Antimikrobielle Ausrüstung von Schäumen aus Polyurethan durch Einsatz von Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) zusammen mit anderen Wirkstoffen
Die antimikrobielle Ausrüstung von Polyurethan wird seit längerem technisch durchgeführt. Ausgerüstet wird Polyurethan als Schaum auf Basis von Polyesterpolyol oder Polyetherpolyol, Spritzgussteile aus Polyurethan oder Beschichtungen aus Polyurethan. Antimikrobielle Ausrüstungen von Polyurethan sind auch in der Patentliteratur anzutreffen. GB 9713023.1 beschreibt die Anwendung von Silberionen in Polyurethan. US 8/782,755 beschreibt die Verwendung von Triclosan (2,4,4'-Trichlor-2'- hydroxydiphenylether) in Handschuhen. Dabei wird das Triclosan in einem Weichmacher zusammen mit der Kunststoffmasse zusammen mit einem
Stabilisator in einem Tauchverfahren aufgebracht. US 374290 beschreibt den Einsatz von Triclosan allein oder in Kombination mit einem Biguanid oder einer Silberverbindung als antimikrobielle Ausrüstung von Polyurethan. US 722784 beschreibt die antimikrobielle Ausrüstung von Teilen aus Polyurethan mit quarternärem Ammoniumsalz das in einem fluorierten oder chlorierten Lösungsmittel eingebracht wird. US 692,331 beschreibt den Einsatz von in Alkanolamid gelöstem Pyrithione für die Herstellung von antimikrobiell ausgerüsteten Schäumen aus Polyurethan respektive als damaligem Stand der Technik wird der Einsatz von pulverförmigen Zinkpyrithion beschrieben. Der Einsatz von 3-(Trimethoxysilyl)-propinyl-dimethyl-octadecylammoniumchlorid wird in US 588855 beschrieben. Ebenfalls gut bekannt sind technische eingesetzte Ausrüstungen mit Organozinnverbindungen und Organzinnverbindungen zusammen mit weiteren antimikrobiell wirkenden Verbindungen wie zum Beispiel Triclosan. Zusätzlich befinden sich Produkte die Organzinnkomponenten und Organoarsenverbindungen enthalten auf dem Markt.
Werden Schäume aus Polyurethan hergestellt, die als antimikrobiellen Wirkstoff nur Triclosan enthalten, ist das erreichbare Keimspektrum auf Bakterien beschränkt. Zudem muss Triclosan für die Anwendung in Polyurethan sehr hoch dosiert werden, wenn eine ausreichende bakteriostatische Wirkung erzielt werden soll. Quaternäre Ammoniumverbindungen haben auch in eigenen Versuchen sehr gute antimikrobielle Resultate gezeigt, haben aber den entscheidenden Nachteil, dass sie nur bis ungefähr 140°C thermisch stabil sind. Bei der Herstellung von mittleren und grossen Schaumblöcken werden Kerntemperaturen erreicht und für längere Zeit, bis zu einigen Stunden gehalten, die deutlich über 140°C liegen und sich oft im Bereich von rund 170°C bewegen. Werden quaternäre Ammoniumverbindungen kovalent über zum Beispiel ein funktionales Silizium an die Matrix gebunden, so werden die antimikrobiellen Werte gegenüber dem freien quaternären Ammoniumsalz im Agar-Diffusionstest gegen Mikropilze dramatisch schlechter. Zinkpyrithion, zum Beispiel das Zink - Omadine® von Olin, zeigt gegen sehr viele Keime ausgezeichnete antimikrobielle Werte, hat aber, alleine eingesetzt, Lücken im Keimspektrum. Es ist ein hochschmelzendes, in fast nichts lösliches pulverförmiges Produkt und lässt sich aus diesem Grunde nicht in Lösemittel lösen, die für die Polyurethan verarbeitende Industrie üblicherweise in Betracht kommen. Organozinnprodukte auf der Basis von Tributylzinnestern können den Geruch eines fertigen Schaumes drastisch und unangenehm verändern. Zudem beeinflussen Organozinnverbindungen katalytisch den Schäumungsprozess. Üblicherweise sind die Organozinnverbindungen zudem recht schwach an den Schaum gebunden und können deshalb durch einfachste Wasch- oder Spülprozesse leicht entfernt werden. Die antimikrobielle Wirkung dieser Produkte ist allerdings ausgezeichnet, was auch bei den organischen Arsenprodukten, die allerdings sehr toxisch sind, zutrifft.
