Drehkolbenmaschine
Die Erfindung betrifft eine Drehkolbenmaschine mit einem feststehenden Gehäuse und einem exzentrisch im Gehäuse angeordneten Rotor, dessen Umfangswand in einem Bereich die Innenwand des Gehäuses berührt, mit mindestens einem im Rotor verschiebbar angeordneten Plattenkolben, der dichtend gegen die Innenwand des Gehäuses beaufschlagt ist, und einen vorderen Eintritts- und Kompressionsraum von einem hinteren Zünd- und Expansionsraum trennt, und mit einem Überströmraum, um das vor dem Plattenkolben bis zum Berührungsbereich von Rotor und Gehäuse komprimierte Medium für die jenseits des Berührungsbereichs folgende Zündung hinter den Plattenkolben zu überführen.
Eine derartige Drehkolbenmaschine ist beispielsweise der FR 13 84 755 A zu entnehmen. Dort wird vorgeschlagen, zumindest einen Überströmraum im Rotor durch den Aufnahmeschlitz für einen Plattenkolben auszubilden, und im Plattenkolben ein begrenzt schwenkbares Ventilelement vorzusehen, das wechselweise Ein- und Austrittsfenster im Plattenkolben verschließt. Die Steuerung des schwenkbaren Ventilelementes erfolgt mittels der Druckunterschiede vor und hinter dem Plattenkolben. Bevorzugt sind um 180° versetzt zwei derartige Plattenkolben vorgesehen.
Die Erfindung hat es sich nun zur Aufgabe gestellt, bei einer derartigen Drehkolbenmaschine einen Überströmraum zu schaffen, der nicht im Inneren des Rotors ausgebildet ist, und erreicht dies dadurch, daß der Überströmraum durch eine Erweiterung des Kompressionsraums vor dem Berührungsbereich gebildet ist und ein hinter dem Plattenkolben im Rotor verschiebbar angeordneter Hilfskolben in den Überströmraum dichtend eingreift. Sobald der Plattenkolben den Überströmraum erreicht, verliert er seine Abdichtfunktion als hinteren Abschluß des Kompressionsraumes, sodaß das bereits teilkomprimierte Medium austreten kann und von dem die Dichtfunktion übernehmenden Hilfskolben aufgefangen und weiter komprimiert wird.
In einer bevorzugten Ausführung ist vorgesehen, daß der Überströmraum durch eine
Ausweitung der Gehäuseinnenwand gebildet ist, deren Breite kleiner als die des Plattenkolbens und eventuell des Hilfskolbens ist, und daß im Hilfskolben ein gegen die
Ausweitung der Gehäuseinnenwand federbeaufschlagter Schieber vorgesehen ist.
Durch die Ausbildung werden vor allem Dichtungsprobleme vermieden, da die
Abdichtung des Hilfskolbens denselben Kriterien unterliegt, wie die Abdichtung des
Plattenkolbens selbst, die im Prinzip schon zufriedenstellend erreichbar ist.
Während der Passage des Berührungsbereiches wird das zwischen dem Hilfskolben und dem Plattenkolben maximal komprimierte Medium bevorzugt in einer
Umfangsvertiefung des Rotors aufgenommen, in der dann die Zündung erfolgt, sobald der Plattenkolben in den vor dem Berührungsbereich sich öffnenden Zünd- und Expansionsraum eingetreten ist. Das Volumen der Umfangsvertiefung ist dabei bevorzugt verstellbar.
Da der Hilfskolben bevorzugt im Zünd- und Expansionsraum und im Anfangsbereich des Eintritts- und Kompressionsraums im Rotor eingezogen geführt ist, wird ein sehr großes Verhältnis zwischen Zünd- und Expansionsraum erreicht, das beispielsweise bei etwa 1:40 liegt. Der Druck der verbrannten Gase wird daher wesentlich länger und besser genützt.
