Bis- Sulfonamide mit anti-HCMV-Wirkung
Die vorliegende Erfindung betrifft neue Verbindungen, die als Arzneimittel geeignet sind, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung als Arzneimittel, insbe- sondere als antivirale Mittel.
α,ß-Naphthyl verknüpfte Phenylsulfonamide sind überwiegend aus phototechnischen Publikationen bekannt [vgl. hierzu JP-06 122 669-A2, EP-684 515-A1; JP- 59 174 836-A2, DE-2 902 074, US-3 925 347, US-4 035 401, US-3 622 603, US- 3 482 971. EP-284 130].
Die WO 90/09 787 offenbart Sulfonamide als Radio- oder Chemosensibilisierungs- mittel und ihre Verwendung bei der Behandlung von Tumoren.
Außerdem ist die Verbindung N-[4-[[[5-(Dimethylamino)-l-naphthalenyl]sulfonyl]- amino]phenyl]-acetamid bekannt (J. Inst. Chem. (India) (1976), 48, Pt 6, 280-5).
Die Erfindung betrifft Verbindungen der allgemeinen Formel ( I ):
R für Wasserstoff oder eine geradkettige, verzweigte oder cyclische, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen steht, worin gegebenfalls ein bis zwei Kohlenstoffatome in der Kette durch O oder S ersetzt sein können, und die durch ein bis drei Substituenten substituiert sein kann, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die aus Hydroxy, Cyano, -N(R6)R7, (C,-C6)Alkoxycarbonyl, (C6-C10)Nryl und 5- bis 10-glie-
drigem Heteroaryl besteht, wobei (C6-Cιo)Aryl und 5- bis 10-gliedriges Heteroaryl ihrerseits durch ein bis drei Substituenten substituiert sein können, die aus Hydroxy, (G-C6)Alkyl, (Cι-C6)Alkoxy, (G-C6)-Alkoxycarbonyl, Halogen und Halogen(Cι-C6)alkyl ausgewählt werden, und worin
R6 und R7 gleich oder verschieden sind und für Wasserstoff, (C-.-C6)-Alk- oxycarbonyl oder eine geradkettige, verzweigte oder cyclische, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, die gegebenfalls mit Di(Cι-C6)Alkylamino substituiert ist, stehen, oder gemeinsam mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen 3- bis 8-gliedrigen heterocyclischen Ring bilden, der gegebenfalls durch 1 bis 3 (G-C6)Alkylgruppen substituiert sein kann und oder ein oder zwei weitere Heteroatome ausgewählt aus O, S oder N enthalten kann,
oder
R1 für (C6-Cιo)Aryl oder 5- bis 10-gliedriges Heteroaryl steht, die gegebenenfalls durch ein bis drei Substituenten substituiert sein könn n, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die besteht aus (C--C6)Alkyl, Hydroxy, (G-C6)Alkoxy- carbonyl, Halogen und Amino, oder
R für (Cι-C6)Alkoxy, (Cr C6)Alkoxycarbonyl, Aminocarbonyl steht oder eine der oben genannten Bedeutungen von R aufweisen kann und von dieser Bedeutung gleich oder verschieden sein kann,
oder
R und R gemeinsam mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind einen gesättigten oder ungesättigten Ring bilden mit bis zu 14 C- Atomen, dessen
Ringkohlenstoffatome gegebenfalls durch 1 bis 4 Reste, ausgewählt aus der
Gruppe, die aus O , S, S=0, C=O und N-R besteht, ersetzt sein können, und wobei der Ring gegebenfalls substituiert sein kann durch ein bis drei Substituenten, ausgewählt aus der Gruppe, die aus Hydroxy, (Cι-C6)Alkyl, Ben- zyl, Hydroxy(C]-C6)alkyl, Phenylamino, Benzoyl, (C1-C6)Acyl, (Ct-C6)Alk- oxy-carbonyl, Aminocarbonyl, Mono- oder Di(Cι-C6)alkylaminocarbonyl,
Morpholinocarbonyl, Phenylaminocarbonyl, (C-.-C6)Alkoxycarbonyl-(Cι-C6)- alkyl, (d-C^Alkoxyaminocarbonyl, (Cι-C6)-Alkoxycarbonyl-amino, 1,3- Dioxolan-2,2-diyl, Piperidyl, Piperidino und Imino besteht,
worin
R8 für Wasserstoff, eine geradkettige, verzweigte oder cyclische, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit bis zu 10 Kohlenstoffatomen steht, die gegebenfalls durch 1 bis 3 Reste ausgewählt aus der Gruppe, die aus Hydroxy, Pyrrolidinyl, Pyridyl, Phenyl, Halo- genphenyl, Halogen(Cι-C3)alkylphenyl und (Cι-C6)-Alkoxycarbonyl besteht, substituiert sein kann,
oder
R für (Cι-C6)Alkoxycarbonyl, (C6-Cιo)Aryl oder 5- bis 10-gliedriges
Heteroaryl steht, wobei (C6-Cιo)Aryl und 5- bis 10-gliedriges Heteroaryl ihrerseits durch ein bis drei Substituenten substituiert sein können, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die aus Halogen, Hydroxy, (C C6)Alkoxy, Nitro und Fluor(C C3)alkyl besteht,
R3 für Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, (G-C6)Acyl, Benzoyl oder (G-C6)- Acyloxy steht,
R4 und R5 unabhängig voneinander eine (G-C3)Alkylgruppe sind oder gemeinsam mit dem Kohlenstoffatom, an das sie gebunden sind einen 3- bis 6-gliedrigen carbocyclischen Ring bilden,
A für einen zweiwertigen (C6-C1o)Arylrest oder einen zweiwertigen 5- bis 10- gliedrigen Heteroarylrest steht die gegebenenfalls substituiert sein können durch ein bis drei Substituenten, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die aus (C*-C3)Alkyl, Hydroxy oder Halogenatomen besteht, und
D und E gleich oder verschieden sind und für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Nitro, Cyano, Hydroxy oder für (G-C3)Alkyl (G-C3)Alkoxy oder (C,-C3)-Alkoxy- carbonyl stehen,
sowie deren pharmazeutische verträgliche Salze.
