Beschreibung
Ferroelektrisches Flüssigkristalldispiay mit breitem Arbeitstemperaturbereich
Flüssigkristalle haben aufgrund der ungewöhnlichen Kombination von anisotropem und fluidem Verhalten eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten in elekrooptischen Schalt- und Anzeigevorrichtungen gefunden.
Neben den seit langem eingesetzten nematischen Flüssigkristallphasen finden in den letzten Jahren auch smektische Flüssigkristallphasen, insbesondere ferroelektrische (FLC), Anwendung.
Für die praktische Verwendung von ferroelektrischen Flüssigkristallen in elektrooptischen Schalt- und Anzeigeelementen werden chirale, geneigt-smektische Phasen, wie Sc *-Phasen, benötigt (siehe z.B. R.B. Meyer, L. Liebert, L. Strzelecki und P. Keller, J. Physique 36, L-69 (1975)), die über einen großen Temperaturbereich stabil sind.
Schalt- und Anzeigevorrichtungen, die ferroelektrische Flüssigkristallmischungen enthalten ( "FLC-Lichtventile"), sind beispielsweise aus EP-B 0 032 362 bekannt.
LC-Lichtventile sind Vorrichtungen, die z.B. aufgrund elektrischer Beschattung ihre optischen Transmissions- oder Reflexionseigenschaften derart ändern, daß durchfallendes oder reflektiertes Licht intensitätsmoduliert wird. Beispiele sind die bekannten Uhren- und Taschenrechneranzeigen oder LC-Displays im Bereich der Bürokommunikation und des Fernsehens.
Die Schaltzeit t eines ferroelektrischen Flüssigkristalls bzw. der Mischung im Display ist umgekehrt proportional zur spontanen Polarisation Ps: t ~ γ / Ps γ = Viskosität
Siehe unter anderem J.W. Goodby et al. "Ferroelectric Liquid Crystals, Principles, Properties and Applications", Ferroelectricity and Related Phenomena, Vol. 7, 1991 , Gordon and Breach Science Publishers.
Die Viskosität ist wie folgt temperaturabhängig: γ (T) ~ exp V/kbT
V = Aktivierungsenergie kb = Boltzmann-Konstante T = Temperatur
Dadurch ergibt sich eine starke Temperaturabhängigkeit der Schaltzeit t
(siehe z.B. E.P. Pozhidayev et al., Mol. Cryst. Liq. Cryst., 1985, Vol. 124, pp. 359-
377).
Daher muß bei wechselnden Temperaturen entweder bei konstanter Schaltzeit die Arbeitsspannung, oder bei konstanter Arbeitsspannung die Schaltzeit ständig nachgeführt werden.
Als Maß für die Temperaturabhängigkeit kann der Quotient Q der
Schwellenspannung bei 0°C und bei 40°C betrachtet werden: Q = V(0°C) / V(40°C)
Dieser Quotient liegt bei den bisher entwickelten FLC-Displays in einer Größenordnung, die in der Praxis eine Spannungsnachführung notwendig macht
(siehe z.B. Katalog der Fa. E. Merck, Darmstadt, Bundesrepublik Deutschland "Merck Liquid Crystals, Licristal®, Ferroelectric Smectic Mixtures, June 1991").
Es zeigte sich nun überraschenderweise, daß jedoch bei langen Schaltzeiten, in der Regel gleich oder größer t = 1 ms, und höheren Werten für die spontane Polarisation
Ps, in der Regel größer als 5 nCcm 2 , die Temperaturabhängigkeit der Schwellenspannung, und damit der Wert Q, klein wird.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein ferroelektrisches Flüssigkristalldisplay, enthaltend eine ferroelektrische Flüssigkristallmischung, dadurch gekennzeichnet, daß das Display mit Spannungsimpulsen von länger als 0,9 ms angesteuert wird.
Ebenso Gegenstand der Erfindung ist ein obengenanntes Display mit verbesserter Temperaturabhängigkeit der Arbeitsspannung.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Ferroelektrischen Flüssigkristalldisplays mit verbesserter Temperaturabhängigkeit der Arbeitsspannung, dadurch gekennzeichnet, daß man die ferroelektrische Flüssigkristallmischung und die elektrische Ansteuerung derart aufeinander abstimmt, daß das Produkt aus Spontanpolarisation (in nano-Coulomb/
Quadratzentimeter) und der Breite der zur Ansteuerung verwendeten Spannungsimpulse (in Millisekunden) größer als 15, vorzugsweise 20, besonders bevorzugt 100, insbesondere 500 ist.
Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Verbesserung der
Temperaturabhängigkeit der Arbeitsspannung eines FLC-Displays, dadurch gekennzeichnet, daß man das Display mit Spannungsimpulsen ansteuert, die länger als 0,9 ms sind.
Das erfindungsgemäße Display eignet sich insbesondere für Anwendungen, bei denen ein sehr schnelles Schalten nicht erforderlich ist. Über einen sehr weiten Temperaturbereich lassen sich solche Anzeigen mit der gleichen Spannung schalten, ein Nachführen der Spannung in Abhängigkeit der Temperatur entfällt.
Zudem werden die benötigten Arbeitsspannungen sehr klein, sie können unterhalb 15V, teilweise unterhalb von 5V, insbesondere sogar unterhalb von 3V liegen.
Als Anwendungen sind daher beispielsweise Anzeigen in Chipkarten, elektronische Preis- bzw. Anzeige-Schilder (Shelf labeis), PDA (Personal Digital Assistants) oder
Pager bevorzugt.
