Vorrichtung zum automatischen Injizieren eines Wirkstoffes
Die Anmeldung betrifft eine Vorrichtung zum automatischen Injizieren eines Wirkstoffes, mit einem Behälter für den Wirkstoff, der mitsamt einer mit ihm verbundenen Injektionsnadel zwecks Einstechens der Injektionsnadel in einem Gehäuse verschiebbar ist, mit einem Spritzenkolben der zwecks Aus- schϋttens des Wirkstoffes im Behälter verschiebbar ist.
Vorrichtungen der eingangs genannten Art, so genannte Autoinjektoren, sind in vielerlei Ausführungen bekannt. Sie dienen insbesondere zur Verabreichung von Medikamenten, die sich der betroffene Patient selbst injiziert. Ein bisher nur unbefriedigend gelöstes Problem solcher Autoinjektoren besteht darin, dass der Patient nach dem durch ihn ausgelösten Einstechen der Injektionsnadel nicht weiss, wie lange das Ausschütten des Medikamentes dauert und wann er die Injektionsnadel wieder herausziehen kann. Eine mögliche Lösung dieses Problems besteht darin, ein von aussen sichtbares Anzeigeelement mit dem Spritzenkolben zu verbinden. Da aber der Spritzenkolben bereits vor dem Ausschütten des Medikamentes den für das Einstechen der Injektionsnadel erforderlichen Weg mitmacht, könnte ein direkt mit dem Spritzenkolben verbundenes Anzeigeelement leicht zu Fehlinterpretationen Anlass geben und/oder die Baulänge des Autoinjektors in unerwünschter weise erhöhen.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art vorzuschlagen, bei welcher von aussen eindeutig festgestellt werden kann, wann der Injektionsvorgang beendet ist und die keinen wesentlichen Einfluss auf die Baulänge des Autoinjektors hat.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Ver- schiebeweg einer von aussen sichtbaren Anzeige kleiner ist, als die gesamte Verschiebestrecke des Spritzenkolbens gegenüber dem Gehäuse. Diese Untersetzung bei der Übertragung des Weges des Spritzenkolbens auf die Anzeige erhöht die Gestaltungsfreiheit bei der Konstruktion der Anzeige, weil die Anzeige einen Weg zurücklegt, der nicht direkt vom Weg des Spritzenkolbens ab- hängig ist.
Nach einer Ausführungsart der Erfindung ist ein durch mindestens ein Federelement verschiebbarer Übertragungsteil vorhanden, der fähig ist, einen ersten Teilweg zum Einstechen der Injektionsnadel und einen zweiten Teilweg zum Ausschütten des Wirkstoffes auszuführen, das mindestens eine Federelement wirkt zwischen dem Übertragungsteil und einem Zwischenteil, mindestens ein weiteres Federelement wirkt zwischen dem Zwischenteil und einem mit dem Gehäuse unbeweglich verbundenen Stützteil und die Anzeige ist mit dem Zwischenteil verbunden. Durch diese Hintereinanderschaltung von mindestens zwei Federelementen unter Zwischenlage des Zwischenteils wird es möglich, den Weg der Anzeige praktisch frei zu gestalten, so dass beispielsweise Autoinjektoren gebaut werden können, mit denen verschiedene Spritzen, insbesondere Spritzen mit verschiedenen Mengen des Inhalts verwendet werden können und bei denen sich folglich auch der zum Ausschütten der in der Spritze vorhandenen Menge des Medikamentes erforderliche Weg des Spritzenkolbens ändern kann.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist eine Abdeckung vorgesehen, welche die Anzeige abdeckt, wenn der Übertragungsteil den ersten Teilweg ausführt. Dadurch ist die Anzeige erst vom beginn des Aus- schüttens an sichtbar und der Benutzer kann den Ausschüttgang beobachten, ohne durch eine Bewegung der Anzeige während des Einstechens der Injektionsnadel irritiert zu werden.