Die erfindungsgemäßen Stoffe können auch als Salze vorliegen. Im Rahmen der Er- fmdung sind physiologisch unbedenkliche Salze bevorzugt.
Physiologisch unbedenkliche Salze können Salze der erfindungsgemäßen Verbindungen mit anorganischen oder organischen Säuren sein. Bevorzugt werden Salze mit anorganischen Säuren wie beispielsweise Salzsäure, Bromwasserstoffsäure, Phosphorsäure oder Schwefelsäure, oder Salze mit organischen Carbon- oder Sul- fonsäuren wie beispielsweise Essigsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Äpfelsäure, Zitronensäure, Weinsäure, Milchsäure, Benzoesäure, oder Methansulfonsäure, Ethansulfonsäure, Phenylsulfonsäure, Toluolsulfonsäure oder Naphthalindisulfon- säure.
Physiologisch unbedenkliche Salze können ebenso Metall- oder Ammoniumsalze der erfindungsgemäßen Verbindungen sein. Besonders bevorzugt sind z.B. Natrium-, Kalium-, Magnesium- oder Calciumsalze, sowie Ammoniumsalze, die abgeleitet sind von Ammoniak, oder organischen Aminen, wie beispielsweise Ethylamin, Di- bzw. Triethylamin, Di- bzw. Triethanolamin, Dicyclohexylamin, Dimethyl- aminoethanol, Arginin, Lysin, Ethylendiamin oder 2-Phenylethylamin.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) können in verschiedenen stereochemischen Formen auftreten, die sich entweder wie Bild und Spiegelbild (Enantiomere), oder die sich nicht wie Bild und Spiegelbild (Diastereo- mere) verhalten. Die Erfindung betrifft sowohl die Antipoden als auch die Racem- formen sowie die Diastereomerengemische. Die Racemformen lassen sich ebenso wie die Diastereomeren in bekannter Weise in die stereoisomer einheitlichen Bestandteile trennen.
Weiterhin können bestimmte Verbindungen in tautomeren Formen vorliegen. Dies ist dem Fachmann bekannt, und derartige Verbindungen sind ebenfalls vom Umfang der Erfindung umfaßt.
Eine geradkettige, verzweigte oder cyclische, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen schließt im Rahmen der Erfindung beispielsweise ein, einen geradkettigen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen, einen geradkettigen oder verzweigten Alkenylrest mit 2 bis 14 Kohlenstoffatomen, einen geradkettigen oder verzweigten Alkinylrest mit 2 bis 14 Kohlenstoffatomen sowie einen gesättigten oder ungesättigten cyclischen Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen in der Definition von Rl. Desweiteren schließen Reste in denen 1 bis 2 Kohlenstoffatome der obengenannten Kohlenwasserstoffgruppen in der Kette durch O oder S ersetzt sein können, beispielsweise (Cι-Cö)Alkoxyalkyl, (Cι-C6)Alkylthioalkyl-Reste ein.
Bezüglich der geradkettigen oder verzweigten Alkylgruppe mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen seien beispielsweise genannt: Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl, sek.-Butyl, Pentyl, Isopentyl, hexyl, Isohexyl, Heptyl, Isoheptyl, Octyl, Nonyl, Decyl, Undecyl und Dodecyl.
Als geradkettige oder verzweigte Alkenylgruppe mit 2 bis 14 Kohlenstoffatomen seien beispielsweise genannt: Allyl, Propenyl, Isopropenyl, Butenyl, Isobutenyl, Pentenyl, Isopentenyl, Hexenyl, Isohexenyl, Heptenyl, Isoheptenyl, Octenyl und Isooctenyl.
Als Alkinylgruppe mit 2 bis 14 Kohlenstoffatomen können geradkettige oder verzweigte Reste erwähnt werden, die eine oder mehrere C≡C-Gruppen aufweisen. Bevorzugt sind Alkinylreste mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen und beispielsweise seien Acetylenyl, 2-Butinyl, 2-Pentinyl und 2-Hexinyl genannt.
Die oben erwähnte Cycloalkylgruppe mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen schließt beispielsweise ein Cyclopropyl, Cyclopentyl und Cyclohexyl. Bevorzugt ist Cyclo- propyl.