Das erfindungsgemäße Display ist so aufgebaut, daß eine FLC-Schicht beiderseitig von Schichten eingeschlossen ist, die üblicherweise, in dieser Reihenfolge ausgehend von der FLC-Schicht, mindestens eine Orientierungsschicht, Elektroden und eine Begrenzungsscheibe (z.B. aus Glas oder Kunststoff) sind. Außerdem enthalten sie mindestens einen Polarisator, sofern sie im "guest-host"- oder im reflexiven Modus betrieben werden, oder zwei Polarisatoren, wenn als Modus die transmissive Doppelbrechung genutzt wird. Die Schalt- und Anzeigeelemente können gegebenenfalls weitere Hilfsschichten, wie Diffusionssperr- oder
Isolationsschichten, enthalten.
Die Orientierungsschicht(en) sind üblicherweise geriebene Filme aus organischen Polymeren oder schräg aufgedampftem Siliziumoxid.
Um über das gesamte Display eine einheitliche Orientierung in der Sc *-Phase zu erreichen ist es vorteilhaft, wenn die Phasenfolge der Flüssigkristallmischung mit abnehmender Temperatur lautet:
Isotrop- nematisch- smektisch A- smektisch C
(s.z.B. K. Flatischler et al., Mol. Cryst. Liq. Cryst. 131 , 21 (1985); T. Matsumoto et al., p. 468-470, Proc. Of the 6th Int. Display research Conf., Japan Display, 30. Sept. 2. Oct. 1986, Tokyo, Japan; M. Murakami et al., ibid. P. 344-347).
Um einen möglichst großen Kontrast im Display zu erzielen, sollte die planare Orientierung im Display einheitlich sein. Dies erreicht man, wenn die Ganghöhe der Helix in der Sc *-Phase des Flüssigkristalls bzw. der Flüssigkristallmischung so groß ist, um eine Ausbildung einer Helix im Display zu verhindern. Ferner sollte die Helix in der N*-Phase so groß sein, daß sich beim Abkühlprozeß im Display kein verdrillter
Zustand, sondern eine homogene nematische Phase ausbildet.
Das Hin- und Herschalten der Moleküle (und somit Hell- oder Dunkelstellung bei fester Polarisatoreinstellung) erfolgt, wie schon erwähnt, durch pulsartiges Anlegen eines elektrischen Feldes. Aufgrund der Bistabilität der FLC-Moleküle muß
Spannung nur für einen Orientierungswechsel anliegen. Eine Unterteilung des Displays erreicht man durch die bekannte Matrixanordnung der Elektroden. Eine grundlegende Beschreibung einer Multiplex-Adressierung für FLC-Displays findet sich z.B. in Proc. SID 28/2, 211 (1978) und Ferroelectrics 94, 3 (1989).
Die Ansteuerung des erfinungsgemäßen Displays erfolgt im allgemeinen direkt oder als Multiplex-Ansteuerung (siehe z.B. Jean Dijon in Liquid Crystals, Application and Uses (Ed. B. Bahadur) Vol. 1 , 1990, Chapter 13, pp. 305-360) oder T. Harada, M. Taguchi, K. Iwasa, M. Kai SID 85 Digest, page 131 (1985), wobei lediglich die Schaltzeiten lang genug gewählt werden.
Bevorzugt wird das Display mit Spannungsimpulsen angesteuert, die im Bereich von 0,9 ms bis 2 s, besonders bevorzugt 1 ,0 ms bis 500 ms, insbesonere 10 bis 300 ms liegen.
Bevorzugt sind Displays bei denen das Produkt aus Spontanpolarisation Ps(nCcm 2) der FLC Mischung (bei 25°C) und der Dauer der Ansteuerimpulse (Betriebsimpulsbreite) t(ms) größer gleich als 15, vorzugsweise 20, besonders bevorzugt 100, insbesondere 500, nCms cm"2 ist.
Dabei ist es bevorzugt, daß die Spontanpolarisation Ps mindestens 20 nC cm"2 (bei 25°C) beträgt und die Betriebsimpulsbreite t > 2,5 ms ist.
Weiterhin bevorzugt sind Displays, deren FLC-Mischung eine SA/SC Phasenübergangstemperatur > 70°C aufweist.
Geeignete Komponenten für ferroelektrische Flüssigkristallmischungen sind dem Fachmann bekannt.
Die Flüssigkristallmischung enthält im allgemeinen mindestens 2, vorzugsweise 5 bis 30, besonders bevorzugt 8 bis 25 Komponenten.
Die Herstellung der Mischung erfolgt nach an sich bekannten Methoden.
Die Komponenten der Mischung werden vorzugsweise ausgewählt aus den bekannten Verbindungen mit smektischen und/oder nematischen und/oder cholesterischen Phasen, beispielsweise der Formel (I).