Die Aufgabe bestand nun darin, Formulierungen für die antimikrobielle Ausrüstung von geschäumtem Polyurethan zu entwickeln, die in den üblicherweise angewendeten technischen Prozessen der Herstellung von Schäumen aus Polyurethan eingesetzt werden können. Dabei ist ein Schutz sowohl gegen Bakterien als auch gegen Mikropilze zu erreichen. Dies sowohl im Originalzustand als auch nach Belastungen wie sie zum Beispiel bei
Haushaltsschwämme üblicherweise anzutreffen sind. Die antimikrobielle Wirkung ist dabei im Agar-Diffusionstest nach der schweizerischen Norm SN 195 920 gegen Bakterien und nach der schweizerischen Norm SN 195 921 gegen Mikropilze nachzuweisen. Idealerweise kann mit den Formulierungen noch ein Schutz des Polyurethanschaumes gegen die Besiedelung durch Hausstaubmilben erreicht werden. Die antimikrobiell wirkenden Stoffe müssen so ausgewählt werden, dass sie unter Prozessbedingungen stabil sind und dass sie weder während der Herstellung, Transport, Lagerung und Verarbeitung der Formulierung selbst noch im fertigen Produkt aus Polyurethanschaum arbeitshygienisch, toxikologisch oder ökotoxikologisch bedenklich sein dürfen. Die Aktivkomponenten sollen zudem idealerweise in Kosmetika oder Körperpflegemitteln bereits eingesetzt werden und über entsprechende Zulassungen verfügen.
Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, dass praktisch alle marktüblichen antimikrobiell wirkenden Stoffe, die zudem über eine zumindest annähernd ausreichende thermische Stabilität verfügen um die Bedingungen des Herstellungsprozesses von Polyurethanschäumen zu überstehen, in verschiedenen Konzentrationen in Polyurethanschäume auf der Basis von Polyesterpolyol und TDI (2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat) eingearbeitet wurden. Dafür wurden die Wirkstoffe in das Polyesterpolyol, das die Komponenten wie das Treibmittel Wasser, den Katalysator, Stabilisator enthielt, eingearbeitet. Das TDI wurde in diese Mischungen homogen eingearbeitet. Die Mischung beginnt innert Sekunden zu schäumen. Der Schaum wird in die Form umgegossen und fertig aufschäumen lassen. Der entstehende Schaumblock wird nach dem abkühlen aus der Form genommen, geschnitten und auf die antimikrobielle Wirkung gegen verschiedene Keime geprüft. Auf diese Weise konnten die besten antimikrobiellen Wirkstoffe eruiert werden. Es wurde dabei festgestellt, dass praktisch alle geprüften Aktivkomponenten nicht gegen alle Prüfkeime gleich gut wirken. Neben anderen Kombinationen zeigte dabei der
Wirkstoff Zink- bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) mit der oft als Synonym benutzten
Bezeichnung Zinkpyrithion (CAS: 13463-41-7) eine sehr breite Wirkung. Wird der Wirkstoff ideal kombiniert, so wurde das geprüfte Keimspektrum vollkommen lückenlos mit ausgezeichneten Werten abgedeckt. Dies konnte
nicht einmal mit der mitgeprüften organischen Arsenverbindung 10,10'- Oxybisphenoxarsin erreicht werden, die eine gewisse Schwäche gegen Escherichia coli aufweist. Mit diesen Versuchen wurden die idealen Kombinationsmöglichkeiten von Zinkpyrithion mit weiteren Wirkstoffen herausgefunden. Damit war die Aufgabenstellung allerdings noch nicht erfüllt, da die Wirkstoffkombinationen technisch noch nicht einsetzbar sind. Es wurde nun versucht aus der Wirkstoffkombination eine relativ stabile Dispersion herzustellen. Am naheliegensten waren Systeme, die aus Polurethan gelöst in Lösungsmittel wie N-Methylpyrrolidon oder Dimethylformamid bestehen und in welche die Wirkstoffkombination eingearbeitet wird. Diese Versuche schlugen allesamt fehl, da die Dispersionen entweder chemisch oder physikalisch oder chemisch und physikalisch ungenügend stabil waren. Gelöst werden kann diese Aufgabe dadurch, dass anstelle von Polyurethan Polyvinylchlorid als Kunststoff eingesetzt wird und dass keine so hoch polaren Lösungsmittel zum Einsatz kommen. PVC gibt in verschiedenen Lösungsmitteln so stabile Plastisole, dass darin pulverförmige Produkte relativ stabil dispergiert werden können. Durch den Gehalt des eingesetzten PVC im organischen Medium kann dabei die Viskosität des Endproduktes eingestellt werden. Dabei wird mit einem hohen Anteil eine sehr stabile Formulierung erreicht, die dafür schwer pumpbar ist und mit einem tiefen PVC-Anteil wird eine leichter pumpares Plastisol erhalten, dass dafür Stoffe weniger stabil in dispergierter Form hält, das heisst es kommt leichter zu reversiblen An- und Abtrennungen.
