Vorrichtung zur Druckperfusion insbesondere für das Züchten und/oder für das Behandeln von Zellen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Züchten und/oder für das Behandeln von Zellen, insbesondere einen Bioreaktor. Weiter betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Pumpen eines Fluides durch eine Vorrichtung für das Züchten und/oder für das Behandeln von Zellen, insbesondere durch einen Bioreaktor
In der älteren Anmeldung des Erfinders DE 199 35 643.2 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art beschrieben.
Es hat sich nun herausgestellt, dass die Bildung einer Zellschicht und das Zellwachstum deutlich verbessert wird, wenn man die Zellen einer Druckbelastung aussetzt. Hierzu ist es aus der Praxis bereits bekannt, einen Zellkulturraum z.B. durch einen Stempel, wie in US 6,060,306 beschrieben, zu mechanisch belasten. Neben dem hierfür erforderlichen konstruktiven Aufwand entspricht eine derartige Belastung auf Grund der dadurch erzielten heterogenen Druckverteilung nicht in-vivo- Verhältnissen. In US 5,928,945 wird hauptsächlich über Scherspannung mittels Kulturmedium eine mechanische Belastung von z.B. Knorpelzellen versucht. Dies ist jedoch unphysiologisch da z.B. in Gelenkbereichen keine derartigen Perfusionen auftreten. In US 6,060,306 ist auch ein Apparat beschrieben, in dem ein Knorpelkonstrukt innerhalb einer Kultivierungskammer durch Bewegungen der Außenwände wie in einem Blasebalg bewegt wird. Diese Bewegungspro- zesse haben den Nachteil, dass die Bewegungsmuster eine hohe mechanische Belastung der Membranstrukturen bedingen. Dies führt dazu, dass die Membranen nach wenigen Tage reißen und die Produkte unsteril werden und dadurch für
die Implantationen nicht mehr geeignet sind. Weiterhin können die Membranen auf Grund der Bewegungsmuster, die ständig konvex-konkave Verformungen hervorrufen, auch nur entsprechend punktuelle und dadurch inhomogen verteilte Druckverformungen erzeugen. Dadurch kommt es zu Oszillationen im Kulturme- diumbereich und Druck-Heterogenitäten im den biologischen Geweben im Bioreaktor.
Einzelne dieser Vorrichtungen haben gemeinsam, dass die Druckbelastungen bauartbedingt in das Kulturgefäß fest integriert sind. Hierzu zählt z.B. auch der Bio- reaktor nach Hoestrup et. al. (Tissue Engineering Vol. 6, 1, 2000 pp 75-79) für Gefäße und Herzklappen. Diese Modelle sind aufwendig in der Konstruktion und teuer im Vertrieb, da das Pumpsystem durch die Integration in den Bioreaktor komplett mit dem zukünftigen Bioimplantat versandt werden muss. Eine steriltechnische Trennung von dem Pumpenkopf ist nicht vorgesehen.
Alternierende Druckquellen sind in verschiedenen anderen Systemen, wie z.B. in WO 97/49799, vorgesehen, aber nicht näher ausgeführt. In US 5,899,937 wird ein System beschrieben, das mittels eines Exzenters über einen Stempel eine flüssigkeitsgefüllte Blase komprimieren kann und dadurch eine Entleerung des Beutels und einen Flüssigkeitsstrom bewirkt. Ebenso ist eine Blase vorgesehen in US 5,792, 603 (WO 97/49799). Hierbei handelt es sich jedoch um ein System, bei dem die Gefäße offen in einem Kulturgefäß enden, wobei eine Durchmischung intravasaler und extravasaler Flüssigkeiten erfolgt. Dies ist besonders nachteilig, wenn unterschiedliche Medienzusammensetzung intravasal und extravasal benö- tigt werden, um z.B. Wachstumsfaktoren und chemotaktische Faktoren gerichtet anbieten zu können. Dies verhindert z.B. die Induktion einer gerichteten Migration von Myofibroblasten von Besiedlungsort zu den Außenseiten und stellt einen erheblichen Nachteil im Besiedlungsprozess dar. Ebenso wird die ortspezifische Rebesiedlung mit unterschiedlichen Zellpopulationen verhindert. Ebenso kommt es hierdurch zu sofortigem Druckausgleich, wodurch keine Möglichkeit gegeben ist, unterschiedliche Druckprofile im intravasalen und extravasalen Raum zu er-
zeugen. In dem Bioreaktor nach Laube et. al. ist die Klappenbeweglichkeit selbst beim Anlegen von großen Volumenamplituden bereits dadurch verhindert, dass die Klappenaußenwände durch Annähen an dem Gehäuse fixiert werden müssen.
