Verfahren zur Herstellung von Polyesteralkoholen sowie Polyesteralkohole
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyesteralkoholen sowie Polyesteralkohole, die nach diesem Verfahren hergestellt werden, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Die Depolymerisation von Polyestern, in erster Linie Polyethylenterephthalat (PET) , durch Umsetzung mit Alkoholen ist bekannt. Diese sogenannte Alkoho- lyse wird im allgemeinen mit Monoalkoholen oder Dialkoholen wie Glykole bei erhöhter Temperatur durchgeführt, wobei oftmals dem Reaktionsgemisch Katalysatoren zugesetzt werden, um zu vertretetba- ren Reaktionszeiten zu kommen. Bei katalysatorfrei- er Durchführung der Reaktion sind in aller Regel längere Reaktionszeiten und/oder höhere Temperaturen erforderlich. So wird z. B. ein solches Depoly- merisationsverfahren durch Glykolyse von U. R. Vai- dya, V. M. Nadkarni, Polyester Polyols for Polyu- rethanes from PET Waste, in J. Appl . Polym. Sei. 35, 775-785 (1988), beschrieben. Danach werden PET- Faserabfälle mit unterschiedlichen Mengen Ethy- lenglykol in Gegenwart von Zinkacetat bei Temperaturen zwischen 170 °C und 200 °C in ca. 10 Stunden zu oligomeren Diolen umgesetzt. Diese werden mit Adi- pinsäure und Toluolsulfonsäure weiter zu Polyestern
umgewandelt. Letztendlich wird durch den Überschuß an Ethylenglykol eine Depolymerisation bis zur Stufe des Bis- (2-hydroxyethyl) terephthalats und dessen Umsetzung mit Adipinsäure erreicht.
Die Depolymerisation des PET kann durch die Umsetzung unter Druck und den Zusatz von typischen Ume- sterungskatalysatoren beschleunigt werden, so daß das Verfahren technisch in großem Umfang durchge- führt werden kann. Hauptsächliches Ziel dieser De- polymerisationsverfahren ist die Rückgewinnung des Dimethylterephthalats, siehe z. B. DE 26 57 044 und US 5051528. Da sich die PET-Abfälle in der Schmelze von Bis- (2-hydroxyethyl) terephthalat bzw. von Oli- gomeren oder deren Gemischen relativ schnell lösen und bei längerer Temperatureinwirkung bis zu einer Oligomer-Schmelze erfolgt, wird diese anschließend wieder zum Polymeren aufkondensiert . Um verkaufsfähige Produkte zu erhalten, werden für die Glykolyse saubere und vorbehandelte Abfälle mit bekannter Zusammensetzung und Herkunft benötigt.
Durch Umsetzung mit verschiedenen Glykolen werden Ausgangsstoffe für Polyurethane erhalten, wobei im Falle von Ethylenglykol die Depolymerisation am schnellsten verläuft, während mit Propylenglykol, Diethylengykol und Neopentylglykol niedrigere Reaktionsgeschwindigkeiten gefunden wurden (siehe: U. R. Vaidya, V. M. Nadkarni, Polyester polyols from PET waste: effect of glycol type on kinetics of po- lyesterification in J. Appl. Polym. Sei. 3_8, 1179- 1190; 1991) . Ungesättigte Polyesterharze werden nach U. R. Vaidya, V. M. Nadkarni, Unsaturated polyester resins from PET waste: 1. Synthesis and characterization, in Ind. Engng. Chem. Res . 26,
194-198 (1987) durch Umsetzung mit Maleinsäureanhydrid erhalten, die in Polyesterharzen eingesetzt werden können.
In der EP 0113507 wird die Herstellung von Polyesteralkoholen auf zwei unterschiedlichen Polyesterabfallströmen beschrieben. Das Verfahren bezieht sich auf einen Abfallstrom aus der Dimethyl- terephthalatproduktion, der aus Dimethylterephtha- lat und den Nebenprodukten der substituierten Ben- zene besteht, während der zweite Abfallstrom aus Rückständen bei der Herstellung von PET besteht. Dabei wird der erste Abfallstrom mit einem Alky- lenglykol umgesetzt und anschließend beide Ströme gemeinsam zur Reaktion gebracht, so daß daraus ein Polyesterpolyol hergestellt wird. In der EP 0154079 wird ein Verfahren zur Herstellung von Terephthal- säuresterpolyolen beschrieben, bei dem PET-Abfälle mit Glykolen umgesetzt werden und das bei der Um- setzung entstehende Ethylenglykol abdestilliert wird. Dem Reaktionsgemisch können höherfunktionelle Alkohole, z. B. N-Methylglucosid, Triethanolamin, Diethanolamin oder Glycerol zugesetzt werden.
Nach diesen Verfahren hergestellte Polyesterpolyole weisen in der Regel eine für die Maschinenverarbeitung zu hohe Viskosität auf, so daß es wünschenswert ist, Polyesterpolyole auf Basis Terephthalsäu- re mit niedrigerer Viskosität bei gleich guten Ei- genschaften zu erhalten. Ein gravierender Mangel der bisher bekannten Verfahren und der danach hergestellten OH-funktionellen Produkte ist demzufolge deren hohe Viskosität, die eine Verarbeitung in Polyurethan-Systemen mit herkömmlicher Technologie erschwert oder gar unmöglich macht.
