Druckanlage
Die Erfindung betrifft eine Druckanlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 .
Die Innenflächen von Verschlüssen, insbesondere Schraubverschlüssen, für Behäl- ter, insbesondere Flaschen, werden immer häufiger zu Werbezwecken verwendet.
Zur Darstellung von Bildern und/oder Texten auf solchen Innenflächen sind schon Dichtungsscheiben aus Kunststoff eingesetzt worden, die getrennt vom Verschluss bedruckt und dann in den Verschluss eingepresst wurden. Bei Verschlüssen, die nicht mit einer getrennten Dichtungsscheibe arbeiten, sondern bei denen die Innenfläche des Verschlusses bereits mit dem Dichtungsmäterial beschichtet ist, oder bei Verschlüssen ohne Dichtungseinlage ist die genannte Methode zur An- bringung von Werbung auf der Innenseite des Verschlusses nicht anwendbar.
Bekannt ist auch, beispielsweise durch die US-A-6244172 und die WO-A- 99/14334, die Innenflächen von Verschlüssen mit üblichen Tampondruckmaschinen zu bedrucken, indem mehrere Einzeltampons vorgesehen werden, die in die Verschlüsse eingeführt werden und dann die mitgeführte Druckfarbe an den Innenflächen der Verschlüsse absetzen. Dadurch lassen sich zwar farbige Abdrucke, auch weiße Abdrucke, erzeugen, aber eine solche Tampondruckmaschine ist nur für verhältnismäßig kleine Stückzahlen geeignet und kann nur als eigenständige Druckmaschine eingesetzt werden, die einen verhältnismäßig hohen Personalaufwand und Platzbedarf erfordert.
BESTÄT.GUMGSKOPIE
Durch die JP-A-58124653 ist eine Tampondruckmaschine bekannt, die zwei rotierende Trommeln aufweist, von denen die eine auf ihrem Umfang verteilte Tampons und die andere auf ihrem Umfang verteilte Halter für zu bedruckende, unebene Gegenstände aufweist, wobei die Halter zum Trommelzentrum hier beweglich sind. Die bekannte Druckmaschine betrifft nur den Außendruck; der Innendruck von Verschlusskappen wird nicht berührt.
Ferner kommen für die Darstellung von Werbeaussagen auf den Innenflächen von Verschlüssen Laserbeschriftungsanlagen in Frage, die für höhere Leistungen und verhältnismäßig hohe Stückzahlen mit Mehrfachlaserköpfen ausgestattet werden können. Solche Laserbeschriftungsanlagen können jedoch nur auf hellen Verschlüssen eine dunkle Beschriftung erzeugen. Auf dunklen Verschlüssen ist die eingebrannte Gravur nur sehr schwer zu erkennen. Diese Laserbeschriftungsanlagen sind ebenfalls nur als eigenständige Anlagen möglich, die einen entsprechend hohen Platzbedarf und Personalaufwand erfordern und mit sehr hohen Anschaffungskosten verbunden sind.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Druckanlage der im Oberbegriff des
Anspruchs 1 genannten Art zu schaffen, die einen niedrigen Platzbedarf und einen geringen Personalaufwand hat und deren Anschaffungskosten gering sind.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die Druckanlage gemäß der Erfindung hat den Vorteil, dass keine zusätzliche, eigenständige Druckmaschine notwendig ist, und den weiteren Vorteil dass bekannte und bestehende Druckmaschinen weiterverwendet werden können und nur ergänzt zu werden brauchen.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung trägt der Stößel an seinem Außenende eine in den Dorn versenkt angeordnete Platte zur Anbringung des Tampons. Der Tampon liegt daher geschützt im Dorn.
Gemäß einer zweckmäßigen, weiteren Ausbildung der Erfindung ist der Tampon eine Silikonscheibe, die nach außen gewölbt sein kann.
Gemäß einer einfachen, weiteren Ausbildung der Erfindung trägt jeder Stößel an seinem Innenende ein Laufrad, das über feststehende oder steuerbare Nocken zur Farbaufnahme und -abgäbe gesteuert wird.
Gemäß einer einfachen, weiteren Ausbildung der Erfindung erfolgt die Farbauf- nähme von einer Klischeewalze.
Gemäß einer einfachen, weiteren Ausbildung der Erfindung ist zur Farbabgabe eine auf die Außenfläche des Verschlusses wirkendes Andruckmittel vorgesehen.
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer Druckanlage gemäß der Erfindung,
Fig. 2 einen Schnitt durch einen Teil der Druckanlage der Fig. 1 , wobei mehrere Dornen mit ihren Stößeln und Tampons am Vorbeigang an einer Klischeewalze dargestellt sind,
Fig. 3 einen Schnitt durch einen Teil der Druckanlage der Fig. 1 , wobei mehrere Dornen mit ihren Stößeln und bedruckten Tarn
pons mit Verschlüssen bestückt und die Verschlüsse von innen bedruckt werden, und
Fig. 4 einen Schnitt durch einen alternativen Dorn gemäß der Erfindung.