In den meisten Fällen jedoch wird der pulsatile bzw. pulsartige Strom über eine peristaltische Pumpe in herkömmlicher Weise erzeugt, wodurch die Druckamplituden hinsichtlich der Volumenveränderungen gering sind, hohe flache Frequenzen aufweisen und durch den andauernden Kneteffekt auch hohe Belastungen für den Schlauch im wochenlangen Betrieb bedeuten. Hierzu zählt z.B. Niklason et. al., Science 4, 1999 vol 284 pp 489-492 oder EP 0320 441.
Weiterhin sind Vorrichtungen beschrieben, wie z.B. in DE 199 15610 AI, die sich insbesondere für Gefäße und Herzklappen eignen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, eine Vorrichtung bereitzustellen, welche die oben beschriebenen Nachteile nicht aufweist. Es soll ermöglicht werden, physiologische, homogene einwirkende Druck- und Volumenamplituden in einem Flüssigkeitsvolumenstrom gleichermaßen zu erzeugen. Insbesondere sollen auch in dem bioartifziellen Gewebe innerhalb des Bioreaktors in allen Bereichen vollständig homogene Druckverhältnisse erzeugt werden können. Die Vorrichtung soll an die Druck- Volumen-Compliance des zu perfundierenden Sytems regelbar adaptierbar sein. Die Vorrichtung soll modular sein, klein, gewichtssparend, zuverlässig, mit niedrigem Energieverbrauch und an beliebige zu perfundierende Systeme ankopplungsfähig bzw. kombinierbar sein und den Vo- lumenstrom nur minimal mechanisch oder gar nicht belasten, so dass es auch mit Blut oder anderen belastungsempfindlichen Flüssigkeiten mit und ohne biologische Bestandteilen, wie Zellen oder Proteinen, verbunden werden kann. Eine weiteres Aufgabe der Erfindung ist es, einen hohen Parallelisierungsgrad auf kleinstem Raum zu erreichen, der durch die Miniaturisierung des Moduls und die
direkte Ankopplungs- und Integrationsmöglichkeit an beliebige Perfusionsysteme gegeben sein soll.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1, bzw. nach Anspruch 33 gelöst. Die abhängigen Ansprüchen enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
Unter dem Begriff Fluid soll in der vorliegenden Beschreibung nicht nur Flüssigkeiten, insbesondere Blut, Nährlösungen, Öle oder technische Lösungen, sondern auch Gase verstanden werden.
Die vorliegende Erfindung wird im folgenden anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfüsion nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfüsion nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfüsi- on nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 4 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfusion nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 5 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfüsion nach der vorliegenden Erfindung, Fig. 6 zeigt ein sechstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfüsion nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 8 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 9 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung, Fig. 10 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 11 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 12 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 13 a bis 13c zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 14 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung, Fig. 15 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Pumpen von Fluiden nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 16 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfusion nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 17 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Druckperfüsion nach der vorliegenden Erfindung.
In Fig. 1 ist ein modulares Bauteil gezeigt, das an einen Bioreaktor 3 angekoppelt ist. Das Modul besteht aus zwei Ventilen 1A und IB und einem Kolben 2 und ist an den Bioreaktor über eine Sterilkupplung anpassbar und direkt, wie in Fig. 1 gezeigt, in den Einflussbereich integrierbar. Die Ventile 1A und IB öffnen beide in dieselbe Richtung, in Fig. 1 nach links, hin zum Bioreaktor. Hierdurch wird ein Volumenstrom erzeugt, der in den Reaktorbereich mit einer hohen Amplitude und Druckkurve eingebracht wird. Hierdurch kann ein Öffnen- und Schliessen eines in den Bioreaktor eingebrachten Implantats, wie z.B. einer aus allogenen Herz-
klappe, erreicht werden. Besonders eignen sich für die Ventile 1A und IB zweiflügelige Klappen, die sich passiv durch Veränderungen des Volumenstroms öffnen oder schließen. Andere Rückschlagventile, wie z.B. Kugeln in einem konisch sich verjüngenden Rohrabschnitt, sind ebenso möglich.