Allen Verfahren ist nachteiligerweise gemeinsam, daß sie zur Umsetzung ausschließlich Primärmaterialien einsetzen und dadurch nur dann wirtschaftlich arbeiten können, wenn hochwertige und reine Endprodukte erzeugt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von Polyesteralkoholen mit weitem Vis- kositätsbereich durch Umesterung unter Verwendung von Abfallstoffen sowie Polyesteralkohole und ihre Verwendung zur Verfügung zu stellen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß Polyesterabfälle mit einem hydroxyl- und ester- gruppenhaltigen Harz in Gegenwart der in ihm enthaltenen metallorganischen Verbindungen bei erhöhter Temperatur in einem Reaktionsschritt umgesetzt werden. Das erfindungsgemäß eingesetzte hydroxyl- und estergruppenhaltige Harz ist ein Oligohy- droxyester enthaltendes Gemisch, das bei Polyesterkondensationen als unerwünschtes Nebenprodukt entsteht und derzeit als Abfall entsorgt werden muß . Dieses Oligohydroxyester enthaltende Gemisch ist in der Regel ein bei Raumtemperatur hochviskoses bis festes Destillationsprodukt der Polyesterherstellung, in dem ein wesentlicher Anteil metallorganischer Verbindungen als Reste von Umesterungskataly- satoren gelöst ist. Das Oligohydroxyester enthal- tende Gemisch hat, bedingt durch die Herstellungsbedingungen der Polyester, eine unterschiedliche Zusammensetzung und besteht im wesentlichen aus niedermolekularen Estern von Dicarbonsäuren, beim PET ist es die Terephthalsäure, und Glykolen, beim PET ist es Ethylenglykol und/oder Diethylenglykol,
aus freiem Ethylenglykol, Diethylenglykol sowie de¬ ren höheren Homologen, aus metallorganischen Verbindungen z. B. des Titans, Antimons, Wismuts, Ger¬ maniums, Magnesiums, Calciums, Bleis, Zinks, Zinns oder Cobalts, und aus freier Terephthalsäure.
Eine typische Zusammensetzung eines Oligohydroxyester enthaltenden Gemisches, das bei der PET- Herstellung anfallen kann, ist z. B.:
40 - 80 Masse-% Terephthalsäure, 5 - 30 Masse-% gebundenes Ethylenglykol, 1 - 20 Masse-% freies Ethylenglykol, 1 - 20 Masse-% gebundenes Diethylenglykol, 1 - 15 Masse-% freies Diethylenglykol,
0 - 10 Masse-% längerkettige Ethylenglykole, 0,5 - 5 Masse-% metallorganische Verbindungen.
Dem Reaktionsgemisch können zur Steuerung der Ei- genschaften der erfindungsgemäß hergestellten Polyesteralkohole weitere Glykole und/oder Triole bzw. Tetrole, Di- und/oder Polycarbonsäuren oder deren Anhydride zugegeben werden.
Weiterhin können dem Reaktionsgemisch zur Steuerung der Eigenschaften des Reaktionsprodukts, und damit auch der daraus hergestellten Kunststoffe, höher- funktionelle Alkohole, z. B. Glycerol, Trimethy- lolpropan, Pentaerythrit und/ oder Hexantriol, mit dem Ziel der Herstellung verzweigter Polyesteralkohole zugesetzt werden.
Vorzugsweise wird das Verhältnis des Polyesters zu
Oligohydroxyester zwischen 0,1 : 1 und 1 : 0,1 liegen, wobei der Bereich zwischen 0,5 : 1 und
1 : 0,5 besonders bevorzugt wird. Weiterhin wird ein Reaktionsgemisch bevorzugt, bei dem das Verhältnis von PET zu Oligohydroxyester zwischen 0,6 : 1 und 1 : 0,6 liegt und das außerdem zwischen 5 und 50 Masse-% eines Glykols, insbesondere Diethylenglykol, Oligoethylenglykol oder Dipropylengly- kol, enthält.
Eine andere bevorzugte Variante besteht darin, das PET in einem Gemisch aus Oligohydroxyester, Digly- kol und einem Triol im Verhältnis PET : Oligohydroxyester : Glykol : Triol = (0,5 - 1) : (0,5 - 1) : (0,01 - 0,2) : (0,01 - 0,1) zu einem verzweigten Polyesteralkohol umzusetzen.
In einer Weiterbildung der Erfindung wird dem Gly- kolysegemisch aus Glykolen, Oligoestern und/oder Polyethylenterephthalat zusätzlich zwischen 5 und 25 Gew.-% einer aliphatischen Dicarbonsäure und/oder deren Anhydride während der Umesterungsre- aktion zugesetzt wird.