R1(-A1-M1)a(-A2-M2)b(-A3-M3)c-A -R2 (I)
wobei die Symbole und Indices folgende Bedeutungen haben
R1 oder R2 sind gleich oder verschieden a) Wasserstoff, -F, -Cl, -CF3, -OCF3 oder -CN mit der Maßgabe, daß höchstens einer der Reste R1 oder R2 Wasserstoff, -F, -Cl, -CF3, -OCF3 oder -CN sein kann b) ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest (mit oder ohne asymmetrisches C-Atom) mit 1 bis 20 C-Atomen, wobei b1) eine oder mehrere nicht benachbarte und nicht terminale CH2- Gruppen durch -O-, -S-, -CO-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können und/oder
b2) eine oder mehrere CH2-Gruppen durch -CH=CH-, -C≡C-,
Cyclopropan-1 ,2-diyl, 1 ,4-Phenylen, 1 ,4-Cyclohexylen oder 1 ,3-
Cyclopentylen ersetzt sein können und/oder b3) ein oder mehrere H-Atome durch F, CN und/oder Cl ersetzt sein können und/oder b4) die terminale CH3-Gruppe durch eine der folgenden chiralen
Gruppen (optisch aktiv oder racemisch) ersetzt sein kann:
H H H H
R' R' R R'
Cl CH« CN
R3, R4, R5, R6, R7 sind gleich oder verschieden a) Wasserstoff b) ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest (mit oder ohne asymmetrisches Kohlenstoffatom) mit 1 bis 16 C-Atomen, wobei b1) eine oder mehrere nicht benachbarte und nicht terminale CH2-
Gruppen durch -O- ersetzt sein können und/oder b2) eine oder zwei CH2-Gruppen durch -CH=CH- ersetzt sein können, c) R4 und R5 zusammen auch -(CH2)4- oder -(CH2)5-, wenn sie an ein Oxiran-, Dioxolan-, Tetrahydrofuran-, Tetrahydropyran-, Butyrolacton- oder Valerolacton-System gebunden sind;
M1, M2, M3 sind gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CO-S-, -S-CO-, -CS-O-, -O-CS-, -CS-S-, -S-CS-, -CH2-0- -O-CH2-, -CH2-S-, -S-CH2-, -CH2-CH2-, -CH=CH-, -C≡C-, -CH2-CH2-CO-O-, -O-CO-CH2-CH2-, -CH=N- oder eine Einfachbindung;
A1, A2, A3, A4 sind gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, CH3, C2H5, OCH3, CF3, OCF3 und/oder CN ersetzt sein können, 1 ,3-Phenylen, wobei eine oder zwei CH-Gruppen durch N ersetzt sein können, Pyrazin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein können,
Pyridazin-3,6-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein können, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein können, 1 ,4- Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch CN und/oder CH3 und/oder
F ersetzt sein können, (1 ,3,4)-Thiadiazol-2,5-diyl, 1 ,3-Dioxan-2,5-diyl, 1 ,3- Dithian-2,5-diyl, 1 ,3-Thiazol-2,4-diyl, wobei ein H-Atom durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein kann, 1 ,3-Thiazol-2,5-diyl, wobei ein H-Atom durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein kann, Thiophen-2,4-diyl, wobei ein H-Atom durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein kann, Thiophen-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-
Atome durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein können, Naphthalin-2,6-diyl, Naphtalin-1 ,4-diyl oder Naphtalin-1 ,5-diyl, wobei jeweils ein oder mehrere H- Atome durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein können und/oder eine oder zwei CH-Gruppen durch N ersetzt sein können, Phenanthren-2,7-diyl oder 9,10- Dihydrophenanthren-2,7-diyl, wobei jeweils ein, zwei oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können und/oder eine oder zwei CH-Gruppen durch N ersetzt sein können, lndan-2,5-diyl, lndan-1-on-2,5-diyl, Benzothiazol-2,6-diyl, Benzothiazol-2,5-diyl, Benzoxazol-2,6-diyl, Benzoxazol-2,5-diyl, Benzofuran- 2,5-diyl, Benzofuran-2,6-diyl, 2,3-Dihydrobenzofuran-2,5-diyl, Piperazin-1 ,4- diyl, Piperazin-2,5-diyl oder 1 ,3-Dioxaborinan-2,5-diyl;
a, b, c sind null oder eins, mit der Maßgabe, daß die Verbindung der Formel (I) nicht mehr als vier fünf- oder mehrgliedrige Ringsysteme enthalten darf.
Bevorzugt haben die Symbole und Indizes in der Formel (I) folgende Bedeutungen:
R1 oder R2 sind gleich oder verschieden a) Wasserstoff, -F, -OCF3 oder -CN mit der Maßgabe, daß höchstens einer der Reste R1 oder R2 Wasserstoff, -F, -OCF3 oder -CN sein kann b) ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest (mit oder ohne asymmetrisches C-Atom) mit 1 bis 18 C-Atomen, wobei b1) eine oder mehrere nicht benachbarte und nicht terminale CH2-
Gruppen durch -O-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können und/oder b2) eine CH2-Gruppe durch Cyclopropan-1 ,2-diyl, 1 ,4-Phenylen oder trans-1 ,4-Cyclohexylen ersetzt sein kann und/oder b3) ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können und/oder b4) die terminale CH3-Gruppe durch eine der folgenden chiralen
Gruppen (optisch aktiv oder racemisch) ersetzt sein kann:
H H H
R R
F F
R1 oder R2 sind besonders bevorzugt gleich oder verschieden a) R1 oder R2 ist Wasserstoff b) ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest (mit oder ohne asymmetrisches C-Atom) mit 1 bis 16 C-Atomen, wobei
b1 ) eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-
Gruppen durch -O-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können und/oder b2) eine CH2-Gruppe durch 1 ,4-Phenylen oder trans-1 ,4-Cyclohexylen ersetzt sein kann und/oder b3) ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können und/oder b4) die terminale CH3-Gruppe durch eine der folgenden chiralen
Gruppen (optisch aktiv oder racemisch) ersetzt sein kann:
3, R
4, R
5, R
6, R
7 sind bevorzugt gleich oder verschieden a) Wasserstoff, b) ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest (mit oder ohne asymmetrisches Kohlenstoffatom) mit 1 bis 14 C-Atomen, wobei b1) eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH
2-Gruppen durch -O- ersetzt sein können und/oder b2) eine CH
2-Gruppe durch -CH=CH- ersetzt sein kann, c) R
4 und R
5 zusammen auch -(CH
2)
4- oder -(CH
2)
5-, wenn sie an ein Oxiran-, Dioxolan-, Tetrahydrofuran-, Tetrahydropyran-, Butyrolacton- oder Valerolacton-System gebunden sind.