Nachstehend wird nun die Erfindung an Hand der Figuren der beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben, die aber nur schematisch dargestellte Ausführungsbeispiele zeigen.
Es zeigen:
Fig. 1 bis 3 Schnitte durch ein erstes Ausführungsbeispiel mit einem Plattenkolben und einem Hilfskolben,
Fig. 4 und 5 den Hilfskolben in Draufsicht und im Schnitt,
Fig. 6 und 7 ein zweites Ausführungsbeispiel mit je zwei um 180° versetzten
Plattenkolben und Hilfskolben,
Fig. 8 eine dritte Ausführung mit zwei Kolben und einem etwa ovalen Gehäuse, und Fig. 9 ein Detail einer weiteren Ausführung.
Die in den Fig. 1 bis 3 in verschiedenen Positionen dargestellte Drehkolbenmaschine weist ein im wesentlichen zylindrisches Gehäuse 1 auf, in dem exzentrisch ein zylindrischer Rotor 6 so angeordnet ist, daß er mit seinem Umfang die Innenwand 4 des Gehäuses 1 an einer Stelle berührt. Der Berührungsbereich ist mit der Ziffer 15
bezeichnet. Im Rotor 6 ist ein Plattenkolben 7 radial verschiebbar angeordnet, der von einer Feder 8 an die Innenwand 4 des Gehäuses 1 dichtend angedrückt wird. Während der Drehung des Rotors 6 teilt der Plattenkolben 7 den kipferlförmigen Raum zwischen dem Rotor 6 und dem Gehäuse 1 in einen Kompressionsraum 16 und einen Zünd- und Expansionsraum 17, deren Volumina sich ändern. In Fig. 1 bis 3 angedeutete Ein- bzw. Auslaßöffnungen werden gesteuert geöffnet und geschlossen, sodaß beispielsweise die Ansaugung von Luft oder Treibstoffgemisch in den Kompressionsraum 16 bzw. die Kompression des angesaugten Gemisches ebenso möglich ist, wie dessen Zündung im Zünd- und Expansionsraum 17. Da sich in den Zeichnungsfiguren der Rotor 6 jeweils in Uhrzeigerrichtung dreht, schiebt der Plattenkolben 7 angesaugtes Medium vor sich her und komprimiert es bis zum Berührungsbereich 15. Um das vor dem Plattenkolben 7 komprimierte Medium in der in Fig. 1 gezeigten Position hinter dem Plattenkolben 7 zünden zu können, entweder durch eine nicht gezeigte Zündkerze oder durch Eigenzündung des in diesem Bereich eingespritzten Treibstoffes, ist die Überführung des Mediums von vorne nach hinten erforderlich. Zu diesem Zweck ist im Kompressionsraum 16 eine Erweiterung 5 in Form einer Ausweitung in der Gehäuseinnenwand 4 vorgesehen, die vom Plattenkolben 7 nicht ausgefüllt werden kann. Beispielsweise ist die Ausweitung schmäler als der Plattenkolben 7, sodaß das komprimierte Medium außerhalb des Plattenkolbens 7 nach hinten strömt. Um dessen Kompression aufrecht zu erhalten bzw. letztlich ausreichend zu erhöhen, ist hinter dem Plattenkolben 7 im Rotor 6 ein Hilfskolben 9 verschiebbar angeordnet, der von einer Feder 13 beaufschlagt ist. In Fig. 4 und 5 ist der Hilfskolben 9 näher gezeigt. Da der Hilfskolben 9 bereits dichtend an der Innenwand 4 des Gehäuses 1 anliegen muß, wenn der Plattenkolben 7 in den Bereich der Erweiterung 5 eintritt, weist dieser eine Kontur auf, die der des Plattenkolbens 7 gleicht. Für den dichtenden Eingriff in die schmälere Ausweitung ist im