Sensor zur Analyse von Gasen
Stand der Technik
Die Erfindung betrifft einen Sensor zur Analyse von Gasen nach der Gattung des unabhängigen Anspruches.
Derartige Sensoren sind vielfach bekannt. Dazu sei beispielsweise auf die Anmeldung DE 42 43 734 AI und insbesondere auf die Anmeldung DE 43 11 849 AI verwiesen, in der ein Sensor vorgeschlagen wird, bei dem eine Sauerstoff-Pumpzelle mit einem Festelektrolyten und einem Meßelement vorgesehen ist, wobei die Pumpzelle mit dem Meßelement über eine poröse Diffusionsschicht verbunden ist, über die der von der Pumpzelle gepumpte Sauerstoff zum Meßelement geleitet wird. Weiterhin wird darin der zu pumpende Sauerstoff dem Festelektrolyten über mindestens einen seitlich an den porösen Festelektrolyten herangeführten Diffusionskanal zugeleitet.
Vorteile der Erfindung
Der erfmdungsgemaße Gassensor mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruches hat gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil, daß die Signalstabilitat verbessert und die Signalbildung beschleunigt wird. Dadurch, daß die Außenelektrode im heißen Bereich des Gassensors zumindest bereichsweise mit der gasdurchlässigen Tunnelschicht in Kontakt ist, die dem zu analysierenden Gasgemisch bereichsweise direkt ausgesetzt ist,
ist das zu analysierende Gas über die gasdurchlässige Tunnelschicht der Außenelektrode in sehr vorteilhafter Weise schnell und direkt zufuhrbar. Insbesondere ist die Außenelektrode beispielsweise einem zu analysierenden Abgas direkter ausgesetzt und es erfolgt eine schnellere und zuverlässigere Potentialeinstellung .
Unter heißem Bereich wird vom Fachmann dabei der Bereich des Gasssensors verstanden, der dem Meßgas ausgesetzt ist bzw. in dem das Meßsignal gebildet wird, wahrend unter kaltem Bereich der Bereich der Elektrodenzuleitungen zu verstehen ist, der deutlich geringeren Temperaturen ausgesetzt ist und zur Bildung des Meßsignals im wesentlichen nicht beitragt.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den Unteransprüchen genannten Maßnahmen.
So kann die Tunnelschicht vorteilhaft auch als freitragender Hohlraum, als Schicht mit hoher offener Porosität oder als gasspezifisch durchlassige Schicht ausgebildet sein.
Weiter ist es sehr vorteilhaft, wenn die gasdurchlässige Tunnelschicht die Außenelektrode zumindest weitgehend bedeckt und insbesondere gleichzeitig die von der Tunnelschicht bedeckte Außenelektrode von dem Substrat und der Elektrolytschicht umgeben ist. Auf der Elektrolytschicht befindet sich vorteilhaft die MOx-Elektrode, so daß diese einerseits direkt dem zu analysierenden Gas ausgesetzt ist, und andererseits die Elektrolytschicht zumindest im wesentlichen bedeckt.
Um zu gewahrleisten, daß das zu analysierende Gas eine möglichst einfache, schnelle und direkte Zugangsmoglichkeit zu der Außenelektrode hat, die vorzugsweise als Pt-Außenelektrode ausgebildet ist, weist die Tunnelschicht weiterhin sehr
vorteilhaft eine Gaszutrittsflache auf, die nicht von der Elektrolytschicht und/oder der MOx-Elektrode überdeckt ist und somit direkten Kontakt zu dem Meßgas hat.
Dadurch, daß die Außenelektrode über die gasdurchlässige Tunnelschicht und die Elektrolytschicht von der beispielsweise darüber befindlichen MOχ-Elektrode getrennt ist, kann weiterhin die Elektrolytschicht nunmehr nahezu gasdicht oder lediglich schwach porös ausgebildet sein. Ohne die erfindungsgemaße gasdurchlässige Tunnelschicht war es bisher zwingend erforderlich, daß die Elektrolytschicht gasdurchlässig ausgebildet war, so daß das zu analysierende Meßgas durch die MOχ-Elektrode und die Elektrolytschicht hindurchdiffundieren konnte, um so die Außenelektrode zu erreichen. Damit war jedoch gleichzeitig der Nachteil verbunden, daß die Außenelektrode über Diffusionsprozesse durch die poröse Festelektrolytschicht im Laufe der Zeit von der MOχ-Elektrode kontaminiert werden konnte. Durch die erfindungsgemaße gasdurchlässige Tunnelschicht wird dieser Nachteil überwunden und die Struktur der
Festelektrolytschicht kann nunmehr unabhängig von den vorherigen Erfordernissen an eine Gasdurchlassigkeit optimiert werden.