Bevorzugt ist die geradkettige, verzweigte oder cyclische, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen in der Definition von Rl eine geradkettige Alkylgruppe mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen oder eine (C i -C6) Alkoxy(C i -C6)alkylgruppe.
Bezüglich der (Cι -Cg)Alkoxygruppe sei auf die unten erwähnte Definition verwiesen.
(Cι -Cg)Alkyl steht im Rahmen der Erfindung im allgemeinen für geradkettige oder verzweigtkettige Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, und dies- bezüglich sei auf die beispielhaft genannten Gruppen in den Erläuterungen zur Alkylgruppe mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen oben verwiesen.
Die (Cι-C6)Alkoxygruppe, wie sie in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, und wie sie auch in den Definitionen (Cι -C6)Alkoxycarbonyl, (Cι-Cö)Alkoxy- carbonyl(Cι-Cö)alkyl und (Cι -C6)Alkoxycarbonylamino verwendet wird, schließt beispielsweise geradkettige oder verzweigtkettige Alkoxygruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen ein, besonders bevorzugt Alkoxygruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, noch bevorzugter Alkoxygruppen mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen. Beispielsweise können erwähnt werden Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Isopropoxy, Butoxy, Iso- butoxy, Pentoxy, Isopentoxy, Hexoxy und Isohexoxy. Bevorzugt ist Methoxy, Ethoxy und Propoxy.
Die geradkettige, verzweigte oder cyclische, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen in der Definition von R^ und R^ schließt beispielsweise die oben für die Definition der geradkettigen, verzweigt- kettigen oder cyclischen, gesättigten oder ungesättigten Kohlenwasserstoffgruppen mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen in der Definition von Rl genannten Gruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen ein. Bevorzugt ist hier eine geradkettige oder verzweigtkettige (Ci -Cg) Alkylgruppe.
(Cι -C6)Alkylamino schließt im Rahmen der Erfindung die Alkylaminogruppen ein, deren Alkylgruppen 1 bis 6 Kohlenstoffatome aufweisen. Dabei kann es sich um symmetrische oder unsymmetrische Alkylaminogruppen handeln, wie beispielsweise Dimethylamino, Diethylamino, Methyl, Ethylamino usw.
3- bis- 8 Ringe, die R6 und R**7 gemeinsam mit dem Stickstoffatom an die sie gebunden sind, bilden können, schließen beispielsweise Pyrrolidin, Piperidin, Morpholin etc.
(Cg-Cι o)Aryl steht im Rahmen der Erfindung für einen aromatischen Rest mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen. Bevorzugte Arylreste sind Phenyl und Naphthyl. 5- bis
10-gliedriges Heteroaryl steht im Rahmen der Erfindung für 5- bis 10-gliedrige
Heteroatome enthaltende Ringe, die 1 bis 4 Heteroatome enthalten können, die ausgewählt werden aus O, S und N und schließen beispielsweise ein Pyridyl, Furyl, Thienyl, Pyrolyl, Imidazolyl, Pyrazolyl, Pyrazinyl, Pyrimidinyl, Pyridazinyl, Indo- lizinyl, Indolyl, Benzo[b]thienyl, Indazolyl, Chinolyl, Isochinolyl, Naphthyridinyl, Chinazolinyl, etc.
Bevorzugt sind 6- oder 10-gliedrige aromatische Heterocyclen, die gegebenenfalls wie in den Ansprüchen definiert, substituiert sein können.
Halogen schließt im Rahmen der Erfindung Fluor, Chlor, Brom und Iod ein. Bevorzugt sind Chlor oder Fluor.
Halogen(Cι -C6)alkyl schließt im Rahmen der Erfindung (Cι -Cö)Alkylgruppen ein, wie oben definiert, die durch 1 bis 3 Halogenatome, bevorzugt Fluor oder Chlor, substituiert sein können wie beispielsweise Monofluoralkylgruppen mit 1 bis 3
Kohlenstoffatomen, Monochloralkylgruppen mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, sowie Difluoralkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, Dichloralkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sowie Trifluor- bzw. Trichloralkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen. Bezüglich der Alkylgruppen sei auf die obigen Erläuterungen ver- wiesen.
Besonders bevorzugt sind Fluormethyl, Chlormethyl sowie Trifluormethyl.
Gesättigte oder ungesättigte Ringe mit bis zu 14 Kohlenstoffatomen, die R*-- und R-2 gemeinsam mit dem Stickstoffatom an die sie gebunden sind und in denen 1 bis 4
Ringkohlenstoffatome durch 1 bis 4 Reste ausgewählt aus der Gruppe, die aus O, S, S=O, C=O und N-R8 besteht, ersetzt sein können, schließen beispielsweise im Rahmen der Erfindung ein: Morpholino, Piperazinyl, Piperidyl, das gegebenenfalls ein- oder zweifach ungesättigt sein kann, 1 - Azacycloheptan, 1,4-Diazacycloheptan, Pyrrolidinyl, Thiomorpholino (l,4-Thiazinan-4-yl), 1-Azacyclooctan-l-yl, 1-Aza-
cycloheptan- 1 -yl, 1 ,3-Thiazolidin-3-yl, 1 - Aza-4,7, 10, 13 -tetraoxocyclopentadecan- 1 - yl und Dihydropyrrol-1-yl.