R3, R4, R5, R6, R7 sind besonders bevorzugt gleich oder verschieden a) Wasserstoff, b) ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest (mit oder ohne asymmetrisches Kohlenstoffatom) mit 1 bis 14 C-Atomen, wobei b1 ) eine nicht terminale CH2-Gruppe durch -O- ersetzt sein kann, c) R4 und R5 zusammen auch -(CH2)4- oder -(CH2)5-, wenn sie an ein Oxiran-, Dioxolan-, Tetrahydrofuran-, Tetrahydropyran-, Butyrolacton- oder Valerolacton-System gebunden sind.
M1, M2, M3 sind bevorzugt gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2-, -CH=CH-, -C=C-, -CH2-CH2-CO-O-, -O-CO-CH2-CH2- oder eine Einfachbindung.
M\ M2, M3 sind besonders bevorzugt gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2- oder eine Einfachbindung.
A\ A2, A3, A4 sind bevorzugt gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F, Cl, CH3 und/oder CN ersetzt sein können, 1 ,3-Phenylen, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-
Atome durch F und/oder CN ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F und/oder CN ersetzt sein können, trans-1 ,4- Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch CN und/oder F ersetzt sein können, (1 ,3,4)-Thiadiazol-2,5-diyl, 1 ,3-Dioxan-2,5-diyl, 1 ,3-Thiazol-2,4- diyl, wobei ein H-Atom durch F ersetzt sein kann, 1 ,3-Thiazol-2,5-diyl, wobei ein H-Atom durch F ersetzt sein kann, Thiophen-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Naphthalin-2,6-diyl, wobei jeweils ein oder zwei H-Atome durch F und/oder CN ersetzt sein können und/oder eine oder zwei CH-Gruppen durch N ersetzt sein können, Phenanthren-2,7-diyl oder 9, 10-Dihydrophenanthren-2,7-diyl, wobei jeweils ein, zwei oder mehrere
H-Atome durch F ersetzt sein können und/oder eine oder zwei CH-Gruppen durch N ersetzt sein können, lndan-2,5-diyl, Benzothiazol-2,6-diyl oder Benzoth iazol-2 , 5-d iy I .
A1, A2, A3, A4 sind besonders bevorzugt gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F, Cl und/oder CN ersetzt sein können, 1 ,3-Phenylen, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein H-Atom durch F ersetzt sein kann, Pyrimidin-2,5-diyl, trans-1 ,4-Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H- Atome durch CN und/oder F ersetzt sein können, (1 ,3,4)-Thiadiazol-2,5-diyl, 1 ,3-Thiazol-2,5-diyl, Thiophen-2,5-diyl, Naphthalin-2,6-diyl, wobei eine oder
zwei CH-Gruppen durch N ersetzt sein können, Phenanthren-2,7-diyl oder 9,10-Dihydrophenanthren-2,7-diyl, wobei jeweils ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können und/oder eine oder zwei CH-Gruppen durch N ersetzt sein können oder lndan-2,5-diyl.
Die Mischung enthält im allgemeinen mindestens 2, vorzugsweise 3 bis 30, besonders bevorzugt 4 bis 20 Komponenten der Formel (I).
Dazu gehören z. B.: - Derivate des Phenylpyrimidins, wie beispielsweise in WO 86/06401 ,
US-4 874 542 beschrieben, metasubstituierte Sechsringaromaten, wie beispielsweise in EP-A 0 578 054 beschrieben,
Siliziumverbindungen, wie beispielsweise in EP-A 0 355 008 beschrieben, - mesogene Verbindungen mit nur einer Seitenkette, wie beispielsweise in
EP-A 0 541 081 beschrieben,
Hydrochinonderivate, wie beispielsweise in EP-A 0 603 786 beschrieben,
Phenylbenzoate und Biphenylbenzoate, wie beispielsweise bei P. Keller,
Ferroelectrics 1984, 58, 3; Liq. Cryst. 1987, 2, 63; Liq. Cryst. 1989, 5, 153 und J. W. Goodby et al., Liquid Crystals and Ordered Fluids, Bd. 4, New York
1984 beschrieben,
Thiadiazole, wie beispielsweise in EP-A 0 309 514 beschrieben,
Biphenyle wie beispielsweise in EP 207.712 oder Adv. Liq. Cryst. Res. Appl.
(Ed. Bata, L.) 3 (1980) beschrieben, - Phenylpyridine wie beispielsweise in Ferroelectrics 1996, 180, 269 oder Liq.