Nach einer weiteren besonderen Ausführungsart der Erfindung begrenzt ein Anschlag das Spannen der weiteren Feder auf eine maximale Federkraft und die Federn sind so dimensioniert, dass die maximale Federkraft der gespannten weiteren Feder der momentanen Federkraft der mindestens einen Feder nach dem Einstechen der Injektionsnadel und vor dem Ausschütten des Wirkstoffes entspricht. Dies hat zur Folge, dass sich der Zwischenteil nur während des zweiten Teilweges, also nur während des Ausschüttens des Wirkstoffes bewegt. Der Anschlag kann auch realisiert werden, indem die weitere Feder eine Druckfeder ist, die auf ihre Blocklänge zusammengedrückt wird.
Nach einer anderen Ausführungsart der Erfindung ist ein weiterer Anschlag vorgesehen, der auch das Entspannen der weiteren Feder begrenzt,
so dass der durch die Anzeige zurückgelegte Weg festgelegt ist. Dadurch wird erreicht, dass sich die Anzeige unabhängig von der Länge des zweiten Teilweges in einem definierten Bereich bewegt. Dies ermöglicht den Einsatz von Behältern mit unterschiedlichem Inhaltsvolumen.
Nach einer vorteilhaften Ausführungsart der Erfindung ist die Anzeige ringförmig ausgebildet. Dadurch ist die Anzeige rund um die Vorrichtung aus jeder Richtung sichtbar, so dass der Benutzer nicht auf die Drehlage der Vorrichtung achten muss, bevor er diese zur Injektion ansetzt.
Nach einer weiteren Ausführungsart der Erfindung sind die mindes- tens eine Feder und die weitere Feder koaxial angeordnet und liegen mindestens im gespannten Zustand mindestens teilweise teleskopartig ineinander. Dies ermöglicht eine Platz sparende Bauweise der Vorrichtung und verhindert insbesondere, dass diese durch die mit der Anzeigen zusammenwirkenden Federn unhandlich lang wird.
Eine andere Ausführungsart der Erfindung sieht vor, dass sich die
Anzeige im von der Injektionsnadel abgewandten hinteren Endbereich der Vorrichtung befindet. Diese Anordnung bietet eine gute Sichtbarkeit der Anzeige bei bequemer Handhabung der Vorrichtung, die üblicherweise während des Betriebes vom Benutzer mit einer Hand festgehalten wird. Das hintere Ende mit der Anzeige ragt in diesem Fall über die Hand des Benutzers hinaus.
Wenn gemäss einer weiteren Ausführungsart der Erfindung die Anzeige durch einen durchsichtigen oder durchscheinenden Teil von aussen sichtbar ist, erlaubt dies eine geschlossene Bauweise der Vorrichtung, insbesondere ohne Schlitze und dergleichen, so dass die auf diesem Gebiet üblichen hohen hygienischen Anforderungen erfüllt werden können.
Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend mit Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
Es zeigt:
Figur 1 einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungs- gemässen Autoinjektors in geladenem Zustand,
Figur 2 einen Längsschnitt durch den Autoinjektor in entsichertem Zustand, wobei die Schnittebene gegenüber Figur 1 um 90° gedreht ist,
Figur 3 einen Längsschnitt durch den Autoinjektor nach dem Einstechen der Injektionsnadel, wobei der Schnitt durch die gleiche Ebene geführt ist wie bei Figur 2,
Figur 4 einen Längsschnitt durch den Autoinjektor nach dem Ausschütten des Medikamentes, wobei der Schnitt durch die gleiche Ebene geführt ist wie bei den Figuren 2 und 3,
Figur 5 einen Längsschnitt durch den Autoinjektor nach dem Herausziehen der Injektionsnadel, wobei der Schnitt durch die gleiche Ebene geführt ist wie bei Figur 1 ,
Figuren 6A bis 6C eine erste Ausführungsart einer Anzeige und
Figuren 7A bis 7C eine zweite Ausführungsart einer Anzeige, wie sie in der anhand der Figuren 1 bis 5 erläuterten Ausführungsart des Autoinjektors eingebaut ist.