Bezüglich der geradkettigen, verzweigtkettigen oder cyclischen, gesättigten oder un- gesättigten Kohlenwasserstoffe mit bis zu 10 Kohlenstoffatomen in der Definition für
R8 sei auf die oben erwähnte Definition der geradkettigen, verzweigten oder cyclischen, gesättigten oder ungesättigten Kohlenwasserstoffgruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen in der Definition von R" und R verwiesen.
Fluor(Cι -C3)alkyl schließt im Rahmen der Erfindung Alkylgruppen mit 1 bis 3
Kohlenstoffatomen mit bis zu 3 Fluoratomen ein wie z.B. Trifluormethyl.
Hydroxy(Cι -C6)alkyl schließt im Rahmen der Erfindung die oben erwähnten geradkettigen oder verzweigtkettigen Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen ein, die durch 1 bis 3 Hydroxygruppen substituiert sein können. Bevorzugt ist Hydroxy- methyl.
(Cι -C6)Acyl sowie (Cι-Cö)Acyl in der Definition (Cι -Cg)Acyloxy steht im Rahmen der Erfindung für geradkettiges oder verzweigtkettiges Alkanoyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen. Beispielsweise seien erwähnt: Formyl, Acetyl, Propanoyl,
Isopropanoyl, Butanoyl, Isobutanoyl, Pentanoyl und Hexanoyl.
In einer bevorzugten Ausführungform schließt die Erfindung Verbindungen der obigen allgemeinen Formel (I) ein, worin:
Rl für Wasserstoff, eine (Cß-Cß^Cycloalkylgruppe, eine (C2-Cö)-Alkenyl- gruppe oder eine geradkettige oder verzweigtkettige (Cj-C 12)- Alkylgruppe steht, in der gegebenenfalls ein Kettenkohlensto fatom durch Sauerstoff ersetzt ist, und die gegebenenfalls durch 1 bis 3 Substituenten substituiert sein kann, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die aus Hydroxy, Cyano,
-N(R6)R7, (Cι-C6)-Alkoxycarbonyl, (C6-Cιo)-Aryl und 5- bis 10-glie-
drigem Heteroaryl besteht, wobei (C -C\Q)-Ary\ und 5- bis 10-gliedriges Heteroaryl ihrerseits durch 1 bis 3 Substituenten substituiert sein können, die ausgewählt werden aus (Ci -C3)-Alkoxy und (Ci -C3)-Alkyl, und
woπn
R6 und R7 gleich oder verschieden sind und für Wasserstoff, (Ci -Cß)-
Alkoxycarbonyl und/oder (Cι -Cö)Alkyl, das gegebenfalls durch
Di(C1-C6)Alkylamino substituiert ist, stehen, oder gemeinsam mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen 3- bis
6-gliedrigen heterocyclischen Ring bilden, der gegebenenfalls ein zusätzliches Sauerstoffatom enthalten kann,
oder
Rl für Phenyl oder 5- bis 10-gliedriges Heteroaryl, das 1 bis 2 Heteroatome ausgewählt aus Stickstoff und Schwefel enthalten kann, steht, die jeweils gegebenenfalls durch 1 bis 2 Substituenten, ausgewählt aus Amino, (C1 -C3)-
Alkyl, Hydroxy, (Cι-C4)-Alkoxycarbonyl und Halogen, substituiert sein können, oder
R2 für (Cι-Cg)Alkyl, (Cι -C6)Alkoxy, und Aminocarbonyl steht, oder die oben genannte Bedeutung von R1 aufweisen kann und von dieser Bedeutung gleich oder verschieden sein kann, oder
Rl und R2 gemeinsam mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind einen gesättigten oder ungesättigten Ring mit 4 bis 14 Kohlenstoffatomen bilden, dessen Ringkohlenstoffatome gegebenenfalls durch 1 bis 4 Reste ausgewählt aus der Gruppe, die aus O, S, S=O, C=O und N-R° besteht, ersetzt sein können, und wobei der Ring gegebenenfalls durch 1 bis 3 Substituenten substituiert sein kann, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die besteht aus
Imino, Hydroxy, (Cι-C3)Alkyl, l,3-Dioxolan-2,2-diyl, (Cι -C3)Alkoxycar- bonyl, (Cι -Cg)Alkoxycarbonylamino, Benzyl, Phenylamino, Piperidyl, Hydroxy-(Cι-C3)alkyl, Benzoyl, Aminocarbonyl, (Cι -C3)Acyl, (C\-C )- Alkylaminocarbonyl, Morphohnocarbonyl und Phenylaminocarbonyl besteht,
und worin
R* für Wasserstoff, eine geradkettige oder verzweigtkettige (Ci -Cg)-
Alkylgruppe, die gegebenenfalls durch 1 bis 2 Substituenten ausge- wählt werden kann, die aus der Gruppe substituiert sein kann, die aus
Phenyl, Hydroxy, Halogenphenyl, Pyrrolidinyl und (Cι -C3)-Alk- oxycarbonyl besteht, oder
R8 für (C3-C6)Cycloalkyl oder Phenyl steht, das gegebenenfalls substi- tuiert sein kann mit 1 bis 3 Substituenten, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die besteht aus Halogen, Hydroxy, (Cι -C3)Alkoxy, Nitro und Trifluormethyl, oder
R8 für Pyridyl oder (Ci -Cg)Alkoxycarbonyl steht,