Cryst. 1993, 14, 1169 beschrieben,
Benzanilide wie beispielsweise in Liq. Cryst. 1987, 2, 757 oder Ferroelectrics
1984, 58, 81 beschrieben,
Terphenyle wie beispielsweise in Mol. Cryst. Liq. Cryst. 1991 , 195, 221 ; PCT- WO 89/02.425 oder Ferroelectrics 1991 , 114, 207 beschrieben,
4-Cyanocyclohexyle wie beispielsweise in Freiburger Arbeitstagung Fluessigkristalle 1986, 16, V8 beschrieben,
5-Alkylthiophencarbonsäureester wie beispielsweise in Butcher, J.L., Dissertation Nottingham 1991 beschrieben und - 1 ,2-Diphenylethane wie beispielsweise in Liq. Cryst. 1991 , 9, 253 beschrieben,
Als chirale, nicht racemische Dotierstoffe kommen beispielsweise in Frage: optisch aktive Phenylbenzoate, wie beispielsweise bei P. Keller, Ferroelectrics 1984, 58, 3 und J. W. Goodby et al., Liquid Crystals and
Ordered Fluids, Bd. 4, New York 1984 beschrieben, optisch aktive Oxiranether, wie beispielsweise in EP-A 0 263 437 und
WO-A 93/13093 beschrieben, optisch aktive Oxiranester, wie beispielsweise in EP-A 0 292 954 beschrieben, optisch aktive Dioxolanether, wie beispielsweise in EP-A 0 351 746 beschrieben, optisch aktive Dioxolanester, wie beispielsweise in EP-A 0 361 272 beschrieben, - optisch aktive Tetrahydrofuran-2-carbonsäureester, wie beispielsweise in
EP-A 0 355 561 beschrieben, optisch aktive 2-Fiuoralkylether, wie beispielsweise in EP-A 0 237 007 und
US-5,051 ,506 beschrieben und optisch aktive α-Halogencarbonsäureester, wie beispielsweise in US 4,855,429 beschrieben.
Besonders bevorzugte Mischungskomponenten des Flüssigkristalls sind solche der Gruppen A bis M:
A. Phenylpyrimidinderivate der Formel (II), R1-A1-A2-R2 (II)
worin
R1 und R2 jeweils Alkyl mit 1-15 C-Atomen, worin auch eine oder zwei nicht benachbarte CH2-Gruppen durch -O-, -S-, -CO-, -O-CO-, -CO-O-, -O- CO-O-, -CO-S-, S-CO-, -CHHalogen, -CHCN- und/oder -CH=CH- ersetzt sein können und worin ein, mehrere oder alle H-Atome durch F ersetzt sein können,
A1 1 ,4-Phenylen, trans-1 ,4-Cyclohexylen oder eine Einfachbindung, und A2
oder
Z -O-CO-, -CO-O-, -S-CO-, -CO-S-, -CH2O-, -OCH2- oder -CH2CH2- bedeutet.
Verbindungen mit nur einer Seitenkette der Formel (III),
R1(-A1)a(-M1)b(-A2)c(-M2)d(-A3)e(-M3)f(-A4)-H (III)
worin bedeuten:
R ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2- Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können, A1, A2, A3, A4 gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F oder CN ersetzt sein können, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome
durch F ersetzt sein können, trans-1 ,4-Cyclohexylen, (1 ,3,4)-
Thiadiazol-2,5-diyl oder Naphthalin-2,6-diyl, M1, M2, M3 gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2- oder -CH2-CH2-, a, b, c, d, e, f null oder eins, unter der Bedingung, daß die Summe aus a + c + e 0, 1 , 2 oder 3 ist.
Metasubstituierte Verbindungen der Formel (IV)
R<
R1(-A1)a(-M1)b(-A2)c(-M2)d(-A3)e(-M3)f — V _~ X2 x4— x3 (V) worin bedeuten: R\ R2 gleich oder verschieden ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können, A1, A2, A3 gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, trans-1 ,4-Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H- Atome durch -CN und/oder -CH3 ersetzt sein können, (1 ,3,4)- Thiadiazol-2,5-diyl, und A1 auch
M\ M
2, M
3 gleich oder verschieden
-O-, -CO-O-, -O-CO-, -CH
2-O-, -O-CH
2- oder -CH
2-CH
2-;
CH oder N, wobei die Zahl der N-Atome in einem Sechsring 0,1 oder 2 beträgt, a, b, c, d, e, f null oder eins, unter der Bedingung, daß die Summe aus a + c + e 0, 1 , 2 oder 3 ist.
Siliziumverbindungen der Formel (V) R -k {M {- 2 {M2 -k\-R2 (V) worin bedeuten:
R ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C- Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO- oder -O-CO-O- ersetzt sein können,
R2 ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO- oder -O-CO-O- ersetzt sein können, mit der Maßgabe, daß eine nicht an Sauerstoff gebundene CH2-Gruppe durch -Si(CH3)2- ersetzt ist,
A\ A2, A3 gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, trans-1 ,4-Cyclohexylen, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können oder (1 ,3,4)-
Thiadiazol-2,5-diyl, M\ M2 gleich oder verschieden -CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2-, i, k, I, m, n null oder 1 , mit der Maßgabe, daß i + I + n gleich 2 oder 3 ist.
E. Hydrochinonderivate der Formel (VI),
worin bedeuten: R
1, R
2 gleich oder verschieden ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bzw. 3 bis 16, vorzugsweise 1 bzw. 3 bis 10 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH
2-Gruppen durch -O-, -CO-, -O-CO-, -CO-O-, -O-CO-O-, vorzugsweise -O-, -O-CO-, -CO-O- ersetzt sein können,
R3 -CH3, -CF3 oder -C2H5, vorzugsweise -CH3 oder -CF3,
A1, A2 gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, trans-1 ,4-Cyclohexylen, vorzugsweise 1 ,4-Phenylen.