Der Autoinjektor besteht aus zwei Hauptkomponenten, nämlich dem Reservoirteil, in den Figuren links dargestellt, der eine gefüllte Spritze aufnimmt und dem Power-Pack, in den Figuren rechts dargestellt, in dem die zum automatischen Einstechen und Ausschütten der Spritze dienenden Teile untergebracht sind. Die beiden Hauptkomponenten sind durch eine bajonettartige Verbindung zwischen einer Aufnahmehülse 16 und einer Power-Hülse 1 miteinan- der lösbar verbunden. In der folgenden Beschreibung wird die Seite des Autoinjektors, an der sich die Injektionsnadel befindet, als vorne bezeichnet.
Anhand der Figur 1 , welche den betriebsbereiten Autoinjektor zeigt, wird nun zuerst das Power-Pack beschrieben. Die Teile für den Antrieb des Autoinjektors sind in der Griff hülse 14 aufgenommen, an deren hinterem Ende sich ein Anzeigefenster 51 anschliesst. Das Anzeigefenster 51 ist aus durchsichti- gern oder durchscheinendem Material hergestellt oder hat Öffnungen, beispielsweise in der Form von Schlitzen, die es erlauben, die im Anzeigefenster 51 verschiebbar aufgenommene Anzeige 12 von aussen zu beobachten. Die Anzeige 12 ist ringförmig ausgebildet und dadurch rund um den Autoinjektor aus jeder Richtung sichtbar. Am hinteren Ende des Autoinjektors ist der Betäti- gungskopf 13 angeordnet, der auf seiner hinteren Stirnseite mit einer Abdeckscheibe 15 versehen ist. Innerhalb der Griffhülse 14 ist die Power-Hülse 1 aufgenommen. An ihrem hinteren Ende ist die Power-Hülse 1 mittels einer Schnapp-Verbindung mit einer Rasterhülse 8 verbunden. Die Rasterhülse 8 nimmt ihrerseits eine Federhülse 10 verschiebbar in ihrem Inneren auf. Die Fe- derhülse 10 ist hinten mit der Anzeige 12 durch eine Schnapp-Verbindung gekoppelt. Auf der Vorderseite der Federhülse 10 ist der Übertragungsteil 5 verschiebbar in der Power-Hülse 1 gelagert. Der Übertragungsteil 5 hat die Aufgabe, die Kolbenstange 52 der Spritze 50 zu betätigen, um den Inhalt der Spritze auszuschütten, wie dies später noch genauer beschrieben wird. Innerhalb der Federhülse 10 ist eine Feder 9 in gespanntem Zustand aufgenommen, die sich vorne an der Federhülse 10 abstützt und hinten gegen die Rasterhülse 8 drückt. Eine zweite Feder 11 befindet sich, ebenfalls in gespanntem Zustand, auf der Aussenseite der Federhülse 10 und stützt sich vorne am Übertragungsteil 5 ab und drückt hinten gegen die Federhülse 10.
Ein als Kolbenführung 4 bezeichneter Teil liegt mit seinem vorderen, hülsenförmigen Ende am Bund der Spritze an und erstreckt sich durch den Übertragungsteil 5, die Federhülse 10 und die Rasterhülse 8 hindurch bis in den Bereich des Betätigungskopfs 13. Die Kolbenführung 4 wird durch eine Feder 7 nach vorne vorgespannt, die sich hinten an der Rasterhülse 8 abstützt. An ih- rem hinteren Ende wird die Kolbenführung 4 durch zwei an der Rasterhülse 8 angeformte Rastnocken 31 , die in eine am hinteren Ende der Kolbenführung 4 angeformte Nut 32 eingreifen, in der in Figur 1 dargestellten Lage gehalten. Rastelemente, beispielsweise Kugeln 6, die in radialen Öffnungen 33 der Kolbenführung 4 aufgenommen sind und in Vertiefungen 34 im Übertragungsteil 5
eingreifen, sorgen in dieser Betriebslage dafür, dass sich der Übertragungsteil 5 und die Kolbenführung 4 nur gemeinsam bewegen können. Anstelle von Kugeln 6 könnten selbstverständlich auch andere Rastelemente, beispielsweise Bolzen, verwendet werden.