In der Fig. 1 ist das Perfusionsmodul in einer sagittal ausgerichtet Form gezeigt. Dies hat den Vorteil, dass die Rückwärtsbegung des Kolbens 2 über die Öffnung des Ventils 1 A ein Schließen des Herzklappensegels verstärkt bewirkt, und damit auch eine Entleerung des Bioreaktors ermöglicht. Durch die Vorwärtsbewegung des Kolbens 2 kommt es zu einem Verschluss des Ventils IB und einer Öffnung des Ventils 1A mit einer nachfolgenden Öffnung der Bioklappe im Bioreaktor. Über das Reservoir 4 wird bei der Rückwärtsbewegung des Kolbens 2 zugleich Fluid bzw. Medium angesaugt, und bewirkt eine Kammerfüllung in dem Perfusionsmodul. Dieses wird im Kreislauf wieder gefüllt. Ein Druckausgleich findet über einen Sterilfilter 5 statt.
Die Fig. 5 zeigt, dass die Volumenveränderungen in dem Perfusionsmodul auch durch die Verschiebung einer Platte 6 erreicht werden kann, die über zwei Ventile 7A und 7B mittels Druckluft und Vakuum alternierend bewegt werden können. Dies hat den Vorteil, dass die klassische und aufwendige Stempeltechnik entfällt. Diese benötigt außerdem einen zusätzlichen äußeren Motor, wie in Fig. 1 gezeigt.
Noch kompakter ist die Vorrichtung nach Fig. 2 aufgebaut, bei der als bewegliche Platte 6 ein permanenter Magnet mit einer biokompatiblen bzw. flüssigkeitsdich- ten oder nicht erosiven Umkapselung mit z.B. einer Kunststoffschicht aus Silikon oder Teflon 6' zugleich eine Abdichtfunktion übernehmen kann. Ebenso kann eine Ummantelung mit einem weiterem Metall (z.B. Titan, Edelstahl) erfolgen. Hierzu ist eine Dichtring aus z.B. Teflon oder Silikon kombinierbar. Wesentlich ist aber, dass durch Integration einer Stromspule, an der alternierend Minus-Pole 7' oder Plus-Pole 7 erzeugt werden, ein abwechselnd anziehendes bzw. absto-
ßendes Kraftfeld auf den permanenten Magneten erzeugt werden kann. Alternativ können zu der Verwendung von permanenten Magneten auch paramagnetische Partikel in die Platte 6 integriert werden, wodurch eine noch verbesserte Ausrichtung hinsichtlich des Kraftfeldes der Spule 7 erreicht werden kann. Der Vor- teil des magnetischen Prinzips ist, dass aufwendige externe Motoren oder Druckluft bzw. Vakuumsyteme, wie in Kombination mit der Perfüsiontechnik hier noch beschrieben, dabei aber entfallen können. Erst hierdurch wird das gesamte Modul sehr klein, da das Krafterzeugungs- bzw. das auf externe Kräfte reagierende Modul in das Bewegungsmodul integriert ist. Es ist lediglich eine Stromquelle und eine herkömmliche elektronische Steuerung erforderlich.
In der Figur 3 wird gezeigt, dass in die Platte 6 auch eine eigene elektrische Spule 8 integrierbar ist, die mittels elastischer Verbindungskabel an eine alternierend zu T und 7" gepolte Stromquelle 10' und 10 " angeschlossen ist.
In der Figur 4 ist gezeigt, wie in den Kreislauf ein Knorpelzell- Knochenzellbioreaktor 12 integriert ist. Hierbei können auch Stammzellen integriert werden. Durch den Einsatz eines Sperrventils 11 ist ein Druckanstieg in dem Bioreaktor gekoppelt mit einem Volumenstrom realisierbar. Dies ist beson- ders wichtig für die Differenzierung von Knorpel aber auch Knochenstrukturen, sowie von Kombinationen z.B. unter Verwendung von phasenreinem beta- Trikalziumphosphaten als Besiedlungsgrundlage.