F. Pyridylpyrimidine der Formel (VII),
A gleich N und B gleich CH oder A gleich CH und B gleich N, C gleich N und D gleich CH oder C gleich CH und D gleich N, wobei eine oder zwei
CH-Gruppen durch CF-Gruppen ersezt sein können, R\ R2 gleich oder verschieden, ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO- oder
-O-CO-O- ersetzt sein können.
G. Phenylbenzoate der Formel (VIII)
R1(-A)a(-M1)b(-A)c(-M2)d(-A)e-R2 (VIII) wobei bedeuten R1, R2 gleich oder verschieden ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22
C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO- oder -O-CO-O- ersetzt sein können, A gleich 1 ,4-Phenylen, M\ M2 gleich oder verschieden -CO-O-, -O-CO-, a, b, c, d, e null oder eins, unter der Bedingung, daß a + c + e = 2 oder 3 und b + d = 1 oder 2 ist.
H. Optisch aktive Phenylbenzoate der Formel (IX) R1(-A)a(-M1)b(-A)c(-M2)d(-A)e-R2 (IX) wobei bedeuten: R\ R2 gleich oder verschieden ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO- oder
-O-CO-O- ersetzt sein können, und worin wenigstens einer der Reste R1, R2 eine verzweigte, optisch aktive Alkylgruppe ist, M1, M2 gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO- oder eine Einfachbindung a, b, c, d, e null oder eins, unter der Bedingung, daß a + c + e = 2 oder 3 und b + d = 1 oder 2 ist.
Optisch aktive Oxiranether der Formel (X)
(X)
wobei die Symbole und Indizes folgende Bedeutung haben:
* ein chirales Zentrum
R1 ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können, oder die nachfolgende, optisch aktive Gruppe,
R2, R3, R4, R5, R6, R7 gleich oder verschieden Wasserstoff oder ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis
16 C-Atomen, P -CH2- oder -CO-, A1, A2, A3 sind gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome jeweils durch F ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, trans-1 ,4-Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch -CN und/oder -CH3 ersetzt sein können, (1 ,3,4)- Thiadiazol-2,5-diyl, M1, M2 gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2-, -CH2-CH2-,
a, b, c, d, e null oder eins.
Die asymmetrischen C-Atome des Oxiranrings oder der Oxiranringe können gleich oder verschieden R oder S konfiguriert sein.
Optisch aktive Oxiranester der Formel (XI)
(XI)
wobei die Symbole und Indizes folgende Bedeutung haben
* ein chirales Zentrum
R1 ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können,
R2, R3, R4 gleich oder verschieden
Wasserstoff oder ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 16 C-Atomen, A\ A2, A3 gleich oder verschieden 1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome jeweils durch F ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, trans-1 ,4-Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch -CN und/oder -CH3 ersetzt sein können, (1 ,3,4)- Thiadiazol-2,5-diyl,
M1, M2 gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2-, -CH2-CH2-,
a, b, c, d, e null oder eins.
Die asymmetrischen C-Atome des Oxiranrings können gleich oder verschieden R oder S konfiguriert sein.
Optisch aktive Dioxolanether der Formel (XII)
R1 (-A1 )a(-M1 )b(-A2)c(-M2)d(-A3)e
wobei die Symbole und Indizes folgende Bedeutung haben
* ein chirales Zentrum
R1 ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 22 bzw. 3 bis 22 C-Atomen, wobei auch eine oder zwei nicht benachbarte und nicht terminale CH2-Gruppen durch -O-, -CO-, -CO-O-, -O-CO-, -O-CO-O- oder -Si(CH3)2- ersetzt sein können,
R2, R3, R4 gleich oder verschieden
Wasserstoff, ein geradkettiger oder verzweigter Alkylrest mit 1 bis 16 bzw. 3 bis 10 C-Atomen oder ein Alkenylrest mit 2 bis 16 C-Atomen, wobei R2 und R3 zusammen auch -(CH2)5- sein können, A1, A2, A3 gleich oder verschieden
1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, trans-1 ,4-Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H- Atome durch -CN und/oder -CH3 ersetzt sein können, (1 ,3,4)-
Thiadiazol-2,5-diyl, M1, M2 gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2-, -CH2-CH2-,
a, b, c, d, e null oder eins.
Asymmetrische C-Atome des Dioxolanrings können, gleich oder verschieden, R oder S konfiguriert sein.
Optisch aktive Dioxolanester der Formel (XIII)
R1(-A1)a(-M1)b(-A2)c(-M2)d(-A3)( .—
(XIN)
wobei die Symbole und Indizes folgende Bedeutung haben
* ein chirales Zentrum
R1 ein geradkettiger oder verzweigter Alkyrest mit 1 bis 16 bzw. 3 bis 16 C-Atomen, wobei eine oder mehrere nicht benachbarte und nicht terminale CH2 Gruppen durch -O-, -CO-, -O-CO- oder -CO-O- ersetzt sein können,
R2, R3, R4 gleich oder verschieden
Wasserstoff oder ein Alkyl- oder Alkenylrest mit 1 bis 10 bzw. 2 bis 10 C-Atomen, wobei R2 und R3 zusammen auch -(CH2)5- sein können, A\ A2, A3 sind gleich oder verschieden 1 ,4-Phenylen, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyridin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, Pyrimidin-2,5-diyl, wobei ein oder zwei H-Atome durch F ersetzt sein können, trans-1 ,4-Cyclohexylen, wobei ein oder zwei H- Atome durch -CN und/oder -CH3 ersetzt sein können, (1 ,3,4)- Thiadiazol-2,5-diyl,
M1, M2 gleich oder verschieden
-CO-O-, -O-CO-, -CH2-O-, -O-CH2-, -CH2-CH2-,
a, b, c, d, e null oder eins.