Es wurde gefunden, daß sich die Viskosität von Po- lyolen auf der Basis von Polyethylenterephthalat dadurch deutlich reduzieren läßt, daß während der Umsetzung mit Glykolen, der Umesterung oder Glyko- lyse, außer Glykolen und/oder Oligoestern eine bestimmte, gegenüber der Terephthalsäure jedoch deutlich geringere molare Menge an Adipinsäure oder an einer anderen aliphatischen Dicarbonsäure bzw. deren Anhydride hinzugefügt wird. Die ohne diesen Zusatz gefundenen Viskositäten liegen nach Literaturangaben sowie auf Grund eigener Erfahrungen im Bereich von 15.000 bis 350.000 Pas (20°C) . Zur Ver- arbeitung solcher Polyesterpolyole auf Schäumma-
schinen sind jedoch Viskositäten unterhalb 5000 mPas (20 °C) erforderlich. Durch die Zugabe von aliphatischen Dicarbonsäuren in bestimmten Mengenverhältnissen, die auf das Polyethylenterephthalat be- rechnet werden, läßt sich die Viskosität bis auf 1.000 mPas (20°C) senken.
Vorteilhafte Mengenverhältnisse von Polyethylenterephthalat zu aliphatischer Dicarbonsäure liegen insbesondere im Bereich von 5 bis 25 Gew.-% letzterer. Das bedeutet ein molares Verhältnis der Terephthalsäure oder einer anderen aromatischen Dioder Tricarbonsäure zur aliphatischen Dicarbonsäure im Verhältnis zwischen 12,5 : 1 und 2,5 : 1. Insbe- sondere wird der Bereich zwischen 10 : 1 und 4 : 1 als vorteilhaft gefunden, da sich in ihm die Viskosität durch die Zugabe der aliphatischen Dicarbonsäure gut regulieren läßt.
Die erfindungsgemäße Herstellung der Polyesteralkohole erfolgt in einer oder in mehreren Stufen. Die Anzahl der Stufen ist in erster Linie abhängig von der Art der Ausgangsstoffe und der gewünschten Geschwindigkeit der Umsetzung. Im einstufigen Verfah- ren wird entweder ein Glykol, ein Glykolgemisch oder ein Oligoesterkondensat oder ein Gemisch von Glykolen und Oligoesterkondensaten in einem Reaktionsgefäß vorgelegt und auf eine erste Reaktionstemperatur erwärmt. Bei dieser Temperatur, die im all- gemeinen zwischen 150 und 220 °C liegt, wird dann das Polyethylenterephthalat in Form von Shredder- gut, Schnitzeln, Granulat, Mahlgut oder Pulver zugegeben und gelöst. Nach vollständiger Lösung wird die Temperatur auf die zweite Reaktionstemperatur erhöht, die im allgemeinen zwischen 180 und 280 °C
liegt. Nach Erhöhung der Reaktionstemperatur wird die aliphatische Dicarbonsäure in mehreren Schritten zugefügt, wobei über einen Kondenser geringe Wassermengen abgezogen werden. Je nach zuzusetzen- der Dicarbonsäure werden zwei bis zehn Dosierschritte erforderlich. Bevorzugt wird eine Dosierung in vier Stufen, die in der ersten Hälfte der Gesamtreaktionsdauer liegen. Die Dauer der Umsetzung bei der zweiten Reaktionstemperatur liegt zwi- sehen drei und zwölf Stunden, wobei Reaktionszeiten von vier bis acht Stunden bevorzugt werden.
Das mehrstufige Verfahren kann wiederum ein zweistufiges, dreistufiges oder vierstufiges Verfahren sein. Eine höhere Anzahl von Verfahrensstufen (Kaskaden) ist aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen heraus nicht günstig, jedoch sind zur Durchführung des Verfahrens unendlich viele Stufen möglich. Das mehrstufige Verfahren wird insbesondere dann ange- wandt, wenn ein hoher Prozentsatz Polyethylenterephthalat eingearbeitet werden soll und/oder wenn dieses Polyethylenterephthalat durch andere Kunststoffe kontaminiert ist oder diese aus verschiedensten Gründen enthält. Von diesen Verfahren wird insbesondere das zweistufige Verfahren bevorzugt.
Das zweistufige Verfahren kann in zwei grundsätzlichen Ausführungsformen betrieben werden. Die Anwen- dung dieser Verfahrensvarianten ist in erster Linie abhängig vom zur Verfügung stehenden Ausgangsmaterial. Beim zweistufigen Verfahren werden insbesondere Polyethylenterephthalatabfälle verwendet. Diese können als reines Mahlgut (z. B. aus Getränke- flaschen) oder als mit anderen Kunststoffen ge-
mischte Schredderware zur Verfügung stehen. In einer ersten grundsätzlichen Ausführungsform des Verfahrens werden das Glykolgemisch oder das Gemisch aus Glykolen und Oligoesterkondensat in einen Reak- tionsextruder bei Temperaturen zwischen 150 und 200 °C gegeben und durch eine gesonderte Zuführung die Polyethylenterephthalatabf lle zudosiert. Durch die Verarbeitung bei Verweilzeiten von 0,5 bis 5 Minuten und die hohen Scherkräfte der Extruder- Schnecke (n) wird eine Homogenisierung des Reaktionsgemisches erreicht. Die nicht löslichen oder dispergierbaren Kunststoffanteile werden beim Verlassen des Extruders mittels Siebvorrichtung abgetrennt. Das homogene Gemisch wird in einen zweiten Reaktionsbehälter gegeben und in diesem auf Temperaturen von 180 bis 280°C erwärmt. Sobald die Reaktionstemperatur erreicht ist, wird die aliphatische Dicarbonsäure in mehreren Anteilen zudosiert, wie es für den einstufigen Prozeß beschrieben worden ist.