Es folgt nun die Beschreibung des Reservoirteils. Die Teile für die
Aufnahme der Spritze 50 sind wie erwähnt in der Aufnahmehülse 16 untergebracht, welche wie beschrieben mit der Power-Hülse 1 verbindbar ist. Eine Schiebehülse 21 nimmt die Spritze unter Zwischenlage eines Nadelhalters 22 in sich auf. Der Nadelhalter 22 verhindert bei Luerslip Kupplungen, dass die Injek- tionsnadel 37 von der Spritze abgezogen werden kann, solange sich letztere im Autoinjektor befindet. Der Nadelhalter 22 liegt vorne an einem mit der Schiebehülse 21 verbundenen Stützring 24 an. Bei Spritzen und Nadeln mit Luerlock Kupplungen, bei denen also die Injektionsnadel mittels eines Gewindes mit der Spritze verbunden wird, ist kein Nadelhalter 22 vorhanden. Die Schiebehülse 21 ist innerhalb der Aufnahmehülse 16 verschiebbar und wird durch eine Feder 20 in die in Figur 1 dargestellte Betriebslage gedrängt. Ein hülsenförmiger Nadelschutz 17 ist innerhalb der Aufnahmehülse 16 verschiebbar. Der Nadelschutz 17 ist vorne durch einen Schnappdeckel 23 verschlossen, welcher einen Durchgang für die Injektionsnadel frei lässt und hat an seinem hinteren Ende einen nach innen weisenden Flansch 35. Eine Feder 18 stützt sich vorne am Schnappdeckel 23 und hinten an einem Mitnahmering 19 ab, der seinerseits auf dem Stützring 24 gehalten ist. Die Feder 18 befindet sich in dieser Figur in ihrem entspannten Zustand.
Zur Vorbereitung auf die Injektion muss der Autoinjektor von dem in Figur 1 dargestellten gesicherten Zustand in den entsicherten Zustand gebracht werden, der in Figur 2 dargestellt ist. Zu diesem Zweck wird der Betätigungskopf 13 nach hinten bewegt. Dies kann dadurch geschehen, dass das Gerät mit einer Hand an der Aufnahmehülse 16 und mit der anderen Hand am Betätigungskopf .13 ergriffen und die beiden Teile auseinander gezogen werden. Durch die besondere Gestaltung und Anordnung des Betätigungskopfes 13 ist es aber auch möglich, den Autoinjektor an der Griffhülse 14 festzuhalten und mit dem Daumen der selben Hand den Betätigungskopf 13 nach hinten zu schieben. Am Betätigungskopf 13 vorgesehene, umlaufende Rippen können
dabei ein Abgleiten des Daumens verhindern. Dieses nach hinten Schieben des Betätigungskopfes 13 wird im folgenden als Entsicherungsbewegung bezeichnet. Dabei wird am vorderen Rand des Betätigungskopfes 13 ein Bereich des Anzeigefensters 51 frei, auf dessen Innenseite eine auffällig gefärbte Warnhül- se 53 sichtbar wird, die deutlich anzeigt, dass der Autoinjektor nun entsichert und zur Injektion bereit ist. Bei der Entsicherungsbewegung verschieben sich Zungen 36, die innen an der Abdeckscheibe 15 des Betätigungskopfs 13 angeformt sind, über die an der Rasterhülse angeformten Rastnocken 31. Die Zungen und die Rastnocken sind dabei so geformt, dass bei der Entsicherungsbe- wegung die Zungen 36 radial federnd nachgeben, während sie über die Enden der Rastnocken 31 gleiten, welche die Kolbenführung 4 festhalten, indem sie in die genannten Nuten 32 eingreifen. Nach der Entsicherungsbewegung stehen die an der Abdeckscheibe 15 angeformten Zungen 36 wie Keile zwischen den Rastnocken 31. Mit der Entsicherungsbewegung wird eine Feder 3 gespannt, die zwischen an der Rasterhülse 8 angeformten Haken und einem im Betätigungskopf mit einer Schnappverbindung befestigten Rückhalteteil 60 wirkt, so den Betätigungskopf in seine Ausgangsstellung gemäss Figur 1 drängt und so dafür sorgt, dass die Zungen 36 mit leichter Vorspannung an den Rastnocken 31 anliegen. Der Autoinjektor ist nun zur Injektion bereit und wird mit dem Schnappdeckel 23 an der gewünschten Stelle auf die Haut des Patienten gesetzt. Dabei hält der Patient den Autoinjektor an der Griff hülse 14 fest. Zur Auslösung der Injektion muss nun nur noch der Betätigungskopf 13 nach vorne, also in Richtung zum Körper des Patienten hin verschoben werden.