Asymmetrische C-Atome des Dioxolanrings können, gleich oder verschieden, R oder S konfiguriert sein.
M. Makrocyclische Verbindungen der Formel (XIV)
(XIV) mit
X = O oder -N(Y) n : 0, 1
Y : -CO-(t-Butyl), -CO-(Adamantyl), -CO-Alkyl
N. Oligoether Oligoether wie zum Beispiel Beckopox®, Jeffamin® oder
Polyethylenglykole.
Die Herstellung der Flüssigkristallkomponenten der Formel (I) bis (XIV) erfolgt nach an sich bekannten, dem Fachmann geläufigen Methoden, wie sie beispielsweise in Houben Weyl, Methoden der Organischen Chemie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart oder auch den zitierten Schriften beschrieben werden. Ein besonders bevorzugtes Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen Displays sind Chip- oder Smartkarten.
Unter einer Chipkarte versteht man eine Karte, üblicherweise aus Kunststoff und im Kreditkartenformat, versehen mit einem integrierten Schaltkreis, welcher Informatio-
nen elektronisch speichern kann, und Mitteln zur Informationsübertragung zwischen der Karte und einem elektronischen Lese- und/oder Schreibsystem. Eine Smartcard ist eine Chipkarte, die Mittel zur Überprüfung /Kontrolle des Zugriffs auf die Karte enthält. Beispielsweise kann dieses Mittel ein integrierter Schaltkreis sein, durch den kontrolliert wird, wer die gespeicherten Informationen zu welchem
Zweck verwendet, wodurch die Datensicherheit erhöht werden kann.
Chip- bzw. Smartkarten sind, beispielsweise als Telefon- und Kreditkarten "Medicards", "Cashcards" und als Ausweise zur Zugangskontrolle, bereits in vielfäl- tigern Einsatz.
Für die nahe Zukunft erwartet man ein weiteres Vordringen dieser Technologien in Bereiche, wie die "elektronische Brieftasche", d.h. Ersatz von Bargeld, Fahrkarten und Pay-TV.
In dieser Anwendung enthält das erfindungsgemäße FLC-Display Trägeφlatten, die wegen der Biegbarkeit vorzugsweise aus Kunststoff bestehen. Als Kunststoffe eignen sich, beispielsweise bekannte Kunststoffe wie Polyarylate, Polyethersulfon, Cycloolefin-Copolymere, Polyetherimide, Polycarbonat, Polystyrol, Polyester, Polymethylmetacrylate, sowie deren Copolymere oder Blends.
Zur Herstellung einer Chipkarte wird das FLC-Display in oder auf eine mit einem oder mehreren elektronischen Mikrochips versehenen Kunststoffkarte eingebettet bzw. aufgebracht.
Die Mikrochips enthalten die Programm- und/oder Speicherfunktionen, welche die gewünschte Funktion der Chipkarte gewährleisten. Solche Chips und ihre Herstellung sind dem Fachmann bekannt.
Die Chipkarte weist vorzugsweise ein Format gemäß ISO 7816 und folgende auf.
Die Karte besteht im allgemeinen aus Kunststoff, vorzugsweise aus Polyvinylchlorid (PVC), Acryl-butadienstyrol oder Copolymeren (ABS).
Sie enthält zudem Mittel für einen Datenaustausch mit einem externen Schreibund/oder Lesesystem, beispielsweise elektrisch leitende Kontakte oder eine "Antenne" in Form von Flachspulen.
Die verwendeten Kunststoffkarten sind bekannt, und größtenteils kommerziell erhältlich (z.B. Gemplus, http://www.gemplus.fr).
Die erfindungsgemäße Chipkarte eignet sich beispielsweise als Scheckkarte, elektronische Fahrkarte, Telefonkarte, Parkhauskarte, "elektronische Brieftasche" oder für Pay-TV.
Auf die in dieser Anmeldung zitierten Literaturstellen wird ausdrücklich Bezug genommen; sie sind durch Zitat Bestandteil der Beschreibung.
Die Erfindung durch die Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1 :
Eine mit Indium-Zinnoxid beschichtete Glasplatte wird in einem fotolithographischen Prozeß strukturiert, so daß ein Elektrodenmuster erhalten wird. Die transparenten Leiterbahnen dieser Elektrodenstruktur werden zur elektrischen Ansteuerung des Displays verwendet. Zur Orientierung der Flüssigkristallmischung wird eine organische Orientierungsschicht aufgebracht und gerieben. Zwei so strukturierte Glasplatten, die Ober- und Unterseite des Displays bilden, werden mit Hilfe eines Kleberahmens zusammen gefügt und mit der nachfolgend benannten Mischung gefüllt.
Der Kleber wird gehärtet, die Zelle versiegelt, durch langsames Abkühlen auf Betriebstemperatur orientiert und zwischen einem Paar Polarisationsfolien zu einem fertigen Display zusammengefügt. Die nach außen geführten Kontakte der Elektroden des Displays werden mit der Ansteuerelektronik verbunden. Die FLC-Mischung bestehend aus der achiralen Basismischung A:
hat bei 25°C eine spontane Polarisation von 9,5 nCcm"2 . Der für das Display nutzbare Sc *-Phasenbereich umfaßt die Temperaturen von -26°C bis 70°C. Das Display hat eine Dicke von von 2 μm und kann mit einer konstanten Arbeitsspannung von 8V betrieben werden. Für diese Arbeitsspannung beträgt der Temperaturbereich bei einer Schaltzeit (Betriebsimpulsbreite t) von 3ms 60°C bis 10°C, der Quotient der Schwellenspannung bei 0°C und 40°C Q = 4,5. Bei einer
Schaltzeit von t = 30 Millisekunden ist Q = 3,9, bei t = 100ms ist Q = 3,5.