Hilfskolben 9 ein Schieber 11 mit der Wirkung einer Feder 19 vorgesehen, dessen aus dem Hilfskolben 9 ragenden Endbereich die Abdichtung des zwischen dem Plattenkolben 7 und dem Hilfskolben 9 gebildeten Raumes nach hinten übernimmt. Das überströmende Medium wird daher bei weiterer Drehung vom Hilfskolben 9 komprimiert. Zwischen dem Plattenkolben 7 und dem Hilfskolben 9 ist im Rotor 6 eine Umfangsvertiefung 10 ausgebildet, die dem Rauminhalt des maximal komprimierten Mediums entspricht, das in der Umfangsvertiefung eingeschlossen den Berührungsbereich 15 passiert und im Zündraum 17 gezündet wird. In diesem Bereich bleibt der Hilfskolben 9 im Rotor 6 eingezogen, sodaß der Expansionsraum eine maximale Größe erreichen kann. Für den Rückhalt des Hilfskolbens 9 im Rotor 6 sorgt
je eine zumindest über 180° sich erstreckende gebogene Nut 12 in den beiden
Seitenwänden 14 des Gehäuses 1 , in die seitlich im Hilfskolben 9 federnd angeordnete
Stifte 18 eingreifen. Am Ende der Nuten 12 werden die Stifte 18 nach innen verdrängt, sodaß der Hilfskolben 9 im Rotor 6 von der Feder 13 nach außen gedrückt werden kann. Im Berührungsbereich 15 ist der Hilfskolben 9 vollständig in den Rotor 6 versenkt, sodaß die Stifte 18 in die dort wieder beginnenden Nuten 12 einrasten. Die
Führungsschlitze des Plattenkolbens 7 und des Hilfskolbens 9 im Rotor 6 sind bevorzugt durch innere Luftausgleichskanäle untereinander und mit einem gegebenenfalls vorgesehenen größeren Hohlraum im Rotor 6 verbunden.
Die Ausführung nach Fig. 6 und 7 unterscheidet sich von der beschriebenen Ausführung nach Fig. 1 bis 3 nur dadurch, daß im Rotor 6 zwei einander diametral gegenüberliegende Plattenkolben 7 vorgesehen sind, die durch eine vorzugsweise gemeinsame mittlere Feder 8 auseinandergedrückt werden. Jeden Plattenkolben 7 ist ein Hilfskolben 9 zugeordnet, und zwischen dem Plattenkolben 7 und dem Hilfskolben
9 sind zwei Umfangsvertiefungen 10 im Rotor 6 vorgesehen. In Fig. 6 und 7 ist eine Einlaßöffnung 2 in der Gehäuseseitenwand 14 gezeigt. In der oberhalb der Zeichenebene liegenden zweiten Gehäuseseitenwand ist eine Auslaßöffnung 3 vorgesehen, deren Position durch die strichlierte Linie angedeutet ist.
Die Ausführung nach Fig. 8 zeigt ein etwa ovales Gehäuse 1 , in dem der zylindrische Rotor 6 zentrisch angeordnet ist. Im Rotor 6 sind, so wie in Fig. 6 und 7, zwei Plattenkolben 7 und zwei Hilfskolben 9 angeordnet, sowie zwei Umfangsvertiefungen
10 vorgesehen, die jeweils in dem den Ein- bzw. Auslaßöffnungen 2, 3 gegenüberliegenden oberen Berührungsbereich 15 das für die Zündung vorgesehene komprimierte Medium aufweisen. Eine Ausweitung 5 der Gehäuseinnenwand 4 bildet wiederum den Überströmraum im Kompressionsbereich.
Fig. 9 zeigt eine weitere Ausführung, in der das Volumen der Umfangsvertiefung 10 des Rotors 6 veränderbar ist. Hierzu ist der Boden der Vertiefung an einem Einsatzstück 19 ausgebildet, das im Rotor verstellbar ist, wobei der Stellantrieb 20 hydraulisch oder mechanisch erfolgen kann.