Bei dieser Auslösebewegung dringen die Zungen 36 zwischen die Rastnocken 31 und spreizen diese radial auseinander, wodurch die Kolbenführung 4 freigegeben und durch die Kraft der Feder 7 nach vorne gestossen wird. Die Einstechbewegung wird auch durch die Kraft der Feder 11 unterstützt, welche auf den Übertragungsteil 5 wirkt. Da der Übertragungsteil 5 durch die Kugeln 6 mit der Kolbenführung 4 verbunden ist, addiert sich so die relativ hohe Anfangskraft der Feder 11 zu jener der Feder 7 und.trägt dazu bei, dass die Injektionsnadel sicher bis zur vollen Eindringtiefe vorgeschoben wird. Die Kraft der Federn wird auch über das hülsenförmige vordere Ende der Kolbenführung 4 auf den Bund der Spritze 50 übertragen und schiebt diese mitsamt der Schiebehülse 21 , in der sie aufgenommen ist, nach vorne, so dass die Injektionsna-
del 37 vorgeschoben wird und die Haut des Patienten durchdringt. Bei dieser Bewegung drückt die Schiebehülse 21 sowohl die Feder 20 als auch - über den Mitnahmering 19 - die Feder 18 zusammen. Der Einstechweg wird durch Anlage der Schulter 40 der Kolbenführung 4 an einem inneren Absatz 41 der Power- Hülse 1 begrenzt. In dieser Endlage fluchten die Öffnungen 33 in der Kolbenführung 4, welche die Kugeln 6 aufnehmen, mit Vertiefungen 42, die in der Power-Hülse 1 vorgesehen sind, die Kugeln 6 können nach aussen ausweichen und die Koppelung zwischen der Kolbenführung 4 und dem Übertragungsteil 5 ist aufgehoben. Gleichzeitig wird nun die Kolbenführung 4 gegen die Power- Hülse 1 verriegelt, so dass die Kraft der Feder 20 von der Power-Hülse aufgenommen wird und somit nicht der Kraft der Feder 7 entgegenwirkt, welche das Ausschütten des Medikamentes bewirkt. Somit kann jetzt die Injektion automatisch beginnen, indem die Kolbenstange 52 der Spritze durch den Übertragungsteil 5 unter der Kraft der Federn 11 und 9 weiter nach vorne gestossen wird. Die Feder 11 ist so viel stärker dimensioniert, als die Feder 9, dass bis zu diesem Moment des Beginns der Injektion die Federhülse 10 und die mit ihr verbundene Anzeige 12 an der in Figur 3 dargestellten Stelle verbleibt, in der zwischen einem nach aussen ragenden Flansch der Rasterhülse 8 und der Fe- derhülselO ein Anschlag gebildet wird. In diesem Moment hat der Übertra- gungsteil 5 den in Figur 3 mit 54 bezeichneten Weg zurückgelegt. Gleichzeitig mit der Einstechbewegung wird durch den durch die Schiebehülse 21 in den Figuren nach links bewegten Mitnahmering 19 die Feder 18 gespannt.