Gute geeignet haben sich antimikrobiell wirkende Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan für den Schutz des Polyurethans gegen den Befall durch Keime wie Bakterien, Mikropilze, Hefen mit oder ohne Ausrüstung gegen Hausstaubmilben dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem reinen oder gemischten, monomeren oder polymeren organischen Lösemittel, vorzugsweise einem Ester oder Ether, mit oder ohne freie Hydroxylgruppen, Polyvinylchlorid und in dieser Mischung gelöst, teilweise gelöst oder dispergiert, einen bis mehrere antimikrobielle Wirkstoffe neben Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) mit oder ohne weitere Additive enthalten.
Gute Resultate wurden bei den antimikrobiell wirkenden Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan indem erreicht, dass die Formulierung als antimikrobiellen Wirkstoff zwischen 2 und 40% Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) und zumindest einen der antimikrobiellen Wirkstoffe 3-lod-2- propinylbutylcarbamat, Diioddimethylsulfonyltoluol, N-Butyl-1 ,2- benzisothiazolin-3-on, 2,3,5,6-Tetrachloro-4-(methylsulfonyl)-pyridin, 2-n-octyl- 4-isothiazolin-3-on, 4,5-Dichlor-2-n-octyl-4-isothiazolin-3-on, 2,4,4,-Trichlor-2'- hydroxydiphenylether, 2-Methoxycarbonylamino-benzimidazol, 2-(4-Thiazolyl)- benzimidazol, N-(Dichlofluorrmethylthio)-phthalimid in Mengen zwischen 1 und 30% und/oder für den Schutz vor der Besiedelung durch Hausstaubmilben zwischen 1 und 10% 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2- dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat enthalten und in ein Medium, das aus 10 bis 30% Polyvinylchlorid in einem monomeren oder polymeren organischen Lösemittel, vorzugsweise einem Ester oder Ether, mit oder ohne freie Hydroxylgruppen, eingearbeitet wird, was durch einrühren, vorzugsweise mittels eines Dissolvers durchgeführt wird.
Ebenfalls gute Resultate wurden bei den antimikrobiell wirkenden Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan indem erreicht, dass die Formulierung als antimikrobiellen Wirkstoff zwischen 2 und 40% Zink-bis-(2- pyridinthiol-1-oxid) und zwischen 2 und 30% 3-lod-2-propinylbutylcarbamat und/oder gegen die Besiedelung durch Hausstaubmilben zwischen 1 und 10% 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)- cyclopropancarboxylat enthalten und in ein Medium, das aus 10 bis 30% Polyvinylchlorid in einem polymeren organischen Lösemittel, vorzugsweise einem Ester oder Ether, mit oder ohne freie Hydroxylgruppen, eingearbeitet wird, was durch einrühren, vorzugsweise mittels eines Dissolvers durchgeführt wird.
Ebenfalls gute Resultate wurden bei den antimikrobiell wirkenden
Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan indem erreicht, dass die Formulierung als antimikrobiellen Wirkstoff zwischen 2 und 40% Zink-bis-(2- pyridinthiol-1-oxid) und zwischen 2 und 30% 3-lod-2-propinylbutylcarbamat und/oder gegen die Besiedelung durch Hausstaubmilben zwischen 1 und 10%
3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)- cyclopropancarboxylat enthalten und in ein Medium, das aus 10 bis 30% Polyvinylchlorid in einem organischen Lösungsmittel wie einem Phthalsäureester, einem Phosphorsäureester, einem Polyol mit freien primären, sekundären oder tertiären Hydoxylgruppen, rein oder im Gemisch enthält, durch einrühren, vorzugsweise mittels eines Dissolvers hergestellt wird.