In einer zweiten grundsätzlichen Ausführungsform werden das Glykol oder das Gemisch aus Glykolen und/oder Oligoesterkondensaten in einem ersten Re- aktionsgefäß vorgelegt und auf eine vorher festgelegte Lösetemperatur zwischen 150 und 250 °C erwärmt und sodann der Polyester, insbesondere Polyethylenterephthalatabfälle, im gewünschten Mengenverhältnis zugegeben. Das Gemisch wird bei Umsetzungstem- peraturen von 150 bis 250 °C solange gerührt, bis der Polyester völlig in Lösung gegangen ist. Dabei können sich andere Polymere in der Lösung disper- gieren oder suspendieren. Ein Teil der in den Polyesterabfällen enthaltenen Fremdkunststoffe, vor al- lem PVC und Styrenpolymere, wird unverändert im Re-
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wird durch ein Sieb entfernt und dabei das Gemisch in einen zweiten Reaktor zur Umesterung gepumpt. In diesem zweiten Reaktionsgefäß wird die Umesterung bei Temperaturen zwischen 180 und 280 °C innerhalb von 3 bis 12 Stunden vollzogen. Sobald die Reaktionstemperatur erreicht ist, wird die aliphatische Dicarbonsäure in mehreren Schritten zudosiert, wie es für das einstufige Verfahren beschrieben worden ist .
Die erfindungsgemäß hergestellten Polyesteralkohole werden nach Abschluß der Umesterung direkt in Vorrats- oder Lagerbehältnisse ohne weitere Aufarbeitung abgefüllt. Die wesentlichen Produktdaten sind die Hydroxylzahl (OHZ) und die Viskosität. Die OHZ liegt zwischen 125 und 400, die Viskosität je nach Ausführungsform des Verfahrens zwischen 1200 und 12.000 mPas (20°C) .
Geeignete Glykole für das Verfahren sind Ethylenglykol und seine Oligomeren, vor allem Diethylenglykol, Tri-ethylenglykol, Tetraethylenglykol, Polyethylenglykole der mittleren Molmassen 200, 300, 400, 600, 800, 1000; Propylenglykol, Dipropy- lenglykol, Tripropylenglykol, Tetrapropylenglykol, Polypropylenglykole der mittleren Molmassen 200, 300, 400, 600, 800, 1000; Butandiol-1, 4, Polybuty- lenglykole der mittleren Molmassen zwischen 200 und 1000 und Hexandiol-1, 6.
Geeignete aliphatische Dicarbonsäuren sind insbesondere Adipinsäure, ferner Malonsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Pimelinsäure, Korksäure, Fumar- säure, Maleinsäure, Azelainsäure, Cyclohexandicar- bonsäuren oder die Anhydride der Säuren, die solche
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bilden, z. B. Bernsteinsäureanhydrid oder Maleinsäureanhydrid.
Oligohydroxyesterkondensate entstehen bei den Poly- esterkondensationen als unerwünschtes Nebenprodukt und werden derzeit als Abfall entsorgt. Sie sind in der Regel bei Raumtemperatur hochviskose bis feste Destillationsprodukte der Polyesterherstellung, in dem ein wesentlicher Anteil metallorganischer Ver- bindungen als Reste von Umesterungskatalysatoren gelöst ist. Die Oligoesterkondensate haben, bedingt durch die Herstellungsbedingungen der Polyester, eine unterschiedliche Zusammensetzung und bestehen im wesentlichen aus niedermolekularen Estern der Dicarbonsäure, beim PET der Terephthalsäure, mit den Glykolen, beim PET Ethylenglykol und/ oder Diethylenglykol, freiem Ethylenglykol, Diethylenglykol sowie deren höheren Homologen, metallorganischen Verbindungen z. B. des Titans, Antimons, Wismuts, Germaniums, Magnesiums, Calciums, Bleis, Zinks, Zinns oder Cobalts, und freier Dicarbonsäure, beim PET Terephthalsäure.
Die Oligohydroxyester werden für die Polyesteralko- hole vor allem im Verhältnis zum Polyester zwischen 1 : 4 und 4 : 1 und zum Glykol bzw. Glykolgemisch von 2 : 7 : 1 bis 7 : 2,5 : 0,5 eingesetzt. Da diese Bereiche sehr groß sind und viele Varianten ermöglichen, werden einige typische Verhältnisse in den Beispielen beschrieben. Diese sind jedoch nicht als Grenzen der Variationsmöglichkeiten zu sehen, da diese allein durch die geforderten Eigenschaften der Polyesteralkohole festgelegt werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es lineare und verzweigte, Polyesteralkohole mit Hydroxylzah- len von 150 bis 600 und Viskositäten (bei 20 °C) von 3000 bis 500 000 mPas herzustellen, die gegenüber bisherigen Produkten einen erhöhten Aromatengehalt aufweisen. Dadurch können sie insbesondere für hochwertige und flammgeschützte Polyurethane eingesetzt werden.
