahe zueinander angeordneten Schreib-ZLesegeräten und mobilen Datenspeichern eine Abstandsbestimmung zwischen einzelnen Schreib-ZLesegeräten und mobilen Datenspeichern ermöglicht. Damit können Schreib-ZLe- segeräte und mobile Datenspeicher mit geringerem Abstand zueinander installiert werden, ohne dass unerwünschte Störein- flüsse durch fehlende Unterscheidung benachbarter Schreib- ZLesegeräte und mobiler Datenspeicher auftreten.
Nach einer vorteilhaften Verf hrensvariante wird das vermischte Frequenzdifferenzsignal nachfolgend integriert. Die zeitliche Integration wirkt dabei wie eine Filterung, welche eine Erhöhung des SignalZRauschabstands ermöglicht. Mit den reflektierten Signalen mit unterschiedlicher Phasenlage kann dann eine Abstandsbestimmung durchgeführt werden, wobei solche Verfahren mit Signalen unterschiedlicher Frequenzen und deren Auswertung hinsichtlich ihrer Phasenlage an sich bekannt ist.
Vorteilhafterweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ein Freigabesignal erst dann gebildet, falls eine vom jewei- ligen mobilen Datenspeicher im reflektierten HF-Signal empfangene modulierte Datenspeicherkennung als gültig erkannt worden ist. Nicht für das jeweilige Schreib-ZLesegerat bestimmte mobile Datenspeicher werden folglich nicht weiter berücksichtigt. Es kann dann im Anschluss die nachfolgende ei- gentliche Nutzinformation aus dem mobilen Datenspeicher ausgelesen werden. Wie eingangs beschrieben, erfolgt die Modulation der Datenspeicherkennung und der Nutzinformation mittels des Backscatter-Verfahrens .
Im Falle einer gültigen Datenspeicherkennung wird erfindungsgemäß ein weiteres und datenmoduliertes HF-Trägersignal zur Datenübertragung vom Schreib-ZLesegerat zum jeweiligen mobi-
len Datenspeicher erzeugt und gesendet, falls es sich gemäß der Datenträgerkennung um einen mobilen Datenspeicher handelt, welcher auch Daten empfangen und speichern kann.
Nach einer vorteilhaften Verfahrensvariante wird die Abstandsmessung in einem Übertragungskanal mit vier Kanälen durchgeführt. Dabei werden auf den einzelnen Kanälen Signale unterschiedlicher Frequenzen ausgesendet.
Vorteilhafterweise ist das erfindungsgemäße Verfahren zur
Freigabe einer Datenübertragung an das Übertragungsverfahren ISO-18000-4-MOD3-Standard angelehnt und übernimmt unter Modifikation zumindest einen dort vorhandenen Kanal.
Unter Anpassung des ISO-18000-4-MOD3-Standard kann der Übertragungskanal dem Notification-Channel des ISO-18000-4-MOD3- Standards entsprechen. U.U. kann dazu auch zumindest ein Kanal des Communication-Channel entsprechend dem o.g. Standard herangezogen werden.
Bei der jeweiligen Zuordnung können die Kanäle des Übertragungskanals R2-Kanäle im Notification-Channel des ISO-18000- 4 -MOD3-Standards sein.
Das erfindungsgemäße Schreib-ZLesegerat und das erfindungsgemäße Identifikationssystem dienen zur Anwendung des beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens und können somit zur Durchführung einer Freigabe einer Datenübertragung zwischen Schreib-ZLesegerat und mobilen Datenspeichern verwendet wer- den.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert. Dabei zeigt
FIG 1 : ein Beispiel für den Einsatz zweier Schreib-ZLese- geräte und mehrerer mobiler Datenspeicher an zwei benachbarten Fertigungsstraßen,
FIG 2 : eine beispielhafte Datenstruktur eines Übertragungskanals,
FIG 3 : ein beispielhaftes zyklisches und frequenzmodulier- tes HF-Trägersignal sowie ein zugehöriges reflektiertes HF-Trägersignal in einer gemeinsamen Darstellung, und
FIG 4 : einen beispielhaften Aufbau einer Radareinheit ei- nes Schreib-ZLesegeräts zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
FIG 1 zeigt ein Beispiel für den Einsatz zweier Schreib-ZLe- segeräte SLG1,SLG2 und mehrerer mobiler Datenspeicher DT1-DT6 an zwei benachbarten Fertigungsstraßen F1,F2. Die mobilen Datenspeicher DTl-DTβ können dabei z.B. an Wagen oder an Gütern zur Identifizierung derer befestigt sein. Weiterhin ist der jeweilige gewünschte Kommunikationsbereich KB1,KB2 mit dem zugehörigen Kommunikationsabstand DIST1,DIST2 der Schreib- ZLesegerät SLG1,SLG2 dargestellt. In diesem Fall stören sich die beiden Identifikationssysteme, bestehend aus den beiden Schreib-ZLesegeräten SLG1,SLG2 und den zugehörigen mobilen Datenspeichern DT1-DT6, nicht. Durch die beispielhaft eingangs genannten metallischen Flächen ist eine Verzerrung des Kommunikationsbereichs möglich. Dies ist im Beispiel der Figur dargestellt. Dazu ist strichliiert ein verzerrter Kommunikationsbereich VE1 des Schreib-ZLesegeräts SLG 1 zu sehen, in welchem der nicht erwünschte mobile Datenspeicher DT5 nun liegt .