Sehr gute Resultate wurden bei den antimikrobiell wirkenden Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan indem erreicht, dass die Formulierung als antimikrobiellen Wirkstoff zwischen 2 und 40% Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) und zwischen 2 und 30% 3-lod-2-propinylbutylcarbamat und/oder gegen die Besiedelung durch Hausstaubmilben zwischen 1 und 10% 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat enthalten und in ein Medium, das aus 10 bis 30% Polyvinylchlorid in einem organischen Lösungsmittel wie einem Phthalsäureester, vorzugsweise Dioctylphthalat oder Diisodecylphthalat, einem Phosphorsäureester wie vorzugsweise einem Triarylphosphat, einem Polyol wie vorzugsweise einem Polyetherpolyol mit zwei oder mehreren freien Hydroxylgruppen, die idealerweise sekundär sind, rein oder im Gemisch, durch einrühren, vorzugsweise mit einem Dissolver, eingearbeitet werden.
Sehr gute Resultate wurden bei den antimikrobiell wirkenden Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan indem erreicht, dass die Formulierung als antimikrobielle Wirkstoffe zwischen 2 und 40% Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) und 2 bis 30% 3-lod-2-propinylbutylcarbamat enthalten und in ein Medium, das aus 10 bis 30% Polyvinylchlorid in einem organischen Lösungsmittel wie einem Phthalsäureester, vorzugsweise Dioctylphthalat oder Diisodecylphthalat, einem Phosphorsäureester wie vorzugsweise einem Triarylphosphat, einem Polyol wie vorzugsweise einem Polyetherpolyol mit zwei oder mehreren freien Hydroxylgruppen, die idealerweise sekundär sind, rein oder im Gemisch, durch einrühren, vorzugsweise mit einem Dissolver, eingearbeitet werden.
Besonders gute Resultate wurden bei den antimikrobiell wirkenden
Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan indem erreicht, dass die
Formulierung als antimikrobielle Wirkstoffe zwischen 2 und 40% Zink-bis-(2- pyridinthiol-1-oxid) und 2 bis 30% 3-lod-2-propinylbutylcarbamat enthalten und in ein Medium, das aus 10 bis 30% Polyvinylchorid in einem organischen Lösungsmittel wie vorzugsweise einem Polyetherpolyol mit zwei oder mehreren vorzugsweise drei freien Hydroxylgruppen, die idealerweise sekundär sind, durch einrühren, vorzugsweise mit einem Dissolver, eingearbeitet werden.
Ebenfalls ausgezeichnete Resultate wurden bei den antimikrobiell wirkenden Formulierungen für den Einsatz in Polyurethan indem erreicht, dass die Formulierung als antimikrobiellen Wirkstoff zwischen 2 und 40% Zink-bis-(2- pyridinthiol-1-oxid) und zwischen 2 und 30% 3-lod-2-propinylbutylcarbamat und/oder gegen die Besiedelung durch Hausstaubmilben zwischen 1 und 10% 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)- cyclopropancarboxylat enthalten und in ein Medium, das aus 10 bis 30% Polyvinylchorid in einem organischen Lösungsmittel wie vorzugsweise einem Polyetherpolyol mit zwei oder mehreren, idealerweise drei freien Hydroxylgruppen, die idealerweise sekundär sind, durch einrühren, vorzugsweise mit einem Dissolver, eingearbeitet werden.
Diese Formulierungen können problemlos mit ausgezeichneten antimikrobiellen Ergebnissen in Polyurethanschäume auf Basis Polyesterpolyol oder Polyetherpolyol eingearbeitet werden. Gute Resultate werden dabei erreicht, wenn diese Formulierungen in Konzentrationen von 0,1 bis und mit 2,0%, bezogen auf die vollständige Rezeptur für den Schaum aus Polyurethan, vor dem Mischen des Polyols, mit oder ohne weiteren Additiven und dem Isocyanat, vorzugsweise zur Polyolkomponente, zugegeben wird.
Die Erfindung wird nun an Beispielen noch näher erläutert:
1. 150 Gramm PVC-Pulver werden in 550 Gramm Lupranol 2080, einem trifunktionellem Polyetherpolyol von BASF, eingerührt. Zu dieser Mischung werden 100 Gramm 3-lod-2-propin-butylcarbamat und 200 Gramm Zink-bis-
(2-pyridinthiol-1-oxid) zugegeben. Mit dem Dissolver wird die Mischung so lange gerührt, bis sie vollständig homogen ist.