Die Figur 6 zeigt ein integratives System, in dem das magnetische Perfusi- onsprinzip in einen Bioreaktor für die Erstellung von Knorpelstrukturen integriert ist. Der Vorteil dabei ist, dass das System dadurch apparativ einfacher aufgebaut ist unter Beibehaltung kontrollierter physiologischer Druckamplituden und Volumenströme. Die Zellkultur kann hierbei in einem herausnehmbaren Einsatz 13 angebracht sein. Der Kolben kann bis zum Einsatz 13 heruntergeführt werden, so dass dieser auch unmittelbar auf die Knorpelstrukturen mechanisch Druck aus-
üben kann. Außerdem wird so das System vollständig entleert, so dass Vermischungsprozesse volumenmäßig im Kultursystem direkt kontrolliert werden können, um die Wachstumsfaktorenkonzentration vor Ort definieren zu können. Für die Entnahme des Einsatzes kann der Bioreaktor bei 14 mittels z.B. eines Dreh- oder Klammerverschlusses geöffnet oder geschlossen werden.
Die Figur 7 zeigt den Einsatz des magnetischen Pumpmechanismus, um eine Membran zu bewegen und dadurch einen Volumenstrom zu erzeugen.
In der Figur 8 ist die Verwendung des magnetischem Pumpsystems gezeigt, um Flüssigkeiten, wie z.B. Blut, wässrige Lösungen oder Gase, zu pumpen, ohne dass ein Behandlungsmodul wie z.B. ein Zellkultursystem (z.B. ein Bioreaktor) versorgt wird. Ein Anwendung ist z.B. eine extrakorporale Perfüsion bei Herz- Lungenmaschinen oder zur Unterstützung bei Lebertransplantationsoperationen nach Hepatektomie. Die bisherigen Rotationspumpen führen zu gleichmäßigen Volumenströmen, sind sehr teuer und aufwendig in der Herstellung. Vorteil des Einsatzes des erfindungsgemäßen Pumpprinzips in der extrakoporalen Perfüsion ist die Wiederherstellung physiologischer Druckamplituden. Diese sind wichtig für den Erhalt von Organfunktionen und die zelluläre Differenzierung insbeson- dere beim längerfristigen Einsatz.
In der Figur 9 ist eine doppelseitige Pumpkammer gezeigt. Die Platte 16 bewegt sich oszillierend in der Kammer wobei die mit Klappen gekoppelten Auslassöffnungen 17 und 17 " jeweils gegensinnig zu den Einlassöffhungen 18" und 18 "gesteuert sind. In der Mitte befindet sich wieder eine bewegliche Platte mit einem permanentem Magneten, Paramagneten oder durch Magnetismus beeinflussbaren Material oder einer Elektrospule.
In der Figur 10 ist der Aufbau für einen Kolbenmotor gezeigt. Hierbei bewegt sich die Platte, unterstützt durch Rollen 19' bis 19 "" in einer Kammer. An den
Innenseiten der Kammern 20" und 20" sind elektrische Leiter angebracht, die mittels der Rollen 20 ' bis 20 "" Kontakt mit der Platte 6 bekommen, innerhalb derer sich wieder eine elektrische Spule befindet. Auf die Platte 6 ist ein Stab angebracht, der wie ein Kolben die Kraft der Bewegung nach außen überträgt. Dies kann eingesetzt werden in Fahrzeugen oder als Ersatz für klassische Verbrennungsmotoren.
In der Figur 11 ist das gleiche Prinzip dargestellt wie in Figur 10, jedoch wird hierbei gleichzeitig eine Zug- und Druckrichtung der Kolben 21 und 2V ermög- licht. Die elektrischen Magnetfelder in 22 und 23 sind hierbei immer gegensinnig orientierbar und das Magnetfeld in der Platte (Stempel) 6 ist gleichbleibend. Alternativ kann das Feld in 6 immer wechseln und die Felder in 22 und 23 immer gleich bleiben. Über den Rollenmechanismus 19'- 19"" wird wie in Figur 10 der Strom zur Spule in der Platte 6 geführt. In der Figur 12 ist die Verwendung eines permanenten Magneten in der Platte 6 gezeigt.