FIG 2 zeigt einen beispielhaften Übertragungskanal eines mobilen Datenspeichers DT1-DT6, welcher in Anlehnung an den ISO-18000-4-MOD3-Standard dem 'Notification-Channel entspricht. Bei Durchführung einer Abstandsmessung sind nun ei- ner oder mehrere der Kanäle Kl bis K4 vorgesehen, die zur Abstandsmessung nach dem beschriebenen an sich bekannten Verfahren verwendet werden. Bei Anlehnung an die ISO-18000-4-
MOD3-Standard entsprechen diese Kanäle Kl bis K4 den R2-Kanä- len im Notification-Channel des ISO-18000-4 -MOD3 -Standards .
FIG 3 zeigt ein beispielhaftes zyklisches ZT und frequenzmo- duliertes HF-Trägersignal TS sowie ein zugehöriges reflektiertes HF-Trägersignal RS in einer gemeinsamen Darstellung in einem ZeitZFrequenz-Diagramm t,f. Die beiden HF-Signale TS,RS weisen dabei einen linearen verlaufenden Frequenzverlauf zwischen den beiden Frequenzen fl,f2 gemäß einer Säge- zahnkurve auf. Auf Basis des o.g. Standards kann z.B. der
Frequenzhub FH, d.h. die Differenz zwischen den beiden Frequenzen 80 MHz betragen, um eine ausreichende Genauigkeit für die Abstandsmessung zu realisieren. Die beiden Frequenzen fl,f2 selbst können dabei z.B. in einem Frequenzbereich von ca. 2,4 GHz bis 2,5 GHz liegen. Im Figur sind weiterhin die
Laufzeitdifferenz dT zwischen gesendetem TS und reflektiertem RS HF-Trägersignal sowie die für einen ausgewählten Zeitpunkt vorliegende Differenzfrequenz dF zu sehen.
FIG 4 zeigt einen beispielhaften Aufbau einer Radareinheit
RAD eines Schreib-ZLesegeräts SLGl zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Zur Erzeugung des sägezahnförmi- gen HF-Trägersignals TS dient ein Sägezahngenerator SG, welcher einen spannungsabhängigen Frequenzgenerator VCO ansteu- ert. Das erzeugte HF-Trägersignal TS wird dann über eine Sendeantenne ANT1 als elektromagnetische Welle TW abgesendet bzw. abgestrahlt. Diese „Radarwellen" können von einer Backs- catter-Antenne BSA eines in der Nähe befindlichen mobilen Datenspeichers DT1-DT6 passiv reflektiert bzw. zurückgestreut werden. Unabhängig davon moduliert der jeweilige mobile Datenspeicher DT1-DT6 seine Backscatter-Antenne BSA, um zyklisch Daten, wie z.B. die Datenspeicherkennung SIG, dem reflektierten HF-Trägersignal RS aufzumodulieren. Die zurückgestreuten „Radarwellen" RW werden von einer Empfangsantenne ANT2 des Schreib-ZLesegeräts SLGl als weiteres HF-Trägersignal RS empfangen und zugleich mit dem gerade für die Abstrah- lung bestimmten HF-Trägersignal TS mittels eines Mischers MIX
zu einem Frequenzdifferenzsignal FDS vermischt. Nachfolgend kann dieses Signal FDS noch von störenden Frequenzanteilen gefiltert FIL werden. Die im Frequenzdifferenzsignal FDS gebildete Differenzfrequenz dF ist dann proportional zur Sig- nallaufzeit dT zwischen abgestrahltem und reflektiertem HF- Trägersignal TS,RS. Somit ist Differenzfrequenz dF - verknüpft über die konstante Lichtgeschwindigkeit für die Ausbreitungsgeschwindigkeit der „Radarwellen" TW,RW - auch proportional zum Abstand DIST zwischen dem Schreib-ZLesegerat SLG und dem jeweiligen mobilen Datenspeicher DT1-DT6. Der rechnerisch nachgebildete Abstandswert DIS λ wird dann mit einem im Schreib-ZLesegerat SLGl hinterlegbaren Grenzwert GW mittels eines Komparators CMP verglichen. Ist der Abstandswert DIST kleiner als der Grenzwert GW oder mit anderen Worten liegt der jeweilige mobile Datenspeicher DT1-DT2 innerhalb eines zulässigen vorgebbaren Kommunikationsbereichs KB1, so wird ein Freigabesignal FG an die Signalverarbeitung SV des Schreib-ZLesegeräts SLG weitergeleitet. Die im Datensignal DS und vom mobilen Datenspeicher DT1-DT6 aufmodulier- ten Daten können dann nachfolgend weiterverarbeitet werden. Damit können die Schreib-ZLesegeräte SLG1,SLG2 und die mobilen Datenspeicher DTl-DTβ mit geringerem Abstand DIST1, DIST2 zueinander installiert werden, ohne dass unerwünschte Störeinflüsse durch fehlende Unterscheidung benachbarter Schreib- ZLesegeräte SLG1,SLG2 und mobiler Datenspeicher DTl-DTβ auftreten.