2. 150 Gramm PVC-Pulver werden in 510 Gramm Lupranol 2080, einem trifunktionellem Polyetherpolyol von BASF, eingerührt. Zu dieser Mischung werden 100 Gramm 3-lod-2-propin-butylcarbamat, 200 Gramm Zink-bis-(2- pyridinthiol-1-oxid) und 40 Gramm 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,- dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat zugegeben. Mit dem Dissolver wird die Mischung so lange gerührt, bis sie vollständig homogen ist.
3. 200 Gramm PVC-Pulver werden in 500 Gramm Dioctylphthalat gegeben. Dazu gibt man 180 Gramm Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) und 120 Gramm 3-lod-2-propin-butylcarbamat. Mit dem Dissolver wird die Mischung so lange gerührt, bis sie vollständig homogen ist.
4. 140 Gramm PVC-Pulver werden in 500 Gramm Reofos 65, einem Triarylphosphat, das von FMC Corporation Ltd. als PVC-Weichmacher mit flammhemmender Wirkung angeboten wird, vorgelegt. Dazu gibt man 180 Gramm Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) und 120 Gramm 3-lod-2-propin- butylcarbamat. Mit dem Dissolver wird die Mischung so lange gerührt, bis sie vollständig homogen ist.
5. 180 Gramm PVC-Pulver werden in 500 Gramm Polyethylenglycol 400 gegeben. Dazu gibt man 160 Gramm Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid), 110
Gramm 3-lod-2-propin-butylcarbamat und 70 Gramm Triclosan. Mit dem Dissolver wird die Mischung so lange gerührt, bis sie vollständig homogen ist.
6. 200 Gramm Desmophen® 2200, ein Polyesterpolyol von Bayer wird vorgelegt. Dazu gibt man 3,0 Gramm Desmorapid®, einem Katalysator auf Aminbasis, 3,0 Gramm Polyurax Silicone Surfactant SE 232®, einem Silicon Copolymer von BP, 7,5 Gramm Wasser als Treibmittel, 2,1 Gramm der im
Beispiel 1 beschriebenen erfindungsgemässen Formulierung und mischt die Komponenten möglichst homogen. Zu dieser gerührten Mischung gibt man aufs Mal 91 Gramm Desmodur® T 80, (2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat) rührt für einige Sekunden mit dem Dissolver weiter, bis die Masse zu schäumen beginnt und giesst die Masse in eine zylinderförmige Form um, wo sie bis zu ihrem endgültigen Volumen aufschäumen kann. Der Schaum wird, sobald er abgekühlt ist und nicht mehr klebt aus der Form genommen zerschnitten und die Stücke werden im Agar-Diffusionstest nach der schweizerischen Norm SN 195 920 gegen die Keime Staphylococcus aureus, Stamm ATCC 6538, Escherichia coli, Stamm ATCC 11229,
Klebsieila pneumoniae, Stamm ATCC 4352 und Pseudomonas aeruginosa, Stamm ATCC 15442 geprüft. Im Agar-Diffusionstest nach der schweizerischen Norm SN 195 921 wurde gegen die Keime Candida albicans, Stamm ATCC 10231 , Aspergillus niger, Stamm EMPA 18 und Trichophyton mentagrophytes, Stamm EMPA 334 geprüft.
Auf identische Weise wurden Schäume mit 0,3% und 0,5% der erfindungsgemässen Formulierungen aus den Beispielen 1 und 2 hergestellt und gleich wie beschrieben in den Agar-Diffusionstests geprüft. Sämtliche Schäume zeigten gegen sämtliche aufgelisteten Keime ausgezeichnete antimikrobielle Werte. Zur Überprüfung der Testresultate wurden die
Schäume nach der Norm AATCC 100 gegen Staphylococcus aureus geprüft. Nach 24 Stunden lagen dabei die Keimzahlen bei allen Schäumen mit einer Ausnahme unter 100 KBE (Kolonien bildende Einheiten pro Milliliter). Der einzige Schaum, der eine erhöhte Keimzahl zeigte lag bei 3800 KBE. Zum Vergleich: Der antimikrobiell nicht ausgerüstete, aber sonst identische Schaum zeigte unter gleichen Testbedingungen eine Keimzahl von über 10 7 KBE.