In der Figur 13 ist eine Ausführung gezeigt, in der der magnetische Pumpmechanismus direkt in einer elastischen Röhre, wie in einem Schlauch, in die Wandstrukturen entweder als Halbschalen oder zu befestigende oder zu integrierende Aufsätze angebracht ist. Dies hat den Vorteil, dass dadurch ein universelles Pumpmodul entsteht, das direkt in Kreisläufe oder Schlauch-, bzw. Röhrensysteme integrierbar ist. In der Fig. 13a sind Halbschalen 24 und 25 gezeigt, die mit der Wand des Schlauchsytems durch elastische Kunststofe verbunden sind. Diese Materalien können aus konventionellen elastischen Bändern bestehen oder auch eine direkte Integration in die Wandstruktur des Schlauches besitzen. Von außen können zusätzliche Spulen 26 und 27 angebracht werden um die Pumpkraft zu erhöhen. Diese dadurch in sich selbst bewegliche Pumpe ist in Kombination mit den passiv beweglichen Klappen 1A und IB ein universell einsetzbares Pumpenelement.
Die hohe Schonung des internen Perfüsats ermöglicht auch den Einbau in den Körper als Herzunterstützungssytem in Kombination mit einer Batterie (intern) oder einem magnetischem Feld das von außen an den Körper (z.B. Thorax) angebracht wird. Die Kraftübertragung nach innen zum Implantat ist nicht invasiv und ohne mechanische Belastung des Körpers. Bei Implantaten empfiehlt es sich permanente Magneten oder sog. Paramagnete in (nano-)partikulärer Form in die Wandstrukturen des Schlauchimplantats zu integrieren, so dass hierbei durch Veränderungen der externen magnetischen Feldrichung eine Kontraktion des Schlauchlumens erreicht werden kann. Hierzu können die externen Pole kontro- lateral, d.h. vor und hinter dem Thorax angebracht werden. In der Figur 13 b und c wird die Anbringung einer externen Batterieeinheit 28, 29 um einen Schlauch 27 mit 2 beweglichen Platten 6 und 6 ' gezeigt, die zu passiven Volumenänderungen des Schlauches 6 führen.
In der Fig. 14 wird gezeigt, wie magnetische oder magentisierbare Stäbe 30 in die Wandstruktur 31 eines Schlauches 32 integriert sind. Durch eine in Umfangs- richtung angebrachte elektrische Spule wird eine magnetisches Feld im Inneren erzeugt, das zu passiven Volumenveränderungen des Schlauches 32 führt. Der Schlauch ist von einer elektrischen Spule 34 umgeben.
In der Figur 15 wird gezeigt, wie in den Schlauch selbst eine elektrische Spule 34 integiert ist. Außerhalb ist die elektrischen Spule 33 angebracht.
Eine weitere Vereinfachung stellt die Einbringung oder elastische Ummantelung eines Schlauches mit einer elastischen Spule 35 dar. Durch Veränderungen des elektrischen Durchströmungsrichtungen kommt es zu Feldveränderungen, die die elastischen Spulenringe zueinander anziehen oder abstößt. Durch die Verbindung mit dem elastischen Schlauch kommt es zu Pumpprozessen, die wiederum durch passive Klappen gerichtet werden können.