Beim Einstechen der Injektionsnadel 37 lässt mit zunehmendem Weg des Übertragungsteils 5 die Kraft der Feder 11 so weit nach, dass die Fe- der 9 die Federhülse 10 genau in dem Moment von ihrem Anschlag an der Rasterhülse 8 weg bewegen kann, in dem die Kolbenführung 4 ihre Endlage erreicht hat und die Injektionsnadel 37 vollständig eingestochen ist. Die Kugeln 6 geben nun den Übertragungsteil 5 frei, derart, dass dieser sich in die Kolbenführung 4 hinein verschieben und dabei die Kolbenstange 52 der Spritze betäti- gen kann. Nun beginnt sich auch die Feder 9 auszudehnen. Die Feder 9 schiebt die Federhülse 10 und mit ihr die Anzeige 12 nach vorne, so dass die Anzeige 12 nach dem Zurücklegen des Weges 56 genau in dem Moment ihre in Figur 4 sichtbare Endlage erreicht, wenn auch die Kolbenstange 52 in der Spritze 50 ganz vorne ist und folglich alle in der Spritze vorhandene Flüssigkeit ausge-
schüttet ist. Damit ist der Benutzer in der Lage, den Verlauf des Injektionsvorgangs zu verfolgen und sieht anhand der in dieser Figur 4 dargestellten Lage der Anzeige 12, dass der ganze Inhalt der Spritze ausgeschüttet ist. Dabei ist der Weg 56 der Anzeige 12 unabhängig vom Weg der Kolbenstange 52 der Spritze 50 und kann wesentlich kleiner sein als der Weg 54 + 55 des Übertragungsteils 5. Dadurch wird einerseits vermieden, dass der Autoinjektor unnötig lang ist und andererseits können mit ihm Spritzen mit unterschiedlichem Weg verwendet werden. Diese Konstruktion hat auch noch den zusätzlichen Vorteil, dass die relativ hohe Anfangskraft der Feder 11 für den Einstechvorgang ver- wendet wird und anschliessend deren relativ geringe Endkraft für den Injektionsvorgang genutzt wird, welcher somit in erwünschter Weise relativ langsam erfolgt.
In den Figuren 6A bis 6C ist eine mögliche Ausführungsart der Anzeige veranschaulicht. Obwohl diese konstruktiv einfache Ausführungsart nicht jener entspricht, die im vorangehend beschriebenen Ausführungsbeispiel des Autoinjektors eingebaut ist, haben Teile mit gleicher Funktion die gleichen Bezugszeichen. Nur der Zwischenteil, der im Ausführungsbeispiel gemäss den Figuren 1 bis 5 als Federhülse 10 ausgebildet ist, hat in den Figuren 6A bis 6C das Bezugszeichen 10'. Figur 6A zeigt die Teile in der gegenseitigen relativen Lage, die sie im gespannten, zur Injektion bereiten Autoinjektor einnehmen. Ausgehend von dieser Lage bewegt sich der Übertragungsteil 5, wie bereits anhand der Figuren 1 bis 5 beschrieben, nach links. Die Rasterhülse 8, die wie weiter oben beschrieben mit der Griff hülse 14 unbeweglich verbunden ist, behält ihre Position in den Figuren 6A bis 6C bei. Beide dargestellten Federn, nämlich die zwischen der Rasterhülse 8 und dem Zwischenteil 10' wirkende Feder 9 und die zwischen dem Zwischenteil 10' und dem Übertragungsteil 5 wirkende Feder 11 sind in der Position gemäss Figur 6A gespannt. Figur 6B zeigt die Lage der Teile bei eingestochener Injektionsnadel 37. Der Übertragungsteil 5 hat die Schiebehülse 21 mit der Spritze 50 verschoben und sich da- bei um den Weg 54 nach vorne verschoben. Gleichzeitig hat sich der Zwischenteil 10' mit der Abzeige 12 proportional um einen Betrag verschoben, der wesentlich kleiner ist als der Weg 54, wie man in Figur 6B ohne Weiteres erkennen kann. Während des Ausschüttens des Medikamentes, bei dem sich der Übertragungsteil 5 weiter um den Weg 55 nach links bewegt, bis er die Endlage
gemäss Figur 6C erreicht, bewegt sich die Federhülse 10 und mit ihr die Anzeige 12 ebenfalls proportional zum Übertragungsteil 5 weiter, und zwar um den Weg 59. Dieser Weg 59 der Anzeige 12, der also den Vorgang des Ausschüt- tens des Medikamentes veranschaulicht, ist für den Patienten von besonderer Bedeutung. Wenn der Patient mit dem Zurückziehen des Autoinjektors wartet, bis die Anzeige ihre Endlage gemäss Figur 6C erreicht hat, wird sicher verhindert, dass ein Teil des Medikamentes verloren geht. Wenn man verhindern will, dass der Weg, den die Anzeige während des Einstechens zurücklegt, von aussen sichtbar ist, kann man eine Abdeckung 61 vorsehen, welche den Blick auf die Anzeige 12 erst freigibt, wenn der Ausschüttvorgang beginnt.