Schäume, die mit einer Formulierung nach dem Beispiel 2 hergestellt worden sind, wurden in feine Stücke geschnitten. 0,5 Gramm dieser Schaumstücke wurden in rund 40 Millilitern Tetrahydrofuran aufgenommen, rund 30 Minuten im Ultraschallbad behandelt, mit Methanol auf 100 Milliliter aufgefüllt und die organische Lösung wurde mittels Hochdruckflüssigchromatographie auf den Gehalt an 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat
untersucht. Bei allen Schäumen mit 0,2 bis 0,5% der erfindunggemässen Formulierung nach Beispiel 2, die so untersucht wurden, wurde über 80% der Wirkstoffs 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2- dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat wieder gefunden. Aus einer Vielzahl von Experimenten mit Hausstaubmilben ist bekannt, dass ab rund 60 ppm
Gehalt an 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2- dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat die Hausstaubmilben innert acht Wochen weitgehend sterben und bei einem Gehalt von mindestens 80 ppm 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)- cyclopropancarboxylat keine Hausstaubmilben mehr überleben. Die
Überlebensrate der Hausstaubmilben kann somit mit Sicherheit als Null angenommen werden, wenn 0,3% der erfindungsgemässen Formulierung nach Beispiel 2 in den Schaum aus Polyurethan eingearbeitet werden. Die Schäume mit 0,3% und mit 0,5% der erfindungsgemässen Formulierung nach Beispiel 1 wurden in Blöcken von ca. 10 cm x 5 cm x 5 cm in
Leitungswasser mit 0,5% eines Haushaltsgeschirrspülmittels bei Raumtemperatur 90 mal eingetaucht und über der Wasseroberfläche ausgepresst und wieder eingetaucht. Im Anschluss wurden die Schäume in frischem Leitungswasser für je zehn Spülzyklen ausgewaschen wobei ein Spülzyklus aus 10 mal aufsaugen und anschliessendes auspressen von
Wasser aus dem Schaum unter der Wasseroberfläche bestand, dann wurde der Schaum einmal ausserhalb des Wasserbehälter so ausgepresst, dass das austretende Wasser nicht mehr in den Wasserbehälter zurücklaufen konnte. Die Schäume wurden nachher getrocknet und anschliessend nochmals in den Agar-Diffusionstests gegen alle genannten Keime geprüft. Der Schaum mit 0,3% der erfindungsgemässen Formulierung nach Beispiel 1 zeigt gegen Candida albicans, Stamm ATCC 10231 einen schwachen Bewuchs von unter 5% durch den Keim. Gegen alle anderen geprüften Keime war kein Bewuchs feststellbar. Zum überwiegenden Teil wiesen die Schalen sehr deutliche Hemmzonen um die Polyurethanmuster herum auf.
7. 200 Gramm Desmophen® 7160, ein Polyetherpolyol von Bayer, 7,0 Gramm
Wasser als Treibmittel, 0,2 Gramm Niax® Catalyst A1 , 0,4 Gramm Dabco®
33 LV von Air Products, 2,0 Gramm Tegostab® B 3640 von Th. Goldschmidt, 0,4 Gramm Desmorapid® von Bayer werden mit 0,85 Gramm einer Formulierung wie im Beispiel 1 beschrieben mit einem Dissolver homogen vermischt. Zu der gerührten Mischung werden aufs Mal 87 Gramm Desmodur® T 80, (2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat) gegeben. Man rührt für einige Sekunden mit dem Dissolver weiter, bis die Masse zu schäumen beginnt und giesst die Masse in eine zylinderförmige Form um, wo sie bis zu ihrem endgültigen Volumen aufschäumen kann. Der Schaum wird, sobald er abgekühlt ist und nicht mehr klebt aus der Form genommen zerschnitten und die Stücke werden im Agar-Diffusionstest nach der schweizerischen
Norm SN 195 920 gegen die Keime Staphylococcus aureus, Stamm ATCC 6538, Escherichia coli, Stamm ATCC 11229, Klebsiella pneumoniae, Stamm ATCC 4352 und Pseudomonas aeruginosa, Stamm ATCC 15442 geprüft. Im Agar-Diffusionstest nach der schweizerischen Norm SN 195 921 wurde gegen die Keime Candida albicans, Stamm ATCC 10231, Aspergillus niger,
Stamm EMPA 18 und Trichophyton mentagrophytes, Stamm EMPA 334 geprüft.