Weiterhin werden die erfindungsgemäßen Polyesteralkohole vorteilhaft zur Herstellung von Polyisocya- nurat-Hartschaumstoffen verwendet. Darüber hinaus können durch Einbau ungesättigter Dicarbonsäuren (Maleinsäure, Fumarsäure) oder deren Anhydriden un- gesättigte Polyesteralkohole hergestellt werden, die vorteilhaft bei der Herstellung von Lacken, Beschichtungen und Klebstoffen eingesetzt werden können.
Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung liegt darin, daß Polyesterabfälle, insbesondere Abfälle von PET, Polybutylenterephthalat usw., mit anderen Abfällen, insbesondere den bisher nicht verwertbaren Kondensationsrückständen aus der Polyestersynthese, aus der Glycerolherstellung (Glycerinpech) , aus der Trimethylolpropanherstellung (TMP-Pech) oder aus der Polyethersynthese (abdestilliertes Glykolge- misch) zu hochwertigen Rohstoffen umgesetzt werden können, ohne daß für die Synthese zusätzlich Kata- lysatoren und in höherem Maße neue Glykole eingesetzt werden müssen, so daß sich neben dem ökologischen auch ein ökonomischer Fortschritt ergibt. Weiterhin werden durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens insbesondere die bisher nicht ge- nutzten Polykondensationsrückstände mit den darin
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enthaltenen Katalysatorresten, die bei der technischen Polyestersynthese entstehen, nutzbar gemacht und einem stofflichen Recycling zugeführt.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polyole zeichnen sich durch eine hohe Stabilität bei der Lagerung und eine gute Mischbarkeit mit den Zusatzstoffen in Polyurethan-Systemen aus. Ursache für diese erwünschten guten Eigenschaften ist die durch erfindungsgemäße Verfahren der Herstellung erzielte breite Molmassenverteilung sowohl der Terephthalatester selbst als auch der in ihnen angeordneten Alkylenglykolbausteine . Während der Polymerisationsgrad von PET in der Größenordnung von 90 bis 100 liegt, liegt derjenige der Oligohydroxyester bei 2 bis 4. Durch die Umesterung unter Mitwirkung der in den Oligohydroxyestern enthaltenen metallorganischen Katalysatorreste wird durch die in ihm anwesenden Alkylenglykole eine schnelle Kettenspaltung an den Estergruppen und dadurch eine Verringerung des Polymerisationsgrades bewirkt. Da diese Umesterungsreaktionen Gleichgewichtsreaktionen sind, erfolgt die Kettenspaltung statistischen Gesetzen. Die Oligohydroxyester erreichen dabei keine höheren Polymerisationsgrade, sondern bleiben als vergleichsweise niedermolekulare Polyesterpolyole im Gemisch. Die durch die Umesterung erzielten Polymerisationsgrade des PET erreichen Werte zwischen 40 und 5, so daß eine breite Molmassenver- teilung erzielt wird, was durch Gelpermeationschro- matographie bestätigt wird. Die Kombination aus breiter Molmassenverteilung und Einbau eines Alky- lenglykolgemisches in die Polymerketten, dadurch Austausch des kurzkettigen Ethylenglykols durch hö- here Homologe, führt zu den erwünschten, erfin-
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dungsgemäßen Eigenschaften, die durch eine direkte Depolymerisation durch Umesterung mit nur einem Glykol weder aus den Oligohydroxyestern noch aus dem PET erhalten werden können, da in diesen Fällen Produkte einer ganz anderen molaren Zusammensetzung und Molmassenverteilung entstehen, die nach wie vor kristallisierbar und dadurch nicht stabil sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungs- gemäßen Produkte können darüber hinaus in einem großen Viskositätsbereich durch unterschiedliche Verhältnisse der Einsatzstoffe hergestellt werden. Die eingestellte Viskosität richtet sich nach dem Verwendungszweck. So sollte die Viskosität für die Herstellung von Hartschaumstoffen im Bereich von 4.000 bis 10.000 mPas (20°C) liegen, während diejenige für Beschichtungen und Lacke im Bereich bis 25.000 liegen kann, die für Schmelzklebstoffe bis 100.000. Ein Anwendungsgebiet von großem Interesse sind Polyurethan- und Polyisocyanurat- Hartschaumstoffe. Für die maschinentechnische Verarbeitung werden hier Viskositäten um 3.000 mPas (20 °C) gefordert, die nach den bisherigen Verfahren nicht realisierbar sind. Durch das erfindungsgemäße Verfahren dagegen sind sogar Viskositäten unter 1000 mPas (20°C) einstellbar.
Anhand der folgenden Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher erläutert.