R3 für Wasserstoff, Halogen, Hydroxy oder (Ci -C3)Acyloxy steht,
und
R^ und R-5 jeweils unabhängig für eine (C1-C3) Alkylgruppe stehen,
A für einen Naphthalindiylrest oder einen Phenylenrest steht, die gegebenenfalls durch eine (Cι -C3)Alkylgruppe, Halogen oder Hydroxy substituiert sein können, und
D und E für Wasserstoff stehen,
sowie deren pharmazeutisch verträglichen Salze.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform schließt die Erfindung Verbin- düngen der obigen Formel (I) ein, worin
Rl für Wasserstoff, Cyclopropyl, oder eine geradkettige oder verzweigtkettige (Ci -C3)Alkylgruppe steht,
oder
Rl für Phenyl steht, das gegebenenfalls durch Hydroxy substituiert sein kann,
R2 für Wasserstoff oder (C \ -C3) Alkyl steht,
Rl und R2 gemeinsam mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen Ring bilden, der ausgewählt wird aus der Gruppe die aus Morpholino, das gegebenenfalls durch 1 bis 3 (C1-C3) Alkylgruppen substituiert sein kann,
Thiomorpholino,
einem 5- bis 8-gliedrigen gesättigten Ring, in dem gegebenenfalls ein Ringkohlenstoffatom durch eine Gruppe der Formel -NR8 ersetzt sein kann, worin
R ausgewählt wird aus Wasserstoff, (C1-C3) Alkyl, das gegebenenfalls durch Phenyl substituiert sein kann, Phenyl und Cyclopropyl, und der gegebenfalls durch 1 bis 2 Substituenten ausgewählt aus Oxo, (Cι -Czi)Alkanoyl, Phenyl, das gegebenenfalls durch (Cj-C-^Alkoxy substituiert sein kann, Benzoyl, substituiert sein kann,
R^ für Wasserstoff, Chlor, Fluor oder Acetyloxy steht,
R4 und R5 für Methyl stehen,
A für Naphthalin- 1, 5 -diyl oder 1,3-Phenylen steht, das gegebenenfalls durch
Chlor oder Fluor substituiert sein kann, und worin
D und E für Wasserstoff stehen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform schließt die Erfindung Verbindungen der folgenden Formel (V) ein:
worin R1 , R2, R3, R4, R5 und A wie oben definiert sind.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform schließt die Erfindung Verbindungen der Formel (I) oder (F) ein, worin A Naphthalindiyl ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform schließt die Erfindung Verbindungen der Formel (I) oder (I') ein, worin
R3 für Wasserstoff oder Halogen steht,
R4 und R^ jeweils für eine Methylgruppe stehen,
A für einen Phenylen oder Naphthalindiyl-Rest steht, und
D und E für Wasserstoff stehen.
Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der allgemeinen Formel (I) oder (V) (Die Verbindungen der allgemeinen Formel (I) schließen die Verbindungen der allgemeinen Formel (F) ein), dadurch gekenn- zeichnet, daß man Verbindungen der allgemeinen Formel (II)
worin die Substituenten die oben genannte Bedeutung aufweisen, mit Aminen der allgemeinen Formel (III)
H
N (HI)
worin die Substituenten die oben angegebene Bedeutung besitzen, umsetzt, oder
Verbindungen der allgemeinen Formel (IV)
worin die Substituenten die oben genannte Bedeutung besitzen, mit Carbonsäurechloriden der allgemeinen Formel (V) umsetzt
worin die Substituenten die oben genannte Bedeutung besitzen, oder ein Verfahren, worin man Verbindungen der Formel (VI)
worin die Substituenten die oben angegebene Bedeutung haben, mit Anilinen der Formel (VII) umsetzt
worin die Substituenten die oben angegebenen Bedeutungen haben.
Die erfindungsgemäßen Verfahren können durch folgende Formelschemata beispielhaft erläutert werden:
Als Lösemittel eignen sich für alle Verfahrensschritte die üblichen inerten Lösemittel, die sich unter den Reaktionsbedingungen nicht verändern. Hierzu gehören bevorzugt organische Lösemittel wie Ether z.B. Diethylether, Glykolmono- oder -dimethylether, Dioxan oder Tetrahydrofuran, oder Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Xylol, Cyclohexan oder Erdölfraktionen oder Halogenkohlenwasserstoffe wie Methylenchlorid, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, oder Dimethylsulfoxid, Dimethylformamid, Hexamethylphosphorsäuretriamid, Essigester, Pyridin, Triethylamin oder Picolin. Ebenso ist es möglich, Gemische der genannten Lösemittel, gegebenenfalls auch mit Wasser zu verwenden. Besonders bevorzugt sind Methylenchlorid, Tetrahydrofuran, Pyridin und Dioxan.