In Fig. 1 ist eine Druckanlage gemäß der Erfindung im Prinzip dargestellt. Die Druckanlage besteht im Wesentlichen aus einem Gehäuse 1 , einem darin eingebauten Rotationsträger in Form eines an sich bekannten Rotationsgroßrades 2, vier im Gehäuse 1 eingebauten Druckwerken 3 - 6 für vier verschiedene Farben für den Außendruck und einem Druckwerk 7 für den Innendruck von Verschlüssen, wie den Verschlüssen 8. Das Gehäuse 1 weist ferner eine Steuertafel 9 zur Steuerung des Rotationsgroßrades 2 und der Druckwerke 3 - 7 auf. Das Rotationsgroßrad 2 wird im Betrieb entgegen dem Uhrzeigersinn angetrieben. Die Druckwerke 3 - 6 arbeiten jeweils mit einer Zwischenwalze, wie der Zwischenwalze 10. Auf dem Umfang des Rotationsgroßrades 2 sind eine Vielzahl von Dornen, wie die Dorne, 1 1 , befestigt, die in besonderer Weise ausgebildet sind, wie noch näher erläutert wird. Diese Dornen fahren an einer Klischeewalze 12 des Druckwerkes 7 vorbei.
In Fig. 2 sind dieser Vorgang und die Dorne näher dargestellt. Ausschnittsweise sind fünf Dorne 1 1 , - 1 15 gezeigt, die am Rotationsrad 2 befestigt sind. Diese Dorne sind alle gleich ausgebildet, so dass die Beschreibung eines Dorns, beispielsweise des Dorns 1 13, genügt.
Der Dorn 1 13 weist einen runden Dornkörper 13 auf, der in das Rotationsgroßrad
2 eingeschraubt ist. Der Dornkörper 13 ist mit einem in seiner Längsrichtung verlaufenden, zentralen Kanal 14 versehen, in dem ein unter Federdruck stehender Stößel 15 längsbewegbar geführt ist. An seinem Außenende trägt der Stößel 15
einen Tampon 1 6, vorzugsweise in Form einer runden Silikonscheibe mit einer Außenwölbung. An seinem Innenende ist der Stößel 15 mit einem Laufrad 17 versehen.
Bei der Bewegung des Rotationsgroßrades 2 gelangen die Dorne' 1 1 , - 1 1 5 nacheinander zur Klischeewalze 1 2. Dabei werden die Stößel in Richtung auf die Klischeewalze 1 2 mittels eines feststehenden Nockens 1 8 ausgelenkt. Gezeigt ist, dass der Stößel 1 5 gerade durch den Nocken 1 8 ausgestoßen wird, wobei sich die mit Farbe benetzte Klischeewalze 1 2 am Tampon 1 6 abwälzt und die Farbe auf diesen Tampon überträgt. Der Nocken 1 8 könnte auch steuerbar sein, um so durch sein Wegschwenken die Abnahme von Farbe von der Klischeewalze 1 2 zu unterbrechen und damit die Anzahl der von innen bedruckten Verschlüsse 8 steuern zu können.
Den Dornen 1 1 mit den auf diese Weise mit Druckbildern versehenen Tampons wird nun nach Fig. 1 aus einem Magazin 1 9 ein Band 20 mit hintereinander angeordneten Verschlüssen, wie den Verschlüssen 21 , zugeführt, wobei sich die Dorne 1 1 in die Verschlüsse 21 setzen. Dieser Vorgang ist näher in Fig. 3 dargestellt.
In Fig. 3 sind vier Dorne gezeigt, deren Tampons mit Farbe versehen sind. Den Dornen werden die Verschlüsse 21 über eine Gleitführung 22 derart zugeführt, dass die Dorne mit den Tampons allmählich in die Verschlüsse 21 tauchen. In Fig.
3 ist dargestellt, dass der Verschluss 21 gerade in eine Fassung 23 des Dorns 1 13 aufgenommen ist und der zugehörige Stößel 1 5 des Dorns 1 13 gerade mittels eines weiteren feststehenden Nockens 24 in Richtung auf den Verschluss 21 ausgestoßen wird. Dabei überträgt der zugehörige Tampon 1 6 das Druckbild auf die Innen- seite des Verschlusses 21 . Eine Andruckwalze 25 dient dabei als Widerlager.
Anstelle einer Andruckwalze kann auch eine Andruckplatte oder Andruckkurve eingesetzt werden.
In Fig. 1 werden in der Folge die innen bedruckten Verschlüsse 21 an einer Vorbehandlungsvorrichtung 26 vorbei an den Druckwerken 3 - 6 zugeführt, durch die sie einen Vierfarbaußendruck erhalten, ehe sie über eine Weiche 27 die Druckanlage verlassen. Die Vorbehandlungseinrichtung 26 bereitet die Außenflächen der Verschlüsse 21 für den Druck mit den Druckwerken 3 - 6 vor.
In Fig. 4 ist ein alternativer Dorn 1 1 ' gezeigt, dessen Dornkörper 13' an seinem Außenende abweichend von den vorhergehenden Figuren mit einer Ausnehmung 28 versehen ist. Das Außenende des Stößels 15 trägt ferner eine vorzugsweise runde Platte 29, auf der der Tampon 16 befestigt ist. Platte 29 und Tampon 16 werden in der Ausnehmung 28 geschützt aufgenommen.
Das Rotationsgroßrad 2 kann, wie nicht dargestellt ist, mit mehr als einem Ring , aus Dornen bestückt sein, wobei die zusätzlichen Ringe auf dem Außenumfang nebeneinander angeordnet sind. Dadurch kann die Effektivität der Druckanlage noch wesentlich gesteigert werden. Entgegen der Darstellung in den Figuren kann die Druckanlage auch mit einer geringeren Anzahl von Außendruckwerken, einem Innendruckwerk und mit einem Rotationsflachband statt eines Rotationsgroßrades betrieben werden.