Beispiel 1
In einen 6 1 - Rührreaktor mit Heizung, Thermome- ter, Rührer, Kolonne mit Kolonnenkopf und Konden-
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satabführung, Kühler und Inertgasspülung werden 2,85 kg Oligohydroxyester gegeben und aufgeschmolzen. Bei 65°C wird ein klares hochviskoses Produkt erhalten. Die Temperatur wird auf 150 °C erhöht. Bei dieser Temperatur werden 1,85 kg PET-Abfälle (erhalten durch Zerkleinern von Filmabfällen nach Ablösung der Gelatineschicht) innerhalb von zwei Stunden zugegeben. Dabei wird die Temperatur langsam auf 220 °C gesteigert und entstehendes Reakti- onswasser am Kolonnenkopf abgezogen. Die Temperatur wird weitere zwei Stunden bei 220 °C gehalten, bis kein Wasser mehr entsteht. Danach wird der Druck im Reaktor auf 100 mbar abgesenkt, um Wasserreste und leichtflüchtige Anteile zu entfernen. Man erhält eine glasklare, hochviskose Flüssigkeit mit einer Hydroxylzahl von 228 mg KOH/g und einer Viskosität von 68.000 mPas (20°C) .
Beispiel 2
Der Ansatz von Beispiel 1 wird mit folgenden Mengen wiederholt :
2,45 kg Oligohydroxyester
2,55 kg PET-Abfälle (aus vermahlenen Getränkeflaschen) .
Die Umsetzung wird ebenfalls bei 220 °C durchge- führt, jedoch wird diese Temperatur nach beendeter PET-Zugabe 3 Stunden gehalten. Das Produkt ist ein hochviskoser Sirup mit der Hydroxylzahl 189 mg KOH/g und einer Viskosität von 165.000 mPas (20°C) .
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Beispiel 3
Der Ansatz von Beispiel 1 wird mit folgenden Mengen wiederholt :
2,35 kg Oligohydroxyester
2,17 kg PET-Abfälle (zerkleinerte Filmabfälle).
Die Umsetzung wird ebenfalls bei 220 °C durchge- führt, jedoch wird diese Temperatur nach beendeter PET-Zugabe 3 Stunden gehalten und danach bei einem Druck von 200 bar gearbeitet. Das Produkt ist eine viskose Flüssigkeit mit der Hydroxylzahl 253 mg KOH/g und einer Viskosität von 22.000 mPas (20°C) .
Beispiel 4
Der Ansatz von Beispiel 3 wird mit 1,15 kg Diethylenglykol, jedoch ansonsten gleichen Bedingungen, wiederholt. Das Produkt ist eine viskose Flüssigkeit mit der Hydroxylzahl 326 mg KOH/g und einer Viskosität von 11.600 mPas (20°C).
Beispiel 5
Der Ansatz von Beispiel 3 wird in weiteren Varianten durchgeführt:
Einsatzstoffe (in kg) A B C D
Oligohydroxyester 2,20 2,20 2,20 2,00
PET-Abfälle 2,20 2,50 2,80 3,00
Diethylenglykol 1,00 1,10 1,20 1,00
Hydroxylzahl (mg KOH/g) 297 303 289 271
Viskosität (mPas, 20°C) 14.700 15.900 19.400 36.500
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Beispiel 6
Der Ansatz von Beispiel 3 wird mit folgender Zusam- mensetzung durchgeführt:
Oligohydroxyester 1,95 kg
PET-Abfälle 2,20 kg
Diethylenglykol 0,95 kg Glycerinpech 0,56 kg
Die Reaktion wird jedoch nach beendeter PET-Zugabe bei 230 °C innerhalb 3,5 Stunden zu Ende geführt.
Das Produkt hat eine Hydroxylzahl von 307 mg KOH/g und eine Viskosität von 42.000 mPas (20°C) .
Beispiel 7
Der Ansatz von Beispiel 6 wird wiederholt, jedoch an Stelle des Glycerinpechs werden 0,44 kg Tri e- thylolpropan (TMP) eingesetzt. Die Reaktion wird ansonsten unter den gleichen Bedingungen durchgeführt. Das Produkt ist eine hochviskose Flüssigkeit mit der Hydroxylzahl 301 mg KOH/g und einer Visko- sität von 38.600 mPas (20°C).
Beispiel 8
Der Ansatz von Beispiel 7 wird mit folgenden Ein- satzmengen wiederholt:
Oligohydroxyester 2,15 kg
PET-Abfälle 1,90 kg
Diethylenglykol 1,20 kg TMP 0,60 kg
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Die Reaktion wird jedoch nach beendeter PET-Zugabe bei 230 °C innerhalb 3,5 Stunden zu Ende geführt. Das Produkt hat eine Hydroxylzahl von 341 mg KOH/g und eine Viskosität von 28.700 mPas (20°C) .
Beispiel 9
Der Ansatz von Beispiel 8 wird mit folgenden Ein- satzmengen wiederholt:
Oligohydroxyester 2,10 kg
PET-Abfälle 1,90 kg
Diethylenglykol 1,40 kg TMP 0,30 kg
Die Reaktion wird jedoch nach beendeter PET-Zugabe bei 230 °C innerhalb 3,5 Stunden zu Ende geführt.
Das Produkt hat eine Hydroxylzahl von 385 mg KOH/g und eine Viskosität von 11.350 mPas (20°C).