Beispiel 2:
Eine flexible Kunststoffolie (erhältlich z.B. von der Firma Sumitomo Bakelite,
Produktbezeichnung FST 5352, Dicke 100 μm, 200 Ω / Indium-Zinnoxid- beschichted) wird in einem fotolithographischen Prozeß strukturiert, so daß ein Elektrodenmuster erhalten wird. Die transparenten Leiterbahnen dieser Elektrodenstruktur werden zur elektrischen Ansteuerung des Displays verwendet.
Die Substrate werden mit einer Orientierungsschicht beschichtet und diese mit einer Walze gerieben. Zwei strukturierte Folien, die Ober- und Unterseite des Displays bilden, werden mit Hilfe eines Kleberahmens zusammen gefügt und mit der nachfolgend benannten Mischung gefüllt. Der Kleber wird gehärtet, die Zelle versiegelt, durch langsames Abkühlen auf
Betriebstemperatur orientiert und zwischen einem Paar Polarisationsfolien in eine 'smart caif eingebaut. Die nach außen geführten Kontakte der Elektroden der Schaltzelle werden mit den entsprechenden Kontakten oder Flachspulen der 'smart card' verbunden. Die FLC-Mischung bestehend aus der achiralen Basismischung A (siehe Beispiel 1) und den Dotierstoffen:
hat bei 25°C eine spontane Polarisation von 47 nCcm 2 . Der für die 'smart card' nutzbare Sc *-Phasenbereich umfaßt die Temperaturen von -28°C bis 73°C. Das Display hat eine Dicke von 2 μm und kann mit einer konstanten Arbeitsspannung von 2V betrieben werden. Der Temperaturbereich für diese Arbeitsspannung beträgt bei einer Schaltzeit (Betriebsimpulsbreite t ) von 3ms 60°C
bis -5°C, der Quotient der Schwellenspannung bei 0°C und 40°C beträgt Q = 2,7.
Bei einer Schaltzeit von t = 1 ms beträgt der Temperaturbereich 10°C bis 60°C, Q =
4,3.
Als weitere Werte für Q wurden bestimmt:
Q = 2,4 bei t = 10ms
Q = 1 ,9 bei t = 30ms
Q = 1 ,8 bei t = 100ms
Beispiel 3:
Eine flexible Kunststoffolie (erhältlich z.B. von der Firma Sumitomo Bakelite, Produktbezeichnung FST 5352, Dicke 100 μm, 200 Ω / Indium-Zinnoxid- beschichted) wird in einem fotolithographischen Prozeß strukturiert, so daß ein Elektrodenmuster erhalten wird. Die transparenten Leiterbahnen dieser Elektrodenstruktur werden zur elektrischen Ansteuerung des Displays verwendet.
Die Substrate werden mit einer Orientierungsschicht beschichtet und diese mit einer Walze gerieben. Zwei strukturierte Folien, die Ober- und Unterseite des Displays bilden, werden mit Hilfe eines Kleberahmens zusammen gefügt und mit der nachfolgend benannten Mischung gefüllt. Der Kleber wird gehärtet, die Zelle versiegelt, durch langsames Abkühlen auf
Betriebstemperatur orientiert und zwischen einem Paar Polarisationsfolien in eine 'smart cart' eingebaut. Die nach außen geführten Kontakte der Elektroden der Schaltzelle werden mit den entsprechenden Kontakten oder Flachspulen der 'smart card' verbunden. Die FLC-Mischung bestehend aus
C8H17~ °~ \ X) \ / 0-0°— 0— C6H13 11 %
* H 3
hat bei 25°C eine spontane Polarisation von 23 nCcm 2 . Der für die 'smart card' nutzbare Sc *-Phasenbereich umfaßt die Temperaturen von -26°C bis 77°C. Das Display hat eine Dicke von 2 μm und kann mit einer Konstanten Arbeitsspannung von 5V betrieben werden. Der Temperaturbereich für diese Arbeitsspannung ist bei einer Schaltzeit (Betriebsimpulsbreite) von 10ms 60°C bis -10°C, der Quotient der Schwellenspannung bei 0°C und 40°C beträgt Q = 2,5. Bei einer Schaltzeit von 3 Millisekunden beträgt der Temperaturbereich 60°C bis 0°C, Q = 2,3. Bei einer Schaltzeit von 1 Millisekunden beträgt der Temperaturbereich 60°C bis 10°C, Q = 3,5. Bei einer Schaltzeit von t = 100ms beträgt Q = 2,1.
Tabelle 1 :
Tabelle 1 zeigt Q (Quotient aus el. Feldstärke bei 0°C und 40°C) in Abhängigkeit von Ps und der Schaltzeit.
Tabelle 2:
Tabelle 2 zeigt den mit kontanter Spannung ansteuerbaren Temperaturbereich
Gegenbeispiel:
Das Display aus Beispiel 1 , gefüllt mit einer Mischung mit Ps = 9,5 (nCcm 2)wird mit einer Schaltzeit von t = 1ms angesteuert. Das Produkt aus spont. Polarisation ( in nCcm 2 ) und Schaltzeit ( in ms) beträgt Ps X t = 9,5 . Der mit konstant 8V ansteuerbare Temperaturbereich beträgt nur 60°C bis25°C.