Weiterhin ist es für spezielle Anwendungen vorteilhaft, wenn die gasdurchlässige Tunnelschicht beispielsweise nicht als freitragender Hohlraum ausgeführt ist, sondern lediglich eine im Vergleich zur Elektrolytschicht deutlich höhere offene Porosität aufweist. Damit wird eine höhere mechanische Stabilität, eine bessere Prozeßkompatibilitat und eine Vermeidung einer Verformung beim Sintern erreicht.
Insbesondere kann die Tunnelschicht vorteilhaft auch aus dem gleichen Material bestehen wie die Elektrolytschicht, und sich von dieser lediglich durch eine erhöhte offene Porosität unterscheiden.
Die Tunnelschicht kann bei Bedarf in vorteilhafter Weise zusatzlich auch mit einem katalytisch aktiven Material dotiert werden, das insbesondere ein Edelmetall, eine Edelmetalllegierung oder ein Ubergangsmetalloxid wie ein Manganoxid enthalt. Dieses katalytisch aktive Material wird insbesondere in die Poren der Tunnelschicht eingebracht und hat vorzugsweise die Form nanoskaliger Kolloide. Durch Zugabe des katalytisch aktiven Materials wird vorteilhaft eine Vorkatalyse eines zu analysierenden Abgases erzielt und damit eine noch schnellere und bessere Gleichgewichtseinstellung.
Weiterhin kann die Tunnelschicht vorteilhaft auch als gasspezifisch durchlassige Diffusionsbarriere ausgebildet sein, so daß unerwünschte Gasbestandteile aus dem zu analysierenden Meßgas die Außenelektrode nicht erreichen können.
Die Große der Tunnelschicht wird im übrigen vorteilhaft so gewählt, daß diese zur kalten Seite des Gassensors hin nicht von der Elektrolytschicht und der MOχ-Elektrode überdeckt wird.
Zeichnungen
Ausfuhrungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnung und in der nachfolgenden Beschreibung naher erläutert. Es zeigen Figur 1 eine Draufsicht auf einen Sensor zur Analyse von Gasen, Figur 2 einen Schnitt durch Figur 1 entlang der Linie II und Figur 3 einen Schnitt durch Figur 1 entlang der Linie III.
Ausführungsbeispiele
Die Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf einen Gassensor 5 mit einem heißen Bereich 40 und einem kalten Bereich 30. Auf einem Substrat aus ZrC>2 verlaufen dabei in dem kalten Bereich 30 zwei
streifenformige, elektrisch isolierende Isolationsschichten 15 aus AI2O3, auf denen eine Außenelektrodenzuleitung 21 und eine MOχ-Elektrodenzuleitung 17 verlauft. Unter MOx wird dabei ein an sich bekanntes Mischoxid nicht exakt definierter Stochiometπe wie beispielsweise i0/95Nbo,o5θ2+ .verstanden. Der heiße Bereich 40 ist zunächst von einer MOχ-Elektrode 20 bedeckt.
Figur 2 zeigt Figur 1 im Schnitt entlang der Linie II im kalten Bereich 30. Im Inneren des Substrates 10 befinden sich Heizer 13 mit einer umgebenden Heizerisolation 14, ein Referenzluftkanal 11 und eine Pt-Referenzelektrode 12. Zwischen den Elektrodenzuleitungen 17 und 21 und dem Substrat 10 verlaufen durchgehend die Isolationsschichten 15. Die Verbindung zwischen den Isolationsschichten 15 und dem Substrat 10 erfolgt über Haftnoppen 22.