Die Figuren 7A bis 7C zeigen eine zweite Ausführungsart einer Anzeige, wie sie in der anhand der Figuren 1 bis 5 erläuterten Ausführungsart des Autoinjektors eingebaut ist. Die Lagen des Übertragungsteils sind gleich wie in den vorangehenden Figuren 6A bis 6C, nämlich in Figur 7A in gespanntem, injektionsbereitem Zustand, in Figur 7B bei eingestochener Injektionsnadel und in Figur 7C bei ausgeschüttetem Medikament. Im Unterschied zur Ausführungsart gemäss den Figuren 6A bis 6C überlappen sich hier die beiden Federn 9 und 11 teilweise teleskopisch. Dies wird durch die Federhülse 10 ermöglicht, welche in die Feder 11 hinein ragt und die Feder 9 in ihrem Inneren aufnimmt. Ein Vorteil, der sich durch diese Bauweise ergibt, ist der, dass die Gesamtlänge des Autoinjektors etwas geringer sein kann als bei der vorangehend beschriebenen Ausgestaltung der Anzeige. Ein anderer, wichtigerer Vorteil dieser Bauweise besteht darin, dass sich die Federhülse 10 mit der Anzeige 12 erst zu bewegen beginnt, wenn die Injektionsnadel eingestochen ist und der Aus- schüttvorgang beginnt. Dies wird wie folgt erreicht. Wie auch bei der vorangehend beschriebenen Ausführungsart sind auch hier die Federn 9 und 11 prinzipiell hintereinander geschaltet. Weil aber die Spannkraft der Feder 9 begrenzt wird, indem die Federhülse 10 rechts an der Rasterhülse 8 ansteht, ist in der Ausgangslage gemäss Figur 7A die Kraft der Feder 11 grösser als die Kraft der Feder 9. Ausgehend von dieser Lage sinkt die Kraft der Feder 11 beim Zurücklegen des Weges 54, ist aber vorläufig immer noch grösser als die Kraft der gespannten Feder 9. In der Lage gemäss Figur 7B hat die Kraft der Feder 11 einen Betrag erreicht, der genau der Kraft der gespannten Feder 9 entspricht. Erst ab hier, während des Ausschüttens des Medikamentes, bei dem sich der
Übertragungsteil 5 weiter um den Weg 55 nach links bewegt, bis er die Endlage gemäss Figur 7B (entsprechend den Figuren 4 und 5) erreicht, bewegt sich die Federhülse 10 und mit ihr die Anzeige 12 um den Weg 56 proportional zum Übertragungsteil 5.
In der Schiebehülse 21 vorgesehene Federzungen 38 werden am
Beginn des Einstechweges durch einen umlaufenden, nach innen ragenden Absatz 39 der Aufnahmehülse 16 daran gehindert, nach aussen vorzustehen. Am Ende des Einstechweges ragen die Federzungen über die Mantelfläche der Schiebehülse 21 hinaus, wie man dies in Figur 5 sieht. Nachdem die Anzeige 12 das vollständige Ausschütten des Medikamentes angezeigt hat, kann der Benutzer den Autoinjektor zurückziehen. Die Feder 18, die während des Einstichvorganges vorgespannt worden war, sorgt dafür, dass der Nadelschutz 17 während des Rückzuges des Autoinjektors in Kontakt mit der Haut des Patienten bleibt. Somit schiebt sich der Nadelschutz 17 relativ zur Aufnahmehülse 16 nach vorne, bis er die Injektionsnadel 37 vollständig abdeckt. Die Federzungen 38 schnappen hinter dem Flansch 35 des Nadelschutzes 17 nach aussen und verhindern, dass dieser zurück in die Aufnahmehülse 16 geschoben werden kann. Dadurch ist jede Verletzungsgefahr durch die Injektionsnadel eliminiert.