Auf identische Weise wurde Schaum mit 0,5% der erfindungsgemässen Formulierungen aus den Beispielen 1 und 2 hergestellt und gleich wie beschrieben in den Agar-Diffusionstests geprüft. Sämtliche Schäume zeigten gegen sämtliche aufgelisteten Keime ausgezeichnete antimikrobielle Werte. Zur Überprüfung der Testresultate wurden die Schäume nach der Norm AATCC 100 gegen Staphylococcus aureus geprüft. Nach 24 Stunden lagen dabei die Keimzahlen bei allen Schäumen unter 100 KBE (Kolonien bildende Einheiten pro Milliliter). Zum Vergleich: Der antimikrobiell nicht ausgerüstete, aber sonst identische Schaum zeigte unter gleichen Testbedingungen eine Keimzahl von über 10 7 KBE. Die Schäume mit 0,3% und mit 0,5% der erfindungsgemässen Formulierung nach Beispiel 1 wurden in Blöcken von ca. 10 cm x 5 cm x 5 cm in Leitungswasser mit 0,5% eines Haushaltsgeschirrspülmittels bei
Raumtemperatur 90 mal eingetaucht und über der Wasseroberfläche ausgepresst und wieder eingetaucht. Im Anschluss wurden die Schäume in frischem Leitungswasser für je zehn Spülzyklen ausgewaschen wobei ein
Spülzyklus aus 10 mal aufsaugen und anschliessendes auspressen von Wasser aus dem Schaum unter der Wasseroberfläche bestand, dann wurde der Schaum einmal ausserhalb des Wasserbehälter so ausgepresst, dass das austretende Wasser nicht mehr in den Wasserbehälter zurücklaufen konnte.
Die Schäume wurden nachher getrocknet und anschliessend nochmals in den Agar-Diffusionstests gegen alle genannten Keime geprüft. Der Schaum mit 0,3% der erfindungsgemässen Formulierung nach Beispiel 1 zeigt gegen Candida albicans, Stamm ATCC 10231 einen schwachen Bewuchs von unter 5% durch den Keim. Gegen alle anderen geprüften Keime war kein
Bewuchs feststellbar. Zum überwiegenden Teil wiesen die Schalen sehr deutliche Hemmzonen um die Polyurethanmuster herum auf. Schäume, die mit einer Formulierung nach dem Beispiel 2 hergestellt worden sind, wurden in feine Stücke geschnitten. 0,5 Gramm dieser Schaumstücke wurden in rund 40 Millilitern Tetrahydrofuran aufgenommen, rund 30 Minuten im Ultraschallbad behandelt, mit Methanol auf 100 Milliliter aufgefüllt und die organische Lösung wurde mittels Hochdruckflüssigchromatographie auf den Gehalt an 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat untersucht. Bei den Schäumen mit 0,3 resp. 0,5% der erfindungsgemässen
Formulierung nach Beispiel 2, die so untersucht wurden, wurde über 80% der Wirkstoffs 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2- dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat wieder gefunden. Aus einer Vielzahl von Experimenten mit Hausstaubmilben ist bekannt, dass ab rund 60 ppm Gehalt an 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2- dichlorvinyl)-cyclopropancarboxylat die Hausstaubmilben innert acht Wochen weitgehend sterben und bei einem Gehalt von mindestens 80 ppm 3-Phenoxybenzyl-(1 R,S)-cis-trans-2,2,-dimethyl-(2,2-dichlorvinyl)- cyclopropancarboxylat keine Hausstaubmilben mehr überleben. Die Überlebensrate der Hausstaubmilben kann somit mit Sicherheit als Null angenommen werden, wenn 0,3% der erfindungsgemässen Formulierung nach Beispiel 2 in den Schaum aus Polyurethan eingearbeitet werden.
Die oben beschriebenen antimikrobiellen Werte übertreffen sowohl in der Breite der erreichten Keime, gleichzeitig grampositive wie gramnegative Bakterien, Sprosspilze, Haut- und Schimmelpilze, als auch in der Wirkung sowohl im
Originalzustand als auch nach den beschriebenen Wäschen sämtliche anderen getesteten Produkte und Kombinationen von Produkten sehr deutlich und dies erst noch bei sehr tiefen Einsatzkonzentrationen.