Figur 3 zeigt Figur 1 im Schnitt entlang der Schnittlinie III im heißen Bereich 40. Hier verlauft auf dem Substrat 10 zunächst die Außenelektrode 16 als Pt-Außenelektrode, die über die Außenelektrodenzuleitung 21 kontaktiert ist. Auf der Außenelektrode 21 ist weiter eine hochporose gasdurchlässige Tunnelschicht 23 angebracht. Die Tunnelschicht 23 wird beispielsweise vor dem abschließenden Sintern des Gassensors im grünen Zustand durch Siebdruck einer Zrθ2~haltigen Schicht auf die Außenelektrode 16 erzeugt, die dann beim Sintern zu einer hochporosen gasdurchlässigen Tunnelschicht 23 aus ZrC>2 wird und die insbesondere gegenüber der darüber befindlichen Elektrolytschicht 19 eine deutlich erhöhte offene Porosität aufweist. Die Tunnelschicht 23 und die Pt-Außenelektrode 16 sind seitlich und oberhalb von einer Elektrolytschicht 19 aus dichtem oder schwach porösem ZrC>2 umgeben. Neben der Außenelektrode 16 wird die bereits im kalten Bereich 30 vorhandene Isolationsschicht 15 auch hier durchgehend weitergeführt, auf der die ebenfalls weitergeführte MOχ-Elektrodenzuleitung 17
verlauft. Dadurch ist auch im heißen Bereich 40 die MOχ-Elek- trodenzuleitung 17 elektrisch durchgehend von dem Substrat 10 und der Elektrolytschicht 19 getrennt. Zwischen der Isolationsschicht 15 und dem Substrat 10 sind ebenfalls Haftnoppen 22 angebracht.
Um dem zu analysierenden Gas einen möglichst einfachen Zutritt zu der Tunnelschicht 23 zu eroffnen, ist die Tunnelschicht 23 flachig so ausgebildet, daß sie zumindest bereichsweise in Richtung der kalten Seite 30 des Gassensors 5 nicht von der MOχ- Elektrode 20 und der Elektrolytschicht 19 bedeckt ist, so daß über die Tunnelschicht 23 das zu analysierende Gas direkt an die Pt-Außenelektrode 16 gelangen kann, ohne zuvor durch die MOx- Elektrode 20 und die dichte oder schwach poröse Elektrolytschicht 19 diffundieren zu müssen. Dadurch entsteht eine flachige Gaszutrittsofffnung 24, die in direktem Kontakt mit dem Meßgas steht und über die das zu analysierende Gas in die Tunnelschicht 23 eintreten kann.
Ein zweites Ausfuhrungsbeispiel sieht vor, daß die gasdurchlässige Tunnelschicht 23 mit einem katalytisch aktiven Material dotiert ist. Dies kann beispielsweise in an sich bekannter Weise durch eine entsprechende Zugabe in die im grünen Zustand über ein Siebdruckverfahren analog dem ersten Ausfuhrungsbeispiel erzeugte, Zrθ2~haltige Schicht erfolgen. Als katalytisch aktiver Stoff eignet sich beispielsweise ein Edelmetall wie Pd, Rh oder Pt, eine Edelmetalllegierung oder ein Ubergangsmetalloxid wie ein Manganoxid. Dieses katalytisch aktive Material wird insbesondere in die Poren der Tunnelschicht eingebracht und hat beispielsweise die Form nanoskaliger Kolloide.
Ein drittes Ausfuhrungsbeispiel sieht, ansonsten völlig analog dem ersten Ausfuhrungsbeispiel, vor, daß die Tunnelschicht 23
als gasspezifisch durchlässige Diffusionsbarriere ausgebildet ist. Dazu eignet sich beispielsweise eine Tunnelschicht 23, die aus porösem Zirkondioxid oder porösem Aluminiumoxid zusammengesetzt ist.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Tunnelschicht 23 als freitragender Hohlraum ausgebildet.
Auf weitere, nicht den eigentlichen Gegenstand der Erfindung bildende Details des Aufbaus des Gassensors 5 und seiner Funktionsweise wird verzichtet, da sie dem Fachmann bekannt sind.