In der Figur 16 wird ein Beispiel für eine Parallelisierung gegeben. Hierzu sind z.B. miniaturisierte Pumpmodule 36 auf Kammern 44 aufgebracht, die Zellkulturen 45 enthalten können. Das Volumen dieser Kammern entspricht z.B. 200-500 μl und enthält primäre Zellen in rekonstruieren Gewebeschnittkulturen. Die ma- gnetisch anziehbare und abstoßbare Platte 37 kann sich gerichtet in dem Pumpmodul auf und ab bewegen. Durch eine von der Zellkulturkammer bzw. der Reaktion auch ohne zelluläre Systeme vorgesehen Reaktionskammer 44 wegführende Bewegung öffnet sich das Ventil 40 und Frischmedium wird durch Volumenerhöhung in die Reaktionskammer 44 eingeführt. Die Umkehrbewegung führt zu einer internen Druckzunahme in der Reaktionskammer und zu einem Öffnen des Ventils 38, wodurch ein volumenmäßig definierbarer Anteil des Reaktionskammerinhalts ausgetrieben werden kann. Diese Durchmischung hat z.B. in der Zellkultur den Vorteil, dass in der Kammer die durch die Zellen vor Ort produzierten und damit angereicherten Cytokine und Wachstumsaktoren trotz der Zuführs von Frischmedium in Anteilen verbleiben können. Diese Kulturführung ist schonender als der komplette Austausch der Nährflüssigkeit. Diese Technologie ermöglicht somit auch bei einer batchweisen, d.h. schubweisen Nährstoffführung auch erstmals in nicht in nicht rezirkulierenden Systemen eine lokale definierte Durchmischung zu erhalten. Dadurch lassen sich die Vorteile der nichtrezirkulie- renden Systeme, wie Dosierbarkeit und Definier- und Planbarkeit insbesonders bei pharmakologischen Untersuchungen in Minisystemen mit den zellbiologischen Vorteilen einer weitestgehenden biologischen Milieukonstanz verbinden. Die Vertikalbewegungen der Zwischenplatten 37 können durch entsprechende Positionierung und Vertikalbewegung einer Deckplattenstruktur 35 in der ent- sprechend positionierte Magnete oder Spulen sich befinden verursacht werden. Der Betrieb kann auch bei einer fixierten Deckplattenstruktur 35 vorgenommen werden, wenn in diesem Fall wechselnde Orientierungen von Magnetfeldern in dieser Struktur durch wechselnde Stromdurchführungen in Elektrospulen induziert werden.
In Fig. 17 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung dargestellt, die eine Kulturflasche bzw. Bioreaktor 60 umfasst mit einer zylindrischen Form. Um die Kulturflasche ist eine Ummantelung 61 angebracht, die aus einem elastischen Material besteht, insbesondere einem Kunststoff- oder Gummimaterial, und eben- falls eine zylindrische Form hat. Die Kulturflasche 60 liegt mit ihrer Ummantelung 61 auf Laufrollen 62, 63 auf, die von einem nicht dargestellten Antrieb gedreht werden.
Innerhalb der Ummantelung 61 ist wiederum ein Hohlraum 64 vorgesehen, der im Bereich der Stirnseiten der zylindrischen Ummantelung durch Ventile begrenzt ist, um in Wechselwirkung mit diesen durch Volumenanderung als Pumpe zu wirken. Die Volumenanderung kann dabei vorteilhaft durch Permanentmagnete erreicht werden, wobei ein Permanentmagnet 66 in der Ummantelung angeordnet ist zwischen dem Hohlraum 64 und der Kulturflasche 60, und sich ein weiterer Permanentmagnet 65 unterhalb der Ummantelung 61 befindet. Dadurch wird erreicht, dass der Hohlraum 64 komprimiert wird, wenn sich der Permanentmagnet 64 in seiner unteren Position befindet, da die Magnete so angeordnet sind, dass sie sich in dieser Position anziehen, wobei die Komprimierung durch das Eigengewicht des Permanentmagneten 66 unterstützt wird. Der Hohlraum 64 wird da- gegen komprimiert, wenn sich der Permanentmagnet in seiner oberen Position befindet. Der Pumpeffekt wird damit auf einfachste Weise letztlich durch den Antrieb für die Laufrollen 62, 63 erreicht. Über Schlauchverbindungen an den Stirnseiten der Kulturflasche diese mit dem Hohlraum 64 in Verbindung, so dass das Fluid zwischen Kulturflasche und Hohlraum zirkulieren kann mit einem schubweisen Förderstrom initiiert durch die Drehbewegung der Vorrichtung.
Alternativ kann in der Ausführungsform nach Fig. 17 der Permanentmagnet 65 auch weggelassen werden, und der Permanentmagnet 64 einfach durch ein Gewicht ersetzt werden. Es ist aber auch möglich, den Permanentmagneten 66 durch einen Elektromagneten zu ersetzen.