Als Basen eignen sich organische Amine, insbesondere Trialkyl(Cι-C6)amine wie beispielsweise Triethylamin oder Heterocyclen wie Pyridin, Methylpiperidin, Piperidin oder N-Methylmorpholin. Bevorzugt sind Pyridin, Triethylamin und N- Methylmorpholin.
Die Umsetzungen können bei Normaldruck, aber auch bei erhöhtem oder erniedrigtem Druck (z.B. 0,5 bis 3 bar) durchgeführt werden. Im allgemeinen arbeitet man bei Normaldruck.
Die Reaktionen werden in einem Temperaturbereich von 0°C bis 100°C, vorzugsweise bei 0°C bis 30°C und bei Normaldruck durchgeführt.
Die Erfindung betrifft weiterhin Verbindungen der Formel (I) bzw. (1 ') zur Verwendung als Arzneimittel.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine pharmazeutische Zusammensetzung, die eine Verbindung der allgemeinen Formel (I) bzw. (F) in Mischung mit mindestens einem pharmazeutisch verträglichen Träger oder Exzipienten umfaßt.
Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung der Verbindung der allgemeinen
Formel (I) bzw. (F) zur Herstellung eines Arzneimittels.
Die Erfindung betrifft weiterhin dieVerwendung einer Verbindung der allgemeinen Formel (I) bzw. (F) zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von viralen Infektionen, insbesondere Infektionen durch Cytomegalieviren.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen der allgemeinen Formeln (I) zeigen ein nicht vorhersehbares überraschendes Wirkspektrum. Sie zeigen eine antivirale Wirkung gegenüber Vertretern der Gruppe der Herpes viridae, besonders gegenüber dem humanen Cytomegalievirus (HCMV). Sie eignen sich somit zur Behandlung und
Prophylaxe von Erkrankungen, die durch Herpes- Viren, insbesondere Erkrankungen, die durch humanes Cytomegalievirus (HCMV) hervorgerufen werden.
Die Anti-HCMV- Wirkung wurde in einem Screening-Testsystem in 96-Well-Mikro- titerplatten unter Zuhilfenahme von humanen embryonalen Lungenfibroblasten
(HELF)-Zellkulturen bestimmt. Der Einfluß der Substanzen auf die Ausbreitung des
cytopathogenen Effektes wurde im Vergleich zu der Referenzsubstanz Ganciclovir (CymeveneR-Natrium), einem klinisch zugelassenen anti-HCMV-Chemotherapeuti- kum, bestimmt.
Die in DMSO (Dimethylsulfoxid) gelösten Substanzen (50 mM) werden auf Mikro- titerplatten (96-Well) in Doppelbestimmungen (4 Substanzen/Platte) untersucht. Toxische und cytostatische Substanzwirkungen werden dabei miterfaßt. Nach den entsprechenden Substanzverdünnungen (1:2) auf der Mikrotiterplatte wird eine Suspension von 50 - 100 HCMV-infizierten HELF-Zellen und 30 x 105 nicht- infizierten HELF-Zellen in Eagle's MEM mit 10% fötalem Kälberserum in jedes
Näpfchen gegeben, und die Platten bei 37°C in einem CO -Brutschrank über mehrere Tage inkubiert. Nach dieser Zeit ist der Zellrasen in den substanzfreien Viruskontrollen, ausgehend von 50 - 100 infektiösen Zentren, durch den cytopathogenen Effekt des HCMV völlig zerstört (100% CPE). Nach einer Anfärbung mit Neutralrot und Fixierung mit Formalin / Methanol werden die Platten mit Hilfe eines Projek- tions-Mikroskopes (Plaque-Viewer) ausgewertet. Die Ergebnisse sind für einige Verbindungen in der folgenden Tabelle zusammengefaßt:
Die erfindungsgemäßen Verbindungen stellen somit wertvolle Wirkstoffe zur Behandlung und Prophylaxe von Erkrankungen dar, die durch humanes Cytomegalievirus ausgelöst werden. Als Indikationsgebiete können beispielsweise ge- nannt werden:
1) Behandlung und Prophylaxe von HCMV-Infektionen bei AIDS-Patienten (Retinitis, Pneumonitis, gastrointestinale Infektionen).
2) Behandlung und Prophylaxe von Cytomegalievirus-Infektionen bei Knochenmark- und Organtransplantationspatienten, die an einer HCMV-Pneumonitis, -Enzephalitis, sowie an gastrointestinalen und systemischen HCMV-Infektionen oft lebensbedrohlich erkranken.
3) Behandlung und Prophylaxe von HCMV-Infektionen bei Neugeborenen und
Kleinkindern.
4) Behandlung einer akuten HCMV-Infektion bei Schwangeren.
In vivo-Wirkung
Tiere
5 Wochen alte männliche Mäuse, Stamm NOD/LtSz-Prkdc(scid)/J, wurden von einem kommerziellen Züchter (The Jackson Lab., Bar Harbor) bezogen. Die Tiere wurden unter sterilen Bedingungen (einschließlich Einstreu und Futter) in Isolatoren gehalten.