Beispiel 10
In der Apparatur von Beispiel 1 wird ein Ansatz folgendermaßen durchgeführt: In 2,05 kg aufgeschmolzenem Oligohydroxyester werden bei 80°C 0,58 kg Maleinsäureanhydrid und 1,30 kg Diethylenglykol gegeben und die Temperatur auf 150 °C erhöht. Nun werden 1,75 kg Polyesterabfälle (aus zerkleinerten Filmen und Fasern) innerhalb von 1,5 Stunden zugegeben und die Temperatur langsam auf 220 °C gesteigert. Die Reaktion wird unter langsamer Temperaturerhöhung auf 228 °C innerhalb von 3 Stunden zu Ende geführt. Während die Temperatur langsam auf
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190 °C gesenkt wird, wird der Druck im Reaktor kontinuierlich auf 125 mbar abgesenkt. Man erhält ei¬ nen ungesättigten Polyesteralkohol mit der Hy¬ droxylzahl 168 mg KOH/g und einer Viskosität von 68.000 mPas (20°C) , der zu Klebstoffen eingesetzt und dabei radikalisch in Gegenwart von Benzoylpero- xid polymerisiert wird.
Beispiel 11
In einem 90 1-Reaktionsgefäß werden 23,5 kg oligo- mere Rückstände der Polyesterkondensation (Polye- thyenterephthalat-Herstellung) bei etwa 140°C in- nerhalb einer Stunde aufgeschmolzen. Danach mischt man unter Rühren 16,5 kg Diethylenglykol dazu. In diese Reaktionsmischung trägt man innerhalb von 15 min. 25 kg PET-Abfälle (Fasern, Granulat oder Schreddergut) ein. Die Temperatur wird in 30 min auf 190°C erhöht. Bei dieser Temperatur wird der Ansatz 2-3 h gerührt. Das entstehende Reaktionswasser, freigesetztes Restwasser und freigesetztes Ethylenglykol werden über einen seitlichen Ablaß des Reaktorkühlers abgetrennt. Nach Abschluß der Reaktion wird auf 120 °C abgekühlt und abgelassen. Das entstehende Produkt hat eine Hydroxylzahl von 347 mg KOH/g und eine Viskosität von 14.630 mPas (20°C) .
Beispiel 12
In einem 90 1-Reaktionsgefäß werden 23,5 kg oligo- mere Rückstände der Polyesterkondensation (Polye- thyl-enterephthalat-Herstellung) bei etwa 140 °C
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innerhalb einer Stunde aufgeschmolzen. Danach mischt man unter Rühren 22 kg Dipropylenglykol dazu. In diese Reaktionsmischung trägt man innerhalb von 15 min. 34 kg PET-Abfälle (Fasern, Granulat oder Schreddergut) ein. Die Temperatur wird in 30 min auf 220 °C erhöht. Bei dieser Temperatur wird der Ansatz 3 h gerührt. Nach Abschluß der Reaktion wird auf 110 °C abgekühlt und über ein Sieb abgelassen. Das entstehende Produkt hat eine Hydroxylzahl von 362 mg. KOH/g und eine Viskosität von 9.800 mPas (20°C) .
Beispiel 13: Wiederholung des Ansatzes von Bei- spiel 1 mit 10 Gew.-% aliphatischer Dicarbonsäure
In einen 6 1 - Rührreaktor mit Heizung, Thermometer, Rührer, Kolonne mit Kolonnenkopf und Kondensatabführung, Kühler und Inertgasspülung werden 2,5 kg Oligohydroxyester gegeben und aufgeschmolzen. Bei 65°C wird ein klares hochviskoses Produkt erhalten. Die Temperatur wird auf 190 °C erhöht. Bei dieser Temperatur werden zunächst 200 g Adipinsäure und nach einer Stunde 1,8 kg PET-Abfälle (erhalten durch Zerkleinern von Filmabfällen nach Ablösung der Gelatineschicht) innerhalb von zwei Stunden zugegeben. Dabei wird die Temperatur langsam auf 220 °C gesteigert und entstehendes Reaktionswasser am Kolonnenkopf abgezogen. Die Temperatur wird wei- tere zwei Stunden bei 220 °C gehalten, bis kein Wasser mehr entsteht. Danach wird der Druck im Reaktor auf 100 mbar abgesenkt, um Wasserreste und leichtflüchtige Anteile zu entfernen. Man erhält eine klare, viskose Flüssigkeit mit einer Hydroxylzahl
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von 267 mg KOH/g und einer Viskosität von 6.450 mPas (20°C) .
Beispiel 14: Ansatz mit aliphatischer Dicarbonsäure und Glykol
In einen 6 1 - Rührreaktor mit Heizung, Thermometer, Rührer, Kolonne mit Kolonnenkopf und Kondensa- tabführung, Kühler und Inertgasspülung werden 2,2 kg Oligohydroxyester gegeben und aufgeschmolzen. Bei 65°C wird ein klares hochviskoses Produkt erhalten. Diesem werden 320 g Dipropylenglykol und 120 g Adipinsäure zugesetzt. Die Temperatur wird auf 190 °C erhöht und eine Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Bei dieser Temperatur werden danach 2,0 kg PET-Abfälle (erhalten durch Zerkleinern von Getränkeflaschen) innerhalb von einer Stunden zugegeben. Dabei wird die Temperatur langsam auf 220 °C gesteigert und entstehendes Reaktionswasser am Kolonnenkopf abgezogen. Die Temperatur wird weitere zwei Stunden bei 220 °C gehalten, bis kein Wasser mehr entsteht. Danach wird der Druck im Reaktor auf 100 mbar abgesenkt, um Wasserreste und leichtflüch- tige Anteile zu entfernen. Man erhält eine klare, viskose Flüssigkeit mit einer Hydroxylzahl von 319 mg KOH/g und einer Viskosität von 4.680 mPas (20°C) .