Virus/Infektion
Murines Cytomegalievirus (MCMV), Stamm Smith, wurde in vivo (BALB/c) passagiert und über eine fraktionierte Zentrifugation aufgereinigt. Der Titer wurde mit Hilfe eines Plaqueassays auf primären embryonalen Mäusefibroblasten unter-
sucht. Die Infektion der Mäuse erfolgte mit einer Dosis von 5xl05 pfu in einem Gesamtvolumen von 0,2 ml intraperitoneal. Diese Dosis führt bei 100%> der infizierten Tiere nach ca. 11 Tagen zum Tode.
B ehandlung/ Aus wertung
24 Stunden nach der Infektion wurden die Mäuse über einen Zeitraum von 8 Tagen zweimal täglich (morgens und abends) per os mit Substanz behandelt. Die Dosis betrug 25 mg/kg Körpermasse, das Applikationsvolumen 10 ml/kg Körpermasse. Die Formulierung der Substanzen erfolgte in Form einer 0,5%igen Tylosesuspension. 16 Stunden nach der letzten Substanzapplikation wurden die Tiere schmerzlos getötet und Speicheldrüse, Leber und Niere entnommen.
Aus 25 mg der Gewebe wurde über Phenol/Chloroform-Extraktion genomische DNA aufgereinigt. Die Quantifizierung der DNA erfolgte photometrisch und mit Hilfe der Formel OD26ox50=mg/ml.
Die Reinheit der DNA wurde über den Quotienten OD260/OD280 kontrolliert und die DNA anschließend mit Tris-EDTA pH - 8,0 eingestellt.
Die Quantifizierung der MCMV-DNA erfolgte mittels DNA-Dot-Blot-Hybridisie- rung. Als Sonde wurde ein Digoxygenin-gelabeltes (Boehringer-Mannheim, ebenfalls aufgeführte Puffer, wenn nicht anders beschrieben) 1,2 kb Fragment aus dem Bereich MCMV, Smith, Hindlll J, verwendet. Die Detektion der Signale erfolgte mittels Chemolumineszenz. Dafür wurde die Membran für 3 Minuten in 1 x Digoxy genin- Waschpuffer 1 gewaschen. Im Anschluß wurden die Filter für 30
Minuten bei Raumtemperatur unter Schütteln in 1 x Digoxygenin Blockierungslösung inkubiert. Die Filter wurden danach für 30 Minuten in 20 ml/100 cm2 Membran mit der Anti-DIG-Alkalische-Phosphatase-Konjugatlösung (1 :20000 in 1 x Digoxygenin Blockierungslösung) inkubiert. 2 je 15 Minuten dauernde Wasch- schritte mit 1 x Digoxygenin- Waschpuff er schlössen sich an. Es folgten 5 Minuten
Äquilibrierung der Filter in 1 x Digoxygenin-Detektionspuffer und die Detektion
mittels 1 ml / 100 cm2 Membranfläche 1:100 verdünnte CDP-Star-Lösung. Nach Ausstreichen der CDP-Star-Lösung und 5 minütiger Inkubation in einer dunklen Box erfolgte der Nachweis der Chemolumineszenz bzw. die Auswertung mittels Röntgenfilm (Kodak) oder Lumilmager (Boehringer Mannheim).
Alle Ergebnisse wurden statistisch gesichert (Varianzanalyse mittels Statistika; StatSoft Inc.).
Die neuen Wirkstoffe können in bekannter Weise in die üblichen Formulierungen überführt werden, wie Tabletten, Dragees, Pillen, Granulate, Aerosole, Sirupe, Emulsionen, Suspensionen und Lösungen, unter Verwendung inerter, nicht-toxischer, pharmazeutisch geeigneter Trägerstoffe oder Lösemittel. Hierbei soll die therapeutisch wirksame Verbindung jeweils in einer Konzentration von etwa 0,5 bis 90 Gew.-% der Gesamtmischung vorhanden sein, d.h. in Mengen, die ausreichend sind, um den angegebenen Dosierungsspielraum zu erreichen.
Die Formulierungen werden beispielsweise hergestellt durch Verstrecken der Wirkstoffe mit Lösemitteln und/oder Trägerstoffen, gegebenenfalls unter Verwendung von Emulgiermitteln und/oder Dispergiermitteln, wobei z.B. im fall der Benutzung von Wasser als Verdünnungsmittel gegebenenfalls organische Lösemittel als Hilfslösemittel verwendet werden können.
Die Applikation erfolgt in üblicher Weise, vorzugsweise oral, parenteral oder topisch, insbesondere perlingual, intravenös oder intravitreal gegebenenfalls als Depot in einem Implantat.
Für den Fall der parenteralen Anwendung können Lösungen der Wirkstoffe unter Verwendung geeigneter flüssiger Trägermaterialien eingesetzt werden.
Im allgemeinen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, bei intravenöser Applikation
Mengen von etwa 0,001 bis 10 mg/kg, vorzugsweise etwa 0,01 bis 5 mg/kg Körper-
gewicht zur Erzielung wirksamer Ergebnisse zu verabreichen, und bei oraler Applikation beträgt die Dosierung etwa 0,01 bis 25 mg/kg, vorzugsweise 0,1 bis 10 mg/kg Körpergewicht.
Trotzdem kann es gegebenenfalls erforderlich sein, von den genannten Mengen abzuweichen, und zwar in Abhängigkeit vom Körpergewicht bzw. der Art des Applikationsweges, vom individuellen Verhalten gegenüber dem Medikament, der Art von dessen Formulierung und dem Zeitpunkt bzw. Intervall, zu welchem die Verabreichung erfolgt. So kann es in einigen Fällen ausreichend sein, mit weniger als der vorgenannten Mindestmenge auszukommen, während in anderen Fällen die genannte obere Grenze überschritten werden muß. Im Falle der Applikation größerer Mengen kann es empfehlenswert sein, diese in mehreren Einzelgaben über den Tag zu verteilen.
Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, die erfindungsgemäßen Verbindungen mit anderen Wirkstoffen zu kombinieren.
Beispiele
Ausgangsverbindungen:
Beispiel I
5-{4-[(3-Chlor-2,2-dimethylpropanoyl)amino]anilino}suIfonyl-l-naphthalinsul- fonylchlorid
8,0 g (24,6 mmol) 1,5-Naphthalindisulfonylchlorid werden in 200 mL trockenem THF gelöst und unter Rühren zuerst mit 5,58 g (24,6 mmol) N-(4-aminophenyl)-3- chlor-2,2-dimethylpropanamid (Synthese analog zu: Rajappa, Srinivasacha ; Sreenivasan, Ramaswami; Khalwadekar, Asha, JRMPDM, J. Chem. Res. Miniprint, EN, 5, 1986, 1657-1675) und anschließend mit 2 g NaHCO3 (in 30 ml Wasser) versetzt. Nach 30 min wird mit Essigester versetzt und 2x mit Wasser extrahiert. Die organische Phase wird getrocknet und eingeengt. Chromatographie an Kieselgel (Cyclohexan:Essigester=l:l) ergibt 9,0 g (71%) Produkt. FP: 184°C (Rf-Wert:0,36, Cyclohexan:Essigester=l : 1).
Beispiel II
5-{4-[(3-Acetoxy-2,2-dimethylpropanoyI)amino]anilino}sulfonyl-l-naphthalin- sulfonylchlorid
Die Darstellung erfolgt analog zu Beispiel I. Ausbeute: 52 %, Rf:0,28 (Cyclohexan:Essigester=l:l).
Beispiel III
4-Nitro-phenyl-(2,2-dimethyI-3-fluor)-propanamid
30 g (217 mmol) 4-Nitroanilin werden in 600 ml Dioxan und 43 g Pyridin gelöst und unter Kühlung mit 35 g (250 mmol) 2,2-Dimethyl-3-Fluor-propanoylchlorid (EP-A-
240818) versetzt. Nach 30 h bei RT wird mit 3 1 Wasser verdünnt, abgesaugt und gewaschen. Man erhält 47 g (90%) Produkt.
Beispiel IV
4-Amino-phenyl-(2,2-dimethyl-3-fluor)-propanamid
47,0 g (196 mmol) 4-Nitro-phenyl-(2,2-dimethyl-3-fluor)propanamid werden in 800 ml Dioxan gelöst und mit 10 g Pd/C (10%ig) 40 h bei Raumtemperatur und Normaldruck hydriert. Nach Abtrennung des Katalysators wird eingeengt und der Rückstand kristallisiert. Ausbeute 37 g (90%).
Endprodukte:
Beispiel 1
3-Chlor-2,2-dimethyl-N-[4-({[5-(morpholinosulfonyl)-l- naphthyljsulfonyl}- amino)-phenyl] propanamid
100 mg (0,19 mmol) 5-{4-[(3-Chlor-2,2-dimethylpropanoyl)amino]anilino}sulfonyl- 1-naphthalinsulfonylchlorid werden in 2 ml trockenem THF gelöst und mit 84 mg (1 mmol) Morpholin versetzt. Nach 3 h bei RT wird mit Essigester versetzt und 2x mit Wasser extrahiert. Die organische Phase wird über Na2SO4 getrocknet und eingeengt. Rückstand 106 mg (99%). Rf-Wert: 0,56 (CH2Cl2/MeOH=9:l)
Beispiel 21
2,2-DimethyI-3-fluor-N-[4-(3-dimethylaminosuIfonylphenyI)-sulfonylamino- pheny 1] propanamid
0,32 g (1,5 mmol) 4-Amino-phenyl-(2,2-dimethyl-3-fluor)-propanamid werden in 6 ml Dioxan gelöst, mit 0,39 g Pyridin und 0,57 g 3-Dimethylaminosulfonylbenzol- sulfonylchlorid (WO 9736903) versetzt und lh bei Raumtemperatur gerührt. Es wird mit 40 ml Wasser versetzt, 15 h gerührt, mit Pentan versetzt, neutral gewaschen und eingeengt. Ausbeute: 0,45 g (66%) Produkt.
Analog zu Beispiel 1 und 21 wurden hergestellt:
Laufmittel (LM)
(a) Methylenchlorid/MeOH=95:l
(b) Petrolether/Essigester = 1:1
(c) Petrolether/Essigester = 1 :2
(d) Methylenchlorid/MeOH=9:l
(e) Methylenchlorid/MeOH=20:l
(f) Methylenchlorid/MeOH=25:l
-N- in den Tabellen bedeutet -NH-