Beispiel 15: Ansatz mit aliphatischer Dicarbonsäure
In einen 90 1 - Rührreaktor mit Thermalöl-Heizung,
Propeller-Rührer, Kolonne mit Kolonnenkopf und Kon- densatabführung, Kühler und Inertgasspülung werden
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26 kg Oligohydroxyester gegeben und aufgeschmolzen. Bei 110 °C wird ein klares hochviskoses Produkt erhalten. Diesem werden 2,8 kg Dipropylenglykol und 2,9 kg Adipinsäure zugesetzt. Die Temperatur wird auf 190 °C erhöht und eine Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Bei dieser Temperatur werden danach 47,5 kg PET-Abfälle (erhalten durch Zerkleinern von Getränkeflaschen) innerhalb von einer Stunden zugegeben. Dabei wird die Temperatur langsam auf 220°C gesteigert und entstehendes Reaktionswasser am Kolonnenkopf abgezogen. Die Temperatur wird weitere drei Stunden bei 220 °C gehalten, bis kein Wasser mehr entsteht. Danach wird der Druck im Reaktor auf 100 mbar abgesenkt, um Wasserreste und leichtflüch- tige Anteile zu entfernen. Es werden 15 ml abede- stilliert. Man erhält eine klare, viskose Flüssigkeit mit einer Hydroxylzahl von 312 mg KOH/g und einer Viskosität von 4.920 mPas (20°C).
Beispiel 16: Ansatz mit aliphatischer Dicarbonsäure
In einen 90 1 - Rührreaktor mit Thermalöl-Heizung, Propeller-Rührer, Kolonne mit Kolonnenkopf und Kon- densatabführung, Kühler und Inertgasspülung werden 26 kg Oligohydroxyester gegeben und aufgeschmolzen. Bei 110 °C wird ein klares hochviskoses Produkt erhalten. Unter Stickstoffspühlung werden diesem 3,2 kg Dipropylenglykol und 3,5k g Maleinsäure zuge- setzt. Die Temperatur wird auf 190 °C erhöht und eine Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Bei dieser Temperatur werden danach 47,5 kg PET-Abfälle (erhalten durch Zerkleinern von Getränkeflaschen) innerhalb von einer Stunden zugegeben. Dabei wird die Temperatur langsam auf 220 °C gesteigert und
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entstehendes Reaktionswasser am Kolonnenkopf abgezogen. Die Temperatur wird weitere drei Stunden bei 220°C gehalten, bis kein Wasser mehr entsteht. Danach wird der Druck im Reaktor auf 100 mbar abgesenkt, um Wasserreste und leichtflüchtige Anteile zu entfernen. Es werden 12 ml abedestilliert . Man erhält eine klare, viskose Flüssigkeit mit einer Hydroxylzahl von 315 mg KOH/g und einer Viskosität von 5.620 mPas (20°C) .
Beispiel 17: Herstellung eines erfindungsgemäßen PET-Polyols
In einen 1201-Edelstahlreaktor mit Propellerrührer, Gasein- und Gasableitung, Wärmeüberträger/Kühler und zwei Einfüllstutzen werden 26,7 kg flüssige Abfälle aus der Polyesterherstellung mit folgender Zusammensetzung gegeben:
2.7 % Monoethylenglykol,
7.8 % Diethylenglykol,
4.9 % Triethylenglykol, 2,2 % Tetraethylenglykol, 69,2 % dimeres Terephthalsäure-ethylenkondensat, 12,7 % trimeres Terephthalsäure-ethylenkondensat, 0,5 % Sb- und Ge-Verbindungen.
Dieses Gemisch wird auf 180 °C erwärmt. Unter Rühren werden zu diesem Gemisch zunächst 4,75 kg Diethylenglykol, 2,3 kg Polyethylenglykol 200 und 7,8 kg Maleinsäure gegeben. Die Temperatur wird innerhalb einer Stunde auf 200 °C gesteigert. Danach werden innerhalb von 30 Minuten 73,3 kg PET-Abfälle zuge- geben, die folgende Zusammensetzung haben:
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91 , 2 % PET,
4 , 7 % PVC ,
3 , 3 % HDPE , 0 , 8 % PS .
Die Temperatur wird während der Zugabe auf 215 °C gesteigert wird. Nach beendeter Zugabe wird das Gemisch 3,5 Stunden bei 215 - 220 °C gerührt. Im Stickstoffström werden keine Destillationsprodukte nachgewiesen. Nach Ende der Reaktionszeit wird der Druck auf 100 mbar gesenkt und flüchtige Bestandteile abdestilliert (23 ml) ; danach wird auf 130°C abgekühlt und über ein Filter abgefüllt. Das PET- Polyol hat eine Hydroxylzahl von 316 und eine Viskosität von 4.950 mPas (20°C).